Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Konzept „Coaching“, seinen Merkmalen und mit welchen Faktoren daraus ein „systemisches“ Coaching werden kann. Coaching wird als eine besondere Gesprächsform bezeichnet aber nicht jedes
unterstützende Gespräch zwischen zwei Personen kann sich als ein Coaching bezeichnen. Deshalb wird in Kapitel Zwei auf den Unterschied zwischen Mentoring und Coaching Bezug genommen.
Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass es sich in dieser schriftlichen Ausarbeitung um die vereinzelten Theorien und Praxisthesen des Coachings anhand von Führungskräften handelt und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
In Kapitel Drei werden die Systemtheorien von Niklas Luhmann und Gregory Bateson näher betrachtet, um eine Annäherung an die Vorstellung des systemischen Coachings aufzuzeigen. Im vierten Kapitel wird beschrieben, wie Coaching anhand der personalen Systemtheorie von Bateson zu einem systemischen Coaching wird. Allgemeines Coaching wird als ein Beratungskonzept betrachtet. Unter Voraussetzung dieser Hypothese wird im abschließenden Kapitel dieser Arbeit die Schnittstellen in den Konzepten des systemischen Coachings und der systemischen Organisationsberatung herausgearbeitet um die Fragestellung zu beantworten, ob es Überschneidungen in den Beratungsformaten gibt und ob im Idealfall sie sich gegenseitig so beeinflussen, dass eine sinnvolle Ergänzung die Folge ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Coaching?
2.1. Ursprung, Begrifflichkeiten und Definition
2.2. Abgrenzung zum Mentoring
3. Systemtheorie – soziologischer und personaler Ansatz
4. Systemisches Coaching - „Personale“ Systemtheorie nach Bateson
5. Beratung vs. Coaching
5.1. Was ist systemische Organisationsberatung?
5.2. Gemeinsamkeiten & Unterschiede
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des systemischen Coachings, um zu klären, wie sich Coaching von anderen Beratungsformaten abgrenzt und durch welche Faktoren es zu einem systemischen Ansatz wird. Dabei wird insbesondere analysiert, ob und wie sich systemisches Coaching und systemische Organisationsberatung gegenseitig ergänzen können.
- Grundlagen, Definition und Ursprung von Coaching
- Abgrenzung von Coaching und Mentoring
- Soziologische und personale Systemtheorie nach Luhmann und Bateson
- Merkmale und Anwendungsbereiche des systemischen Coachings
- Vergleich zwischen systemischem Coaching und systemischer Organisationsberatung
Auszug aus dem Buch
Systemische Coaching - „Personale“ Systemtheorie nach Bateson
Durch die Veröffentlichung des Buches „Menschliche Kommunikation“ im Jahre 1967 von Paul Watzlawick, welcher Mitbegründer der Palo-Alto-Schule war, wurde der Ansatz der „personalen“ Systemtheorie von Gregory Bateson bekannt. Er übernahm die zentralen Begriffe der „Allgemeinen Systemtheorie“ („Ein „System“ ist definiert als eine Menge von Elementen, zwischen denen Wechselwirkungen bestehen.“) und richtete seine Theorie auf die Praxis der systemischen Familientherapie aus. Bateson übertrug den Begriff „Elemente“ auf teilnehmende Personen eines Systems und beschrieb dies fortan als ein „soziales System“.
Aus einem theoretischen Ansatz wurde somit eine Handlungstheorie. Die Kernaussage der Handlungstheorie legt dabei den Fokus auf die im System beteiligten Personen, auf deren Kommunikation sowie die Abgrenzung zur Umwelt außerhalb des System. Durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren innerhalb des Systems sind Missverständnisse unumgänglich. Die Handlungstheorie besagt, „dass Menschen handelnde Personen sind, d.h. dass sie sich Gedanken über ihre Situation machen und auf Basis dieser Überlegung handeln.“ Durch die Zusammenführung der Handlungstheorie mit der allgemeinen Systemtheorie entstand so die personale Systemtheorie.
Aus einem defizitorientierten Coaching resultiert durch die Anwendung der personalen Systemtheorie ein Coaching mit ganzheitlicher Betrachtung. Die Aufgabe des systemischen Coaching liegt darin, Probleme ganzheitlich zu betrachten. „Systemisches Coaching bedeutet, nicht nur auf die Einzelperson (den Coachee) zu schauen, sondern den Blick auf das soziale System zu richten!“ Die personale Systemtheorie lässt sich anhand von sechs Faktoren beschreiben: „Erstens: Das Verhalten eines sozialen Systems ist durch die einzelnen Personen beeinflusst.“ Unter diesem Aspekt beeinflusst jede handelnde Person in einem Unternehmen das soziale System bspw. eine Projektgruppe. Dabei gibt es keine genaue theoretische Festlegung darüber, wer Teilnehmer des Systems ist und wer nicht. Nach außen hin ist dies nicht klar zu trennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Begriffsunschärfe von "Coach" ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die theoretischen Schwerpunkte, insbesondere die Systemtheorie nach Luhmann und Bateson.
2. Was ist ein Coaching?: Dieses Kapitel beleuchtet den Ursprung und verschiedene Definitionen des Coaching-Begriffs und stellt die Abgrenzung zum Mentoring sowie professionelle Merkmale von Coaching dar.
3. Systemtheorie – soziologischer und personaler Ansatz: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie durch Niklas Luhmann und die Palo-Alto-Gruppe um Gregory Bateson und Paul Watzlawick erläutert, wobei der Fokus auf Kommunikation als zentralem Element liegt.
4. Systemisches Coaching - „Personale“ Systemtheorie nach Bateson: Dieses Kapitel erläutert die praktische Anwendung der personalen Systemtheorie nach Bateson im Coaching, die Probleme ganzheitlich und als Teil eines sozialen Systems betrachtet.
5. Beratung vs. Coaching: Dieser Abschnitt vergleicht systemische Organisationsberatung mit systemischem Coaching und arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Zielsetzung und Arbeitsweise heraus.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass systemisches Coaching eine sinnvolle Erweiterung der systemischen Organisationsberatung darstellt, Coaching jedoch auch als eigenständiges Konzept fungieren kann.
Schlüsselwörter
Systemisches Coaching, Systemtheorie, Kommunikation, Soziales System, Organisationsberatung, Mentoring, Beratungskonzept, Handlungssteuerung, Interaktion, Bateson, Luhmann, Prozessberatung, Expertenberatung, Führungskräfteentwicklung, Ganzheitliche Betrachtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Coachings hin zum systemischen Coaching und untersucht dessen theoretische Fundierung sowie die Abgrenzung zur klassischen Beratung und zum Mentoring.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie (insbesondere nach Luhmann und Bateson), die Definition von Coaching, Prozess- versus Expertenberatung und die Anwendung dieser Konzepte im beruflichen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Konzept des systemischen Coachings zu analysieren und zu beantworten, ob systemisches Coaching eine sinnvolle Ergänzung zur systemischen Organisationsberatung darstellt.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden herangezogen?
Die Arbeit stützt sich primär auf die personale Systemtheorie nach Gregory Bateson, die Kommunikationstheorien von Paul Watzlawick sowie soziologische Ansätze von Niklas Luhmann.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Coaching, die theoretische Herleitung durch die Systemtheorie, die spezifischen Faktoren des systemischen Coachings und den Vergleich mit der systemischen Organisationsberatung.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind systemisches Coaching, soziale Systeme, Kommunikation, Prozessberatung, personale Systemtheorie und Organisationsberatung.
Wie unterscheidet sich ein Coach von einem Mentor?
Ein Mentor fungiert meist als erfahrene Fachkraft innerhalb eines Unternehmens, die Interessen des Unternehmens vertritt und den Schützling in die Unternehmenskultur einführt. Ein Coach ist hingegen eine externe, neutrale Person, die den Coachee auf Augenhöhe durch einen professionellen Prozess zur Problemlösung unterstützt.
Was bedeutet die "personale Systemtheorie" nach Bateson für das Coaching?
Sie bedeutet, dass nicht nur die Einzelperson betrachtet wird, sondern das soziale System, in dem sie agiert. Das Coaching fokussiert sich auf das Verständnis von Kommunikation, sozialen Regeln und Verhaltensmustern innerhalb dieses Systems, um Dysfunktionalitäten zu beheben.
- Arbeit zitieren
- Janin Rosenberger (Autor:in), 2020, Der Blick auf das Ganze. Vom Coaching zum systemischen Coaching, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956838