Mobbing und Burnout als Risiko für das Arbeitsklima. Instrumente der Arbeitsbewertung in einem Unternehmen


Einsendeaufgabe, 2013

7 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Ausgangssituation

Das Dienstleistungsunternehmen „Reiser AG“ ist ein erfolgreicher Betrieb in den Bereichen Finanzberatungen und Versicherungsvergleiche. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation und der großen Konkurrenz waren Personalkürzungen im vergangenen Jahr unumgänglich. Da allerdings die aktuelle Werbekampagne neue Kundenanstürme bewirkt hat und die Nachfrageprognosen für die Finanzbranche wieder im positiven Bereich liegen, werden die MitarbeiterInnen künftig wieder mit viel Arbeit und Verkaufsmöglichkeiten konfrontiert sein. Da die Angestellten nach einem variablen Prämiensystem entlohnt werden, ist die Höhe des Einkommens von der Verkaufsleistung abhängig. Aufgrund dieser Tatsache können sich im Unternehmen Einzelkämpfer herauskristallisieren, was wiederum zu Konkurrenzdenken führen kann. Da unsere MitarbeiterInnen die „Reiser AG“ repräsentieren, sind wir fortwährend bemüht ein gutes Klima und Arbeitszufriedenheit zu gewährleisten. Dies bewegt uns dazu die Ist-Situation in den Bereichen „Burnout“ und „Mobbing“ zu erheben um anknüpfend geeignete Präventivmaßnahmen zu ergreifen.

Fragebogenstudie zum Thema „Burnout“

In der heutigen anspruchsvollen und schnelllebigen Zeit ist „ausgebrannt“ sein eine gängige Erscheinung. Ein Burn-out-Syndrom ist ein Zustand ausgeprägter physischer und psychischer Erschöpfung, der meist durch anhaltenden beruflichen Stress ausgelöst wird. Es herrscht weitgehend Konsens darüber, dass die Entstehung des Burn-out-Syndroms immer als Prozess zu verstehen ist, den man in Phasen unterteilen kann. Diese Phasen könnte man folgendermaßen zusammenfassen: Enthusiasmus – Stagnation – Frustration – Apathie - Burn-out. Nach wie vor gibt es in der internationalen Klassifikation der Erkrankungen keinen eigenen Diagnoseschlüssel für das Burn-out-Syndrom. Es wird also derzeit noch nicht als eigenständige Krankheit anerkannt. (Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie)

Zugrundliegendes Modell

Um gefährdete Burnout-KandidatInnen zu identifizieren wird das gängigste Messinstrument zur Erfassung des Burnout-Syndroms verwendet: Maslach Burnout Inventory (MBI). Entwickelt wurde dieses Verfahren bereits 1981 und aktuell wird es in ca. 90% aller wissenschaftlichen Studien eingesetzt. (Burisch, M. Das Burnout-Syndrom 2006. S. 36.)

Ziel und Zielgruppe

Ziel ist es nicht den Gesamtwert für Burnout aufzuzeigen, sondern die einzelnen Dimensionen darzustellen und die Häufigkeit des Auftretens zu definieren.

Das Instrument war ursprünglich auf Berufe, die mit Patienten oder Klienten zu tun haben, ausgerichtet. Mittlerweile wird der MBI auch für Berufe, die nicht primär auf Menschen hin orientiert sind, verwendet.

Zielgruppe in der „Reiser AG“ sind alle MitarbeiterInnen mit aktivem Kundenkontakt. Es soll gezeigt werden, in wie weit sich die Belegschaft überfordert bzw. sich Überarbeitet fühlt und wie der ständige Umgang mit individuellen Kunden empfunden wird.

Art der Erhebung

Das MBI wird anhand einer Fragebogenerhebung durchgeführt. Es existieren sieben mögliche Antwortvarianten die von 0=nie bis 6=täglich reichen. Der Fragebogen besteht aus 22 Fragen die in vier Dimensionen gegliedert werden:

- Emotionale Erschöpfung
- Persönliche Erfüllung
- Depersonalisation
- Betroffenheit

Beispiel-Items aus dem MBI-Fragebogen

1. Ich fühle mich von meiner Arbeit ausgelaugt.
2. Es gelingt mir gut, mich in meine Klienten hineinzuversetzen.
3. Den ganzen Tag mit Leuten zu arbeiten ist wirklich eine Strapaze für mich.
4. Von den Problemen meiner Klienten bin ich persönlich berührt.
5. Ich fühle mich unbehaglich bei dem Gedanken daran, wie ich einige meiner Klienten behandelt habe. (Enzmann & Kleiber, 1989, S.204 ff.)

Gütekriterien

Um eine aussagekräftige Qualität des Tests zu gewährleisten, müssen die drei Hauptgüterkriterien Objektivität, Reliabilität und Validität gewährleistet sein.

- Objektivität - die Ergebnisse werden nicht durch Umwelteinflüsse beeinträchtigt und sind, auf Grund der Erhebung mittels Fragebogen, von dem Versuchsleiter bzw. der Versuchsleiterin unabhängig.
- Reliabilität - da in der „Reiser AG“ noch keine Vergleichswerte erzielt wurden, sind Testwiederholungen (Retest-Reliabilität) oder Pre-Tests an einer ausgewählten Stichprobe zu empfehlen, um die Reliabilität zu erhöhen. Die Retest-Reliabilität gibt einen Hinweis auf die Stabilität der untersuchten Merkmale.
- Validität - Der Test misst was er zu messen vorgibt, nach der klassischen Testtheorie kann jedoch ein Test, der nicht reliabel ist, auch nicht valide sein. (Dr. Günter Maier, Gabler Wirtschaftslexikon)

Aufgrund der häufigen Verwendung des Verfahrens in der Praxis und der vielfachen Anwendung in wissenschaftlichen Studien erschein das MBI als geeignetes Instrument um die Burnout-Rate in der „Reiser AG“ zu messen. Weiteres wurde das MBI schon mit tausenden Personen durchgeführt. Somit kann allgemein gesagt werden, dass die

Gütekriterien erfüllt werden.

Fragebogenstudie zum Thema „Mobbing“

Aufgrund des starken Konkurrenzkampfs und dem steigendem Verkaufsdruck kristallisieren sich in der heutigen (Verkaufs-)Wirtschaft immer mehr Einzelkämpfer und zunehmender Stress heraus. Eine Extremform von sozialem Stress ist Mobbing. Mobbing stellt aufgrund unterschiedlicher Faktoren ein großes Problem in der Arbeitswelt dar: Führungsfehler, Angst um den Arbeitsplatz, Angst vor Autoritätsverlust, Probleme der sozialen Anpassung, Neid uvm. (Kirchler, Fellner, Ulferts, 2013)

Zugrundeliegendes Model

Um die Mobbinghandlungen in der „Reiser AG“ zu messen, wird der Leymann Inventory of Psychological Terror Test (LIPT-Fragebogen) verwendet. Der LIPT kann in arbeitspsychologischen Betriebsuntersuchungen zur Sensibilisierung beitragen, Schwachstellen in der Organisation aufdecken und Argumente für Maßnahmen liefern.

Art der Erhebung

Der LIPT wird mittels Fragebogen erhoben und besteht aus einem Katalog von 45 Mobbinghandlungen. Die MitarbeiterInnen geben an ob und wie oft eine Handlung gesetzt wird. Wird mindestens einmal pro Woche und über sechs Monate hinweg eine Handlung ausgeführt, spricht man vom Mobbing. Laut Leymann sind diese Handlungen in fünf Kategorien aufgeteilt:

1. Angriffe auf die Möglichkeiten zu kommunizieren (unterbrechen, anschreien)
2. Angriffe auf die sozialen Beziehungen (Gespräch verbieten)
3. Angriffe auf Qualität und Perspektiven der Arbeit (verletzende Kritik an der Arbeit, sinnlose Aufgaben übertragen oder bewusst überfordern)
4. Angriffe auf das soziale Ansehen (Gerüchte verbreiten, Intrigen spinnen)
5. Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit und das psychische Wohlbefinden (schlagen, sexuell belästigen, beleidigen oder anpöbeln) (Wikipedia - Leymann Inventory of Psychological Terror)

Beispiel-Items aus dem LIPT-Fragebogen

Die zutreffende Antwort wird mittels setzen eines Kreuzes gekennzeichnet.

Waren Sie innerhalb der letzten 12 Monate einigen der folgenden Handlungen ausgesetzt?

1. Ihre Arbeitsaufgaben werden geändert, um Sie zu bestrafen:

- Sie bekommen keine Arbeitsaufgabe zugewiesen, Sie sind ohne Beschäftigung
- Sie bekommen sinnlose Arbeitsaufgaben zugewiesen
- Sie werden für gesundheitsgefährdende Arbeitsaufgaben eingesetzt
- Sie erhalten Arbeitsaufgaben, die weit unter Ihrem Können liegen
- nichts von all dem
- andere.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Mobbing und Burnout als Risiko für das Arbeitsklima. Instrumente der Arbeitsbewertung in einem Unternehmen
Hochschule
Ferdinand Porsche FernFH
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
7
Katalognummer
V948286
ISBN (eBook)
9783346303691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mobbing, burnout, risiko, arbeitsklima, instrumente, arbeitsbewertung, unternehmen
Arbeit zitieren
Corinne Reiser (Autor), 2013, Mobbing und Burnout als Risiko für das Arbeitsklima. Instrumente der Arbeitsbewertung in einem Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948286

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