Einfluss des Andalusischen in der lateinamerikanischen Sprache. Phonetische Besonderheiten des Andalusischen und Lateinamerikanischen


Bachelorarbeit, 2017

30 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thesen zur Herausbildung des amerikanischen Spanisch
2.1 Andalucismo -These
2.2 Antiandalucismo -These

3. Phonetische Besonderheiten des andalusischen Spanisch
3.1 Aspiration des Konsonanten <h> im Wortanlaut
3.2 seseo und ceceo
3.3 Die Aspiration von /s/
3.4 yeísmo
3.5 Die Konsonanten /r/ und /l/

4. Das lateinamerikanische Spanisch

5. Untersuchung der phonetischen Besonderheiten in der lateinamerikanischen Sprache
5.1 Aspiration des Konsonanten <h> im Wortanlaut
5.2 seseo und ceceo
5.3 Die Aspiration von /s/
5.4 yeísmo
5.5 Die Konsonanten /r/ und /l/

6. Vergleich der phonetischen Besonderheiten

7. Fazit Seite

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Jahre 1492 begann mit der Entdeckung Amerikas die Eroberung der spanischen Truppen des neuen Kontinents, welche in drei Etappen einzuteilen ist. In der ersten Phase wurden die karibischen Inseln und die benachbarten Küsten erkundet wo erste Ansiedlungen gegründet wurden (vgl. Noll 2014: S.71). Ab hier verliefen weitere Expeditionen in Richtung Festland. In der zweiten Phase erfolgte die Eroberung Mexikos und seiner Hochkulturen (Azteken und Maya) durch Hernán Cortes in den Jahren 1519- 1521. Letztendlich gelang es Francisco Pizarro im Jahre 1531 die Andenhochländer zu erobern, welches die dritte Phase der Eroberung auszeichnet (vgl. Noll 2014: S.71).

Der Handel von wertvollen Waren und Personenverkehr mit der Neuen Welt verlief durch die Casa de la Contracción (vgl. Noll 2014: S.74) in Sevilla. Durch den Hafen in Sevilla, hat Andalusien eine besondere Stellung in Bezug auf die Eroberung Lateinamerikas, so ist die Stadt bekannt als „ puerto y puerta de América “ (Frago Gracia 1990: S.83). Es waren überwiegend Andalusier, die ab dem Zeitpunkt der Entdeckung von Spanien nach Amerika auswanderten und dabei nicht nur eine fremde Kultur, sondern auch ihre eigene Landessprache mitbrachten (vgl. Lüdtke 1994: S.44).

Peter Boyd-Bowman (1964) untersuchte die Herkunft der nach Lateinamerika einwandernden Siedler und stellte fest, dass zwischen 1493 und 1508 ca. 60 % der Siedler aus Andalusien stammten. Zwar nahm diese Zahl im Laufe der Zeit ab, insgesamt betrachtet wanderten jedoch mehr Andalusier, als Einwohner aus anderen Regionen Spaniens aus (vgl. Saralegui 2004: S.23). Infolgedessen begann Max Leopold Wagner (1920) mit dem ersten Versuch seine andalucismo -These zu untermauern (vgl. Noll 2014: S.2014). Durch das mitbringen der sprachlichen Besonderheiten durch die Immigranten in die Neue Welt, entwickelte sich dann auf dessen Grundlage das amerikanische Spanisch.

In der vorliegenden Arbeit soll auf dieser Basis untersucht werden, welchen Einfluss die dialektale Sprachweise der Andalusier auf die Sprachentwicklung in Lateinamerika eingenommen hat. Ob in der sprachlichen Grundstruktur Besonderheiten anzutreffen sind, kann nur auf den Gebieten der Phonetik und Phonologie entschieden werden (vgl. Paufler: S.5). In dieser Arbeit wird die mögliche Existenz von den markantesten phonetischen Merkmalen des Andalusischen im lateinamerikanischen Spanisch untersucht. Diese Analyse erfolgt anhand einer Sammlung von dialektalen Texten von Manuel Alvar (1960). Das Material der dialektalen Texte ist insofern interessant, weil sie die verschiedenen Sprachvariationen aus den unterschiedlichsten Regionen veranschaulichen und das zum Teil in transkribierter Form. Ab dem 19. Jahrhundert befasste man sich intensiver mit dem Ursprung des lateinamerikanischen Spanisch. Dementsprechend sollen anfangs zwei der wichtigsten Thesen zur Herausbildung des lateinamerikanischen Spanisch vorgestellt werden, indem die andalucismo -These laut Max Leopold Wagner von einem andalusischen Einfluss ausgeht, während die antiandalucismo -These diesen Ansatz zurückweist.

2. Thesen zur Herausbildung des amerikanischen Spanisch

2.1 Andalucismo-These

Die andalucismo These besagt, dass für die Besonderheiten des amerikanischen Spanisch ein andalusischer Ursprung angenommen wird. Diese These wurde im Jahre 1920 von dem deutschen Romanist und Sprachwissenschaftler Max Leopold Wagner aufgestellt. Ihm war aufgefallen, dass das amerikanische Spanisch und das Spanisch aus Andalusien Gemeinsamkeiten festgestellt wurden, insbesondere im Bereich der Phonetik. Er nennt Charakteristika wie zum Beispiel den seseo, das prädorsale /s/, den yeísmo, Aspiration und Ausfall des implosiven /s/, die Neutralisierung von /r/ und /l/ in implosiver Stellung und die Aspiration von [h] (vgl. Noll 2014: S.118). Schon im Jahre 1688 ist in der Historia general de las conquistas del Nuevo Reino de Granada über die Aussprache einiger Bewohner Kolumbiens aufgefallen: „ los nativos de la tierra, mal disciplinados en la pureza del idoma español, lo pronuncian generalmente con aquellos resabios que siempre participan de la gente de las costas de Andalucía “ (López Morales 1998: S.54).

Die Küstenländer Südamerikas seien demnach während der ersten beiden Jahrhunderte der Kolonialzeit überwiegend durch die Südspanier besiedelt worden. Dadurch wurden die Inseln und Küstenländer am frühsten und am intensivsten von der südspanischen Sprache beeinflusst. Die Binnenländer Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Peru und Bolivien seien hingegen nicht so stark betroffen (vgl. Noll 2014: S.118). P.Boyd-Bowman (1964) führte eine Untersuchung zur regionalen Herkunft der ersten Siedler in Lateinamerika durch. Auch er stellte fest, dass die Andalusier in den Anfängen der Kolonialzeit die Hauptsiedler darstellten (60% Im Jahre 1493 bis 1508, 37% zwischen 1509 und 1519). Einen weiteren wichtigen Faktor stellen die Frauen dar: Zwei Drittel der zwischen 1509 und 1519 ausgewanderten Frauen waren andalusischer Herkunft (vgl. Dietrich 2012: S.226).

Für den ausgelösten Sprachwandel sind nicht nur die Anzahl der Sprecher, die in den Statistiken immer wieder als Begründung angegeben werden von Bedeutung, sondern auch das Prestige und die Akzeptanz der jeweiligen Sprache in einer Sprechergemeinschaft.

Durch das Prestige von Sevilla während den Anfängen der Kolonialzeit wird der Stadt für die Herausbildung des amerikanischen Spanisch eine besondere Rolle zugeteilt (vgl. Noll 2014: S.122). Auch andere Sprachwissenschaftler wie Menédez Pidal, bekannt durch Sevilla frente a Madrid oder Diego Catalán, bestätigen die Wichtigkeit von Sevilla in diesem Sachverhalt.

Ein weiterer Faktor sei das Klima gewesen. Man nimmt an, dass die Andalusier eher die Küstengebiete bevorzugten, da sie den heimischen klimatischen Verhältnissen ähnlich waren. Die Temperaturunterschiede zwischen den Andenhochländern und den Küstengebieten sind sehr groß. Die Klimatheorie wurde bereits für die Herausbildung des portugiesischen in Brasilien angewendet und sei demnach vergleichbar. Die begründete andalucismo -These wurde in der Hispanistik größtenteils akzeptiert:

„De todo lo expuesto se deduce que hoy no cabe ya duda posible respecto al origen andaluz de algunos de los rasgos más peculiares de la pronunciación americana: el más general, el seseo; muy probablemente, el yeísmo; seguros, aunque no generales en América, la confusión de r y l finales, la aspiración de la –s final y la sustitución de j por h aspirada. Todos,salvo el seseo, propios en España no sólo de Andalucia, sino de otras regiones meridionales, sobre todo Extramadura.“ (Lapesa 1964: S. 182)

2.2 Antiandalucismo-These

Der aus der dominikanischen Republik stammende Sprachwissenschaftler Pedro Henríquez Ureña (1931), stellte sich gegen die andalucismo -These. Die Unterscheidung in Binnenländer und Küstengebiete nennt Henríquez Ureña (1931) im Gegensatz dazu tierras altas und tierras bajas. Seiner Meinung nach sei dies nicht die Folge des andalusischen Einflusses, sondern die Folge paralleler, voneinander unabhängigen Entwicklungen. Grundsächlich seien klimatische Verhältnisse, Bevölkerungszusammensetzung, Bildungsgrad, der Kontakt mit Indianersprachen und eine eventuelle Isolation von Gebieten als Faktoren in die Betrachtungen einzubeziehen (vgl. Noll 2014: S.119).

Henríquez Ureña (1931) bezieht sich bei seiner Untersuchung, ob ein Einfluss durch das Andalusische stattgefunden hat, auf die Ergebnisse eigener Nachforschungen. In den ersten 150 Jahren der Kolonialisierung, kamen 42,5% der Einwanderer aus Nordspanien und 34,2 % aus dem Süden. Demnach habe eine überwiegende Einwanderung durch die Andalusier nicht stattgefunden (vgl. Noll 2014: S.119).

Auch wenn 60% der Auswanderer Andalusier darstellten, kann man durch die Chronologie von Sprachbelegen (seseo, yeísmo) nicht eindeutig von einer sprachlichen Beeinflussung sprechen. Amado Alonso (1953) geht davon aus, dass Assimilationsprozesse stattgefunden haben. Durch diesen Prozess haben sich Auffälligkeiten peninsularer Dialekte angepasst und es bildete sich als Folge eine Koine aus, sprich, ein Dialekt, der innerhalb der Sprachgemeinschaft als allgemein und überregional akzeptiert wurde und sich durchsetzen konnte. Infolgedessen bildet beispielsweise das karibische Spanisch nicht die direkte Weiterführung des Südspanischen. Deutlich wird dies auch bei dem unterschiedlichen Ausmaß der Neutralisierung von /r/ und /l/ in Südspanien und der Karibik (vgl. Noll 2014: S.121).

3 Phonetische Besonderheiten des andalusischen Spanisch

Von allen Sprachen, die auf der spanischen Halbinsel gesprochen werden, ist das Andalusische die einzige Varietät, die nicht primär und direkt aus der romanischen Sprache entstanden ist. Sie bildete sich während den Anfängen des 13. Jahrhunderts im Verlauf der Neuansiedlung nach der Reconquista aus dem Kastilischen heraus. Somit sprechen wir hier von einem Unterdialekt des Kastilischen (vgl. Zamora 1967: S.287). Besonders auf phonetischer und phonologischer Ebene, weist das Andalusische klare Unterschiede zum Kastilischen auf. Linguisten streiten sich um die Frage, ob es sich bei dem andaluz um einen Dialekt, oder eine Regionale Varietät handelt. Nach Manuel Alvar (1996) handelt es sich beim Andalusischen definitiv um einen Dialekt (vgl. Alvar 1996: S.236).

Als Charasteristika zu nennen sind die Aspiration des Konsonanten <h> im Wortanlaut, der seseo, die Aspiration von /s/, der yeísmo und Neutralisierung von /r/ und /l/ in implosiver Stellung (vgl. Noll 2014: S. 118). Im folgenden Abschnitt sollen die Besonderheiten des andalusischen Spanisch näher erläutert werden.

3.1 Aspiration des Konsonanten <h> im Wortanlaut

Die Wörter, die im Lateinischen mit <f> anlauten, werden bekanntlich im Spanischen mit einem <h> geschrieben. Zum Beispiel wurde aus dem lateinischen Wort farina im Spanischen harina (vgl. Paufler 1977: S.64). In Andalusien kommt es nun zum Phänomen, dass das <h> entweder aspiriert wird oder nicht. Andalusien lässt sich hier in zwei linguistische Zonen einteilen: In die ostandalusischen Provinzen wie Jaén, Nordgranada sowie Almería, wo das <h> nicht aspiriert wird. In den westandalusischen Provinzen Huelva, Cádiz, Sevilla, Córdoba sowie dem südlichen Teil Granadas wird das <h> aspiriert (vgl. Narbona 1987: S.52). Auch wenn die Aspiration des <h> klar dem Westen Andalusiens zugesprochen wird, kann nicht pauschal gesagt werden, dass dort alle Sprecher das <h> aspirieren. Somit hängt sowohl die Realisierung, als auch die Nicht-Realisierung von weiteren Faktoren ab, wie zum Beispiel von dem Sprachlichen Kontext und ins besondere von soziokulturellen Faktoren. Sprecher aus der oberen Schicht aspirieren nicht, da sie häufig auch mit anderen Sprechern in Kontakt treten, wobei die Sprecher der unteren Schicht eher zur Aspiration tendieren (vgl. Narbona 1987: S.54).

3.2 seseo und ceceo

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : seseo und ceceo (Manuel Alvar 1996: S.250)

Eines der wichtigsten Merkmale des andalusischen Spanisch ist der seseo. „ El rasgo más significativo del andaluz, dentro de la conciencia lingüistica peninsular, es el seseo, o el ceceo. “ (Zamora 1967: S.287). Der seseo und der ceceo tauchen in Andalusien in diesen drei Varianten auf:

1. seseo: Die Reduzierung des Phonems /ϴ/ (in der spanischen Schreibweise <c>,<z>) und /s/ (in der spanischen Schreibweise <s>), auf nur ein Phonem, welches als [s] realisiert wird.
2. seceo: Die Reduzierung des Phonems /ϴ/ (in der spanischen Schreibweise <c>,<z>) und /s/ (in der spanischen Schreibweise <s>), auf nur ein Phonem, welches als [ϴ] realisiert wird.
3. Die Unterscheidung von seseo und ceceo: Die Unterscheidung der beiden Phoneme bei der Realisierung (vgl. Fernandes 1999: S.22).

Sowohl beim Sprecher seseante als auch beim ceceante kommt es zur sogenannten Entphonologisierung, sprich in den beiden Fällen verliert die phonologische Opposition der beiden Phoneme /ϴ/ und /s/ ihre unterschiedlichen Merkmale und wird als [s] (seseo) oder als [ϴ] (ceceo) realisiert (vgl. Fernandes 1999: S.22-23). Hier einige Beispiele von einem Sprecher, den man als seseante, ceceante und einen, der beide Phoneme unterscheidet bezeichnen kann:

1. Seseante: Individuo que realiza s > [s] y z,c > [s]: Sapato „zapato“; cosa „cosa“
2. Ceceante: Individuo que realiza z,c> [ ϴ] y s> [ ϴ]: Zapato „zapato“; coza „cosa“
3. Distinguidor: individuo que realiza s> [s] y z,c> [ ϴ ]: Zapato „Zapato“; cosa „cosa“ (Fernandes 1999: S.23)

Im Hinblick auf die Verbreitung des seseo bzw. ceceo lässt sich Andalusien in zwei linguistische Bereiche unterteilen. Die Region, in dem die beiden Laute [s] und [ϴ] unterschieden werden, nimmt in etwa ein Drittel Andalusiens ein und befindet sich in den nördlichen Grenzgebieten sowie in den Gebirgen von der Sierra Morena bis hin zur Sierra Nevada (siehe Abbildung 1). Die Region, in der eher der seseo überwiegt, umfasst den gesamten Süden der Provinz Córdoba, sowie den Norden Málagas, die Stadt Sevillas und verschiedene Gebiete Huelvas (vgl. Narbona 1987: S.59-61). In den umliegenden Gebieten von Cádiz, Sevilla und Córdoba wird der ceceo genutzt, in den Städten selbst jedoch der seseo. „Dem ceceo haftet nämlich seit jeher ein Makel des Rustikalen oder Vulgären an, während seseo traditionell mit der Stadt Sevilla assoziiert wird und daher als urbane Alternative des Südens gilt.“ (Kubarth 2009: S.106).

3.3 Die Aspiration von /s/

Ein weiteres phonetisches Merkmal, welches sehr charakteristisch für Andalusien ist, stellt die Aspiration, Reduktion oder Wegfall des Konsonanten /s/ dar, vor allem in implosiver Stellung. Das /s/ kann sich zum einen entweder am Ende einer Silbe, zum anderen vor einem anderen Konsonanten, oder auch ganz am Ende des Wortes befinden (vgl. Fernandes 1999: S.34-35). In dieser Position wird der Konsonant in abgeschwächter Form realisiert oder er entfällt komplett: albañiales = [albañalialeh], [albañialeh], [albañiale] (vgl. Aguilar 2000: S.63). Oder wie hier im Beispiel deutlich wird: asco = [ahko] / [akko]; los pájaros = [loh pájaroh] / [loo pájaroo] (Aguilar 2000: S.63). Es findet an einigen Stellen Assimilationsprozesse statt. (vgl. Poyato 2009: S.27). Das Initiale /s/ bleibt sowohl im Kastilischen als auch im Andalusischen erhalten.

Je nachdem, ob sich das /s/ innerhalb des Wortes befindet, am Ende des Wortes, vor einem Konsonanten oder einem Vokal, wird es unterschiedlich realisiert. Die Aspiration oder Wegfall von /s/ lässt sich in ganz Andalusien und in allen Sozialschichten wiederfinden (vgl. Aguilar 2000: S.64). „Ihr Charakter ist von der Artikulation der Nachbarlaute, von Redetempo und Redeweise abhängig“ (Alther 1935: S.97). Im Folgenden sollen die verschiedenen Variationen anhand von Beispielen deutlich gemacht werden:
1. Wird aspiriert: pasta = [pahta], [pahta]; los tres = [loh tré, loh tré]. Das ist die verbreiteteste Form in allen Regionen und allen sozialen Schichten.
2. Wird verdoppelt (reduplicación): las paredes = [lapparede]; los médicos = [lommédicos]; mismo = [mimmo]. Wird oft in familiären Zusammenhängen oder spontanen Situationen genutzt.
3. Vor einem /b/, /d/, /g/ kann es zur Assimilation bei der Aspiration dieser Konsonanten kommen: las gallinas = [lahgallina], [laggallina], [lahallina].
4. Der Verlust von /s/ in implosiver Stellung. Kann innerhalb oder am Ende des Wortes vorkommen, oder vor bestimmten Konsonanten (/f/, /ll/, /ch/): resfriado = [refriao]; los fallos = [lo fallo]; los chicos = [lo chico]. (Aguilar 2000: S.65-66)

Das <s> in finaler Stellung ist dem Schwund am meisten ausgesetzt. Im Süden von Neukastilien und im Westen der Provinz Almería tendiert das finale /s/ allgemein zur Reduktion. Der vollständige Verlust ist häufiger im Süden anzutreffen, während an der kastilischen Grenze gewöhnlich mehr oder weniger geschwächte /s/ Variationen auftauchen (vgl. Alther 1935: S.87).

3.4 Der yeísmo

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : yeísmo (Manuel Alvar 1996: S. 249)

Der yeísmo findet besonders in Andalusien Verbreitung, jedoch gibt es große Gebiete, die die Phonemunterscheidung beibehalten. Sehr häufig ist der yeísmo an der Grenze zu Portugal und in der Region Sevillas anzutreffen (siehe Abbildung 2). Wie bereits im seseo zu sehen war, kommt es im yeísmo ebenfalls zu einer Entphonologisierung (der Zusammenschluss zweier Phoneme zu einem) und zwar zwischen dem Phonem /ʝ̞/ (im Spanischen als <ll> geschrieben) und dem Phonem /ʎ/ (im Spanischen als <y> geschrieben) (vgl. Fernandes 1999: S.54). In einigen Regionen Andalusiens, lassen sich diese beiden Phoneme nicht unterscheiden (z.B. „ cabayo, caye, Seviya “) (Fernandes 1999: S.55).

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Einfluss des Andalusischen in der lateinamerikanischen Sprache. Phonetische Besonderheiten des Andalusischen und Lateinamerikanischen
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Jahr
2017
Seiten
30
Katalognummer
V973937
ISBN (eBook)
9783346320452
ISBN (Buch)
9783346320469
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, andalusischen, sprache, phonetische, besonderheiten, lateinamerikanischen
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Einfluss des Andalusischen in der lateinamerikanischen Sprache. Phonetische Besonderheiten des Andalusischen und Lateinamerikanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/973937

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