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Das Heilige Römische Reich

Die weltgeschichtliche Bedeutung des antiken und mittelalterlichen Kaisertums im Geschichtsbild Ottos von Freising

Titel: Das Heilige Römische Reich

Essay , 2007 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sven Lachhein (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In seinem Geschichtswerk Chronica sive Historia de duabus civitatibus, welches er ab 1143 über vier Jahre lang verfaßte, liefert uns Otto von Freising ein sehr detailliertes Bild über die weltgeschichtliche Bedeutung und das Selbstverständnis des Kaisertums während der Spätantike und frühen Stauferzeit. In seiner Weltchronik gewinnen wir über den „Kampf zweier entgegengesetzter Prinzipien“ hinaus Einblicke in eine Welt des Denkens, die sowohl von einer heilsgeschichtlichen Determination der Zeitläufte als auch der vermittelnden Position eines Geistlichen in der Frage nach geistlicher wie weltlicher Macht und deren Strategien und theologischen Rechtfertigungen zum Machterhalt zeugen.
Das Selbstverständnis des Kaisertums kulminiert bei Otto von Freising um die Auslegung des Gleichnisses der vier Weltreiche im Buch David, der Zweischwerter/Gewalten-Lehre und der Translationstheorie. Ersteres und letztere sind auf das Ende der Welt gerichtet, um am Jüngsten Tag ihrer endgültigen Bestimmung gerecht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lebensumstände und Bildungshorizont des Bischofs

3. Geschichtsbild und Heilsplan

3.1 Die Danielvision als Kern der Geschichtsbetrachtung

3.2 Die Vier-Weltreiche-Lehre und das Römische Reich

3.3 Die Translationslehre und die Identität des Reiches

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert das Geschichtsbild des Bischofs Otto von Freising, wie es in seinem Werk Chronica sive Historia de duabus civitatibus dargelegt wird. Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie Otto die Rolle des Kaisertums und das Selbstverständnis des Heiligen Römischen Reiches im Kontext einer heilsgeschichtlichen Weltdeutung interpretierte.

  • Analyse des Geschichtsverständnisses in der Chronica
  • Bedeutung der Danielvision und der Vier-Weltreiche-Lehre
  • Theologische Einordnung von Kaisertum und Machtanspruch
  • Einfluss der scholastischen Bildung auf Ottos Argumentationsweise
  • Das Spannungsfeld zwischen Civitas Dei und weltlicher Macht

Auszug aus dem Buch

Die Danielvision als Kern der Geschichtsbetrachtung

„Sed est Deus in caelo revelans mysteria, qui indicavit, tibi rex Nabuchodonosor, quae ventura sunt in novissimus temporibus.“ Gott im Himmel also offenbart die Geheimnisse der Zukunft, und wer es versteht, sie zu deuten, wie David, der könne weissagen, was da komme. So geschieht es auch: „Tu rex videbas et ecce quasi statua una grandis statua illa magna et statura sublimis stabat contra te et intuitus eius erat terribilis. Huius statuae caput ex auro optimo erat, pectus autem et brachia de argento, porro venter et femora ex aere, tibiae autem ferreae, pedum queadam pars erat ferrae quaedam fictilis.“ Daniel erzählt dem König, daß diese furchtbar anzuschauende Statue ein Haupt aus reinem Gold trug, silberne Brust und Arme hatte, Bauch und Hüften ehern waren. Die Schienbeine waren eisern, die Füße teils aus Eisen, teils aus Ton. Nun fährt der Prophet mit der Schilderung des Traumes fort: „Videbas ita donec abscisus est lapis sine manibus et percussit statuam in pedibus eius ferreis et fictilibus et comminuit eos.“ Plötzlich löste sich wie von Zauberhand ein Stein von einem Berg, rollte mit Wucht gegen die Füße des Götzen und zerschlug das Standbild zu Staub.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz von Otto von Freising und seine Chronica ein, die als zentrale Quelle für das mittelalterliche Geschichtsverständnis dient.

2. Lebensumstände und Bildungshorizont des Bischofs: Hier werden die biografischen Daten, die familiäre Herkunft und der Einfluss des Studiums in Paris auf Ottos wissenschaftliche Methodik und Theologie beleuchtet.

3. Geschichtsbild und Heilsplan: Dieses Kapitel expliziert die theoretischen Grundlagen von Ottos Denken, insbesondere wie er zeitliche Abläufe theologisch deutet.

3.1 Die Danielvision als Kern der Geschichtsbetrachtung: Darstellung der biblischen Exegese, auf die Otto sein Modell der Weltgeschichte stützt.

3.2 Die Vier-Weltreiche-Lehre und das Römische Reich: Analyse der zeitgenössischen Typologie, die das Römische Reich als das letzte Weltreich vor dem Jüngsten Gericht positioniert.

3.3 Die Translationslehre und die Identität des Reiches: Erklärung der Notwendigkeit, trotz politischer Wandlungen die fortdauernde Identität des Römischen Reiches ideologisch zu begründen.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich Ottos Einschätzung der krisenhaften Lage von Kirche und Kaisertum am Ende seines Lebens.

Schlüsselwörter

Otto von Freising, Chronica, Heilsgeschichte, Kaisertum, Heiliges Römisches Reich, Danielvision, Vier-Weltreiche-Lehre, Translationslehre, Scholastik, Investiturstreit, Geschichtsbild, Imperium Romanum, Civitas Dei, Weltchronik, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Geschichtsbild und das Verständnis des Kaisertums bei Bischof Otto von Freising innerhalb seiner Chronica sive Historia de duabus civitatibus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die heilsgeschichtliche Deutung von Weltreichen, das Verhältnis von geistlicher und weltlicher Macht sowie die theoretische Verankerung des Stauferreiches.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Otto von Freising mithilfe biblischer und patristischer Modelle die Rolle des Heiligen Römischen Reiches als „Aufhaltendes“ vor dem Weltende begründete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt die quellenkritische Analyse der Chronica und ergänzt diese durch die historische Einordnung in den Kontext der scholastischen Lehre und des 12. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Verortung Ottos und die detaillierte Untersuchung seiner geschichtsphilosophischen Modelle, insbesondere der Danielvision und der Translationslehre.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Fachbegriffen zählen translatio imperii, civitas permixta, das Gottesgnadentum sowie die christliche Geschichtsteleologie.

Wie bewertet Otto von Freising die Rolle des Investiturstreits?

Otto sieht in der Konfrontation zwischen Papsttum und Kaisertum eine tiefe Erschütterung der göttlichen Ordnung, die ihn persönlich tief verunsicherte.

Warum spielt die Zahl der „vier Weltreiche“ eine so große Rolle für den Autor?

Für Otto war dies der notwendige Rahmen, um die Geschichtsschreibung als Plan Gottes nachvollziehbar zu machen und die Endzeitnähe seiner Epoche zu legitimieren.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Heilige Römische Reich
Untertitel
Die weltgeschichtliche Bedeutung des antiken und mittelalterlichen Kaisertums im Geschichtsbild Ottos von Freising
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Sven Lachhein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V94659
ISBN (eBook)
9783640103690
ISBN (Buch)
9783640115488
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heilige Römische Reich Sven Lachhein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Lachhein (Autor:in), 2007, Das Heilige Römische Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94659
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Leseprobe aus  13  Seiten
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