Einordnung des Begriffs Arbeitslosigkeit
Der Begriff der Arbeitslosigkeit wird im Sozialgesetzbuch III (Arbeitsförderung) unter dem §118 (I) SGB III folgendermaßen definiert:
"Arbeitslos ist ein Arbeitnehmer, der
i. vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit) und
ii. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassenden Beschäftigung sucht.
a) Entstehung von Arbeitslosigkeit aus neoklassischer Sicht
Das Thema dieses Aufsatzes beschäftigt sich im Rahmen der Veranstaltung mit dem Titel "Europäische Wirtschaftspolitik: Auf der Suche nach den Ursachen der hohen Arbeitslosigkeit in Europa und die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung" insbesondere mit der Problematik der Entstehung bzw. Vernichtung von Arbeitsplätzen aufgrund determinierter Arbeitszeitstrukturen. In der Literatur und politischen Debatte bestehen unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Erklärung von Arbeitslosigkeit aufgrund von bestehenden Arbeitszeitmodellen. Auf der einen Seite glaubt man Arbeitsplätze durch die Verkürzung der individuellen Arbeitszeit schaffen zu können, andere vertreten die Ansicht man müsse die Arbeitszeit verlängern um zusätzliche Beschäftigungseffekte zu erreichen. Es ist offensichtlich, daß das Phänomen Arbeitslosigkeit unter sehr vielfältigen Gesichtspunkten zu betrachten ist und es scheinbar keine Patentlösung für deren Abbau existiert....
Inhaltsverzeichnis
1 Einordnung des Begriffs Arbeitslosigkeit
a) Entstehung von Arbeitslosigkeit aus neoklassischer Sicht
b) Arbeitszeit und Arbeitslosigkeit
2 Arbeitszeitkonzepte zur Senkung der Arbeitslosigkeit
a) Konzept der Transitional Labour Markets
b) Flexible Arbeitszeitmodelle
c) Konzept des Lebensarbeitszeitkontos
d) Altersteilzeit
e) Rente mit 60
e) Arbeitszeitmodelle im Ausland
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Arbeitslosigkeit in Europa und analysiert, inwieweit verschiedene Arbeitszeitmodelle als wirtschaftspolitisches Instrument zur Senkung der Arbeitslosenzahlen dienen können, indem sie ein gegebenes Arbeitsvolumen neu verteilen.
- Neoklassische Theorie der Arbeitslosigkeit und Lohnrigiditäten
- Konzept der Transitional Labour Markets (Übergangsarbeitsmärkte)
- Flexible Arbeitszeitmodelle und Lebensarbeitszeitmanagement
- Analyse der Rente mit 60 und Frühverrentungskonzepte
- Internationaler Vergleich von Arbeitszeitpolitik (Dänemark, Finnland, USA)
Fragment aus dem Buch
c) Konzept des Lebensarbeitszeitkontos
Das Konzept des Lebensarbeitszeitkontos ist von seinem Grundgedanken her recht einfach. Der Arbeitnehmer baut im Laufe seines Erwerbslebens ein Zeitguthaben auf, dass er dann zu bestimmten Vereinbarungen mit seinem Arbeitgeber wieder aufbrauchen kann. Dabei besteht die generelle Zielsetzung darin, dass das angesparte Zeitguthaben dafür verwendet wird frühzeitig in Ruhestand zu gehen oder zu mindest am Ende der Erwerbsphase die wöchentliche/ jährliche Arbeitszeit zu verkürzen.
Aus Sicht der Unternehmen gibt es mehrere Argumente für die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten. In vielen Unternehmen ist die gesundheitliche Belastung aufgrund körperlicher Arbeit sehr hoch. In Branchen wie der Metallerzeugung, Druckindustrie, Automobilherstellung nimmt die Leistungsfähigkeit in fortgeschrittenem Alter (schwerpunktmäßig Beginn zwischen 50 und 55 Jahren) ab14. In anderen Branchen steht die Problematik der Qualifikation im Vordergrund. Softwarehersteller, Versicherungen und andere Dienstleistungsunternehmen weisen das Problem „..intergenerativer Kompetenzunterschiede in der Qualifikation...“15 auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einordnung des Begriffs Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert Arbeitslosigkeit rechtlich und beleuchtet die Entstehung aus neoklassischer Sicht sowie den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Beschäftigung.
2 Arbeitszeitkonzepte zur Senkung der Arbeitslosigkeit: Hier werden verschiedene Ansätze wie Transitional Labour Markets, flexible Modelle, Lebensarbeitszeitkonten, Altersteilzeit, Rente mit 60 und internationale Beispiele diskutiert, um deren Potenzial zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit zu evaluieren.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Arbeitszeitmodelle, Transitional Labour Markets, Lebensarbeitszeitmanagement, Rente mit 60, Frühverrentung, Beschäftigungseffekte, Teilzeitarbeit, Arbeitsmarktpolitik, Lohnpolitik, Zeitguthaben, Qualifizierung, Sabbatical, Altersteilzeit, Arbeitsvolumen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Arbeitszeitmodellen und deren Wirksamkeit bei der Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit in Europa.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der Arbeitslosigkeit, verschiedene Modelle zur Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit sowie die kritische Betrachtung von Frühverrentungsplänen und internationalen Arbeitszeitmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin zu bewerten, ob eine Umverteilung des vorhandenen Arbeitsvolumens durch flexible Arbeitszeitmodelle tatsächlich dazu beitragen kann, mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Einbeziehung ökonomischer Modelle sowie auf eine diskursive Auseinandersetzung mit aktuellen politisch-wirtschaftlichen Konzepten und deren Umsetzung in der Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Diskussion spezifischer Ansätze wie den Transitional Labour Markets, Lebensarbeitszeitkonten und Modellen wie der „Rente mit 60“, sowie deren Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen insbesondere Arbeitszeitmodelle, Beschäftigungseffekte, Lebensarbeitszeitmanagement, Transitional Labour Markets und die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.
Warum ist die „Rente mit 60“ ökonomisch umstritten?
Das Modell ist umstritten, da es zwar den Arbeitsmarkt entlasten könnte, aber hohe Finanzierungsbedarfe (Ausgleichsfonds) erfordert und das Risiko birgt, dass Unternehmen die freiwerdenden Stellen eher zur Produktivitätssteigerung nutzen, anstatt neue Mitarbeiter einzustellen.
Welche Rolle spielt die Zeitsouveränität der Arbeitnehmer?
Die Arbeit hebt hervor, dass Arbeitnehmer zunehmend den Wunsch nach individuelleren Lebensentwürfen haben, was Arbeitszeitmodelle wie Sabbaticals oder Teilzeitmodelle attraktiver macht und als Chance für die aktive Arbeitsmarktpolitik gesehen werden kann.
- Arbeit zitieren
- Florian Schoetzke (Autor:in), 2001, Arbeitszeitmodelle - Arbeitszeitkonzepte zur Senkung der Arbeitslosigkeit , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9583