Die Entwicklung des Bankwesens 1850-1914


Seminararbeit, 1997

13 Seiten


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Inhalt

1 VORBEMERKUNG

2 HISTORISCHER HINTERGRUND
2.1 SOZIO - ÖKONOMISCHE E INFL ÜSSE
2.2 KONJUNKTURVERLAUF

3 ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DER BANKEN UND IHRER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
3.1 PRIVATBANKIERS
3.2 AKTIENBANKEN
3.2.1 Erste Gründungswelle 1848-1856
3.2.2 Zweite Gründungswelle 1869-1872
3.2.2.1 Deutsche Bank, Berlin
3.2.2.2 Commerz- und Disconto-Bank, Hamburg
3.2.2.3 Dresdner Bank, Berlin
3.3 A RTEN DER I NDUSTRIEFINANZIERUNG
3.4 K ONZENTRATIONSPHASE UND E NTWICKLUNG BIS 1914

4 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN

LITERATUR

1 Vorbemerkung

In den Jahren 1850-1870 hat sich die Bankenlandschaft in Deutschland und auch im restlichen Europa annähernd zeitgleich grundlegend gewandelt. Ziel dieser Untersuchung ist es, die elementaren Veränderungen aufzuzeigen. Um die Fülle des Materials in der hier gebotenen Kürze angemessen berücksichtigen zu können, sind die Sparkassen, Genossenschaftsbanken sowie die Hypothekenbanken außer acht gelassen worden. Gegenstand der Untersuchung sind die Privat- und Aktienbanken dieser Zeit. Vor dem Hintergrund der historischen und ökonomischen Ereignisse sollen darüber hinaus Ursprünge und Tendenzen ihres Wandlungsprozesses verdeutlicht werden.

2 Historischer Hintergrund

Die Entwicklung der Kreditinstitute ist eng mit der der übrigen Wirtschaft und des Deutschen Reiches verknüpft. So waren grundlegende Reformen auf Seite der Banken - wie später darzulegen sein wird - oftmals nüchterne Reaktionen auf sich wandelnden Bedarf von Wirtschaft und Staat. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll, zur Einordnung der Geschehnisse die damalige Lage kurz zu skizzieren.

2.1 Sozio-ökonomische Einflüsse

Politisch war die Zeit um 1850 geprägt von der Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich um die Vormachtstellung im sich abzeichnenden geeinten Deutschland. Im 1815 restaurierten Deutschen Bund hatte Österreich noch den alleinigen Vorsitz. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck prägte den preußisch-österreichischen Dualismus und die mit seiner Auflösung verbundene Entwicklung zum späteren Deutschen Reich. Dabei kam Preußen seine wachsende wirtschaftliche Macht zugute1. Drei Kriege unter preußischer Führung führten schließlich zur Entstehung des Deutschen Kaiserreiches: 1864 gegen Dänemark und Schleswig-Holstein, 1866 gegen das zuvor noch verbündete Österreich und schließlich 1870/71 gegen Frankreich. Dieser Konflikt mündete in der Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal des Versailler Schlosses.2 Mit Kaiser Wilhelm II. und der Entlassung Bismarcks am 20. März 1890 begann das „Wilhelminische Zeitalter“, welches man auch oft als „Zeitalter des Imperialismus“ bezeichnet. Diese Zeit war geprägt von den Bestrebungen der Industrienationen, durch Überseekolonien Macht zu erlangen und Absatzmärkte bzw. Rohstoffquellen für die heimische Industrie zu sichern.3 Innenpolitisch erlangten die Sozialdemokraten beträchtlichen Einfluß, da die kaiserliche Regierung nicht in der Lage war, die wachsenden sozialen Probleme zu lösen.4

Aus wirtschaftlicher Sicht war England 1850 mit seiner Textil- und Eisenindustrie an führender Position unter den ‘Industrieländern’. Die Briten konnten ihre Vormachtstellung jedoch nicht halten. Absatzschwierigkeiten bescherten der Textilindustrie zunehmend schwere Einbußen.

Die eisenverarbeitende Industrie hatte in zunehmendem Maße mit dem technischen Fortschritt zu kämpfen. Dies führte schließlich in den Jahren ab 1880 dazu, daß die USA und Deutschland den einstigen Primus einholten. Großunternehmer engagierten sich in den Bereichen Bergbau, Eisen- und Maschinenbauindustrie. Immer mehr Unternehmer suchten ihren wachsenden Bedarf an Finanzmitteln durch Gründung von Kommanditgesellschaften oder Aktiengesellschaften abzudecken. Durch immer bessere Produktionskapazitäten konnten Amerika und Deutschland auch im Handel mit Industriegütern an Boden gewinnen.5 Das Ausland gewann als Handelspartner zunehmend an Bedeutung. Für das Deutsche Reich hatten die Kolonien um 1900 jedoch weder in qualitativer noch quantitativer Hinsicht die Bedeutung, die sie beispielsweise für Belgien und andere europäische Staaten hatten. Bemerkenswert für die wirtschaftliche Entwicklung waren die ab 1883 beschlossenen Sozialversicherungsgesetze im Deutschen Reich, welches dadurch zunächst eine Vorreiterrolle übernahm.6

2.2 Konjunkturverlauf

Die Zeit von 1850-1914 läßt sich für den deutschen Wirtschaftsraum grob in drei Konjunkturabschnitte einteilen:

- 1850-1873 fand die Aufschwungphase statt. Bezeichnend für diesen Abschnitt ist der Gründerboom, der sich insbesondere in den Unternehmen der Schwerindustrie und des Eisenbahnwesens vollzog. Mit der Weltwirtschaftskrise von 1857 setzte eine Stockungsphase ein, die jedoch den Aufschwung nicht langfristig behindern konnte.
- 1873-1895 wird - trotz der nicht unerheblichen Krise von 1873 - mit dem Begriff Stockungsphase betitelt. Hohe Zinsen, abnehmende Gewinnaussichten und der wachsende Konkurrenzdruck prägten diese Zeit.
- 1895-1914 setzte schließlich wieder eine Aufschwungphase ein. Begründet durch die Auswirkungen der Elektrifizierung und neue Verfahren in der chemischen Industrie dauerte diese Phase schließlich bis zum Kriegsausbruch 1914 an.

3 Entwicklungsgeschichte der Banken und ihrer Geschäftstätigkeit

Im Ausgangsjahr 1850 war die Bankenlandschaft in Deutschland geprägt von den Privatbankiers. Ihr damaliges Geschäftsfeld war das Speditions- und Handelsgeschäft. Mit der zunehmenden Industrialisierung kamen jedoch Wirtschaftszweige zum Tragen, die wesentlich kapitalintensiver waren, als die Privatbankiers dies gewohnt waren. Die Ära der Aktienbanken in Deutschland begann.

3.1 Privatbankiers

Die zahlreichen Privatbanken, die in der Zeit zwischen 1850 und 1870 ihre Blüte erlebten, lassen sich anhand von zwei Merkmalen charakterisieren: Zum einen war ihre Geschichte oftmals verbunden mit einer wohlhabenden, einflußreichen Familiendynastie, der ihr Begründer entstammte. Die Familie war zuvor überwiegend im Handels- Kommissions- oder Speditionsgeschäft groß geworden.7 Zum anderen war der Wirtschaftsraum, in dem sie angesiedelt war, zumeist auch ihr primäres Betätigungsfeld. Sogenannte Ferngeschäfte waren den großen Privatbanken vorbehalten. So findet man in den damaligen Zentren der wirtschaftlichen Entwicklung auch die bedeutendsten Bankhäuser. Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg und Köln sind hier als Bankplätze zu nennen.

In Frankfurt residierte die bis um 1865 bedeutendste Börse Deutschlands. Regional war das Rhein-Main-Gebiet wegen seines Ausbaus zu einem Knotenpunkt der deutschen Eisenbahn von großer Bedeutung. Für den Wirtschaftsraum Frankfurt dürfte das Bankhaus Gebrüder Bethmann von herausragender Bedeutung gewesen sein. Durch sein Engagement für die Errichtung der Rhein-Main-Bahn schaffte Philipp Heinrich Alexander Moritz Freiherr von Bethmann eine der wichtigen Voraussetzungen für die Prosperität des Standortes. Darüber hinaus hat von Bethmann bei Neugründungen der Schwerindustrie mitgewirkt - sein Bankhaus hat 1873 Degussa mit aus der Taufe gehoben - und Bankgründungen betrieben - so unter anderem die der Frankfurter Hypothekenbank im Jahre 1862. Ein Novum stellt das soziale Engagement des Bankhauses dar, das durch Bereitstellung und Sammlung von Geldern in ungewöhnlicher Weise bedürftigen Menschen Hilfe zukommen ließ.

Das Bankhaus M. A. Rothschild & Söhne war ein Teil der internationalen Rothschild-Gruppe. Enge familiäre Verknüpfungen bestanden zu großen Bankhäusern in Paris, London, Wien und Neapel. Im Effekten- und Depotgeschäft machte sich das Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. unter Georg Friedrich Metzler einen Namen.

Berlin war in der Zeit um 1850 nicht so bedeutend wie der Bankplatz Frankfurt. Dies sollte sich jedoch in den Jahren um 1865 ändern. Eine der Ursachen dieses Wandels war die zunehmende Hegemonialstellung Preußens und seiner Hauptstadt im geeinten Reich unter Otto von Bismarck. „ Die Auflösung von Bismarcks Konto bei den Frankfurter Rothschilds und die Transaktion der Gelder auf die Bleichröder Bank in Berlin bedeutete nicht nur einen der wichtigsten Erfolge von Gerson Bleichröder, sondern ist auch symbolisch für den Wechsel in der Spitze der Bankplätze. “ 8 Eben dieses Bankhaus S. Bleichröder war auch eines der einflußreichsten Häuser in Berlin. Nicht nur der engen Beziehung zu Bismarck, sondern auch den zahlreichen Beteiligungen an Brauereien und Eisenbahngesellschaften sowie einer ausgeprägten Unternehmertätigkeit verdankte das Haus seine Stellung. Das Bankhaus der Gebrüder Schickler spielte bei der Gründung der Deutschen Bank im Jahre 1870 in Gestalt seines Mitinhabers Hermann Zwicker eine nicht unbedeutende Rolle. Das 1857 gegründete Bankhaus Delbrück, Leo & Co. sollte sogar maßgeblich an der Entstehung der Deutschen Bank teilhaben. Der Name des Privatbankiers Adelbert Delbrück ist untrennbar mit ihr verbunden. Schließlich ist noch das Bankhaus Mendelssohn & Co. zu erwähnen, das - bereits 1795 gegründet - eine feste Institution des Bankplatzes Berlin war. Als Bankplatz im rheinisch-westfälischen Raum hatte Köln um 1850 die führende Position inne. Das Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. ist das wohl heute noch bekannteste aus diesem Gebiet. Als Hausbankier von Friedrich Krupp war Oppenheim eng mit den damaligen Größen der Schwerindustrie wie Thyssen und Klöckner verbunden. Das Kapital, das zur Finanzierung und Gründung benötigt wurde, bestritt das Bankhaus - wie in der damaligen Zeit üblich - vornehmlich aus Eigenmitteln. Daß diese Form der Finanzierung angesichts der Kapitalintensivierung der Industriebetriebe nicht zukunftsweisend war, berücksichtigte man erstmals am 28. August 1948. An diesem Datum wurde die Privatbank Abraham Schaaffhausen in den A. Schaaffhausen’schen Bankverein umgewandelt und somit die erste deutsche Aktienbank geschaffen. Der Bankplatz Köln wich ab 1870 zunehmend dem ebenfalls rheinisch-westfälischen Düsseldorf. Hier ragte insbesondere die Firma C. G. Trinkhaus heraus. Die Bankhäuser der Handelsstadt Hamburg sind trotz ihrer geographischen Lage nicht die einflußreichsten ihrer Zeit. Vom Bankhaus M. M. Warburg & Co. war erst um 1900 außerhalb der Stadttore die Rede - zu einer Zeit, in der sich die Ära der Privatbanken, wie später dargelegt werden wird, bereits im Ausklang befand. Das Bankhaus Conrad Hinrich Donner hingegen sollte durch seine Beteiligung an der Gründung der Commerz- und Discontobank, der späteren Commerzbank, von sich reden machen.

Außerhalb der bedeutenden Bankplätze sind noch drei Häuser zu erwähnen, deren Einfluß nicht unterschätzt werden darf: Das Bankhaus von der Heydt, Kersten & Co. in Wuppertal9, das Bankhaus Eichborn in Breslau10 sowie schließlich W. H. Ladenburg & Söhne in Mannheim11.

3.2 Aktienbanken

In den Jahren ab 1848 entstanden die ersten Aktienbanken in Deutschland. Den ‘kleinen’ Privatbankiers war in zunehmendem Maße klar geworden, daß sie den wachsenden Finanzierungsbedarf der kapitalintensiven Industrie nicht mehr - wie bisher praktiziert - aus der eigenen Tasche bewältigen konnten. So waren es schließlich eben diese Privatbankiers, die die ersten Aktienbanken ins Leben riefen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten sie nicht, daß sie damit den ersten Spatenstich für ihr eigenes wirtschaftliches Grab taten.

Die Industrie machte es den Banken seit 1807 vor. Um in der benötigten Größenordnung zu Kapital zu gelangen, war die Aktiengesellschaft die ideale Rechtsform. Die Bankiers wiederum hatten weiterhin Interesse, Industriebetriebe zu gründen oder sich an ihnen zu beteiligen. Auch sie benötigten dazu immer mehr Kapital. Anfangs stand der Aktienbank jedoch ein entscheidendes Hindernis im Wege: Insbesondere in Preußen war die Errichtung einer Aktienbank an eine staatliche Konzession gebunden. Diese wurde wiederum äußerst restriktiv und meist unter erheblichen staatlichen Auflagen vergeben. „ Erst nach 1848, mit Beginn der ersten Gründungswelle (1848-1856),änderte sich die Haltung staatlicher Behörden gegenüber der Zulassung von Aktiengesellschaften angesichts des steigenden Kapitalbedarfs und des raschen industriellen Aufschwunges. “ 12

3.2.1 Erste Gründungswelle 1848-1856

Wurden in der ersten Jahrhunderthälfte lediglich 37 Industrieaktiengesellschaften errichtet, waren es allein in den 1850er Jahren 107.13 Die Banken blieben von dieser Entwicklung freilich nicht unberührt. So nahm - den Industrieunternehmungen folgend - die Gründung der Aktienbanken im Rheinland seinen Anfang.

Verhältnismäßig früh wurde 1848 mit der Umwandlung des renommierten Kölner Privatbankhauses Abraham Schaaffhausen in den A. Schaaffhausen ’ schen Bankverein die erste deutsche Aktienbank gegründet. Dies erfolgte allerdings eher aus einer Not denn aus einer Tugend heraus. Finanzielle Engpässe hatten das Privatbankhaus am 29.03.1848 zur Schließung gezwungen. Eine gezielte Umstrukturierung der Bilanzposten hätte daraufhin zwar die Illiquidität beheben können, jedoch nutzten die mit dem Fall betrauten Kaufleute und Bankiers um Gustav Mevissen und Abraham Oppenheim die Gelegenheit, das ‘Experiment Aktienbank’ durchzuführen.

Der damalige Aachener Kaufmann und preußische Finanzminister David Hansemann war für die entstandene Finanzmisere im Hause Schaaffhausen durch seine zögerliche Hilfsbereitschaft mitverantwortlich.

Drei Jahre darauf war er in Berlin selbst Mitbegründer einer Aktienbank, der Direction der Disconto-Gesellschaft. Frühere Versuche seinerseits, ein Aktieninstitut zu gründen waren an der restriktiven Konzessionspolitik des preußischen Staates gescheitert. In Darmstadt nutzte der Karlsruher Privatbankier Moritz von Haber auf Bestreben von Gustav Mevissen und Abraham Oppenheim die Gunst der Stunde. Ihm war von Großherzog Ludwig III. eine Konzession in Aussicht gestellt worden. Am 13.04.1853 nahm die Bank für Handel und Industrie ihre Geschäfte auf. Hierbei orientierte auch sie sich an der in Paris 1852 von den Gebrüdern Périere errichteten Société Générale de Crédit Mobilier, die häufig als mustergültiges Finanzierungsinstitut der Industrie angeführt wird.14

Schließlich ist zur ersten Gründungswelle die Entstehung der Berliner Handelsgesellschaft am 28.06.1856 zu rechnen. Wieder war Gustav Mevissen beteiligt, neben ihm Gerson Bleichröder, Abraham Oppenheim, Abraham Mendelssohn und weitere führende Privatbankiers.

Resümierend lassen sich drei Punkte festhalten:

- Ausgangspunkt der Aktienbankgenese war die ‘finanzhungrige’ Industrie. Daher entstanden die ersten Aktienbanken dort, wo kapitalintensive Industrien boomten: im Rheinland, später auch in den übrigen Ballungszentren.
- Der Crédit Mobilier sowie andere Aktienbanken im Ausland galten als Vorbild. Ziel war nun auch in Deutschland die eindeutige Ausrichtung der Institute auf die Finanzierung der Industrie mittels Eigengründung und Beteiligung.
- Die neugegründeten Aktienbanken wiesen eine hohe materielle wie auch personelle Verflechtung miteinander auf. Mitbegründer der einen Bank saßen oft im Verwaltungsrat der anderen und umgekehrt. Insbesondere bei der Suche nach einem Geschäftsführer für die Bank für Handel und Industrie ist dies deutlich abzulesen.15

3.2.2 Zweite Gründungswelle 1869-1872

Wieder gaben die Entwicklungen im Industriesektor den Anstoß für die Änderungen im Bankwesen. Durch den siegreichen deutsch-französischen Krieg von 1870/71 fiel Elsaß- Lothringen an Deutschland - mitsamt seiner reichen Kohlevorkommen, die der Schwerindustrie sehr zugute kamen. Die Montanindustrie erlebte einen Gründungsboom. Auch die politischen Rahmenbedingungen waren ideal: Deutschland wurde zum Deutschen Reich und damit zu einem einheitlichen, großen Wirtschaftsraum. Zudem wurde am 11.06.1870 die Konzessionspflicht für Aktiengesellschaften aufgehoben. So ist es nicht verwunderlich, daß auch heute noch prosperierende Institute auf diese Zeit datieren.

3.2.2.1 Deutsche Bank, Berlin

Den Anfang machte am 10. März 1870 die Deutsche Bank in Berlin. Adelbert Delbrück und Ludwig Bamberger gelten als die herausragenden Gründerpersönlichkeiten. Sprecher des Vorstands - der Direction - war Hermann von Siemens. Während bislang das Inlandsgeschäft die primäre Tätigkeit der Banken war, gewann die Finanzierung ausländischer Projekte an Bedeutung. Der Kapitalexport war der Motor für die Expansionsaktivitäten der Deutschen Bank. So errichtete sie schon 1871 - gemeinsam mit anderen deutschen Bankhäusern - die German Bank of London Ltd. Hermann Wallich, Mitglied des Directorium und Kenner des Außenhandels stellte die Weichen für die Deutsche Bank. Er baute das Übersee- und Remboursgeschäft der Bank aus. Insbesondere der Übergang von der Silber- zur Goldwährung 1871 führte zu einer starken Expansion auf die asiatischen Märkte, in der Hoffnung die nun überflüssigen Silberreserven unterbringen zu können. Weitere Auslandsmärkte waren Südamerika16, die USA17 und der Balkan18.

Im Inland engagierte sich die Bank in zwei Bereichen: im Depositengeschäft auf der einen, im Gründungsgeschäft auf der anderen Seite. „ Bereits im Juli 1870 nahm das gerade gegründete Institut die ersten Depositengelder an. Obwohl zu diesem Zeitpunkt auch andere Bankenüber Kundeneinlagen verfügten, gilt die Deutsche Bank als Begründer des Depositengeschäftes, da sie sich als erstes Kreditinstitut in Deutschland gezielt um Einlagen bemühte und sie als Refinanzierungsquelle betrachtete. “ 19 1887 setzte sich die Bank bei der Gründung der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft stark ein. Erst die Umwandlung des Konkurrenten Siemens & Halske KG in eine Aktiengesellschaft führte zu einer Änderung der Geschäftspolitik des Vorstandssprechers Georg von Siemens: weg von der AEG, hin zu Siemens.

Die Einführung des auch heute noch viel diskutierten Depotstimmrechts, das der Bank Mitsprache in entscheidenden Unternehmensfragen sicherte, ist ebenfalls maßgeblich dem Einfluß der Deutschen Bank zuzuschreiben.

Zusammenfassend werden als ‘Erfolgsrezept’ genannt:

- Pflege des Depositengeschäftes
- Solide in- und ausländische Emissions- und Gründungstätigkeit
- Förderung des industriellen Exports20

3.2.2.2 Commerz- und Disconto-Bank, Hamburg

Initiator dieser Unternehmung war der Hamburger Überseekaufmann und Reeder Theodor Wille. Am 25. April 1870 nahm die Bank ihren Geschäftsbetrieb auf. Bereits mit dem Firmennamen waren die Hauptzielsetzungen der Bank ausgedrückt. Diese umfaßten „… die

Diskontierung von Wechseln, die Beleihung solider Wertpapiere, die Erteilung von Vorschüssen auf geeignete Waren und Rohstoffe, die Gewährung von Krediten mit oder ohne Unterpfand; ferner die Eröffnung von Girokonten und laufenden Rechnungen, die Annahme von Depositen sowie endlich den An- und Verkauf von Staats- und sonstigen Papieren, Wechseln und edlen Metallen, die Emission von Anleihen und die Kapitalbeschaffung für Eisenbahnen und sonstige Aktienunternehmungen “ 21 . Dies war die langatmige Umschreibung für eine Universalbank im modernen Sinne.

Auch das Auslandsgeschäft wurde von Anfang an forciert. 1871 wirkte das Institut an der Gründung der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft mit. Bereits 1873 wurde die London and Hanseatic Bank, London, gegründet. Ab 1895 erfolgte - wie bei den großen Banken üblich - eine erhebliche Zunahme der Effekten- und Konsortialgeschäfte, die zuvor durch die Gründerkrise von 1873 einen kleinen Dämpfer erhalten hatten. Ein weiterer Schwerpunkt der Geschäfte lag bei der Unterbringung von staatlichen bzw. kommunalen Anleihen.

Mit der Angliederung der Berliner Bank im Januar 1905 verlagerte die Bank schließlich ihren nationalen geschäftlichen Schwerpunkt von Hamburg in die Reichshauptstadt.

3.2.2.3 Dresdner Bank, Berlin

Mit dem Bankhaus Michael Kaskel, Dresden, als ‘Sockel’ betrieb ein Bankenkonsortium, dessen bedeutendster Vertreter wohl die Berliner Handels-Gesellschaft gewesen sein dürfte, die Gründung der Dresdner Bank. Am 01.12.1872 nahm die Bank schließlich in Dresden ihre Geschäfte auf. Dies geschah zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Gründerkrise von 1873 führte zu erheblichen Verlusten im Finanzierungs- und Effektenbereich. Daher konzentrierte sich die Bank in den 80er Jahren fast vollständig auf das Kontokorrentgeschäft. Nach Gründung einer Berliner Filiale 1881 verlegte die Bank 1884 ihre Zentraldirektion ganz in die Reichshauptstadt.

3.3 Arten der Industriefinanzierung

Wie bereits erwähnt folgte die Entwicklung der Banken in weiten Teilen lediglich den Anforderungen derjenigen, die ihrer Dienstleistungen bedurften: der Industrie. Betrachtet man die Nachfrage nach Kapital, so lassen sich drei Phasen unterscheiden.

- In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war der Bedarf an Fremdfinanzierung durch die Banken noch ausgesprochen gering. Unternehmungen finanzierten sich hauptsächlich aus dem Kapital ihrer Gründer. Lediglich kurzfristige Betriebsmittelkredite wurden - zumeist in Form des Personalkredites - von den Banken gewährt und vereinzelt in Anspruch genommen. Für die überwiegende Zahl der Unternehmen galt das Prinzip Anlagekapital = Eigenkapital (wobei Eigen-Kapital im wörtlichen Sinne zu verstehen ist). Außer der langsam erstarkenden Montanindustrie hatte zudem niemand in größerem Umfang Bedarf an langfristigen Großkrediten. Die Hauptaktivität der Bank lag dabei im Gründungsgeschäft. Nicht eine langfristige Beteiligung stand im Vordergrund. Depositenkassen - Dreh- und Angelpunkt für die Sammlung vorhandenen Kapitals zum Zwecke der Refinanzierung - waren aufgrund fehlender Notwendigkeit so gut wie nicht vorhanden.
- Spätestens mit der ersten Gründerwelle22 änderte sich die Lage. Kapitalintensivere Unternehmen benötigten bereits bei ihrer Gründung bald schon mehr Geld, als die Privatbankiers aufzubringen vermochten. Insbesondere in den Bereichen Montan- und Schwerindustrie sowie chemische Industrie wurden Unternehmen zu Aktiengesellschaften umgewandelt. Die Bankiers erkannten, daß auch sie in zunehmendem Maße Fremdkapitals bedurften, um ihrem Geschäft nachkommen zu können. Folge dieser Erkenntnis war die Errichtung der ersten Aktienbanken. Auch die Depositenkassen gewannen als Kapitalsammelstelle an Bedeutung. Primäres Ziel blieb jedoch weiterhin der Aufbau des regulären Emissionsgeschäftes. Die zweite Gründerwelle23 änderte - sieht man einmal von der Deutschen Bank ab - zunächst wenig an dieser Zielsetzung. Allerdings waren die entstandenen Großbanken in zunehmendem Maße bemüht, durch systematische Beteiligungen Einfluß bei den großen Aktiengesellschaften der Industrie zu gewinnen. Die großen Industriebranchen blieben annähernd die gleichen wie in den vergangenen Jahren, lediglich die Elektroindustrie gewann an Gewicht.
- Die Deutsche Bank hatte bereits früh erkannt, was den anderen Instituten erst nach der Gründerkrise von 1873 klar wurde: Das Kreditgeschäft mußte zur Grundlage eines später folgenden Emissionsgeschäftes werden und nicht umgekehrt (vgl. Abbildung 1 und Abbildung 2). „ Geplante Investitionen in Industrieunternehmen wurden nun nicht mehr durch den Erlös einer vorherigen Emission von Aktien finanziert, sondern durch die Bereitstellung von Großkrediten von seiten der Bank. “ 24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 25

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 26

3.4 Konzentrationsphase und Entwicklung bis 1914

Die Konzentrationsphase innerhalb der Industrie, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte, ließ auch das Bankwesen nicht unberührt. Fusionen und die Bildung von eher losen Interessengemeinschaften mit anderen Instituten ermöglichten den Banken, die Industrieunternehmen auch weiterhin mit ausreichend Kapital zu versorgen und so an sich zu binden. Allerdings waren auch überdimensionale Anleihen von Staat und Eisenbahn ein Grund für die Bildung von Konsortien. An dieser Stelle sei als wichtigste Interessengemeinschaft das Preußenkonsortium genannt, das bereits 1859 unter Führung der Direction der Discontogesellschaft zusammenkam. 1902 hatte dieses Konsortium bereits 28 Mitglieder, die insbesondere die Unterbringung der Staats- und Preußenanleihen übernahmen. Der ab 1860 zunehmende Kapitalexport, speziell nach Südamerika, erfolgte ebenfalls im großen Stil durch solche Konsortien.

Die inneren Strukturen veränderten sich ebenfalls. Nach der Deutschen Bank erkannten nun auch die übrigen Großbanken, daß allein mit Neugründungen und -Emissionen dauerhafte Gewinne nicht erzielt werden konnten. Die Fremdmittelbeschaffung wurde für alle Institute zu einer zentralen Aufgabe. Ab 1885 erlebte das von Georg von Siemens forcierte Depositengeschäft daher eine starke Entwicklung.

Der 1876 von der Reichsbank ermöglichte und von den Banken schnell ausgebaute bargeldlose Zahlungsverkehr erlaubte den Instituten vornehmlich mittels der Sichteinlagen ihrer Kunden selbständig Kreditschöpfung zu betreiben.

Die Verflechtung der Banken mit der Industrie wurde zudem intensiver. Die stetig wachsenden finanziellen Einsätze, die die Banken in die Unternehmen steckten, begründeten Bestrebungen seitens der Kreditinstitute nach Kontrolle und Mitbestimmung. Beliebtes Mittel war der Aufsichtsratsposten. So hatten die Berliner Großbanken ab 1900 in fast allen bedeutenden Unternehmen derartige Posten inne. Dem internationalen Geschäft der Industrie kam dabei der Einfluß der deutschen Banken auf ausländische Staaten sehr zugute. Die Kreditinstitute übten schon im eigenen Interesse Druck auf die ausländischen Behörden aus. Durch Druck der Banken auf die ausländischen Behörden erhielten diejenigen Unternehmen die Aufträge, die wiederum ebenfalls mit der Bank verflochten waren. So kam es bis 1914 zu einem ausgeprägten Wirtschaftsaufschwung, der erst durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges abrupt beendet wurde.

4 Abschließende Bemerkungen

Die Banken haben sich im Betrachtungszeitraum in zweierlei Hinsicht gewandelt: Strukturell läßt sich eine Parallele zu den politischen Umtrieben herstellen. Während Deutschland um 1850 geprägt war von den kleinen Nationalstaaten und dem spaltenden Konflikt zwischen dem Österreichischen Kaiserreich und Preußen waren auch die Banken von meist lokaler Bedeutung und Struktur. Mit fortschreitender Einigung Deutschlands entstanden überregionale Institute. Zur Zeit der Reichsgründung 1871 schließlich drängten die deutschen Banken von der Provinz in die Reichshauptstadt. Die Expansion auf internationale Märkte nahm eine neue Größenordnung an. Auch die Geschäftsfelder veränderten sich.

In wirtschaftlicher Hinsicht gilt die Verlagerung der Geschäftstätigkeit weg vom Emissions- hin zum Kredit- und Kontokorrentgeschäft als essentielle Neuerung in der deutschen Bankenlandschaft. Diese Entwicklung kann gleichzeitig als Fundament für das bis heute geltende Universalbankenprinzip gelten. Institute, die in ihrer Geschichte sowohl das Emissionsgeschäft als auch das Finanzierungsgeschäft kannten, waren im Stande, beides unter einem Dach so erfolgreich zu vereinen.

Literatur

- Borchardt, Knut: „Wirtschaftliches Wachstum und Wechsellagen 1800-1914“, in: Aubin, Hermann u.a. (Hrsg.): „Handbuch der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte“, Band II: Das 19. und 20. Jahrhundert, München 1976

- Commerzbank Aktiengesellschaft: „1870-1970. 100 Jahre Commerzbank“, Frankfurt am Main, 1970

- Davies, Roy/Davies, Glyn „A Comparative Chronology of Money from Ancient Times to the Present Day“, in: Internet, http://www.ex.ac.uk/~RDavies/arian/amser/chrono.html, 14.02.1997

- Gall, Lothar: „Die Deutsche Bank von ihrer Gründung bis zum Ersten Weltkrieg 1870- 1914“, in: Gall, Lothar u.a. (Hrsg.): „Die Deutsche Bank 1870-1995“

- Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e.V. (Hrsg.): „Calendarium. Deutsche Bank 1870-1992“, Frankfurt am Main 1993

- Kinder, Hermann/Hilgemann, Werner: „DTV-Atlas zur Weltgeschichte. Karten und chronologischer Abriß“, Band II, München 1966

- Müller, Helmut M.: „Schlaglichter der Deutschen Geschichte“, Mannheim 1996

- Pohl, Hans: „Aufbruch der Weltwirtschaft. Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg“, Stuttgart 1989

- Pohl, Hans: „Formen und Phasen der Industriefinanzierung bis zum Zweiten Weltkrieg“, in: Der wissenschaftliche Beirat des Instituts für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Wandlungen in der Industriefinanzierung“, Frankfurt am Main 1982

- Pohl, Manfred: „Die Entwicklung des deutschen Bankwesens zwischen 1848 und 1870“, in: Institut für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Deutsche Bankgeschichte“, Band 2, Frankfurt am Main 1982

- Pohl, Manfred: „Festigung und Ausdehnung des deutschen Bankwesens zwischen 1870 und 1914“, in: Institut für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Deutsche Bankgeschichte“, Band 2, Frankfurt am Main 1982

- Raff, Diether: „Deutsche Geschichte. Vom alten Reich zur Bundesrepublik“, Ismaning 1987

[...]


1 Der Deutsche Zollverein stand unter der Regie der großen Wirtschaftsmacht Preußen.

2 vgl. Müller, Helmut M.: „Schlaglichter der Deutschen Geschichte“, Mannheim 1996, Kapitel 8: Reaktion und Bismarckzeit (1850-1890); S. 162 ff.

3 ebd., Kapitel 9: Wilhelminisches Zeitalter und Erster Weltkrieg; S. 197 ff.

4 Kinder, Hermann/Hilgemann, Werner: „DTV-Atlas zur Weltgeschichte. Karten und chronologischer Abriß“, Band II, München 1966; S. 77

5 vgl. Pohl, Hans: „Aufbruch der Weltwirtschaft. Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg“, Stuttgart 1989; S. 153 ff.

6 vgl. Borchardt, Knut: „Wirtschaftliches Wachstum und Wechsellagen 1800-1914“, in: Aubin, Hermann u.a. (Hrsg.): „Handbuch der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte“, Band II: Das 19. und 20. Jahrhundert, München 1976

7 Pohl, Hans: „Formen und Phasen der Industriefinanzierung bis zum Zweiten Weltkrieg“, in: Der wissenschaftliche Beirat des Instituts für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Wandlungen in der Industriefinanzierung“, Frankfurt am Main 1982

8 Pohl, Manfred: „Die Entwicklung des deutschen Bankwesens zwischen 1848 und 1870“, in: Institut für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Deutsche Bankgeschichte“, Band 2, Frankfurt am Main 1982; S. 164

9 Insbesondere das Effektengeschäft in eigener Rechnung war hier stark ausgeprägt.

10 Schlesien war von der Textilindustrie geprägt. So war auch Eichborn mit der Finanzierung von Flachsgarnspinnereien und Textilunternehmen betraut.

11 Die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) verdankt diesem Hause ihre Errichtung im Jahre 1865.

12 Pohl, Hans: „Formen und Phasen der Industriefinanzierung bis zum Zweiten Weltkrieg“, in: Der wissenschaftliche Beirat des Instituts für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Wandlungen in der Industriefinanzierung“, Frankfurt am Main 1982; S. 16

13 vgl. ebd.

14 Scheinbar scheiterte die gute Idee jedoch an mangelndem Geschick. Bereits 1867 muß der Crédit Mobilier seine Geschäfte wieder einstellen. (Vgl. Davies, Roy/Davies, Glyn „A Comparative Chronology of Money from Ancient Times to the Present Day“, in: Internet, http://www.ex.ac.uk/~RDavies/arian/amser/chrono.html, 14.02.1997.)

15 Hatte man zuerst David Hansemann für diesen Posten vorgesehen, tendierte dieser doch eher zu ‘seiner’ eigenen Bank, der Direction der Disconto-Gesellschaft. Da zog Mitbegründer Oppenheim Th. Wendelstadt vom A. Schaaffhausen’schen Bankverein ab. Oppenheim hatte dort ebenfalls großen Einfluß.

16 1872 wird die Deutsch-Belgische La Plata Bank mit Niederlassungen in Buenos Aires und Montevideo gegründet. Nach deren Liquidierung 1885 wird die Deutsche Überseebank errichtet (1886).

17 Der Eisenbahnbau stellt das Hauptgeschäft dar. Die Beteiligung an der Northern Pacific Railroad (1883) erweist sich zwar zunächst als Zuzahlgeschäft, bindet jedoch namhafte amerikanische Bankhäuser wie Morgan an die Deutsche Bank.

18 Ein Konsortium, das die Deutsche Bank anführt, erhält am 04.10.1888 den Zuschlag für die Konzession der zu bauenden Anatolischen Eisenbahn, die später einmal Istanbul mit dem Persischen Golf verbinden sollte.

19 Gall, Lothar: „Die Deutsche Bank von ihrer Gründung bis zum Ersten Weltkrieg 1870-1914“, in: Gall, Lothar u.a. (Hrsg.): „Die Deutsche Bank 1870-1995“; S. 20

20 vgl. Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e.V. (Hrsg.): „Calendarium. Deutsche Bank 1870-1992“, Frankfurt am Main 1993; S. 11

21 Commerzbank Aktiengesellschaft: „1870-1970. 100 Jahre Commerzbank“, Frankfurt am Main, 1970; S. 44f

22 vgl. 3.2.1

23 vgl. 3.2.2

24 Pohl, Hans: „Formen und Phasen der Industriefinanzierung bis zum Zweiten Weltkrieg“, in: Der wissenschaftliche Beirat des Instituts für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Wandlungen in der Industriefinanzierung“, Frankfurt am Main 1982; S. 18

25 Zahlen aus Pohl, Manfred: „Festigung und Ausdehnung des deutschen Bankwesens zwischen 1870 und 1914“, in: Institut für bankhistorische Forschung e.V. (Hrsg.): „Deutsche Bankgeschichte“, Band 2, Frankfurt am Main 1982

26 siehe Fußnote 25

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Die Entwicklung des Bankwesens 1850-1914
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Proseminar "Einführung in die Wirtschaftsgeschichte:Deutschlands Wirtschaft 1850-1914
Autor
Jahr
1997
Seiten
13
Katalognummer
V96694
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Bankwesens, Proseminar, Einführung, Wirtschaftsgeschichte, Deutschlands, Wirtschaft
Arbeit zitieren
Marc-André Souvignier (Autor), 1997, Die Entwicklung des Bankwesens 1850-1914, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96694

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