Medienbildung am Beispiel von Cybermobbing. Inwiefern kann die Mediennutzung von Jugendlichen als eine Gefahr angesehen werden?


Hausarbeit, 2019

12 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterscheidung zwischen traditionellem Mobbing und Cybermobbing

3. Merkmale

4. Kanäle

5. Arten und Methoden

6. Täterrolle

7. Opferrolle

8. Ursachen

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Zeit rennt, die Gesellschaft verändert sich und mit ihr zusammen wandelt die Technik, so auch die Medien. Retrospektiv betrachtet hat es die Medien Fernseher, Radio, Kino und Zeitung gegeben, während der Fernseher größtenteils in wohlhabenderen Familien vertreten war.

Früher waren Kinder und Jugendliche umgeben von Familie, Freunden und Schule - verschiedene Gesellschaftsspiele sowie das Spielen im Freien waren selbstverständlich. Heute wachsen sie umgeben von Medien auf, besser gesagt Massenmedien.

Im digitalen Zeitalter gehört das Internet für Kinder und Jugendliche zum Alltag dazu. Bereits in der Grundschule besitzen viele Schülerinnen und Schüler ein Smartphone, einen Laptop oder ein Tablet. Zudem ist ein Großteil der Schülerinnen und Schüler auf zahlreichen sozialen Netzwerken angemeldet wie z.B. Facebook, Instagram, Snapchat oder auch dem Messenger WhatsApp. Hier können sie sich mit Bekannten und Freunden austauschen, Bilder versenden oder auch neue Kontakte knüpfen. Auf diese Weise verändert sich die Kommunikation mit den Mitmenschen enorm, da man jederzeit erreichbar ist und Informationen in kürzester Zeit verfügbar sind. Auch wenn die sozialen Netzwerke viele Vorteile bieten, können sie zugleich negative Aspekte mit sich bringen, wie zum Beispiel Cyber-Mobbing. Das Phänomen Mobbing unter Kindern und Jugendlichen findet gegenwärtig nicht mehr nur in der Institution Schule statt, sondern auch über das Internet. Bei dieser Gelegenheit werden die sozialen Medien dazu genutzt, um beispielsweise Bilder oder Informationen mit schädigender Intention und ohne das Wissen des Betroffenen zu verbreiten. Laut der JIM- Studie geben 19 Prozent der 12-bis 19- Jährigen an, das schon einmal jemand beleidigende Sachen über sie im Internet verbreitet hat (JIM- Studie, 2018). Der Anteil steigt mit steigendem Alter. Die Inhalte verbreiten sich rasch und erreichen einen großen Personenkreis/ Kohorte. Hierzu kommt, dass die Informationen schwer kontrollierbar sind.

So können beispielsweise Bilder gespeichert werden oder Screenshots (Bildschirmfotos) von Posts (gesendeten Medien) gemacht werden. Anders als im realen Leben werden diese nicht „vergessen“, sondern können immer wieder verbreitet werden. Allerdings liegt die Hemmschwelle bei den Tätern durch die Anonymität, die das Internet bietet, deutlich niedriger. Die vorliegende Arbeit befasst sich zunächst mit der Definition einiger Fachtermini und den Medien, die den Zugriff auf soziale Netzwerke ermöglichen. Weiterhin sollen die verschiedenen Methoden des Cybermobbings dargelegt werden, wobei die spezifischen Handlungsmuster von Täter und Opfer näher beleuchtet werden. Im Anschluss an die Ursachen für Cybermobbing folgt eine Einsicht in ein Fallbeispiel mit Realitätsbezug.

2. Unterscheidung zwischen traditionellem Mobbing und Cybermobbing

Nach Gollnick (2006) versteht man unter dem Phänomen Mobbing eine konfliktbelastete Kommunikation innerhalb einer Klasse, mithin unter Mitgliedern einer Lerngruppe oder auch zwischen Schüler/innen und Lehrkräften, bei der die angegriffene Person unterworfen ist (Gollnick, 2006).

Die Person wird gezielt von einer oder mehreren Personen häufig und während längerer Zeit mit dem Zweck der Ausgrenzung direkt oder indirekt angegriffen. Dieser Akt wird als Diskriminierung empfunden. Hierbei sind die Angriffe in boshafter Weise beabsichtigt und können sich sowohl gegen einzelne, aber auch gegen Gruppen ausrichten und von einzelnen oder von einer Gruppe vonstattengehen (ebd.).

Bei dem Phänomen Cyber-Mobbing handelt es sich um den Einsatz neuer Techniken, wie z.B. Chats, E-Mails oder Instant Messaging Systeme (ICQ, MSN oder Skype) und auch Smartphones, um mit voller Intention andere Menschen zu bedrohen, beleidigen und zu verletzen, Gerüchte zu verbreiten und ihnen so Angst zu machen (Jäger et al. 2007).

3. Merkmale

Auf ein wesentliches Merkmal deutet bereits der Name hin: Cybermobbing findet über das Internet und dem Handy statt, also in der virtuellen Welt. Somit treten verschiedene Veränderungen gegenüber dem traditionellen Mobbing auf. Im Unterschied zum traditionellen Mobbing, das zu bestimmten Zeitpunkten möglich ist (Heimweg oder in der Schulzeit) und das Opfer sein zu Hause als ein Zufluchtsort hat, kann Cyber-Mobbing ständig und allerorts vorfallen. Daher ist es für das Opfer schwieriger dem Mobbing auszuweichen.

Das Opfer und Täter nicht im direkten Kontakt zueinanderstehen, kennzeichnet ein weiteres Merkmal (Willard, 2007). Während die Täter hinter dem Computer sitzen und mit jeglichen Nicknamen agieren können, weiß das Opfer oft nicht, woher die Mobbingquelle ausgeht (Hinduja & Patchin, 2008). So kann es niemanden als Täter identifizieren und ihm somit im realen Leben auch nicht aus dem Weg gehen. Die Situation verändert sich auch für die Zuschauer. Sie haben eine geringere Möglichkeit in Handlungen einzugreifen und den Opfern Hilfe zu leisten, da sie in den meisten Fällen nicht anwesend sind (Slonje & Smith, 2008)

4. Kanäle

Hierbei geht es um die möglichen Internet- und Handyanwendungen, über die Cyber-Mobbing geschehen kann. Smith et al (2006) gliedert Cyber-Mobbing in sieben Kategorien. Das sind: “Text message bullying, Picture/Video Clip bullying, Phone call bullying, Email bullying, Chat-room bullying, Bullying through instant messaging und Bullying via websites” (Smith et al. 2006, S. 2 ). Kowalski und Limber (2007) führen in ihrer Definition der Anwendungen Chat, Email, SMS und Websiten auf.

Empirischen Studien zufolge mobben Jugendliche andere am meisten über Chatrooms, E-Mail, Instant Messenger und Websiten, einschließlich Weblogs (Jäger , Fischer, & Riebel, 2007).

Die Organisation National Children’s Home (2005) kam zu dem Resultat, dass 14% der Opfer durch SMS, fünf Prozent in verschiedenen Chatrooms und vier Prozent durch E-Mails gemobbt wurden.

Mobbing durch Fotos/ Videos und über Telefonanrufe empfanden die befragten Opfer deutlich schlimmer als das traditionelle Mobbing, wobei sie es über SMS und Websiten gleich schlimm und durch Chat oder E-Mail als weniger schlimm einschätzten (Smith P. K., et al., 2008).

5. Arten und Methoden

Abgesehen von den Kanälen kann Cybermobbing auch durch verschiedene Methoden charakterisiert werden, die angewendet werden können. Willard unterscheidet dabei zwei Arten von Cybermobbing - das direkte, verbale Mobbing und das indirekte, aggresive Mobbing. Zum direkten Cybermobbing gehören ‚Flaming’, Schikanierung und ‚Cyber-Stalking’. Unter Flaming versteht man das Versenden von gemeinen und unhöflichen Nachrichten an andere Personen. Der Ausdruck „flame war“ steht für eine Reihe solcher Nachrichten. Dies kommt in den meisten Fällen in öffentlichen Kommunikationsräumen wie z.B. Online-Spielen oder Chat-Rooms vor. Werden ständig Nachrichten durch SMS oder E-Mail an die gleiche Person verschickt, spricht man von Schikanierung. So ist Schikanierung von Flaming abzugrenzen, weil sie einseitig stattfinden kann, vielmehr gibt es einne Täter, der ein Opfer schikaniert. Von Cyber-Stalking spricht man, wenn das Opfer durch die Schikanierungen bedroht und eingeschüchtert wird. Cyber-Stalker haben oft die Intention, verfälschte Informationen über die Opfer zu verbreiten, um so ihren Ruf und auch Freundschaften zu zerstören, ganz oft aus Rache (Willard, 2007).

Zu dem indirekten Cybermobbing gehören Verleumdung, Outing und Betrug, das Annehmen einer falschen Identität und die Ausgrenzung.

Es handelt sich um Verleumdung, wenn gemeine, unwahre und verletzende Nachrichten über eine Person an andere Personen verschickt werden. Den Ruf einer Person zu schädigen ist hier das Ziel. Auch das Manipulieren von Fotografien fällt unter diese Kategorie. Der Täter gibt sich als das Opfer aus, da er möglicherweise über das Passwort des Opfers verfügt. So kann es dazu führen, dass arglistige Nachrichten an andere versendet werden, um bestehende Freundschaften und Beziehungen zu manipulieren. Blogs oder Homepages sind beliebte Orte hierfür (ebd.).

Outing und Betrug stehen für das Verbreiten von sensiblen, peinlichen und privaten Informationen in Form von Bildern oder Mails, die vertraulich erhalten wurden. Besteht der Versuch eine Person aus einer Online Gruppe auszuschließen, kann dies vorgenommen werden indem die Person nicht als Freund/in akzeptiert wird (ebd.).

Bei dem sogenannten ‚Happy Slapping’ suchen sich Gruppen ein Opfer aus, um auf dieses einzuschlagen. Dieser Akt wird von einem Mitglied der Gruppe aufgenommen und an andere weiterversendet oder ins Netz gestellt (Kowalski & Limber, 2007). Dies ist ein Beispiel dafür, dass Mobbing sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt in Verbindung stehen können.

Nach dem Zentrum für empirische pädagogische Forschung (ZEPF 2007) wurden über deutsche jugendliche Online-Opfer in der Mehrzahl Beleidigungen und Gerüchte über das Internet und Handy verbreitet, folgend von dem Versenden von Drohungen oder Gerüchten an das Opfer direkt und letztlich der Ausschluss des Opfers durch Kameraden aus Online-Spielen oder Chatforen. Beinahe 20 Prozent der Jugendlichen gaben an, dass private Bilder oder Nachrichten an Fremde weitergeleitet wurden (Jäger, Fischer, & Riebel, 2007).

6. Täterrolle

Im Gegensatz zum traditionellem Mobbing steigt die Prävalenz von Cybermobbing mit zunehmendem Alter an, hat seinen Höhepunkt in der Mittelstufe und sinkt dann wieder. Über Geschlechterunterschiede jedoch lässt sich keine allgemeine Aussage machen.

Weitgehend zeigt sich, dass sehr viele der Online-Täter selbst einmal Opfer des traditionellen Mobbings (56% der Täter-Opfer, 50% der Täter) aber auch von Cybermobbing (20%) gewesen sind. Der Einfluss der Peergroup ist ebenfalls erwähnenswert. Die Jugendlichen, die hilfsbereite und soziale Freunde um sich haben, mobben seltener (Williams & Guerra, 2007).

Die Täter suchen sich zu 41% einen Mitschüler, zu 32% einen Freund/in oder zu 12% die eigenen Geschwister als Opfer aus (Kowalski & Limber, Electronic Bullying Among Middle School Students, 2007).

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Details

Titel
Medienbildung am Beispiel von Cybermobbing. Inwiefern kann die Mediennutzung von Jugendlichen als eine Gefahr angesehen werden?
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Veranstaltung
Schule und Bildung im digitalen Wandel
Note
2,0
Jahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V958653
ISBN (eBook)
9783346304520
ISBN (Buch)
9783346304537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cybermobbing, Mediennutzung, Mobbing, Täterrolle, Opferrolle, Ursachen
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Medienbildung am Beispiel von Cybermobbing. Inwiefern kann die Mediennutzung von Jugendlichen als eine Gefahr angesehen werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958653

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