Testtheoretische Grundlagen der Psychodiagnostik


Ausarbeitung, 2000

3 Seiten


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1. Begriffsbestimmung

- Meßkonzept, nachdem die Leistungen eines Pb mit inhaltlich definierten Zielen (Krite- rien) verglichen wird
- Bedeutung von Kriterien:

1. Lehrziel, das erreicht wird oder nicht

- Kriterium als Lernkriterium bei einem „Lernversuch“, mit dessen Hilfe die Pbn in Könner und Nichtkönner eingeteilt werden

2. Leistungskontinuum mit unterschiedlichen Positionen verschiedener Pbn

- es gibt unterschiedlich tüchtige Pbn

3. Leistungsstandard, an dem sich Vorhersagen bestätigen oder widerlegen lassen ➔ kriteriumsbezogene Tests: Kann ein Pb Aufgaben lösen, die ein Kriterium um- schreibt?

- keine Erfassung individueller Differenzen, d. h. keine Ermittlung des Rangplatzes eines Pb in einer vergleichbaren Gruppe (Normgruppe/Population) ® (sondern) Feststellung der Leistung eines Pb bzgl. eines spezifischen Aufgabenbe- reichs, z.B. Therapie- oder Lernziel

lehrzielorientierte Tests: sollen darüber informieren, ob ein Schüler ein vorher festgelegtes Lehrziel erreicht hat

therapiezielorientierte Tests: sollen darüber informieren, ob ein Klient ein vorher festgelegtes Therapieziel erreicht hat

Zusammenfassung:

- kriteriumsorientierte Tests: enthalten oder repräsentieren die Gesamtheit einer wohldefi- nierten Menge von Aufgaben, die zu dem Zweck konstruiert ist

1. die Fähigkeit des Pb zur Lösung der Aufgaben der definierten Menge zu schätzen und/ oder
2. ihn gemäß dieser Fähigkeit einer Klasse von Pbn zuzuordnen. (Könner vs. Nichtkön- ner)

Bsp. für zwei bekannte kriteriumsorientierte Tests:

Prüfung zur Erlangung des Führerscheins staatliche Medizinerprüfung

→ Prüfling muß Aufgaben lösen, die wichtige Inhalte der umschriebenen Kriterienberei- che repräsentativ abbilden

zur Herstellung eines kriteriumsorientierten Tests:

2. Konstruktion von Testaufgaben

- krit.orientierter Test bestimmt sich vom Inhalt des Kriteriums her → Testautor muß ange- ben, wie er das Kriterium definiert u. wie er die Inhalte des Kriteriums in den Item- Mengen abbildet:

- Operationale Definition: Definition des Kriteriums durch operationale Beschreibung der repräsentativen Inhalte

Bsp.: Erfassen rechnerischen Denkens durch Lösen von Textaufgaben, die drei Größen enthalten (siehe Abb. 5-1 Folie)

→ geprüft wird, ob der Pb die Aufgabe nach jeder Größe aufzulösen vermag

- Aufspalten der Aufgaben nach Zielen und Inhalten: Darstellen von Zielen, die erreicht werden sollen und Inhalten, die das Ziel ausmachen in Matrixform (Tyler-Matrix) Bsp.: Schlangenphobie (siehe Abb. 5-2 Folie)

→ die Inhalte betreffen die Art der Schlangendarstellung, die Ziele den Grad der Annähe- rung an die Inhalte

- Generative Regeln: Vorgabe eines Sachverhaltes und Wahl einer Aufgabenform, wobei Transformationsregeln festlegen, wie der Sachverhalt in die Aufgabenform übertragen wird

Bsp.: Prüfung über die Beherrschung der vier Grundrechenarten (siehe Abb. 5-3 Folie)

→ mit Hilfe einer generativen Regel, kann man für jedes denkbare Item entscheiden, ob es Element der Menge ist oder nicht

→ die Gesamtheit der Aufgaben, die den Transformationsregeln entsprechend erzeugt werden kann, ist die Grundmenge von Aufgaben (die das Kriterium repräsentieren) (der Aufgabenpool soll dann die Prototypen der Items enthalten, damit [ungefähre] Repräsentativität geleistet ist...)

3. Analyse der Testaufgaben nach Gütekriterien

- Validität: Items eines Tests müssen Inhalt des Kriteriums vollständig abbilden

- Kontentvalidität: a) Erzeugung von Items durch generative Regeln und Überprüfung, ob die Items zum definierten Kriterium gehören

b) 2 voneinander unabhängige Expertengruppen entwickeln kriteriumsorientierte Tests; weisen deren Testwerte eine hohe Übereinstimmung auf, besteht hohe Inhaltsvalidität

➔ Test enthält o. repräsentiert die Gesamtheit einer wohldefinierten Menge von Auf- gaben (siehe Abb. 5-4)

- Reliabilität: kriteriumsorientierter Test sollte möglichst fehlerfrei sein

- Objektivität: v.a. Übereinstimmung von Auswerterurteilen

4. Rückschlüsse von Testergebnissen auf die Leistung

- Individueller Leistungswert wird durch Nähe zum Kriterium bestimmt
- Bestimmung eines kritischen Punktwertes: Pb erreicht best. Wert = Kriterium erreicht od. Pb liegt unterhalb des best. Wertes = Kriterium nicht erreicht
- Bestimmung eines Vertrauensbereiches: Bereich, zu dem der „Fähigkeitswert eines Pb gehören muß; Schätzung des Vertrauensbereiches z.B. nach Binomialmodell (angelegt für dichotome Aufgaben)
- Festlegung von Entscheidungsstufen: Abstand zwischen erreichtem und kritischem Wert wird in mehrere Stufen unterteilt (z.B. bei Notengebung)

- Fisseni, J. (1990). Lehrbuch der Psychologischen Diagnostik. Göttingen: Hogrefe. (pp.103-116)

- Klauer, K.J. (1993). Kriteriumsorientierte Tests. In H. Feger & J. Bredenkamp (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie: Forschungsme- thoden in der Psychologie, Band III. Göttingen: Hogrefe. (pp.693-726)

- Klauer, K.J. (1987). Kriteriumsorientierte Tests. Göttingen: Hogrefe

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Details

Titel
Testtheoretische Grundlagen der Psychodiagnostik
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Seminar: Testtheoretische Grundlagen der Psychodiagnostik
Autoren
Jahr
2000
Seiten
3
Katalognummer
V96853
Dateigröße
340 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Testtheoretische, Grundlagen, Psychodiagnostik, Seminar, Testtheoretische, Grundlagen, Psychodiagnostik
Arbeit zitieren
Eva Hartmann (Autor)K. Neuhaus (Autor), 2000, Testtheoretische Grundlagen der Psychodiagnostik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96853

Kommentare

  • Gast am 24.1.2006

    Lehrer.

    Der Artikel ist etwas dürftig und den Preis eigentlich nicht wert.

  • Gast am 24.1.2006

    Re: Lehrer.

    Welchen Preis? Der Artikel kostet doch nichts - und ob man die Druckversion will, entscheidet man doch selbst...

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