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Der Sachsenspiegel. Ein Beispiel für die rechtliche Stellung der Eheleute im 13. Jahrhundert

Title: Der Sachsenspiegel. Ein Beispiel für die rechtliche Stellung der Eheleute im 13. Jahrhundert

Term Paper , 2019 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ayline Zeimet (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Arbeit geht folgenden Fragen nach: Welche Formen der mittelalterlichen Ehe gab es? Welche Rechte hatten die Eheleute? Wie wird das Eherecht im Sachsenspiegel aufgeführt und welche Rechte hatten die Eheleute?

Um diese Fragestellungen beantworten zu können, ist die vorliegende Arbeit in zwei Kapitel eingeteilt. Im ersten Kapitel wird zunächst auf die unterschiedlichen Eheformen des Mittelalters eingegangen, um den Begriff der mittelalterlichen Ehe näher zu erläutern. Im Einzelnen werden die Muntehe, die Friedelehe, die Kebsehe so-wie die Raub- und Entführungsehe betrachtet. In dem zweiten Kapitel liegt der Fokus auf dem Sachsenspiegel, welcher für diese Arbeit relevante Quellenpassagen darlegt. Nachdem auf den Inhalt und die Kontextualisierung des Sachsenspiegels eingegangen wurde, wird das Recht der Eheschließung, die Ehevormundschaft, das Ehegüterrecht, sowie das Scheidungs- und Erbrecht bearbeitet. Am Ende dieser Arbeit werden die Fragestellungen im Rückblick auf das Erarbeitete beantwortet.

Die rechtliche Stellung des Einzelnen ist heute, wie auch im Mittelalter, von großer Bedeutung. Die mittelalterliche Auffassung von Recht unterschied sich jedoch von der heutigen. Recht bedeutete sowohl Recht, als auch Pflicht, im Sinne von Gerechtigkeit, Treue und Wahrhaftigkeit. Des Weiteren war die mittelalterliche Rechtsordnung weitgehend eine mündliche. Die einzuhaltenden Normen waren ein ungeschriebenes Gewohnheitsrecht, welches von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Erst im 12. Jahrhundert drang aus Oberitalien das wiederentdeckte römische Recht in die europäische Rechtsordnung des Mittelalters ein. Dieses war im Gegensatz zum heimischen Recht umfangreich und schriftlich festgehalten. Im 13. Jahrhundert begann daraufhin in Europa die Zeit der Rechtsspiegel, welche keine offiziellen Gesetzesbücher, sondern Privataufzeichnungen des Gewohnheitsrechts waren. Besonders nennenswert ist daher der Sachsenspiegel, das erste deutschsprachige Prosawerk und, neben dem Mühlhäuser Reichsrechtsbuch, ebenfalls das älteste deutschsprachige Rechtsbuch. Typisch für unsere Rezeption der Gesellschaftsordnung und der Rechtskultur des Mittelalters scheint die ungleiche Stellung von Mann und Frau: Frauen sind den Männern unterlegen, haben weder Rechte noch Freiheiten. Besonders die mittelalterliche Ehe wird als ein Repressionsmittel der damaligen Zeit rezipiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die mittelalterliche Ehe

2.1. Allgemeines zur mittelalterlichen Ehe

2.2. Die mittelalterlichen Eheformen

2.2.1. Die Muntehe

2.2.2. Die Friedelehe

2.2.3. Die Kebsehe sowie die Raub- und Entführungsehe

3. Das mittelalterliche Eherecht

3.1. Der Sachsenspiegel

3.2. Das Recht der Eheschließung

3.3. Die Ehevormundschaft

3.4. Das Ehegüterrecht

3.5. Das Recht der Ehescheidung

3.5. Das Erbrecht

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtliche Stellung von Eheleuten im 13. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung des Sachsenspiegels. Ziel ist es, die verschiedenen mittelalterlichen Eheformen zu klassifizieren und die spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich Eheschließung, Vormundschaft, Güterrecht, Scheidung und Erbrecht aufzuzeigen, um die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau in dieser Epoche zu analysieren.

  • Formen der mittelalterlichen Ehe (Muntehe, Friedelehe, Kebsehe, Raub- und Entführungsehe)
  • Die Rolle der Muntehe als gängiges Modell des frühen Mittelalters
  • Rechtliche Analyse des Sachsenspiegels als wichtigstes Rechtsbuch des Mittelalters
  • Ehevormundschaft und die vermögensrechtliche Stellung der Frau
  • Rechtliche Grundlagen der Ehescheidung und erbrechtliche Bestimmungen für Witwen

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Muntehe

Die Muntehe wurde in der älteren Literatur oft auch Kaufehe genannt und zeichnete sich besonders durch ihre vertraglichen Bestandteile aus. Die einzelnen Elemente der Eheschließung besaßen demnach eine feste Reihenfolge. Zunächst wurde um die Frau gebeten, die sogenannte petitio, wobei die Bitte hier eine Form der Werbung darstellte. Darauf folgte die desponsatio, die bindende Verlobung und die nuptiae, nämlich die Hochzeit selbst. Die Eheschließung einer Muntehe erfolgte mit Hilfe eines Vertrages zwischen zwei Sippen. Dieser Vertrag ermöglichte es dem Bräutigam die Munt über die Frau zu erlangen. Als Gegenleistung hatte der Bräutigam das Wittum, den Muntschatz, an die Eltern der Braut zu zahlen. Der Wert des Mundschatzes richtete sich nach der Vermögenslage des Bräutigams. Das Wittum bestand in der Regel aus „einem Landgut mit Haus, Speichern, Ländereien, Vieh und Hörigen, außerdem aus Kleidern und Schmuck.“ Die traditio, also die Trauung beziehungsweise die Übergabe, war ein feierlicher, weltlicher und öffentlicher Rechtsakt. Nach der Trauung erfolgte die Heimführung der Braut in ihr neues Zuhause und die Beschreitung beziehungsweise Beliegung des gemeinsamen Ehebettes vor den Angehörigen. Am Morgen nach der Hochzeitsnacht bekam die Frau eine Belohnung für ihre körperliche Hingabe in Form einer Morgengabe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des mittelalterlichen Rechtsverständnisses und führt in die zentrale Fragestellung zur rechtlichen Stellung der Eheleute im 13. Jahrhundert ein.

2. Die mittelalterliche Ehe: Dieses Kapitel definiert die Ehe als Grundlage der damaligen Gesellschaft und erläutert die verschiedenen Eheformen, insbesondere die Muntehe als prägende Form.

3. Das mittelalterliche Eherecht: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Bestimmungen im Sachsenspiegel, wobei Themen wie Eheschließung, Vormundschaft, Güterrecht, Scheidung und Erbrecht systematisch behandelt werden.

4. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Frau zwar erstmals rechtlich erfasst wurde, jedoch in einem Abhängigkeitsverhältnis unter der Vormundschaft des Mannes stand.

Schlüsselwörter

Sachsenspiegel, Mittelalter, Muntehe, Friedelehe, Eherecht, Ehevormundschaft, Ehegüterrecht, Rechtsspiegel, Landrecht, Rechtsgeschichte, Morgengabe, Wittum, Eheschließung, Vormund, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Stellung von Eheleuten im 13. Jahrhundert und analysiert dabei primär die im Sachsenspiegel festgehaltenen Bestimmungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Definition verschiedener Eheformen des Mittelalters sowie die Analyse des Eherechts, einschließlich Vormundschaft, Güterverwaltung und Erbrecht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu ermitteln, welche Eheformen existierten und welche konkreten Rechte bzw. Pflichten Eheleute gemäß der Rechtsauffassung des 13. Jahrhunderts, insbesondere im Sachsenspiegel, hatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsgeschichtliche Analyse, indem sie relevante Passagen aus dem Sachsenspiegel-Landrecht interpretiert und in den historischen Kontext der mittelalterlichen Rechtsentwicklung einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der mittelalterlichen Eheformen sowie eine detaillierte Untersuchung der Rechtsnormen zur Eheschließung, Ehevormundschaft und Vermögensverwaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sachsenspiegel, Muntehe, Ehevormundschaft, Ehegüterrecht, Recht des Mittelalters und die geschlechtsspezifische rechtliche Ungleichheit.

Wie unterscheidet sich die Muntehe von anderen Eheformen?

Die Muntehe war eine vertraglich zwischen Sippen geschlossene Form, bei der der Mann die rechtliche Vormundschaft (Munt) über die Frau erlangte, was sie von der Friedelehe als Willensübereinkunft unterscheidet.

Welche Rolle spielt der Sachsenspiegel für die rechtliche Stellung der Frau?

Obwohl die Frau im Sachsenspiegel als dem Mann unterlegen dargestellt wird, stellt das Werk dennoch einen Fortschritt dar, da Frauen erstmals überhaupt als Rechtssubjekte in einem geschriebenen Rechtsbuch erfasst wurden.

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Details

Title
Der Sachsenspiegel. Ein Beispiel für die rechtliche Stellung der Eheleute im 13. Jahrhundert
College
University of Trier
Grade
2,0
Author
Ayline Zeimet (Author)
Publication Year
2019
Pages
13
Catalog Number
V945372
ISBN (eBook)
9783346281531
ISBN (Book)
9783346281548
Language
German
Tags
sachsenspiegel beispiel stellung eheleute jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ayline Zeimet (Author), 2019, Der Sachsenspiegel. Ein Beispiel für die rechtliche Stellung der Eheleute im 13. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945372
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