Der Cursus honorum in der Kaiserzeit


Seminararbeit, 2002
10 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Inwiefern verändert sich der republikanische Cursus honorum in der Kaiserzeit

II. Der Cursus honorum- Definition, Entwicklung, Veränderung
1) Definition und Funktion des Cursus honorum
2) Die Entwicklung der römischen Magistratur
3) Die Prinzipien der römischen Magistratur
4) Die Magistrate des Cursus honorum

III. Fazit: Der Wandel des Cursus honorum in der Kaiserzeit

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung: Inwiefern verändert sich der republikanische Cursus honorum in der Kaiserzeit?

In der römischen Republik stellte der Cursus honorum eine wichtige politische Instanz in der Verfassung des Reiches dar. Nach festen und strengen Regeln erfüllten die Senatoren die anstehenden politischen Aufgaben, indem sie eine Reihe ehrenvoller Ämter übernahmen.

Im folgenden Referat sollen zunächst Definition, Entwicklung und Prinzipien des römischen Cursus honorum erläutert werden. Des weiteren soll die Entwicklung der einzelnen Magistrate und ihrer Funktionen die Veränderungen der Magistratur in der Kaiserzeit aufzeigen, um die Frage, wie sich eigentlich Rolle und Funktion des Cursus honorum in der Kaiserzeit verändert haben beantworten zu können.

II. Der Cursus honorum- Definition, Entwicklung, Veränderung.

1. Definition und Funktion des Cursus honorum

Der Cursus honorum wird als Ämterlaufbahn römischer Senatoren definiert. Die einzelnen „Amtstationen“ begründen einen Sitz im Senat. Seit den Reformen unter Sulla im Jahr 81 v.Chr. wurde jener durch die Begleitung der Quästur verschafft. Der Cursus honorum regelte nicht nur den Erwerb der Senatszugehörigkeit, sondern auch die hierarchische Reihenfolge der Ämter, den Mindestabstand zwischen der Begleitung zweier Ämter und das Mindestalter des Bewerbers. Nicht jedes Amt der römischen Magistratur zählte zum Cursus honorum. Zur Zeit der Republik galten das Volkstribunat, die Promagistrate, die Zensur und das Amt des Diktators als solche Ämter. Die Amtstationen des Cursus honorum waren in aufsteigender Reihenfolge die Quästur, die Ädilität, die Prätur und das Konsulat.[1]

2. Die Entwicklung der römischen Magistratur

Zu Beginn der römischen Republik gab es lediglich zwei Ämter: die Konsuln stellten die Inhaber der Exekutivgewalt dar, während die Quästoren als Hilfsbeamte für die Durchführung der Aufgaben der Konsuln fungierten. Mit der Ausdehnung des Reiches wuchsen auch die zu bewältigenden Verwaltungsaufgaben und eine Ausdifferenzierung der Ämter wurde nötig. Durch die Ausgliederung einiger Kompetenzen entstanden weitere Ämter. Im 4. Jahrhundert v.Chr. wurden die Plebejer in die Magistratur integriert. Das Volkstribunat als plebejisches Amt entstand. Mit der ‚Lex Licinia Sextia’ wurde die römische Magistratur im Jahr 367 v.Chr. reformiert. Den Plebejern wurde der Zugang zum Konsulat ermöglicht und die Ädilität wurden in zwei plebejische und zwei kurulische Ädile geteilt. Die ‚Lex cillia annalis’ regelte im Jahr 180 v.Chr. die Reihenfolge der Magistrate, setzte die Gewohnheitsregeln, damit den eigentlichen Cursus honorum gesetzlich fest. Mit der Restauration des Senatorenstandes unter Sulla entstand der bis in die Kaiserzeit geltende Cursus honorum in seiner festen Form.[2]

Die Magistrate der klassischen Republik lassen sich auf verschiedene Weise gruppieren: Zum einen in plebejische und patrizische Magistrate. Die plebejischen Magistrate wurden in den comitia tributa gewählt, zu ihnen zählten das Volkstribunat und die plebejische Ädilität. Die Wahl der patrizischen Magistrate, der kurulischen Ädilität, die Prätur und das Konsulat fand in den comitia centuriata statt. Zum anderen kann man die Ämter in höhere und niedere Ämter trennen. Zu den ‚magistratus maiores’, den höheren Ämtern zählten die Prätur und das Konsulat: Sie besaßen militärische Vollmachten, ihre Machtbefugnisse wurden mit dem Begriff ‚Imperium’ beschrieben. Zu den ‚magistratus minores’, den niederen Ämtern zählten die Quästur und die Ädilität. Sie besaßen keine militärischen Vollmachten, daher nannte man deren Machtbefugnisse ‚potestas’.[3]

3. Die Prinzipien der römischen Magistratur

Die Prinzipien der Annuität, der Kollegialität und des Mindestalters regelten den Ablauf der Magistratur. Sie bildeten sich in der Republik heraus und blieben bis in die Kaiserzeit erhalten. Jedes Amt konnte nur ein Jahr lang bekleidet werden, es mussten sich jeweils zwei Amtskollegen ein Amt teilen. Jeder Bewerber musste für ein Amt ein gewisses Mindestalter aufweisen können.[4] Ein weiteres Prinzip stellte die Diskontinuität dar. Seit Beginn der Republik galten Einschränkungen der Wiederholung desselben Amtes, das Verbot mehrere Ämter in Folge zu bekleiden und die Kumulation, das Verbot mehrere Ämter zu häufen, das heißt sie gleichzeitig zu bekleiden zu den Prinzipien der Magistratur.[5]

Während die Ämter der Magistratur in der römischen Republik ehrenamtlich, das heißt ohne Bezahlung waren, wurden sie in der Kaiserzeit besoldet. Die Ausbeutung der Provinzen durch die römischren Statthalter, die in der Republik hohe Steuerpflichten für die provinzialische Bevölkerung festlegten, um die eigenen Kassen zu füllen, konnte somit eingeschränkt werden.[6]

[...]


[1] Gizewski, Christian: Art. Cursus honorum, in: Der neue Pauly, 1997, Sp. 243.

[2] Kierdorf, Wilhelm: Art. Magistratus, in: Der kleine Pauly, 1969, Sp. 877.

[3] Kierdorf, Wilhelm: Art. Magistratus, in: Der kleine Pauly, 1969, Sp. 877.

[4] Kierdorf, Wilhelm: Art. Magistratus, in: Der kleine Pauly, 1969, Sp. 877.; Jaques, Francois, Scheid, John: Rom und das Reich in der hohen Kaiserzeit, Leipzig 1998, S. 58.

[5] Dahlheim, Werner: Die griechisch-römische Antike, Band 2, Stuttgart ³1997, S.60.

[6] Dahlheim, Werner: Geschichte der römischen Kaiserzeit, 1989 München, S. 34.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Cursus honorum in der Kaiserzeit
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Integriertes Proseminar
Note
gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V9566
ISBN (eBook)
9783638162326
ISBN (Buch)
9783656725312
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine Referatverschriftlichung. 269 KB
Schlagworte
Magistrat, Cursus Honorum, Kaiserzeit
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts (B.A.) Susan Wangelik (Autor), 2002, Der Cursus honorum in der Kaiserzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9566

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