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Medien - Kultur - Wirklichkeit: Grundlagen und Weiterführung konstruktivistischer Perspektiven

Titel: Medien - Kultur - Wirklichkeit: Grundlagen und Weiterführung konstruktivistischer Perspektiven

Hausarbeit , 2002 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Felix Frey (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Jahrhunderten beschäftigt sich die Epistemologie mit dem Problem des Verhältnisses von menschlicher Erkenntnis und Wirklichkeit. Dabei wurde zumeist als selbstverständlich vorausgesetzt, dass eine solche Wirklichkeit unabhängig und außerhalb des menschlichen Erkenntnisvermögens existiert: Die Wirklichkeit ist gegeben und der Mensch kann auf dem steinigen Weg der Erkenntnis Zugang zu ihr erlangen, sie erkennen.
Diese Vorstellung der Erkennbarkeit der „wirklichen“, „wahren“ Welt kritisiert der Konstruktivismus, indem er dem Menschen die Möglichkeit des direkten Zugangs zur Wirklichkeit abspricht und Wirklichkeit bzw. das vermeintliche Wissen über sie anstatt dessen als Ergebnis von unbewussten und „unwillkürlichen“ Konstruktionsprozessen im Individuum selbst – und ausschließlich dort - konzipiert. Der Mensch kann die Wirklichkeit also nicht erkennen, er bringt sie vielmehr selbst subjektiv konstruierend hervor.
Ganz neu ist diese Problematisierung von Wirklichkeit und Erkenntnis in der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte nicht. Siegfried J. Schmidt zitiert Xenophanes und Demokrit ebenso, wie er eine Traditionslinie von Kant über Nietzsche, Simmel, Cassirer u.a. zieht. Eine Neubegründung erfuhren vorhandene konstruktivistische Ansätze jedoch v.a. durch die Arbeiten des Psychologen Ernst von Glasersfeld, des Kybernetikers Heinz von Foerster, der Biologen Humberto R. Maturana und Francisco J. Varela und im Anschluss an diese Gerhard Roth, deren neurophysiologische und kognitionswissenschaftliche Untersuchungen die bis dahin vorhandenen Ansätze konstruktivistischer Argumentation in hohem Maße plausibilisierten.
Die vorliegende Arbeit stellt zunächst in Abschnitt 2 die Grundlagen der konstruktivistischen Auffassung von Wahrnehmung, Erkenntnis und Wirklichkeit vor. Dazu werden zunächst relevante neurophysiologische Erkenntnisse und anschließend die philosophisch-erkenntnistheoretische Argumentation beschrieben. Anschließend wird der soziokulturelle Konstruktivismus von Siegfried J. Schmidt als Beispiel eines gleichermaßen evolvierenden wie elaborierten konstruktivistischen Versuchs, die Prinzipien des Konstruktivismus für i.w.S. gesellschaftliche Phänomene fruchtbar zu machen, vorgestellt. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Ausführungen auf den Aspekten Medien und Kultur, deren Beziehung zu beleuchten eine der wesentlichen Bestrebungen des Kommunikationswissenschaftlers Schmidt ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Annahmen des Konstruktivismus

2.1 Neurobiologische und kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse

2.2 Philosophisch-erkenntnistheoretische Argumentationslinie

3. Der soziokulturelle Konstruktivismus

3.1 Kultur

3.2 Medien

3.3 Kultur und Medien

3.4 Kultureller Wandel: neue Wirklichkeit

3.4.1 Modularisierung von Wirklichkeit

3.4.2 Modalisierung von Wirklichkeit

3.4.3 Virtualisierung von Wirklichkeit

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von menschlicher Erkenntnis, Medien und Kultur auf Basis konstruktivistischer Ansätze. Das primäre Ziel ist es, den soziokulturellen Konstruktivismus von Siegfried J. Schmidt als wissenschaftlich anschlussfähiges Modell darzustellen, um die komplexe Konstruktion von Wirklichkeit in einer von Medien geprägten Gesellschaft zu analysieren.

  • Neurobiologische und erkenntnistheoretische Grundlagen des Konstruktivismus
  • Die Rolle von Kultur als Programm für Wahrnehmung und Kommunikation
  • Die Analyse von Medien als Instrumente der systemischen Kopplung
  • Kultureller Wandel durch Modularisierung, Modalisierung und Virtualisierung von Wirklichkeit

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Modularisierung von Wirklichkeit

Die Hypothese der Modularisierung von Wirklichkeit verweist auf die neue Qualität der Wirklichkeit (im Sinne der konstruktivistischen Auffassung von Wirklichkeit) als Combine. D.h. Wirklichkeitskonstruktion vollzieht sich „zunehmend und unausweichlich über die bzw. mit Hilfe der Verwendung von Modulen aus dem komplexen Mediensystem [...] sowie durch die Adaption und Transformation von Inszenierungsstilen (von Gewalt bis Emotion) in den Medien“. Dabei stellt sich Wirklichkeit nach dieser Vorstellung aber nicht als „Patchwork-Wirklichkeit“ dar, die sich ihre Elemente bzw. Module aus der „außermedialen Wirklichkeit“ und der „medialen Wirklichkeit“ zusammenklaubt, sondern Medienangebote liefern Interpretationsangebote, Deutungszusammenhänge und „Muster der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens für individuelle wie für soziale Wirklichkeitskonstruktionen“, die die Wahrnehmung der sog. „außermedialen Wirklichkeit“ modifizieren und durchdringen. In der Konsequenz wird auch die von vielen durchgehaltene kategoriale Trennung von Wirklichkeit und Medienwirklichkeit überflüssig bzw. geradezu irreführend. Denn: „Je mehr ein Medium oder vielmehr dessen Gebrauch zur kulturellen Selbstverständlichkeit geworden ist, desto sinnloser ist es, eine außer- oder vormediale Realität von einer nur durch es erzeugten ‚Medienrealität’ scheiden zu wollen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das erkenntnistheoretische Problem des Verhältnisses von menschlicher Wahrnehmung und objektiver Wirklichkeit ein und erläutert den konstruktivistischen Ansatz.

2. Grundlegende Annahmen des Konstruktivismus: Hier werden die neurobiologischen, kognitionswissenschaftlichen und philosophischen Grundlagen diskutiert, die das Gehirn als operational geschlossenes, sich selbst konstruierendes System beschreiben.

3. Der soziokulturelle Konstruktivismus: Dieses Kapitel erläutert, wie Kultur als Programm die menschliche Beobachtungsmodalität prägt und wie Medien als Kopplungsinstanzen fungieren.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie der konstruktivistische Ansatz als Supertheorie für die Kommunikationswissenschaft dienen kann, um neue Forschungsfelder zu erschließen.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Epistemologie, Wirklichkeitskonstruktion, Neurobiologie, Systemtheorie, Kultur, Medien, Kognition, Modularisierung, Modalisierung, Virtualisierung, Kommunikation, Sozialität, Wahrnehmung, Wirklichkeitsmodelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das Verhältnis von Mensch, Medium und Kultur unter der Perspektive des Radikalen und soziokulturellen Konstruktivismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf Erkenntnistheorie, Gehirnbiologie, Kommunikationstheorie und den kulturellen Wandel in der Mediengesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Modell des soziokulturellen Konstruktivismus von Siegfried J. Schmidt systematisch darzustellen und seine Relevanz für die Kommunikationswissenschaft aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese konstruktivistischer und systemtheoretischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung biologischer Voraussetzungen der Wirklichkeitskonstruktion und die Anwendung dieser Prinzipien auf soziokulturelle Phänomene durch Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Wirklichkeitskonstruktion, Kognition, soziokultureller Konstruktivismus, Medienwirklichkeit und Systemtheorie.

Wie beeinflussen Medien laut der Arbeit unsere Wahrnehmung?

Medien fungieren nicht als bloße Übermittler, sondern als Anlässe für den Rezipienten, um in einem systemspezifischen Prozess eine eigene Wirklichkeit zu konstruieren.

Was genau versteht der Autor unter „Modularisierung von Wirklichkeit“?

Dies beschreibt die Beobachtung, dass Wirklichkeitskonstruktion heute zunehmend durch die Verwendung von Modulen aus einem komplexen Mediensystem erfolgt, wodurch die Trennung von Realität und Medienwirklichkeit verschwimmt.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Medien - Kultur - Wirklichkeit: Grundlagen und Weiterführung konstruktivistischer Perspektiven
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut f. KMW)
Veranstaltung
Einführung in die Kommunikationswissenschaft
Note
1,0
Autor
Felix Frey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V9677
ISBN (eBook)
9783638163132
ISBN (Buch)
9783638787260
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstruktivismus Siegfried J. Schmidt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Frey (Autor:in), 2002, Medien - Kultur - Wirklichkeit: Grundlagen und Weiterführung konstruktivistischer Perspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9677
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Leseprobe aus  19  Seiten
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