Kritische Strategieeinschätzung des Unternehmens Tesla Motors. Eine Betrachtung zu Marketing, Nachhaltigkeit und Konkurrenz


Hausarbeit, 2020

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Einleitung

Definition Elektromobilität

Geschichte

Theoretischer Hintergrund Management Strategie

Strategie Tesla Motors

Wettbewerbsfähigkeit

Kritik

Fazit

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Management Strategie am Beispiel des Unternehmens Tesla Motors. In einem Überblick über die Firmengeschichte, wird die Entwicklung vom Start Up Unternehmen im Bereich der Elektromobilität zum erfolgreichen Automobilhersteller thematisiert. Der theoretische Ansatz von Management Strategien wird anhand der Begriffsdefinition und deren Bedeutung für Unternehmen im Allgemeinen erläutert. Es folgt die Strategieerläuterung zum Unternehmen Tesla Motors selbst, hier wird auf das besondere Marketing Bezug genommen. Tesla Motors verkauft nachhaltige Autos im Premiumsegment und hat durch die verschiedenen Automodelle auch unterschiedliche Alleinstellungsmerkmale, die langfristig darauf abzielen eine breite Masse an Käufern anzusprechen. Kritik an dem Unternehmen und der Elektromobilität selbst gibt es hinsichtlich der Herkunft des Stroms, der Versorgung mit Ladestationen, Preisgestaltung und Sicherheit der Fahrzeuge. Schlussendlich hat die Elektromobilität weiterhin hohes Potential und ist auch für andere Autofirmen interessant. Tesla Motors hat als erster Automobil Hersteller die Marktlücke der Elektromobilität effektiv erschlossen und damit einen großen Wettbewerbsvorteil.

Einleitung

David gegen Goliath, Tesla Motors gegen Volkswagen? In der Bibel wird die Geschichte von David gegen Goliath als ein ungleicher Kampf mit einem überraschenden Sieger beschrieben. Der als eigentlich unbezwingbar geltende Krieger Goliath wurde von mit einem Steinschleuder bewaffneten Schafshirten David besiegt. Nur David traute sich gegen Goliath anzutreten, alle anderen Krieger waren aus Angst geflohen. Diese Geschichte ist Sinnbild für den Kampf zwischen jemand offensichtlich Starkem und jemand äußerlich Schwachem. In der Wirtschaft der Automobilbranche wird hier häufig Tesla Motors als David genannt und Volkswagen als Goliath. Ein Urgestein der Automobilbranche gegen ein Start Up aus dem Silicon Valley mit einer innovativen Idee. Das Ziel der gesamten Automobilbranche ist, Marktführer in Sachen Elektromobilität zu werden (Edward Taylor, 2019). Volkswagen ist der weltgrößte Autobauer, hat jahrzehntelange Erfahrung in der Automobilbranche und eine unfassbare Kapazität an Mitarbeitern und Produktionsstätten. Insgesamt verkauft die Marke fast elf Millionen Autos im Jahr, das bringt genug Kapital, um die hohen Investitionen in die Elektromobilität abzusichern. Dennoch hat Tesla Motors sich zuerst in die Marktnische der umkämpften Automobilbranche hineingewagt (Saidowsky, 2018). Tesla Motors bringt eine innovative Batterie auf den Markt und glänzt mit Innovation, Technik und einem grünen Image. Mit welcher Strategie es Tesla Motors schaffte, sich so auf dem Markt zu positionieren und zu etablieren, soll in dieser Arbeit erläutert und kritisch hinterfragt werden.

Definition Elektromobilität

Um das Klima nachhaltig zu schützen, sind Elektrofahrzeuge nicht nur in Deutschland ein wichtiger Baustein. Im Jahr 2019 gab es in Deutschland 32 verschiedene Elektrofahrzeuge und bis 2022 sollen in Deutschland eine Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen fahren (bmwi, 2019). Elektromobilität umfasst alle Fahrzeuge, die von einem Elektromotor angetrieben werden und ihre Energie überwiegend aus dem Stromnetz beziehen. Das bedeutet, dass auch Fahrzeige, die einen Verbrennungsmotor und einen Elektromotor verbaut haben, also sogenannte Hybridfahrzeuge, per Definition zur Elektromobilität zählen (Saidowsky, 2018). Elektroautios stehen für mehr Klimaschutz, Innovation und weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen (bmwi, 2019).

Geschichte

Das Unternehmen Tesla Motors wurde im Juli 2003 von den Ingenieuren Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. Ihr Ziel war es, innovative Elektrofahrzeuge zu entwickeln und zu produzieren. Der Firmenname geht auf den Physiker und Erfinder Nikola Tesla (1856-1943), welcher zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik hervorbrachte (Saidowsky, 2018) zurück. Elon Musk war ebenfalls von der Elektromobilität fasziniert und beschäftigte sich schon in seiner Studienzeit 1989 an der Queens University mit dem Thema (Mckenzie, 2019). Elan Musk fehlte noch das Startkapital für seine Vision, welche er dann aus dem Verkauf seiner Anteile an PayPal generierte. Im Jahr 2004 stieg Elon Musk mit einer Investition von 6 Millionen Dollar in das Unternehmen Tesla Motors mit ein (Mckenzie, 2019). Musk beobachtete ein paar Jahre, wie die Produktionskosten immer weiter stiegen und die Entwicklung nicht schnell genug voranschritt. 2007 ersetzte Musk den Gründer und CEO Martin Eberhard, dieser verließ die Firma kurze Zeit später endgültig. Im Oktober 2008 wurde Elan Musk CEO, Chairman und Product Architekt von Tesla Motors (Mckenzie, 2019). Von 2008 bis 2012 stellte Tesla Motors den Sportwagen Tesla Roadster her. Dieser basiert auf dem klassischen Design eines Sportwagens. Die Antriebsbatterie besteht aus 6.831 herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus, wie sie auch in Notebooks verwendet werden. Mit einer Reichweite von 350 Kilometern, 300 PS und einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 3,7 Sekunden verbesserte Tesla Motors das Image vom Elektroauto enorm (ARD, 2020). Im Juni 2010 geht Tesla Motors an die Börse. Dies war aufgrund steigender Kosten und fehlender Gewinne dringend notwendig. Zuvor hatte auch schon die Firma Daimler 50 Millionen Dollar in Tesla investiert, 2014 die Anteile aber wieder gewinnbringend verkauft (Saidowsky, 2018). Am 22. Juni 2012 erfolgte die Auslieferung der Limousine Model S. Die Reichweite betrug bis zu 500 Kilometer und das Auto hatte maximal 469 PS. Bei späteren Versionen liegt die Leistung bei bis zu 661 PS und einer Beschleunigung von null auf 100 in 2,3 Sekunden. Was weltweit fehlte war jedoch das Ladenetz für Elektroautos, welches in vielen Ländern nicht vorhanden oder noch nicht weitreichend ausgebaut war. Tesla Motors begann im September 2012 in Kalifornien damit, ein Netz aus sogenannten Superchargern (Schnellladesäulen) über die gesamte Welt auszubauen. Inzwischen verfügt Tesla weltweit über mehr als 18.000 Supercharger an über 1.600 Standorten (ARD, 2020). Die Vision des Unternehmens ist es, den Übergang zu einer nachhaltigen Energiegewinnung zu beschleunigen und Elektromobilität massentauglich zu machen. Um diese Vision weiter zu verwirklichen, baute Tesla Motors, im Bundesstaat Nevada, die sogenannte Gigafactory. Eine riesige Fabrik, um die Herstellungskosten von Lithium-Ionen-Batterien deutlich zu reduzieren und um große Mengen der Batterien herzustellen. In der Gigafactory wird zusammen mit dem Unternehmen Panasonic die Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos und für stationäre Stromspeicher produziert (ARD, 2020). Elon Musk vertritt eine moralische Mission und unterstützt Tesla Motors laut eigener Aussage nicht um Geld zu verdienen, sondern weil die Welt den Umstieg auf Elektroautos braucht (Mckenzie, 2019). Erst im dritten Quartal des Jahres 2016 verzeichnete das Unternehmen zum ersten Mail seit Gründung Gewinne und zwar in Höhe von 21 Millionen US-Dollar. (Saidowsky, 2018). Musk hat große Pläne für das Unternehmen und startet 2017 die Produktion des Tesla Model 3. Das ist ein elektrischer Kleinwagen für den Massenmarkt, der ab einem Preis von 35.000 US- Dollar verfügbar sein soll (Saidowsky, 2018). Im August 2018 ist das Model 3 das meistverkaufte Elektroauto der Welt und überholt den bisherigen Spitzenreiter, den Nissan Leaf. Deutsche Elektroautos befinden sich noch nicht einmal unter den Top 10 der meistverkauften Modelle (ARD, 2020). Finanziell erlebt auch Tesla Motors durch den Erfolg einen Aufschwung. Mit einem Börsenwert von zuletzt knapp 210 Milliarden Dollar ist Tesla Motors, Berechnungen des Finanzdatendienstleisters Bloomberg zufolge, an Toyota vorbeigezogen und damit der am höchsten gehandelte Autobauer der Welt (ARD, 2020).

Theoretischer Hintergrund Management Strategie

Im Folgenden wird für das Strategische Management sowohl der Begriff Management als auch einmal der Begriff Strategie definiert. Strategisches Management ist eine Teilaufgabe des Managements und beides ist Teil der Betriebswirtschaftslehre. Weitgefasst wird der Begriff Management von Harald Hungenberg definiert: „Wann immer Menschen zusammenkommen, um arbeitsteilig eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen, kann man Management beobachten- sei es in öffentlichen Verwaltungen, Verbänden, Sportmannschaften oder eben in Unternehmen“ (S. 4., Hungenberg, 2014). Eine Beschreibung, die auf das Unternehmen bezogen ist wäre, dass managen bedeutet ein Unternehmen zu leiten bzw. die Erfüllung der Aufgaben, die zur Leitung des Unternehmens notwendig sind. Es werden die Interessen des Unternehmens vertreten und Ziele definiert. Das Unternehmen wird in den Sollzustand gebracht (Gründerszene, 2019). Das Management muss nicht nur Menschen bzw. Mitarbeiter koordinieren, sondern den gesamten Leitungsprozess sowie den damit verbundenen Gütereinsatz. Da Management sowohl Einfluss auf die Menschen im Unternehmen als auch auf die Güter im Unternehmen hat, spricht man von der personellen Dimension und der sachlichen Dimension (Hungenberg, 2014). Für den Prozess des Managements sind drei Funktionen notwendig: Planung, Steuerung und Kontrolle (Hungenberg, 2014). In der Planung wird festgelegt über welchen Weg das Ziel erreicht werden soll, die Maßnahmen zur Zielerreichung werden definiert. Die Steuerung verbindet die Planung mit der Realisierung, Mitarbeiter bekommen die Aufgaben konkret zugeteilt. Die Kontrolle dient dazu, die Ergebnisse zu ermitteln, zu bewerten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten (Hungenberg, 2014). Neben den drei Funktionen für den Prozess des Managements kann das Management noch in drei Aufgabenfelder unterteilt werden: normatives Management, operatives Management und strategisches Management. Normatives Management umfasst zum Beispiel das Erfassen einer Unternehmenskultur (Hungenberg, 2014), währenddessen das operative Management über konkrete Ziele und Handlungen am Markt entscheidet (Hungenberg, 2014). Das Strategische Management beinhaltet die grundsätzliche Unternehmensentwicklung, die strategische Zielsetzung des Unternehmens und die interne und externe Ausrichtung des Unternehmens (Hungenberg, 2014). Das strategische Management wird als Teilbereich des Managements weiter ausgeführt und erläutert. Der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Management Henry Minzberg (1987) hat aufgrund der vielfältigen Definitions- und Interpretationsmöglichkeiten von Strategie fünf Verwendungsarten von Strategie in Unternehmen definiert. Er bezeichnete sie als „5 P's of strategy“: plan, ploy, pattern, position, perspetive“ (S. 4., Hungenberg, 2014).

Strategy as plan: Hier wird die Strategie als Ziel-Weg-Beschreibung gesehen. Was das Unternehmen erreichen will und wie dies erfolgen soll, erfolgt in der Planung (Recklies, 2003).

Strategy as ploy: Strategie beinhaltet auch Elemente eines Spiels. Konkurrenten können im Sinne eines Wettkampfes „ausgetrickst“ werden (Hungenberg, 2014). Strategy as pattern: Hier liegt der Fokus auf den Einzelentscheidungen. Ergeben diese ein Muster, welches zu einem angestrebten Ziel führt, lässt sich hieraus eine Strategie erkennen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den dort zu beobachtenden Regelmäßigkeiten, in denen die Einzelentscheidungen zum Ziel führen. Strategy as position: Festlegung der Position, die das Unternehmen im Markt bzw. im Wettbewerb einnehmen möchte (Hungenberg, 2014).

Strategy of perspektive: Es wird ein kollektives Bewusstsein für das Unternehmen geschaffen. Eine Weltanschauung, die alle Mitarbeiter vereint und nach außen getragen wird (Recklies, 2003). Ein Beispiel für die Vermischung zweier Strategien ist Coca-Cola in Ungarn. Hier wurden ploy und perspektive vermischt und die Strategie war kurz und knapp: „Wir schlagen Pepsi“. Diese Ausrichtung und Denkhaltung wurde allen Mitarbeitern erklärt, einschließlich der sich daraus ergebenden Unternehmensmaßnahmen (Recklies, 2003). Die Ausrichtung eines Unternehmens wird über das strategische Management maßgeblich beeinflusst. Um eine Strategie zu formulieren, werden sogenannte Objekte benötigt: Strategie, Struktur und System (Hungenberg, 2014). Diese bilden die Grundlage und Instrumente, um die Unternehmensentwicklung zu bestimmen und um die Unternehmensziele zu erreichen (Hungenberg, 2014). Es gibt noch weitere Ansätze über die Objekte in strategischen Ansätzen, allerdings wird sich in dieser Arbeit auf die Zweckmäßigkeit bezogen und deshalb werden andere nicht weiter ausgeführt. Die Strategie bestimmt die geschäftliche Ausrichtung des Unternehmens und definiert langfristige Ziele für das Unternehmen. Es positioniert das ausgewählte Geschäftsfeld im Markt und legt fest, wie man sich Wettbewerbsvorteile verschafft und eine Wettbewerbsstrategie zu entwickelt (Hungenberg, 2014). Eine Struktur im Unternehmen koordiniert Arbeitsabläufe, den Ressourceneinsatz und die Mitarbeiter. Die Struktur gibt Mitarbeitern einen Handlungsstrang für Arbeitsabläufe im Unternehmen, es wird eine Organisationsstruktur entwickelt (Hungenberg, 2014). Systeme bilden die Infrastruktur des Unternehmens. Es werden Instrumente etabliert wie z.B.

Anreizsysteme für Mitarbeiter, um das Unternehmen führen zu können und die Unternehmensressourcen zu koordinieren. Die Objekte des strategischen Managements können auch als Entscheidungsprozess beschrieben werden. Dies umfasst die Entscheidung von der Vorbereitung über die Umsetzung bis hin zur Entscheidungsfällung (Hungenberg, 2014). Die Objekte werden also in einem Prozess zusammengefasst, um so eine Analyse der besten Entscheidung zu durchlaufen. Der Entscheidungsprozess ist wiederum in Schritte aufgeteilt: Analyse, Formulierung und Auswahl sowie Implementierung von Strategie. Zusammengefasst kann man sagen, dass Strategie das führende Element ist und die Struktur und Systeme darauf ausgerichtet werden (Hungenberg, 2014). Das strategische Management wird in zwei Ebenen unterteilt. Zum einen bezieht es sich auf das Geschäftsfeld oder auch auf die Geschäftsfelder, zum anderen bezieht es sich auf die Unternehmensebene. Bei Ersteren wird das Geschäft aufgebaut und ausgeführt sowie Wettbewerbsstrategien festgelegt und verfolgt. Die Unternehmensebene wählt die Geschäftsfelder und setzt den Gesamtaspekt (Hungenberg, 2014). Insgesamt schafft das strategische Management die Bedingungen für die langfristige Unternehmensentwicklung. Ziel des Strategischen Managements ist die Marktposition eines Unternehmens. Dazu gehört es, dem Unternehmen im jeweiligen Geschäftsfeld Vorteile zu verschaffen und auszubauen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Intern wie auch extern werden Strategien ausgearbeitet und durch Strukturen und Systeme umgesetzt, um so einen Rahmen für Handlungen zu schaffen (S. 23., Hungenberg, 2014).

Strategie Tesla Motors

Tesla Motors hat sich mit der Elektromobilität in der Automobilbranche ein Geschäftsfeld ausgesucht, welches eine Marktlücke in der ganzen Welt war. Dies bietet zum einen Chancen für großen Erfolg, allerdings musste sich Tesla Motors den Weg selbst erarbeiten. Zu Beginn hat Tesla sehr hochwertige Autos produziert, die sich nur eine bestimmte Zielgruppe leisten konnte. Erst später produziert Tesla Motors Autos für die breite Masse und schaffte es, 2016 erste Gewinne zu erzielen. Die Marke Tesla Motors hat sich ähnlich wie zum das Unternehmen Apple im Premium Markensegment angesiedelt. Kunden sind hier bereit für einen Qualitätsunterschied mehr Geld zu zahlen. Es geht darum, dass die Kunden einen Qualitätsunterschied würdigen und wahrnehmen und somit im Premium Segment einkaufen (Pfeiffer, 2012). Premium bedeutet auch Luxus und dafür hat A.T. Kearny den Luxus-Kompass entwickelt, sowie sechs zentralen Erfolgsfaktoren die wichtig sind um im Premium Segment Erfolg zu haben: Design und Kreation, Markenerbe, 360° Konsumentenerlebnis, Markenimage, Exklusivitätszugang, Herstellungs-Know-Hows/ Handwerkskunst. Für das Markenerbe braucht das Unternehmen eine Geschichte und Werte, die es dem Käufer/Konsumenten erzählen kann. Teslas Geschichte ist nicht sehr lang, aber dass aus einen kleinen Start Up mit einer grünen Vision ein erfolgreiches Unternehmen wurde, ist erwähnenswert. Besonders die Führung von Elon Musk und er selbst als Person prägte das Unternehmen. Musk hatte seine Vision durch Tesla Motors zu einer Mission gemacht und somit eine spannende und emotionale Unternehmensgeschichte geschaffen. Das unverwechselbare „Design und Kreation“ zielt auf die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit des Produktes ab. Hier hat Tesla Motors Großes geleistet, denn das Autodesign hebt sich stark von der Konkurrenz ab. Es sind viele Extras eingebaut, wie zum Beispiel eine Premiumsoundanlage und ein 17 Zoll Touchscreen. Für das Model X wollte sich Tesla von den herkömmlichen SUVs abgrenzen und so bekam das Model X Flügeltüren. Damit erschließt Tesla den Markt der Premium-SUVs und schafft es wieder, sich nicht nur durch Elektromobilität von seiner Konkurenz abzugrenzen (Saidowsky, 2018). Der Innovationsgeist und Futurismus spiegelt sich nicht nur im Design wider, sondern auch in Features wie dem Insane Mode, welcher eine der drei Fahreinstellung ist: Normal, Sport und Insane (Wahnsinn). Der Insane Mode hat eine wahnsinnige Beschleunigung und unterstreicht den Luxuscharkter von Tesla Motors (Mckenzie, 2019). Das Herstellungs Know-How/ Handwerkskunst spiegelt die Produktqualität wider, auf die auch Tesla größten Wert legt. Fehler sollen schnell behoben werden, deshalb gibt es regelmäßig Updates für das Auto, die man sich wie beim Handy vorstellen kann. Somit muss das Auto seltener in die Werkstatt und ist zeitsparend für den Kunden. Um das Model S zu konstruieren, holte sich Elon Musk auch Hilfe von deutschen Autoherstellern wie Daimler (SWR, 2018). Hier profitiert Tesla Motors vom Image der deutschen Autobauer, die im Ausland einen sehr guten Ruf haben und für gute Qualität stehen. Das 360°-Grad Konsumerlebnis beschreibt die Kontrolle des Unternehmens über das Konsumerlebnis. Wie wird das Produkt wo verkauft? Tesla setzt nicht auf große Autohäuser und externe Händler, wie man es von anderen Autoherstellern kennt. In relativ kleinen Stores verkauft Tesla Motors sein Produkt selbst. Es stehen Autos zum Probefahren zur Verfügung und im Store selbst oder Zuhause kann man seinen Tesla nach Wunsch einfach am Computer erstellen und bestellen. Das Marketingimage ist wichtig für das Produktimage und die Vermarktung. Für die Autos von Tesla Motors gab es keine Werbung im Fernsehen oder Plakate, wie man es von Volkswagen und Renault kennt. Tesla setzte auf Empfehlungsmarketing und auf die Sozialen Medien. Der Kunde erfährt so nicht nur von funktionalen, sondern auch von den emotionalen Vorteilen des Produktes. Aufgrund hoher Innovations- und Produktionskosten setzte Tesla erst auf das Premiumsegment. So konnten sich nur wohlhabende Personen die ersten Autos wie den Tesla Roadster und das Modell S leisten. Durch die sozialen Medien wurde das Produkterlebnis geteilt und das Premiumsegment mit der Vorstellung neuer Produkte wird mit großen Events unterstrichen. Dies unterstreicht das nächste Element: Hohe Exklusivität und Einzigartigkeit. Die Preisgestaltung von Tesla ist selektiv, da sich nicht jeder ohne weiters das Produkt leisten kann. Zudem unterstützt das Produkt den Wunsch nach Differenzierung und lässt sich global verkaufen. Insgesamt sind alle sechs Kernelemente für das Premiumsegment vorhanden. Um das Premium Segment noch genauer zu bestimmen, könnte man die einzelnen Elemente auch bewerten und somit das Potential von Tesla als Premiumsegment erschließen. Mit dieser Bewertung kann Tesla eine Strategie ausarbeiten, in welche Elemente wie investiert werden müsste, um weiter im Premiumsegment zu wachsen (Pfeiffer, 2012). Um im Premium Segment weiter zu bestehen, sind Alleinstellungsmerkmale für das Produkt von hoher Bedeutung. Das Alleinstellungsmerkmal, auch Unique Selling Propostion genannt, ist ein einmaliges Verkaufsversprechen über eine Leistung oder ein Produkt. Das Produkt hebt sich durch dieses Merkmal von allen anderen Produkten ab und hat einen hohen Nutzen/Mehrwert für den Käufer. Es verschafft dem Produkt einen Wettbewerbsvorteil und soll den Konsumenten zum Kauf anregen. Das Produktversprechen sollte dem Kunden einen Nutzen bringen und seinen Bedürfnissen entsprechen. Das Produkt hat also ein Nutzungsversprechen auch Unique Value Proposition genannt (Eck, 2019). Es gibt mehrere Kundenbedürfnisse, die in Kategorien aufgeteilt sind und somit ein Alleinstellungsmerkmal bilden können: Preis, Qualität, Zeit sparen, Nachhaltigkeit, Neuartigkeit, Einfachheit, Exklusivität, Besondere Ausstattungsmerkmale, Flexibilität, Positive Bewertung (Eck, 2019). Tesla Motors setzt auf gleich mehrere Punkte, die zum Teil aber auch nur auf einzelne Modelle zutreffen. Zu Beginn konnte bei den Kunden mit dem Tesla Roadster und dem Tesla Model S nicht durch den Preis punkten, doch seit 2017 die Produktion des Model 3 begann, wird klar, dass Tesla Motors versucht die Elektromobilität für den die breite Masse zugänglich zu machen. Sicherheit steht neben Qualität für Tesla ganz oben auf der Liste, um dem hohen Anspruch der Kunden zu genügen. Auf der Website führt Tesla selbst als Alleinstellungsmerkmal Sicherheit, Leistung und Effizienz für das Model S auf sowie die Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde in 2,28 Sekunden, Over-the-Air-Software-Updates und die größte Reichweite unter den Elektrofahrzeugen. Das Model X hingegen wird mit der hohen Sicherheit und gleichzeitig als SUV mit der schnellsten Beschleunigung beworben. Das Model 3 wird mit dem Slogan „accelerating sustainable transport“ auf den Markt gebracht, das bedeutet so viel wie „die Beschleunigung des nachhaltigen Verkehrs“ (Tesla, 2020). Tesla bedient also mehrere Alleinstellungsmerkmale: auf der einen Seite ist Tesla Elektromobilhersteller und baut ein Image mit Nachhaltigkeit, Innovation und Sicherheit auf. Auf der anderen Seite sind es Fahrzeuge eines Sport- und Premiumherstellers, die auf Sportlichkeit, Luxus und Qualität setzen. (Saidowsky, 2018). Diese Merkmale zu vereinen, macht Tesla Motors besonders wettbewerbsfähig, da es die Konkurrenz nicht schafft diese Merkmale in einem Auto zu vereinen.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Kritische Strategieeinschätzung des Unternehmens Tesla Motors. Eine Betrachtung zu Marketing, Nachhaltigkeit und Konkurrenz
Autor
Jahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V952414
ISBN (eBook)
9783346294098
ISBN (Buch)
9783346294104
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritische, strategieeinschätzung, unternehmens, tesla, motors, eine, betrachtung, marketing, nachhaltigkeit, konkurrenz
Arbeit zitieren
Hanna Hoffmann (Autor), 2020, Kritische Strategieeinschätzung des Unternehmens Tesla Motors. Eine Betrachtung zu Marketing, Nachhaltigkeit und Konkurrenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/952414

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