Jean Paul Sartre - Leben und Werk


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
1 Seiten, Note: 1-

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Jean Paul Sartre - Leben und Werk

Sartre wurde am 21. Juni 1905 in Paris geboren. Er studierte in Paris und La Rochelle und erhielt 1929 sein Diplom für Philosophie. Er wirkte dann als Gymnasiallehrer in Le Havre, wurde 1939 zum Militär einberufen, aber schon ein Jahr darauf von den Deutschen gefangengenommen. Er wurde nach seiner Freilassung im März 1941 Professor am Lycée Condorcet in Paris. Sartre hat seine Lehre, die er selbst „Existentialismus“ nannte, nicht nur in philosophischen Werken, sondern noch weitaus wirksamer in ausgezeichneten Romanen, Dramen und Kritiken dargelegt. Sartre erreichte damit eine große Breitenwirkung, er war nämlich außerdem noch Journalist und Herausgeber der wichtigsten französischen philosophischen Zeitung : Les temps modernes (Seit 1945).

Er ist in seiner Philosophie, wie er selbst zugibt, von Hegel, Heidegger und Jaspers abhängig. Er erreicht darum an eigentlicher Schöpferkraft nicht mehr seine Vorgänger, überragt sie aber alle an dichterischer Begabung. Sartre sagt von sich selbst, dass er stets von sehr zarter Gesundheit gewesen sei, dass er oft und lange krank war, dass er nahezu krankhaft empfindlich sei, dass er eine überaus rege Phantasie habe und darum der Angst in starkem Maße ausgesetzt sei. Er habe sich schon als Kind vor dem Einschlafen selbst gruselige Geschichten erzählt, bis er endlich vor Müdigkeit einschlief. Sartre verrät in seinen Werken ein starkes politisches Interesse und zeigt darin ein „Liebeswerben“ für die Sozialisten und Kommunisten. Er hat sich in der Gestalt des „Hugo“ der „Schmutzigen Hände“ selbst gezeichnet : als einen Intellektuellen der alten Bürgerklasse, der sich doktrinär (von einer Lehre besessen und dabei die Wirklichkeit ü bersehend) zum Kommunismus bekennt, aber trotzdem nicht recht ernst genommen wird. Sartre starb am 15. April 1980 in Paris.

Sartres philosophisches Hauptwerk heißt „Das Sein und das Nichts“; es ist das Grundbuch der spezifischen französischen Form des Existentialismus. Wichtige Grundbegriffe für den Existentialismus sind : Freiheit, Entwurf, Situation und Verantwortung. Sie werden im letzten Teil des Werkes ausgeführt, wo Sartre über Haben, Machen und das Sein als Grundkategorien der menschlichen Wirklichkeit schreibt.

„Die erste Bedingung der Tätigkeit ist die Freiheit “, heißt es gleich am Anfang des Abschnitts. Das intensive Bewußtsein der menschlichen Freiheit ist Sartres Grundlage für seine Philosophie. Freiheit nicht nur als Voraussetzung des Handelns, sondern des eigenen Seins selbst. „Personsein“ heißt sich ständig überschreiten, sich ständig wählen, sich auf der Basis eines grundlegenden Entwurfs ständig neu zu entwerfen : „Das freie Sichentwerfen ist grundlegend, denn es ist mein Sein. [...] der grundlegende Entwurf, der ich bin, ist ein Entwurf, der nicht meine Zusammenhänge mit diesem oder jenem besonderen Gegenstand der Welt betrifft, sondern mein In-der-Welt-Sein als Ganzheit [...]. Ich erwähle mich fortwährend [...]weil wir ganz und gar Wählen und Handeln sind [...].“ Das heißt nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will. Überall treffe ich auf Umstände und Hindernisse, die mich beschränken : meine Familie, mein Geld, die für das Abitur notwendige Punktzahl, das Schicksal meines Volkes usw. Sartre nennt dieses Aufeinanderprallen „ die Situation “. Jede Situation ist ein Konflikt zwischen mir und einem Hindernis. Aber Sartre besteht darauf : es gibt kein „objektives“ Hindernis. Es liegt immer am Einzelnen selbst, ob er es für überwindbar oder unüberwindbar hält. „Wir fangen an, das Paradoxe der Freiheit zu erkennen : es gibt Freiheit nur in Situation, und es gibt Situation nur in Freiheit.“ Sartre zeigt das an einem extremen Beispiel. Sicherlich bin ich ohne meinen Willen geboren worden. Was aber meine Geburt/mein Leben für mich bedeutet, muss ich jederzeit selbst entscheiden. So wähle ich in gewissem Sinne, geboren zu sein.

Wenn ich mir meiner Freiheit bewußt bin, übernehme ich auch ganz die Verantwortung für mein Tun. Es gibt keine Entschuldigung mehr - „denn selbst für meinen Wunsch, der Verantwortung zu entfliehen, bin ich verantwortlich.“ So zeigt sich die andere Seite der Freiheit. Sie bedeutet zugleich eine ungeheure Last, vor der wir uns gerne in die Unwahrhaftigkeit flüchten. Sartre spitzt das zu in dem berühmten Satz : „Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein.“ In seinen Erzählungen und Stücken hat Sartre diese Situation dichterisch gestaltet. Beispielhaft ist der frühe Roman „Der Ekel“ (1938). Er erzählt von einem jungen Mann, der die Erfahrung der Grundlosigkeit seiner Existenz macht. In dieser Erfahrung geht ihm zugleich seine Freiheit auf.

Man hat oft darauf hingewiesen, dass für Geburt und Gestalt des französischen Existentialismus die Umstände des Zweiten Weltkriegs wichtig waren. Dieser Hinweis, nimmt man ihn nicht als pauschale Erklärung, ist richtig. Die Situation in dem von den Deutschen besetzten Frankreich hat von jedem die persönliche Entscheidung gefordert, ob er sich als passives Opfer oder als Mitglied des französischen Widerstandes wählen will. Sartre hat nach seiner Gefangenschaft (1941) aktiv in der Widerstandsbewegung mitgearbeitet und diese ständige Entscheidungssituation selbst durchlebt.

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Details

Titel
Jean Paul Sartre - Leben und Werk
Note
1-
Autor
Jahr
1999
Seiten
1
Katalognummer
V95894
Dateigröße
325 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jean, Paul, Sartre, Leben, Werk
Arbeit zitieren
Lutz Drallé (Autor), 1999, Jean Paul Sartre - Leben und Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95894

Kommentare

  • Gast am 5.10.2002

    JPS rules!!!.

    danke für den vortrag da hab ich gleich ein paar anregungen für meinen relli kurzvortrag

  • Gast am 5.10.2002

    JPS rules!!!.

    danke für den vortrag da hab ich gleich ein paar anregungen für meinen relli kurzvortrag

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