Huxley, Aldous (1894-1963) - Schöne Neue Welt - Roman


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
9 Seiten
Anonym

Gratis online lesen

Brave New World

Schöne Neue Welt

Roman von Aldous Huxley (1894-1963)

Erschienen 1932

Im „Siebten-Jahrhundert nach Ford“ ist es gelungen, aufgrund einer totalen materialistischen Einstellung und nahezu perfekten Kenntnis der Wissenschaft und Technik eine stabile utopische Welt zu errichten.

Menschliche Wesen werden nicht mehr geboren, sondern in Teströhren und Flaschen entwickelt. Durch exakte wissenschaftlich Vorbereitung wird garantiert, dass sie in genau abgewogener Dosierung jene körperlichen Eigenschaften aufweisen, die ihre vorherbestimmte Rolle im Leben erfordert, und dass sie gleichzeitig mit dieser Rolle vollkommen zufrieden sind.

Krankheiten gibt es nicht mehr, und Männer und Frauen behalten ihre Jugendlichkeit und Spannkraft bis zum Tod. Glück und Zufriedenheit, wenn auch, im erbärmlichsten materiellen Sinn, sind gesichert.

Diese Wesen genießen den unbegrenzten Materialismus und die uneingeschränkte Sinnlichkeit. Weder Liebe noch Mut, weder künstlerische Kraft noch schöpferische Gedanken existieren, da die Stabilität dieser Welt nur durch die emotionale und geistige Infantilität gesichert ist.

Überwachende Instanzen sind die Weltaufsichtsräte(WAR) in der Person von Mustafa Mannesmann und der verantwortliche Leiter der "Brut und Normzentrale"(BUND).

Das Wohl dieser Menschen steht auf 3 Säulen: der wirtschaftlichen Prosperität (Ford) des Gemeindenkens (Marx) strenge Wissenschaftsgläubigkeit aus psychologischer Grundlage (Freud)

Huxley verdeutlicht, daß sozialer und technischer Fortschritt und verfeinerte Methoden der psychologischen Manipulation erwarten lassen, daß diese grausige Voraussage sich in einem Bruchteil der veranschlagten Zeitspanne verwirklichen wird.

Kurze Zusammenfassung der einzelnen Kapitel:

Kapitel 1: Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit und Beständigkeit

Der Leser wird über eine Studentengruppe in die erstaunliche Welt des Jahres 632 n. F. hineingeführt. Die jungen Studenten besichtigen die "Brut und Normzentrale Berlin-Dahlem" und lernen die biochemischen Prozesse bzw. das Kastenwesen als Voraussetzung kennen, die das Fundament des Staates bilden.

Kapitel 2: Prädestinierung

Den Vorgängen der biochemischen Fließbanderzeugung und Programmierung des Lebens (Kaste der Alphas, Betas, Gammas Deltas oder Epsilons) folgt die Schulung der Säuglinge zu vorgegebenem Staatsverhältnis und Kastenbewußtsein. Dies geschieht durch die Gewöhnung an unterschiedliche Kleidung (Farbimpulse), Schrecksignale und Elektroschocks.

Kapitel 3: Erziehung

Während die Studentengruppe erlebt, wie im Freien die Kleinen "sich tief und ernst" bei einem Sexualspiel ergötzen, tritt Mustafa Mannesmann auf. Er vertritt die Ansicht: daß alles Alte auszuwischen sei und Familie und Geborgenheit nur ein seelischer Kaninchenstall ist, und daß nur Gemeinschaft Beständigkeit stiften kann.

Kapitel 4: Die Verabredung

Indes Lenina mit Henry, ihrem derzeitigen Liebhaber unterwegs ist, sucht Sigmund seinen Freund Helmholtz-Watson auf. Helmholtz ist der entgegengesetzte Typ zu Sigmund, stark und selbstbewußt, ein anerkannter Mann. Sigmund leidet unter der Tatsache, als Schriftsteller noch nichts Wirkliches geleistet zu haben, aber er fühlt, daß dies noch der Fall sein wird. Helmholtz ist in seinem gereiften Bewußtsein, in seiner Beherrschtheit und vertrauensstiftenden Überlegenheit seinem grüblerischen Freund um Längen voraus.

Kapitel 5: Fordfeiertag

Das Freizeitvergnügen auf dem Hindernisgolfplatz endet in einem Somarausch. Für wenige Augenblicke zweifelt Lenina am normierten Zustand des Lebens. Die Phrasen der Zeit, im Unterbewußtsein so fest verankert, können Leninas Unwillen kaum zurückdrängen. Erst eine Dosis Soma führt sie in die "Wirklichkeit" zurück. Er nimmt wie jeden zweiten Donnerstag am "Eintrachtsfest" teil. Er wird von dem psychedelischen Ritual, das sich allmählich zum Exzeß steigert magisch angezogen. Soma-Trank wird herumgereicht, das Eintrachtslied wird gesungen und das Bewußtsein der Versammlung bereitet sich auf die "große Auflösung" vor. Sigmund hingegen vermag die wundersame Wirkung dieser Ciromonie nicht wahrzunehmen. Sein erwachendes Ich- Bewusstsein zwängt ihn in die Rolle des Einsiedlers.

Kapitel 6: Die halbe Wahrheit

Diese Kapitel zerfällt in eine Reihe von Einzelepisoden, die sich an verschiedenen Orten zutragen. Ein Rückgriff enthüllt, daß Sigmund sich Lenina bei ihrem ersten gemeinsamen Ausflug anvertraut hatte. Weshalb sie jetzt zögert mit ihm nach Mexiko in das Reservat zu fliegen. Sigmund will "Gefühle in ihrer ganzen Macht“, doch Lenina ist unfähig ihn zu verstehen. Obwohl sie möchte kann sie nicht aus der Normung ausbrechen, da sie nicht mehr als ein Brutofenpräparat ist, das alle Normen verinnerlicht hat.

Die Gegenwartshandlung setzt sich mit Sigmunds Besuch beim BUND fort. Er läßt sich seine Reisegenehmigung ausstellen und muß sich währenddessen Vorwürfe über sein Fehlverhalten anhören. Doch Sigmund ist "erhoben von dem berauschenden Bewußtsein seiner individuellen Bedeutung" bereit zum Kampf gegen das System. Der BUND gibt seinerseits, überwältigt von der Erinnerung an Neu-Mexiko und eine blonde Betaminus, sein Geheimnis preis. Ein weiterer Ortswechsel erfolgt mit dem Eintreffen der Reisenden im Indianerreservat. Der BUND läßt Sigmund telefonisch mitteilen, daß er ihn voraussichtlich isolieren will.

Kapitel 7: In der Wildnis

Lenina und Sigmund machen in Malpais die Bekanntschaft mit Michel und seiner Mutter Filine. Das Kapitel vervollständigt aus den Erzählungen Filines die Erinnerungen des BUND. Auf Schritt und Tritt begegnen Sigmund und Lenina "Wundern", die in ihrer antiseptischen Welt nicht mehr anzutreffen sind: singende Mütter, Schmutz, Krankheit, Tod und Verwesung. Die Besucher aus dem Weltstaat sind fasziniert, aber auch Filine, die ehemalige Beta-Schönheit, überwältigt der Anblick des zivilisierten Wesens.

Kapitel 8: Michel- Außenseiter oder charakterstark?

Michel ist immer ein Fremdling unter den Wilden geblieben. Zwei äußerst gegensätzliche Bücher haben seinen Geist geprägt: "Ein Leitfaden der chemischen Normung des Embryos" den seine Mutter aus der Neuen Welt in das Reservat hinübergerettet hatte und ein Band "Shakespeare". Dieses Buch wird ihm zur Erbauung und in seiner Einsamkeit entdeckt er "Zeit und Gott und Tod". In Michels Fremdheit innerhalb seines Lebensraum sieht Sigmund eine Möglichkeit, sich am BUND und am System zu rächen, das ihn nicht akzeptieren will. Er setzt den jungen "Wilden" gleichsam als Waffe ein, indem er ihm vorschlägt, mit ihm nach Berlin zurückzukehren. Michel ist entzückt, zumal seine Mutter ihn begleiten wird und er in der Nähe Leninas sein darf, die ihn bezaubert.

Kapitel 9: Feline - Gegenstand und Köder

Mustafa Mannesmann arrangiert persönlich die Einreise des "Wilden“.

Kapitel 10: Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein.

In Berlin kommt es zu der erwarteten Konfrontation zwischen Sigmund und dem BUND. Dieser statuiert ein Exempel und stellt Sigmund vor der gesamten Belegschaft des Befruchtungssaales bloß. Aber Sigmunds Trumpfkarte sticht: Filine und Michel werden hereingeführt. Das Wiedererkennen wird für den BUND zu einer Niederlage, verstört verläßt er den Raum und reicht seinen Abschied ein.

Kapitel 11: Die Attraktion der Zivilisierten

Michel lernt die Stadt kennen und erholt sich abends mit Lenina in einem Fühlkino. Der gezeigte Film berührt ihn unangenehm: Ein erster Zusammenprall zweier unvereinbarer Welten ist hier also erfolgt. Michel erlangt seine innere Ruhe durch das Lesen seines geliebten Shakespeare- Buches zurück.

Kapitel 12: Sigmunds Enttäuschung

Michels erste, tiefgehende Enttäuschung über die Welt seiner Träume wird vorübergehend durch die Bekanntschaft mit Helmholtz gemildert. Sofort entwickelt sich zwischen den beiden eine herzliche Beziehung, da beide die Liebe zur Poesie teilen.

Kapitel 13: Schöne alte Welt

In diesem Kapitel vertieft sich der Bruch zwischen der "alten" und der "neuen" Welt. Michel begehrt Lenina in reiner Liebe, will sie "edel" und "erhaben" gewinnen und stößt dabei nur auf ihre genormten Reaktionen und auf ihre ihn abstoßende soma-verstärkte Sinnlichkeit.

Kapitel 14: Ein Tod der Besinnung

Filines Tod ist der Anfang des nahenden Endes. Michel ist tief erschüttert und ein mächtiger Zorn überkommt ihn, als er sieht, wie eine Gruppe Kinder, wie die Normung es verlangt, um das Bett der Sterbenden herumsteht und mit "der blöden Neugier einer Viehherde glotzt".

Kapitel 15: Die Gedanken sind frei

Entsetzt über die Auswirkung der Drogen, die den Tod Filines ausgelöst haben, versucht Michel, das Wirtschaftspersonal der Moribunden-Klinik daran zu hindern, die Soma-Ration zu verteilen. "Nehmt dieses eklige Zeug nicht! Es ist Gift!". Als die Deltas Michel angreifen, kommen ihm Sigmund und Helmholtz zur Hilfe. Die Polizei greift mit Soma-Dämpfen und Betäubungspistolen in das Chaos ein und nimmt die drei Rebellen fest.

Kapitel 16/17: Freiheit?

Diese beiden Kapitel bilden mit dem ideologischen Streitgespräch zwischen Mustafa, Helmholtz, Sigmund und dem "Wilden" das geistige Zentrum des Romans. Mustafa hat sich gegen den Individualismus entschieden. Dafür, sowie für "Altes" ist kein Platz, Kunst und Träumerei passen nicht in das Bild der Zeit. Wo das "Glück" gefährdet ist, gibt es Soma. Eine intakte Gesellschaft kann es nur geben, wenn alle Konfliktstoffe beseitigt sind. An diesem Punkt hält ihm Michel sein Glaubensbekenntnis entgegen: "Ich brauche keine Bequemlichkeit.

Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!".

Kapitel 18: Der Freitod

Während Sigmund und Helmholtz auf die Individualisten-Insel verbannt werden, muß Michel weiter in der "Neuen" Welt bleiben. Er findet in der Lüneburger Heide einen verlassenen Leuchtturm, den er zu seiner Einsiedelei macht. Hier versucht er sein Leben von Grund auf zu erneuern, es gelingt ihm aber nicht Lenina zu vergessen. In Folge dessen kasteit und geißelt Michel sich. Jemand beobachtet ihn dabei, weshalb Michel zum Medienereignís avanciert, welches „live„ erlebt werden möchte. Lenina ist auch unter den Zuschauern und in der allgemeinen Ekstase peitscht Michel sie zu Tode. Als die Wirkung des Rausches nachläßt, wird sich Michel des Vorgefallenen bewußt. Der Freitod scheint die letzte Möglichkeit zu sein, sich der „Schönen Neuen Welt„ zu entziehen.

Prägnante Eckpfeiler der Utopie

Das Bokanowskyverfahren:

Ein bokanowskysiertes Ei knospt, sproßt und teilt sich. 8-96 Knospen und jede Knospe entwickelt sich zu einem vollentwickelten Menschen. Das Bokanowskyverfahren besteht im wesentlichen aus einer Reihe Unterbrechungen des Entwicklungsverlaufs. Das normale Wachstum wird gehemmt und so paradox es klingt, das Ei teilt sich in Folge dessen. Somit ist das Bokanowskyverfahren die Hauptstütze des Kastenwesens.

Das Geschlecht:

Die Fruchtbarkeit an sich ist in der überwiegenden Zahl aller Fälle nur lästig. Daher werden etwa 80% der weiblichen Embryos, durch eine Dosis männlichens Sexualhormons, unfruchtbar entkorkt.

Die Prädestinierung:

Um den Heranwachsenden eine möglichst „natürliche„ Jugend zu ermöglichen bzw. sie vor der Last des Fühlens und Gedenkens zu bewahren, werden sie entsprechend prädestiniert, d.h. der entkorkte Kleinling besitzt bereits einen festen Platz in der Gesellschaft. Die Menschheit hat gelernt, ihre unumstößliche soziale Bestimmung zu lieben.

Sex:

Es scheint, als seien jegliche Triebe außerhalb des „Normalbereichs„ geraten, so auch der Trieb des geschlechtlichen Verkehrs. Bezeichnend dafür ist der Satz „Jedermann ist seines Nächsten Eigentum„ dessen Ursprung in der Schlafschule zu finden ist.

Die Schlafschule bzw. Hypnopädie:

Die Schlafschule ermöglicht es, die Grundbegriffe und elementaren Regeln des Kastenwesens tief ins Unterbewußtsein einzuprägen.

Die Hauptdarsteller:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

"Alles in allem sieht es ganz so aus, als wäre Utopie uns viel näher, als irgendjemand es sich vor nur 15 Jahren hätte vorstellen können. Damals verlegte ich diese Utopie 600 Jahre in die Zukunft. Heute scheint es durchaus möglich, daß uns dieser Schrecken binnen eines einzigen Jahrhunderts auf den Hals kommt; das heißt, wenn wir in der Zwischenzeit davon absehen, einander zu Staub zu zersprengen."

Fremdwörterliste :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Huxley, Aldous (1894-1963) - Schöne Neue Welt - Roman
Jahr
1999
Seiten
9
Katalognummer
V95667
Dateigröße
347 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Huxley, Aldous, Schöne, Neue, Welt, Roman
Arbeit zitieren
Anonym, 1999, Huxley, Aldous (1894-1963) - Schöne Neue Welt - Roman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95667

Kommentare

  • Gast am 30.1.2006

    Schöne neue Welt.

    Ich finde den Text überhaupt nicht angemessen, da dies nur teilweise den echten angaben endsprichtund auserdem schlecht zusammen gefasst. Es geht besser!!

  • Gast am 1.11.2008

    Super.

    Diese Seite ist einfach genial. Danke an den der das ins Internet gestellt hat. War echt ne geile Idee.^^

Im eBook lesen
Titel: Huxley, Aldous (1894-1963) - Schöne Neue Welt - Roman


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden