Die territoriale Rivalität zwischen Habsburger, Luxemburgern und Wittelsbachern im 14. Jahrhundert


Hausarbeit, 1998

48 Seiten


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Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Entstehung der Mächtetrias und ihre Rolle in der Reichsgeschichte von 1273 - 1438

3. Das Wechselspiel zwischen Hausmacht- und Reichspolitik - Die Königswürde als Streitobjekt und als Trumpfkarte beim Territorienerwerb

4. Gewalt oder Diplomatie ? Hausmachtpolitik und mögliche Zielsetzungen - was trug zu Konflikten bei ?
4.1 Rudolf I.: Hausmacht- und Restitutionspolitik
4.2 Albrecht I.: Königliche Hausmachtpolitik zur Stärkung der eigenen Macht gegen die Fürsten
4.3 Heinrich VII.: Italienische Restauration und deutsches laissez-faire
4.4 Verbündete und Rivalen: König Johann von Böhmen und Ludwig IV.
4.4.1 Johann von Böhmen: Hausmachtpolitik mit europäischen Dimensionen
4.4.2 Ludwig IV.: Politik der Gegensätze
4.4.3 Johann von Böhmen und Ludwig IV. im Vergleich
4.5 Karl IV.: Hausmachtpolitik, Hegemonialkönigtum, Goldene Bulle und Niedergang der Wittelsbacher
4.6 Hausmachtpolitik ohne Königswürde: Die erfolgreiche Expansion der Habsburger unter Albrecht II. und Rudolf IV.
4.7 Hausmachtpolitik in kleinerem Rahmen nach dem Tod Karls IV.

5. Hausmachtbildung und Heiratspolitik

6. Ergebnisse und kurzer Ausblick auf die Weiterentwicklung von Reich und Territorien

7. Verzeichnis der benutzten und weiterführenden Literatur

Die territoriale Rivalität zwischen Habsburgern, Luxemburgern und Wittelsbachern im 14. Jahrhundert

1. Einleitung

Mit dem Ende des Interregnums begann im Deutschen Reich eine größere Umbruchsphase. Der Untergang der Staufer bedeutete das Aussterben der letzten hochmittelalterlichen deutschen Kaiserdynastie. Nach dem Tod des 1257 gewählten deutschen Königs Richard von Cornwall (1272) war es vor allem Papst Gregor X., der die deutschen Fürsten zur Wahl eines einheimischen Fürsten aufforderte, da eigentlich niemand mehr erwartete, dass Richards nomineller Gegenkönig, Alfons X. von Kastilien, jemals noch deutschen Boden betreten würde. Formaljuristisch gesehen hatte es im deutschen Reich gar kein Interregnum gegeben und der andere Begriff - ,,kaiserlose, schreckliche Zeit" - mit dem man diese Epoche auch bezeichnete, ist, nimmt man ihn allzu wörtlich, ebenfalls nicht angebracht, da die Zeit ohne rechtmäßig gekrönten Kaiser viel länger, nämlich von 1250 - 1312, andauerte und nicht nur von 1257 - 12731. Allerdings muss der Zeitraum von 1257 - 1373 als anarchisch bezeichnet werden, denn eine oberste Ordnungsgewalt, die den Landfrieden sicherte, fehlte. Eine ganz andere politische Aktivität legten hingegen die deutschen Fürsten an den Tag. Gestützt auf die beiden Fürstengesetze von 1220 und 1232 hatten sie bereits unter Friedrich II. eine gewisse territoriale Selbstverwaltung aufbauen können. In einer Zeit ohne starkes Königtum gingen sie zur Expansionspolitik über und bedienten sie sich dabei auch illegaler Mittel. Es kam zum Griff nach erledigten Kronlehen und nach dem Reichsgut, welches in dieser Zeit erheblich abnahm. Im ehemaligen Kernland der Staufer, dem Herzogtum Schwaben, herrschte jetzt ein Machtvakuum, in welches die Herzöge von Bayern und Teck und die Grafen von Württemberg und Habsburg eindrangen. Eine besonders intensive Expansionspolitik betrieb der Böhmenkönig Ottokar II. aus dem Haus der Premysliden, der nach dem Aussterben der Babenberger erst Österreich und die Steiermark, später auch Kärnten und Krain in sein Territorium einverleibte. Dadurch besaß er ein Gebiet, das bald Dimensionen eines Großreiches anzunehmen schien. Im Jahre 1273 sah er sich daher als geeigneter Königskandidat an. Die übrigen deutschen Fürsten hatten jedoch alles andere als den Wunsch nach einem starken Königtum. Ottokar würde als König ungeachtet seiner eigenen Politik eine ähnliche seiner Kollegen nicht dulden. Da war ihnen ein unbedeutender, an der Peripherie des Reiches ansässiger Graf, wesentlich lieber. So kam es 1273 zur Wahl des Grafen Rudolf von Habsburg. Damit betrat die erste der im Folgenden zu betrachtenden Dynastien die politische Bühne. Der Prozess der Territorialisierung war damals bereits in vollem Gange.

Hier setzt jetzt auch die folgende Untersuchung an, die sich schwerpunktmäßig mit den Auseinandersetzungen um Königswürde und Territorien im 14. Jahrhundert befassen soll. In dieser Zeit erlebten die Dynastien der Habsburger, Luxemburger und Wittelsbacher ihren Aufstieg zu den drei führenden Mächten im Deutschen Reich. Während Habsburger und Luxemburger zu Beginn der Untersuchung noch kaum Bedeutung im Reich hatten, blickten die Wittelsbacher bereits auf ein knappes Jahrhundert der Herrschaft über das immer noch bedeutende Herzogtum Bayern zurück und hatten überdies bereits die pfälzische Kurwürde erworben. Allerdings hatten die wittelsbachischen Gebiete bereits damals (1253) eine Teilung über sich ergehen lassen müssen, bedauerlicherweise nur die erste von vielen, die bis ins 18. Jahrhundert noch folgen sollten. Der Aufstieg aller drei Häuser ist jeweils eng mit der Wahl eines ihrer Vertreter zum deutschen König verbunden, so dass auch wichtige reichsgeschichtliche Aspekte neben denen der Territorialgeschichte berücksichtigt werden müssen. Um des Gesamtzusammenhanges willen reicht es nicht aus, sich allein mit dem 14. Jahrhundert als einem Zeitraum der hundert Jahre von 1301 - 1400 zu befassen2. Es ist auch nötig, die Entstehung der Mächtetrias Habsburg - Luxemburg - Wittelsbach zu kennen und sie als ein Phänomen zu begreifen, das zwar nicht systematisch geplant, von den deutschen (Kur-) Fürsten aber gezielt für ihre eigenen Interessen benutzt wurde. Weiter ist zu beachten, dass es neben diesem Dreimächteproblem noch genügend andere Konfliktpotentiale gab: die allgemeine Rivalität der Territorialherren untereinander, den ständigen Dualismus zwischen Königtum und Territorialherren, allen voran die Kurfürsten, manchmal einen Dualismus zwischen Norden (Hanse !) und der Süden, manchmal auch eine faktische Ost-West-Spaltung, die sich in den Konflikten zwischen Rudolf von Habsburg und Ottokar von Böhmen, zwischen Albrecht I. und den rheinischen Kurfürsten oder zwischen dem ,,westlich" orientierten Königtum Ruprechts von der Pfalz und den luxemburgischen Territorien zeigte. Am anderen Ende der Zeitleiste ist es wiederum nötig, das ,,14. Jahrhundert" weiter über das Jahr 1400 hinauszuschieben. Als geeignetes Datum erschien mir hier das Jahr 1438, welches den Beginn des dauerhaften Besitzes der Königswürde durch die Habsburger markiert. Der abgehandelte Zeitraum bot einem starken Königtum noch eine Chance, diese Entwicklung aufzuhalten. Am Ende jedoch war die Territorialisierung des Deutschen Reiches irreversibel geworden. Schuld daran war vor allem die Etablierung des Wahlkönigtums, wodurch das Königtum ständig einer anderen Fürstendynastie zufiel, in Verbindung damit, dass sich die Kurfürsten ihre Wahl gut bezahlen ließen, was oft durch die Verpfändung von Reichsgut geschah3.

In der durchaus reichlich vorhandenen Literatur über das 14. Jahrhundert4 fand sich bislang noch keine explizite Darstellung dieses Dreimächtekonflikts, im Allgemeinen auch wenig Kontroversen. Meine Anregungen habe ich daher in entsprechenden reichs- und territorialgeschichtlichen Werken, Herrscherbiographien und Aufsätzen gesucht, in denen Einzelaspekte implizit zu finden waren, die ich versuchte, zu einer Gesamtdarstellung zusammenzufügen. Ferner versuchte ich, alle drei Seiten in etwa gleich schwer zu gewichten und wenn nötig, aus jeder der drei möglichen Perspektiven die Problemstellung zu beleuchten. Zum besseren Verständnis der Territorialpolitik, die in dieser Zeit noch eng mit der Reichspolitik verknüpft war, ist es nötig, letztere immer im Hintergrund zu behalten. Deshalb stellt der folgende Abschnitt einen primär reichsgeschichtlichen Abriss dar. Hierin soll auch deutlich werden, warum die Territorien politisch zunehmend eigene Wege gingen. Danach wird untersucht werden, welchen Einfluss das deutsche Königtum im ausgehenden Mittelalter noch hatte und wie sich die Königswürde für die sie innehabende Dynastie und auf die Territorialpolitik insbesondere der Mächtetrias auswirkte. Diesem eher abstrakten Teil folgt die konkrete Darstellung und Beurteilung der Hausmachtpolitik maßgeblicher Persönlkichkeiten, welche die Mächtetrias repräsentierten. Hier werden die konkreten Konflikte geschildert, die sich zwischen den drei Häusern Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach ergaben und zeitweise auch kriegerische Auseinandersetzungen heraufbeschworen. Einen besonderen Abschnitt werde ich der Heiratspolitik der drei Dynastien widmen, welche eine Ursache der Vielschichtigkeit ihrer Konflikte und Rivalitäten darstellt. Die Untersuchung schließt mit der Einordnung der Untersuchung in den Gesamtzusammenhang und einem Ausblick auf die Weiterentwicklung des Deutschen Reiches und seiner Territorien.

2. Die Entstehung der Mächtetrias und ihre Rolle in der Reichsgeschichte von (1273 - 1438)

Die Periode des Entstehens der Mächtetrias (1273 - 1314/24) ist zeitlich fast identisch mit der Ära der ,,kleinen Könige"5, die laut Peter Moraw die Regierungszeiten der Könige Rudolf von Habsburg, Adolf von Nassau, Albrecht I. und Heinrich VII. umfasste. Nach dem ,,organisierten Chaos" des Interregnums musste Rudolf von Habsburg das Königtum erst wieder neu etablieren. Seine Stütze war neben seinem Hausbesitz das noch vorhandene Reichs- bzw. Krongut6. Die siegreiche Auseinandersetzung mit Ottokar II. von Böhmen zog sich bis 1278 hin und endete mit der Ermordung Ottokars nach der Entscheidungsschlacht auf dem Marchfeld bei Dürnkrut. Die Habsburger gewannen so die Herzogtümer Österreich und Steiermark. Der habsburgische Familienbesitz hatte sich dadurch vervielfacht. Böhmen hingegen wurde auf sein Stammland reduziert.

Bei Rudolfs Tod im Jahre 1291 erwiesen sich die Habsburger den Fürsten für die Königswürde ihrerseits als zu mächtig, so dass die Wahl seines Sohnes Albrecht nicht zustande kam. Während der am 30. April 1292 gewählte deutsche König Konrad von Teck, der aber bereits einen Tag später - höchstwahrscheinlich gewaltsam - starb7, noch ein habsburgischer Parteigänger gewesen wäre, so kann dies vom nächsten, am 5. Mai gewählten König Adolf von Nassau nicht behauptet werden. Albrecht war in seine Schranken gewiesen, besaß jedoch die nötige Geduld. Adolf war zu schwach, um Albrecht wirksam bekämpfen zu können, und dieser wartete auf seine Stunde. Die war 1298 gekommen, nachdem Adolfs Hausmachtpolitik in Thüringen erste Erfolge zeigte, den Fürsten aber zu eigenmächtig erschien. Prompt wurde er von ihnen abgesetzt. Albrecht stellte sich ihnen als Kandidat nur zu gern zur Verfügung und wurde auch gewählt. Die darauffolgende Entscheidungsschlacht bei Göllheim endete mit der Niederlage und dem Tod des Nassauers.

Albrecht I. wurde als König nochmals bestätigt und konnte, anders als sein Vorgänger, einer neuerlichen Kurfürstenopposition trotzen. In mehreren militärischen Auseinandersetzungen besiegte er nacheinander die vier rheinischen Kurfürsten (1300 - 1302)8. Durch diesen Triumph lag eine endgültige Beseitigung des Kurfürstentums9 und der Gedanke an eine Erbmonarchie10, die bereits der Stauferkaiser Heinrich VI. plante, wieder etwas näher. Kurzzeitig konnte er auch in Böhmen und Thüringen Fuß fassen (1306), erlitt aber 1307 mehrfach Rückschläge, die er wegen seiner Ermordung 1308 nicht mehr wettmachen konnte.

Nach dem Tod Albrechts I. waren die sieben Kurfürsten nicht mehr gewillt, einen weiteren Habsburger zu wählen11. Statt dessen zauberten sie eine neue potentielle Königsdynastie aus dem Hut: die Luxemburger. Deren Vertreter Heinrich VII. war bereits der Dritte, dem der Direktaufstieg aus dem Grafenstand zur Königswürde gelang. Ähnlich wie Rudolf von Habsburg schaffte es auch er, den Hausbesitz seiner Familie auf einen Schlag zu vervielfachen und das gänzlich ohne Krieg: der böhmische Adel trug seinem Sohn Johann die böhmische Krone an. Die Habsburger konnten dieser Entwicklung nur hilflos zusehen. Heinrich VII. zog bald darauf nach Italien, wo er außer der Kaiserkrönung (1312) aber nicht viel erreichte, da er bereits ein Jahr später starb.

Die nun folgende Doppelwahl ergab sich aus einer Pattsituation zwischen den Parteigängern Habsburg und Luxemburg. Albrechts Sohn Friedrich der Schöne hatte bereits 1308 kandidiert und sah jetzt erneut seine Chance kommen. Die luxemburgische Partei versuchte erst, Heinrichs VII. Sohn Johann von Böhmen zu nominieren, was aber u.a. an dessen jugendlichem Alter scheiterte. Statt dessen wurde dann aber Herzog Ludwig IV. von Oberbayern aus dem Haus Wittelsbach aufgestellt.

An diesem Punkt möchte ich kurz verweilen und mich mit einer neueren Entwicklung in der Forschungsdiskussion beschäftigen. In fast allen historischen Werken geht man davon aus, Ludwig IV. habe durch seinen Sieg gegen die Habsburger in der Schlacht bei Gammelsdorf (1313) auf die Kurfürsten Eindruck gemacht. Heinz Thomas ist jedoch in seiner Biographie Ludwigs anderer Meinung.12 Er entlarvt den Bericht einer Fürstenfelder Chronik als maßlos übertrieben und bezeichnet diese Auseinandersetzung zwischen Habsburg und Luxemburg als ein kleines Scharmützel, das auf die Königswahlen keinen Einfluss gehabt habe, sondern nur über Ludwigs Vormundschaftsrechte über seine unmündigen Verwandten, die Herzöge von Niederbayern. Vielmehr habe sich Ludwig bei der Königswahl selbst ins Spiel gebracht. Für diese These spricht sicherlich die Tatsache, dass die sogenannte Heerkaiserideologie damals die deutschen Fürsten ganz sicher nicht beeinflusst hat, und wenn, dann waren sie eher von einem kriegstüchtigen Fürsten abgeschreckt, da ein starkes Königtum aus bereits genannten Gründen damals unerwünscht war. Für Bayern und die Wittelsbacher bedeutete Ludwigs Königtum jedoch einen Höhepunkt in ihrer mittelalterlichen Geschichte13. Johann von Böhmen konnte wohl nur wegen der drohenden Doppelwahl14 zum Verzicht bewegt werden. Sie erfolgte trotzdem. Allerdings wurde keiner von beiden wirklich legitim gewählt: Der eine wurde zwar am richtigen Ort gekrönt, aber vom falschen Bischof, beim anderen war es genau umgekehrt. Die beiden Gegenkönige waren Vettern und kannten einander sehr gut, war doch Ludwig nach dem Tod seines Vaters seit 1294 am Wiener Hof aufgewachsen15. Bis 1322 dauerte der Thronkrieg, wobei ein enges Bündnis zwischen Johann von Böhmen und Ludwig bestand. Wäre nicht in Böhmen eine Adelserhebung ausgebrochen, die von 1317- 18 dauerte, gegen die Ludwig Johann Beistand leisten musste16, wäre Friedrich bei der gegebenen Konstellation sicher bald geschlagen gewesen, zumal die Niederlage von Friedrichs Bruder Leopold bei Morgarten (1315) gegen die Eidgenossen, deren Privilegien Ludwig erneuert hatte, für die Habsburger nicht unempfindlich war, auch wenn sie Ludwig keinen direkten Nutzen brachte17. Andererseits galt Ludwig trotz militärischer Begabung als kriegsscheu und musste von Johann wohl erst zur Entscheidung gedrängt werden18, die 1322 bei Mühldorf fiel. Über die Gefangennahme Friedrichs des Schönen muss Ludwig sehr erfreut gewesen sein. Ernsthafte Pläne Ludwigs, ihn umbringen zu lassen19 waren m.E. aber nicht existent, zum einen hätte dies nicht den damals üblichen ritterlichen Gepflogenheiten entsprochen, zum andern sollte sich Friedrich als Gefangener noch äußerst wertvoll erweisen. Interessant ist allerdings, dass keiner der Kurfürsten auf einer Neuwahl bestand und Ludwig jetzt weitgehend als alleiniger König anerkannt war. Vielleicht sah man in der Entscheidung auch ein Gottesurteil, gegen das man sich nicht mehr zur Wehr setzen wollte20. Paradoxerweise war es dann ausgerechnet der ,,Stellvertreter Gottes", Papst Johannes XXII., der ihn ohne Approbationsantrag21 nicht anerkennen wollte, über ihn den Bann verhängte und ihn nur noch verächtlich ,,Ludovicus bavarus" - Ludwig der Bayer, nannte22. Als solcher ist er auch in die Geschichte eingegangen. Angesichts dieses Hintergrunds möchte ich allerdings im folgenden auf diese Bezeichnung verzichten23.

Mit der Alleinherrschaft Ludwigs IV. war die Mächtetrias komplett, die in der Zeit von 1273 - 1437 abwechselnd die deutschen Könige und Kaiser stellte. Die drei Häuser Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach kämpften nicht nur um die Krone, sondern als deren Grundlage auch um Territorialbesitz. Hausbesitz und Königswürde standen sozusagen in Wechselwirkung zueinander. Diplomatie, Hinterlist, Bündnis- und Heiratspolitik, manchmal aber auch offene Feindschaft und Anwendung kriegerischer Gewalt kennzeichneten vor allem im 14. Jahrhundert das Verhältnis der drei deutschen Großdynastien zueinander. Diese Epoche war entscheidend für den Weg, den das Deutsche Reich in seiner weiteren Entwicklung beschreiten wird. Heinz Angermeier bezeichnet zu Recht das 14. Jahrhundert ,,als das vielleicht problematischste in der ganzen deutschen Geschichte",24 weil die Strukturen des Reiches sehr unsicher waren und ein Versinken in die Bedeutungslosigkeit gegenüber den aufstrebenden Nachbarländern, allen voran Frankreich, drohte. Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass vor allem der Hundertjährige Krieg eine massive Ostexpansion Frankreichs zunächst verhinderte und es ist sicher kein Zufall, dass dieser Konflikt, der noch weit größere Ausmasse als die Rivalität der Mächtetrias annahm, in die gleiche Zeit fiel25.

Das Königtum Ludwigs IV. blieb aber dennoch zeit seines Lebens angefochten26, was vor allem daran lag, dass ihn Johann von Böhmen nur als Übergangskandidaten ansah. Ob Johann jemals, selbst vor 1322, ein wirklich ernsthafter Verbündeter Ludwigs war, mag angesichts seiner späteren Thronansprüche bezweifelt werden. Am Ende seiner Regierung waren Luxemburger und Wittelsbacher, bedingt durch den Tiroler Eheskandal, von dem noch zu lesen sein wird, jedenfalls Todfeinde. Seine Regierungszeit markierte den Höhepunkte der Konflikte zwischen den drei Großdynastien, die sich vor allem um das Erbe der Meinhardiner in Kärnten, Krain und Tirol abspielten.

Eine vollständige Anerkennung bei den Fürsten erfuhr erst wieder Karl IV. Seine Leistungen für das Reich waren nicht unbedeutend, auch wenn durch die Goldene Bulle der Partikularismus eindeutig gestärkt wurde. Da er sich mit dem Papsttum arrangierte, erreichte er eine baldige Kaiserkrönung, die im Jahre 1355 erfolgte. Im Jahre 1368 ließ er sich auch zum König des Arelats krönen, was aber mehr symbolischen Wert als tatsächlichen Machtgewinn bedeutete. Auch seine Hausmachtpolitik war sehr erfolgreich und kostete verhältnismäßig wenig Blut. Hausmachtpolitisch dachte er jedoch kaum mehr deutsch, sondern streckte seine Fühler nach Polen und Ungarn aus. Ein ostmitteleuropäisches Großreich war am Entstehen. Durch seine Territorialpolitik vermochte Karl die zerstrittenen Wittelsbacher gegeneinander auszuspielen, um selber als lachender Dritter dazustehen. Objekt seiner Begierde war die Markgrafschaft Brandenburg, auf die bereits sein Vater Johann Ambitionen gehegt hatte und die Karl 1373 erwerben konnte. Sein Konzept eines Hegemonialkönigtums27 war aber zu sehr auf seine Person zugeschnitten und musste deshalb unter seinem Sohn Wenzel scheitern, dessen Regierung zwar hoffnungsvoll begann, dann aber immer mehr von Ausschweifungen gekennzeichnet war. Unter seiner Regierung kam es zum Städtekrieg, den die Fürsten für sich entscheiden konnten. Der Territorialisierungsprozess näherte sich dadurch seiner Vollendung.

Nach Wenzels Absetzung als deutscher König kamen noch einmal die Wittelsbacher zum Zug, diesmal durch die pfälzische Linie in Person Pfalzgraf Ruprechts III., der als Ruprecht von der Pfalz in die Geschichte einging. Die Autorität des Königtums war aber bereits auf einem solchen Tiefpunkt angelangt, dass er wegen seiner geringen Hausmacht kaum Mittel hatte, sie wiederherzustellen. Von den Luxemburgern hatte er ohnehin keine Freundschaft zu erwarten, von den anderen wurde er im Stich gelassen. Eine letzte Doppelwahl 1410/11 mit Sigismund und Jobst von Mähren, bezeichnenderweise beides Luxemburger, blieb Episode. Eigentlich hätte sie nach Erlass der Goldenen Bulle gar nicht so zustande kommen dürfen28 Nach dem Tod seines Gegenkönigs konnte sich Sigismund aber mühelos durchsetzen. Er blieb zunächst ganz ohne Hausmacht im Reich, hatte aber die verantwortungsvolle Position eines Königs von Ungarn inne29. Er versuchte sich bereits an einer Reichsreform, die dann aber erst 1495 zustande kommen sollte. Sein Schwiegersohn und wichtigster Verbündeter war Herzog Albrecht V. von Österreich, der den Habsburgern später dauerhaft die deutsche Königswürde sichern sollte.

3. Das Wechselspiel zwischen Hausmacht- und Reichspolitik - Die Königswürde als Streitobjekt und als Trumpfkarte beim Territorienerwerb

Um königlichen Einfluss geltend zu machen, war eine durchdachte ,,Hausmachtpolitik im Sinne einer territorialen Machtpolitik" damals eine Voraussetzung, ,,zu der es keine Alternative gab"30: Die Hausmacht war zum einen erblich, zum anderen standen ihre Bewohner meist loyal zum Fürsten. Sie bot ein Aushebungsgebiet für Soldaten, auch wenn man nicht vergessen darf, dass der typische Militärstaat erst im 18. Jahrhundert aufkam; meistens handelte es sich um Ritterheere, also Untervasallen des Territorialfürsten, zusätzlich mussten Söldner angeworben werden oder man suchte sich Bundesgenossen. Die Königswürde konnte umgekehrt bei der Erweiterung der eigenen Hausmacht von Nutzen sein, da nur der König heimgefallene Reichslehen vergeben konnte. Ein guter Hausmachtpolitiker bevorzugte natürlich seine eigene Familie. Die Einnahmen aus dem Reichsgut standen dem König zur Verfügung und konnten für den Ausbau der eigenen Hausmacht verwendet werden. Der deutsche König konnte, um an weiteres Geld zu gelangen, an andere Fürsten Reichsgut verpfänden. Allerdings wurden so oft andere Fürsten gestärkt; außerdem entfielen für den König dann die Einnahmen aus dem Reichsgut und oft ging das Reichsgut ganz verloren, so dass es bereits im 14. Jahrhundert kaum mehr eine Rolle spielte31. Schuld daran war aber auch die Tatsache, dass, wie bereits erwähnt, solche Verpfändungen auch vorgenommen wurden, um die Kurfürsten bei den Königswahlen zu bestechen. Den Vorwurf, hier allzu freigiebig gewesen zu sein, müssen sich vor allem die Luxemburger gefallen lassen32.

Die Königswürde gab Rudolf I. von Habsburg die Möglichkeit, gegen den mächtigen Ottokar von Böhmen als Landfriedensbrecher vorzugehen. Als einfacher Graf hätte er bei diesem Schritt selbst als ein solcher gegolten. Die heimgefallenen Reichslehen Österreich und Steiermark gelangten so in die Hände der Habsburger. Sie waren der Grundstein für die später vergleichsweise starke Position seines Sohnes Albrecht I. als deutscher König. Beinahe hätte er seinem Sohn 1290 sogar noch das Königreich Ungarn verschafft, bis sich dann in einer Seitenlinie doch noch ein letzter Arpadenspross fand, der das Aussterben dieses Geschlechts noch einmal um ein Jahrzehnt verzögerte33.

Albrecht I. konnte aufgrund der Königswürde Böhmen nach dem Aussterben der Premysliden als heimgefallenes Reichslehen einziehen. Neben den Erbansprüchen seines Sohnes Rudolf III. war dies eine weitere Stütze seiner böhmischen Ansprüche. Er konnte sich vorübergehend eine sehr starke Position im Reich aufbauen, nachdem er die rheinischen Kurfürsten 1302 in ihre Schranken eingewiesen hatte. Wie wichtig die Königswürde für die Habsburger gewesen war, zeigte sich nach ihrem Verlust 1308 nach Albrechts Ermordung.

Der Sieg der Luxemburger im Streit um das Premyslidenerbe in Böhmen ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass sie in Heinrich VII. damals den deutschen König stellten, da sich der böhmische Adel von einem Vertreter des regierenden deutschen Königshauses den besten Schutz vor dem Zugriff missliebiger Fürsten und dem Herabsinken zum Spielball der umliegenden Mächte erhoffte. In diesem Fall hätte hier eine weitere territoriale Zersplitterung gedroht. Sowohl die Habsburger als auch Heinrich von Kärnten-Tirol standen nicht mehr auf der Wunschliste des böhmischen Adels, welcher längst bemerkt hatte, dass Böhmen für beide nur Objekt territorialpolitischer Machtpolitik war.

Durch die Königswürde konnte Ludwig IV. Brandenburg und später Tirol seinem Sohn Ludwig V. verschaffen. So war es kein Wunder, dass vor allem sein in jeder Hinsicht ebenbürtiger Bundesgenosse und Rivale Johann von Böhmen immer wieder nach dem begehrten Titel schielte. Zwar brachte er sich so in starken Gegensatz zu den Luxemburgern, der sich nach dem Tiroler Eheskandal in endgültige Feindschaft zwischen Ludwig und Luxemburg verwandelte, doch hielten sich die übrigen deutschen Fürsten aus dem Gegensatz weitgehend heraus, obwohl es 1346 zur Wahl Karls IV. zum Gegenkönig gekommen war. Denn von einer großen militärischen Allianz gegen Ludwig kann nicht die Rede sein. Ein neuer Thronkrieg, diesmal zwischen den einstigen Verbündeten Wittelsbach und Luxemburg, schien den deutschen Fürsten sicher willkommen. Sie wären sicher nicht unzufrieden gewesen, wenn er sich noch länger hingezogen hätte, wollten freilich ihre Kräfte nicht durch eine Einmischung vergeuden.

Karl IV. übte als König maßgeblichen Einfluss auf die Formulierung der Goldenen Bulle aus. Ihm gelang es, seine habsburgischen Konkurrenten von der Kurwürde auszuschließen, eine Voraussetzung für die spätere Wahl seines Sohnes Wenzel. Als nachteilig muss aber sicherlich gewertet werden, dass die Königswürde zwar eine Rangerhöhung gegenüber den übrigen Fürsten bedeutete, sich aber oft auch ein Gegensatz zwischen Fürsten und König zeigte: Der König wurde misstrauischer beäugt als die übrigen Fürsten, galt er doch als Vertreter einer Zentralgewalt, während die Fürsten den Partikularismus förderten; zweimal, bei Adolf von Nassau und später bei Wenzel von Luxemburg, führte dies zur Absetzung eines Königs. Auch Albrecht hatte volle zwei Jahre mit der rheinischen Kurfürstenopposition zu kämpfen34. Die Kurfürsten ließen sich außerdem ihre Wahl gut bezahlen, oft auch mit Reichsgutverpfändungen. Ludwig IV. hatte noch versucht, mit seiner städtefreundlichen Politik ein Gegengewicht der Städte gegen die Fürsten aufzubauen. Diese Politik hätte langfristig zum Erfolg führen können, wenn sie kontinuierlich fortgesetzt worden wäre und sich der König an die Spitze der städtischen Emanzipationsbewegung gesetzt hätte. Karl IV. schlug aber wieder eine Politik zugunsten der Fürsten ein und fand sich mit dem Partikularismus weitgehend ab. Allerdings besaß er relativ viel Autorität im Reich, war im Vergleich zu seinen Vorgängern sehr gebildet und außerdem ein gerissener Diplomat. Wie schon erwähnt verfolgte er die Politik eines Hegemonialkönigtums. Angesichts der dominanten Stellung seiner Hausmacht im Reich suchten viele Fürsten bei Streitigkeiten seine Unterstützung. Durch sein diplomatisches Geschick gelang es ihm immer wieder, sie gegeneinander auszuspielen. Das gilt vor allem für seine Einmischung in die internen Streitigkeiten der Wittelsbacher nach dem Tod Ludwigs IV. Nach dem Tod Karls IV. war die Zeit der großen territorialen Veränderungen auf deutschem Boden vorbei und das Königtum verlor an Autorität. Wenzel konnte sich, anders als seine beiden Vorgänger, nicht auf eine eindeutige Politik für oder gegen Fürsten und Städte einigen. Aus dem Städtekrieg hielt er sich weitestgehend heraus, erneuerte dann aber doch das Verbot von Städtebünden. Der luxemburgische Territorienkomplex weitete sich nicht weiter aus. Auch sein Nachfolger Ruprecht konnte aus der Königswürde bis auf einige Eroberungen in Franken kaum territorialen Nutzen ziehen. Von seinem umstrittenen Griff nach der Krone muss er sich mehr erhofft haben. Sigismund wiederum scheint gar keine großen Ansprüche auf weitere Territorien gehabt zu haben, nicht zuletzt, weil die vielen reichspolitischen Probleme ihm gar keine Zeit dazu gegeben haben. Schon Karl IV. hatte begonnen, in seiner Territorialpolitik über den Tellerrand der deutschen Grenzen hinauszublicken. In seine Fußstapfen sollten nach Sigismunds Tod auch die Habsburger treten.

Als Fazit kann gesagt werden, dass die Königswürde beim Territorienerwerb durchaus eine Trumpfkarte war. Aus Sicht der Fürsten war das Königtum allerdings nur ,,eine notwendige Institution, die aber dem Ausgreifen der Territorialherren sich durchaus nicht in den Weg stellen darf, sich überhaupt nicht allzuviel bemerklich zu machen braucht"35, wie es Oswald Redlich formulierte. Dies galt sowohl in finanzieller als auch in lehnsrechtlicher Hinsicht. Allerdings ging die Gleichung nur auf, so lange regelmäßig ein Reichslehen durch das Aussterben einer Fürstendynastie vakant wurde. Nachdem diese Regelmäßigkeit unterbrochen und die Goldene Bulle die Partikulargewalten weiter stärkte, gab es hier für den König kaum mehr etwas zu holen. So wanderten nach dem Aussterben der Luxemburger deren Besitzungen auf dem Weg dynastischer Erbfolge direkt in die Hände der Habsburger. Diese Lehen fielen also gar nicht erst ans Reich heim.

4. Gewalt oder Diplomatie ? Hausmachtpolitik und mögliche Zielsetzungen - was trug zu Konflikten bei ?

Nach dem Interregnum versuchten die deutschen Könige, nicht nur gestützt auf das Reichsgut, sondern auch aus ihrer Hausmachtstellung heraus zu regieren und diese nach und nach auszubauen. So kam es zu einer engen Verquickung von Reichs- und Territorialpolitik. Es soll hier, als Vertiefung des ersten Abschnitts dieser Untersuchung, die Hausmachtpolitik der wichtigsten Vertreter der Häuser Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach in dem am Anfang abgesteckten Zeitraum dargestellt werden. Meist waren es diejenigen Vertreter, welche die Königs- oder Kaiserwürde erlangen konnten, aber es gab auch weitere wichtige Fürsten wie den Luxemburger König Johann von Böhmen und die österreichischen Herzöge Albrecht II. und Rudolf IV. Für die Zeit nach 1378 bot es sich nicht mehr an, die Hausmachtpolitik anhand einzelner Herrscherpersönlichkeiten darzustellen, da die Zeit der herausragenden Hausmachtpolitiker aufgrund der vielen Besitzteilungen vorbei war.

4.1 Rudolf I.: Hausmacht- und Restitutionspolitik

Rudolf war wohl der letzte deutsche König, der noch versuchte, sich neben seiner Hausmacht wirklich auf das Reichsgut zu stützen. Von ihm kann man sicher noch sagen, er habe Reichspolitik betrieben. Allerdings war er bei seinem Konflikt mit Ottokar von Böhmen fast auf sich allein gestellt, obwohl dieser im Prinzip gegen Reichsrecht verstoßen hatte, was ein Vorgehen aller übrigen deutschen Fürsten gegen ihn durchaus gerechtfertigt hätte. Später waren solche Reichsexekutionen bekanntlich auch vorgesehen. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass auch Rudolf im schwäbischen Selbstbedienungsladen dankbar zugegriffen hatte36. Die Neutralität der Fürsten lag wohl an ihrem Bestreben, keinen von beiden zu stark werden zu lassen. Immerhin erreichte Rudolf, dass die Wittelsbacher nicht auf seiten Ottokars in den Konflikt eingriffen, was wohl darauf zurückzuführen war, dass er sie von der Revindikationspolitik ausnahm37. Sein einziger bedeutender Bundesgenosse im Reich, Meinhard von Tirol, profitierte dann allerdings nach dem Sieg Rudolfs durch den Gewinn Kärntens. Durch diese Verteilung der Beute konnten auch die übrigen deutschen Fürsten beschwichtigt werden, allerdings hatte Meinhard auch diesbezügliche Forderungen gestellt38. Ungarn, das auch einige Truppen gestellt hatte, ging bei der Beuteverteilung jedoch leer aus39, was das Beschwichtigungsargument nur verstärkt, da es nicht zum Reich gehörte. Rudolf I. erschien so nicht zu stark, zumal er nicht selbst die Herrschaft über Österreich und die Steiermark übernahm, sondern sie zuerst seinen beiden Söhnen Rudolf II. und Albrecht I., dann allein Albrecht überließ. Er selbst wollte sich nach wie vor auf das Reichsgut und seine Stammlande stützen, die er in den Anfangsjahren seiner Regierung nochmals hatte vergrößern können, vor allem im Gebiet des ehemaligen Herzogtums Schwaben40.

Rudolf hat, das muss man ihm zugestehen, im Rahmen seiner Möglichkeiten und unter Abfindung mit dem Untergang des alten Kaisertums41, immer mit dem Damoklesschwert der Absetzung über dem Haupt, eine durchaus erfolgreiche Hausmachtpolitik betrieben, die den Grundstein zum Aufstieg des Hauses Habsburg legte. Die wichtigste Voraussetzung für eine Kontinuität des habsburgischen Aufstiegs fehlte aber, da es ihm nicht gelang, die Wahl seines Sohnes zu seinem Nachfolger als deutscher König zu erreichen.

4.2 Albrecht I.: Königliche Hausmachtpolitik zur Stärkung der eigenen Macht gegen die Fürsten

Im Gegensatz zu seinem Vater hatte Albrecht, den Vorteil, nicht mehr bei Null anfangen zu müssen, da er sich bereits auf eine beachtliche Hausmachtstellung stützen konnte, was bei seinem Vater in diesem Ausmaß noch nicht vorhanden war. Unter Albrecht spielt das Reichsgut daher bereits eine sehr untergeordnete Rolle, zumal es sich im Gegensatz zu seiner Hausmacht um Streubesitz handelte42. Zwar verzichtete er, um seine Wähler zu beschwichtigen, formell auf seine Hausmacht und überließ sie seinen Söhnen Rudolf, Friedrich und Leopold, doch waren diese damals noch unmündig und konnten ihre Herrschaft noch nicht selbständig wahrnehmen. Dies bedeutete aber auch den Beginn der Periode habsburgischer Samtherrschaften, die nur kurz von 1339 - 1365 unterbrochen werden und später in eine Phase der Teilungen münden sollte.

Albrechts Trümpfe lagen eindeutig auf militärischer Seite. Sein Vorgehen gegen die rheinischen Kurfürsten zeugt von militärischer Stärke und schreckte die übrigen Kurfürsten ab. Allerdings brachte er für seine Hausmacht keinen Gewinn, sondern eher für das Reich, indem Verpfändungen rückgängig gemacht43 und die fürstlichen Rheinzölle44 abgeschafft wurden. Dennoch war die Reichspolitik im alten Stil für Albrecht I. nicht das primäre Anliegen, hat er sich doch in der zweiten Hälfte seiner Regierung auf fast allen territorialpolitischen Schauplätzen eingemischt, die das Reich bot. Im Grunde genommen war er dann auch immer der Hauptdarsteller. Das könnte vielleicht auch auf eine Reichspolitik neuen Stils hindeuten, was nicht anderes zu bedeuten gehabt hätte als die Wiederherstellung einer deutschen Zentralgewalt unter der Fahne Habsburgs. Der Gewinn Böhmens für seinen Sohn Rudolf 1306 bedeutete den Höhepunkt der Macht Albrechts. Nach der Ermordung des letzten Premysliden Wenzel III., Enkel des 1278 von Rudolf I. besiegten Ottokar, konnte Albrecht die Erbansprüche seines Sohnes Rudolf III. zunächst durchsetzen. Als Albrechts Schwäche offenbarte sich jedoch seine Überheblichkeit. Sie sollte auch noch seine Nachfolger im Kampf gegen die Eidgenossen kennzeichnen. In Thüringen wollte er die Politik Adolfs von Nassau fortsetzen. Gegen die Wettiner schickte er aber ein viel zu kleines Heer unter der Führung des Burggrafen von Nürnberg45, das bei Lucka 1307 eine empfindliche Schlappe erlitt. Der frühzeitige Tod Rudolfs III. 1307 zeigte weitere Grenzen Albrechts auf. Er hatte zwar sicherheitshalber seine vier übrigen Söhne mit Böhmen mitbelehnt, jedoch waren die Gegenkräfte in Böhmen mittlerweile erstarkt und unterstützten einen weiteren Königskandidaten, Herzog Heinrich von Kärnten-Tirol, der bereits 1306 erste Ansprüche angemeldet hatte. Mit zu berücksichtigen ist außerdem, dass sich in den letzten Jahren im Südosten große Veränderungen ergeben haben: Nicht nur Heinrich von Kärnten hatte sich durch seine böhmischen Ansprüche zum Gegner Habsburgs gemacht, während sein Vater noch wichtigster Verbündeter von Albrechts Vater war. Auch gelang es just in dem Augenblick dem niederbayerischen Herzog Otto - ebenfalls Gegner Habsburgs - vorübergehend (1305 - 08) König von Ungarn zu werden. Die Regierung Albrechts fiel also in eine Zeit größerer, aber kurzlebiger territorialer bzw. dynastischer Veränderungen, von denen neben Böhmen vor allem Polen und Ungarn betroffen waren. Letztlich war es die Ermordung Albrechts, welche die böhmische Frage zuungunsten der Habsburger entschied. Heinrich von Kärnten wurde tatsächlich König von Böhmen. Nur in Mähren konnten sich die Habsburger noch halten.

Albrechts umtriebige Hausmachtpolitik hat ihm einige kurzlebige Erfolge, aber auch Misserfolge eingebracht. Ihm eröffneten sich viele Chancen zur territorialen Erweiterung, die, teils durch unglückliche Schicksalsschläge (Tod Rudolfs III.), teils durch Überheblichkeit (Lucka), vertan wurden. Auch musste das 1276 an Habsburg gekommene Krain mit der Windischen Mark an Heinrich von Kärnten verpfändet werden46 und gelangte erst 1335 wieder in ihren Besitz. Ähnlich wie sein Vater gelang es auch ihm nicht, einem seiner Söhne die Königswürde zu sichern, da er von allen Hausmachtkönigen einschließlich Ludwig IV. - das darf jetzt schon gesagt werden - den schärfsten Konfrontationskurs gegen die Fürsten steuerte.

4.3 Heinrich VII.: Italienische Restauration und deutsches laissez-faire

Heinrich VII. stützte sich, ganz anders als die Habsburger, auf den Westen des Reiches. Das verwundert allerdings nicht weiter, waren doch die rheinischen Kurfürsten ganz auf seiner Seite und gegen die Habsburger. Dieser ,,Rheinbund der Erzbischöfe"47 erstarkte jetzt wieder, nachdem er unter seinem Vorgänger bis aufs Äußerste gedemütigt worden war. Die Habsburger beließ er zwar im Besitz ihrer Stammlande, verpflichtete sie aber 1309 im Vertrag von Speyer zur Unterstützung seines geplanten Italienzuges48. Die wettinischen Besitzungen in Thüringen erkannte er an und zog so unter die langjährigen Auseinandersetzungen des deutschen Königtums mit den Wettinern einen Schlussstrich49. Böhmen fiel den Luxemburgern eher zufällig in den Schoß, auch wenn Heinrichs Königswürde ausschlaggebend war; der Gewinn Böhmens war kein lang geplantes und sorgfältig durchdachtes politisches Ziel Heinrichs, sondern erfolgte auf Wunsch der böhmischen Adelsopposition gegen den unbeliebten Heinrich von Kärnten, der 1310 abgesetzt und vertrieben worden war. Bedeutung hatte Böhmen für die Luxemburger aber nicht nur als Territorium an sich, sondern auch als weitere luxemburgische Kurstimme, nachdem es bereits 1307 dem jüngeren Bruder Heinrichs, Balduin, gelungen war, Erzbischof von Trier zu werden. Dies ist um so bedeutender angesichts der Tatsache, dass dies Habsburger keine einzige Kurstimme vertraten und so mit ihren Chancen bei Königswahlen stark ins Hintertreffen gerieten.

Heinrichs wahre Ambitionen sind allerdings in Italien zu suchen. Er lebte noch ganz in der Tradition des deutschen Kaisertums vor dem Interregnum und passt so gar nicht recht in die Reihe der Könige vor und nach ihm. Diese Politik war rückwärtsgewandt und eigentlich nicht mehr zeitgemäß, ja sogar unrealistisch50. Vielleicht strebte er aber auch ein Gegengewicht zum erstarkenden Frankreich an, zu dem er als kleiner Graf einst Sympatien hegte. Von früheren Historikern wurde seine Politik recht positiv beurteilt. Heute kreidet man ihm häufig an, durch seine laisser-faire-Politik in Deutschland die Partikulargewalten erneut gestärkt zu haben. Letztlich scheiterte seine Italienpolitik völlig, vor allem bedingt durch seinen frühen Tod 1313.51

4.4 Verbündete und Rivalen: König Johann von Böhmen und Ludwig IV.

Die folgenden Abschnitte sollen den beiden schillerndsten Persönlichkeiten des Zeitalters gewidmet sein. Es ist die Entwicklung des Verhältnisses zweier Fürsten zueinander, die mit einem Zweckbündnis begann und in Todfeindschaft endete. Auf der einen Seite Johann, der ehrgeizige und abenteuerliche Böhmenkönig, auf der anderen Ludwig IV., der luxemburgische Platzhalter, der, nachdem er die Macht erst gekostet hatte, territorialen Versuchungen allzu schnell erlag und dem, zumindest von den unblutigen Mitteln, jedes recht war. Die habsburgische Perspektive soll zunächst ausgeklammert werden, da der Thronkampf 1314-1322 mehr reichs- als territorialgeschichtliche Aspekte aufweist und oben schon behandelt wurde. Der Entwicklung der habsburgischen Territorien habe ich um des besseren Verständnisses willen einen eigenen Abschnitt zugeteilt.

4.4.1 Johann von Böhmen: Hausmachtpolitik mit europäischen Dimensionen

Obwohl Johann von Böhmen nie deutscher König wurde, spielte er eine herausragende Rolle unter den deutschen Fürsten und betrieb eine sehr eigenwillige Politik, die es sich lohnt, näher zu betrachten.

Johann hatte bereits im Alter von 14 Jahren das Königreich Böhmen erhalten. Der Mainzer Bischof Peter von Aspelt, erbitterter Gegner der Habsburger und teilweise sogar als Drahtzieher der Ermordung Albrechts gesehen, fungierte zunächst als sein Berater und prägte seine mittelfristige Politik. Die ersten zehn Jahre der Herrschaft Johanns sind noch stark von Schwierigkeiten geprägt, erst allmählich konnte er seine Herrschaft festigen. Wichtigster Bundesgenosse war dabei sein Onkel Balduin von Trier. Einen ersten Erfolg konnte Johann 1311 mit der Wiedervereinigung Böhmens und Mährens durch Auslösung der mährischen Pfandschaft bei den Habsburgern verbuchen52. Im Thronstreit war er zunächst ganz auf seiten Ludwigs IV., der wegen Johanns Jugend als luxemburgischer (!) Kandidat gewählt wurde. Ludwig selbst wird da anderer Meinung gewesen sein. Allerdings sind m. E. auch beide Seiten aufeinander angewiesen. In den Jahren 1317/18 fand in Böhmen eine größere Adelserhebung statt, in deren Folge sich Johann (1319 - 22) in sein luxemburgisches Stammland zurückzog. Nach Festigung seiner Macht versuchte Johann, sein Gebiet in Richtung Schlesien und Oberlausitz, wo nach dem Aussterben der brandenburgischen Askanier ein Machtvakuum entstanden war53, auszudehnen. Damit wollte er sich einen Teil dessen, was er sich von Ludwig IV. als Belohnung für seine Unterstützung im Thronkrieg erhofft hatte, eigenmächtig verschaffen. Um 1328/29 war die Unterwerfung Schlesiens und der Niederlausitz weitgehend abgeschlossen; außerdem führte er Kriege mit Polen und Litauen Die Schlesienpolitik Johanns barg aber Konfliktpotential mit Ludwig IV., da für Johann dadurch auch Brandenburg zur Abrundung seines Territoriums ins Blickfeld rückte. Die Hoffnung Johanns, mit diesem Gebiet als Belohnung für seine Unterstützung im Thronkampf belehnt zu werden, wurde enttäuscht. Die Verpfändung Egers an Johann erschien diesem als Belohnung zu wenig. Es kam zur Entfremdung zwischen Johann und Ludwig, nicht zuletzt aber auch durch die Tatsache, dass Johann die Königskrone nicht aufgegeben hatte, da er sie als wichtig für die Wahrung des luxemburgischen Besitzes empfand. Er unterhielt nicht zuletzt zu diesem Zweck enge Beziehungen zu Frankreich, die seiner Politik europäische Dimensionen verliehen54. Sein Sohn Wenzel wurde in Paris am Hof König Karls IV. erzogen, dessen Namen er annahm (er wird später in Deutschland ebenfalls der vierte seines Namens sein); das Bündnis zu Frankreich wird bis zu seinem Tod anhalten. In den Jahren 1331 - 1333 versuchte Johann, in Italien ein Territorium zu errichten, erzielt aber nur kurzlebige Erfolge. Als Durchmarschgebiet dient ihm dabei Niederbayern, das von seinen zwei Schwiegersöhnen regiert wurde, die ihm interessanterweise näher standen als Ludwig IV. und das ebenfalls mit ihm verwandtschaftlich verbundene Tirol55. Pläne dazu reiften in ihm offenbar schon in den 1320er Jahren heran56. Wäre ihm dies alles gelungen, hätte er ein Gebiet von der Oder bis in die Poebene direkt oder zumindest indirekt beherrscht. Die Belehnung der Habsburger mit Kärnten und Krain (1335) war für Johann ein schwerer Rückschlag. Er versuchte zunächst, zusammen mit Niederbayern gegen Habsburg und Wittelsbach um das gesamte kärnten-tirolische Erbe zu kämpfen, konnte sich glücklich schätzen, dass sich Ludwig aus dem Konflikt zurückzog, was zu einem Vertrag mit den Habsburgern führte und den Luxemburgern kurzfristig zumindest Tirol einbrachte (1336). Allerdings konnte Johann im Konflikt mit LudwigIV. nach 1342 nicht mehr auf die Unterstützung Habsburgs zählen, welches sich vielmehr neutral verhielt. Johann wagte deshalb keine offene militärische Auseinandersetzung57. Ein Erfolg Johanns war dann aber die Wahl seines Sohnes Karl zum Gegenkönig (mit fünf Kurstimmen), an der Habsburg übrigens mangels Kurwürde keinen Anteil beitrug. Johanns Sympathie für Frankreich führte dazu, dass er, obwohl erblindet, an der Schlacht von Crécy gegen die Engländer teilnahm und fiel.

4.4.2 Ludwig IV.: Politik der Gegensätze

LudwigIV. konnte vor der Schlacht bei Mühldorf noch kaum intensive Hausmachterweiterungspolitik betreiben. Im Vordergrund stand neben der Auseinandersetzung mit Friedrich dem Schönen noch der Konflikt mit seinem Bruder Rudolf von der Pfalz, aus dem er 1317 als Sieger hervorging und bis 1329 die Herrschaft in der Pfalz übernahm. Zudem musste er Johann von Böhmen im Kampf gegen die böhmische Adelsopposition unterstützen. Langfristiges Ziel Ludwigs war auch die Vereinigung der zersplitterten Gebiete der Wittelsbacher, was ihm nie ganz vollständig gelang; er hat im Laufe seines Lebens alle damals wittelsbachischen Gebiete beherrscht, aber nie alle gleichzeitig58. Angesichts des Bedeutungsverlusts des Reichsgutes entfiel seit 1314 der formelle Verzicht eines gewählten Königs auf seine Stammterritorien59.

Als Alleinherrscher ergab sich für Ludwig IV. jetzt auch die Gelegenheit, die Verhältnisse in Brandenburg zu regeln. Da die brandenburgische Linie der Askanier ausgestorben war, zog er dieses als erledigtes Reichslehen ein und vergab es an seinen Sohn Ludwig V. (1324). Allerdings lag Brandenburg abseits vom übrigen wittelsbachischen Besitz und Ludwig handelte sich durch sein Vorgehen die Gegnerschaft der Luxemburger und der sächsischen Askanier ein. Die allerdings waren schon vorher auf seiten Friedrichs des Schönen gewesen und wurden deshalb jetzt von Ludwig vom kurmärkischen Erbe ausgeschlossen, obwohl sie die nächsten Erben Brandenburgs gewesen wären60.

Darüber hinaus kam es zu Differenzen mit Johann von Böhmen, der, wie bereits erwähnt, ebenfalls Ansprüche auf Brandenburg anmeldete. Für die Wittelsbacher war das Gebiet eigentlich weniger wertvoll, nicht nur, weil es von den Stammländern abgeschnitten war, sondern auch, weil die Territorialisierung noch vergleichsweise wenig vorangeschritten war61. So brach das Bündnis zwischen Wittelsbach und Luxemburg bald auseinander. Ludwig verhandelte jetzt mit dem immer noch gefangenen Friedrich dem Schönen und söhnte sich mit ihm 1325 aus. Er wurde wieder freigelassen, formell sogar zum Mitkönig ernannt, wobei geplant war, dass er während Ludwigs geplanten Italienzuges im Reich regieren sollte.62 Die Feindschaft seines Bruders Leopold I. war schwieriger zu beenden, allerdings starb er bereits 1326. Die Habsburger sollten für Ludwig zeit seines Lebens kein ernsthafter Gegner mehr werden. Im Hausvertrag von Pavia verzichtete Ludwig zugunsten seiner Neffen auf die pfälzischen Gebiete, obwohl er sich in dieser Zeit eher in einer Position der Stärke befand, da er mit dem Kaisertitel, den er seit 1328 innehatte, an Rang und Namen zugenommen hatte. Ein wichtiger Grund war es sicher, dass er hoffte, innerhalb seiner Familie für mehr Einheit zu sorgen. Seine pfälzischen Neffen waren erwachsen geworden und es wäre ihm sicher nicht gut bekommen, sie dauerhaft gegen sich zu haben. Ein weiteres Motiv, die Wittelsbacher zu einen63, war sicher auch der zunehmende Gegensatz zu König Johann von Böhmen64, der seinen Anspruch auf die Königswürde kaum verhehlte65. Neben seinen pfälzischen Neffen schienen jetzt auch die Habsburger seine Gunst erlangt zu haben. Das ging sogar so weit, dass er ihnen 1330 heimlich Kärnten und Krain versprach, kurz nachdem sich zum ersten Mal alle Parteien in Hagenau an einem Tisch getroffen hatten, wobei die Habsburger nach dem Tod Friedrichs des Schönen in Gestalt seiner beiden Nachfolger Albrecht II. und Ottos des Fröhlichen im Hagenauer Vertrag künftig auf die Königswürde verzichtet hatten. Heinrich, Herzog von Kärnten und Graf von Tirol, hatte zwar keine männlichen Nachkommen, jedoch war seine einzige Tochter Margarete Maultasch bereits mit Johanns zweitem Sohn Johann Heinrich verheiratet. Diese heimliche Absprache war also ein Affront gegen Luxemburg und von Ludwig auch nicht ganz uneigennützig initiiert. Er selbst war sehr an Tirol interessiert, wo die wichtigen Alpenpässe nach Italien lagen und das außerdem reich an Bodenschätzen war. Durch die Habsburger erhoffte er sich so Rückendeckung für seine Pläne. Rein juristisch gesehen war das Verhalten Ludwigs auch völlig legitim, da die weibliche Erbfolge ausgeschlossen war. Kärnten, Krain und Tirol wären also nach Heinrichs Tod als heimgefallene Reichslehen zu betrachten.

Johann von Böhmens Italienzug kam Ludwig daher gar nicht so ungelegen. Als der heimliche Vertrag aber wirksam wurde, weilte er bereits wieder in Böhmen. Ludwig IV. löste tatsächlich sein Versprechen ein und belehnte die Habsburger sofort nach dem Tode Heinrichs von Kärnten-Tirol (1335) mit Kärnten und Krain. Darüber kam es jetzt zu einer echten militärischen Auseinandersetzung zwischen Habsburg und Wittelsbach auf der einen und Luxemburg auf der anderen Seite (1336). War es halbherzige Kriegführung wegen Geldmangels auf beiden Seiten66, erwies sich Ludwig gegenüber den Habsburgern als unzuverlässig und zog sich trotz Überlegenheit aus dem Krieg zurück67 oder wollte Ludwig wegen der feindlichen Haltung der Tiroler dort nicht einmarschieren ?68 Vielleicht war es auch der Umstand, dass seine niederbayerischen Verwandten auf seiten Johanns waren und er seine Aussichten auf Erfolg als nicht sehr groß ansah69. Die Haltungen hierüber sind verschieden, ebenso die über die Heftigkeit der Kampfhandlungen. Wie schon erwähnt scheute Ludwig militärische Auseinandersetzungen, weshalb bei ihm eine zögernde Kriegführung denkbar gewesen sein kann. Allerdings hätte Ludwig wissen müssen, dass er durch ein derartiges Verhalten die Freundschaft der Habsburger verspielen könnte. Die Habsburger distanzierten sich vorübergehend von ihm und einigten sich im Vertrag von Enns 1336 mit den Luxemburgern. Dieser Vertrag beinhaltete auch ein Defensivbündnis70, verbunden mit einer deutlichen Warnung an den Kaiser, an diesem Vertrag nicht zu rütteln71. Bereits 1339 erreichte Ludwig aber ein neues Bündnis mit ihnen72. Zwei Jahre später starb die niederbayerische Linie der Wittelsbacher unerwartet aus, so dass Ludwig ihre Gebiete als Alleinerbe in Besitz nehmen konnte.

Letztlich kamen die Wittelsbacher auch noch in den Besitz Tirols. Die Art und Weise, wie dies zustande kam, zeigte erneut die Rücksichtslosigkeit Ludwigs auf. Allerdings hatte sich Luxemburg den Verlust Tirols größtenteils selbst zuzuschreiben. Graf Johann Heinrich hatte sich in Tirol und bei seiner Frau Margarete Maultasch derart unbeliebt gemacht, dass Margarete ihren Mann mit Unterstützung des Tiroler Adels vor die Tür setzte. Ludwig IV., dessen Unterstützung Margarete sich, bevor sie zur Tat schritt, in geheimer Absprache vergewisserte73, vermählte sie jetzt, in Ausnutzung der Lage, eigenmächtig mit seinem widerstrebenden Sohn Ludwig V. (dem Brandenburger), dessen Frau vor einigen Jahren verstorben war. Die Feindschaft Luxemburgs mit Wittelsbach, insbesondere durch Johanns Sohn Karl personifiziert, war jetzt endgültig. Allerdings schien das zunächst noch kaum ernsthafte Auswirkungen auf Ludwig zu haben. Die übrigen Fürsten waren nicht gewillt, sich in eine etwaige Auseinandersetzung zwischen den beiden Großdynastien einzumischen. Vielleicht spekulierten sie und insbesondere Habsburg darauf, dass sich Luxemburg und Wittelsbach gegenseitig Schaden zufügten. Ludwigs Charakter kannte man seit 1324. Und man störte sich lange Zeit nicht sonderlich daran oder wollte einfach nichts riskieren.

Ein ähnlich rücksichtsloses Verhalten ist Ludwig beim Erwerb der holländischen Gebiete nach dem Tod seines Schwiegervaters 1345 anzukreiden; auch hier gab es andere Miterben, die Ludwig überging. Dies war auch mit ein Anlass, dass sich fünf der deutschen Kurfürsten zur Wahl Karls IV. zum Gegenkönig entschieden74. Kontinuität zeigte Ludwig nur in seiner städtefreundlichen Politik; allerdings hatte er im Konflikt mit Gegenkönig Karl IV. nicht mehr alle Städte auf seiner Seite75.

4.4.3 Johann von Böhmen und Ludwig IV. im Vergleich

Obwohl Ludwig IV. sich zunächst mit seinem Gegenkönig Friedrich dem Schönen von Habsburg auseinandersetzen musste, war dieser trotz des Rückhaltes durch seinen Bruder Leopold doch weit weniger gefährlich als sein wahrer Rivale, König Johann von Böhmen. Das anfängliche Bündnis zwischen den beiden beruhte, wie sich hinterher herausstellte, allein auf dem gemeinsamen Gegner. Der Konflikt Ludwigs mit Friedrich war hauptsächlich reichspolitischer Natur, seine Rivalität mit Johann hatte in weit größerem Ausmaß territorialpolitische Ursachen. Zwischen Ludwig und Johann fand ein territorialer Wettbewerb statt, den Ludwig nur aufgrund seiner Königswürde gewann. Johanns Ziel, Ludwig im Ausmaß seiner Territorien zu überflügeln und ihn schließlich bei günstiger Gelegenheit zu stürzen zu versuchen, muss als gescheitert betrachtet werden. Den Beginn der Alleinherrschaft seines Sohnes Karl IV. erlebte er nicht mehr mit, bei seinem Tod war der Thronkampf zwischen Ludwig IV. und Karl IV. noch nicht entschieden. Karl IV. war es schließlich vergönnt, den Kampf seines Vaters unter umgekehrten Vorzeichen weiterzuführen und den Luxemburgern den Platz an der Sonne zu bescheren.

4.5 Karl IV.: Hausmachtpolitik, Hegemonialkönigtum, Goldene Bulle und Niedergang der Wittelsbacher

Karl IV. erfuhr als König eine allgemeine Anerkennung, was ein ganzes Jahrhundert lang nicht mehr der Fall war. Es gab keine größere Fürstenopposition, seine Gegner, meist auf sich alleine gestellt, waren ihm nicht ebenbürtig. Die Wittelsbacher waren durch ihre neuerlichen Erbteilungen geschwächt, von den Habsburgern war unter Albrecht II., der eigentlich ein friedliebender Politiker war, keine ernsthafte Konkurrenz zu erwarten.

Karl IV. konnte durch geschickte Diplomatie die pfälzischen Wittelsbacher auf seine Seite ziehen, was die Position seines stärksten Gegners, Ludwigs V. von BrandenburgTirol, schwächte. Auch nutzte er die Unruhen in Brandenburg für sich aus, indem er kurzzeitig einen Prätendenten unterstützte, der sich als der letze brandenburgische Askanier, Markgraf Woldemar (gest. 1319) ausgab. Auch versuchte er anfangs noch einmal, Tirol zu erobern76. Jedoch gelang es Ludwig V., diese Angriffe abzuwehren, weil er die dortige Bevölkerung hinter sich wusste und sich zudem Verdienste beim Wiederaufbau des zuvor zerrütteten Staatsgebildes erworben hat77.

Insgesamt aber konnte Karl IV. aus einer Position der Stärke handeln, nicht zuletzt deshalb, weil die Söhne Ludwigs IV. seinen ehemaligen Besitz in Verträgen von Landsberg, Luckau und Regensburg zwischen 1349 und 1353 endgültig teilten78. Ludwig V. versuchte zwar nacheinander, König Eduard III. von England und Graf Günther von Schwarzburg als Gegenkönige zu nominieren, doch lehnte der eine von vornherein ab, der andere verzichtete bald darauf. Karl IV. hatte während seiner gesamten Regierungszeit die mit Abstand größte Hausmacht im Reich. Einige Gebiete gab er an andere Familienmitglieder ab: Das Herzogtum Luxemburg an seinen Vetter Wenzel, der 1355 auch Brabant erbte79, und Mähren an seinen Bruder Johann Heinrich, sozusagen als Ersatz für den Verlust Tirols. Die Goldene Bulle entstand in enger Kooperation mit maßgeblichen Fürsten. Karl IV. erreichte, dass die Habsburger ohne Kurwürde blieben. In Zusammenarbeit mit dem Burggrafen von Nürnberg konnte Karl IV. eine fränkische Hausmacht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Wittelsbachern, das sogenannte ,,Neuböhmen" errichten und schaffte sich eine Landbrücke in die Reichsstadt Frankfurt. Ein sehr wichtiges Element seiner Politik waren politische Heiraten, was nochmals gesondert behandelt werden wird80.

Trotz eines Friedens mit Ludwig V., der Brandenburg bald seinen jüngeren Brüdern Ludwig VI. dem Römer und Otto V. dem Faulen überließ und seit 1351 nur noch in Tirol und Oberbayern regierte, blieb Karl IV. auf Konfrontationskurs zu den bayerischen und vor allem brandenburgischen Wittelsbachern. Die Gründung Neuböhmens muss eine Provokation für sie gewesen sein, ebenso seine Zusammenarbeit mit dem Burggrafen von Nürnberg, dem regionalen Konkurrenten der bayerischen Wittelsbacher. Im Tiroler Erbfolgekrieg unterstützte Karl die Habsburger gegen Stephan II. von Niederbayern. Aber auch die beiden Brandenburger schlugen sich auf Habsburgs Seite, da Stephan ihnen bei der Besetzung des 1363 vakanten Oberbayern zuvorkam. Vor allem aber nutzte er das unkluge Verhalten und die Geldknappheit Ottos V. nach dem Tod seines Bruders, um Brandenburg seinem Besitz einzuverleiben.81 Ihm half es auch wenig, dass er Karls Schwiegersohn war. Otto erhielt aber eine außergewöhnlich hohe Abfindung82 und behielt seinen Kurfürstentitel. Dies wurde im Frieden von Fürstenwalde vertraglich festgemacht und bedeutete zugleich eine endgültige Aussöhnung zwischen Karl und den Wittelsbachern83. Einige Rückschläge mussten die Luxemburger aber im Westen hinnehmen, auch wenn Karl IV. davon nur indirekt betroffen war. Seinem Halbbruder Wenzel wollten die rheinischen Kurfürsten in seinen Expansionsbestrebungen Einhalt gebieten84. Später erlitt Wenzel gegen Jülich-Geldern bei Baesweiler eine empfindliche Niederlage und wurde gefangengenommen. Karl musste ihn schließlich freikaufen. Dies alles hielt die Luxemburger von weiterer Expansion im Westen ab85.

Trotz mancher kleiner Rückschläge war die Politik Karls IV., die übrigen Fürsten klein zu halten und gegeneinander auszuspielen, von Erfolg gekrönt. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass ihm die meiste Zeit ein ebenbürtiger Rivale fehlte. Rudolf IV. der Stifter, der ein solcher hätte werden können, starb ,,rechtzeitig". Allerdings stärkte er durch die Goldene Bulle die Partikulargewalten. Die Kurfürsten wurden aufgewertet und deren Territorien für unteilbar erklärt. Außerdem erhielten sie das Judenregal86.

Dies stärkte natürlich deren Expansionsfähigkeit in Zeiten schwächerer Könige, wie sie nach Karls IV. Tod anbrechen sollten.

4.6 Hausmachtpolitik ohne Königswürde: Die erfolgreiche Expansion der Habsburger unter Albrecht II. und Rudolf IV.

p>Nach Albrechts I. Ermordung begann eine längere Periode des Niedergangs der habsburgischen Hausmacht, nicht zuletzt bedingt durch den Verlust der Königswürde und durch die gemeinsame Herrschaft Friedrichs des Schönen und seines Bruders Leopold. Die Habsburger mussten sich dem neuen König Heinrich VII. unterwerfen, um wenigstens ihre Gebiete Österreich und Steiermark zu behalten87, zudem waren sie vorübergehend durch die Gebiete Heinrichs von Kärnten-Tirol, eingeschlossen, so lange dieser sich als König von Böhmen halten konnte. Außerdem drohten an der Nordgrenze Konflikte mit den niederbayerischen Wittelsbachern. Die Vertreibung Heinrichs aus Böhmen beseitigte zwar diese Umklammerung, brachte den Habsburgern aber in den Luxemburgern neue Konkurrenten ein. Dafür kam es wieder zu einer Annäherung zu Kärnten-Tirol.

p>Friedrich der Schöne war nach der Doppelwahl 1314 in einer eindeutig schwächeren Position als sein Rivale Ludwig IV., da dieser mit den Luxemburgern Johann von Böhmen und Balduin von Trier verbündet war. Zwar hatte ihm sogar der Bruder Ludwigs IV., Kurfürst Rudolf von der Pfalz, bei der Wahl 1314 seine Stimme gegeben, militärische Unterstützung war von ihm jedoch nicht zu erwarten. So hat Friedrich Rudolfs Entmachtung 1317 zwar nicht geschwächt, dafür aber seinen Rivalen Ludwig IV. gestärkt. Im Interesse des Reiches gelang es ihm zwar nochmals, Italienpolitik zu betreiben88, für die Festigung seiner Hausmacht konnte dies aber nur nachteilig gewesen zu sein. Das 14. Jahrhundert war für die Habsburger auch durch mehrere kriegerische Auseinandersetzungen mit den Eidgenossen geprägt. Nicht dass sie ihnen nicht gewachsen gewesen wären. Sie waren einfach zu überheblich und wandten die falsche Taktik an89, indem sie mit schwerfälligen Ritterheeren gegen die leichtbewaffneten Bergbauern anzukommen versuchten. Durch die Niederlagen bei Morgarten gegen die Schweizer und vor allem bei Mühldorf im Thronstreit gegen Ludwig IV. wurden die Habsburger empfindlich geschwächt. Leopold I., der über die Vorlande regierte, erwies sich zwar als tatkräftiger Herzog90, vermochte aber die habsburgische Stellung kaum auszubauen, zudem starb er frühzeitig (1326).

p>Erst der aufkommende Gegensatz zwischen Ludwig IV. und Johann von Böhmen wegen Brandenburg ließ die Habsburger wieder zu einem ernsthaften politischen Faktor werden und drängte Ludwig IV. zur Aussöhnung mit ihnen. Ein Auftrieb für die habsburgische Territorialpolitik ergab sich unter der Herrschaft Herzog Albrechts II. ab 1330 Der offizielle Verzicht auf die Königswürde im Vertrag von Hagenau erwies sich als politisch klug. Der größte Gewinner der kriegerischen Auseinandersetzung um Kärnten-Tirol von 1336 waren die Habsburger. Ihr Besitz von Kärnten und Krain wurde nach der bereits ein Jahr zuvor erfolgten kaiserlichen Belehnung endgültig bestätigt. Habsburg befand sich in der Folgezeit mit den beiden anderen Großdynastien in Frieden und blieb auch im Thronstreit zwischen Ludwig IV. und Karl IV. von 1346/47 neutral, vorteilhaft war es in diesem Fall sicher, keine Kurwürde zu besitzen, sonst hätte man sich für eine Seite entscheiden müssen. Die Habsburger schlugen sich dann nach dem Tod Ludwigs IV. noch rechtzeitig auf die Seite Karls IV., da auch sie wussten, dass keiner von Ludwigs Söhnen die Wahl zum deutschen König durchsetzen würde. Positive Auswirkungen hatte auch das Bemühen Albrechts II., das Schwergewicht der habsburgischen Hausmacht von den Stammlanden endgültig nach Österreich zu verlegen und sich dort heimisch zu machen.91

Der Aufstieg der Habsburger setzte sich nach dem Tod Albrechts II. 1358 unter seinem Sohn Rudolf IV. dem Stifter fort. Der Erbvertrag mit den Luxemburgern von 1364 schuf langfristig die Voraussetzung zum weiteren Aufstieg Habsburgs, denn anders als Karl IV. plante sollten gut 70 Jahre später nicht die Habsburger, sondern die Luxemburger ausgestorben sein92. Trotz diverser Verstimmungen zwischen Rudolf IV. und Karl IV. wegen des privilegium maius93 blieben beide doch gegen die (bayerischen) Wittelsbacher verbündet. Nicht zuletzt durch die Parteinahme Karls IV. entschieden die Habsburger den Tiroler Erbfolgekrieg zu ihren Gunsten, wenn auch nicht mehr zu Lebzeiten Rudolfs IV. Mit dem Gewinn Tirols 1363 / 69 hatten die Habsburger ihr Gebiet im Vergleich zu 1330 verdoppelt - ganz ohne Königs- oder Kurwürde. Unter den Nachfolgern Rudolfs IV., Albrecht III. und Leopold III. kamen noch Gebiete in Istrien und Norditalien sowie Freiburg und die Grafschaft Hohenberg hinzu94. Auch wurde die Windische Mark zurückgewonnen. Das Bündnis mit Karl IV. blieb ebenfalls eng. Der habsburgische Besitz blieb im Großen und Ganzen auch im Jahrhundert der Teilungen (1379 - 1490) gewahrt; 1437 kamen die luxemburgischen Gebiete hinzu.

Die habsburgische Politik ab 1330 zeigt also, wie auch ohne Königswürde, ja sogar ohne Kurwürde, hauptsächlich durch geschickte Diplomatie und Königsnähe bedingt, eine Erweiterung der eigenen Hausmacht erreicht werden konnte. Kriege wurden nur geführt, wenn die militärische Überlegenheit groß genug war. Die territoriale Ausbeute der Habsburger in diesen Jahren übertraf bei weiten das, was Albrecht I. durch ständiges Säbelrasseln oder Johann von Böhmen durch politische Intrigen und Heiratspolitik jemals erreichen konnten. Vor allem aber war den Erwerbungen eine Dauerhaftigkeit beschieden, so dass sie auch die jahrelangen Teilungen überstanden.

4.7 Hausmachtpolitik in kleinerem Rahmen nach dem Tod Karls IV.

Nicht zuletzt durch die Goldene Bulle waren die deutschen Territorien gefestigt worden. Nach dem Tod Kaiser Karls IV. war die Zeit der territorialen Umverteilungen weitgehend vorbei. Allerdings ist zu betonen, dass in der zweiten Hälfte des 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts deutsche und europäische Dynastien oder Herrschaftslinien ausgestorben waren: Staufer, Babenberger (Österreich), Arpaden (Ungarn), Premysliden (Böhmen), Kapetinger (Frankreich), Meinhardiner (Kärnten- Tirol) und die brandenburgischen Askanier. Dieser Prozess war jetzt zum Stillstand gekommen. Zudem befanden sich alle drei großen Dynastien in einer Periode der Spaltungen, was weiteren Territorienerwerb verhinderte. Hatte Ludwig IV. seinen Besitz bereits 1347 unter seinen Söhnen verteilt, bedachte auch Karl IV. vor seinem Tod jeden seiner Söhne mit Territorialbesitz. Nur ein Jahr später besiegelte der Neuburger Vertrag95 die Spaltung der Habsburger in die albertinische und leopoldinische Linie. Auch dürfen auf habsburgischer Seite nicht die beiden Niederlagen gegen die Schweizer bei Sempach (1386) und Näfels (1388) verschwiegen werden. Die erstgenannte Schlacht kostete Herzog Leopold III. das Leben und führte zu weiteren Spaltungen seiner Linie. Politisch bestätigten diese Niederlagen jedoch nur eine Entwicklung, die ohnehin nicht mehr aufzuhalten war: die langsame, aber stetige Loslösung der Schweiz aus dem Reichsverband und dem habsburgischen Einflussbereich. Sigismund, der vorübergehend Markgraf von Brandenburg wurde, gewann mit Ungarn als erster deutscher Fürst seit 1308 wieder ein außerdeutsches Territorium. Probleme auf dem Balkan (Türkenkriege !) verhinderten eine Einmischung Sigismunds in die deutsche Territorialpolitik, wenn er dies denn gewollt hätte. Brandenburg übertrug er seinem Vetter Jobst von Mähren. Unter den Erben Karl IV. kam es immer wieder zu internen Streitigkeiten, in denen besonders Jobst von Mähren als ,,böser Geist der Familie" in Erscheinung trat96. Bei den Habsburgern spaltete sich die leopoldinische Linie weiter in eine steierische und tirolische Linie, bei den Wittelsbachern bildeten sich allein in Bayern die Linien Bayern-Landshut, Bayern-Ingolstadt und Bayern-München heraus. Dies alles verlief natürlich nicht ohne interne Streitigkeiten ab.

König Wenzel war nicht an territorialen Erweiterungen gelegen; in seine Regierungszeit als deutscher König fielen einige Ritterfehden und nicht zuletzt der deutsche Städtekrieg. Hatte Ludwig IV. eindeutig die Städte begünstigt und Karl IV. eindeutig die Fürsten, so konnte sich Wenzel nicht für eine der beiden Seiten entscheiden97. Schließlich gewannen die Fürsten die Oberhand; Städtebünde wurden im Landfrieden von Eger 1389 nochmals ausdrücklich verboten, nachdem ein solches Verbot bereits durch die Goldene Bulle ergangen war. Angesichts der Schwächen, die Wenzel zunehmend offenbarte, kam es zu mehreren Versuchen, ihm die Königswürde zu entreißen. Der erste Versuch Herzog Albrechts III.98, über den Umweg eines Reichsvikariates die Kurfürsten zu gewinnen, scheiterte noch, ebenso Pläne, die Pfalzgraf Ruprecht II. hegte99. Erst sein Nachfolger Ruprecht III. hatte 1400 Erfolg.

Aber auch die Hausmachtpolitik Ruprechts von der Pfalz war relativ unspektakulär.

Die Pfalz hatte durch Verpfändungen, begünstigt durch das Bündnis mit Karl IV., in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts noch einigen Gebietszuwachs erhalten100. Ruprecht blieb als König aber weitgehend von Bundesgenossen abhängig, zumal die Gegnerschaft der Wittelsbacher und der Luxemburger, die das ,,konstruktive Misstrauensvotum" gegen Wenzel natürlich nicht hinnahmen, wieder aufbrach. Sein noch bedeutendster Erfolg war die Rückgewinnung Frankens durch die Wittelsbacher. Die Streitigkeiten unter den Wittelsbachern verhinderten aber ein weiteres Ausgreifen auf Böhmen101. Angesichts des gemeinsamen Gegner rückten die Luxemburger Wenzel, Sigismund und Jobst von Mähren wieder enger zusammen102. Jetzt zeigte sich auch, dass Ruprecht eine starke Hausmacht als Grundvoraussetzung eines starken Königtums fehlte, mit der er sich gegen die keinesfalls mehr dominanten Luxemburger vielleicht besser hätte durchsetzten können103. Die Luxemburger konnten sich aufgrund ihrer großen Territorialmasse trotz immer wieder auftretender Streitigkeiten verteidigen104. Auch die Unterstützung Ruprechts sowie eines ungarischen Gegenkönigs (1403) durch den Papst brachten dem Pfälzer wenig Nutzen105. Sigismund konnte die Habsburger Wilhelm, Albrecht V. und Ernst den Eisernen auf seine Seite bringen, indem er ihnen Brandenburg in Aussicht stellte.106

Unter Sigismund überließen die Luxemburger Brandenburg nach dem Tod Jobsts von Mähren (1411) dem verbündeten Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern (1415). Ein Gebiet, welches Karl IV. unbedingt besitzen wollte - fast schon seine Lebensaufgabe - wurde jetzt einfach verhökert. Bei den Luxemburgern war wohl eine gewisse Saturiertheit eingetreten. Sigismunds Hausmachtpolitik war durch das enge Bündnis zu Albrecht V. von Österreich seinem Schwiegersohn und zukünftigen Erben, geprägt. Albrecht übernahm auch die Kriegführung gegen die Hussiten. Ganz anders war sein Verhältnis zu Albrechts Vetter Friedrich IV. (mit der leeren Tasche)107, mit dem es zu ernsthaften Auseinandersetzungen, die sogar zur zeitweiligen Ächtung Friedrichs führten, und erst 1425 zur Versöhnung kam108.

Die Jahre nach Karls IV. Tod liefen auf der Ebene der Mächtetrias also eher unspektakulär ab. Die Machtkämpfe fanden jetzt hauptsächlich innerhalb der geteilten Dynastien statt. Es ist auch nicht verwunderlich, dass von den deutschen Königen zwischen 1378 und 1439 nur Sigismund einen ,,erfolgreichen", mit der Kaiserkrönung 1433 abgeschlossenen Romzug unternahm. In der Phase der Territorialteilungen waren innerdynastische Auseinandersetzungen natürlich vorprogrammiert und ließen keinen Raum für größere Politik. Der einzige echte Paukenschlag war die Absetzung Wenzels und die Wahl Ruprechts von der Pfalz gewesen. Das Territorialgefüge Deutschlands änderte sich durch dieses zweite wittelsbachische Königtum kaum, genauso wenig aber, nachdem das Pendel mit der Wahl Sigismunds zurückgeschlagen war.

5. Hausmachtbildung und Heiratspolitik

,,Familienpolitik", so Dieter Veldtrup, ,,ist, wie es sich bereits aus dem zweiten Wortbestandteil ergibt, eine Erscheinungsform der `hohen Politik' und mit ihr untrennbar verbunden und politische Motive waren es auch, die für den Abschluss von Eheversprechungen, Verlobungen und Heiraten ausschlaggebend waren"109. Diese Politik hatte in der Zeit von der Völkerwanderung bis zum Ende des Ancien régime ihre Hochkonjunktur und zieht sich wie ein roter Faden auch durch den hier behandelten Zeitraum der deutschen (Territorial-) Geschichte. Sie nochmals gesondert zu behandeln erweitert nochmals den Verständnishorizont des vorigen.

Rudolf von Habsburg verfolgte eine umfangreiche Heiratspolitik mit den wichtigsten deutschen Fürsten110. Begünstigt hat ihn dabei der Umstand, dass er zahlreiche Töchter hatte. Unter den verschwägerten Fürsten waren mit Ludwig dem Strengen von Pfalz- Oberbayern und Otto von Niederbayern auch zwei Wittelsbacher. Ziel Rudolfs war es, sich im Reich über seine Wahl hinaus Anerkennung zu verschaffen. Außerdem erhoffte er sich sicher von Fall zu Fall auch Gebietsansprüche, falls die eine oder andere verschwägerte Linie aussterben sollte. Die verschwägerten Fürsten waren für Rudolf außerdem potentielle Verbündete gegen seinen Erzfeind Ottokar von Böhmen. Dies hat sich dann allerdings mit Ausnahme Meinhards von Tirol als Trugschluss erwiesen. Durch Rudolfs Heiratsverbindungen war auch der spätere Kaiser Ludwig IV., der seine Kindheit zusammen mit seinem späteren Rivalen Friedrich dem Schönen am Wiener Hof verbrachte, ein Enkel Rudolfs.

Albrecht I. gelang es zeitweilig auch, Einfluss auf seinen Neffen Ludwig IV. zu nehmen. Die pfälzische Kurwürde wechselte damals zwischen ihm und seinem Bruder Rudolf. Im Augenblick der Wahl Albrechts 1298 lag die Stimme nominell bei Ludwig. Dieser ließ dann aber wegen seiner Unmündigkeit den Herzog von Sachsen-Wittenberg, auch ein Schwager Albrechts, die Stimme führen111. Unter den von Albrecht 1300 - 1302 besiegten rheinischen Kurfürsten befand sich auch Rudolf von der Pfalz. So konnte sich Albrecht in die wittelbachischen Verhältnisse einmischen. Er zwang Rudolf, seinem jüngeren Bruder Ludwig IV. mehr Herrschaftsrechte einzuräumen. Nicht gerade vorteilhaft war es für Rudolf, dass er ein Schwiegersohn und einst enger Verbündeter des ehemaligen Königs Adolf von Nassau war112. Die unterschiedliche Haltung der beiden wittelbachischen Brüder Rudolf und Ludwig IV. trug sicher viel zu ihrer gegenseitigen Feindseligkeit bei, die bis Rudolfs Tod 1319 dauern sollte.

Auch der Griff Albrechts I. nach Böhmen 1306 war vorher durch eine politische Heirat untermauert worden: Sein Sohn Rudolf III. heiratete die Witwe Wenzels II., Elisabeth von Polen. Dadurch hätten einst vielleicht sogar polnische Ansprüche für die Habsburger geltend gemacht werden können. Eine zusätzliche Rechtsgrundlage war aber auch der Einzug Böhmen als Reichslehen. Die Heirat muss für den böhmischen Adel aber schwerer gewogen haben, denn nach dem baldigen Tod Rudolfs III. erkannte er dessen mitbelehnte Brüder nicht an, sondern ließ es zunächst zu, dass Heinrich von Kärnten-Tirol, ein weiterer Verwandter der Premysliden, sich der Krone bemächtigte.

Das Rennen um Böhmen machten schließlich die Luxemburger: Heinrich VII. verheiratete seinen Sohn Johann mit der letzten Premyslidenprinzessin, was diesem das Königreich Böhmen einbrachte. Allerdings hatte der böhmische Adel nach der Vertreibung Heinrichs von Kärnten-Tirol bereits Nägel mit Köpfen gemacht und die Heirat war quasi nur noch eine weitere Bestätigung.

Auch der Luxemburger Johann von Böhmen setzt sehr auf politische Heiraten - und war auf diesem Gebiet rastlos tätig. Heiratsverbindungen kamen mit Frankreich, Tirol und Niederbayern zustande. Die Verlobung einer seiner Töchter mit einem Wettiner wird durch die Überredungskünste Ludwigs IV. gelöst; neue Braut war eine Tochter Ludwigs - ein düsteres Vorzeichen des späteren Tiroler Eheskandals113. Dafür schaffte es Johann, seinen Schwiegersöhnen, den Herzögen Heinrich XIV. und Otto IV von Niederbayern politisch den Kopf zu verdrehen. Langezeit sahen diese sich Johann sogar näherstehend als ihrem oberbayerischen Verwandten Ludwig114. Uneinigkeit - eine leider allzu häufige Vorkommnis bei den Wittelsbachern. Im Zeitalter der Konfessionalisierung und des Dreißigjährigen Krieges sollte sich dies noch viel dramatischer auswirken. Einen bedeutenden Gewinn durch eine politische Heirat machten die Wittelsbacher aber 1330: Ein Sohn Ludwigs, Stephan (II.), erhielt durch seine Heirat mit einer Urenkelin Friedrichs II. die Landvogtei Oberschwaben. In der Folgezeit kamen noch Gebiete um Augsburg hinzu115.

Der Tiroler Eheskandal von 1342 ist in den vorigen Ausführungen bereits erschöpfend behandelt worden. Er verdeutlicht, dass auch Ludwig IV. die Heiratspolitik als wichtiges Mittel des Territorienerwerbs sah. Besonders auf diesem Gebiet zeigen sich aber die Schattenseiten in Ludwigs Charakter. Durch Heiratspolitik wurde nach 1342 auch noch ein letztes Mal probiert, Luxemburger und Wittelsbacher wieder zu versöhnen. Doch die geplante Heirat des brüskierten Johann Heinrich mit einer Tochter Ludwigs kam nicht zustande.116

Die weitaus meisten politischen Heiraten hat aber Kaiser Karl IV. angebahnt. Anders als Ludwig IV., der bei günstigen Gelegenheiten ,,zugriff", hat er politische Heiraten als festes Element seiner Diplomatie und Territorialpolitik verankert. Auf diese Weise gewann sein Sohn Sigismund das Königreich Ungarn117, nachdem er zunächst eine polnische Prinzessin hätte heiraten sollen118. Karl IV. spekulierte freilich damit, beide Königreiche für sein Haus zu gewinnen. Weitere verwandtschaftliche Verbindungen bestanden zu Frankreich, Burgund, der Kurpfalz (Schwiegersohn Rudolf II. von der Pfalz), Brandenburg (Schwiegersohn Otto V. der Faule von Wittelsbach), Habsburg (Schwiegersohn Rudolf der Stifter) und Brabant. Durch die Heiratspolitik Karls IV. waren somit alle drei Großdynastien untereinander verwandtschaftlich verbunden. Vor allem wusste Karl IV. die Wittelsbacher durch seine Heiratsprojekte zu spalten119. Schließlich konnte Karl IV. seinen Schwiegersohn Otto V. den Faulen, der völlig zum Spielball seiner Politik geworden war120, 1373 zum Verzicht auf Brandenburg nötigen121. Letztlich war es wieder eine politische Heirat, die den Übergang der Königswürde auf die Habsburger vorbereitete. Albrecht V. von Österreich wurde Schwiegersohn des kinderlosen Kaisers Sigismund und damit sein Erbe. Dies bekräftigte nochmals den bereits 1364 geschlossenen Erbvertrag der beiden Fürstenhäuser.

Man sieht also, dass politische Heiraten einen wesentlichen Aspekt in der allgemeinen Territorialpolitik und auch im Verhältnis der Fürstendynastien zueinander darstellen und oft das Schicksal ganzer Territorien beeinflussten. Oft waren die Familien aber auch derart verwandtschaftlich miteinander verwoben, dass von einer einheitlichen Politik einer Dynastie nicht mehr gesprochen werden konnte. Im Falle, dass verschiedene Erbansprüche aus ehelichen Verbindungen miteinander konkurrierten, war ein militärischer Konflikt vorprogrammiert. Extrembeispiel ist dabei Tirol , das innerhalb von 33 Jahren (1336-1369) dreimal ein derartiges Schicksal über sich ergehen lassen musste und dabei stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

6. Ergebnisse und kurzer Ausblick auf die Weiterentwicklung von Reich und Territorien

Da die Luxemburger ausgestorben und die Wittelsbacher durch Teilungen relativ bedeutungslos geworden waren ist seit 1438 in Deutschland die Zeit der ,,Könige aus verschiedenen Häusern" beendet, die nach dem Ende des Interregnums begonnen hatte. Die Mächtetrias Habsburg - Luxemburg - Wittelsbach war von den maßgebenden deutschen Fürsten zwar nicht systematisch aufgebaut, aber, nachdem sie sich herausgebildet hatte, doch stark gefördert worden. Die Rivalität dieser drei Häuser lag ganz im Sinne des Partikularismus. Man hinderte sich entweder gegenseitig am Aufbau einer dominanten Position oder leistete sich, besonders in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, interne Streitigkeiten. Als die Königswürde dann endgültig auf die Habsburger überging, war sie in ihrer Bedeutung schon so gesunken und die Territorien so gestärkt, dass sich die Kurfürsten mit einer faktischen Erbmonarchie anfreunden konnten. Bis auf eine Ausnahme verblieb die deutsche Königs- und Kaiserwürde seitdem bei den Habsburgern bzw. ihren Seitenlinien. Habsburg war seitdem die größte deutsche Territorialmacht und blieb bis zum Aufstieg Preußens im 18. Jahrhundert innerhalb Deutschlands ohne ernsthafte Konkurrenz. Kurzzeitig gewannen die Habsburger auch Böhmen, Mähren und Ungarn, ein Jahrhundert später endgültig. Nach ernsthaften Krisen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit dem Höhepunkt der Besetzung Wiens durch den ungarischen König Matthias Corvinus (1485) endete 1490 die Teilung der habsburgischen Erblande. Durch geschickte Heiratspolitik erlebten die Habsburger innerhalb kürzester Zeit den Aufstieg zur Weltmacht.

Die (bayerischen) Wittelsbacher konnten erst gut 150 Jahre später als Vormacht der katholischen Liga wieder einen vorderen Platz im deutschen Territorialgefüge erobern - bezeichnenderweise im Bündnis mit den Habsburgern.

Das Reichsgut hatte seine Bedeutung vollständig verloren oder sich längst vom König emanzipiert. Die Reichsstädte fielen als ernsthaftes Gegengewicht zu den Territorien aus. Der Territorialisierungsprozess im Deutschen Reich war jetzt weitgehend abgeschlossen, die Chance einer starken Zentralgewalt endgültig vertan. Da sich die Habsburger damit abfanden beließ man ihnen die Königswürde. Abweichende Entwicklungen wären nochmals unter Karl V. und im Dreißigjährigen Krieg im Bereich des Möglichen gewesen. Die Unternehmungen der Habsburger, im Zeitalter der Konfessionalisierung als katholische Vormacht erneut die Reichsgewalt zu stärken, führten nur zu weiteren Rückschlägen, erst durch den Augsburger Religionsfrieden, dann in noch größerem Masse durch den Westfälischen Frieden. Maßnahmen gegen die territoriale Zersplitterung wurden schließlich im 19. Jahrhundert erst von außen (Napoleon), dann von der neuen deutschen Vormacht Preußen durchgeführt.

7. Verzeichnis der benutzten und weiterführenden Literatur

Deutsche Geschichte

Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Stuttgart 1973

Heinz Angermeier, Das Alte Reich in der deutschen Geschichte. Kontinuitäten und Zäsuren, München 1991

Peter Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung. Das Reich im späten Mittelalter 1250 bis 1490 (= Propyläen Geschichte Deutschlands, 3), Berlin 1985

Bernhard Schmeidler, Das spätere Mittelalter. Von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zur Reformation, Leipzig 1937

Territorialgeschichte

Heinz Angermeier, Bayern in der Regierungszeit Ludwigs IV., in: Max Spindler, Handbuch der bayerischen Geschichte, 2, München 1966

Helmut Assing, Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger (Mitte des 12. bis Anfang des 15. Jahrhunderts), in: Ingo Materna / Wolfgang Ribbe(Hrsg.), Brandenburgische Geschichte, Berlin 1995

Adolf Bachmann, Geschichte Böhmens, Erster Band (bis 1400), Gotha 1899

Berthold Bretholz, Geschichte Böhmens und Mährens, Erster Band, Das Vorwalten des Deutschtums bis 1419, Reichenberg 1924

Alois Gerlich und Alfred Wendehorst, Frankens Territorialmächte zwischen Bayern und Böhmen, in: Max Spindler (Hrsg.), Handbuch der bayerischen Geschichte, 3/1, Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, 3. neubearbeitete Auflage, neu herausgegeben von Andreas Kraus, München 1997

Benno Hubensteiner, Bayerische Geschichte. Staat und Volk, Kunst und Kultur, 2. Auflage, München 1952

Alfons Huber und Alfons Dopsch: Österreichische Reichsgeschichte. Geschichte der Staatsbildung und des öffentlichen Rechts, 2. Auflage, Wien 1901, Aalen 1968

Andreas Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage, Darmstadt 1992

Franz Krones, Grundriß der Österreichischen Geschichte, Wien 1882 Sigmund Riezler, Geschichte Baierns, Gotha 1880

Therese Schüssel, Das Werden Österreichs, Ein Arbeitsbuch für österreichische Geschichte, Wien 1964

Ferdinand Seibt: Die Zeit der Luxemburger und der hussitischen Revolution, in: Karl Bosl (Hrsg.), Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder, Stuttgart 1967

Theodor Straub, Bayern im Zeichen der Teilungen und der Teilherzogtümer (1347 - 1450), in: Max Spindler, Handbuch der bayerischen Geschichte, 2, München 1966

Dynastiengeschichte

Karl Friedrich Krieger: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III., Stuttgart / Berlin / Köln 1994

Peter Moraw: Die Luxemburger, Stuttgart 1996 (war mir leider nicht zugänglich)

Hans und Marga Rall, Die Wittelsbacher in Lebensbildern, Graz / Wien / Köln, 1986 Eberhard Straub, Die Wittelsbacher, Berlin 1994

Biographien

J. Hirn, Rudolf von Habsburg, Wien 1874

Karl Adolf Konstantin Höfler, Ruprecht von der Pfalz, genannt Clem, römischer König, 1400 - 1410, Freiburg 1861

Jörg K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle der Neuzeit 1368 - 1437, Darmstadt/München 1996/97

Alphons J. F. Mücke, Albrecht I. von Habsburg. Herzog von Oesterreich und Römischer König. Ein Beitrag zur deutschen Staaten- und Reichsgeschichte im 13. und 14. Jahrhundert, Gotha 1866

Oswald Redlich, Rudolf von Habsburg. Das deutsche Reich nach dem Untergange des alten Kaisertums, Innsbruck 1903

Ferdinand Seibt, Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 - 1378, München 1978

Friedrich Schneider: Kaiser Heinrich VII.,1, Bis zum Beginn des Romzuges 1310, Greiz im Vogtland / Leipzig 1928

Joh. Schötter, König Johann von Böhmen (2 Bde.), Luxemburg 1865 Heinz Stoob, Kaiser Karl IV. und seine Zeit, Graz / Wien / Köln 1990

Heinz Thomas, Ludwig der Bayer (1282 - 1347). Kaiser und Ketzer, Regensburg / Graz / Wien / Köln 1993

Aufsätze:

Hans Patze (Hrsg.), Kaiser Karl IV. 1316 - 1378. Forschungen über Kaiser und Reich, Neustadt / Aisch 1978

- Reinhard Schneider, Probleme der Reichspolitik Karls IV. (S. 73 -102)
- Hubert Röhrenbeck, Karl IV. und die Pfalzgrafen bei Rhein (S. 613 - 643)
- Helmut Maurer, Karl IV. Und die Erneuerung des Herzogtums Schwaben (S. 645 - 657)
- Peter-Johannes Schuler, Die Rolle der schwäbischen und elsässischen Städtebünde in den Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Bayern und Karl IV. (S.659 - 694)
- Josef Riedmann, Karl IV. und die Bemühungen der Luxemburger um Tirol (S. 775 - 794)

Hans Patze (Hrsg.), Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert, 2 Bände (= Vorträge und Forschungen. Herausgegeben vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, Band XIII und XIV), Sigmaringen 1970

Band 1:

- Bernhard Diestelkamp, Lehnrecht und spätmittelalterliche Territorien (S. 65 - 96)
- Götz Landwehr, Die rechtshistorische Einordnung der Reichspfandschaften (S. 97 - 116)
- Johanna Naendrup-Reimann, Territorien und Kirche im 14. Jahrhundert (S. 117 - 174)
- Franz Petri, Territorienbildung und Territorialstaat des 14. Jahrhunderts im Nordwestraum (S. 383 - 483)

Band 2:

- Walter Schlesinger, Zur Geschichte der Landesherrschaft in den Marken Brandenburg und Meißen während des 14. Jahrhunderts (S. 101 - 126)
- Richard Laufner, Die Ausbildung des Territorialstaates der Kurfürsten von Trier (S. 127 - 148)
- Alois Gerlich, Rheinische Kurfürsten im Gefüge der Reichspolitik des 14. Jahrhunderts (S. 149 - 170)
- Meinrad Schaab, Die Festigung der pfälzischen Territorialmacht im 14. Jahrhundert (S. 171 - 198)
- Hanns Hubert Hofmann, Territorienbildung in Franken im 14. Jahrhundert (S. 255 - 300)
- Pankraz Fried, "Modernstaatliche" Entwicklungstendenzen im bayerischen Ständestaat des Spätmittelalters. Ein methodischer Versuch
- Karl Bosl, Stände und Territorialstaat in Bayern (S. 343 - 368)
- Franz Huter, Tirol im 14. Jahrhundert (S. 369 - 388)
- Karl Lechner, Die Bildung des Territoriums und die Duchsetzung der Territorialhoheit im Raum des östlichen Österreich (S. 389 - 462)
- Ferdinand Seibt, Zur Entwicklung der böhmischen Staatlichkeit 1212 bis 1471 (S. 463 - 483)
- Götz Landwehr, Mobilisierung und Konsolidierung der Herrschaftsordnung im 14. Jahrhundert. Zusammenfassung (S. 484 - 505)

Franz Quarthal, Königslandschaft, Herzogtum oder fürstliche Territorialstaat: Zu den Zielen und Ergebnissen der Territorialpolitik Rudolfs von Habsburg im schwäbisch- nordschweizerischen Raum, in: Egon Boshof/Franz-Reiner Erkers (Hrsg.),Rudolf von Habsburg 1273 - 1291. Eine Königsherrschaft zwischen Tradition und Wandel, Köln/Weimar/Wien 1993

Sonderstudien

Alois Gerlich: Habsburg - Luxemburg - Wittelsbach - Im Kampf um die deutsche Königskrone. Studien zur Vorgeschichte des Königtums Ruprechts von der Pfalz, Wiesbaden 1960

Dieter Veldtrup, Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV, Warendorf 1988

[...]


1 Auch Wenzel, Ruprecht von der Pfalz und Albrecht II. erreichten keine päpstliche Kaiserkrönung. Nach Karl V. wurde sie vollends obsolet.

2 Vgl. John Lukacs, Die Geschichte geht weiter. Das Ende des 20. Jahrunderts und die Wiederkehr des Nationalismus, München/Leipzig 1994, S. 11 ff. Die neue Definition des Begriffes ,,Jahrhundert" durch den Autor ist mir hier ein Vorbild. Das Problem ist dann allerdings, dass der Begriff nicht mehr global, sondern nur noch auf ein bestimmtes Gebiet definiert werden kann. In diesem Fall beschränkt sich diese Definition auf das Gebiet des deutschen Reiches, das sich im abgehandelten Zeitraum zumindest de iure nicht verändert hat.

3 Götz Landwehr, Die rechtshistorische Einordnung der Reichspfandschaften, in: Hans Patze (Hrsg.), Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert (=Vorträge und Forschungen. Herausgegeben vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, Band XIII), Sigmaringen 1970, S. 100.

4 Hier ist meine obige Definition des 14. Jahrhunderts anzuwenden.

5 Peter Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung. Das Reich im späten Mittelalter 1250 bis 1490 (=Propyläen Geschichte Deutschlands, 3), Berlin 1985, S. 211 - 218.

6 Ebenda, S. 211.

7 Vgl. Armin Wolf, König für einen Tag: Konrad von Teck. Gewählt, ermordet (?) und vergessen (= Stadt Kirchheim unter Teck, Schriftenreihe des Stadtarchivs, Band 17), Kirchheim 1993. Die These vom ,,König für einen Tag" ist allerdings nicht unumstritten, ihre Erörterung aber nicht Gegenstand dieser Arbeit.

8 Mit den ,,rheinischen Kurfürsten" sind die drei Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier sowie der Pfalzgraf bei Rhein gemeint.

9 Heinz Angermeier, Das Alte Reich in der deutschen Geschichte. Kontinuitäten und Zäsuren, München 1991, S. 66.

10 Wilhelm Baum, Reichs- und Territorialgewalt (1273 - 1437). Königtum, Haus Österreich und Schweizer Eidgenossen im späten Mittelalter, Wien 1994, S. 75.

11 vgl. Franz Krones, Grundriss der österreichischen Geschichte, Wien 1882.

12 Heinz Thomas, Ludwig der Bayer (1282 - 1347). Kaiser und Ketzer., Regensburg/Graz/Wien/Köln 1993, S.40 ff.

13 Heinz Angermeier, Bayern in der Regierungszeit Ludwigs IV., in: Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, 2, München 1966, S. 143.

14 Thomas, Ludwig der Bayer, S. 51.

15 Ebenda; S. 17.

16 Joh. Schötter, König Johann von Böhmen, 1, Luxemburg 1865, S. 212 ff.

17 Heinz Stoob, Kaiser Karl IV. und seine Zeit, Graz/Wien/Köln 1990, S. 18.

18 Ebenda, S. 20.

19 Angermeier, Zeit Ludwigs IV., in: Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, S. 149.

20 Baum, Reichs- und Territorialgewalt, S. 86, ebenso Moraw, Von offener Verfassung, S. 231.

21 Der Papst beanspruchte, bei jeder Königswahl über die Anerkennung des neuen Königs zu entscheiden, d.h., ihm die Approbation zu erteilen. Ludwig IV. lehnte eine solche Einmischung des Papstes ab und erlangte im Rhenser Kurverein 1338 in seiner Haltung auch die Unterstützung der meisten Fürsten. Der Kampf zwischen Kaiser und Papst soll allerdings nicht Gegenstand dieser Arbeit sein, sofern es für die Rivalität der Mächtetrias nicht von Bedeutung ist.

22 Angermeier, Zeit Ludwigs IV., in: Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, S. 156.

23 Als bayrischer Herzog ist er der Vierte dieses Namens, in der Reihe der deutschen Könige hat er offiziell keine Ordnungszahl. Zählte man die karolingischen Könige Ostfrankens hinzu, wäre er als deutscher König Ludwig V. Das würde dann allerdings in dieser Untersuchung zu Verwechslungen mit seinem Sohn Ludwig V. (dem Älteren / dem Brandenburger) führen. Da er hier in erster Linie als Territorialfürst untersucht wird, ist es also am besten, wenn ich ihn weiterhin als Ludwig IV. bezeichne.

24 Heinz Angermeier, Das Alte Reich in der deutschen Geschichte. Kontinuitäten und Zäsuren, München 1991, S.55.

25 Ebenso wie die deutschen Territorialkonflikte war auch der Hundertjährige Krieg ein lehensrechtlicher Konflikt, da der englische König in seinen französischen Besitztümern Vasall des französischen König war. Es handelt sich also strenggenommen um den Aufstand eines aufmüpfigen Vasallen. Nach 1789 wurde er in Frankreich freilich als Nationenkonflikt interpretiert. Das Ergebnis des Konflikts war allerdings im Vergleich zum Deutschen Reich genau umgekehrt.

26 Angermeier, Das Alte Reich, S. 66.

27 Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung, S.240 ff

28 Angermeier, Das Alte Reich, S. 75.

29 Als König von Ungarn war Sigismund auch in den Kampf gegen das Osmanische Reich verwickelt. Er führte 1396 ein Kreuzfahrerheer gegen die Osmanen, um dem Byzantinischen Reich zu Hilfe zu kommen, unterlag aber Sultan Bajasid I. in der Schlacht bei Nikopolis.

30 Vgl. Reinhard Schneider, Probleme der Reichspolitik Karls IV., in: Hans Patze (Hrsg.), Kaiser Karl IV. 1316 - 1378. Forschungen über Kaiser und Reich, Neustadt/Aisch 1978, S. 86.

31 Götz Landwehr, Die rechtshistorische Einordnung der Reichspfandschaften, in: Hans Patze (Hrsg.), Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert (=Vorträge und Forschungen. Herausgegeben vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, Band XIII), Sigmaringen 1970, S. 100.

32 Schneider, Reichspolitik Karls IV., S.90.

33 J. Hirn, Rudolf von Habsburg, Wien 1874, S. 173 ff.

34 Alois Gerlich, Rheinische Kurfürsten im Gefüge der Reichspolitik des 14. Jahrhunderts, in: Hans Patze(Hrsg.), Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert, 2 (= Vorträge und Forschungen. Herausgegeben vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Forschung, XIV), Sigmaringen 1970, S. 150 f.

35 Oswald Redlich, Rudolf von Habsburg. Das deutsche Reich nach dem Untergange des alten Kaisertums, Innsbruck 1903, S. 735. Diese fürstliche Sicht des Königtums bleibt m.E. für das gesamte nachstaufische deutsche Reich bis 1806 gültig.

36 Franz Quarthal, Königslandschaft, Herzogtum oder fürstliche Territorialstaat: Zu den Zielen und Ergebnissen der Territorialpolitik Rudolfs von Habsburg im schwäbisch-nordschweizerischen Raum, in: Egon Boshof/Franz-Reiner Erkers (Hrsg.), Rudolf von Habsburg 1273 - 1291. Eine Königsherrschaft zwischen Tradition und Wandel, Köln/Weimar/Wien 1993, S. 130/33.

37 Ebenda, S. 131.

38 Redlich, Rudolf von Habsburg, S. 366 ff.

39 Ebenda, S. 325.

40 Baum, Reichs- und Territorialgewalt, S. 48 f.

41 Redlich, Rudolf von Habsburg, S. 740.

42 Sein großer Rivale Adolf von Nassau hatte nach seiner Wahl große Teile des Reichsguts verpfändet

43 Alphons J. F. Mücke, Albrecht I. von Habsburg. Herzog von Oesterreich und Römischer König. Ein Beitrag zur deutschen Staaten- und Reichsgeschichte im 13. und Jahrhundert, Gotha 1866, S. 116 f.

44 Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung, S. 225.

45 Mücke, Albrecht I., S. 156.

46 Ebenda, S. 159.

47 Michael Freund, Deutsche Geschichte, Rheda/Gütersloh 1960/68, Sp. 229 - 236.

48 Friedrich Schneider, Kaiser Heinrich VII. Dantes Kaiser, Stuttgart/Berlin 1940, S. 40 ff, 46, 77

49 Ebenda, S. 51 f.

50 Bernhard Schmeidler, Das spätere Mittelalter. Von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zur Reformation, Leipzig/Wien 1937, S. 65.

51 Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung, S. 226 f.

52 Ferdinand Seibt, Die Zeit der Luxemburger und der hussitischen Revolution, in: Karl Bosl (Hrsg.), Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder, 1, Stuttgart 1967, S. 361.

53 Ebenda, S. 363.

54 Vgl. Stoob, Kaiser Karl IV., S. 22.

55 Angermeier, Das Alte Reich, S.60.

56 Seibt, Karl IV., S. 93.

57 Schötter, Johann von Böhmen, S. 213.

58 Hubert Röhrenbeck, Karl IV. und die Pfalzgrafen bei Rhein, in:: Hans Patze (Hrsg.), Kaiser Karl IV. 1316 - 1378. Forschungen über Kaiser und Reich, Neustadt/Aisch 1978, S. 613.

59 Thomas, Ludwig der Bayer, S. 157.

60 Stoob, Karl IV., S. 20 f.; Seibt, Karl IV., S.20.

61 Andreas Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, 2. Auflage, Darmstadt 1992, S. 57.

62 Dieser Italienzug Ludwigs IV. begann 1328 und führte auch zu Ludwigs (umstrittener) Kaiserkrönung durch einen von ihm eingesetzten Gegenpapst. Im Jahre 1330 kehrte Ludwig nach Deutschland zurück.

63 Vgl. Angermeier, Das Alte Reich, S. 58.

64 Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, S. 56.

65 Berthold Bretholz, Geschichte Böhmens und Mährens, 1. Das Vorwalten des Deutschtums bis 1419, Reichenberg 1924.

66 Karl Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III., Stuttgart/Berlin /Köln 1994, S. 130.

67 Ferdinand Seibt, Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 - 1378, München 1978, S. 172 f.

68 Ebenda

69 Thomas, Spätmittelalter, S. 192

70 Seibt, Zeit der Luxemburger, in: Bosl, Geschichte der böhmischen Länder, S. 380.

71 Schötter, Johann von Böhmen, 2, S. 118.

72 Baum, Reichs- und Territorialgewalt, S. 105.

73 Schötter, Johann von Böhmen, S. 209 f.

74 Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, S. 58.

75 Peter-Johannes Schuler, Die Rolle der schwäbischen und elsässischen Städtebünde in den Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Bayern und Karl IV., in: Patze , Kaiser Karl IV., S. 684.

76 Josef Riedmann, Karl IV. und die Bemühungen der Luxemburger um Tirol, in: Hans Patze (Hrsg.), Karl IV. 1316 - 1378. Forschungen über Kaiser und Reich, Neustadt/Aisch 1978, S. 791 ff.

77 Theodor Straub, Bayern im Zeichen der Teilungen und der Teilherzogtümer (1347- 1450), in: Max Spindler (Hrsg.), Handbuch der bayerischen Geschichte, 2, München 1966/69.

78 Ebenda, S.186.

79 Seibt, Karl IV., S. 225.

80 Siehe Kapitel 5.

81 Helmut Assing, Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger (Mitte des 12. Bis Anfang des 15. Jahrhunderts), in: Ingo Materna/Wolfgang Ribbe (Hrsg.), Brandenburgische Geschichte, Berlin 1995, S. 144 f.

82 Seibt, Karl IV., S. 289.

83 Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, S. 61.

84 Röhrenbeck, Karl IV. und die Pfalzgrafen bei Rhein, in: Patze, Kaiser Karl IV., S. 632.

85 Ebenda, S. 637.

86 Schneider, Reichspolitik Karls IV., in Patze, Kaiser Karl IV., S. 91.

87 Schneider, Heinrich VII., S. 40 ff.

88 Heinz Thomas, Deutsche Geschichte des Spätmittelalters, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1983

89 Alphons Lhotsky, Geschichte Österreichs 1281 - 1358, Wien 1967, S. 222.

90 Baum, Reichs- und Territorialgewalt, S. 93.

91 Lhotsky, Geschichte Österreichs, S. 309.

92 Krieger, Die Habsburger, S. 137.

93 Ebenda, S. 133 ff.

94 Ebenda, S. 138.

95 Ebenda, S. 139 ff.

96 Alois Gerlich, Habsburg-Luxemburg-Wittelsbach. Im Kampf um die deutsche Königskrone. Studien zur Vorgeschichte des Königtums Ruprechts von der Pfalz, Wiesbaden 1960, S. 357.

97 Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, S. 61.

99 Ebenda, S. 243 ff.

98 Ebenda, S. 3 ff.

100 Meinrad Schaab, Die Festigung der pfälzischen Territorialmacht im 14. Jahrhundert, in: Patze(Hrsg.), Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert, 2, S. 176 ff

101 Karl Adolf Konstantin Höfler, Ruprecht von der Pfalz, genannt Clem, römischer König, 1400 - 1410, Freiburg 1861, S. 207 f.

102 Ebenda, S. 280 f..

103 Gerlich, Rheinische Kurfürsten, in: Patze(Hrsg.), Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert, 2, S. 150

104 Höfler, Ruprecht von der Pfalz, S. 297.

105 Ebenda, S. 281.

106 Ebenda, S. 289 f.

107 Eine ausführlichere Darstellung des Konflikts, in den sich zeitweilig auch die Wittelsbacher einmischten, findet sich in: Jörg K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle der Neuzeit, Darmstadt/München 1996/97, S. 114-117, 219 f.., 242, 259 ff, 322 f. Eine sehr facettenreiche Kaiserbiographie, auch wenn sie für mein Thema nicht sonderlich geeignet war.

108 Krieger, Die Habsburger, S. 156 ff.

109 Dieter Veldtrup, Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Warendorf 1988, S. 403.

110 Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung, S. 213.

111 Thomas, Ludwig der Bayer, S.20.

112 Bernhard Schmeidler, Das spätere Mittelalter. Von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zur Reformation, Leipzig/Wien 1937.

113 Schötter, Johann von Böhmen, 1, S. 281.

114 Seibt, Karl IV., S. 269.

115 Kraus, Grundzüge der bayerischen Geschichte, S. 57.

116 Veldtrup, Zwischen Eherecht und Familienpolitik, S. 257 ff.

117 Ebenda, S. 209 ff.

118 Ebenda, S. 230 ff.

119 Röhrenbeck, Karl IV. und die Pfalzgrafen bei Rhein, in: Patze, Kaiser Karl IV., S. 620.

120 Ebenda, S. 624

121 Helmut Assing, Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger (Mitte des 12. Bis Anfang des 15. Jahrhunderts), in: Ingo Materna/Wolfgang Ribbe (Hrsg.), Brandenburgische Geschichte, Berlin 1995, S. 144 f.

48 von 48 Seiten

Details

Titel
Die territoriale Rivalität zwischen Habsburger, Luxemburgern und Wittelsbachern im 14. Jahrhundert
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Archivschule Marburg, Landesgeschichte, 35. Fachhochschulkurs
Autor
Jahr
1998
Seiten
48
Katalognummer
V94814
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rivalität, Habsburger, Luxemburgern, Wittelsbachern, Jahrhundert, Archivschule, Marburg, Landesgeschichte, Fachhochschulkurs
Arbeit zitieren
Johannes Renz (Autor), 1998, Die territoriale Rivalität zwischen Habsburger, Luxemburgern und Wittelsbachern im 14. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94814

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