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Civic Journalism. Die Revolution im amerikanischen Journalismus?

Title: Civic Journalism. Die Revolution im amerikanischen Journalismus?

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 23 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Katja Beitat (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Civic Journalism, was verbirgt sich hinter diesem amerikanischen Phänomen der 1990er Jahre?
Übersetzt ins Deutsche heißt es soviel wie `bürgerlicher Journalismus`. In der etwas weiteren Übersetzung als ,,ein Journalismus mit und für den Bürger" offenbart sich die Philosophie, die dahinter steht. Synonyme Bezeichnungen wie Public Journalism oder Community Journalism zeigen weitere Grundideen. Die Medien und im besonderen die Presse arbeitet mit und für die Öffentlichkeit und die Gemeinschaft der Bürger.
Doch ist Journalismus nicht immer an seine Rezipienten und damit in einer Demokratie wie in den USA an die Bürger gerichtet? So sollte es im Idealfall der Presse - und Medienarbeit sein, allerdings hat sich diese ursprüngliche Rollenverteilung heute sichtlich verschoben. Aus dem ,,watch dog" ist vielfach ein ,,attack dog" geworden, Medien, die sich über Skandal- und Sensationsberichte profilieren, ohne dabei hinterfragen, ob dies unbedingt den Menschen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben als Bürger hilft. Wenn man als Leser oder Fernsehzuschauer über die beiden extremsten Gegenpositionen hinsichtlich eines Themas oder Ereignisses informiert wird, so ist diese bipolare Berichterstattung in den wenigsten Fällen geeignet, sich eine realisierbare und ausgewogene Meinung zu einem Themas zu bilden. Bildlich gesprochen sind die zumeist vorgestellten Seiten (schwarz und weiß) zu radikal, um die Mehrheit der Menschen zu überzeugen. Die konsensausgerichteten Zwischenmeinungen, (die Grautöne), werden selten beleuchtet. Begründung - wo liegt deren aufsehenerregender Konflikt- und damit Nachrichtenwert?
Ein Anliegen des Civic Journalism ist es, genau diese Zwischentöne mit einzubeziehen, in der Auffassung der ,,Public Journalists" hat ein Thema nicht nur zwei Seiten sondern meist noch mindestens eine mehr. Und der Rezipient hat ein Recht darauf, auch davon zu erfahren, um sich seine Meinung, die konstituierend für eine funktionierende Demokratie ist, bilden zu können.
Das Ziel der folgenden Arbeit ist die kritische Betrachtung, inwieweit die Bewegung des Civic Journalism dieser selbstgesetzten Aufgabe gerecht wird, welche Mittel eingesetzt werden und mit welchem Erfolg.
Im ersten Teil werden die Ursachen, die zu der Entwicklung und Verbreitung dieses Berichterstattungsstils im amerikanischen Mediensystem geführt haben, analysiert. Im folgenden soll das dahinterstehende Konzept, was genau ist Civic Journalism, und was ist das andere oder neue daran, beleuchtet werden[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Eingrenzung - Versuch einer Definition

2. Hintergründe

2.1 Hutchinson Kommission

2.2 Situation der amerikanischen Presse

2.3 Gesellschaftliche und politische Einflussfaktoren

3. Die Philosophie dahinter

3.1 Grundannahmen

3.2 Reaktion auf die Situation Anfang der 1990er Jahre

3.3 Ziele

3.4 Mittel und Wege

4. Kritische Betrachtung

5. Beispielhafte Initiativen und Projekte – The Pew Trusts

5.1 The Pew Center

5.2 The Madison Project

6. Civic Journalism in der internationalen Perspektive

7. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen des "Civic Journalism" (bürgerlicher Journalismus) kritisch zu beleuchten, seine Ursprünge im amerikanischen Mediensystem der 1990er Jahre zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Bewegung den journalistischen Anforderungen in einer Demokratie gerecht wird.

  • Historische Entwicklung und philosophische Grundlagen des Civic Journalism
  • Analyse der gesellschaftlichen Einflussfaktoren und der Krise des klassischen Journalismus
  • Praktische Umsetzung anhand der Initiative "The Pew Trusts" und des "We the People / Wisconsin"-Projekts
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Balance zwischen Bürgernähe und journalistischer Distanz
  • Internationale Perspektive und Übertragbarkeit des Konzepts

Auszug aus dem Buch

3.4 Methoden

Vielfältige Formen der aktiven Leserbeteiligung haben sich in den letzten Jahren bei Public Journalism orientierten Zeitungen in den Vereinigten Staaten herausgebildet. Der leserfreundliche Journalismus wird zu einem interaktiven und dialogorientierten vom Leser beeinflussten Journalismus. Organisiert werden Gesprächsrunden mit den Lesern zu bestimmten aktuellen Themen, Diskussionen mit Wahlkandidaten oder Vertretern der Politik bei Problemen. Außerdem setzt man zur lesernahen Themenfindung Telefonumfragen oder Interviews ein. Ausgebaut wurde auch das klassische Mittel der Anteilnahme - der Leserbrief, inzwischen gibt es Kolumnen oder ganze Rubriken in denen die Bürger zu Wort kommen.

Konkret lassen sich diese Strategien am Beispiel des „Orange County Register“, Südkalifornien aufzeigen. An der täglichen Meinungsumfrage zu unterschiedlichsten Themen beteiligen sich zwischen 500 und 3000 Leser. Die Ergebnisse geben den Redakteuren immer wieder Anhaltspunkte, welche Themen die Leser derzeit besonders beschäftigen. Damit ist eine besonders auf die Interessen und Wünsche zielgruppenorientierte Berichterstattung möglich. Zudem legt das Blatt großen Wert auf rege Reaktionen und Meinungen zu ihren Artikeln. Häufig enden Berichte oder Reportagen mit der Aufforderung, mit der Redaktion in Kontakt zu treten, weitere Standpunkte einzubringen oder offene Fragen zu klären. Extra dafür wurde eine Telefonhotline, die opinion line, eingerichtet, zusätzlich wird die Kontaktaufnahme per e-Mail, Fax oder dem klassischen Brief ermöglicht.

Außerdem wird auf Beschwerden von der Chefredakteurin selbst eingegangen und Kritik auch in der Zeitung veröffentlicht und so bereitwillig Kritikfähigkeit demonstriert. Am sogenannten Lesertag schließlich begeben sich die 150 Mitarbeiter der Zeitung zu Befragungen außer Haus, damit wird zum einen Marktforschung betrieben und zum anderen gleichzeitig der Dialog zwischen Journalist und Bürger intensiviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Civic Journalism und stellt die Forschungsfrage nach seiner Rolle bei der Stärkung der bürgerlichen Teilhabe an der Demokratie.

2. Hintergründe: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext, insbesondere den Hutchinson Report von 1947, und die aktuelle Krise der amerikanischen Presse sowie gesellschaftliche Einflussfaktoren.

3. Die Philosophie dahinter: Hier werden die theoretischen Grundannahmen, die Ziele der Bewegung sowie die methodischen Ansätze wie die aktive Leserbeteiligung erläutert.

4. Kritische Betrachtung: Eine kritische Analyse der Vorwürfe gegen den Civic Journalism, insbesondere im Hinblick auf den Verlust von journalistischer Distanz und Objektivität.

5. Beispielhafte Initiativen und Projekte – The Pew Trusts: Vorstellung der Pew Trusts und deren Rolle als Finanzier sowie das konkrete Fallbeispiel "We the People / Madison".

6. Civic Journalism in der internationalen Perspektive: Untersuchung, ob es sich um ein spezifisch US-amerikanisches Phänomen handelt oder ob Ansätze auf andere Demokratien übertragbar sind.

7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Bewegung und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung des bürgernahen Journalismus.

Schlüsselwörter

Civic Journalism, Public Journalism, bürgerlicher Journalismus, Medienethik, Demokratie, Partizipation, journalistische Objektivität, The Pew Trusts, Leserbeteiligung, Pressekrise, Informationsgesellschaft, Journalismus-Reform, Bürgernähe, Medienkritik, US-Mediensystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Civic Journalism" als eine Reformbewegung innerhalb des amerikanischen Journalismus der 1990er Jahre, die darauf abzielt, die Distanz zwischen Medien und Bürgern zu verringern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die journalistische Ethik, die Rolle der Presse in einer Demokratie, die Krise der Glaubwürdigkeit und die Methoden der aktiven Lesereinbindung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwieweit Civic Journalism den selbst gesetzten Anspruch erfüllt, Menschen zur aktiven Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermächtigen, ohne dabei traditionelle journalistische Standards zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche, der Auswertung bestehender Fallbeispiele (z.B. Pew Trusts) und der kritischen Diskussion journalistischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln, die philosophischen Grundannahmen (Werte), die verschiedenen Rollenbilder von Journalisten sowie konkrete Methoden der Leserbeteiligung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Civic Journalism, bürgerlicher Journalismus, Medienethik, Partizipation, Objektivität und Leserbeteiligung sind die zentralen Begriffe.

Wie finanziert sich der Civic Journalism in der Regel?

Wie das Beispiel der Pew Trusts zeigt, wird die Bewegung häufig maßgeblich durch private Gelder von Stiftungen unterstützt, was kritische Fragen zur Unabhängigkeit aufwirft.

Ist das Konzept des Civic Journalism auf Deutschland übertragbar?

Die Autorin argumentiert, dass Civic Journalism stark in einer spezifisch US-amerikanischen Situation wurzelt und eine direkte Übernahme aufgrund anderer politischer Strukturen in Deutschland eher unwahrscheinlich ist, auch wenn eine Rückbesinnung auf Dialogfunktionen sinnvoll erscheint.

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Details

Title
Civic Journalism. Die Revolution im amerikanischen Journalismus?
College
University of Leipzig  (Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Course
Das Mediensystem der USA
Grade
1.0
Author
Katja Beitat (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V9490
ISBN (eBook)
9783638161831
Language
German
Tags
Civic Journalism; USA
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Beitat (Author), 2001, Civic Journalism. Die Revolution im amerikanischen Journalismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9490
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