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Vorzeitlicher Verlust der Eltern. Die Trauer von Kindern

Ein Vergleich der systemischen und personzentrierten Beratung zur Trauerbegleitung

Title: Vorzeitlicher Verlust der Eltern. Die Trauer von Kindern

Master's Thesis , 2020 , 88 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diana Schmidt (Author)

Pedagogy - Family Education
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Die Leitfrage dieser Arbeit ist, inwiefern die Konzepte der systemischen und personzentrierten Beratung für die Trauerverarbeitung von Kindern indiziert sind. Es werden primär die entwicklungspsychologischen Aspekte des elterlichen Verlustes thematisiert, schwerpunktmäßig wird dabei die frühe und mittlere Kindheit bis zum Übergang in die weiterführende Schule fokussiert (0-10 Jahre).

Diese Arbeit inkludiert eine Halb- und Vollverwaisung, obgleich ersteres quantitativ deutlich häufiger in Deutschland auftritt und dementsprechend in der Literatur umfassender behandelt wird. Dabei gilt es zu beachten, dass die Auswirkungen und Implikationen von sozialer Verwaisung sowie der Verlust eines Elternteils durch Trennung oder Scheidung nicht beleuchtet werden. Methodisch ist diese Arbeit literaturgestützt verfasst worden. Wie in Deutschland gebräuchlich wird der Begriff der Trauerbegleitung synonym zur Trauerberatung verwendet und konzeptionell zusammengeführt.

Im ersten Teil der Arbeit werden der Umgang mit Tod und Trauer in der westlichen Gesellschaft sowie eine Zusammenfassung zum Stand der Forschung als Annäherung an die Thematik dargelegt. Darauffolgend wird als Diskussionsgrundlage das Todeskonzept von Kindern in den verschiedenen Entwicklungsphasen dargestellt.

Im zweiten Teil dieser Arbeit wird auf der Folie der im ersten Teil dargestellten Erkenntnisse zur Trauerforschung und entwicklungspsychologischer Konzepte zur Trauerverarbeitung im Kindesalter die systemische und personzentrierte Beratung vorgestellt, anschließend gegenübergestellt und diskutiert, um abschließend erste Implikationen für die Beratung zur Trauerbegleitung von Kindern darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

I Theoretische Grundlagen

2 Bedeutung der Trauer

2.1 Umgang mit Tod und Trauer In der Gesellschaft

2.2 Stand der Forschung

2.2.1 Normale Trauer

2.2.2 Komplizierte Trauer

2.2.3 Depressionen und Traumatisierungen im Kindesalter

3 Das Todeskonzept von Kindern

4 Die Trauerverarbeitung im Kindesalter

4.1 Trauer und Verlust in der Bindungstheorie

4.2 Trauer und Verlust in der Psychoanalyse

4.3 Trauer und Verlust in den Entwicklungsaufgaben nach Erikson

4.4 Trauer und Verlust in der Stressforschung

4.5 Die Trauerphasen/Traueraufgaben

5 Einflussfaktoren auf die Trauerverarbeitung

5.1 Die Familie - der verstorbene und lebende Elternteil

5.2 Die Umstände des Todes

5.3 Das Copingmodell der Kognitiven Stresstheorie

II Vergleich der Beratungskonzepte

6 Beratungsansätze zur Trauerarbeit für Kinder

6.1 Systemische Beratung

6.1.1 Zum Verständnis systemischer Trauerarbeit

6.1.2 Methoden und Interventionen für Kinder

6.2 Personzentrierte Beratung

6.2.1 Zum Verständnis personzentrierter Trauerarbeit

6.2.2 Methoden und Interventionen für Kinder

III DISKUSSION

7 Ausblick und Implikationen für die Beratung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern systemische und personzentrierte Beratungsansätze zur Begleitung von Kindern geeignet sind, die einen vorzeitigen elterlichen Verlust erlitten haben, um deren Trauerverarbeitung zu unterstützen.

  • Bedeutung der Trauer im Kindesalter und das kindliche Todeskonzept.
  • Bindungstheoretische, psychoanalytische und stresswissenschaftliche Perspektiven auf kindliche Trauer.
  • Einflussfaktoren, insbesondere die Rolle des überlebenden Elternteils und der familiären Situation.
  • Detaillierter Vergleich der methodischen Herangehensweisen systemischer und personzentrierter Beratung in der Trauerarbeit.
  • Implikationen für die professionelle Trauerbegleitung und Beratungspraxis.

Auszug aus dem Buch

6.2.2 Methoden und Interventionen für Kinder

Die personzentrierte Beratung mit Kindern hat erstmalig im Jahre 1930 durch therapeutische Erfahrungen Carl Rogers ihre Anfänge genommen (Reisel & Wakolbinger, 2012, S. 254). Durch die Idee der Aktualisierungstendenz im Menschen wendet sich der Ansatz der ganzen Persönlichkeit des Kindes zu und verändert das Selbstkonzept des Kindes, somit wird der Ansatz nicht störungsspezifisch eingesetzt. Rogers selber war der Überzeugung, dass der personzentrierte Ansatz lediglich für eine Minderheit der Kinder geeignet sei, dagegen prädestiniert für Studierende und Partner mit Beziehungsproblemen (Rogers, [1942] 2010, S. 19, 79). Gleichwohl beschäftigen sich einige seiner Werke mit Spieltherapie und Lernprozessen mit Kindern.

Insofern es sich um jüngere Heranwachsende handelt, die noch emotional und räumlich abhängig von ihrer Bezugsperson sind, wie sie Gegenstand dieser Arbeit sind, sieht die personzentrierte Beratung keine getrennte, sondern eine gemeinsame Beratung von Eltern(teil) und Kind vor (ebd., S. 77). Dabei befindet sich der/die Berater*in stets in einem Dreieckskontrakt zwischen Kind, Elternteil und Berater*in (Hollick, 2019: 14f.). Um eine gelingende Beziehung zu dem Kind aufzubauen, ist es zunächst einmal unerlässlich, eine Beziehung zu den/m Eltern(teil) aufzubauen und dessen Selbstwirksamkeit zu stärken. Die Haltung des Elternteils beeinflusst maßgeblich die Beziehung zwischen Berater*in und Kind.

Auch bei der Elternarbeit behalten die Basisvariablen des/der personzentrierten Berater*in ihre Gültigkeit. Insofern die Bezugsperson des Kindes nicht in die Beratung mit eingebunden werden kann, wirkt sich der Beratungseffekt indirekt aber auch auf die Eltern aus und andersherum beeinflussen die Haltung und Prozesse des Elternteils gegenüber/in der Beratung auch den Kontakt zum Kind. Je nach familiärer Dynamik und abhängig davon, ob und wenn ja in welcher Geschwisterreihe das Kind steht, kann die

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz des vorzeitigen elterlichen Verlusts und definiert die zentrale Fragestellung hinsichtlich der Eignung systemischer und personzentrierter Beratungskonzepte.

2 Bedeutung der Trauer: Dieses Kapitel beleuchtet den Umgang mit Tod und Trauer in der Gesellschaft sowie den aktuellen Forschungsstand zu normalen und komplizierten Trauerverläufen.

3 Das Todeskonzept von Kindern: Hier wird die Entwicklung des kindlichen Verständnisses vom Tod im Kontext psychologischer und medizinischer Paradigmen erläutert.

4 Die Trauerverarbeitung im Kindesalter: Das Kapitel verknüpft verschiedene Theorien – Bindungstheorie, Psychoanalyse, Entwicklungsaufgaben nach Erikson und Stressforschung – mit der kindlichen Trauerverarbeitung.

5 Einflussfaktoren auf die Trauerverarbeitung: Im Fokus stehen hier die familiäre Situation, Todesumstände sowie das Copingmodell der Kognitiven Stresstheorie als zentrale Einflussgrößen.

6 Beratungsansätze zur Trauerarbeit für Kinder: Dieser Teil vergleicht die systemische und die personzentrierte Beratung hinsichtlich ihrer theoretischen Grundlagen, Haltungen und spezifischen Methoden.

7 Ausblick und Implikationen für die Beratung: Das Kapitel diskutiert die Ergebnisse der Gegenüberstellung und leitet daraus Empfehlungen für die praktische Trauerberatung sowie für zukünftige Forschungsbedarfe ab.

Schlüsselwörter

Kindliche Trauer, elterlicher Verlust, systemische Beratung, personzentrierte Beratung, Bindungstheorie, Psychoanalyse, Trauerverarbeitung, Traueraufgaben, Stressforschung, Kindeswohl, Beratungskonzepte, psychische Gesundheit, Resilienz, Trauerbegleitung, Familienaktualisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Trauerverarbeitung bei Kindern nach dem Verlust eines Elternteils und vergleicht dazu zwei therapeutische Ansätze: die systemische und die personzentrierte Beratung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Trauer bei Kindern, das kindliche Verständnis von Tod, Einflussfaktoren wie das Familiensystem und die praktische Anwendung sowie Wirksamkeit von systemischen und personzentrierten Beratungsmethoden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es zu erörtern, inwiefern die Ansätze der systemischen und der personzentrierten Beratung für die Trauerverarbeitung von Kindern indiziert sind, um eine fundierte Entscheidungshilfe für die Praxis der Trauerbegleitung zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist methodisch literaturgestützt verfasst. Es erfolgt eine systematische Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschungslage und den relevanten psychologischen sowie therapeutischen Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie die Bindungstheorie oder das Todeskonzept von Kindern, und den detaillierten Vergleich der systemischen und personzentrierten Beratung hinsichtlich ihrer Grundhaltung und Methoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie kindliche Trauer, elterlicher Verlust, systemische Beratung, personzentrierte Beratung, Bindungstheorie und Familienaktualisierung charakterisiert.

Warum ist der Verlust eines Elternteils für Kinder so belastend?

Der Verlust ist existenziell, da wichtige Stützpfeiler – wie instrumentelle, validierende und emotionale Unterstützung – wegbrechen und das Kind Gefahr läuft, sein soziales Umfeld und damit verbundene Identitätszuschreibungen zu verlieren.

Was unterscheidet systemische von personzentrierter Beratung in der Trauerarbeit?

Während die systemische Beratung stärker auf die Beziehungsdynamik und Interaktionsmuster innerhalb der Familie fokussiert, stellt die personzentrierte Beratung die bedingungslose Akzeptanz, Empathie und die Beziehung zwischen Berater und Kind in das Zentrum der Arbeit.

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Details

Title
Vorzeitlicher Verlust der Eltern. Die Trauer von Kindern
Subtitle
Ein Vergleich der systemischen und personzentrierten Beratung zur Trauerbegleitung
College
Bielefeld University  (Hochschule)
Grade
1,0
Author
Diana Schmidt (Author)
Publication Year
2020
Pages
88
Catalog Number
V956407
ISBN (eBook)
9783346316820
ISBN (Book)
9783346316837
Language
German
Tags
Trauer Trauerarbeit Beratung personzentriert systemisch Entwicklungspsychologie Kinder Jugendliche Tod
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diana Schmidt (Author), 2020, Vorzeitlicher Verlust der Eltern. Die Trauer von Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956407
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