Im Folgenden werde ich erst auf Inklusion und Exklusion eingehen und erläutern, was darunter zu verstehen ist. Anschließend werde ich erklären, welche Vorteile eine Staatsbürgerschaft hat und was es heißt staatenlos zu sein. Wie wird man staatenlos und wie wirkt sich das auf das Leben der Betroffenen aus? Hierbei werde ich kurz die Menschenrechte anschneiden. Am Ende werde ich versuchen Staatenlose und deren Rechte auf Inklusion und Exklusion zu beziehen. Ist es machbar, Menschen zu inkludie-ren, die einen völlig anderen Hintergrund haben und einer anderen Kultur entstammen, als das Land, in welches sie flüchteten? Und ab wann sind die Staaten willig jemanden zu inkludieren?
Inwiefern man in eine Gemeinschaft ein- oder ausgeschlossen wird, soll der Ansatz der Inklusion und Exklusion erörtern. Ab wann ist man „Mitglied“ eines Systems? Hat man ein Recht auf „Teilhabe“ an einem politischen System? All dies soll im Folgenden geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inklusion und Exklusion
2.1. Was ist Inklusion, was ist Exklusion?
2.2. Globalität und Inklusion
2.3 Politische Inklusion
3.1. Staatsbürgerschaft
3.2. Staatenlosigkeit
3.3. Der Staatenlose
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Staatenlosigkeit und gesellschaftlicher sowie politischer Exklusion. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Individuen ohne Staatsangehörigkeit trotz fehlender formaler Zugehörigkeit in ein politisches System inkludiert werden können und welche Rolle dabei der Staat als Garant für Menschenrechte spielt.
- Soziologische Grundlagen von Inklusion und Exklusion
- Die Bedeutung der Staatsbürgerschaft für die politische Teilhabe
- Ursachen und Auswirkungen von Staatenlosigkeit
- Das Verhältnis von Menschenrechten und nationaler Souveränität
- Hürden bei der Inklusion staatenloser Personen in das gesellschaftliche System
Auszug aus dem Buch
3.3. Der Staatenlose
Für Menschen ohne Staatsangehörigkeit bilden sich viele Hürden. Erst eine Staatsangehörigkeit gibt einem Menschen das Recht auf die Rechte, die sein Staat repräsentiert (vgl. Walker 1981: 108). Als Fremder in einem anderen Land ist man grundsätzlich durch verschiedene nationale Übereinkünfte der Länder gesichert. Als Staatenloser hingegen ist man an keinen Länderübereinkünften „beteiligt“. So kann man sich nicht auf diese Rechte berufen. Laut Staatenlosenübereinkommen wird ein Staatenloser definiert als „eine Person, die kein Staat aufgrund seines Rechts als Staatsangehöriger ansieht.“ (Kapitel 1). Als nicht Staatenlos gelten z.B. Personen, welche durch die zuständigen Behörden des Staates in welchem sie sich befinden, Rechte zugesprochen bekommen. Auch Menschen, welche sich aufgrund einer begangenen Straftat in einem anderen Staat aufhalten, gelten nicht als Staatenlos.
Weiterhin hält das Staatenlosenübereinkommen fest, dass Staatenlose sich an die jeweiligen Gesetze des Staates halten müssen, in welchem sie sich befinden. Zudem haben sie ein Recht auf Religionsfreiheit und ihnen wird Schutz vor Diskriminierung gewährt. Zudem wird ihnen der Besuch von Bildungseinrichtungen nicht verwährt, sie besitzen das Recht auf Heirat und haben ein Zugangsrecht zu Gerichten (vgl. Staatenlosenübereinkommen Kapitel 1-4). All diese Rechte gelten für einen Staatenlosen allerdings erst dann, wenn er sich rechtmäßig auf Staatsterritorium befindet. Viele der genannten Punkte gelten ebenso für normale Staatsbürger.
Hält man sich jedoch nicht rechtens in einem Staat auf, so wie es oft der Fall sein kann, ist es den Staatenlosen nicht möglich wie ein Staatsangehöriger zu fungieren, ohne Zugang zu denselben Rechten. Beispiele hierfür sind der Bund der Ehe, welcher aufgrund fehlender Rechte nicht geschlossen werden kann oder das Recht auf Eigentum (z.B. Grundbesitz), welches verwehrt bleibt. Ohne all diese Rechte scheint es schwierig zu sein, ein normales Leben führen zu können, verglichen mit den Staatsbürgern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lage von Flüchtlingen und Staatenlosen und führt in die zentrale Fragestellung der Inklusion und Exklusion innerhalb politischer Systeme ein.
2. Inklusion und Exklusion: Dieses Kapitel definiert die soziologischen Begriffe der Inklusion und Exklusion, beleuchtet die Rolle der Globalisierung und stellt die Bedeutung der politischen Inklusion heraus.
2.1. Was ist Inklusion, was ist Exklusion?: Der Abschnitt erläutert basierend auf der Systemtheorie, wie Mitgliedschaft in einem sozialen System funktioniert und warum Inklusion und Exklusion stets untrennbar miteinander verbunden sind.
2.2. Globalität und Inklusion: Hier wird diskutiert, wie globale Kommunikations- und Funktionssysteme Inklusionsprozesse über staatliche Grenzen hinweg beeinflussen.
2.3 Politische Inklusion: Dieser Teil fokussiert auf die Staatsangehörigkeit als Voraussetzung für die Teilhabe an einem politischen System und zeichnet die historische Entwicklung von Untertanen zu Staatsbürgern nach.
3.1. Staatsbürgerschaft: Das Kapitel analysiert den Begriff des Nationalstaates und die psychologische sowie rechtliche Bedeutung der Staatsbürgerschaft für die Identität und soziale Integration des Individuums.
3.2. Staatenlosigkeit: Die Untersuchung befasst sich mit den rechtlichen Konflikten zwischen den allgemeinen Menschenrechten und nationalen Souveränitätsansprüchen, die zur Entstaatlichung von Individuen führen können.
3.3. Der Staatenlose: Hier werden die praktischen Hürden und der eingeschränkte rechtliche Schutz von Staatenlosen sowie die Ursachen des Verlusts der Staatsbürgerschaft (Geburt vs. Aberkennung) behandelt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die staatliche Verantwortung bei der Verletzung von Menschenrechten sowie die strukturelle Problematik der fehlenden Inklusion von Staatenlosen.
Schlüsselwörter
Staatenlosigkeit, Inklusion, Exklusion, Staatsbürgerschaft, politische Teilhabe, Menschenrechte, Systemtheorie, Globalisierung, soziale Integration, Nationalstaat, Identität, Entstaatlichung, Rechtsschutz, Minderheiten, Gesellschaftssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem Status der Staatenlosigkeit und der Inklusion in politische und soziale Systeme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die soziologische Theorie von Inklusion und Exklusion, die Bedeutung der Staatsbürgerschaft sowie die rechtlichen Herausforderungen für staatenlose Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse der Frage, ob Staatenlose trotz fehlender Staatsangehörigkeit erfolgreich in ein politisches System inkludiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Sozialtheorie (insbesondere Niklas Luhmann und Rudolf Stichweh) sowie auf rechtliche Dokumente wie das Staatenlosenübereinkommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Inklusion und Exklusion erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Staatsbürgerschaft und der spezifischen Problematiken staatenloser Personen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Staatenlosigkeit, Inklusion, Staatsbürgerschaft, Menschenrechte und soziale Teilhabe.
Welche Rolle spielt die Staatsbürgerschaft für die Inklusion?
Sie gilt als notwendiges Instrument für die politische Inklusion, da nur über sie ein gesicherter Zugang zu Rechten und staatlichen Ressourcen möglich ist.
Wie werden Staatenlose laut Text geschützt?
Staatenlose sind zwar durch internationale Übereinkommen (wie das Staatenlosenübereinkommen von 1954) in gewissen Bereichen geschützt, dieser Schutz greift jedoch oft nur bei rechtmäßigem Aufenthalt.
Warum sind Staaten laut Autor eine Bedrohung für Menschenrechte?
Der Autor argumentiert, dass Staaten primär im Eigeninteresse handeln und Menschenrechte oft missachten, wenn betroffene Individuen keine "Mitglieder" des jeweiligen Staates sind.
Wie entsteht Staatenlosigkeit?
Sie kann entweder durch nationale Gesetze bei der Geburt (Konflikt zwischen Abstammungs- und Geburtsortprinzip) oder durch nachträgliche Aberkennung der Staatsbürgerschaft entstehen.
- Citation du texte
- Mirja Harlos (Auteur), 2014, Staatenlosigkeit. Bedeutet sie gleichzeitige Exklusion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945065