Unternehmensanalyse


Seminararbeit, 2000

14 Seiten, Note: bestanden


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Inhalt

1 EINLEITUNG

2 ANLÄSSE UND ZWECK EINER UNTERNEHMENSANALYSE
2.1 ANALYSE EINES BEWERTUNGSOBJEKTS AUS KONKRETEM ANLAß
2.2 ANALYSE DES EIGENEN UNTERNEHMENS ODER EINER STRATEGISCHEN GESCHÄFTSEINHEIT (SGE)
2.3 ZWECK DER UNTERNEHMENSANALYSE

3 ANALYSE DES UNTERNEHMENS
3.1 DAS ZIEL EINER ANALYSE
3.2 SAMMLUNG VON INFORMATIONEN UND DATEN
3.3 ANALYSEN
3.3.1 Analyse der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklung
3.3.2 Analyse der Produktion
3.3.3 Analyse der Forschung und Entwicklung
3.3.4 Analyse des Personals
3.3.5 Analyse des Managements, der Führungsstruktur und der Strategien
3.3.6 Unternehmensanalyse mit System - Analyse des Unternehmens mittels Mitarbeiterbefragungen
3.3.7 Auswertung der Befragung - Auswertung der Analyse

4 RESÜMEE

1 Einleitung

„Hört doch auf, euch als Erben der Vergangenheit zu betrachten, Gestalter der unbekannten Zukunft müßt ihr werden.“

Ortega y Gasset1

Die Analyse des zu bewertenden Unternehmen und seiner Umwelt ist die wichtigste Voraussetzung für eine Unternehmensbewertung. Zahlreiche Unternehmenszusammenschlüsse, der immer stärker werdende Druck der Mitwettbewerber auf das Unternehmen, aber allen voran die Schnelligkeit des technischen Fortschritts führten zu einer Konjunktur in der unternehmens- beratenden Branche2. Deshalb ist es heute mehr denn je erforderlich eine Bewertung des Unternehmens mittels Unternehmensanalyse durchzuführen. Dabei ist die Fähigkeit des Unternehmens, in der Zukunft nachhaltig Produkte zu kostendeckenden Preisen herzustellen und im Markt kundengerecht vertreiben zu können, in den Vordergrund zu stellen. Eine Unternehmens- analyse bedeutet nicht, wichtige Zahlen oder Daten nach einer Formel zu einem Ergebnis zu verarbeiten. Ein Unternehmen zu analysieren heißt, sich in erster Linie eingehend mit den Problemen des Unternehmens auseinander- zusetzen und darauf aufbauend mit Hilfe von wissenschaftlichen Kenntnissen und Erkenntnissen, mit Urteilskraft und Erfahrung, wichtige Daten und Informationen aus dem Unternehmen zu sammeln und auszuwerten. Mit Hilfe einer Stärken-/Schwächen-Analyse sollen Aussagen über die Entwicklung des Unternehmens gemacht werden, um anschließend unter Darlegung der Risiken und Chancen zu einem ERGEBNIS zu gelangen und einen WANDEL herbeizuführen. Eine Unternehmensanalyse sollte niemals nur ein gedanken- loses Verarbeiten von Daten der Vergangenheit sein, sondern vielmehr Gesamtwerk der Beurteilung der Zukunft sein. Unternehmensanalyse ist somit wie Unternehmensführung mehr Kunst als Wissenschaft.3

2 Anlässe und Zweck einer Unternehmensanalyse

2.1 Analyse eines Bewertungsobjekts aus konkretem Anlaß

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen entscheidungsabhängigen und entscheidungsunabhängigen Analyseanlässen.

Bei entscheidungsabhängige Anlässen4 ist eine Änderung der Eigentumsverhältnissen beabsichtigt. Man unterscheidet in Anlässe, in denen keine der Parteien die Änderung der Eigentumsverhältnisse gegen den Willen der anderen Partei durchsetzen kann, z.B. den Kauf oder Verkauf von Unternehmen, freiwillige Fusionen, Entflechtung von Unternehmen oder Eintritt eines neuen Gesellschafters in das Unternehmen und in Anlässe, in denen eine der Parteien die Änderung der Eigentumsverhältnisse gegen den Willen der anderen Partei durchsetzen kann, z.B. Ausscheiden eines Gesellschafters einer Personengesellschaft durch Kündigung oder Ausschließen eines „lästigen“ Gesellschafters einer Personengesellschaft. Bei entscheidungsunabhängigen Anlässen5 ist keine Änderung der Eigentumsverhältnisse beabsichtigt. Anlaß können Sanierungen, eine Veränderung der Umwelt, z.B. Konjunkturlage oder Bewertungen zum Zwecke der Besteuerung des Vermögens sein.

2.2 Analyse des eigenen Unternehmens oder einer strategischen Geschäftseinheit (SGE)

Die Analyse des eigenen Unternehmens und der strategischen Geschäftseinheiten sollen als Entscheidungsgrundlage dienen und zielt damit ebenfalls nicht auf eine Änderung der Eigentumsverhältnisse. Anlässe für die Analyse des eigenen Unternehmen oder einer SGE können sein6, der Vergleich verschiedener Konzepte mit den eigenen Konzept, die Gründung eines Joint-venture, die optimale Positionierung auf dem Markt oder Mitarbeiter- befragungen als Instrument der Organisationsentwicklung. Die entscheidungs- unabhängigen Anlässe und die Anlässe für die Analyse des eigenen Unternehmen oder SGE, bilden die Grundlage der vorliegenden Seminararbeit. Diese Analysen erfolgen in den meisten Fällen durch externe Bewerter/ Analytiker.

2.3 Zweck der Unternehmensanalyse

Grundsätzlich dient die Unternehmensanalyse, ausgelöst durch die entscheidungsunabhängigen Anlässe und durch die Analyse des eigenen Unternehmens oder einer SGE, dem Zweck der Entscheidungsbildung und Entscheidungsfindung7. Diese Anlässe können sowohl die Entscheidung bilden, daß eine anderen Strategie einzuschlagen ist, als auch die alte Strategie mit neuen vermischt eingeschlagen werden sollte. Dem gegenüber dienen die entscheidungsabhängigen Anlässe der Ermittlung eines Entscheidungswertes zum Zwecke der Kapitalanlage oder einer unternehmerischen Tätigkeit. Eine Vermischung beider Zwecke ist jedoch nicht ausgeschlossen, sondern vielmehr in einigen Situationen durchaus berechtigt und erwünscht.

3 Analyse des Unternehmens

3.1 Das Ziel einer Analyse

Die verschiedenen Anlässen zwingen also das Unternehmen zu einer Unternehmensanalyse. Dabei ist es besonders wichtig seine Stärken und Schwächen heraus zu stellen und damit das zukünftige Potential des Unternehmens zu beurteilen. Deshalb sollte spätestens zu Beginn einer Analyse das Ziel genau definiert werden. Das kann bei entscheidungsunabhängigen Anlässen die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit oder die Vermögensdarstellung sein und bei der Analyse des eigenen Unternehmens oder einer SGE kann es die Entwicklung neuer Leitlinien des Unternehmens oder die Bildung einer neuen Unternehmenskultur sein.

3.2 Sammlung von Informationen und Daten

Die Analyse eines Unternehmens beginnt mit der Sammlung von Informationen und Daten. Es gibt verschiedene Arten der Gewinnung von Informationen. Da wären beispielsweise Fragebögen, welche entweder von den verschiedensten Autoren angeboten werden oder durch die Bewerter selbst erstellt werden müssen. Das Gewinnen von Daten kann aber auch so aussehen, daß verschiedene Quellen des Unternehmens herangezogen werden. Dabei handelt es sich meist um schon vorhandene Quellen (z.B. Datenbänke in den verschiedenen Abteilungen). Sind diese Quellen nicht vorhanden, werden aber für die Analyse dringend benötigt, müssen diese Daten und Informationen erst noch produziert bzw. erarbeitet werden. Damit hat man es in der heutigen Zeit mittels der EDV sehr leicht. Voraussetzung dafür ist aber eine sich ständig aktualisierende Datenverarbeitung. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Mitarbeiterbefragung. Auf diese Art der Sammlung von Informationen (aber auch als Form der Analyse) geht diese Arbeit noch näher ein. Es geht beim sammeln von Informationen und Daten immer darum, die Kenntnis seiner Stärken und Schwächen zu erkennen und in Synergiemöglichkeiten umzuwandeln. Die Auswertung der Analyse des Unternehmens soll es ermöglichen, Faktoren der zukünftigen Entwicklung, wie beispielsweise Produktion und Absatz, so zu beeinflussen, das sich eine langfristige Unternehmensplanung erstellen läßt. Dabei muß man den Handlungsbedarf und die Handlungsmöglichkeiten erkennen und zweckgerichtet anwenden. Es gibt verschiedene Analysen für verschiedene Geschäftsbereiche. Will man aber ein Unternehmen genau beleuchten, müssen alle Bereiche des Unternehmens und seine Märkte analysiert werden. Die Reihenfolge oder die Zusammensetzung richtet sich aber nach dem Ziel der Unternehmensanalyse.8

3.3 Analysen

Bei der Analyse könnte man z.B. nach folgendem Schema vorgehen.

Analyse,

- der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklung,
- des Verkaufssortiment und der angebotenen Dienstleistung,
- der Verkaufsorganisation, der Absatzwege, Absatzgebiete, Kundenstruktur und Werbung,
- des Absatzmarktes,
- der Konkurrenz,
- der Produktion,
- der Forschung und Entwicklung,
- der Beschaffung,
- der Ver- und Entsorgung sowie des Umweltschutzes,
- des Personals,
- des Managements, der Führungsstruktur und der Strategien,
- der Ergebnisrechnungen der Vergangenheit,
- der Finanzlage,
- der rechtlichen Verhältnisse,
- der steuerlichen Verhältnisse,
- sonstiger Analyseergebnisse - z.B. enormer Bedarf an

Reorganisation der EDV oder großer organisatorischer Mängel.

Die Punkte Analyse der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklung, der Produktion, der Forschung und Entwicklung, des Personals und der Analyse des Managements, der Führungsstrukur und der Strategien sollen stellvertretend für die Unmengen verschiedenster Analysen herausgegriffen werden und anhand einer genaueren Ausführung deutlicher beleuchtet werden. Anschließend soll die Analyse eines Unternehmens mittels Mitarbeiterbefragungen als eine weitere wichtige Analyse eines Unternehmens auf der Suche nach neuen Strategien vorgestellt werden.

3.3.1 Analyse der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklung

Bei dieser Analyse ist es wichtig, die sich abzeichnenden Entwicklungsten- denzen in der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Umwelt zusammenzustellen. Jedoch nur jene, die auch für das Unternehmen erforderlich sind. Anschließend sind die für das Unternehmen zu erwartenden Tendenzen für die nächsten 5-20 Jahre und die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken darzulegen. Dazu könnten in Hinblick auf die Analyse folgende Aspekte bewertungsrelevant sein. Als politische Fakten und Entwicklungstendenzen beispielsweise Gesetze und Richtlinien, internationale Abkommen, aber auch die Entwicklung von Wahlen oder Umweltschutz- bewegungen. Als Analyse der gesellschaftlichen Fakten und Entwicklungs- tendenzen beispielsweise die Veränderung in den Werten der Bevölkerung, z.B. Umweltbewußtsein oder moralisch-kulturelle Normen. Die Entwicklung des Bruttosozialprodukts, die Einkommensentwicklung und -verwendung, können als wirtschaftliche Faktoren genannt werden. Eine solche Analyse streben meist aber nur solche Unternehmen an, die Beziehungen zu ausländischen Unternehmen halten, da hier sowohl der Bewerter, als auch der Empfänger solcher Analysen wenig mit solchen Verhältnissen vertraut ist.

3.3.2 Analyse der Produktion

Die technische Beschreibung der Produktionsanlagen bilden die Basis dieser Analyse. Dazu gehören auch die Informationen über die Produktionsverfahren, insbesondere über den Produktionstyp, der Technologie und dem Know-how. Für die wirtschaftliche Beurteilung der Produktion benötigt man weiterhin Angaben über das Alter der Anlagen, deren Zustand und die zukünftigen Instandhaltungs- und Reparaturkosten. In Zusammenhang mit den Produktionsmengen und der Kapazitätsauslastung der letzten Jahre kommt es anschließend zu einer Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit. Für die Wettbewerbsfähigkeit kann es von Nutzen sein, die Standortvor- und -nachteile darzulegen.

3.3.3 Analyse der Forschung und Entwicklung

Diese Analyse sollte Informationen über den Umfang, der Art der Forschung, z.B. Verbesserung der Produktionsverfahren und der Ergebnisse der letzten 5-8 Jahre beinhalten. Die zu erwartenden Ergebnisse sind im Rahmen einer Unternehmensanalyse von besonderer Bedeutung. Deshalb sollte in der Analyse angegeben werden, in welchem Stadium sich die Projekte der Forschung und Entwicklung befinden und wie der Stand der Forschung gegenüber der Konkurrenz einzuschätzen ist, damit sich der Bewerter/ Analytiker ein Bild über das Jetzt macht und eine Prognose für die Zukunft abliefern kann.

3.3.4 Analyse des Personals

Oft wird der wesentliche Teil der Wertschöpfung durch das Personal eines Unternehmens erbracht. Deshalb wird auch der Analyse des Personals eine besonders große Bedeutung zugeschrieben9. Die Analyse des Personals ist aber meist eine so große Aufgabe, das sie den zeitlichen Rahmen einer Unternehmensanalyse sprengen würde und deshalb oft sehr konkret und als einzelne Analyse angewendet wird. Jedoch sollte die Personalanalyse im Rahmen einer Unternehmensanalyse zumindest so detailliert sein, daß sie Hinweise auf mögliche Synergie-Effekte und Anhaltspunkte für weitere produktivitätssteigernde Maßnahmen bietet. Die Basis einer „Mindest- analyse“10 ist eine Aufstellung über die Anzahl der Mitarbeiter in den einzelnen Geschäftsbereichen mit deren globalen Angaben über Geschlecht, Ausbildung und Nationalität. Weiterhin sollte die Analyse des Personals Angaben über Lohn- und Gehaltsgefüge, die Altersstruktur, die Betriebs- zugehörigkeit, die Fluktuation, der Krankenstand und die Unfallhäufigkeit enthalten. Durch diese quantitative Mindestanalyse lassen sich zumindest qualitative Informationen, wie Betriebsklima und Motivation ermitteln. Zunehmend entdecken aber Unternehmen die Möglichkeit, durch eine genauere Analyse des Personals das Produktionsniveau erheblich zu steigern.

3.3.5 Analyse des Managements, der Führungsstruktur und der Strategien

Das Management, die Führungsstruktur und die Strategien eines Unternehmens legen die Nutzung der Ressourcen fest. Der Erfolg oder der Mißerfolg eines Unternehmens liegt also oft an ihnen. Für eine Unternehmensanalyse ist es daher wichtig, die Fähigkeiten des Managements richtig einzuschätzen. Aber diese Fähigkeiten objektiv richtig einzuschätzen, ist eine kaum lösbare Aufgabe. Daher ist für den Analytiker der Eindruck wichtig, den er vom Führungsstil und von den Fähigkeiten der Führungskräfte gewonnen hat und wie er die Führungsstruktur und die Strategien im Unternehmen selbst und gegenüber der stärksten Konkurrenz beurteilt.11

3.3.6 Unternehmensanalyse mit System - Analyse des Unternehmens mittels Mitarbeiterbefragungen

Mitarbeiterbefragungen geben eine wichtige Aufschlüsselung über die Situation in Unternehmen, aus denen ganz konkrete Ansatzpunkte für sinnvolle Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet werden können.

In dieser Arbeit wird speziell auf Unternehmen eingegangen, die den Wunsch nach bessere Kommunikation hegen und ein detaillierteres Bild der Arbeitszufriedenheit und ihrer Ursachen wünschen. Gerade hier greift nämlich die Mehrzahl der Unternehmen auf die Unternehmensanalyse mittels Mitarbeiterbefragung zurück. Die Suche nach besserer Kommunikation ist besonders bei Dienstleistungsunternehmen vorzufinden, da die Mitarbeiter dort direkten Kontakt zum Konsumenten haben und deshalb gerade dort eine hohe Arbeitszufriedenheit und Motivation wichtig für das Verhältnis zum Konsumenten. Deshalb wird nachstehend von Dienstleistungsunternehmen die Rede sein.

Über ein Screening zum Ist-Zustand

Mitarbeiterbefragungen sind im Grunde genommen nichts anderes, als Befragungen in einem Unternehmen zu diesem Unternehmen. Dadurch schafft man sich aber eine Informationsbasis, die dann den Ausgangspunkt für die weitere Analyse bildet. Hypothesen des Managements, das Personal betreffend, erweisen sich meist als nicht zutreffend. Eine Befragung der Wirtschaftswoche und des Geva-Institutes12, hat erwiesen, daß Führungskräfte die Situation im Unternehmen häufig falsch einschätzen. Danach sind drei Viertel der Chefs der Meinung, das ihre direkten Mitarbeiten wissen, was von ihnen erwartet wird. Das bestätigten aber nur 53,7 Prozent dieser Mitarbeiter. Zwischen Selbst- und

Fremdbild liegen scheinbar oft riesige Welten. Deshalb bieten Mitarbeiterbefragungen selbst noch keine Grundlage für eine Verbesserung der Situation - hier ein besseres Verhältnis zu den Kunden - sondern erst das informierte Management kann einen kontinuierlichen Verbesserungsprozeß anstoßen und nachhaltig auf ihn Einfluß nehmen. Aber hier muß beachtet werden, das man die Mitarbeitern immer über die Befragungsergebnisse und die daraus resultierenden Verbesserungsmaßnahmen informieren sollte, da sich nur durch offenen Information und anschließende Verbesserungsmaßnahmen die Glaubwürdigkeit an ein Projekt (Befragung) einstellt und damit die Motivation für weitere oder zukünftige Befragungen wächst. Weiterhin ist für den Erfolg einer Befragung die Freiwilligkeit und Anonymität von entscheidender Wichtigkeit. Außerdem ist eine vertrauensvolle Atmosphäre Grundlage für den Erfolg einer Mitarbeiterbefragung, da sich sonst aufgrund verfälschter Angaben Fehler in die Analyse einschleichen, die zu einem völlig falschen Ergebnis führen könnten. Natürlich werden gerade bei Kleinbetrieben Stimmen laut, welche sich kritisch gegenüber solchen Befragungen äußern. Diese befürchteten, das Rückschlüssen auf einzelne Mitarbeiter möglich sind. Dem kann entgegengewirkt werden, indem man für eine solche Befragung immer externe Befragungsteams, z.B. Unternehmensberater heranzieht.

Nur der Nutzen sichert den Rücklauf

Die Rücklaufquote hat nichts gemeinsam mit der Anzahl der auf einen Fragebogen enthaltenden Fragen, sondern vielmehr der kommunizierte Nutzen. Deshalb ist eine wichtige Prämisse bei der Erstellung eines Fragebogens eine einheitliche Skalierung. Das variieren von Frage zu Frage ist hier nicht angebracht, da sich die Mitarbeiter auf die Inhalte konzentrieren sollen und nicht auf ständig wechselnde Instruktionen. Eine hohe Rücklaufquote ist wichtig, soll die Befragung repräsentativ sein. Ist dies nicht der Fall sind die Ergebnisse zufallsbehaftet und verzerrt. Ebenso soll man versuchen die komplette Belegschaft zu erreichen, da sonst das gesunde Mittelfeld fehlt, das den Trend in die eine oder andere Richtung lenkt.

3.3.7 Auswertung der Befragung - Auswertung der Analyse

Bei der Befragung ist die Dokumentation das Herzstück. Eine Dokumentation läßt sich aber auch bei jeder anderen Analyse anwenden und ist ein gute Voraussetzung für eine Auswertung von Analysen. Eine gute Qualität und Lesbarkeit der Dokumentation definiert den späteren Nutzen. Dazu erstellt man eine Dokumentation, in der die Ergebnisse zusammenhängend dargestellt werden sollten. Die Dokumentation umfaßt meist mehr als eine Dimension, da sich z. B. das Klima des Unternehmens nicht auf eine begrenzen läßt, sondern mehrere Facetten beinhaltet. Bei Befragungen versteht jeder Befragte etwas anderes in den gleichen Fragen. Die Auswertung kann dadurch vereinfacht werden, das man Fragen gewichtet stellt. Nimmt man beispielsweise die Frage: „Wie zufrieden ?“ gibt das im Ergebnis meist ein optimistisches Gesamtbild. Gewichtet man aber die Zufriedenheit, kann man die Zufriedenheit genauer messen und damit auswerten. Mit der Dokumentation, besitzt man nun eine Bewertung der Stärken und Schwächen (auch Stärken- /Schwächen-Analyse genannt) und kann nun mit der Suche nach der Lösung beginnen. Hierbei lassen sich bestehende Schwächen in Stärken umwandeln. Anschließend sollte man bei Mitarbeiterbefragungen eine journalistisch ausgearbeitete Mitarbeiter-information herausgeben, da dadurch der Diskussionseffekt schneller und sicherer einsetzt. Diese Diskussion bietet die Grundlage für die abschließende Analysen, so das sich daraus ein Lösungsansatz entwickelt und eine Entscheidung getroffen werden kann. Die daraus abgeleitete Strategie oder veränderte Unternehmensplanung sollte anschließend als interner Auftrag zur Realisierung der Entscheidung an ein internes Umsetzungsteam vergeben werden.

4 Resümee

Heute sind durch den schnellen technischen Fortschritt die länger bekannten Anlässe für eine Unternehmensanalyse, wie das Ausscheiden eines Gesellschafters oder der Verkauf eines Unternehmens nicht mehr so entscheidend, wie beispielsweise die strategisch optimale Positionierung eines Unternehmens auf dem Markt oder die Suche nach neuen Organisationskulturen. Die schwere wirtschaftliche Lage zwang viele Unternehmen, sich einer Unternehmensanalyse zu unterziehen, um neue Marketingkonzepte oder sogar eine völlig neue Unternehmensstrategie zu entwickeln. Das bedeutet natürlich nicht, das sich die Analyse als solche gewandelt hat, es sind viel mehr neue Anlässe hinzu gekommen und es hat eine Verlagerung des Schwerpunktes stattgefunden, die eine Untersuchung des Unternehmens notwendig machen. War früher die Analyse wichtig um den Wert eines Unternehmens festzustellen, dient sie heute aber auch der Suche nach neuen STRATEGIEN. Diese Analysen können klassisch durchgeführt werden oder man bedient sich neuer Analysenformen. Dies kann beispielsweise eine Mitarbeiterbefragung sein. Eine Mitarbeiterbefragung kann nicht, wie in dieser Arbeit gezeigt, nur im Bereich der Analyse des Personals angewendet werden, sondern auch in vielen weiteren Bereichen wie z.B. die Analyse des Managements, der Führungsstruktur und der Strategien eingesetzt werden. Befragungen haben den Vorteil, das man das Unternehmen transparent darstellen kann und man bei Einhaltung aller notwendigen Schritte und Regeln, wie zum Beispiel die Anonymität, ein korrektes Abbild des Unternehmens mit all seinen Stärken und Schwächen erhält. Meistens finden jedoch alle Analysen zusammen Anwendung. Dann darf man diese nicht isoliert betrachten, sondern muß auch ihre Beziehungen untereinander in die Auswertung der Analyse einbeziehen. Man sollte aber immer prüfen, welche Analyse verwendet werden sollen und ob nicht andere Analysen herangezogen werden sollten . Das Unternehmen sollte abschließend einer Stärken- /Schwächen-Analyse unterzogen mit anschließender Dokumentation (auch in Tabellenform möglich), um als letzten Schritt eine Entscheidung herbei zu führen, die das Unternehmen voran führen soll. Eine Unternehmensanalyse bedeutet immer, daß man Fakten und Daten aus der Vergangenheit und dem Heute zu einer Analyse der Zukunft formt.

„Hört doch auf, euch als Erben der Vergangenheit zu betrachten, Gestalter der unbekannten Zukunft müßt ihr werden.“

Ortega y Gasset

Literaturverzeichnis

Balfanz, Detlef/ Kraan, Achim/ Riegler, Markus, Bausteine der

Betriebswirtschaftslehre,1. Auflage, Frankfurt am Main, 1998

Bea, F.X./ Dichtl, E./ Schweitzer, M., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 7. Auflage, Band II: Führung, Stuttgart, 1997

Born, Karl, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart, 1995

Bruns, Gerhard/ Knab, Barbara/ Hagspiel, Daniel, Unternehmensanalyse mit System, Personalwirtschaft, 4/99, S. 61-65

Lehner, Susanna Walpurga, Unternehmensanalyse, Vorschlag für ein umfassendes Informatiossystem zur Beurteilung und laufenden Beobachtung des Bonitätsrisikos, Wien, 1984

Rahn, Hans-Joachim/ Olfert, Klaus, Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 4. Auflage, Leipzig, 1997

Rohner, Jürg, Reorganisation industrieller Unternehmungen, Stuttgart, 1976

[...]


1 vgl. Jürg Rohner, Reorganisation industrieller Unternehmen, Bern und Stuttgart 1967

2 Quelle: Internet siehe www.alisys.ch - ALISYS CONSULTING AG, 15.10.1999

3 vgl. Karl Bohn, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart 1995, S. 6ff

4 vgl. Karl Bohn, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart 1995, S. 17

5 vgl. Karl Bohn, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart 1995, S. 18

6 vgl. Karl Bohn, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart 1995, S. 19

7 vgl. Jürg Rohner, Reorganisation industrieller Unternehmen, Bern und Stuttgart 1967, S. 61ff

8 vgl. Karl Bohn, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart 1995, S. 68ff

9 vgl. Lehner, Susanna W., Unternehmensanalyse, Vorschlag für ein umfassendes Informationssystem zur Beurteilung und laufenden Beobachtung des Bonitätsrisikos, Wien 1984, S. 106ff

10 vgl. Karl Bohn, Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung, Stuttgart 1995, S. 75ff

11 Quelle: Personalwirtschaft 4/99

12 vgl. Wirtschaftswoche 1/99

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Unternehmensanalyse
Veranstaltung
Unternehmensführung
Note
bestanden
Autor
Jahr
2000
Seiten
14
Katalognummer
V96661
Dateigröße
354 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensanalyse, Unternehmensführung
Arbeit zitieren
Kay Krätzer (Autor), 2000, Unternehmensanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96661

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