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Charles Fouriers "Phalanstère". Künstlerische Systeme in einer utopischen Gesellschaft des idealen Zusammenlebens

Title: Charles Fouriers "Phalanstère". Künstlerische Systeme in einer utopischen Gesellschaft des idealen Zusammenlebens

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: J. Krieg (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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In dieser Arbeit wird untersucht, inwiefern Fourier ein bestimmtes System für das ideale Zusammenleben nutzt und welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft hat. Insbesondere soll der Fokus auf dem künstlerischen System liegen. Dabei stellt sich die Frage, welche Funktion das System erfüllt und welches Ziel verfolgt wird, welcher Impulsquelle sich das System bedient sowie ob die utopische Idee, die unter einer Art Versuchsglocke entsteht auch eine Chance zur Umsetzung findet.

Im Folgenden sollen daher zunächst die Begriffe des künstlerischen Systems und der Utopie geklärt werden, um anschließend auf den utopischen Städtebau und spezieller auf Fouriers Projekt eines Phalanstères sowie auf die Rezeption seiner Ideen einzugehen. Als Basis der Untersuchungen wurden neben den Schriften des Charles Fouriers insbesondere auf Günther Behrens zurückgegriffen. Zudem sind die Untersuchungen von Walter Kieß und Neil McWilliam grundlegend für die Beantwortung der Forschungsfrage.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kunst als System

3. Utopie

3.1. Utopie im Allgemeinen

3.2. Utopie im Städtebau

4. Charles Fourier

4.1. Die Zeitumstände: Frankreich im 18. Jahrhundert

4.2. Der Utopiegedanke Charles Fouriers

4.3. Das Phalanstère

4.3.2. Architektur und Innere Struktur des Phalanstères

4.3.3. Charles Fourier und die Kunst

5. Fourier Rezeption

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die architektonische Umsetzung des gesellschaftlichen Modells von Charles Fourier, dem sogenannten Phalanstère. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie Fourier ein spezifisches System nutzt, um soziale Harmonie und individuelle Selbstverwirklichung zu erreichen, und welche Rolle die Kunst innerhalb dieses utopischen Entwurfs spielt.

  • Die Definition und Funktion künstlerischer Systeme
  • Die historische Entwicklung des Utopiebegriffs
  • Das Konzept des Phalanstères als Modell für eine ideale Lebens- und Arbeitsgemeinschaft
  • Die Wechselwirkung zwischen Architektur, sozialem Gefüge und ästhetischer Theorie
  • Die praktische Rezeption und Umsetzung fourieristischer Ideen in Amerika und Frankreich

Auszug aus dem Buch

4.3.2. Architektur und Innere Struktur des Phalanstères

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass es sich bei der vorliegenden Phalanstère um ein Modell handelt, welches von Fourier nie umgesetzt wurde. Fourier war sich bewusst, dass die Umsetzung eines solchen Projektes umfangreiche „lokale, temporäre u.ä. Bedingungen z.T. erhebliche Modifikationen“ voraussetzte. Beispielsweise hatte er genaue Vorstellungen darüber, wie die Landschaft und der Boden beschaffen sein sollten. Des Weiteren lässt sich bei Fourier eine regelrechte Aversion gegen die zeitgenössische Architektur erkennen, die vor allem die Städte Rouen und Lyon betraf. Hier kritisierte er, dass die Städte nicht nur völlig verbaut, eng und dunkel, sondern auch wegen der Feuchtigkeit und dem Schmutz unhygienisch und menschenunwürdig seien. Abgesehen davon waren die Gebäude seiner Meinung nach weder harmonisch gestaltet noch besaßen sie genügend Licht oder Grünflächen. Als Konsequenz dieser menschenunwürdigen Städteplanungen entwickelte er ein eigenes Konzept einer funktionalen Architektur, um die genannten Aspekte zu beseitigen und eine harmonische Gesellschaft mit Unterstützung der Gebäudegestaltung herbeizuführen.

In dem Entwurf sowie in seinen Beschreibungen seines Phalanstères (Abb. 2) orientiert sich Fourier offensichtlich am Grundriss des Schlosses von Versailles (Abb. 3). Versailles wurde nicht nur wegen seiner Größe, Pracht und Fortschrittlichkeit der Anlage zum Höhepunkt der europäisch-barocken Schlossbaukunst, sondern auch aufgrund der perfekten Inszenierung absolutistischer Macht. Umso mehr erstaunt es, dass sich Fourier an einem solchen absolutistischen Symbol orientierte. Eine Vermutung ist, dass Fourier unabhängig von der herrschaftlichen Machtbedeutung das Schloss und seine Gartenanlage als Inbegriff von architektonischer Vollkommenheit und Harmonie betrachtete. Besonders die Einbindung in die Natur und die Konzeption zwischen dem Hof und dem Garten entsprachen den Vorstellungen Fouriers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Interesse an künstlerischen Systemen und stellt die Forschungsfrage nach der Funktionalität und den Auswirkungen von Fouriers Phalanstère-Konzept.

2. Kunst als System: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Systems nach Niklas Luhmann und überträgt diesen auf die Kunst, um zu erklären, wie diese sich funktional differenzieren und auf gesellschaftliche Prozesse einwirken kann.

3. Utopie: Es wird die etymologische und philosophische Herkunft des Utopiebegriffs untersucht sowie die städtebauliche Bedeutung von Utopien als Instrumente der gesellschaftlichen Neuorganisation dargelegt.

4. Charles Fourier: Dieses Kapitel analysiert Fouriers historisches Umfeld, seine zentralen Ideen zur Triebbefriedigung und sein spezifisches Konzept der Phalanstère-Architektur und Arbeitsorganisation.

5. Fourier Rezeption: Hier werden die Versuche der Fourieristen beleuchtet, die Ideen des Meisters praktisch umzusetzen, wobei insbesondere das Scheitern oder die Abwandlung der Konzepte in Europa und den USA thematisiert wird.

6. Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial sowie die totalitären Gefahren, die einem utopischen System innewohnen können.

Schlüsselwörter

Charles Fourier, Utopie, Phalanstère, Gesellschaftssystem, künstlerisches System, Architektur, Soziale Harmonie, Frühsozialismus, Arbeitsorganisation, Triebbefriedigung, Funktionswandel, Städtebau, Systemtheorie, kollektive Lebensform, Selbstverwirklichung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das utopische Gesellschaftsmodell des Frühsozialisten Charles Fourier, insbesondere sein Konzept der Phalanstère, unter dem Aspekt künstlerischer Systeme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Architekturtheorie Fouriers, der Verknüpfung von Arbeit und Leidenschaft sowie der historischen Rezeption seiner Ideen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, welche Funktion Fourier dem 'künstlerischen System' innerhalb seiner idealen Gesellschaft zuschreibt und inwiefern Architektur zur Erreichung von Harmonie beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Originalschriften Fouriers sowie zeitgenössischen und forschungsorientierten Sekundärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung von Utopie und System, die Darstellung von Fouriers Theorie der Triebe und Architektur sowie die Fallstudien zur praktischen Umsetzung seiner Ideen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Fourier, Utopie, Phalanstère, Gesellschaftssystem, künstlerisches System und harmonische Arbeit.

Warum orientierte sich Fourier ausgerechnet am Grundriss des Schlosses von Versailles?

Fourier sah im Schloss Versailles nicht die absolutistische Macht, sondern eine Verkörperung architektonischer Vollkommenheit, Symmetrie und Harmonie, die er für sein gesellschaftliches Modell adaptieren wollte.

Was genau ist ein 'Phalanstère' nach Fouriers Verständnis?

Es handelt sich um ein multifunktionales Gebäude und eine landwirtschaftlich-industrielle Wohngemeinschaft, in der durch eine bestimmte Architektur und Arbeitsweise die individuellen Triebe harmonisch mit der Gemeinschaft in Einklang gebracht werden sollen.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Umsetzung dieser Utopien?

Die Untersuchung zeigt, dass Fouriers Phalanstères als rein theoretische Modelle nie eins zu eins umgesetzt wurden und die Versuche seiner Anhänger in der Praxis aufgrund von Organisationsfehlern und ideologischen Schwachstellen meist scheiterten.

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Details

Title
Charles Fouriers "Phalanstère". Künstlerische Systeme in einer utopischen Gesellschaft des idealen Zusammenlebens
College
University of Stuttgart
Grade
1,0
Author
J. Krieg (Author)
Publication Year
2019
Pages
30
Catalog Number
V947440
ISBN (eBook)
9783346283740
ISBN (Book)
9783346283757
Language
German
Tags
Utopie Städtebau System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
J. Krieg (Author), 2019, Charles Fouriers "Phalanstère". Künstlerische Systeme in einer utopischen Gesellschaft des idealen Zusammenlebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947440
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