Das Ganze Haus - Urtyp vorindustrieller Lebensform: der ländliche Oikos


Seminararbeit, 1999

17 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 BEGRIFFLICHKEITEN
2.1 Das Ganze Haus
2.2 Oikos, Oikonomika, Ökonomie

3 GESELLSCHAFTLICHE DETERMINANTE - WIRTSCHAFTSSYSTEM
3.1 Bedeutung der Landwirtschaft
3.2 Formen vorindustrieller ländlicher Hausökonomien

4 DAS GANZE HAUS ALS WIRTSCHAFTSEINHEIT
4.1 Arbeit zum Eigengebrauch
4.2 Fehlende interhäusliche Arbeitsteilung
4.3 Innerhäusliche Arbeitsteilung

5 DIE HAUSHALTSMITGLIEDER
5.1 Stellung von Mann und Frau
5.2 Die Haushaltsgröße und -struktur

6 DAS GEBAUTE HAUS
6.1 Einfluß des Wirtschaftens
6.2 Wohnen im Haus

7 BESTIMMUNG DER LEBENSWEISE DURCH DAS HAUS

8 ZUSAMMENFASSUNG

9 LITERATUR

1 Einleitung

Bereits die Begrifflichkeit ,,das Ganze Haus" im Zusammenhang mit der Entwicklung bzw. Entstehung des Wohnens verwendet, vermittelt einen Eindruck davon, daß ein mehr oder weniger geschlossenes System - wirtschaftlich und sozial - Gegenstand dieser Betrachtung ist. Allerdings wird bereits an dieser Stelle darauf verwiesen, daß das ,,System" des ganzen Hauses nicht im eigentlichen Sinne als Wohn form aufgefaßt werden kann, zumindest nicht insofern, als ,,Wohnen" im Ganzen Haus schon nicht der etymologischen Bedeutung von ,,sich wohlfühlen" (vgl.: TEUTEBERG 1985: 2) nahekommt. Zum anderen da unsere heutige Vorstellung von Wohnen noch über diese Bedeutung hinausgeht und private, individuelle Emotionen der Intimität mit der eigenen Wohnung verknüpft sind (vgl.: HÄUßERMANN/SIEBEL 1996: 14). Es handelt sich also beim Ganzen Haus vielmehr um eine Lebensform denn um eine Wohnform, so die hier vertretene These. Bezugspunkt dieser Arbeit bildet das ländliche Haus, wobei weniger auf die materiellen, also architektonischen Darstellungen, welche die überwiegende Mehrzahl der Literatur bildet, die sich im Sinne der Geschichte des Wohnens beschäftigt, eingegangen wird. Im Folgenden konzentriert sich die Arbeit auf Fragen der Wohn- bzw. Lebensweise, die mit dem Begriff des Ganzen Hauses verknüpft sind. Ziel ist es, im historischen Kontext folgende Fragen zu betrachten: Wie wohnten bzw. lebten die Menschen der vorindustriellen Zeit in und ,,mit" dem Haus1 ? Was bestimmte diese Lebensweise, d.h. warum lebten sie so und nicht anders? Welche Faktoren beeinflußten auf welche Art das soziale Gefüge des Ganzen Hauses? Im Mittelpunkt steht somit die eigentliche Frage nach der gegenseitigen Beeinflussung von materieller Umwelt, dem Haus selbst, dem sozialen Gefüge des Hauses und der gesellschaftlichen Einfüße, welche beides mitbestimmen.

Der Weg, auf welchen die Überlegungen angestellt werden ist notwendigerweise sozialhistorisch, da in erster Linie die Lebensweise der Menschen in Europa während des Mittelalters betrachtet wird, um die Lebensform des Ganzen Hauses darzustellen. Um die wichtigsten charakteristischen Merkmale des ,,Wohnens" in der Zeit des Ganzen Hauses herauszustellen, wird in dieser Arbeit der Schwerpunkt auf die Erläuterung des sozialen und räumlichen Gefüges des ländlichen Hauses bzw. Haushaltes in der Zeit vom 9. bis 13. Jahrhundert als ,,Urtyp", also als Idealtyp2 des Ganzen Hauses gelegt. Zunächst werden einige Begrifflichkeiten erläutert, um anschließend gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Einflußfaktoren darzustellen. Da in dieser Arbeit davon ausgegangen wird, daß vor allem die landwirtschaftliche Wirtschaftsweise und die Art der Arbeit für die Ausprägung des Ganzen Hauses entscheident war, werden diese Aspekte ausführlicher unter Punkt 3 angesprochen.

Die Kennzeichen des Ganzen Hauses werden im Folgenden trotz ihrer Interdependenz und Komplexität getrennt unter ökonomischen, sozialen und baulichen Gesichtspunkten behandelt um schließlich unter Punkt 7 und 8 wieder zusammengefügt zu werden. Damit wird einerseits der Unterschied zu dem heutigen ,,Wohnen" verdeutlicht, ohne jedoch aufgrund des Umfanges der Arbeit einen direkten und ausführllichen Vergleich vorzunehmen. Andererseits entsteht abermals, wie bereits zu Beginn dieser Arbeit, ein ganzheitliches Bild des vorindustriellen Hauses, jedoch mit dem Ziel, die gegenseitige Bedingtheit und Einflußnahme der vorher besprochenen Einzelkennzeichen und der gesellschaftlichen Determinante, der Wirtschaftweise, auf das Zusammenleben im Ganzen Haus aufzuzeigen.

2 Begrifflichkeiten

Im Folgenden werden zunächst die Begrifflichkeiten das Ganze Haus, Oikos, Oikonomika und Ökonomie erläutert. Zum einen lassen sich bereits durch die Begriffsbestimmung die maßgeblichen Inhalte und Ziele der Arbeit ablesen und es wird deutlich, daß es sich bei beim Ganzen Haus um mehr als um eine Wohnform in unserem heutigen Verständnis handelt.

2.1 Das Ganze Haus

Der Begriff des ,,Ganzen Hauses" wurde u.a. nach TERLINDEN und HÄUßERMANN / SIEBEL von Otto BRUNNER geprägt und von ihm in die Beschreibung der alteuropäischen Ökonomie, der Wirtschaft des Hauses, der Haus wirtschaft, eingebunden (vgl.: TERLINDEN 1990: 15; HÄUßERMANN/SIEBEL 1996: 22).

Otto BRUNNER stützt sich bei der Verwendung der Begrifflichkeit auf Wilhelm Heinrich RIEHL: ,,Die Ökonomik ist buchstäblich Lehre vom Oikos, vom Hause im umfassendsten Sinn, vom ,,ganzen Hause", um mit Wilhelm Heinrich Riehl zu sprechen, der diese heute nur noch im bäuerlichen Leben teilweise lebendigen Sozialgebilde im Moment seines Zerfalles oder doch seines Zurücktretens beschrieben hat."3 (BRUNNER 1956: 34). BRUNNER vollzieht die Einordnung des Terminus vor allem auf der Ebene der Ökonomie und verbindet ihn gleichsam als Synonym mit der Lehre vom Oikos aus der griechischen Antike.

2.2 Oikos, Oikonomika, Ökonomie

Der Begriff ,, Oikos" umfaßt hierbei sowohl die wirtschaftliche als auch die politische Ebene. Zum einen stellt er ,,...eine selbstständig wirtschaftende Einheit, die unter Leitung des Hausvaters die Daseinsvorsorge einer Menschengruppe zu gewährleisten hatte..." (SCHWEITZER 1991: 51) dar. Zum anderen bildete der Oikos auch die Basis der politischen Ordnung: ,,In der antiken Theorie der Polis sind die Familien, präziser die Häuser (Oika), die elementaren Bestandteile des Staates." (BRUHNS 1994: 75)

In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff im Sinne von Otto BRUNNER benutzt. Er betont den ökonomischen Kontext und erweitert diesen um das innerhäusliche Sozialgefüge. Er sieht in der Ökonomik als Lehre vom Oikos ,,...die Gesamtheit der menschlichen Beziehungen und Tätigkeiten im Hause..." (BRUNNER 1956: 35f). In der Betrachtung des Hauses in seiner Gesamtheit von Beziehungen und Tätigkeiten muß die Anlehnung von Otto BRUNNERs Ökonomik an die antike ,, Oikonomika" gesehen werden. Diese ,,...philosophischen Überlegungen zur Wirtschaftsführung..." (SCHWEITZER 1991: 51) konzentrierten sich nicht nur auf die konkrete Durchführung der Haushaltswirtschaft, sondern umschlossen ebenso Gebote des Lebenswandels und des Zusammenlebens der Haushaltmitglieder. Bis in das 18. Jahrhundert hinein stand das Haus in seiner in sich abgeschlossenen Vielschichtigkeit und Dichte als Bezugspunkt der ,,Ökonomie", der ,,Wirtschaft" vor. Dieser, aus heutiger Sicht haus wirtschaftliche Sinn der Ökonomie änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Im heutigen Verständnis verbindet man die Ökonomie mit der Volkswirtschaft.

Die alteuropäische Ökonomik beinhaltete weit mehr als die Lehre von der Haushaltung, und daß ,,...hinter ihr die innere Einheit des ,,Hauses" in der Gesamtheit seines Daseins steht, vermögen wir kaum mehr zu sehen." (BRUNNER 1956: 36). Den Ursprung des Bedeutungswandels der Begriffe Wirtschaft und Ökonomie sieht BRUNNER begründet in der Entwicklung des modernen Staates und der Entstehung der Volkswirtschaft (vgl.: ebd. 1956: 37f).

Dieser in erster Linie ökonomischer Ansatz von Otto BRUNNER wird im Folgenden insofern übernommen, als daß dieser als Ausgangspunkt und Determinante zur Erläuterung weiterer Gegebenheiten, sozialer und räumlicher, des Ganzen Hauses herangezogen wird.

3 Gesellschaftliche Determinante - Wirtschaftssystem

In der Betonung der Wirtschaftsweise zum einen als bestimmende Determinante der Lebens- und damit Wohnform, daraus folgend zum anderen auch als Indikator zur Unterscheidung von bestimmten Typen des Ganzen Hauses lehnt sich die vorliegende Arbeit an die Einteilung an, wie sie von TERLINDEN durchgeführt wird. TERLINDEN unterscheidet drei Grundtypen des Ganzen Hauses, welche während der Zeit vom 9. bis 18. bzw. 19. Jahrhundert dominierten (vgl.: TERLINDEN 1990: 19ff). Das Hauptunterscheidungskriterium ist die Kategorie Arbeit in zwei Ausprägungen, die Arbeit für den Tausch sowie die Arbeit für den direkten Gebrauch, wobei darunter die Arbeit zu verstehen ist, ,,...die der Selbstversorgung dient und deren Produkte und Dienste nicht über den Warenmarkt gehen, sondern direkt - im Hause - ge- und verbraucht werden." (TERLINDEN 1990: 10).

Tabelle 1: Merkmale und Ausprägungen von Typen des Ganzen Hauses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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3.1 Bedeutung der Landwirtschaft

Eine eingehende Betrachtung des ländlichen Hauses scheint aus mehreren Gründen sinnvoll: zum einen sind hier die Ausprägungen des Ganzen Hauses im Sinne eines Oikos am deutlichsten, da aus diesen ländlichen Hausökonomien im Zuge der zeitlich darauffolgenden Entwicklung von städtischen handwerks- und kleinhändlerischen Hausökonomien5 zwar zentrale Elemente beibehalten wurden, jedoch auch Modifikationen und Überformungen auftraten, so z.B. durch den wachsenden Anteil der Arbeit für den Tausch. Zum anderen fiel dem Bauerntum bis in das 19. Jahrhundert hinein aufgrund seiner großen Bedeutung zur Versorgung der Menschen, sowohl auf dem Land als auch in den sich entwickelnden Städten, ein besonderer Stellenwert zu und prägte entscheident das Gesellschaftsgefüge der voridustriellen Zeit.

Zudem lassen sich auch in der heutigen Zeit in ländlichen Gebieten Reste der bereits erläuterten ,,...alteuropäischen Ökonomik...[als] die Lehre von der ,,Wirtschaft" im bäuerlichen Sinn, vom ,,Ganzen Hause" (BRUNNER 1956: 38) finden (vgl.: IPSEN 1992: 32ff).

Die Notwenigkeit, sich in die herrschende Wirtschaftsorganisation einzufügen bedeutete zur Zeit der Feudalordnung (9. bis 13. Jahrh. nach TERLINDEN 1990: 21) vor allem, Teil einer ländlichen, also landwirtschaftlichen Hausökonomie zu sein.

,,Im Mittelalter arbeiten die meisten Menschen in der Landwirtschaft. Am Anfang fast alle, am Ende des Mittelalters (gegen 1500) immer noch mehr als 80%..." (BOOCKMANN 1988: 53). Das landwirtschaftliche System beruhte vor allem auf der Produktion zum eigenen Gebrauch (Subsistenzwirtschaft); nur selten und im geringen Umfang wurden Überschüsse produziert6, welche gegen andere Güter eingetauscht werden konnten. Die Landwirtschaft, in Form der Gebrauchswirtschaft bestimmte das gesellschaftliche System, die Arbeits- und somit die Lebensweise der Menschen.

3.2 Formen vorindustrieller ländlicher Hausökonomien

Innerhalb der Feudalordnung bestehen nach HENNING zwei Hauptgruppen von bäuerlichen Hausökonomien: die Villakation, als ,,...eines Wohnsitzes eines Feudalherren, das Verwaltungs- und Herrschaftszentrum eines größeren Grundbesitzes, der in Form eine Villakationssystems organisiert war." (HENNING 1991: 63) auf der einen Seite. Diese Villakationen waren abhängig von den Natural- bzw. Dienstleistungen der ihr unterstehenden bäuerlichen Hausökonomien. Diese, nach TERLINDEN auch als ,,ritterlich- feudale herrschaftliche" Hausökonomie zu bezeichnende Variante der Ökonomie des Ganzen Hauses (s. Tabelle 1), diente und produzierte überwiegend zum direkten Eigengebrauch (vgl.: TERLINDEN 1990: 21).

Auf der anderen Seite standen die abhängigen bäuerlichen Hausökonomien, nach HENNING der eigentliche Oikos (vgl.: HENNING 1991: 308). Auch diese produzierten fast ausschließlich zum Eigengebrauch.

Tabelle 2: Strukturelle Merkmale

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung nach HENNING 1991: 63-70.

Vergleicht man nun diese beiden Formen der Hausökonomien in den für die vorliegende Arbeit relevanten strukturellen Ausprägungen (s. Tabelle 2), so wird deutlich, daß trotz Unterschiede, z.B. im Zweck der Arbeit für den Tausch, von ähnlichen Aufbau und Organisation ausgegangen werden kann. Beide Formen produzierten in erster Linie für den Eigengebrauch, hatten eine interne Arbeitsteilung und setzten sich neben der eigentlichen Kernfamilie auch aus anderen Personen zusammen, welche für den jeweiligen Hof als Arbeitskraft tätig waren.

Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten wird im Folgenden keine Unterscheidung bei der Untersuchung vorgenommen.

4 Das Ganze Haus als Wirtschaftseinheit

4.1 Arbeit zum Eigengebrauch

Wie bereits unter 3 angesprochen (s. auch Tabelle 1), bestimmte die Arbeit für den direkten Gebrauch die beiden Hauptvarianten der ländlichen Ökonomien des Ganzen Hauses zur Zeit der Feudalordnung in Europa. In diesem Zusammenhang ist auch der von EGNER erläuterte idealtypische Begriff der geschlossenen Hauswirtschaft von BÜCHER zu nennen. Mit dieser Kategorie beschrieb BÜCHER ein Grundprinzip, welches sich überwiegend auf das ländliche Ganze Haus anwenden läßt und welches darin besteht, daß ,,...der ganze Kreislauf der Wirtschaft von der Produktion bis zur Konsumtion sich im geschlossenen Kreise (der Familie, des Geschlechts) vollzieht." (EGNER 1964: 13).

Da sich aufgrund dieser Wirtschaftsweise jede Hausökonomie bzw. jedes Haus selber zu versorgen hatte, bildete sich keine Spezialisierung oder Arbeitsteilung, welche durch Tausch ausgeglichen werden konnte, zwischen den einzelnen Haushalten heraus.

4.2 Fehlende interhäusliche Arbeitsteilung

Ein entscheidender Unterschied zur industriellen Lebensform und damit ein Kennzeichen der vorindustriellen Lebensform ist also in der fehlenden Arbeitsteilung der einzelnen Systemelemente der Wirtschaft, d.h. die einzelnen Häuser bzw. Haushalte, Villakation wie Oikos in der Unterscheidung nach HENNING (s.o.), zu sehen. Sie produzierten und verarbeiteten zum überwiegenden Teil selbstständig ihre Existenzgrundlage, v.a.

Nahrungsmittel, und da sich weder eine Marktwirtschaft, noch eine Erwerbswirtschaft herausgebildet hatte, stellte der nicht-spezialisierte Haushalt eine selbstständig wirtschaftende Einheit dar. So mußte jede Haushaltung gleichermaßen eine Vielzahl verschiedener Arbeitsgänge zur Sicherung der Nahrungsversorgung leisten und somit bildete auch der Hof bzw. der Oikos den zentralen Bezugspunkt der Haushaltsmitglieder. Dies prägte entscheident das ,,System" des Ganzen Hauses. Sowohl räumliche als auch soziale Strukturen, welche an dieser Stelle nur angesprochen und an späterer Stelle ausführlicher erläutert werden, wurden also durch die Wirtschaftsform maßgeblich beeinflußt bzw. bestimmt. Räumliche Konsequenz dieser nicht-spezialisierten Wirtschaftsweise bestand etwa in der multifunktionalen Anlage des Hauses selbst.

Als eine soziale Konsequenz läßt sich die Bestimmung der Haushaltsgröße, d.h. die Anzahl der Haushaltsmitglieder, anführen. Die Wirtschaftsform der Produktion zum eigenen Gebrauch bedeutete, daß jede Arbeitskraft, die ebenfalls zu versorgen war, optimal ausgenutzt werden mußte und daß die Anzahl der Mitglieder groß genug sein mußte um die notwendigen Güter zu produzieren, andererseits jedoch nicht die Kapazitäten des Hofes übersteigen durfte, um so ,,unnötige Esser" zu vermeiden.

4.3 Innerhäusliche Arbeitsteilung

Um diese Witschaftseinheit funktionsfähig zu erhalten bedarf es einer Organisation der Arbeitsvorgänge und -inhalte innerhalb des ,,Ganzen Hauses" und somit stand der nicht- spezialisierten Struktur zwischen den einzelnen Hausökonomien eine ausgeprägte intra- oder innerhäusliche Arbeitsteilung gegenüber.

Die Hauptarbeitsbereiche können zum einen der Nahrungsproduktion, wobei nicht nur die hausfernere Felderwirtschaft sondern auch der Gartenbau eine wichtige Rolle spielte7, zum anderen der Nahrungsverarbeitung und Vorratshaltung sowie der Herstellung von Kleidung zugeordnet werden.

Jedes Haushaltsmitglied hatte eine zugeordnete Rolle im Wirtschaftsprozeß der Hauseinheit. Da jedoch im Rahmen der Selbstversorgungswirtschaft produziert und verarbeitet wurde, kann keine Unterscheidung zwischen produktiver Erwerbsarbeit und Hausarbeit im heutigen Sinne gemacht werden (vgl:. DÜLMEN 1989: 39). Die Mitglieder waren somit gleichermaßen von der Arbeit der anderen abhängig. Dennoch bestanden manifeste Arbeitsteilungsstrukturen (vgl.: EGNER 1964: 16), welche die sozialen Beziehungen der Haushaltsmitglieder untereinander prägten.

5 Die Haushaltsmitglieder

5.1 Stellung von Mann und Frau

Aus der bereits angesprochenen Arbeitsteilung ergab sich auch eine Positionierung des Einzelnen innerhalb des innerhäuslichen Sozialgefüges je nach dessen Stellung im Arbeitsprozeß. Das Haus als Arbeitsstätte und Lebensgrundlage stand im Vordergrund: ,,Der Geist einer solchen Hausgemeinschaft stand unter dem Motto der maximalen Ausnützung der zur Verfügung stehenden Menschen und Güter.." (WEBER-KELLERMANN 1992: 30)

Der Mann stand der Hausökonomie ,,...mit patriarchalischer Gewalt, als Herr über Mensch und Tier, Haus und Hof" (EGNER 1964: 15) vor. Als ,,Haus-Herr" konnte nur er den Haushalt nach außen repräsentieren und somit oblagen ihm etwa Vertragsabschlüsse, Tätigkeiten des Handels oder Besitzverkaufs (vgl.: DÜLMEN 1989: 39). Auch sein eigentlicher Arbeits bereich innerhalb der Hausökonomie war der nach außen gerichtete bzw. mit schweren körperlichen Belastungen einhergehende (vgl.: EGNER 1964: 16). Die räumlich gesehenen hausfernen Tätigkeiten der Feldwirtschaft oder des Hütens des Großviehs fielen in dessen Zuständigkeitsbereich, während die Frau Aufgaben der, im heutigen Sinne ,,eigentlichen"Haus wirtschaft zu leisten hatte. Diese waren hausnahe Aufgaben, welche nach ihren Inhalten meist den Weiterverarbeitungsprozessen zuzuordnen sind. Beispiele dafür sind etwa die Herstellung von Getränken und die Weiterverarbeitung des Getreides (vgl.: TERLINDEN 1990: 23). Doch auch Arbeiten wie z.B. der Gartenbau oder die Aufzucht von Kleinvieh fielen in ihren Zuständigkeitsbereich. Die relativ festgefügte Verortung der Frau an das Haus hatte neben traditionellen Gründen auch ihren Ursprung in einem weiteren Arbeitskomplex der Frau: der Kinderversorgung. Auch die Tatsache, daß die Frauen häufig schwanger waren bildet nach DÜLMEN eine wichtige Ursache (vgl.: DÜLMEN 1989: 43f) für die räumlich Bindung der Frau an das Haus. Die ,,Haus-Frau" bildete somit den organisatorischen Mittelpunkt des Hauses, da sie die hausnahen Arbeiten auszuführen, bzw. dem Gesinde oder Kindern anzuordnen und zu überwachen hatte.

Gleichwohl ist die Arbeitsteilung nicht in den Kategorien der produktiven Männerarbeit und der haushälterischen Frauenarbeit zu fassen. Die Stellung des Mannes war abhängig von dem Funktionieren der Hausökonomie (vgl.: DÖRHÖFER 1998: 49) und beide Anteile gleichermaßen dienten der Produktion für den Eigengebrauch bzw. der Produktion der zu leistenden Abgaben an die Villakation. Wie sehr beide Elemente voneinander abhängig waren zeigt etwa das bereits unter 4.1.3 angesprochene Beispiel des Gartenbaus.

Bei der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau handelt es sich also zum einen um gesellschaftlich-traditionell festgelegte Aufgabengebiete, zum anderen lassen sich besonders räumlichen Strukturen als Kriterien und Einflußfaktoren feststellen.

5.2 Die Haushaltsgr öß e und -struktur

Die bereits unter dem Aspekt der Arbeitsteilung angesprochenen Fragen hinsichtlich der Haushaltsgröße werden im folgenden mit Blick auf die soziale Zusammensetzung näher erläutert.

Die Größe die eine solche Arbeits- und Lebensgemeinschaft einer Hausökonomie umfaßte, konnte sehr unterschiedlich sein und ist in Abhängigkeit zur Größe der Hausökonomie im Sinne eines ,,wirtschaftenden Betriebes", zu sehen. Zum einen mußte der Hof groß genug sein, um alle Mitglieder versorgen zu können, zum anderen bedarf es zur Erhaltung eine Hofes bestimmter Größe auch entsprechend vieler Arbeitskräfte. Da aufgrund demographischer Faktoren wie Kindersterblichkeit und Lebenserwartung die eigentliche Kernfamilie mit 4 bis 5 Personen relativ gesehen eher als klein gekennzeichnet werden kann (vgl.: DÜLMEN 1989: 24), war es unerläßlich, hausfremde Personen in den Arbeitsdienst mitaufzunehmen. Somit setzte sich die etwa 8 Personen umfassende Hausökonomie (vgl.: ebd. 1989: 29) aus der durch verwandtschaftliche Bande (Vater, Mutter, Kinder) verknüpften Personen sowie aus Gesinde (Knechte, Mägde) zusammen.

6 Das gebaute Haus

Die Wirtschaftsweise und die Zusammensetzung des Haushaltes beeinflußte entscheident die physische Strukturierung des Hauses selbst.

6.1 Einfluß des Wirtschaftens

Das Haus war Ort vielfältiger Produktions- und Verarbeitungsvorgänge und mußte

dementsprechend multifunktional angelegt und ausgestattet sein. Der Grundriß und die

Ausstattung des Hauses richtete sich also nach dem Kriterium des Gebrauchswertes des

Hauses. Das ,,Einhaus" (WEBER-KELLERMANN 1992: 29), welches als Wohnstallhaus,

also als Allzweckhaus, fungierte war die Regel. "In Mitteleuropa war das Wohnstallhaus mehr als zwei Jahrtausende lang, von der Bronzezeit bis in die Neuzeit, der Mittelpunkt bäuerlichen Wirtschaftens und Lebens." (KLUGE-PINSKER 1998: 35). Diese Anlage (s. Abbildung 1) erlaubte es, alle für die Hausgemeinschaft notwendigen Arbeiten, wie etwa die Nahrungsverarbeitung, in einem zentralen Raum durchzuführen.

Nach TERLINDEN lassen sich bezüglich der vorindustriellen ländlichen Hausökonomien drei bauliche Grundtypen in Anlehnung an die historische Hausforschung unterscheiden: das niederdeutsche, mitteldeutsche und oberdeutsche Haus8 (vgl.: TERLINDEN 1990: 46ff). Das niederdeutsche Hallenhaus, das sogenannte Flettdielenhaus (siehe Abbildung 1) verdeutlicht wohl am anschaulichsten die bauliche Verbindung von Arbeiten und Wohnen, von der Arbeits- und Lebensgemeinschaft der Haushaltsmitglieder untereinander und sogar zu den Tieren. ,,Das Bauernhaus als Gehäuse der gemeinsam wirtschaftenden Bauernfamilie mit ihrem Gesinde..." (WEBER-KELLERMANN 1992: 29) manifestiert sich in dem zentral gelegenen Raum, dem Flett:

Abbildung 1: Exemplarischer Grundriß. Niederdeutsches Hallenhaus: Flettdielenhaus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieser Allzweckraum erlaubte durch seine multifunktionale Anlage eine hohe Nutzungsdichte, d.h. ein dichtes Nebeneinander verschiedenster Arbeitsvorgänge.

In ihm befand sich der Herd, welcher wohl die zentrale Bedeutung des Fletts begründete. Der Herd bzw. das offene Feuer als Licht- und Wärmequelle bildete den Mittelpunkt der innerhäuslichen Aktivitäten. Er war auch der Zuständigkeits- und Kontrollbereich der Frau. Von hier aus konnte sie, der geschlechtlichen Arbeitsteilung entsprechend, die notwendige Organisation der häuslichen und hausnahen Tätigkeiten übernehmen (vgl.: MÖSER in WEBER-KELLERMANN 1992: 29).

6.2 Wohnen im Haus

,,Geschlafen wird meist dort, wo tagsüber gearbeitet und gekocht und wo nicht selten auch noch Kleinvieh aufgezogen wird. In der Regel dient die Stube zugleich als Küche; der Herd wird zum Kochen wie zum Heizen und überdies oft noch als Schlafplatz benutzt, da sich die räumliche Ausgliederung des Kochens erst im 19. Jahrhundert vollzieht." (KASCHUBA 1990: 9)

Dieses Zitat veranschaulicht bereits, daß das Haus als Wohnstätte in seiner Bedeutung dem Haus als Arbeitsstätte untergeordnet war (vgl.: dazu auch DÖRHÖFER 1998: 49). Es existierten keine funktionalen Räumlichkeiten, welche etwa für eine freizeitliche Nutzung oder der Nutzung von bestimmten Personen vorgesehen waren. Wohnen in der heutigen Bedeutungskategorie existierte nicht. Auch hinsichtlich der ,,privaten" Nutzung, damit sind gemeint Tätigkeiten welche nicht direkt Arbeitsvorgängen zugeordnet werden können, mußte der große Hauptraum des Hauses mehrere Funktionen erfüllen: ,,...hier9 wusch man sich, hier brachten die Frauen ihre Kinder zur Welt, hier wurden sie groß, wurden die Kranken gepflegt, beschlossen die Alten ihren Lebensabend." (FLADE 1987: 80).

In erster Linie bedeutete Wohnen jedoch Essen, Schlafen und Kommunikation (vgl.: TERLINDEN 1990 :62). ,,Wohnen" muß in diesem Zusammenhang vorrangig innerhalb des Prozesses der Reproduktion der Arbeitskraft gesehen werden. Diese zur Erhaltung der Arbeitskraft notwendigen Tätigkeiten bestimmte die Wohnfunktion des Hauses, und auch sie wurden im zentralen Raum und im engen Bezug zur zentralen Herd- oder Feuerstelle vollzogen.

7 Bestimmung der Lebensweise durch das Haus

Die Wohn- und Lebensform des Ganzen Hauses im physisch-baullichen Bereich war also gekennzeichnet von großer räumlichen Enge und hoher Multifunktionalität, d.h.

Nutzungsmischung und -dichte waren sehr ausgeprägt. Leicht vorstellbar ist es, daß und in welcher Weise die Beziehungen zwischen den Haushaltsmitgliedern durch diese Bedingungen geprägt wurden. ,,Angesichts solch räumlicher Enge wird verständlich, weshalb hier im Unterschied zum bürgerlichen Milieu keine Vorstellungen und Formen von Privatheit, von sozialer und räumlicher Intimsphäre entstehen können. Arbeit und Kommunikation, Kindererziehung und Sexualität müssen in einem räumlichen und situativen Nebeneinander stattfinden." (KASCHUBA 1990: 9f). Der Einschluß aller Lebensvollzüge in das Haus und damit in die Lebensgemeinschaft führte nach FLADE ,,...zwangsläufig auch [zu] ein[em] hohen Grad an Vertrautheit zwischen den Haushaltsmitgliedern.." (FLADE 1987: 80). Vorgänge wie etwa Geburt und Tod, Krankheit und Festen waren nicht durch gesellschaftliche Infrastruktureinrichtungen vom Haus getrennt und auch sie wurden meist im einen zentralen Raum des Hauses vollzogen.

Dennoch darf nicht vergessen werden, daß die Gemeinschaft des Haushaltes sich in erster Linie als Arbeitsgemeinschaft darstellt: ,,...übergeordnet war die Entwicklung und Erhaltung von Haus und Hof." (DÖRHÖFER 1998: 48). Diese, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit gebildete Arbeitsgemeinschaft des ländlichen Ganzen Hauses bildete die Lebensgemeinschaft innerhalb derer man sich aufhielt. Der eigentlichen Kernfamilie kam eine untergeordnete Rolle zu: "...erst im 18. Jahrhundert begann man, zwischen der eigentlichen Kernfamilie und dem Gesinde...zu unterscheiden." (DÜLMEN 1989: 13)

Die Wirtschaftsweise und die Wirtschaftlichkeit der Hausökonomie als übergeordnetes verbindendes Element zwischen den Individuen des Hauses ließ keinen Freiraum zur Ausbildung einer gefühlsbelegten Identität der Kernfamilie. Die Position eines Haushaltsmitglieds wurde in erster Linie über dessen Stellung im Arbeitsprozeß bestimmt. Eine soziale Trennung von Kernfamilie und Gesinde gab es daher nicht, und so hatten etwa die Kinder der Kernfamilie die Stellung von Gesinde inne (vgl.: DÜLMEN 1989: 25). Dies spiegelt sich auch in der fehlenden räumlichen Trennung von Personen oder Personengruppen innerhalb des Hauses. Eine räumliche Ab- bzw. Ausgrenzung einzelner Mitglieder z.B. durch die Bereitstellung von an bestimmte Mitglieder zugeordnete Zimmer war nicht vorgesehen.

Jedes Hauhaltsmitglied war in erster Linie Arbeitskraft und alle lebten unter einem Dach, meist in einem Raum. Diese räumliche Enge führte zwar zu einem gewissen Grade zu Vertrautheit, die soziale Positionierung des Einzelnen innerhalb der Gemeinschaft wurde dadurch jedoch nicht aufgehoben. Nach FLADE war dies nur in einer festgefügten Gesellschaftsform möglich, bei der die soziale Ungleichheit nicht durch räumliche Nähe neutralisiert werden konnte und als ,,gottgegeben" angenommen wurde (vgl.: FLADE 1987: 80; TERLINDEN 1990: 17). Ein Bestandteil dieser Ordnung bildet sicherlich die geschlechtliche Arbeitsteilung wie sie innerhalb des Ganzen Hauses herrschte. Auch dieser Aspekt des Zusammenlebens ist durch die bauliche Anlage des Hauses manifest und von ihr beeinflußt. Die Zuordnung von Arbeit zu Frau oder Mann erfolgt in erster Linie nach dem Kriterium der Hausnähe bzw. Hausferne. Das Haus als Arbeitsstätte wurde der Frau zugeordnet.

8 Zusammenfassung

Die Darstellung in Abbildung 2 verdeutlicht zusammenfassend die übergeordnete Aussage dieser Arbeit. Ausschlaggebend für das Ganze Haus ist die Arbeit für den direkten Gebrauch, wie sie aus dem herrschenden agrarischen Wirtschaftssystem resultierte. Bis in das 19. Jahrhundert hinein bestimmte die Wirtschafts- und Lebensform des Ganzen Hauses entscheident das Zusammenleben der Menschen. Der Wandel dieses ökonomischen Haussystems änderte sich letztlich mit der sich in der Gesellschaft entfaltenden Industrialisierung. Im Zuge dieser gesellschaftlichen Entwicklung veränderte sich sowohl die soziale Organisation innerhalb des Ganzen Hauses als auch die bauliche Anlage des Hauses selbst. Die räumliche Einheit von Arbeit und Wohnen wurde aufgehoben, die Lebensgemeinschaft wurde nicht länger aus der Arbeitsgemeinschaft gebildet, sondern nun bildete die Familie den Haushalt. Diesen Mitgliedern wurden spezielle Räumlichkeiten zugeteilt, ebenso wurden bestimmte Funktionen entweder völlig aus dem Haus ausgelagert, oder doch zumindest dafür vorgesehenen Orten innerhalb des Hauses zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung nach WEBER-KELLERMANN 1992: 3110

Diese veränderte Organisation einerseits der Haushaltsstruktur und -größe, andererseits der räumlichen Konzeption des Hauses bzw. der Wohnung prägte auf neue Weise die Beziehung der Haushaltsmitglieder sowohl untereinander als auch nach außen hin. ,,Wohnen" stellte sich nicht länger nur als Schlafen und Essen, also Lebensvollzüge im Sinne der Reproduktion dar. In der Abgeschiedenheit der Familie entstand eine neue Intimität und eine strikte Trennung zwischen dem gefühlsbelegten familiären Leben und dem (Arbeits-)Leben in der Öffentlichkeit.

Das Ganze Haus in seiner Komplexität als Lebensmittelpunkt, als Einheit von Wirtschaften und ,,Wohnen" zerfiel.

9 LITERATUR

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KLUGE-PINSKER, ANTJE (1998): Wohnen im hohen Mittelalter (10.-12. Jahrhundert mit Ausblicken in das 13. Jahrhundert. In: DIRLMEIER, ULF (Hrsg.): 500-1800: Hausen - Wohnen - Residieren. Geschichte des Wohnens, Band 2. Stuttgart.

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[...]


1 Das Hausen: mittelhochdeutsch ,,husen" = wohnen, aufhalten, beherbergen, wirtschaften. (vgl.: TEUTEBERGER 1985: 1)

2 nach HÄUßERMANN / SIEBEL: im Sinne von Max WEBER als ,,...das für eine bestimmte Epoche Typische, das diese Epoche Kennzeichnende eines sozialen Phänomens." (HÄUßERMANN / SIEBEL 1996: 13)

3 Zur zeitlichen Einordnung: RIEHL, WILHELM HEINRICH (1883): Land und Leute. 8. Auflage, Stuttgart. Das Werk ,,Land und Leute" als ,,Entwurf einer sozialen Volkskunde Deutschlands, eine[r] allgemeine[n] Schematik der Gesellschaft dieses Landes." (RIEHL 1883: VII)

4 Typen in Anlehnung an HÄUßERMANN / SIEBEL 1996: 26/27.

5 Entwicklung der städtischen Hausökonomien nach TERLINDEN ab dem 13. Jahrhundert (vgl.: TERLINDEN 1990: 36, 52).

6 Diese Wirtschaftsweise war z.B. sehr anfällig für Mißernten, welche die Produktion für den Tausch letztlich unmöglich machten. Mißernten und Hunger tauchen immer wieder in mittelalterlichen Chroniken auf (vgl.: BOOCKMANN 1988: 56).

7 Bedeutung des Gartenbaus ,,Davon kann man nicht leben... Daß die mittelalterlichen Bauern dennoch...überlebt haben, liegt u.a. an dem ...Gartenbau" (BOOCKMANN 1988:55)

8 Zu dieser Unterscheidung siehe auch: SCHMIDT / DIRLMEIER 1998: 298.

9 gemeint ist die Küche mit der Herdstelle

10 ,,Mit diesem Beispiel kann die enge Beziehung zwischen Gesellschaftsorganisation und Entwicklung des Wohnhauses nur angedeutet werden. Bauweise und Raumeinteilung gehören zu den gesellschaftlichen Faktoren, die vom Leben der Familie entscheident geprägt werden und wiederum in einem dialektischen Rückkoppelungseffekt deren Lebensformen von neuen prägen" (WEBER-KELLERMANN 1992: 31)

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Details

Titel
Das Ganze Haus - Urtyp vorindustrieller Lebensform: der ländliche Oikos
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstaltung
Seminar - Einführung in die Soziologie des Wohnens
Note
1,3
Autor
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V97982
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ganze, Haus, Urtyp, Lebensform, Oikos, Seminar, Einführung, Soziologie, Wohnens
Arbeit zitieren
Petra Essenfelder (Autor), 1999, Das Ganze Haus - Urtyp vorindustrieller Lebensform: der ländliche Oikos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97982

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