Attribution und Bedeutung für den Schulalltag


Skript, 1998

3 Seiten


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Thesenpapier

I. Attribution

Ich habe mich zum Thema Attribution vorbereitet.

Ich möchte den Begriff definieren und anhand WEINERS Schema von 1972 näher erläutern. Zum Schluß möchte ich noch darauf eingehen, welche Bedeutung Attributionen in der Schule haben könnten.

Unter Attribution versteht man Meinungen von wissenschaftlichen Laien über ursächliche Zusammenhänge - d. h. also deren subjektive Alltagsmeinungen.

HEIDER ging 1958 davon aus, daß Menschen das Bedürfnis haben, Ursachen zu finden, umPhänomene, wie z.B. Erfolg oder Mißerfolg, zu erklären.

Denn er war der Überzeugung, anhand laienhafter Ursachensysteme bessere Vorhersagen und Erklärungen geben zu können als anhand psychologischer Schemata.

WEINER (1972) greift HEIDERS Schema auf und findet zwei hauptsächliche Attributionsdimensionen:

1. Lokale: die Ursachen werden in der Person (intern) oder in der Umwelt (extern) gesucht.
2. Temporale: die Ursachen sind relativ andauernd (stabil) oder vorübergehend (variabel). Um dieses Schema zu illustrieren, gebe ich dazu ein Beispiel:

Nehmen wir an, ich falle durch diese Prüfung.

Und ich stelle mir die Frage: Woran hat es denn wohl gelegen?

Ich habe einfach kein Verständnis für Psychologie. - intern-stabile Attribution Die Prüfer waren ungerecht. - extern-stabile Attribution

Ich habe zu wenig gelernt. - intern - variable Attribution

Die Luft in dem Raum war zu stickig. - extern-variable Attribution

Seit 1986 unterscheidet WEINER drei Attributionsdimensionen: es kommt die Dimension kontrollierbar - unkontrollierbar hinzu. Ist die Einflußnahme der Person möglich oder un- möglich?

Ich komme auf meine Attribution „Die Prüfer waren ungerecht“ zurück.

Kann ich mir bei der nächsten Prüfung andere Prüfer wählen, dann kann ich auf das nächste Prüfungsergebnis Einfluß nehmen. Die Ursache ist für mich also extern-stabil, aber kontrol- lierbar.

Ich kann hoffen, daß ich das nächste Mal besser abschneide

II. Welche Bedeutung könnten Attribution im Schulalltag haben?

Setzt man voraus, daß die Schule ein Ort ist, an dem Leistungsmotivation gefördert werden soll, dann sollten SchülerInnen möglichst günstige Attributionen bezüglich ihrer Leistungen haben.

LehrerInnen sollten ihren SchülerInnen ermutigen, ihr eigenes Entwicklungspotential auszu- schöpfen..

RHEINBERG und KRUG (1993) meinen, daß das günstigste Attributionsmuster sowohl von Erfolg, als auch von Mißerfolg die internal-variable Attribution sei.

Führt man einen Erfolg auf die eigene Anstrengung zurück, ist man besonders stolz auf die erbrachte Leistung und ist auch weiterhin motiviert sich anzustrengen, denn die bisherige Anstrengung hat sich ja gelohnt.

Wird der Mißerfolg darin gesehen, daß die eigene Anstrengung zu gering war, ist dies ein Anreiz, sich das nächste Mal mehr anzustrengen.

DWECK und LEGGET (1988) fanden heraus, daß SchülerInnen, die lernzielorientiert sind, mit Mißerfolgen besser umgehen können als SchülerInnen die leistungszielorientiert sind.

Wie die eigene Leistung letztendlich bewertet wird, hängt nach VALLERAND (1987) von der subjektive Zufriedenheit mit der gezeigten Leistung ab. Erreicht eine SchülerIn die Leistung, die sie von sich selbst erwartet oder übertrifft sie diese sogar, löst das Zufriedenheit aus.

RHEINBERG und KRUG machen darauf aufmerksam, daß ein intraindividueller Leistungs- vergleich wird als motivierender empfunden wird, als ein Vergleich an sozialen Bezugsnor- men.

Erfährt eine SchülerIn, daß sie die beste Leistung von allen in der Klasse erreicht hat ist das für sie weniger motivierend, als wenn sie erfährt, daß sie die beste Leistung erreicht hat im Vergleich zu ihren vorherigen erreicht hat.

Wie kann Unterricht gestaltet werden, um diese Erkenntnisse zu berücksichtigen?

- Binnendifferenzierung der Aufgaben
- verbale Beurteilungen, die sich nicht an der Klassennorm orientieren, sondern in Form von Entwicklungsberichten erfolgen
- Fehler zulassen
- Freiarbeit

III. Literatur

1. Herkner, Werner:

Lehrbuch Sozialpsychologie

5. Auflage der „Einführung in die Sozialpsychologie“, Bern, Verlag Hans Huber, 1991

2. Zimbardo, Philip G.:

Psychologie

5. Auflage, Berlin, Heidelberg, Springer-Verlag, 1992

3. Möller, Jens, Köller, Olaf (Hrsg):

Emotionen, Kognitionen und Schulleistung

Weinheim, Psychologie Verlags Union, 1996

4. Edelmann, Walter:

Lernpsychologie

3. Auflage, Psychologie Verlags Union, 1993

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Details

Titel
Attribution und Bedeutung für den Schulalltag
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Zwischenprüfung Psychologie (Lehramt)
Autor
Jahr
1998
Seiten
3
Katalognummer
V96983
Dateigröße
329 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Attribution, Bedeutung, Schulalltag, Zwischenprüfung, Psychologie
Arbeit zitieren
Stefanie Plener (Autor), 1998, Attribution und Bedeutung für den Schulalltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96983

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