In diesem Unterrichtsentwurf soll das Thema Kinderarbeit in Hinblick auf Menschenrechte behandelt werden. Der Rahmenplan von Mecklenburg-Vorpommern stellt für die Jahrgangsstufe 9 den Unterrichtsgegenstand "Menschenrechte" im Zusammenhang mit der Thematik Rechtsstaat als verpflichtenden Lehrplanbestandteil in den Mittelpunkt. In der Stunde: "Kinderarbeit – Wer ist beteiligt und was können wir dagegen tun?" handelt es sich um eine Doppelstunde innerhalb der Unterrichtseinheit Menschenrechte.
Mit den vorausgegangenen Unterrichtsinhalten zu Menschen- und Kinderrechten haben sich die Schüler einen Überblick über diese Rechte verschafft. Ferner wurde verdeutlicht, dass diese Rechte trotz internationaler Abkommen nicht überall auf der Welt gewährt werden. Diese Problematik wird an Hand des Themas Kinderarbeit konkretisiert. Der Unterrichtsgegenstand Kinderarbeit rechtfertigt sich hierbei nicht nur aus dem Bildungsauftrag der Schule heraus, sondern auch aus dem Erziehungsauftrag der Schule. Die Schüler sollen zu mündigen Bürgern in einer intakten Demokratie erzogen werden. Dies meint, sie sollen sachlich informiert, zum Urteil befähigt und zur verantwortlichen Partizipation in der Gesellschaft vorbereitet werden.
Kinderarbeit war in Deutschland und Europa insbesondere in der Landwirtschaft und in der aufkommenden Industrialisierung zu finden. Der Wechsel von der Selbstversorger- zur Erwerbsarbeit führte im 18. und 19. Jahrhundert zur Ausdehnung von Kinderarbeit. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in den industriellen Ländern Verbote gegen Kinderarbeit niedergeschrieben. Im Artikel 1 des Grundgesetzes steht: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlicher Gewalt." Allerdings wird in unterschiedlichen Medien regelmäßig deutlich, dass dieser Schutz nicht allen Menschen auf der Welt, hierunter auch Kindern, gewährt wird. Anfang der 1980er Jahre stellten breit gefächerte Verbraucherkampagnen einen Zusammenhang zwischen Kinderarbeit und Globalisierung her. Hierbei standen zunächst die indische Teppichindustrie und die Textilindustrie in Bangladesch im Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
I. Problembeschreibung
II. Auseinandersetzung
III. Entscheidung
IV. Bewertung und Reaktionen
2. Didaktische Analyse
3. Methodische Überlegungen
4. Ziele in den Kompetenzbereichen
5. Ausführlicher Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Unterrichtslangentwurfs ist es, Schülern der 9. Klasse die Problematik der Kinderarbeit im Kontext der Menschenrechte näherzubringen und sie dazu zu befähigen, politische Urteilsfähigkeit sowie Handlungsalternativen zu entwickeln. Dabei steht die methodische Erschließung von Ursachen, Interessenlagen und Lösungsansätzen unter Anwendung der Problemstudie im Fokus.
- Strukturierung von Lerninhalten nach dem Politikzyklus
- Analyse von Kinderarbeit als Verletzung von Menschenrechten
- Anwendung der Methode "Argumentations-Map" zur Problembearbeitung
- Sensibilisierung für eigenes Konsumverhalten und Handlungsmöglichkeiten
- Förderung der Urteilsbildung durch multiperspektivische Fallbeispiele
Auszug aus dem Buch
III. Entscheidung
Mit der einstimmigen Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1989 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen und der fast weltweiten Ratifizierung verbindet sich ein globaler Schutz der Kinderrechte. Die in den 54 Artikeln dargestellten, völkerrechtlich bindenden Mindeststandards haben das Ziel weltweit die Würde, die Entwicklung und das Überleben der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre sicherzustellen. Die Bestimmungen und Regelungen der Konvention sind umfangreich. Sie reichen von dem Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel über das Recht auf Bildung und dem Schutz vor körperlicher und geistiger Gewaltanwendung bis zu dem Verbot von wirtschaftlicher und sozialer Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Das Kapitel strukturiert das Thema Kinderarbeit entlang des Politikzyklus von der Problembeschreibung bis hin zu aktuellen Bewertungen und Reaktionen im internationalen Kontext.
2. Didaktische Analyse: Hier wird die Relevanz der Thematik für den Unterricht in der 9. Jahrgangsstufe begründet, wobei der Erziehungsauftrag der Schule und das Prinzip der Problemorientierung im Vordergrund stehen.
3. Methodische Überlegungen: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz der Problemstudie und der "Argumentations-Map", um Schülern einen strukturierten Zugang zur Bearbeitung komplexer politischer Sachverhalte zu ermöglichen.
4. Ziele in den Kompetenzbereichen: Es werden die angestrebten Lernziele definiert, die sich auf politische Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit sowie methodische Kompetenzen konzentrieren.
5. Ausführlicher Verlaufsplan: Dieser Teil bietet eine detaillierte zeitliche und inhaltliche Gliederung der Unterrichtssequenz inklusive Lehrer- und Schülerhandlungen sowie Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Kinderarbeit, Menschenrechte, Politikzyklus, UN-Kinderrechtskonvention, Problemorientierung, Argumentations-Map, Politische Bildung, Ausbeutung, Globalisierung, Handlungsfähigkeit, Urteilsbildung, Sozialkunde, ILO, Konsumverhalten, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema Kinderarbeit für eine 9. Klasse an einer Regionalen Schule im Fach Sozialkunde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Geschichte der Kinderarbeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Kinderrechtskonvention sowie die Analyse globaler wirtschaftlicher Abhängigkeiten und Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Schüler durch eine problemorientierte Methode zu mündigen Bürgern zu erziehen, die die Ursachen von Kinderarbeit reflektieren und eigene Handlungsmöglichkeiten kritisch abwägen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der "Problemstudie" nach Sybille Reinhardt sowie das Werkzeug der "Argumentations-Map" zur strukturierten Erarbeitung von politischen Problemen genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Sachanalyse die didaktischen und methodischen Begründungen sowie der detaillierte Verlaufsplan für die Doppelstunde dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Kinderarbeit, Menschenrechte, Politikzyklus, Urteilsbildung und politische Handlungskompetenz beschreiben.
Warum wird das Modell des Politikzyklus zur Strukturierung gewählt?
Das Modell ermöglicht es, Politik als einen prozesshaften Vorgang der Problemverarbeitung zu verstehen, was den Schülern eine systematische Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderarbeit erleichtert.
Welche Rolle spielt die "Argumentations-Map" im Unterricht?
Sie dient als visuelles und analytisches Hilfsmittel, um komplexe Probleme in Schritte wie Ist-Analyse, Soll-Zustand, Problemursachen und Lösungsansätze zu gliedern.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Schäfer (Autor:in), 2020, Wer ist an Kinderarbeit beteiligt und was können wir dagegen tun? (Sozialkunde Klasse 9, Regionalschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/977967