Einführung in die forensische Psychologie


Hausarbeit, 1994

8 Seiten


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Untergliederung der forensische Psychologie

2. Definitionen

3. Geschichte der forensischen Psychologie

4. Versuch einer Systematik
4.1. Kriminalpsychologie zwischen 1933-1945
4.2. Die deutsche Kriminalpsychologie von 1945 bis heute

5. Methoden
5.1. Tatbestandsdiagnostik
5.2. Aussagepsychologie
5.3. Die Kriminalprognose
5.3.1. Die klinische Methode oder empirische Individualprognose.
5.3.2. Die statistische Methode
5.3.3. Die Struckturprognose

6. Probleme

1.Einleitung

Für jemanden der als Nebenfächler noch nie etwas in seinem Psychologiestudium mit forensicher Psychologie zu tun hatte, ist es natürlich etwas vemessen sein Referrat in der zweiten Sitzung, Einführung in die forensischer Psychologie zu nennen. Und so soll dieses schriftliche Ausarbeitung auch nur Einblicke und Streiflichter auf diese umfangreiche gebiet werfen. So das es eine grundlage für das Seminar darstellen soll. auf der man weitere Erkenntnisse gut aufbauen kann. Da bei kann es gut möglich sein das einige Teile der Forensichen Psychologie hier mehr beachtung finden als andere.

Als erstes möchte ich durch verschiedene Definitionen das Gebiet der Forensischen Psychologie eingenzen und versuchen einige Begriffe zu klären. Danach werde ich die geschichtliche Entwicklung der Forensichen Psychologie aufzeigen.

Um einen Einblich in das Umfeld und die einzelen Sparten der Rechtspsychologie zu bekommen werde ich versuchen die von Friedrich Lösel aufgestelleten Systematik nachzuvollziehen.

In Punkt fünf werde ich einige gebräuchliche Methoden der forensischen Psychologie vorstellen.

Zum Schluß sollen einige aktuelle Probleme der forensischen Psychologie aufgelistet werden. Natürlich nicht mit dem Anliegen auf Vollständigkeit.

2. Definition

Die Forensische Psychologie ist die Anwendung psychologischer Theorien und Methoden und Ergebnissen auf die Rechtspflege. In Deutschland hat man sich stark auf die Praxis der gerichtlichen Sachverständigentätigkeit konzentriert.

Die wissenschaftliche Grundlage stammen aus den unterschiedlichen Teilgebieten der Psychologie. Die Forensische Psychologie beschäftigt sich auch mit den Problemen des Strafvollzuges, der Kriminalprognosen und der Gerichtsverhandlung. Sie überschneidet sich in vielen Gebieten mit der Kriminalpsychologie wie in der Anwendung psychologischer Theorien, Methoden und Ergebnissen auf Probleme der Kriminalität des weiteren der Forschung zur Klärung von Straftaten, zum Handeln der Polizei und Justiz, zur General- und Spezialprävention, zur krimminalitätsbezogenen Einstellungen in der Bevölkerung und zur Täter-Opfer-Beziehung.

Forensische Psychologie (Gerichtspsychologie) dtv Brochhaus Lexikon von 1988 Teildisziplin der angewandten Psychologie, die sich mit den im Zusammenhang mit der Gerichtspraxis auftauchenden Psychologischen Problemen befaßt. Die theoretischen Grundlagen der forensischen Psychologie basieren auf...Entwicklung, Sozial und Klinischer Psychologie. Ihre wichtigsten Methoden sind Anamnese, Exploration und Tests.

Aufgaben: Zeugenbegutachtung, Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, Probleme des Strafvollzuges, und die Psyche des rechtsbrechers.

Definition von H. Kaufmann 1971

Kriminologie beschäftigt sich umfassen mit den Ursachen und Erscheinungsformen des Verbrechens und der Täterpersönlichkeit

Definition von Günter Kaiser

Eine weitgefasste Auffassung der Kriminologie ...ist die Erfahrungswissenschaftliche Kenntnisse über die Wandlungen des Verbrechensbegriffes und über die Bekämpfung des Verbrechens, die Kontrolle des sonstigen sozial abweichenden Verhaltens sowie, die Untersuchung der polizeilichen und justitiellen Kontrollmechanismen.

2. Geschichte der forensischen Psychologie

Als Anfang der Kriminalpsychologie werden die Schriften des Franzosen Pitaval angesehen. Sie waren eine Sammlung von " Berühmten und interessanten Rechtsfällen" und wurden ab 1734 herausgegeben. Hierbei wurden interessant erscheinende Täterpersönlichkeiten in einer Art Raritätenkabinett vorgeführt. Eine Art gedrucktes Relativ TV des Achtzehnten Jahrhunderts.

Ernsthafte Ansätze einer Kriminalpsychologie entstanden erst ende des neunzehnten - Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts. Pionier dieser Richtung waren der Italiener Lombroso und Hans Groß, sowie Erich Wulffen und Gustaf Aschaffenburg. Aschaffenburg gründete 1904 die Zeitschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. Aber alle diese Pioniere waren keine Psychologen sonder Juristen und Mediziner.

Die in den Jahren 1900 bis 1920 erstellten Arbeiten der Kriminalpsychologie beschäftigen sich hauptsächlich mit den Aussagen von Beschuldigten und Zeugen einer kriminellen Handlung. Die Straftat oder die Persönlichkeit eines Täters wurde aus krimminalpsychologischer Sicht Stiefmütterlich behandelt. Es gab zwar ausführliche Falldarstellungen, z.B. von Wullfen 1910 mit dem Titel der Sexualverbrecher, aber dabei handelte es sich nur um deskriptive, stark subjektiv gefärbte Abhandlungen. Sie waren dazu da, einzelne Tätertypen oder die Tatmotive zu charakterisieren.

Das der wissenschaftliche Wert dieser Ausführungen gering war, lag am noch gering entwickelten Wissensstand der allgemeinen Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie.

In den 20ger Jahren kam eine neue Arbeits- und Forschungsrichtung der Kriminalpsychologie auf: die Kriminalprognose.

Mit ihr wollte man die Wahrscheinlichkeit des Erfolges von krimminalrechtliche Sanktionen, z.B. Strafaussetzung oder Unterbringung in Erziehungsanstalten, voraussagen. Weiters siehe Methoden

Kriminalpsychologie zwischen 1933-1945

War die Forschung auf dem Gebiet der forensischen Psychologie bis zu diesem Zeitpunkt international führend. Doch in der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu keiner nennenswerten Entwicklung. Es waren mehr Themen wie Erbanlagen und Verbrechen von Friedrich Stumpfl gefragt. Viele der Wissenschaftler der forensischen Psychologie mußten aus Deutschland fliehen. Aber 1935 wurden durch die "Richtlinien für das Strafverfahren" eine Grundlage für die Einbeziehung psychologischer Sachverständiger in die Vernehmung jugendlicher Zeugen geschaffen.

Die Deutsche Kriminalpsychologie von 1945 bis heute

An mehreren Gerichten wurden jetzt Psychologen für die Begutachtung der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen herangezogen.

Die Sachverständigen konnten jetzt auch eigene Datenerhebungen (Test´s, Explorationen) erheben. Diese Phase wurde von Undeutsch als ein "Durchbruch der Erfahrung auf breiter Front" genannt.

Man beschränkte sich jetzt nicht mehr auf die Beurteilung der " allgemeinen

Glaubwürdigkeit, im Sinne eines Persönlichkeitsmerkmals, sonder rückte die "Spezielle Glaubwürdigkeit" der Aussage in den Mittelpunkt.

Das hatte zum Effekt, daß entgegen früherer Annahmen, die Angaben der Zeuginnen bei Fällen sexuellen Mißbrauchs in den überwiegenden Mehrzahl der Wahrheit entsprachen. Es wurde ein Glaubwürdigkeitskriterieenkatalog entwickelt der sich auf Details, wie z.B.: Besonderheit der Aussage, Aussageentwicklung und Aussageweise bezieht. Dadurch kam es zu einer größeren Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Aussagen.

Im Jahre 1957 kam die Begutachtung zu Fragen der Schuldfähigkeit von Straftätern als neues Arbeitsgebiet für Psychologen auf. Vorher wurden ausschließlich Mediziner als Sachverständige zur Beurteilung der Zurechnungsfähigkeit beauftragt.

Im Laufe der 60ger Jahren entwickelte sich die Strafvollzugspsychologie auf dem Gebiet der Prognoseforschung und der Handlungs- und Resozialisierungsorientieten Umgestaltung des Jugend und Erwachsenenstrafvolzuges, weiter.

1969 wurden sog. sozialtherapeutische Anstalten des Justizvollzuges eingeführt. Diese sind Einrichtungen die sich, damals eine neue Form, mit der Betreuung und Behandlung rückfälliger Straftäter beschäftigt. Ab den 70ger Jahren stieg die Zahl der drogenbezogenen Straftaten an. Die Behandlung drogenabhängiger Straftäter, auch bekannt durch das Motto "Therapie statt Strafe" ermöglicht es inhaftierten Drogenabhängigen, durch eine seit 1982 bestehende Regelung, von der Haftanstalt in eine therapeutische Einrichtung verlegt zu werden.

In den letzten 10 Jahren wurde die klassischen Themenstellungen der Kriminalpsychologie vertieft und erweitertes, wurden neue Inhaltsbereiche und Perspektiven wie Opferforschung, Erfassung von "Täterwissen" und Analyse richterlichen Urteilsverhaltens weiter erforscht. Es werden immer mehr psychologische Sachverständige mit Fragen der Schuldfähigkeit beauftragt und die Methoden durch Experimentell angelegte Studien (z.B. in der Behandlungsforschung) wurden verbessert.

4. Versuch einer Systematik

5. Methoden

5.1.Tatbestandsdiagnostik:

Die Tatbestandsdiagnostik ist eine veraltete einfache Form eine Reihe methodisch mehr oder weniger festgelegter diagnostischer Versuche, die auf die Objektivierung beobachtbarer Ausdruckserscheinung im Aussageverhalten richten.

Praktisch heißt das: Es werden einer Versuchsperson verschiedene Reizwörter vorgegeben, auf die sie mit spontan dazu einfallenden Assoziationswörtern reagieren muß. Diese Wörter und die benötigte Reaktionszeit werden dabei erfaßt und vergleichend betrachtet.

Diese Methode wurde weiter verfeinert in dem man die psychogalvanischen Reaktionen mißt. Das sind Atembewegung, Puls, Blutdruck und die unwillkürliche Feinmotorik. Dies wird mit einem Polygraphen - oder auch Lügendetektor genannt - aufgenommen.

Diese psychophysiologische Aussagebeurteilung unterscheidet 2 verschiedene Erhebungsmethoden.

1: Direkte tatbezogene Befragung z.B. Haben sie die Tat begangen ?
2: Indirekte Befragung oder Tatwissenstest. z.B. Fragen nach Details, die nur ein Tatbeteiligter wissen kann.

Diese Methode ist in Deutschland auf Grund der Strafprozeßordnung Verboten. Darin heißt es:...Verbot von Vernehmungsmethoden, die " die Freiheit der Willensentschließung und der Willensbetätigung" (§ 136a Abs. 1 Strafprozeßordnung) Beeinträchtigt, selbst dann, wenn der Beschuldigte eine solchen Methode zustimmen würde.

5.2. Methode der Aussagepsychologie

Zur Beurteilung der individuellen Aussagen wurden Glaubwürdigkeitskriterien formuliert. Diese Kriterien beziehen sich auf Details und Besonderheiten der Aussage, auf die Aussageentwickung und die Aussageweise. Dadurch kommt es zu einer größeren Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Aussagen.

5.3. Die Kriminalprognose

Hierbei soll die Wahrscheinlichkeit des Erfolges krimminalrechtlicher Sanktionen z.B. Strafaussetzung zur Bewährung oder Unterbringung in einer Entziehungsanstalt abgeschätzt werden.

Hierbei gibt es Drei Methoden.

5.3.1. Die Klinische Methode oder empirische Individualprognose .

Die Prognose wird aufgrund des bisherigen Lebenslaufes gestellt. Dabei werden Delikte und Sanktionen , das familiäre Umfeld sowie Arbeits- und Freizeitsituationen bewertet.

5.3.2. Die Statistische Methode

Mit Hilfe empirisch-statistischer Vergleiche ausgewählter Lebenslauf- und Persönlichkeitsmerkmale wird versucht, Faktoren zu identifizieren, die eine Unterscheidung zwischen Rückfallgefährdeter und Nicht-Gefährdeter gewährleisten. dies wird in der Form einer Gut- und Schlecht-Punkte-Systems bewertet.

5.3.2. Die Struckturprognose

Die Struckturprognose versucht die beiden anderen Methoden zu kombinieren. Hierbei werden die einzelnen Faktoren der statistischen Methode unterschiedlich bewertet. Damit soll sich ein differenziertes Bild des Täters ergeben.

6. Probleme

In vielen Bereichen der Forensische Psychologie gibt es noch keine ausreichen kontrollierte Forschung.

Die Forschungsinhalte sollten sich mehr kulturvergleichenden Ansätzen zuwenden. z. B. unterschiedlicher Ermessensspielraum der Polizei in Deutschland und den USA.

Ich habe folgende Literatur gebraucht:

Egg, Rudolf, Kriminalpsychologie_ Entwicklung, Problembereiche, Perspektiven- aus Psychologische Rundschau 1993 Seite 162-175

Lösel, Friedrich Zur Neueren Entwicklung der Rechtspsychologie: Versuch einer Standortbestimmung aus dem Bericht über den 36. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Berlin 1988 Band 2 Herausgeber Wolfgang Schönpflug

Kaiser Günter Begriff und Aufgabe der Kriminologie aus Kriminalität und abweichendes Verhalten Band 1. Basel 1983

Schneider, Joachim Hauptrichtungen der Kriminologie aus Kriminalität und abweichendes Verhalten Band 1. Basel 1983

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Einführung in die forensische Psychologie
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Forensische Psychologie - Theorie und Praxis
Autor
Jahr
1994
Seiten
8
Katalognummer
V95946
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Wäre schön wenn man eine Rückmeldung bekommen können, falls jemand die Arbeit gebrauchen kann. Bei Fragen bin ich auch bereit, Auskünfte zu geben.
Schlagworte
Einführung, Psychologie, Forensische, Psychologie, Theorie, Praxis
Arbeit zitieren
Arnold Strömer (Autor), 1994, Einführung in die forensische Psychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95946

Kommentare

  • Gast am 28.7.2001

    Einrührung in die forensische Psy.

    Ich habe sie endlich wiedergefunden, Deine Arbeit Hatte sie vor vielen Jahren mal, da ist aber dann alles abgestürzt. Auf den 2 Blättern, die gerade gefunden habe, stand Deine Adresse nicht drauf. Aber dank Google...
    Ich werde sie mir, wenn es klappt, mal runterladen und anschauen.
    Die ersten 2 Seiten fand ich interessant.
    Grüße!
    marion

  • Nicole Beier am 20.11.2003

    Umsetzung der Arbeit.

    Hallo Arnold,

    auf der Suche nach Infomaterial zur Vorbereitung auf meine nächste AG-Stunde bin ich nun bei deiner Hausarbeit gelandet. Ich studiere übrigens Jura und mache Forensische als Nebengebiet in meiner Wahlfachgruppe Kriminologie. Du wunderst dich sicher, warum vielleicht nich so viele Leute deine Arbeit haben wollen oder lesen. Von meiner Seite aus ist das ganz einfach: Wenn jemand im ersten Absatz 20 Rechtschreibfehler macht und auch sonst mit der deutschen Sprache nicht so Freund ist, dann erwartet man, ob nun berechtigt oder nicht, vom Rest der Arbeit auch nicht mehr viel. Vielleicht nimmst du dir das zu Herzen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Nicole.

  • Gast am 22.2.2014

    Hallo Arnold,
    auf meiner Suche zu Informationen über die psychologische Tatbestandsdiagnostik bin ich auf das vorliegende Referat gestoßen. Schon die Einleitung verleidete mir das Weiterlesen. Einen Überblick habe ich mir verschafft. Mit wissenschaftlicher Arbeit hat das jedoch leider wenig zu tun und ist für mich und meine Zwecke unbrauchbar. Hoffe, im Laufe der Jahre hat sich da einiges gebessert. Schon diese "ich- Form" ist uns eigentlich fremd (evt. noch in der Schule). Vielmehr muss es heißen: ".... der Auto vorliegender Arbeit versucht einen Überblick zu den Inhalten der forensischen Psychologie wie folgt zu geben: 1. (bla bla) 2. (bla bla) usw.
    Schöne Grüße
    Dipl.-Ing.-Päd. Leutz

Im eBook lesen
Titel: Einführung in die forensische Psychologie



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden