Was bedeutet Partizipation im Kindergarten? Was sind die Rechte und die Demokratie in der Partizipation? Was macht Partizipation mit den Kindern? Wie sieht es mit der Inklusion und mit Menschen mit Behinderungen aus in der Partizipation? Welche Methoden gibt es in der Partizipation? Können Ressourcen geweckt werden? Gibt es Grenzen in der Partizipation?
Diesen Frage- und Problemstellungen soll die Arbeit nachgehen. Daher wird zunächst eine Definition der Begriffe Partizipation, Rechte und Demokratie erfolgen. Das Ziel der Arbeit ist es dabei, die Partizipation im Kontext der Kindergartentätigkeit darzustellen und klären, warum Kinder im Kindergarten Partizipation brauchen und erfahren sollten.
Um eine Betriebserlaubnis für einen Kindergarten zu bekommen, sind nach § 45 SGB Abs. 2 Nr. VIII zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung geeignete Verfahren der Beteiligung von Kindern anzuwenden. Mit dem dadurch gesetzlich geregelten Anspruch der Kinder auf Partizipation gewinnt diese im Kindergarten an Bedeutung. Dabei ist der Gedanke der Partizipation nicht neu, denn bereits in den zwanziger Jahren war der Hinweis auf die Partizipation als Begriff in reformpädagogischen Ansätzen zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen und Standortdefinition
2.1 Definition von Partizipation
2.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen für Kinderrechte
2.3 Demokratie in der Partizipation
3 Voraussetzung und Methoden für Partizipation in Kindergarten
3.1 Grundhaltung des Fachpersonals in Kindergarten
3.2 Kinderparlament / Kindergruppenkonferenz im Kindergarten
3.3 Beschwerdeverfahren
4 Inklusion und Integration
5 Grenzen der Partizipation
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung, rechtliche Verankerung und praktische Umsetzung von Partizipation im Kindergartenalltag unter Berücksichtigung von Demokratiebildung und kindlichen Rechten.
- Gesetzliche Grundlagen für Kinderrechte und Partizipation
- Stufenmodelle der Partizipation im Elementarbereich
- Methoden der Beteiligung wie Kinderparlamente und Beschwerdeverfahren
- Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte und deren Grundhaltung
- Integration und Inklusion im Kontext der Partizipation
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundhaltung des Fachpersonals in Kindergarten
Aus den von Bartosch und Knauer beschriebenen Merkmalen ergeben sich Anforderungen an die Grundhaltung on Fachkräften in der Einrichtung, die in konkrete Handlungen und Verhaltensweisen umzusetzen sind.
Fachkräfte sollten sich selbst beobachten und selbstreflektieren. War mein Tun/Handeln jetzt angebracht? Wie geht es mir dabei? Fühle ich mich schlecht, warum, was hätte ich anderes machen können? Die Fachkräfte sollten den Kindern zuhören, nicht werten, Einfühlungsvermögen zeigen, ausgeglichen und loyal sein. Für ein strukturiertes Empowerment bedarf es dementsprechend Auskünfte, Zeit und Raum, ebenso um einen Ausblick, verschiedene Denkweisen darzustellen und Vertraute zu finden (Straßburger, 2014 d, S.234f.) Die Kinder werden dabei von der Fachkraft begleitet und gefördert. Den Kindern wird beispielsweise die Zeit gegeben, die sie benötigen, um in Ruhe ihre Schuhe oder Jacke anzuziehen, Zeit in ihrer Entwicklung, Zeit in ihrem Denken und Handeln. Die Kinder müssen der Fachkraft vertrauen können. Da Kinder häufig das Verhalten von Erwachsenen reflektieren, ist ein Verhalten mit Achtung und Empathie gegenüber den Mitarbeitern und Eltern ratsam. Das heißt zuhören, nicht werten, mitzufühlen, Verständnis zu zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzliche Pflicht zur Beteiligung von Kindern in Kindergärten ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung und Umsetzung von Partizipation.
2 Begriffsbestimmungen und Standortdefinition: Dieses Kapitel definiert Partizipation sowie gesetzliche Kinderrechte und erörtert den demokratischen Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen.
3 Voraussetzung und Methoden für Partizipation in Kindergarten: Es werden die notwendige Grundhaltung der Fachkräfte sowie konkrete Methoden wie Kinderparlamente und Beschwerdeverfahren zur Förderung der Beteiligung behandelt.
4 Inklusion und Integration: Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit, Partizipation allen Kindern, einschließlich Kindern mit Behinderung, durch inklusive Ansätze zu ermöglichen.
5 Grenzen der Partizipation: Hier werden die ethischen und rechtlichen Grenzen der Partizipation aufgezeigt, insbesondere im Hinblick auf das Kindeswohl und die Verantwortung der Fachkräfte.
6 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit einer verbindlichen Partizipationskultur, die auf einer demokratischen Grundhaltung der Fachkräfte basiert.
Schlüsselwörter
Partizipation, Kinderrechte, Kindergarten, Demokratiebildung, Mitbestimmung, Kindeswohl, Fachkräfte, Inklusion, Empowerment, Beschwerdeverfahren, Beteiligungsformen, Situationsansatz, Kinderstube der Demokratie, Resilienz, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Bedeutung von Partizipationsmöglichkeiten für Kinder im Kindergartenalter innerhalb deutscher Betreuungseinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen rechtliche Rahmenbedingungen, demokratische Bildungsprozesse, Methoden der Beteiligung, die Haltung der Fachkräfte sowie Inklusion und Grenzen der Mitbestimmung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die Bedeutung von Partizipation im Kontext der Kindergartentätigkeit darzustellen und zu klären, warum Kinder im Kindergarten Partizipation benötigen und erfahren sollten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung einschlägiger Fachliteratur sowie bedeutender Modellkonzepte zur Partizipation in der Frühpädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen und gesetzliche Grundlagen, die Analyse von Methoden (Kinderparlament, Beschwerdemanagement), Inklusionsaspekte und die fachliche Reflexion über die Rolle des pädagogischen Personals.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Partizipation, Kinderrechte, Mitbestimmung, Demokratiebildung und Empowerment im Kontext der Kindertagesbetreuung.
Was unterscheidet das „Stufenmodell der Partizipation“ von einer Alibiteilnahme?
Eine Alibiteilnahme zeichnet sich durch eine rein formale oder scheinbare Beteiligung aus, während das Stufenmodell echte Beteiligungsgrade bis hin zur Selbstverwaltung beschreibt, bei denen Kinder tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen nehmen.
Wie gehen Fachkräfte idealerweise mit dem „Beziehungsdreieck“ um?
Die Fachkräfte sollten im Dreieck zwischen Kind, Eltern und Einrichtung eine transparente und kooperative Kommunikation pflegen, um die Partizipationsrechte des Kindes unter Respektierung der elterlichen Mitwirkung erfolgreich umzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Christina Carstens (Autor:in), 2017, Partizipation im Kindergarten. Voraussetzungen, Methoden und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974049