Im Essay wird die Relevanz von Liquiditätskennzahlen als Maßnahme zur Bestimmung der Liquidität in Unternehmen herausgestellt. Das Ziel des Essays ist es, den Prozess der Anwendung der Liquiditätskennzahlen und der damit einhergehenden Möglichkeit die Liquidität des Unternehmens zu errechnen. Zudem geht es darum, herauszustellen was die Kennzahlen aussagen, wie sie beeinflusst werden können und wie aussagekräftig bzw. bedeutsam sie sind.
Das Kapitel 2 umfasst zunächst die Darstellung von Grundlagen, die zum weiteren Verständnis des Essays beitragen. Hierunter fällt beispielsweise die Definition des Begriffs ,,Liquidität“, sowie die Eingliederung dieser in die Finanzplanung eines Unternehmens. Das sich anschließende Kapitel 3 befasst sich mit der Aussagekräftigkeit des sich aus der Berechnung der einzelnen Liquiditätsgrade ergebenden Werten. Außerdem wird darauf eingegangen, was wie angepasst werden kann, um andere Werte zu erzielen. Das folgende und letzte Kapitel 4 gilt als Zusammenfassung der vorher erzielten Erkenntnisse. sodass abschließend und nach einer hinreichenden Diskussion der Vorgehensweise abgeleitet wie die Kennzahlen effektiv eingesetzt werden können und wo sie an ihre Grenzen gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
2 Theoretischer Teil - Grundlagen
2.1 Was ist die Liquidität?
2.2 Liquiditätskennzahlen
3 Praktischer Teil - Einordnung, Anwendung und Aussagekraft der Kennzahlen
3.1 Pro & Contra – Unter- und Überfinanzierung
3.2 Kritik
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Essay hat zum Ziel, die Relevanz und Anwendung von Liquiditätskennzahlen innerhalb der betrieblichen Finanzplanung zu untersuchen und deren Aussagekraft kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Definition der Unternehmensliquidität
- Berechnung und Interpretation der Liquiditätsgrade 1. bis 3. Grades
- Eingliederung der Liquiditätskennzahlen in den Investitionsprozess
- Herausforderungen durch Unter- und Überfinanzierung
- Kritische Analyse der statischen Datenbasis aus Bilanzkennzahlen
Auszug aus dem Buch
3.1 Pro & Contra – Unter- und Überfinanzierung
Bei jedem Liquiditätsplan besteht eine Planungsunsicherheit. Es kann daher zu einer Unter- oder Überfinanzierung kommen. Beide Fälle sind sehr unvorteilhaft für eine Unternehmung, zählen deshalb z.B. zu den häufigsten Gründen für frühe Insolvenzen bei neuen Unternehmen.
Die Unterfinanzierung liegt vor, wenn das vorhandene Kapital kleiner als der ermittelte Kapitalbedarf ist. Das Unternehmen muss somit als Resonanz Reaktion seine Ziele zurückstecken, Auszahlungen (Investitionsvorhaben) kürzen, auszahlungswirksame Kosten einsparen (z.B. durch Rationalisierungsmaßnahmen), die Einzahlungen erhöhen (z.B. Marketing für Produkte verstärken, dadurch größere Mengen verkaufen) und/oder Fremdkapital aufnehmen.
Dadurch, dass das aufgenommene Kapital geringer ist, bedeutet dies zwar geringere Verschuldung und z.B. niedrigere Tilgungsraten für Kredite, jedoch kann es zu Komplikationen kommen, wenn das eingesetzte Kapital vor dem Erreichen des Return of Investments oder des Break-even-Points aufgezehrt ist. Die Unternehmung kommt somit nicht über ihre Startphase hinaus, da sie bei wachsender Nachfrage, keine ausreichenden Mittel besitzt, um zusätzliches Personal einzustellen und damit gehen Kunden und Umsätze verloren.
Überfinanzierung liegt somit vor, wenn das vorhandene Kapital größer ist als der ermittelte Kapitalbedarf. Auch wenn angenommen wird, dass mehr Kapital als nötig besser ist, irrt man sich. Denn die Überfinanzierung geht i.d.R. zulasten der Rentabilität, Zinsen und Tilgungskosten zehren an den Gewinnen. Trotzdem kann ein mögliches Insolvenzrisiko gemieden werden.
Abschließend ist zu bemerken, dass besonderes bei der Unternehmensfinanzierung für Gründer gilt, das richtige Maß zwischen Unter- und Überfinanzierung zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Liquiditätskennzahlen ein und umreißt die Forschungsfrage bezüglich deren Bedeutung in der betrieblichen Finanzplanung.
2 Theoretischer Teil - Grundlagen: Hier werden der Begriff der Liquidität definiert und die Bedeutung der Liquiditätsplanung sowie die gängigen Kennzahlen (Liquiditätsgrade) theoretisch hergeleitet.
3 Praktischer Teil - Einordnung, Anwendung und Aussagekraft der Kennzahlen: Das Kapitel verknüpft die Kennzahlen mit dem betrieblichen Investitionsprozess und beleuchtet die Risiken finanzieller Fehlsteuerungen sowie die methodischen Grenzen.
4 Fazit: Das Kapitel schließt mit der Erkenntnis, dass eine reine stichtagsbezogene Betrachtung nicht ausreicht und eine dynamische Finanzplanung für den Unternehmenserfolg essenziell ist.
Schlüsselwörter
Liquidität, Liquiditätskennzahlen, Finanzplanung, Barliquidität, Current Ratio, Liquiditätsgrade, Unterfinanzierung, Überfinanzierung, Insolvenzrisiko, Bilanzanalyse, Kapitalbedarf, Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Investitionsprozess, Rentabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Anwendung von Liquiditätskennzahlen zur Überwachung der finanziellen Stabilität und Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Liquidität, die Berechnung der drei Liquiditätsgrade sowie die praktische Relevanz in der Finanz- und Investitionsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Anwendungsprozess von Liquiditätskennzahlen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie aussagekräftig diese Kennzahlen für die Steuerung eines Unternehmens sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und der anschließenden betriebswirtschaftlichen Analyse von Kennzahlenmethodiken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Kennzahlenberechnungen die Auswirkungen von Unter- und Überfinanzierung sowie die kritischen Grenzen der stichtagsbezogenen Bilanzanalyse erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Liquidität, Finanzplanung, Unterfinanzierung, Überfinanzierung und Liquiditätsgrade charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen statischer und dynamischer Liquidität wichtig?
Eine statische Analyse liefert nur Momentaufnahmen zum Bilanzstichtag, während eine dynamische Planung den künftigen Einnahmen- und Ausgabenstrom berücksichtigt, was für das Insolvenzrisiko entscheidender ist.
Was bedeutet eine Unterfinanzierung konkret für ein Unternehmen?
Unterfinanzierung bedeutet, dass das vorhandene Kapital nicht ausreicht, um geplante Investitionen oder laufende Ausgaben zu decken, was im schlimmsten Fall die Wachstumsfähigkeit einschränkt oder in die Insolvenz führt.
- Citation du texte
- Hüseyin Kayadibi (Auteur), 2020, Bilanzen und Steuern. Aussage und Bedeutung der Liquiditätskennzahlen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951487