Burnout in der heutigen Gesellschaft. Gründe, Merkmale und seine Relevanz


Hausarbeit, 2013

21 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Burnout in der Vergangenheit und Geschichte
2.2 Allgemeine und klinische Definition
2.3 Verlaufsstadien und Merkmale
2.4 Gründe und Ursachen

3. Relevanz in der heutigen Gesellschaft
3.1 Diagnostik und Differentialdiagnostik
3.2 Therapie präventiv und kurativ
3.3 Risikoberufsgruppen
3.4 Statistiken

4. Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Der Burnout Zyklus

Abb. 2: Strategien der Stressbewältigung

Abb. 3: Krankheitstage durch Burnout

Abb. 4: Berufsgruppen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Definition Burnout

Tab. 2: Phasen nach Maslach

Tab. 3: Äußere / Innere Burnout-Faktoren

1 Einleitung

Immer wieder hört man heutzutage über die Problematik des sogenannten Burnouts („to burn out“ engl. = ausbrennen). Die Medienpräsenz dieses Themas ist seit Jahren stetig steigend, und es gibt kaum jemanden, der noch nichts davon gehört oder gelesen hat. Schon länger ist Burnout keine reine Manager-, Mediziner-, oder Lehrererkrankung, auch andere Berufsgruppen und Arbeitslose1 können betroffen sein. Sogar die Prominenz wie Sebastian Deisler oder Sven Hannawald2 bleiben nicht von der Konfrontation mit Burnout verschont, und die beiden sind nicht die Einzigen die ihre Karriere deswegen vorzeitig beenden mussten.3 Die Relevanz dieser Erkrankung nimmt in unserer Gesellschaft, die sich zunehmend als Leistungsgesellschaft sieht, maßgeblich zu und bedarf entsprechender Präventiv.- und Kurativmaßnahmen

Ziel dieser Hausarbeit ist die Darlegung der zunehmenden Wichtigkeit der Burnout Erkrankung in unserer heutigen Zeit und dem Veranschaulichen steigender Burnout-Fälle. Die Hausarbeit ist so aufgebaut, dass zuerst die theoretischen Grundlagen, die Merkmale, Stadien und Symptome im Zusammenhang mit der Erkrankung erklärt werden, um im zweiten Kapitel gezielter auf die heutige Gesellschaft eingehen zu können. Des Weiteren werden auch Behandlungsmöglichkeiten und Statistiken dargelegt. Risikoberufsgruppen vorgestellt und Differentialdiagnostische Methoden zur Abgrenzung zu anderen, Burnout ähnlichen Erkrankungen beschrieben.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Burnout in der Vergangenheit und Geschichte

In folgendem Kapitel wird auf die geschichtliche Entwicklung Der Burnout-Erkrankung und des Burnout-Begriffs eingegangen. Die Symptome des Burnouts in heutiger Form gibt es schon sehr lange, möglicherweise solange wie die Menschheit selbst existiert. Selbstverständlich nicht unter dem Namen Burnout, der erst in den Siebzigern entstand. Erstaunlicherweise belegen einige Aufzeichnungen aus der Bibel das Vorhandensein typischer Burnout ähnlicher Zustände. Selbst bei keinem geringeren als Moses werden ähnliche Rahmenzustände beschrieben.4 Um 1900 herum stand der Begriff der Neurasthenie zur Debatte, dessen Symptome sehr an das heutige Burnout-Syndrom erinnern, was zeigt das die Existenz des Syndroms nicht neu ist, nur der Name, der erst Jahre später zum ersten Mal Erwähnung fand.5 Im 1960 erschienen Roman „A burnt-out Case“ des britischen Schriftstellers Graham Greene wurde der Begriff Burnout das erste Mal genannt. Der Roman handelt von einem Architekten der in seiner Arbeit keinen Sinn mehr sieht, den Job kündigt und auswandert.6 Der Begriff war geboren, fand allerdings keine weitere Erwähnung und Beachtung. Als Beginn der popularisierten Burnout-Debatte gilt das Jahr 1974, als der deutschstämmige amerikanische Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger einen wissenschaftlichen Artikel mit dem Namen „Staff Burn-out“ publiziert. Der Artikel handelt von seinen eigenen Erfahrungen, die er bei sich und anderen im Rahmen von ehrenamtlichen Hilfstätigkeiten macht. Er stellt bei sich selbst ein Burnout fest.7 Als weiteres wichtiges Jahr ist das Jahr 1981 zu nennen, als von der Sozialpsychologin Christina Maslach in Zusammenarbeit mit Susan E. Jackson das Maslach Burnout Inventory (MBI) entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um einen Fragebogen, mit Hilfe dessen man ein Burnout feststellen kann, und somit dem ersten Messinstrument überhaupt in der Burnout-Forschung.8 Im deutschsprachigen Raum verlief die Debatte um Burnout eher schleppend, kam erst Mitte der Achtziger bei uns in Form von Büchern und Fachartikeln an. Auch ist eine zunehmende Wichtigkeit des Thema anhand von immer mehr publizierten Fachartikeln zu erkennen, nicht zuletzt durch den Suizid des ehemaligen Nationaltorwarts Robert Enke 2009.9

2.2 Allgemeine und klinische Definition

Es gibt viele Definitionsversuche ein Burnout allgemeingültig zu erklären. Die meisten dieser Definition beschreiben Burnout als einen körperlichen, psychischen und geistigen Erschöpfungszustand in Folge von meist beruflich bedingter Überlastung, oft einhergehend mit nicht erfüllten Erwartungen an sich selbst. Die folgende Tabelle zeigt einige Definitionsbeispiele verschiedener Wissenschaftler.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Definition Burnout, Quelle: Daten entnommen aus Burisch, M. 2010, S. 18-19.; Hed- derich, I. 2009, S. 11.

Die hervorgehobene Definition von Schaufeli / Enzmann ist die umfassendste Definition und ist Quintessenz vieler vorhergehender Definitionen anderer Wissenschaftler und wird als Arbeitsdefinition für Burnout vorgeschlagen.10 Eine klinische Definition erweist sich als deutlich schwieriger, das internationale Diagnose Klassifikationssystem ICD-10, welches für den Dialog zwischen Ärzten und Krankenkassen genutzt wird, sieht Burnout nur als eine zusätzliche Erkrankung zur eigentlichen Rahmenerkrankung vor. So muss zur weiteren Abrechnung eine andere Diagnose wie z.B. Depression angegeben werden. Hier wird klar dass das klinische Diagnosesystem nicht mehr der Realität entspricht, und schnellstens angepasst werden muss, da Burnout als eigenständige Krankheit nicht aufgeführt ist, und das zu Lasten des Patienten und seiner kurativen Behandlung geht.11

2.3 Verlaufsstadien und Merkmale

Burnout ist ein schleichend Prozess der sich oft über einen längeren Zeitraum entwickelt und somit in mehrere Stadien eingeteilt werden kann. Hierbei wird unterschieden zwischen den Stadien, die den Burnout-Prozess an sich beschreiben, und den daraus folgenden Symptome, für die eigene Phasenmodelle entwickelt wurden. Den Burnout-Prozess beschreibt am besten Freudenberger, mit seinem 12-Stadien Modell. Allerdings ist jeder Mensch anders, und ein Burnout verläuft bei jedem anders. Es muss nicht jeder zwingend alle Stadien durchlaufen und es kann sich auch die Reihenfolge der Phasen ändern.12 Ab Stadium 6 ist Burnout auf jeden Fall professionell zu behandeln. Im Späteren Verlauf kann es unbehandelt zu einem vitalen Notfall kommen. Der Körper zieht selbst die Notbremse, ein Herzinfarkt oder Nervenzusammenbruch kann die Folge sein. Auch endet so ein vitaler Notfall nicht selten im absoluten Kontrollverlust des Betroffenen, oft greift er zu Alkohol, Medikamenten und Drogen und begeht Suizid.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Der Burnout-Zyklus, Quelle: Freudenberger / North 1992

Ein gutes Phasenmodell mit Symptombeschreibung lieferte 1982 Christina Maslach. Sie geht sowohl auf die Körperlichen Symptome wie auch auf die Verhaltens- und Gedankenmuster des Betroffenen ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Phasen nach Maslach , Quelle: Daten entnommen aus Burisch, M. 2010 S. 40.

Wie man bei beiden Phasenmodellen erkennen kann, ist der Abwärtstrend und Verstärkung der späteren Phasen stetig gegeben, man kann hier von einer Burn-Down-Spirale sprechen.14

2.4 Gründe und Ursachen

Die Ursache für Burnout ist ein übererregtes Stresssystem im menschlichen Körper. Der Betroffene erfährt nur Stress und kann nicht mehr zur Normallage finden. Oft einhergehend ist auch eine dramatische Fehleinschätzung des eigenen Zustandes, sodass die Betroffenen sich meist erst in späteren Stadien des Burnout-Verlaufs medizinisch behandeln lassen.15 Die Gründe für den Stress können sehr vielfältig sein. liegen sie jedoch in der heutigen Zeit meist im beruflichen Umfeld des Betroffenen. Die schnell wachsende, immer mehr globalisierter Wirtschaftslage der westlichen Arbeitswelt verlangt von ihren Arbeitnehmern einiges ab. Arbeitnehmer werden stark gefordert, Leistungen lassen sich anhand von Benchmarks oder anderen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen problemlos und völlig objektiv messen und vergleichen, was den Konkurrenz- und Leistungsdruck untereinander verstärkt. Immer mehr ist das Privatleben des Betroffenen mit seiner Arbeitswelt verflochten, wie z.B. durch flexible Arbeitszeiten, der ständigen Erreichbarkeit per E-Mail oder Diensthandy und Telearbeit. Gleichzeitig soll die Produktivität und Durchlaufzeit der eigenen Arbeitsprozesse beschleunigt werden, man ist quasi immer unter Zeitdruck. All diese Faktoren können dazu führen, dass in einer heutigen Arbeitssituation ein Arbeitnehmer sich viel zu sehr verausgabt als er es eigentlich muss und kann, sich zu sehr verausgabt und seine Kräfte ausbeuten lässt.16

[...]


1 Vgl. Baerwald, M. 2004. S. 2.

2 Vgl. Müller, T. 2009, S. 1.

3 Vgl. Frankfurter Rundschau (Hrsg.) 2013, S. 1.

4 Vgl. Burisch, M. 2010, S. 4.

5 Vgl. Hedderich, I. 2009, S. 13.

6 Vgl. Werner, C. 2012, S. 1.

7 Vgl. Werner, C. 2012, S. 1.; Burisch, M. 2010, S. 6.; Hedderich, I. 2009, S. 13.

8 Vgl. Hedderich, I. 2009, S. 14-16.

9 Vgl. Werner, C. 2012, S. 1.

10 Vgl. Burisch, M. 2010, S. 19.

11 Vgl. Nelting, M. 2010, S. 31.

12 Vgl. Kretz, E. 2007, S. 2.

13 Vgl. Nelting, M. 2010 S.38-39.

14 Vgl. Nelting, M. 2010, S. 72.

15 Vgl. Nelting, M. 2010, S. 41.

16 Vgl.Baerwald, M. 2004, S. 5-7.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Burnout in der heutigen Gesellschaft. Gründe, Merkmale und seine Relevanz
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
2,0
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V972736
ISBN (eBook)
9783346332950
ISBN (Buch)
9783346332967
Sprache
Deutsch
Schlagworte
burnout, gesellschaft, gründe, merkmale, relevanz
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Burnout in der heutigen Gesellschaft. Gründe, Merkmale und seine Relevanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/972736

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