Personalgewinnung in den Aufbaujahren der Bundeswehr. Die Reintegration der ehemaligen Wehrmachtangehörigen in das neue System


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die Wiederbewaffnungsfrage im Sommer 1950

3 Personalerfassung in den Dienststellen Schwerin / Blank
3.1 Die Himmeroder Konferenz im Oktober 1950
3.2 Baudissin und das Konzept der „Inneren Führung“
3.3 Annahmeorganisationen und Personalgutachterausschuss für die Streitkräfte

4 Die Struktur des Offizierskorps in der Aufbauphase 1955–1966

5 Die personelle Struktur der Teilstreitkräfte 1955–1966

6 Fazit

1 Einleitung

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8./9. Mai 1945 und der Entmilitarisierung auf der Basis des Potsdamer Abkommens vom 2. August 1945, gab es de facto keine regulären deutschen Streitkräfte mehr. Zunächst setzten die Alliierten die Entmilitarisierungspolitik konsequent durch.1 Doch der Wandel trat nur fünf Jahre nach Kriegsende ein: Wachsende Spannungen zwischen den rivalisierenden politischen Blöcken führten zu Überlegungen der US-Regierung, wieder deutsche Streitkräfte in Westdeutschland zu errichten.2 Der ausbrechende Koreakrieg am 25. Juni 1950 beschleunigte die Entscheidung zugunsten einer deutschen Wiederbewaffnung.3 Eine Grundvoraussetzung galt sowohl für die Bundesrepublik Deutschland als auch für die DDR: Beide deutsche Staaten konnten ihre Streitkräfte nicht ohne Personal aus der ehemaligen Wehrmacht aufbauen.4 Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Personalgewinnung in den Aufbaujahren der Bundeswehr von 1955 bis 1966. Schwerpunkt ist die Frage, in wie weit die ehemaligen Soldaten der Wehrmacht in die neue NATO-orientierte Struktur integriert wurden. Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Überlegungen zur Aufstellung einer „neuen Wehrmacht“5. Behandelt werden diesbezüglich die, eng mit der Rehabilitierung des deutschen Soldaten verbundene, Wiederbewaffnungsdebatte in der Bundesrepublik Deutschland sowie die Auseinandersetzungen zwischen Reformern und Traditionalisten um das Bild des zukünftigen deutschen Soldaten. Es folgt die Untersuchung der Offizier- und Unteroffizierkorps sowie der Teilstreitkräfte im Hinblick auf die Herkunft der Bewerber. Welcher Personenkreis aus der Wehrmacht stellte sich wieder für den militärischen Dienst in der Bundeswehr zur Verfügung? Im Hinblick auf die Wiederverwendung der ehemaligen Wehrmachtsoldaten seit 1955/56 ergibt sich insgesamt ein wenig behandeltes Gebiet. Grundlegend ist festzustellen, dass sich bisherige Analysen in erster Linie auf das Modell des „Staatsbürgers in Uniform“ und die „Innere Führung“ konzentrieren. Eine Ausnahme stellen sicherlich die Beiträge zum militärischen Personalwesen der Streitkräfte von Georg Meyer dar, dessen Beiträge zur personellen Entwicklung in der Bundeswehr als Grundlage für die These von der Kontinuität der Wehrmacht bei der Etablierung der Bundeswehr gelten. Einen Überblick über die Thematik liefert auch Detlef Bald mit dem Titel „Die Bundeswehr – 1955 bis 2005“. Zudem hat sich das Militärgeschichtliche Forschungsamt der Bundeswehr seit 1957 mit der historischen Entwicklung befasst.

2 Die Wiederbewaffnungsfrage im Sommer 1950

Die Wiederbewaffnungsdebatte und die Aufstellung einer neuen Armee Westdeutschlands sind untrennbar verbunden mit der Person des Präsidenten des Parlamentarischen Rates der Bundesrepublik Deutschland und späteren ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer.6 Adenauer selbst galt als militärisch unkundig und legte großen Wert auf die Meinung der militärischen Fachleute. Bundeskanzler und ehemalige Generale zogen an einem Strang, da sich die Souveränität des Staates nur mit der Existenz einer neuen Armee verwirklichen ließ. Als Beginn des militärisch-politischen Zweckbündnisses zwischen Adenauer und der ehemaligen Wehrmachtelite für den anstehenden Aufbau der neuen Streitkräfte gilt die grundlegende Denkschrift mit dem Titel „Gedanken über die Frage der äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland“.7 Allen an der Planung des westdeutschen Verteidigungsbeitrages Beteiligten war klar, dass sich die neuen Streitkräfte neben ungedienten Freiweilligen nur auf Offiziere und Unteroffiziere der Wehrmacht stützen konnten, eventuell auch der Waffen-SS.8 Bezeichnend ist der Ausspruch Adenauers: „ich fürchte, Generale unter 18 wird mir die NATO nicht abnehmen“. 9 Adenauer bezeichnete „die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen“ 10 der ehemaligen Soldaten zudem als „‚wertvolles Kapital‘ für die künftigen Aufgaben […] ‚wie es in diesem Umfang noch nie einer Armee zur Verfügung stand‘“ 11. Eine Kontinuität des militärischen Fachwissens bahnte sich an, so Detlef Bald, freilich mit dem Nebeneffekt, dass diese Politik zu einer „stillschweigenden Entnazifizierung der Wehrmacht“ beitrug.12 General Speidel hatte schon früh in seinen Denkschriften die Notwendigkeit betont, „das generelle Verdammungsurteil über das deutsche Soldatentum […] zu revidieren“13 . Als die neue Bundesregierung die Speidel-Denkschrift im August 1950 akzeptierte, billigte sie indirekt das Verlangen nach der Rehabilitierung des deutschen Soldaten.14 „Das Junktim ‚ohne Amnestie keine Wiederbewaffnung‘“ wurde danach „ prominent und sprachmächtig in die deutsche Öffentlichkeit lanciert.“ 15

3 Personalerfassung in den Dienststellen Schwerin / Blank

3.1 Die Himmeroder Konferenz im Oktober 1950

Zunächst hatte sich das Kommunikationsnetzt ehemaliger deutscher Soldaten weiter verdichtet, zuletzt durch den Sicherheitsbeauftragten des Bundeskanzlers, General a.D. Graf Schwerin.16

Schwerin erhielt den Auftrag, die Machbarkeit eines Verteidigungsprojekts zu prüfen und auf dieser Grundlage die gesamte personelle Erfassung der ehemaligen Wehrmachtangehörigen in die Wege zu leiten. Folglich musste festgestellt werden, wer von den früheren Wehrmachtangehörigen für künftige militärische Aufgaben in Frage kam.17 Das vordringliche Problem bei der Aufstellung der künftigen deutschen Streitkräfte war die zeitgerechte Gewinnung des geeigneten und erforderlichen Stammpersonals. Nicht alle ehemaligen Berufssoldaten standen der Aussicht auf die Rückkehr in ihren alten Beruf aufgeschlossen gegenüber, so Bert-Oliver Manig, was nicht alleine an den „psychologischen Folgen“ des Krieges lag. Man war daher gezwungen, auf jene Soldaten zurückzugreifen, die für den Aufbau der neuen Wehrmacht noch zur Verfügung standen und vor allem auch willens waren, sich dieser Aufgabe zu stellen.18

Im Oktober 1950 kam es unter der Federführung Schwerins im Eifelkloster Himmerod zu einer Zusammenkunft ausgesuchter militärischer Experten aus allen drei Wehrmachtteilen, um militärstrategische und organisatorische Überlegungen für einen westdeutschen Militärbeitrag zu verfassen. Die Ergebnisse der Himmeroder Konferenz brachten die ersten personellen Vorgaben für einen realisierbaren deutschen Verteidigungsbeitrag, was in wesentlichen Teilen dem entsprach, was nach 1955/56 realisiert wurde.19 Die „Himmeroder Denkschrift“20 des 9. Oktobers gilt daher auch als „Magna Charta der Bundeswehr“:21 Es sollte eine moderne Armee nach dem Vorbild der Wehrmacht entstehen. Als zuverlässiges Stammpersonal wurden bewährte Frontkämpfer und militärische Erfahrungsträger mit erwiesener Führungsbefähigung aus allen Waffengattungen der ehemaligen Wehrmacht gesucht. Auch der Gedanke eines „Säuberungsausschusses für höhere und höchste Offiziere“, den späteren Personalgutachterausschuss, wurde erörtert.

Eine ‚Selbstreinigung‘ […] erscheine aus psychologischen Gründen der Öffentlichkeit des In- und Auslandes gegenüber wie im Interesse des inneren Zusammenhaltes der Truppe notwendig.22

Nachdem es Schwerin ablehnte, die Rehabilitierung des deutschen Soldaten als Bedingung für einen deutschen Verteidigungsbeitrag zu fordern, war der politisch oft unglücklich agierende General einer zunehmenden Kritik der konkurrierenden Generale aus der ehemaligen Wehrmacht ausgesetzt. Schwerin wurde am 27. Oktober 1950 aus dem Dienst des Bundeskanzleramtes entlassen. Mit der Auflösung der Dienststelle Schwerin am 12. Oktober 1950 endeten alle Bemühungen, geeignete Stabsoffiziere, Offiziere und Unteroffiziere sowie Mannschaften der Wehrmacht zu registrieren, vorerst. Dennoch hatte das militärische Modell der Himmeroder Denkschrift großen Einfluss auf den späteren Aufbau der Bundeswehr „in konzeptioneller, organisatorischer und konkreter Hinsicht“ 23.

3.2 Baudissin und das Konzept der „Inneren Führung“

Ab 1950 wurden in der „Dienststelle Blank“24 die Ausbildung, Rekrutierung, Erziehung und Führung der neuen Streitkräfte ausgearbeitet.25 Die Militärführung im „Amt Blank“ wollte eine moderne und zugleich kriegserfahrene Armee unter den Bedingungen des demokratischen Staates aufbauen, mit wesentlich veränderten politischen, geistlichen und sozialen Grundlagen.26 Schon die Generalleutnante Heusinger und Speidel hatten keinen Zweifel daran gelassen, dass die neue Truppe „kein Staat im Staate werden dürfe, vielmehr ‚eine Demokratische Grundhaltung einnehmen und von falschen Traditionsbegriffen frei sein sollte‘“ 27. Bei einer Wiederverwendung mussten die ehemaligen Soldaten den „hohen ethischen und moralischen Ansprüchen“ 28 genügen.29 Als Vater eines neuen Konzepts zeitgemäßer Menschenführung und eines neuen soldatischen Selbstverständnisses gilt Major a.D. Wolf Graf Baudissin, seit Mai 1951 Mitarbeiter in der Dienstelle Blank.30 Sein Konzept der „Inneren Führung“31 forderte den radikalen Bruch mit den Traditionen der preußisch-deutschen Vergangenheit und hätte für den personellen Aufbau der Bundeswehr ein neues Führungskorps bedeutet.32 Der Soldat sollte sich aus freiem Willen zum Kämpfer ausbilden lassen, aber ein „Staatsbürger in Uniform“33 bleiben. Zudem sollte das hierarchische Verhältnis des Vorgesetzten zum bedingungslos gehorchenden Untergebenen entschärft werden.

Den Militärreformern um den Grafen Baudissin ging es darum, mit der Bundeswehr einen wirklichen Neubeginn zu wagen und Streitkräfte aufzubauen, die sich der Demokratie verpflichtet fühlten.34

Wenngleich Georg Meyer von intensiven internen Auseinandersetzung der ehemaligen Soldaten, „gerade über die Rolle und Funktion des Militärs während der Jahre von Hitlers Herrschaft“ 35 spricht, stieß das Konzept der Inneren Führung bei der Wehrmachtgeneration in der Bundeswehr auf große Skepsis. Gerade das höhere Offizierskorps wollte die Reform mehrheitlich nicht. Wollten die Planer im Amtes Blank etwas „grundlegend Neues“ 36 schaffen, ohne Anlehnung an die Formen der Wehrmacht, sahen sie sich schnell eines Besseren belehrt. Die Vorstellung einer, von der unmittelbaren Vergangenheit nicht belasteten, Armee, wie sie zunächst angestrebt war, scheiterte bereits im Ansatz durch die umfangreichen und zeitnahen personellen Forderungen der NATO. Die Aufstellung der 12 Divisionen des Heeres blieb daher oberstes Gebot und nicht die Etablierung der Inneren Führung.37

3.3 Annahmeorganisationen und Personalgutachterausschuss für die Streitkräfte

Theodor Blank machte am 9. Januar 1952 „erstmals öffentlich genauere Angaben über den deutschen Verteidigungsbeitrag: 12 Divisionen zu je 12.500 Mann, Wehrpflichtarmee mit 18monatiger Dienstzeit.“38 Es sollte noch bis zum Jahr 1955 dauern, bis mit der Unterzeichnung des NATO-Vertrages westdeutsche Streitkräfte aufgestellt werden konnten.39 Hinsichtlich der Annahmeorganisationen und des Personalgutachterausschuss für die Streitkräfte, stellte die Militärführung im Amt Blank 1955 folgende Ansprüche:40 [B]ei Beginn der Aufstellung [müssen] 600 besonders qualifizierte Auswahloffiziere […] zur Verfügung stehen […] [d]eren Aufgabe sei es dann […] etwa 15.000 Berufsoffiziere und etwa 50.000 Unteroffiziere auszuwählen aus schätzungsweise 150.000 bis 200.000 Bewerbern.41

[...]


1 Vgl. Bald, Detlef (2005): Die Bundeswehr: eine kritische Geschichte 1955 - 2005. Beck'sche Reihe 1622: 231 S.; München, S. 11 ff.; Bald, Detlef (1994): Militär und Gesellschaft 1945 - 1990: die Bundeswehr der Bonner Republik. Militär und Sozialwissenschaften 13: 169 S.; Baden-Baden, S. 11-16. Im Abkommen von Potsdam wurde die totale militärische Abrüstung Deutschlands beschlossen. Lediglich deutsche Polizeikräfte in den vier Besatzungszonen zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung wurden zugestanden.

2 Vgl. Bald 2005, S. 20 ff.; Klotz, Johannes (1998): Vorbild Wehrmacht ?: Wehrmachtsverbrechen, Rechtsextremismus und Bundeswehr. Neue kleine Bibliothek 58: 177 S. Köln, S. 133 ff.; Loch, Thorsten (2008): Das Gesicht der Bundeswehr: Kommunikationsstrategien in der Freiwilligenwerbung der Bundeswehr. Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland 8: 380 S.; München, S. 106 ff. Bereits 1947 hatte eine schleichende Remilitarisierung Westdeutschlands mit einem beachtlichen militärischen Netzwerk begonnen. Mit maßgeblicher amerikanischer Unterstützung entstand eine nachrichtendienstliche Organisation unter Generalmajor a.D. Reinhard Gehlen in Westdeutschland, die auf namhafte Wehrmachtoffiziere zurückgriff, in erster Linie aus dem Oberkommando des Heeres (OKH/Fremde Heere Ost). Auch die „Historical Division“ der US-Army bildete einen Sammelpunkt für erfahrene Generalstabs- und Admiralstabsoffizieren der Wehrmacht. In diesem Zusammenhang sind auch die deutschen Dienstgruppen zu nennen, die bei den Streitkräften der USA, Großbritanniens und Frankreichs bis zur Gründung der Bundeswehr als eine Art „paramilitärische Reserve der Westmächte“ betrachtet werden können. Als unmittelbare Folge der sicherheitspolitischen Überlegungen zum Schutz der Grenzen der Bundesrepublik, wurde 1951 der Bundesgrenzschutz (BGS) als paramilitärische Polizei geschaffen. Er sollte die Unverletzlichkeit der Bundesgrenze zur sowjetisch besetzten Ostzone überwachen und sichern.

3 Vgl. Bald 1994, S. 16-20; Buchholz, Frank (1991): Strategische und militärpolitische Diskussionen in der Gründungsphase der Bundeswehr 1949-1960. Europäische Hochschulschriften 458: 341 S. Frankfurt am Main / New York, S. 63–66; Loch 2008, S. 107; Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.) (1982): Von der Kapitulation bis zum Pleven-Plan. Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik Bd. 1: 940 S.; München, S. 110/287−291.

4 Vgl. Hammerich, Helmut R. / Schlaffer, Rudolf J. (Hrsg.) (2011): Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970: ausgewählte Biografien. Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland 10. München, Vorwort.

5 Vgl. Bald 2005, S. 7-14. Es hatte sich in den fünfziger Jahren eingebürgert von einer neuen Wehrmacht zu sprechen. Erstmals wurde 1956 im Soldatengesetz beschlossen, die Streitkräfte der Bundesrepublik „Bundeswehr“ zu nennen.

6 Vgl. Bald 1998, S. 11 ff.; Bald 2005, S. 11 ff. Für das zukünftige Engagement der Bundesrepublik zur militärischen Sicherung Mitteleuropas erhielt Adenauer ab 1950 die volle militärische Unterstützung der USA sowie militärisch-wirtschaftliche Hilfe beim Aufbau einer Defensivarmee zugesichert. Zudem wurden der Beitritt zur NATO und nicht zuletzt die Souveränität der Bundesrepublik Deutschland in Aussicht gestellt.

7 Vgl. Bald 2005, S. 12; Klotz 1998, S. 135 ff. Die Denkschrift wurde auf Anweisung Adenauers 1950 von den früheren Generalen der Wehrmacht Hermann Foertsch, Adolf Heusinger und Hans Speidel ausgearbeitet. Schon im Dezember 1948 hatte Generalleutnant a.D. Hans Speidel dem künftigen Bundeskanzler erste sicherheitspolitische Grundsätze über die strategische Lage Westdeutschlands erläutert.

8 Vgl. Hammerich / Schlaffer 2011, S. 9.

9 Vgl. Meyer, Georg (2013): Von der Wehrmacht zur Bundeswehr: Personelle Kontinuitäten und Diskontinuitäten beim Aufbau neuer Streitkräfte. In: Becker, Manuel / Studt, Christoph (Hrsg.): Die Ämter und ihre Vergangenheit im „Dritten Reich“: „Horte des Widerstandes“ oder „verbrecherische Organisationen“? Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. 17: 216 S. Augsburg, S. 141 ff.

10 Vgl. Ebd.

11 Vgl. Ebd.

12 Vgl. Bald 2005, S. 22 f.

13 Vgl. Wettig, Gerhard (1967): Entmilitarisierung und Wiederbewaffnung in Deutschland: 1943 - 1955; internationale Auseinandersetzungen um die Rolle der Deutschen in Europa. Schriften des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. / Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik Forschungsinstitut 25: 683 S.; München, S. 400 ff.

14 Vgl. Ebd.

15 Vgl. Bald 2005, S. 20 ff.; Klotz 1998, S. 133; Manig, Bert-Oliver (2004): Die Politik der Ehre : die Rehabilitierung der Berufssoldaten in der frühen Bundesrepublik. Veröffentlichungen des Zeitgeschichtlichen Arbeitskreises Niedersachsen 22: 633 S. Göttingen, S. 2004, S. 209 f. Ein positives Wehrmachtsbild verteidigten vor allem die „Traditionalisten“, indem sie auf die hohe militärische Professionalität und Effektivität der Wehrmacht verwiesen sowie auf ihren Eid und das Prinzip von Befehl und Gehorsam und das sich daraus ergebende Problem des „Befehlsnotstandes“. Schon früh wurde daher unterstrichen, was einige der Angeklagten bereits vor dem Nürnberger Militärtribunal vorgebracht hatten, nämlich „dass das Heer gegen Partei und SS eingestellt gewesen sei, nahezu alle wichtigen Entscheidungen Hitlers missbilligt und gegen Kriegsverbrechen opponiert hatte.“

16 Vgl. Bald 1994, S. 18; Militärgeschichtliches Forschungsamt 1982, S. 456–482, 544–570. Militärgeschichtliches Forschungsamt 2003, S. 360–365. Adenauer suchte einen sachverständigen Berater für militärische Angelegenheiten. Die Wahl fiel 1950 auf den „politisch unbelastet“ und strikt preußisch-konservativ geltenden General a.D. Gerhard Graf von Schwerin als Amtschef der „Zentrale für Heimatdienst“ (ZfH), später auch als „Dienststelle Schwerin“ bezeichnet. Unter Schwerins ersten Mitarbeitern befanden sich zahlreiche frühere Offiziere der Wehrmacht. Bereits in der ersten Arbeitsgliederung der Dienststelle Schwerin lässt sich mit dem Rückgriff auf bewährte ehemalige Offizierskameraden ein personelles Phänomen der Nachkriegszeit erkennen.

17 Vgl. Ebd.

18 Vgl. Manig 2004, S. 197 f. Waren im Jahr 1950 noch ausreichend gut ausgebildete und kriegserfahrene Wehrmachtsoldaten vorhanden, die für eine Wiederaufstellung von deutschen Streitkräften verwendbar gewesen wären, erreichte das BMVtdg in den Jahren 1955/56 gerade noch den Rest der kriegsgedienten Jahrgänge. Während viele der ehemaligen Soldaten der Wehrmacht bereits für eine Wiederverwendung nicht mehr in Frage kamen, waren gerade viele der qualifizierten jüngeren Soldaten in attraktive bürgerliche Positionen eingerückt. Erwähnenswert sind auch die die „Ohne-mich-“ und „Nie wieder Soldaten-“ Bewegungen der Jahre 1951 bis 1956.

19 Vgl. Bald 1994, S. 18; Bald 2005, S. 29 f. Opitz, Eckardt (Hrsg.) (2001): 50 Jahre innere Führung - von Himmerod (Eifel) nach Priština (Kosovo): Geschichte, Probleme und Perspektiven einer Führungsphilosophie. Schriftenreihe des Wissenschaftlichen Forums für Internationale Sicherheit e.V. (WIFIS) 17: 216 S.; Bremen, S. 12. Die Wehrpflicht bildete die Basis für die Rekrutierung einer Millionenarmee modernen Typus. Als Ausgangslage wurde eine sowjetische Invasion vorausgesetzt. Das Vorbild war in Folge der Auswertung der Kriegsführung gegen die Sowjetunion, „Krieg führen à la sowjetische Steppe“. Die Denkschrift wollte, so Detlef Bald, „Verteidigung ‚von vornherein offensiv‘ und Interventionen im Hinterland des Gegners mit Atombomben“.

20 Vgl. Meyer 2013, S. 144; Opitz 2001, S. 14.

21 Vgl. Bald 1994, S. 18; Pauli, Frank: Wehrmachtsoffiziere in der Bundeswehr: das kriegsgediente Offizierkorps der Bundeswehr und die Innere Führung 1955 bis 1970. Paderborn [u.a.] 2010, S. 125.

22 Vgl. Meyer 2013, S. 144.

23 Vgl. Bald 1994, S. 18.

24 Adenauer hatte den Bundestagsabgeordneten und Oberleutnant a.D. Theodor Blank zum neuen Leiter der weiterhin geplanten Verteidigungsorganisation ernannt.

25 Vgl. Pauli 2010, S. 125.

26 Vgl. Brakelmann, Günter (1999): Tradition und Geschichte: Bundeswehr und Wehrmacht. Dokumentation / Evangelischer Pressedienst, EPD 12: 20 S.; Frankfurt am Main, S. 3.

27 Vgl. Meyer 2013, S. 142 f.

28 Vgl. Ebd.

29 Vgl. Ebd.

30 Vgl. Ebd.; Nägler, Frank (2010): Der gewollte Soldat und sein Wandel: personelle Rüstung und Innere Führung in den Aufbaujahren der Bundeswehr 1956 bis 1964/65. Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland 9: 534 S.; München, S. 25 ff. Bereits bei der Himmeroder Tagung stellte Baudissin die Konzeption einer inneren Restrukturierung des Militärs und geistigen Reform für die künftige Personalführung unter dem Begriff „Inneres Gefüge“ vor, woraus sich zwischen 1951 und 1956 das Konzept der „Inneren Führung entwickelte.

31 Vgl. Meyer 2013, S. 142; Pauli 2010, S. 127 ff.

32 Vgl. Loch 2008, S. 132; Pauli 2010, S. 7.

33 Vgl. Meyer 2013, S. 142.

34 Vgl. Klotz 1998, S. 132 f.

35 Vgl. Meyer 2013, S. 142 f.

36 Vgl. Loch 2008, S. 105.

37 Vgl. Molt, Matthias (2007): Von der Wehrmacht zur Bundeswehr. Personelle Kontinuität und Diskontinuität beim Aufbau der deutschen Streitkräfte 1955–1966. Stuttgart, S. 231-248; Pauli 2010, S. 357-406; Gleichzeitig mit den Heeresverbänden wurde bis 1965 eine taktische Luftwaffe und eine, für den Einsatz im Ost- und Nordseeraum zugeschnittene, Marine geschaffen.

38 Vgl. Heuer, Uwe (1990): Reichswehr - Wehrmacht - Bundeswehr: zum Image deutscher Streitkräfte in den Vereinigten Staaten von Amerika; Kontinuität und Wandel im Urteil amerikanischer Experten. Europäische Hochschulschriften 160: 751 S.; Frankfurt am Main [u.a.]. S. 286.

39 Vgl. Bald 1994, S. 17; Pauli 2010, S. 125.

40 Vgl. Meyer 2013, S. 146 f.; Nägler 2010, S. 32 f. In den ersten Jahren der Aufbauphase mussten sich sowohl ungediente als auch gediente Bewerber aller Dienstgrade bei den Annahmeorganisationen melden. Für die Wiedereinstellung und Weiterverwendung ab dem Oberst war der PGA das ausschließliche Entscheidungsgremium.

41 Vgl. Meyer 2013, S. 146 f.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Personalgewinnung in den Aufbaujahren der Bundeswehr. Die Reintegration der ehemaligen Wehrmachtangehörigen in das neue System
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V957906
ISBN (eBook)
9783346310880
ISBN (Buch)
9783346310897
Sprache
Deutsch
Schlagworte
personalgewinnung, aufbaujahren, bundeswehr, reintegration, wehrmachtangehörigen, system
Arbeit zitieren
Jens Mühle (Autor), 2014, Personalgewinnung in den Aufbaujahren der Bundeswehr. Die Reintegration der ehemaligen Wehrmachtangehörigen in das neue System, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957906

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