Schiller, Friedrich - Die Räuber


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

10 Seiten


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Thema :

„ Man trifft hier Bösewichter an, die Erstaunen abzwingen, ehrwürdige Missetäter; Ungeheuer mit Majestät; (...) “ (Friedrich Schiller „Unterdrückte Vorrede zu den Räubern“). Erläutern Sie diese Aussage Schillers anhand der Protagonisten Karl Moor und Franz Moor!

Ein neues Lebensgefühl, eine neue Erfahrung des Menschen, der Natur und der Kunst erhob sich im Sturm und Drang, vom Ende der sechziger bis Anfang der achtziger Jahre des 18.Jahrhunderts gegen die herrschenden Richtungen der Aufklärung, des Klassizismus und des Rokoko. Die Dichter schrieben völlig ungezwungen, in einem gefühlsgeladenem, expressivem Sprachstil, mit Leidenschaft und Liebe zur Natur.(vgl. Brockhaus 5 S.178) In dieser literaturgeschichtlichen Epoche wurde auch das Drama „Die Räuber“, von Friedrich Schiller, einem der berühmtesten deutschen Autoren, geschrieben. Dieses Werk erschien 1781 anonym und wurde am 13.1.1792 im Nationaltheater Mannheim uraufgeführt. Zu seinem Werk schrieb Schiller: „Man trifft hier Bösewichter an, die Erstaunen abzwingen, ehrwürdige Missetäter; Ungeheuer mit Majestät; (...)“

Diese Aussage würde zwar auch auf die Räuberbande im allgemeinen, insbesondere auf Spiegelberg passen, jedoch bezieht sie der Großteil der Literaturwissenschaftler auf die Protagonisten Franz und Karl Moor :

Franz, der jüngere der beiden Brüder kann gut und gerne als Bösewicht und Missetäter bezeichnet werden. Schon im ersten Akt beginnt er die erste seiner Intrigen, die später auch seine gesamte Familie vernichten werden. Er belügt seinen Vater und macht ihm weis er hätte einen Brief erhalten mit der Nachricht, dass sein Bruder Karl steckbrieflich gesucht würde. Er tut so, als wolle er den gesundheitlich angeschlagenen Vater schonen, doch in Wirklichkeit lässt er von seinem Tun, auch nach der ausdrücklichen Bitte des Vaters nicht eher ab als dass er ihm die für ihn schlimmste aller Lügen, die Schändung des Namen Moor, kundgetan hat .(vgl. S.6) Daraufhin „bearbeitet“ er den Vater so lange, bis dieser ihm erlaubt einen Brief zu schreiben und so Karl kund zu tun, dass sein Vater die „Hand von ihm wende“.(S.11) Jedoch besteht der alte Moor ausdrücklich darauf, dass ihm dies schonend beigebracht wird. (vgl. S.12)

Dass Franz sich nicht daran hält, erfährt man in der 2. Szene: Er schreibt, der Vater sehe keine Möglichkeit für eine spätere Versöhnung: „Auch, sagt er, werdest du dir keine Hoffnung machen, jemals Gnaden zu seinen Füßen zu erwimmern, wenn du nicht gegenwärtig sein wollest, im untersten Gewölb seiner Türme mit Wasser und Brot so lange taktiert zu werden, bis deine Haare wachsen wie Adlersfedern und deine Nägel wie Vogelsklauen werden“.(S.23)

Dies entspricht aber nicht den Wünschen des Vaters der lediglich sagt: „Daß er nimmer vor meine Augen komme (...) bis er anders worden.“ (S.11) In einem anschließenden Monolog Franzs verdeutlicht Schiller dem Leser die Lage. Franz will „einen Sohn vom Herzen des Vaters (...)“ lösen.(S.12) Er empfindet Hass gegenüber dem Erstgeborenen und sagt: „Ich will alles um mich her ausrotten, was mich einschränkt, daß ich nicht Herr bin.“(S.15)

In diesem Zitat befindet sich auch gleich ein Ausblick auf das nächste Beispiel für den boshaften Charakter von Franz. Er möchte seinen Vater töten, da „nun wäre freie, ebene Bahn bis auf diesen ärgerlichen zähen Klumpen Fleisch, der mir, (...) den Weg zu meinen Schätzen verwehrt.“ (S.38)

Ihm, der sehr von seiner Intelligenz überzeugt ist, ist aber ein normaler Mord nicht genug: „Soll sich mein hochfliegender Geist an den Schneckengang der Materie ketten lassen? “(S.38) Er will die Psyche des Vaters so aus dem Gleichgewicht bringen, dass dieser das nicht überleben wird. Um dies zu erreichen, lässt er durch einen ihm Ergebenen, den er mit Versprechungen lockt, die er aber nie erfüllen wird, dem Vater, der die Verstoßung Karls längst bereut, dessen Tod verkünden. Dieser habe seine Vater geliebt, sei aber nach dem Brief seines Bruders verzweifelt und nun in Hass zu ihm gestorben. Dies und die Anschuldigungen durch Franz, die selbst dessen Verbündeten zu weit gehen, in denen er nun alle Schuld an dem Schrieb dem Vater zuschiebt, scheinen den Alten wirklich zu Grunde zu richten. Die Nachricht vom Tode des Herrn geht um, worauf Franz laut jubiliert. (vgl. S.53) Später erfährt jedoch der Leser, dass der alte Moor nur bewusstlos war. (vgl. S.121) Daraufhin wird der Vater vom Sohn zum Hungertod verurteilt und in ein Verlies gesperrt, was er jedoch bis zu seiner Rettung durch Karl überlebt.

Es ließen sich noch viele solche Beispiele für die Boshaftigkeit des Franz finden. So gibt er später zum Beispiel die Anweisung zur Tötung Karls. Außerdem versucht er die Liebe der ehemaligen Geliebten seines Bruders zu gewinnen, liebt sie aber nicht wirklich, sondern möchte sie nur erobern und besitzen.

An dieser Stelle genügt es aber zu sagen, dass Franz wirklich zu den negativen Bezeichnungen wie Bösewicht, Missetäter oder Ungeheuer aus Schillers Zitat passt.

Ihn geht es nur um sein eigenes Wohl. Das Schicksal anderer ist ihm, wie oben unschwer zu erkennen, gleichgültig. „Das Recht wohnt beim Überwältiger, und die Schranken unserer Kraft sind unsere Gesetze.“ (S.13)

Aber auch Karl kann als Missetäter gemeint sein. Er verlässt seinen Vater und seine Geliebte und lässt sie nicht wissen, wo er sich befindet oder wie es ihm geht. Er führt, wie man im zweiten Akt aus einem Gespräch mit Spiegelberg erfährt, ein Leben voller unguter Taten und Streiche. Er soll nämlich eine ganze Stadt fasten haben lassen, als Strafe dafür, dass man seiner „Dogge das Bein hatte abschießen lassen“(S.18), indem er innerhalb weniger Stunden alles Fleisch aufkaufte. Und vorher sagt Spiegelberg auch noch über ihn: „Ein Kerl wie du, der mit dem Degen mehr auf die Gesichter gekritzelt hat, als drei Substituten in einem Schaltjahr ins Befehlsbuch schreiben!“.(S.18)

Als ihm der Brief seines Bruders mit der Verstoßung durch seinen Vater erreicht, beschließt er Rache zu nehmen an der Gesellschaft und schließt sich einer Räuberbande an, deren Hauptmann er wird. „Räuber und Mörder - So wahr meine Seele lebt, ich bin euer Hauptmann!“ (S.31) Er ermuntert dabei sein Gefolge möglichst brutal vorzugehen. „Und Glück zu dem Meister unter euch, der am wildesten sengt, am gräßlichsten mordet, denn ich sage euch, er soll königlich belohnet werden (...)“.

Auch er geht nicht gerade zimperlich mit Menschenleben um; vor allem wenn es einen der Seinigen zu rächen oder zu retten gilt: „(...) itzt hat er einen Eid geschworen, daß es uns eiskalt über die Leber lief, er wolle ihm eine Totenfackel anzünden, wie sie noch keinem König geleuchtet hat, die ihnen den Buckel braun und blau brennen soll. Mir ist bang für die Stadt.“(S.62)

Das ausgesprochene Grauen des Räubers war begründet, denn später erfährt der Leser, dass bei diesem Angriff mindestens 83 Menschen ums Leben kamen.(vgl. S67)

Eine weiteres Beispiel, das für den Charakter Karls als Bösewicht spricht, wäre dessen Aussage zu seinem Gefolge: „Ihr seid nicht Moor! - Ihr seid heillose Diebe! Elende Werkzeuge meiner größeren Plane, wie der Strick verächtlich in der Hand des Henkers!“ (S.76) Dies verdeutlicht, dass Karl die Räuber für seine persönliche Rache nutzt, dass er Menschen mit in den Abgrund reißt, ohne dass sie wissen wodurch ihr Hauptmann zu seinem Tun getrieben wird.

Außerdem ist er fest entschlossen seinen Bruder zu töten: „(...) hier schwöre ich (...) das Licht des Tages nicht mehr zu grüßen, bis des Vatermörders Blut, vor diesem Steine verschüttet, gegen die Sonne dampft.“ (S.124) Dafür nimmt er auch den Tod eines der Räuber in Kauf.

Man kann ihn auch nicht von einer Teilschuld am Tod seines Vaters freisprechen. Es waren seine Worte „ Stirb Vater! Stirb durch mich zum dritten Mal! - Diese deine Retter sind Räuber und Mörder!“ (S143) die diesen letztendlich in den Tod stürzten.

Schließlich stirbt noch Amalia, jedoch auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin, durch seinen Dolch.(vgl. S.146) Anschließend versucht er die Schuld auf die Räuber zu schieben.

Aus all dem lässt sich erkennen, dass auch auf Karl Moor die von Schiller benutzten Bezeichnungen Missetäter, Ungeheuer und Bösewicht passen. Er bedenkt in seinem Handeln nur selten die möglichen Auswirkungen auf andere und macht seine persönlichen Probleme zu denen der Gesellschaft.

Für die Erläuterung von Schillers Aussage reicht es jedoch nicht aus nur die negativen Ausdrücke mit den bösartigen Charaktereigenschaften der beiden Protagonisten zu verbinden. Vielmehr muss jetzt noch bewiesen werden, dass es auch für die positiven Bezeichnungen Ansatzpunkte in den Charakteren gibt.

Bei Franz fällt dies erst mal schwer. Man würde ihn nach dem ersten Durchlesen des Dramas wohl kaum spontan als ehrwürdig bezeichnen. Sein Charakter scheint von Schiller mit allen möglichen schlechten Eigenschaften ausgerüstet worden zu sein.

Doch bei genaueren Durchlesen des Geschehens und vor allem der Monologe von Franz fällt auf, dass es bei ihm auch Eigenschaften gibt, die man wohl als majestätisch bezeichnen kann oder die Erstaunen abzwingen. Dabei ist vor allem seine offensichtliche Intelligenz hervorzuheben. Franz plant seine Intrigen nicht nur aus Herrschsucht. Nein, er will auch Rache nehmen an der Natur und dem Schicksal. „Ich habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein, und bei meiner Ehre! ich will sie geltend machen (...).“ (S.12)

Er empfindet sich als hässlich „Wirklich ich glaube, sie hat von allen Menschensorten das Scheußliche auf einen Haufen geworfen und mich daraus gebacken.“(S.13) und ist sich seiner Intelligenz zu sehr bewusst, als dass er diese Benachteiligung und die Tatsache, dass er nicht zuerst geboren wurde, einfach akzeptieren würde. Er möchte als freier Mensch und als Individuum den Lauf seines Lebens in seine eigene Hand nehmen.

Außerdem ist er sehr sprachgewandt. Er schafft es ohne Probleme seinen Vater von seinem Vorhaben Karl aus der Familie zu verbannen zu überzeugen (vgl. S.11). Später bringt er ihn noch dazu die Erlaubnis zu erteilen den Brief nicht selbst zu schreiben sondern diese Aufgabe auf Franz zu übertragen (vgl. S.12). Dann findet er die richtigen Worte um Karl in die Verzweiflung zu stürzen (vgl. S.23), und ihm fällt es auch nicht schwer Verbündete gegen seinen Vater zu finden (vgl. S.41). Seine darauffolgenden Anschuldigungen bringen diesen dann fast um (vgl. S.49). Schließlich schafft er es noch fast Amalia von der erfundenen Untreue ihres Geliebten zu überzeugen (vgl. S.33).

Wie oben schon erwähnt, ist jedoch seine angebliche Liebe zu Amalia nicht echt. Seine Liebeserklärung lautet: „Ich liebe dich wie mich selbst!“ (S.32) Dies ist der große Unterschied zwischen den Gebrüdern Moor. Franz kann selbst bei seinen Gefühlen zu Amalia nicht aufgeben Despot zu sein. Er hat wie Schiller in der Vorrede schrieb, „seinen Verstand auf Unkosten seines Herzens“ verfeinert und ist daher unfähig zu lieben.(vgl. Schwerte S.154)

Bei Karl fällt es leichter eine Verbindung zwischen dessen Charaktereigenschaften und den positiven Bezeichnungen des Zitats zu finden.

„Nicht eine Fliege konnte er leiden sehen - seine Seele ist so fern von einem blutigen Gedanken, als fern der Mittag von der Mitternacht ist.“(S.110), so sagt Amalia über ihren Geliebten, und glaubt also an dessen gutes Herz. Ebenso sagt sein Vater nur Gutes über ihn und konnte die Lügengeschichten von Franz, über Karls angebliche Schandtaten nie richtig glauben. Auch er war sich sicher, dass sein älterer Sohn ein guter Mensch sei und kein Verbrecher.

Außerdem findet Karl nie Gefallen daran anderen zu schaden und will nur die Ungerechten und Reichen überfallen und diese bestrafen. Zu Beginn seiner Räuberlaufbahn ist er noch sehr erzürnt über den Brief seines Vaters und entschließt sich deshalb, blind vor Wut, der Hauptmann der Räuber zu werden. Im Laufe der Zeit aber verurteilt er die Taten seiner Bande immer mehr und sagt seinen Begleiten auch dann einmal: „Wer nur eine Rube vom Acker stiehlt, daß ichs erfahre, läßt seinen Kopf hier, so wahr ich Moor heiße“.(S.113) Oder einer seiner Freunde, Razmann, sagt über ihn: „Er mordet nicht um des Raubes willen wie wir, (...), und selbst sein Drittel an der Beute, das ihn von Rechts wegen trifft, verschenkt er an Waisenkinder, oder läßt damit arme Jungen von Hoffnung studieren. Aber soll er dir einen Landjunker schröpfen, der seine Bauren wie das Vieh abschindet, oder einen Schurken mit goldenen Borken unter den Hammer kriegen, der die Gesetze falschmünzt, und das Auge der Gerechtigkeit übersilbert, oder sonst ein Herrchen von dem Gelichter - Kerl! Da ist er dir in seinem Element, und haust teufelmäßig, als wenn jede Faser an ihm eine Furie wäre.“ ( S.60)

Ein weiterer Beleg dafür, dass man Karl durchaus als ehrwürdig bezeichnen kann, ist, dass er später selbst seinen Entschluss ein Räuber zu werden als Fehlentscheidung erkennt. Als zu ihm nämlich Kosinsky kommt, den ein ähnliches Schicksal wie ihn ereilte, und Mitglied in der Bande werden will, rät er ihm dringend aus eigener Erfahrung davon ab, will ihn nicht haben und sagt: „Weißt du auch, dass du ein leichtsinniger Knabe bist, und über den großen Schritt deines Lebens weggaukelst wie ein unbesonnenes Mädchen - hier wirst du nicht Bälle werfen oder Kegelkugeln schieben, wie du dir einbildest.(...) und du hast dein Fechten nur darum gelernt, arme Reisende um einen Reichstaler niederzustoßen, oder Weiber hinterrücks in den Bauch zu stechen? Geh, geh! du bist deiner Amme entlaufen, weil sie dir mit der Rute gedroht hat.“ (S.88) Überdies bringt er am Ende des Dramas seine Selbsteinsicht nochmal zum Ausdruck, und beweist, dass er seinen Fehler, auf den Schicksalsschlag mit Gewalt zu reagieren, eingesehen hat: „O über mich Narren, der ich wähnete die Welt durch Greul zu verschönern, und die Gesetze durch Gesetzlosigkeit aufrecht zu halten. Ich nannte es Rache und Recht - Ich maßte mich an, o Vorsicht, die Scharten deines Schwertes auszuwetzen - aber - O eitle Kinderei - da steh ich am Rand eines entsetzlichen Lebens, und erfahre nun mit Zähnklappern und Heulen, daß zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zugrund richten würden.“ (S.147) Dies zeigt, dass er seine Taten bereut und sich schuldig fühlt am Leid anderer Menschen.

Letztendlich wird aber in der Schlussszene klar, was Schiller meinte, als er von Bösewichtern sprach, die Erstaunen abzwingen. Nachdem Karl erlebt hat wie seine gesamte Familie und das Mädchen, das er liebte, zerstört wurden, flieht er weder zurück in die Brutalität des Räuberlebens, noch in den frei gewählten Tod. Er beschliesst sich in die Hände der Justiz zu begeben. Jedoch damit nicht genug! Den sicheren Tod vor Augen möchte er wenigstens mit dem Ende seines Lebens Gutes bewirken. Er sagt zu seinem Gefolge aus Kriminellen: „Ich erinnere mich einen armen Schelm gesprochen zu haben, als ich herüberkam, der im Tagelohn arbeitet und eilf lebendige Kinder hat - Man hat tausend Luisdore geboten, wer den großen Räuber lebendig liefert - dem Mann kann geholfen werden.“ (S.148)

„Auch ist (...) kein Mensch durchaus unvollkommen; auch der Lasterhafteste hat noch viele Ideen, die richtig, viele Triebe, die gut, viele Tätigkeiten, die edel sind. (...) Man trifft hier Bösewichter an, die Erstaunen abzwingen, ehrwürdige Missetäter, Ungeheuer mit Majestät; (...)“ (Materialien S.153)

Schiller wollte mit dieser Aussage die Vielseitigkeit und Differenzierbarkeit seiner Personen darstellen. Franz Moor kann wahrhaft ein Ungeheuer genannt werden, doch irgendwie hat er auch etwas Majestätisches und Geniales. Karl hat viel Böses getan, und dennoch ist der Leser über sein Verhalten in der Schlussszene erstaunt, vielleicht sympathisiert der eine oder andere sogar mit dem Hauptmann der Räuber. Genau das wusste auch Schiller, als er in seiner unterdrückten Vorrede schrieb:

„ Mit einem Wort, man wird sich auch für meinen Jagos interessieren, man wird meinen Mordbrenner bewundern, ja fast sogar lieben.“ (Materialien S.153) Da Schiller aber die Tätigkeit dreier „außerordentlicher Menschen“ in der „Fülle“ ihre „ineinander gedrungener [psychischen] Realitäten“ in Handlung bringen wollte und mit der dritten Person wohl Spiegelberg gemeint ist, glaube ich dass sich die zu erläuternde Aussage auch auf ihn beziehen könnte. Er ist eine die beiden Brüder widerspiegelnde Figur (vgl. Schwerte S151), und kann ebenfalls als Bösewicht oder auch als bewundernswerter Charakter empfunden werden. Er tut zwar als Mitglied der Räuberbande viel Unrecht, jedoch hatt auch er seine Visionen.(vgl. S.17)

Somit trifft auch auf ihn der Satz Schillers zu:

„(...) es findet sich nichts Interressanteres in der moralisch ästhetischen Natur, als wenn Tugend und Laster aneinander sich reiben.“ (Selbstrezension und Bericht zur Uraufführug, S.159)

Quellen

Schiller,Friedrich: Die Räuber mit Materialien.1.Auflage.Stuttgart:Klett Verlag 1979

Schiller,Friedrich: Selbstrezension und Bericht zur Uraufführung.In:Erläuterungen und Dokumente.Friedrich Schiller Die Räuber.1.Auflage.Stuttgart:Reclam Verlag 1976 Schwerte,Hans:Schillers„Räuber“.In:Interpretationen.Deutsche Dramen von Gryphius bis Brecht.1.Auflage.Frankfurt am Main: Fischer Verlag 1965

Der neue Brockhaus 5.Lexikon und Wörterbuch in fünf Bänden.1.Auflage.Wiesbaden: F.A.Brockhaus 1975

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Schiller, Friedrich - Die Räuber
Autor
Jahr
2000
Seiten
10
Katalognummer
V96848
Dateigröße
344 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Erörterung eines Schiller - Zitats
Schlagworte
Literarische Erörterung
Arbeit zitieren
Andreas Mayr (Autor), 2000, Schiller, Friedrich - Die Räuber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96848

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