Nonverbale Kommunikation von Lehrern und Schülern in der unterrichtlichen Interaktion


Hausarbeit, 2006
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Begriffserklärung: Was bedeutet nonverbale Kommunikation?
2.2. Exkurs – Historischer Hintergrund
2.3. Nichtverbales Lehrerverhalten in und vor der Klasse
2.3.1. Körperstellung vor der Klasse
2.3.2. Körperhaltung
2.3.3. Proxemisches Verhalten (Distanzzonen)
2.3.4. Gestik und Mimik
2.3.5. Blickkontakt
2.4. Die Bedeutung nonverbaler Signale der Schüler
2.4.1. Offene und Versteckte Angriffe
2.4.2. Haltung
2.4.3. Blickrichtung
2.4.4. Der Kontrollblick

3. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Nonverbale Kommunikation von Lehrern und Schülern in der unterrichtlichen Interaktion“.

Zu Beginn werde ich den Begriff der nonverbalen Kommunikation näher erläutern und einige Bereiche ansprechen, auf die ich mich im weiteren Verlauf der Hausarbeit immer wieder beziehe. Außerdem gebe ich einen kleinen Exkurs, einen historischen Hintergrund, der sich auf das Thema `nonverbale Kommunikation´ bezieht.

Des Weiteren werde ich dann auf das nichtverbale Lehrerverhalten in und vor der Klasse eingehen und dabei erwähnen, welche Bereiche in der nonverbalen Kommunikation von besonderer Bedeutung sind.

Abschließen möchte ich mit einem dritten Punkt, der Bedeutung nonverbaler Signale der Schüler. Dabei geht es vor allem um den Aspekt, Störungen im nonverbalen Bereich zu erkennen, um diese als Lehrkraft frühzeitig unterbinden zu können.

2. Hauptteil

2.1. Begriffserklärung: Was bedeutet nonverbale Kommunikation?

Der Begriff der nonverbalen Kommunikation lässt sich auf vielfältige Weise definieren. Allgemein heißt es, dass es sich bei der nonverbalen Kommunikation um den Teil der menschlichen Kommunikation handelt, der sich averbal, also nicht nach den konventionalisierten Regeln einer gesprochenen Sprache ausdrückt. Man kann es auch als zwischenmenschliche Verbindung und Verständigung durch Gestik, Mimik oder andere nichtsprachliche Zeichen ausdrücken.

In dieser Arbeit geht es um die nonverbalen Signale im unmittelbaren Kontakt von Angesicht zu Angesicht, also mit dem Verhalten im engeren Sinne. Solche Signale erlauben es, mehr oder weniger bewusst im Voraus zu planen, was wohl geschehen wird, wenn Lehrer und Schüler aufeinander treffen und eventuell auch wieder von diesem Plan abzuweichen.

Es gibt eine Vielzahl an visuellen Signalen. Dazu gehören zum Beispiel folgende:

Der Gesichtsausdruck spielt bei der Übermittlung von Gefühlen eine sehr wichtige Rolle. Ein Mensch kann seine Mimik zum Beispiel einsetzen, um seinem Gesprächspartner zu zeigen, wie er seiner Ansicht nach über das gerade diskutierte Thema denken sollte.

Der Blick verrät, welchen Grad an Aufmerksamkeit und innerer Beteiligung jemand der Unterhaltung oder dem aktuellen Geschehen entgegenbringt.

Der Tonfall der Stimme kann dazu beitragen, bei den Zuhörern eine bestimmte Reaktion auf das Gesagte hervorzurufen.

Körperhaltung, Ausnutzung des Raumes und der Abstand zwischen den Beteiligten geben den Rahmen für die Interaktion zwischen zwei und mehreren Menschen vor. Welche Botschaften diese Faktoren übermitteln, hängt jeweils davon ab, was sonst gerade in diesem Moment geschieht. Oft zeigen sie an, welche Bedeutung der Sender dem Hauptinhalt seiner Nachricht bemisst.

Die Bewegungen der Hände lassen sich in drei Gruppen einteilen. Zum einen können Handbewegungen auf ein Objekt gerichtet sein. Zweitens können es Gesten sein, die auf ein Gespräch bezogen sind. Zuletzt können Gesten auch über das Verhältnis zwischen den Beteiligten Auskunft geben.

Allgemein lässt sich sagen, dass erst durch effektive Körpersprache der Kontakt zur Klasse richtig hergestellt wird.

2.2. Exkurs – Historischer Hintergrund

Die nonverbale Kommunikation ist anthropologisch und entwicklungspsychologisch begründet.

Man kann zwar nicht genau sagen, seit wann Menschen in der Lage sind, digital, also mit Symbolen, zu kommunizieren, aber zuverlässig bekannt ist, dass die Schrift als Fixierung der digitalen Zeichen der Sprache vor ungefähr 5000 Jahren erfunden und eingeführt wurde.

Da es Menschen bereits seit ca. 5 bis 6 Millionen Jahren auf dieser Erde gibt und die Schrift „erst“ seit ca. 5000 Jahren lässt sich daraus schließen, dass die Verständigung über einen sehr langen Zeitraum nur analog, also nonverbal, erfolgte und digitale Zeichen beziehungsweise sprachliche Symbolsysteme erst allmählich dazukamen.

Somit kann man sagen, dass der nonverbalen Kommunikation eine sehr lange menschheitsgeschichtliche Erfahrung vorliegt, da sie über eine enorme Zeitspanne die einzige Möglichkeit der Interaktion zwischen Menschen darstellte.

In den ersten beiden Lebensjahren, die als besonders prägend für den Menschen bekannt sind, kommunizieren alle Menschen mit ihren Bezugs- oder Betreuungspersonen fast ausschließlich nonverbal.

Man bezeichnet diese ersten beiden Jahre auch als die entscheidende individuelle Bildungsphase, was bedeutet, dass während der Grundlegung des Verhältnisses zur Welt die Kommunikation des Kindes mit seinem sozialen Umfeld ausschließlich nonverbal erfolgt.

Nach Watzlawick enthält jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Im Prinzip dominiert der Beziehungsaspekt über den Inhaltsaspekt und wird grundsätzlich analog ausgedrückt.

Dies macht die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation besonders deutlich.[1]

2.3. Nichtverbales Lehrerverhalten in und vor der Klasse

Beim nichtverbalen Lehrerverhalten steht natürlich die einzelne Lehrerpersönlichkeit selbst im Vordergrund. Von der Körperhaltung, über Blicke bis hin zum äußeren Erscheinungsbild umfasst sie die nonverbalen Signale, die die Wirkung des Lehrers bei den Schülern wesentlich bestimmen.

Die Verstärkung der Personwirkung des Lehrers macht nur und erst dann Sinn, wenn damit auch seine Ausstrahlungskraft, seine Überzeugungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit verstärkt wird. Erst durch effektive Körpersprache wird der Kontakt zwischen Lehrer und Klasse richtig hergestellt.

Das Interesse an der Körpersprache resultiert vor allem aus der zentralen Erkenntnis der bekannten Kommunikationstheorie nach Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren“, beziehungsweise „Man kann sich nicht nicht verhalten!“. Dies geschieht, weil der Körper zu jedem Zeitpunkt Signale darüber aussendet, welche Gedanken oder Empfindungen der Sender gerade hat. Oftmals wird sogar davon gesprochen, dass menschliche Kommunikation zu mehr als zwei Dritteln nichtverbal abläuft.[2]

2.3.1. Körperstellung vor der Klasse

Während des Unterrichtens ist es am günstigsten, frei in der Nähe des Lehrertisches zu stehen, wodurch man von möglichst vielen beziehungsweise allen Schülern in der ganzen Körperlänge gesehen werden kann. Dies ist vor allem wichtig, wenn man sich gerade mit einem Schüler über ein Unterrichtsthema unterhält.

Erst durch das Stehen hat man als Lehrer die Möglichkeit, Körpersprache sinnvoll einzusetzen.

Nach Möglichkeit sollte man unruhiges und permanentes Hin- und Hergehen vor der Klasse vermeiden, da man so nur die Klasse vom Inhalt des Unterrichts und vom allgemeinen Lernen und Nachdenken ablenkt.

Eine steife Haltung dagegen wirkt ziemlich unnatürlich und verklemmt, wobei auch eine zu lässige Haltung bei den Lernenden arrogant herüberkommen kann. Daher ist es angebracht, während des Lehrervortrags hin und wieder den Platz zu wechseln.

Sehr wichtig ist es dabei, nicht überhastet und unkontrolliert zu gehen. Außerdem ist es hilfreich, während des Platzwechselns den Blickkontakt mit der Klasse zu verstärken, um deren Aufmerksamkeit bei sich zu behalten. So schafft man es, dass die Übergänge geschmeidig wirken und der Standortwechsel von den Schülern kaum oder gar nicht wahrgenommen wird.

Da man es aber kaum schafft, den ganzen Vormittag über zu stehen, kann man sich zum Beispiel vorne seitlich auf den Lehrertisch setzen, wobei man am besten mit einem Fuß Bodenberührung haben sollte.

Sich hinter den Lehrertisch zu setzen, ist aus zwei Gründen nicht sehr ratsam:

Erstens ist es „zu bequem“, was zur Folge hat, dass man eine solche Stellung länger beibehält als nötig und

zweitens, weil man durch den Tisch eine Barriere aufbaut, die sich als „Beziehungssperre“ auswirken kann.

Zudem sehen die Schüler, die weiter hinten sitzen den Lehrer nicht beziehungsweise kaum, wenn er hinter dem Pult sitzt. Dies könnte von den Schülern ausgenutzt werden, um sich zum Beispiel anderweitig zu beschäftigen, da der Lehrer diese Schüler ja andersherum auch nicht im Blick hat.

2.3.2. Körperhaltung

Wie bereits erwähnt, ist das freie Stehen vor der Klasse am sinnvollsten, da man nur im freien Stehen Körpersprache wirkungsvoll einsetzen kann. Oft wird versucht, den unteren Körperbereich zu verdecken, indem man sich hinsetzt oder sich hinter den Tisch stellt. Dies hat seine Ursachen darin, dass man sich der Bewegungen dieses Bereiches, im Vergleich zum Oberkörper, am wenigsten bewusst ist. Da das Hauptinteresse bei einer Unterhaltung eher auf den Oberkörper und das Gesicht gerichtet ist, hat man im Laufe der Zeit gelernt, zum Beispiel unter Stressbedingungen, diese Regionen besser unter Kontrolle zu halten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man mit dem unteren Körperbereich eher eine Unsicherheit ausdrückt, die man dann wiederum durch Versdecken hinter dem Tisch etc. zu verstecken versucht.

[...]


[1] Vgl. Rosenbusch, Heinz; „Nonverbale Kommunikation im Unterricht – Die stille Sprache im Klassenzimmer“, S. 140f

[2] Vgl. Heidemann, Rudolf; „Körpersprache im Unterricht“, S. 84ff

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Nonverbale Kommunikation von Lehrern und Schülern in der unterrichtlichen Interaktion
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V94478
ISBN (eBook)
9783640106547
ISBN (Buch)
9783640857722
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine ordentliche, sachkundig bearbeitete Ausarbeitung des Themas, gut gegliedert, sprachlich auf ansprechendem Niveau.
Schlagworte
Nonverbale, Kommunikation, Lehrern, Schülern, Interaktion
Arbeit zitieren
Inka Lucht (Autor), 2006, Nonverbale Kommunikation von Lehrern und Schülern in der unterrichtlichen Interaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94478

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nonverbale Kommunikation von Lehrern und Schülern in der unterrichtlichen Interaktion


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden