Einführung in die Psychologie. Psychologische Grundlagen und Anwendungsdisziplinen


Einsendeaufgabe, 2018

32 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Aufgabenstellung

1 Aufgabe B1
1.1 Verhältnis von psychologischen Grundlagen- und Anwendungsfächern
1.2 Überblick über die Inhalte der Grundlagendisziplinen
1.3 Theorie-Praxis-Transferin derPsychologie amBeispiel der Sportpsychologie
1.4 Fazit

2 AufgabeB2
2.1 Begriffserklärungen und Formen der Lernmotivation
2.2 Auswirkungen der Motivation im Lernprozess
2.3 Fazit

3 Aufgabe B3
3.1 Psychologische Anwendungsfächer
3.2 Neue Trends in der Psychologie
3.3 Lösung aktueller gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Probleme mit Hilfe von psychologischer Anwendungsforschung
3.4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundlagen und Anwendungsfächer der Psychologie

Abbildung 2: Anwendungsfelder der Sportpsychologie

Abbildung 3: Das Rubikon-Modell des Handelns

Abbildung 4: Modell der pädagogischen Situation

Abbildung 5: Individual- und Massenkommunikation

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: diverse Motivationsarten mit ihren Zielen für das Lernen

Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung wurde aus urheberrechtlichen Gründen durch das Lektorat entfernt.

1 Aufgabe Bl

Im ersten Teil dieser Aufgabe soll das Verhältnis der Grundlagenfächer zu den Anwen- dungsfächem erläutert werden. Dabei wird auch auf die Bedeutung von Theorien und Modellen in der Angewandten Forschung eingegangen. Im Anschluss werden die einzel­nen Grundlagendisziplinen kurz vorgestellt. Anhand der Sportpsychologie wird der Transfer von der Theorie zur Praxis verdeutlicht.

1.1 Verhältnis von psychologischen Grundlagen- und Anwendungsfächern

Die Lehre der Psychologie setzt sich mit dem Verhalten und Erleben einzelner Individuen und deren kognitiven und mentalen Abläufen im Gehirn und den damit zusammenhän­genden physiologischen Vorgängen auseinander (Gerrig, 2016, S. 2; Myers, 2014, S. 6; Prinz, Müsseler & Rieger, 2017, S. 2). In der Wissenschaft, so auch in der Psychologie, wird sich kaum eine Psychologin oder ein Psychologe als Spezialist für die komplette Psychologie bezeichnen. Jede Psychologin undjeder Psychologe hat sich auf bestimmte Bereiche fokussiert, dies können bestimmte Themen sein, oder auch eine Fokussierung auf ein Gebiet der Grundlagen- oder Anwendungsfelder. (Nolting & Paulus, 2016, S. 21) Forschende der Psychologie, die Grundlagenforschung vorantreiben, haben als Ziel die Verhaltensweisen von Menschen und Tieren in verschiedenen Situationen des Lebens zu beobachten, zu beschreiben und vorherzusagen (Gerrig, 2016, S. 4). Diese Theorien und Modelle sollen nach Möglichkeit losgelöst von Zeit und Ort bestehen. Der Grundlagen­forschende erhält seine Fragestellungen in erster Linie aus dem Sachzusammenhang sei­nes wissenschaftlichen Zweigs und aus dem Fortführen und Bilden von Theorien. Daraus lässt sich ableiten, dass die Fragestellungen, die die Grundlagenforschung aufgreift, psy­chologieinterne Problemstellungen sind. (Frey, Graf Hoyos & Stahlberg, 1988, S. 23) Im Gegenzug dazu zielen die Anwendungsfelder auf eine Verbesserung der Lebenssituation von Menschen und der Gemeinschaften ab (Gerrig, 2016, S. 4). Probleme der Realität werden von extern an die Psychologie herangetragen. Bei diesen Themen steht das menschliche Verhalten in bestimmten Situationen im Mittelpunkt (Frey et al., 1988, S. 21, 1988, S. 23-25). Dazu benutzt die Angewandte Psychologie allgemeine Modelle und Theorien aus den Grundlagenfächern und adaptiert diese auf ihre speziellen Frage­stellungen. Im Gegensatz zur Grundlagenforschung ist es in der Angewandten Psycholo­gie nicht notwendig, neuartige Theorien zu entwickeln, die für die Allgemeinheit gültig sind und vorhandenes Wissen zu mehren. Es reicht aus, wenn vorhandene Modelle und Theorien so weiterentwickelt werden, dass sie den angestrebten Zielvorstellungen ent­sprechen. (Frey et al., 1988, S. 23-25) Personalpsychologinnen und -psychologen zum Beispiel beschäftigen sich mit der Gewinnung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbei­tern, mit der Beurteilung von Angestellten und mit dem Ausbau von Kompetenzen ein­zelner Mitarbeitenden und Führungskräften (Mendius & Weither, 2019, S. 90). Mithilfe der Abbildung 1 wird ein Überblick über die Grundlagenfächer und einige Anwendungs­fächer gegeben. Anschließend werden die Grundlagenfächer mit ihren Inhalten kurz er­läutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Grundlagen und Anwendungsfächer der Psychologie

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. [DGPs],2018b)

1.2 Überblick über die Inhalte der Grundlagendisziplinen

Die Allgemeine Psychologie betrachtet den Menschen und nicht das Individuum an sich. Sie fragt nach dem, was alle Menschen gemeinsam haben. Dabei beschäftigt sich die All­gemeine Psychologie mit den grundlegenden Prozessen und Mechanismen der Wahrneh­mung, des Gedächtnisses und Lernens, des Denkens, der Sprache, der Motivation und der Emotion. (Kiesel & Spada, 2017, S. 19; Prinz et al., 2017, S. 4; Schütz, Wolstein & Lau­tenbacher, 2011, S. 22) Die in der Allgemeinen Psychologie erworbenen Erkenntnisse sind wesentlich für die anderen Teildisziplinen der Psychologie (Kiesel & Spada, 2017, S. 19-20).

Die Differentielle und Persönlichkeitspsychologie beschäftigt sich mit den Besonderhei­ten im Verhalten und Erleben von Individuen (Asendorpf, 2017, S. 60). Literaturabhängig werden die Bereiche Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie im deutschsprachigen Raum getrennt betrachtet (Rammsayer & Weber, 2005, S. 11). Die Persönlichkeitspsychologie befasst sich mit den persönlichen, charakteristischen und in­dividuellen Eigenschaften eines Menschen in seiner körperlichen Gestalt, seinem Auftre­ten und seinem Erleben (Neyer & Asendorpf, 2017, S. 19; Schütz et al., 2011, S. 22). Während die Differentielle Psychologie verschiedene Menschen bezüglich definierter Merkmale zu einem bestimmten Zeitpunkt betrachtet. Psychologinnen und Psychologen möchten aus diesem Grund erforschen, ob es bei verschiedenen Personen ein unterschied­liches Verhalten und Erleben in einer definierten Situation gibt. Es kann aber auch eine Person zu verschiedenen Zeitpunkten beurteilt werden. (Asendorpf, 2017, S. 60; Stemm­ier, Hagemann, Amelang & Spinath, 2016, S. 20)

Die Entwicklungspsychologie betrachtet ein Individuum in seinem Erleben und Verhal­ten sowie seiner sozialen, kognitiven und physischen Entwicklung von seiner Zeugung bis zu seinem Tod (Myers, 2014, S. 178; Schwarzer & Walper, 2017, S. 35). Entwick­lungspsychologinnen und -psychologen wollen ermitteln, wie und warum sich die men­talen Fertigkeiten und die gesellschaftlichen Verbindungen im Laufe der individuellen Existenz herausbilden und formen (Gerrig, 2016, S. 368). Zu dieser Betrachtung gehören ebenfalls negative Erlebnisse und der Umgang mit diesem Erlebten (Flammer & Gasser, 2007, S. 15-16).

Die Grundlage für die Sozialpsychologie ist das Analysieren von sozialen Situationen, in welchen Personen teilnehmen (Sherif, 1982). Hierbei geht es um die Wirkung von Indi­viduen auf ihre Umwelt, die Wirkung durch Dritte, die auf diese Umwelt Einfluss nehmen und dadurch auf das Individuum wirken und die Wirkung der Umwelt auf das Individuum (Fischer, Jander & Krueger, 2018, S. 1; Prinz et al., 2017, S. 2; Schmithüsen & Steffgen, 2015, S. 96). Sozialpsychologinnen und-psychologen versuchen herauszufinden, warum wir uns, als Individuum, in unterschiedlichen Gegebenheiten verschieden verhalten (Myers, 2014, S. 596).

Die Biologische Psychologie gibt eine biologische Perspektive auf das Verhalten und Er­leben eines Menschen und reduziert diese dynamischen und komplexen Beziehungen al­ler Organe im Körper nicht nur auf physiologische Prozesse (Birbaumer & Schmidt, 1996, S. 3; Dewsbury, 1991, S. 198; Prinz et al., 2017, S. 2). Um das Verhalten von Men­schen und Tieren bei bestimmten Gegebenheiten Vorhersagen zu können, ist es wichtig die verschiedenen elementaren psychischen Aufgaben des Nervensystems (wie z. B. Schlafen, Lernen, Konzentration) zu verstehen. Die Allgemeine Psychologie wird hier mit dem Wissen aus der biologischen Psychologie verbunden. (Birbaumer & Schmidt, 1996, S. 3-4; Schmithüsen & Anton, 2015, S. 161)

1.3 Theorie-Praxis-Transfer in der Psychologie am Beispiel der Sportpsycho­logie

Anhand der Sportpsychologie soll gezeigt werden, wie der Transfer von theoretischen Grundlagen in die Praxis funktionieren kann. Aber was ist Sportpsychologie und womit beschäftigt sich diese? Als Erstes kommt einem wahrscheinlich in den Sinn, dass sich Sportpsychologie mit Leistungssport beschäftigt (Hänsel, Baumgärtner, Kornmann & Ennigkeit, 2016, S. 2). Das ist richtig, aber es gibt noch weitere Anwendungsgebiete, wie in Abbildung 2 dargestellt ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anwendungsfelder der Sportpsychologie

Je nach Literatur wird Sportpsychologie sehr unterschiedlich definiert. Dieses anwen­dungsorientierte Fach kann aus Sicht der Psychologie betrachtet werden, oder aus Sicht der Sportwissenschaften (Schlicht, 2009, S. 7-9). Nach Brand (2010, S. 10) wird Sport­psychologie aus Sicht der Psychologie als angewandte Wissenschaft betrachtet, die das Erleben und Verhalten von Sportlern, deren Übungsleitung und dem Publikum versucht zu erläutern, zu deuten, zu formen und zu prognostizieren.

Die DAK-Gesundheitskasse beauftragt jährlich die Forsa deutsche Bürger nach ihren „guten Vorsätzen für das neue Jahr“ zu befragen. Im Dezember 2017 gaben 52,5 % aller Befragten an: Sie wollen sich im kommenden Jahr mehr bewegen und sie wollen mehr Sport treiben. (DAK-Gesundheit & Forsa, 2017, S. 2). Es kann daraus gefolgert werden, dass die Hälfte der Deutschen motiviert ist, Sport zu treiben. Nach Hänsel und Kollegen (2016, S. 98) hielt davon wiederum nur die Hälfte aller Befragten ihren Vorsatz ein. Was hält die Menschen vom Sporttreiben ab? Wo doch die Motivation vorhanden ist? Und wie muss vorgegangen werden, um seine gesetzten Ziele zu erreichen? In der Sportpsycholo­gie werden solche Fragen nach dem Willen (Volition) mit den Grundlagen aus der Allge­meinen Psychologie erörtert. Narziß Ach beschreibt in seinem Buch „Analyse des Wil­lens“ als einer der ersten Psychologen im Jahr 1935 den Willensakt. Nach seiner Defini­tion handelt es sich dabei um einen Prozess im Inneren. Dieser tritt auf, wenn die Person auf dem Weg zur Erreichung ihres oder seines Zieles auf innere oder äußere Widerstände getroffen wird. Dieser Widerstand muss wiederum zuerst ins Bewusstsein gelangen, um überwunden zu werden. (Ach, 1935, S. 196) Mitte der 1980er Jahre wurden gleichzeitig zwei maßgebende Theorien in der Volitionsforschung entwickelt. Bei den Modellen han­delt es sich um das Handlungsphasen-Modell, auch Rubikon-Modell genannt, von Heck­hausen und Gollwitzer sowie die Handlungskontrolltheorie von Kuhl. (Brandstätter, Schüler, Puca & Lozo, 2013, S. 113)

Kuhl (1983, S. 313-325) beschreibt mit der Theorie der Handlungskontrolle ein Modell von volitionalen Mechanismen zur Unterstützung der Motivation, wenn dem Ausführen­den sich Gegenwehr entgegenstellt. Bisher wurde dieses Modell mit zahlreichen Studien hauptsächlich im Leistungssport angewendet (Beckmann, Fröhlich & Elbe, 2009, S. 541). Da diese Arbeit die Volition im Rahmen des Freizeit- und Breitensports betrachtet, wird auf dieses Modell nicht näher eingegangen.

Das Rubikon-Modell und andere Theorien und Modelle im Zusammenhang mit der Mo­tivation wurde von Fuchs (1997, S. 264-289) als Ausgangspunkt für Erklärungen im Ge­sundheitssport (integratives Motivationsmodell: MAARS) verwendet. Das Modell der Handlungsphasen möchte die folgenden Fragen beantworten (Achtziger & Gollwitzer, 2006, S. 278):

- Wie sucht eine handelnde Person ihre oder seine Absicht beziehungsweise ihr o­der sein Zielvorhaben aus?
- Wie plant der Handelnde die Ausführung ihres oder seines Ziels?
- Wie meistert sie oder er dieses Bestreben?
- Wie beurteilte die Person ihre Anstrengungen bis zur Erreichung des Ziels?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Das Rubikon-Modell des Handelns

Wie in der Abbildung 3 zu sehen, werden die Vorgänge im Rubikon-Modell als Sequen­zen von vier aufeinanderfolgenden Phasen (Abwägen, Planen, Handeln und Bewerten) beschrieben. Jeder der Handlungsphasen stellt andere Ansprüche an die Handlungssteu­erung und soll mit anderen Varianten der Informationsverarbeitung verbunden werden. Der realitätsorientierte Verarbeitungsmodus befasst sich mit allen Prozessen, die mit der Beratung von Anreizen und Erwartungen Zusammenhängen. Dagegen werden in der rea­lisierungsorientierten Verarbeitungsphase Überlegungen angestellt, wann und wie zur Umsetzung der beabsichtigten Vorgehensweise zu verfahren ist. Es wird zudem davon ausgegangen, dass nach der Entscheidung weitere Überlegungen ausgeschlossen sind - ein Prinzip, das Julius Caesar kurz und bündig mit den Worten „Alea iacta est“1 ausge­drückt hat, als er mit seinen Legionen einen Bürgerkrieg auslöste, in dem sie den Fluss Rubikon überquerten. Das heißt, der Übergang vom motivationalen Überlegungszustand zum willentlichen Umsetzungszustand impliziert einen qualitativen Sprung in Bezug auf die kognitiven Funktionen eines Individuums. (Goschke, 2017, S. 264; Heckhausen & Gollwitzer, 1987, S. 103)

Prädezisionale Handlungsphase (Vor-Entscheidungs- oder Abwägungsphase): In der Vor-Entscheidungsphase werden die einzelnen Wünsche und Anliegen sowie mögliche Handlungsergebnisse miteinander verglichen. Welches Ziel kann eine Person unter wel­chen Voraussetzungen erreichen, was ist hierfür notwendig? Wenn der Abwägungspro­zess vorüber ist, wird das Ergebnis in eine Zielintention umgewandelt. Diese versucht der Handelnde zu erreichen, wodurch ein Gefühl der Verpflichtung für einen selbst entsteht. Zwischen dem Wunsch und dem Ziel liegt der Rubikon, der nun überschritten wird. Die­ser Moment wird auch als Fazit-Tendenz bezeichnet. (Achtziger & Gollwitzer, 2006, S. 279; Heckhausen & Gollwitzer, 1987, S. 103)

Präaktionale (postdezisionale) Handlungsphase (Vor-Handlungsphase): In der Vor­Handlungsphase steht die Umsetzung und Realisierung des in der Abwägungsphase ent­standenen Ziels für den Handelnden im Vordergrund. In dieser Phase entstehen Vorstel­lungen und Pläne, wie das Ziel bestmöglich erreicht werden kann. Eine Ablenkung durch neue Wünsche ist nicht mehr gegeben. Die Phase endet mit einem konkreten Handlungs­plan, die als Fiat-Tendenz bezeichnet wird. (Achtziger & Gollwitzer, 2006, S. 280; Heck- hausen& Gollwitzer, 1987, S. 103)

Aktionale Phase (Handlungsphase): In der Handlungsphase versucht der Handelnde seine, in der präaktionalen Handlungsphase, erstellten Entwürfe für die Zielerreichung in die Tat umzusetzen. Die Person stellt eventuell fest, dass es noch Korrekturen bedarf, und ändert entsprechend ihre Pläne so ab, dass diese zur Erreichung des Ziels führen. Das Ziel kann am besten durch Beharrlichkeit und einer Steigerung der Bemühungen bei eintref­fenden Problemen vollbracht werden. (Achtziger & Gollwitzer, 2006, S. 280)

Postaktionale Phase (Nach-Handlungsphase): In dieser Phase wird durch den Handelnden sein erzieltes Ergebnis beurteilt. Die Person stellt einen Vergleich zwischen dem in der prädezisionalen Handlungsphase erstellten Ziel und dem erreichten Ziel an. Ist das Indi­viduum mit dem Ergebnis zufrieden, dann analysiert die Person, was gut gelaufen ist und schließt den Prozess ab. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend war, dann wird ge­schaut, was anders gemacht werden kann, um das Ziel doch noch zu erreichen. Es kann aber ebenso zu einer Neubewertung kommen, genauso wie das Ziel verworfen werden kann. (Achtziger& Gollwitzer, 2006, S. 281)

1.4 Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Grundlagenfächer mit ihren allgemeinen Theorien und Modellen unentbehrlich für die angewandte Psychologie in der Forschung und dem Berufsalltag sind.

2 Aufgabe B2

In dieser Aufgabe werden allgemeinpsychologische Erkenntnisse der Motivation auf die Lemmotivation angewendet. Dafür ist es zu Beginn notwendig, die Begriffe rund um die Motivation zu definieren. Anschließend wird auf die Motivation im Kontext des Lernens eingegangen, insbesondere wird erläutert, wie die intrinsische Motivation gesteigert wer­den kann.

2.1 Begriffserklärungen und Formen der Lernmotivation

In der Motivationspsychologie wird versucht, eine ganz bestimmte Frage zu beantworten (Rudolph, 2017, S. 497): Warum legen wir in einer gewissen Situation ein ganz konkretes Verhalten an den Tag? Anders ausgedrückt kann auch gesagt werden, dass die Motivati­onspsychologie versucht die Art und Weise sowie die Änderung des menschlichen Ver­haltens und deren vorausgehende Motive festzustellen. Die Motivationspsychologie er­forscht hierbei nicht nur die Unterschiede mehrerer Personen in einer Situation, sondern auch wie sich ein Individuum in verschiedenartigen Gegebenheiten verhält und die Be­ständigkeit eines Menschen über einen gewissen Zeitraum. (Schmithüsen & Ferring, 2015, S. 67) Bei dieser Definition wird deutlich, dass die Motivationspsychologie eben­falls Einflüssen aus der Differentiellen und Persönlichkeitspsychologie unterliegt.

Im Folgenden werden die beiden Konstrukte Motivation und Motiv erörtert und vonei­nander abgegrenzt. Das Wort Motivation wird im Alltag sehr häufig verwendet und ver­bunden mit Merkmalen, wie Willensstärke, Fleiß, Beharrlichkeit und ähnlichen Eigen­schaften (Brandstätter et al., 2013, S. 3). Es stammt von dem lateinischen Verb movere ab, was so viel bedeutet, wie sich zu bewegen oder weiterzuziehen (PONS GmbH). Aus diesem Verb lässt sich der Grundgedanke der Motivation gut erkennen, der Mensch wird angetrieben und möchte sich auf einen gewissen Weg begeben (Dresel & Lämmle, 2011, S. 81). Im Folgenden wird der Begriff der Motivation für Wünsche angewendet, die nur während einer kurzen Zeitspanne unser Inneres zu einem Verhalten ankurbeln. Beispiele hierfür sind: Ich möchte jetzt einen Tee trinken, um meine Gedanken für die bevorste­hende Aufgabe zu sortieren, oder ich möchte gerne eine To-Do-Liste anfertigen mit den Aufgaben für die kommende Woche. Motivation in diesem Sinne kann schnell einer Kor­rektur unterzogen werden und schon stehen andere Dinge im Vordergrund. (Rudolph, 2017,S. 496; Woolfolk, 2008, S. 451)

[...]


1 „Alea iacta est“ ist ein lateinischer Ausdruck und heißt übersetzt so viel wie „Der Würfel ist gefallen!“ (Hänseletal.,2016, S. 99)

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Details

Titel
Einführung in die Psychologie. Psychologische Grundlagen und Anwendungsdisziplinen
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
32
Katalognummer
V947192
ISBN (eBook)
9783346315274
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, Lernpsychologie, Lernen, Psychologie, Cyberpsychologie, Sportpsychologie, Volition, Lernmotivation, Allgemeine Psychologie, Persönlichkeitspsychologie, Differentielle Psychologie, Klinische Psychologie, Biologische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie
Arbeit zitieren
Madeleine Hartleff (Autor), 2018, Einführung in die Psychologie. Psychologische Grundlagen und Anwendungsdisziplinen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947192

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