Zusammenhänge zwischen der Stiftung von Agonen im ostkilikischen und pamphylischen Raum und einer möglichen Krise im 3. Jh. n. Chr.


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

26 Seiten, Note: 2


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INHALTSVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

II. KURZER HISTORISCHER ÜBERBLICK ÜBER DAS AGONWESEN

III. LASSEN SICH STIFTUNGEN BZW. FÖRDERUNGEN VON AGONEN MIT EINER MÖGLICHEN KRISE IN VERBINDUNG BRINGEN?
1.) WELCHE KONSEQUENZEN ERGABEN SICH FÜR DIE PRIVILEGIERTEN STÄDTE?
2.) WELCHE MOTIVE VERANLAßTEN DEN KAISER ZU STIFTUNGEN?
a) Das Loyalitätsprinzip
b) Die Stabilisierung der politischen Lage in Kleinasien
c) Militärpolitische und logistische Aspekte
3.) WANN WURDEN HEILIGE AGONE GESTIFTET?

IV. SCHLUß

V. QUELLENVERZEICHNIS

VI. LITERATURVERZEICHNIS

VII. BILDNACHWEIS DECKBLATT

I. Einleitung

Das Ziel der vorliegenden Untersuchung, die im sporthistorischen Teilgebiet anzusiedeln ist, kann aufgrund des begrenzten Rahmens einer Hauptseminar-Arbeit nicht darin liegen eine absolut umfassende Beantwortung der Frage zu liefern, ob es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer möglichen Krise des dritten Jahrhunderts n. Chr. und den Stiftungen von Agonen in Ostkilikien und Pamphylien , wodurch Zeit und Raum klar definiert sind, gegeben hat. Vielmehr soll an einem Paradigma auch verdeutlicht werden, daß das Finden einseitiger und undifferenzierter Antworten für dieses Jahrhundert, das insbesondere sehr gerne in Handbüchern oft verallgemeinernd mit dem Charakteristikum der Krise belegt wird, relativ leicht zu bewerkstelligen ist, daß diese Ergebnisse aber nicht auf einer profunden wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den, zugegebenermaßen spärlich vorhandenen, Quellen beruhen.

Nach einem skizzenhaften Überblick über das Agonwesen, dessen Ziel einerseits die behutsame Heranführung an das Thema und andererseits die Klärung und Erläuterung wichtigen Fachvokabulars ist, schließt sich der eigentliche Hauptteil der Arbeit an, der anstrukturiert ist über die zentrale Fragestellung: Lassen sich Stiftungen bzw. Förderungen von Agonen mit einer möglichen Krise in Verbindung bringen? Die folgenden Unterkapitel bauen sukzessive aufeinander auf, damit für den Leser nicht der Eindruck der Zusammenhanglosigkeit einzelner Abschnitte entsteht. Im Anschluß an die Betrachtung, welche konkrete Konsequenzen die Förderung durch Wettkämpfe für die Städte hatten, wird der Blick auf die Motive des Kaisers gelenkt, die diesen zu einer Stiftung bewogen haben könnten. Exemplarisch werden drei für den Verfasser grundlegende Aspekte näher beleuchtet, wobei hier deutlich darauf verwiesen werden muß, daß somit keine Vollständigkeit hinsichtlich des für den Gesamtthemenkomplex wichtigen Kapitels gewährleistet ist. Anknüpfend an diese bisher eher thematische Angehensweise folgt dann mit der Frage, wann Spiele gestiftet wurden, ein Untersuchungsteil, der als Basis die Chronologie hat und ein Herzstück der Arbeit darstellt. Im Schlußteil werden im Sinne eines Fazits die wichtigsten gewonnenen Ergebnisse dargelegt und bewertend vor dem Oberthema diskutiert.

Wie oben bereits angeklungen ist , kann man die Quellensituation für dieses Jahrhundert nicht eben als besonders günstig einstufen, wobei jedoch die folgende Aussage von Th. MOMMSEN vollkommen überzogen ist, der behauptet, daß die Quellen „einen Sauhaufen, keine Geschichte, einen Sumpf, keinen Fluß“1 darstellen. Im Verlauf der Arbeit wird sich neben epigraphischen insbesondere auf die numismatischen Dokumente gestützt werden, da literarische Quellen zu diesem Thema so gut wie gar nicht überliefert sind und Papyri eher Aufschluß über den ägyptischen Raum2 geben.

Im Bereich der Sekundärliteratur möchte ich insbesonders auf die Werke von ZIEGLER3 und WALLNER4, über den die Idee zu der vorliegenden Arbeit erst entstanden ist, verweiseqn.

II. Kurzer historischer Überblick über das Agonwesen

Mit den Olympien, Pythien, Isthmien und Nemeen bildeten vier Feste die Wurzel des Agonwesens im archaischen Griechenland5. Sie wurden periodisch veranstaltet, d.h. alle drei bzw. fünf Jahre6, und gehörten aufgrund ihrer kultischen Herkunft zu der Gruppe der agwneV ieroi kai stejanitai7. Bei diesen heiligen Agonen gab es ursprünglich nur Kränze zu gewinnen, da insbesondere das Prestige zählte. In der Kaiserzeit wurden jedoch in zunehmenden Maße die Siege durch Geldpreise versüßt, um die Spiele für namhafte Athleten attraktiver zu gestalten8.

Somit wurde sich der anderen Gruppe von Spielen angenähert, den agwneV qematikoi, bei denen Geld- und Sachpreise an den Sieger verliehen wurden9. Insbesondere die Stadt Aphrodisias in der Provinz Karien war für ihre Preiswettkämpfe bekannt10 und auch für Oinoanda ist solch ein Agon für das zweite nachchristliche Jahrhundert epigraphisch belegt11. Generell waren diese Spiele lokal begrenzt und wurden nicht periodisch durchgeführt, wodurch sie keinen besonders hohen Stellenwert genossen und somit auch für die vorliegende Untersuchung keinen großen Nutzen haben.

Weitaus wichtiger erscheinen die heiligen Agone, die in der Kaiserzeit durch die Aktischen12, Heraiischen und Kapitolinischen Spiele auf eine Gesamtzahl von sieben Wettkämpfen aufgestockt wurden13, wobei sie oft noch mit Kaisernamen verknüpft wurden14.

Die Stiftung dieser Feste oblag dem Kaiser und wurde von den priveligierten Städten als dwrea15 aufgefaßt, da sich wirtschaftliche Vorteile einstellten16. Noch wertvoller erschien die Verleihung des Titels newkoroV, der sich oft auf Münzen17 oder Inschriften18 widerspiegelt, weil in diesem Fall neben den wirtschaftlichen Aspekten auch das Prestigeelement zum tragen kam.

Warum aber gerade in einem Jahrhundert, dem in Handbüchern oft das Charakteristikum „Krise” zugeordnet wird, mehrere hundert Spiele belegt sind19 soll in den folgenden Fragestellungen untersucht werden.

III. Lassen sich Stiftungen bzw. Förderungen von Agonen mit einer möglichen Krise in Verbindung bringen?

1.) Welche Konsequenzen ergaben sich für die privilegierten Städte?

Die Konsequenzen, die sich für die privilegierten Städte ergaben, kamen insbesondere auf zwei unterschiedlichen Ebenen zum Tragen: zum einen auf dem wirtschaftlichen Sektor und zum anderen im Non-Profitbereich durch eine Steigerung des städtischen Ansehens.

Über die ökonomischen Vorteile, die sich aus der Stiftung eines Agons ergaben, scheinen nur wenig differierende Forschungsmeinungen zu existieren. So wird konstatiert, daß eine Stadt, die einen Wettkampf ausrichtete, immer von der Tatsache ausgehen konnte, durch den logisch bedingten Zustrom von Athleten und Zuschauern einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen20. Denn die Schaulustigen, wie auch die Sportler selbst, werden mit Sicherheit Lebensmittel konsumiert oder auch eine Unterkunft genutzt haben, so daß man wohl zu dem Schluß gelangen kann, daß einige Berufsgruppen direkt von der Sportveranstaltung profitierten21. Auch wenn die jeweilige Polis Investitionen aufbringen mußte22, so wurde doch in den meisten Fällen ein finanzielles Plus verzeichnet, da ansonsten die Stiftungen nicht als kaiserliche dwreai gefeiert worden wären23.

Auf der Ebene des städtischen Prestiges bedeutete die Ausrichtung eines neuen heiligen Festes immer synchron die Anhebung des Ansehens der Stadt24. Diese These wird insbesondere durch die zahlreichen numismatischen Belege gestützt, auf denen der Titel der Spiele explizit genannt wurde25. Die betreffende Polis drückte durch solche Münzen den Stolz über die Veranstaltung eines Agons aus und wollte sich damit auch von den benachbarten Städten abgrenzen26.

Noch beliebter bei den Städten war die Verleihung des Neokorietitels, da in diesem Fall - salopp formuliert- gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden konnten. Einerseits wurde dieser Titel immer mit der Ausrichtung eines agwn ieroV kombiniert27, wodurch sich, wie oben dargestellt, positive wirtschaftliche Entwicklungen einstellten. Andererseits konnte die Stadttitulatur erweitert werden28, was einer städtischen Selbstdarstellung gleich kam und zusätzlich zu einem Vorteil im Prestigekampf mit einer rivalisierenden Polis führte29.

Eine ähnliche Bedeutung hatte die Verleihung des Metropolistitels30, wobei die Städte zusätzlich sogar noch Steuerbefreiungen erhielten31.

Wenn man diese Ergebnisse, die eindeutig die positiven Begleitumstände für die Städte darlegen, mit der Tatsache konfrontiert, daß insbesondere im dritten Jahrhundert n. Chr. die epigraphischen wie numismatischen Quellenbeweise hinsichtlich der Stiftung von Agonen oder Neokorie- und Metropolistiteln signifikant ansteigen, so stellt sich die

Frage, welche Motive den Kaiser geleitet haben könnten, die Städte in den untersuchten Reichsgebieten auf diese Weise zu fördern.

2.) Welche Motive veranlaßten den Kaiser zu Stiftungen?

Aufgrund des Studiums des Quellenmaterials und der Sekundärliteratur sind nicht weniger als zehn Motive32 auszumachen, die den Kaiser bewogen haben könnten Agone zu stiften oder zu restituieren33. Da es aber, aufgrund des Themas und des begrenzten Rahmens, nicht sinnvoll erscheint alle Aspekte zu durchleuchten, wird sich im folgenden auf die anscheinend drei wichtigsten Beweggründe eingelassen, welche die „agonistische Politik”34 der regierenden Augusti widerspiegeln.

a) Das Loyalitätsprinzip

Insbesondere in Zeiten innerer Unruhen, als zwei Protagonisten um die Führung des Imperiums kämpften, trat dieses Prinzip ans Licht. Exemplarisch läßt sich dieses an den Städten Anazarbos und Tarsos aus Ostkilikien verdeutlichen, die in der Auseinandersetzung zwischen Macrinus und Elagabal in der Mitte des Jahres 218 n. Chr. verschiedene Positionen ergriffen und dementsprechend differenziert entlohnt wurden. Die Hauptstadt der Provinz, also Tarsos, stand auch aufgrund ihres Beinamens

Makreinianh35 auf der Seite von Macrinus, während Anazarbos relativ schnell eine Position pro Elagabal ergriff36. Dieses Faktum ist damit zu begründen, daß Anazarbos sich im Falle eines Sieges von Elagabal Privilegierungen erhoffte, die ihren wirtschaftlichen und insbesondere auch ihren Prestigestatus gegenüber der Provinzrivalin steigern sollten. Die epigraphischen wie numismatischen Belege legen nahe, daß diese Hoffnung erfüllt worden ist. Zum einen verlieh Elagabal der Stadt den Titel A (prwth), M (egisth), K (allisth)37, wodurch sich auf einmal zwei Städte in Kilikien als „erste”, „größte” und „schönste” Stadt bezeichnen durften, was einer immensen Steigerung des städtischen Ansehens von Anazarbos gleichkam, während dieses für Tarsos eine Schwächung der Position bedeutete. Zum anderen durfte Anazarbos zum ersten Mal isolympische Spiele38 feiern, die laut der Münztitulatur anscheinend als Siegesfeier für Elagabal39 veranstalte wurde. Was diese dwreai nun für die Stadt bedeuteten ist im vorherigen Kapitel erläutert worden, wodurch somit deutlich wird, daß der Kaiser genau die Polis beschenkte, die sich ihm frühzeitig loyal gezeigt hatte.

Dieser dargelegte Ablauf stellte keinen Einzelfall40 im dritten Jahrundert n. Chr. dar, vielmehr zeigte sich dieses Phänomen insbesondere immer in den Regionen, die besonders direkt von den Bürgerkriegen betroffen waren41. Man könnte somit hinsichtlich der zentralen Fragestellung zu der Conclusio gelangen, daß viele Stiftungen von heiligen Agonen direkt mit inneren Krisen in Verbindung zu bringen waren, wobei man jedoch nicht zu schnell urteilen sollte, da auch trotz der erzielten

Untersuchungsergebnisse andere Motive42 eine Rolle gespielt haben könnten, die keine Krise widerspiegeln.

b) Die Stabilisierung der politischen Lage in Kleinasien

Gerade im Anschluß an Zeiten massiver innerer Kämpfe, die im vorherigen Abschnitt dargestellt wurden, besann sich der jeweils siegreiche Augustus darauf, die besonders betroffenen Provinzen politisch zu stabilisieren.

Im ostkilikischen Raum lassen sich aufgrund der Münzen zahlreiche Belege dafür entdecken, daß der Kaiser versuchte, die aufkeimenden Städterivalitäten wieder auf ein gesundes Maß zurück zu schrauben. Hatte er zuerst die Loyalität der Städte belohnt43, die sich frühzeitig auf seine Seite geschlagen hatten, so näherte er sich, mit einer doch relativ deutlichen zeitlichen Verzögerung, der rivalisierenden Polis wieder an. Elagabal zum Beispiel übernahm, nachdem er Anazarbos für ihre Loyalität belohnt hatte, im Jahre 222 n. Chr., also erst in seinem letzten Regierungsjahr, in Tarsos das eponyme Oberamt, die Demiurgie44. Aber auch wenn er einen Schritt auf die ihm ursprünglich weniger freundlich gesinnte Stadt unternahm, so differenzierte er auch weiterhin sehr siginifikant die beiden Rivalinnen, indem er Tarsos weder einen Neokorie- oder gar Metropolistitel verlieh noch einen heiligen Agon stiftete45. Schließlich hätte er damit Anazarbos mehr als deutlich vor den Kopf gestoßen und die ihm vorher entgegengebrachte Loyalität mit Füßen getreten.

Wesentlich simpler stellte sich daher die Situation für Kaiser dar, die nicht durch einen vorangegangenen Bürgerkrieg an die Macht gekommen waren, da sie nicht von Anfang an eine Stadt bevorzugen mußten. Paradigmatisch läßt sich diese Tatsache bei Severus Alexander belegen, der nicht nur eine Stadt in Kilikien über die Maßen privilegierte, sondern eine Reihe von Poleis mit dwreai versah. So stiftete er für Anazarbos olympische Spiele46 und übernahm wie Elagabal in Tarsos die Demiurgie47. Desweiteren verlieh er der Stadt Aigeai in den Jahren 230/1 den ersten Neokorietitel48 und machte Mallos zur römischen Kolonie49.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, warum er genau diese Städte beschenkte, um die Provinz zu stabilisieren. Mit Sicherheit wollte er zum einen innenpolitischen Spannungen und Streitigkeiten in dieser Gegend präventiv gegenüber treten, zum anderen aber wollte er Ostkilikien insbesondere vor außenpolitischen Bedrohungen wappnen. Die Gefahr eines Sasanidenangriffs war in dieser Zeit nicht von der Hand zu weisen und Ostkilikien war geographisch als erste Provinz akut bedroht. Daher förderte Severus Alexander insbesondere Städte, die an strategisch wie logistisch wichtigen Punkten lagen, damit diese ihm im Falle eines möglichen Feldzuges loyal zur Seite standen.

Dieses Motiv soll im folgenden Abschnitt noch detaillierter unter die Lupe genommen werden. Als Ergebnis, das die Untersuchung des Stabilisierungsaspekts aufwirft, läßt sich festhalten, daß anscheinend ein unmittelbarer Konnex zwischen der Verleihung von Agonen und der Prävention gegenüber innen- wie außenpolitischen kritischen Situationen besteht50.

c) Militärpolitische und logistische Aspekte

Im militärpolitischen Bereich könnte man zum Beispiel auf die Rolle von Aigeai verweisen, da sie als bedeutende Hafenstadt „die Drehscheibe des Verkehrs zwischen Kilikien und Syrien“51 darstellte. Von hier aus konnte man per Schiff nach Alexandreia kat´ Isson übersetzen und somit den längeren Landweg über Issos und Epiphaneia52 einsparen, wenn man nach Antiochia ziehen wollte. Daher verwundert es nicht, daß Severus Alexander dieser Stadt ihren ersten Neokorietitel verlieh53, denn er wollte sich im Falle eines Feldzuges gegen die Sasaniden ihre Unterstützung sichern, da Aigeai eine Durchgangsstation54 par excellence war. Die monetären Belastungen, wie zum Beispiel die Versorgung der Truppen, die auf die Polis unmittelbar einstürzten, sollten anscheinend durch die Verleihung des Ehrentitels und des damit verbundenen Festes kompensiert werden55.

Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, daß Anazarbos zu dieser Zeit zu einem heiligen Agon kam56, da auch diese Stadt aufgrund ihrer Lage an einer bedeutenden Heeresstraße eine wichtige strategische Position bekleidete. Die wirtschaftlichen Belastungen wären somit ebenfalls deutlich zu Tage getreten, wodurch Severus Alexander durch seine dwrea der Stadt sowohl einen finanziellen als auch prestigeträchtigen57 Ersatz anbot.

Eine wirtschaftliche Entschädigung fand aber nicht nur über den indirekten Weg einer Wettkampfstiftung statt, sondern auch über vergünstigte Getreideabgaben an die Einwohner der betroffenen Städte. Dieses Phänomen ist exemplarisch bei Tarsos zu sehen, da Severus Alexander nach der Annahme des Amtes der Demiurgie58 das Grundnahrungsmittel zu Niedrigpreisen verkaufen ließ59. Somit erscheint die Schlußfolgerung logisch, daß auch diese Polis von dem Feldzug betroffen war, indem sie als Durchgangsstation fungierte60.

Man kann also für Ostkilikien konstatieren, daß dieser Raum eine bedeutende Stellung hinsichtlich der Militärpolitik und Heereslogistik61 inne hatte, da bedeutende Heeresstraßen ihn durchzogen62. Diese Tatsache verwundert aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Grenzprovinz Syrien nicht, da Kilikien in Zeiten äußerer Bedrohungen aus dem Osten durch die Sasaniden63 die Rolle als Transitetappe einnahm, in der noch einmal die Truppen gesammelt werden konnten64. Desweiteren erschien es natürlich wichtig gerade diese Provinz zu stärken, weil somit synchron die Ostgrenze gefestigt werden konnte. Diese strategisch wichtige Rolle schlug sich anscheinend auch im Stiftungswesen nieder, da dieser Region durch einen Feldzug nicht zu erdrückende finanzielle Lasten aufgebürdet werden sollten65.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Provinz Pamphylien, jedoch zu einem zeitlich betrachtet späteren Punkt im dritten nachchristlichen Jahrhundert66. In Side sind zum Beispiel isopythische Spiele für die Regierungszeit Gordians III.67 belegt, die dieser wohl als Entschädigung für seinen Perserfeldzug hat ausrichten lassen. Side war zu dieser Zeit eine eminent wichtige Hafenstadt68, über die annona militaris69 für die Truppen an der Ostgrenze verschifft wurden, aber auch Soldaten selbst. Zwangsläufig mußte Side daher auch Truppenteile aufnehmen und beherbergen, was zu ökonomischen Belastungen führte. Daher verwundert es nicht, daß in diesem Fall Gordian III. diese für ihn im Krieg logistisch bedeutende Polis priveligierte.

Für Perge, die große Rivalin von Side, ist festzuhalten, daß ihr unter Kaiser Valerian der prestigeträchtige Neokorietitel70 verliehen worden ist. Diese Stiftung läßt sich recht gut in den bisher dargelegten Kontext einfügen, da Perge zu dieser Zeit der einzige Kohortenstandort71 in Pamphylien war. Die Stiftung des Neokorietitels sollte aber mit Sicherheit nicht nur wirtschaftliche Vorteile für die im Kriegsfalle belastete Stadt einbringen, sondern auch das städtische Selbstbewußtsein stärken, an dem von der rivalisierenden Polis Side massiv gekratzt wurde, wodurch die Parallelen zur Provinz Ostkilikien und dem dortigen Prestigegerangel zwischen Anazarbos und Tarsos deutlich werden.

Desweiteren wird die Kongruenz in der kaiserlichen Motivation der Priveligierung zwischen beiden Gebieten deutlich, da auch für die Region Pamphylien die militärpolitischen und vor allem logistischen Apekte ebenfalls eine nicht zu verachtende Bedeutung hatten72.

Bisher wurde nur auf die thematische Einbettung der Stiftungen eingegangen, es scheint aber nun notwendig zu werden, auch die zeitliche Komponente mit einfließen zu lassen, da in diesem Abschnitt immer auch am Rande deutlich wurde, daß Stiftungen oft ursächlich mit bevorstehenden Kriegen oder Ostfeldzügen in Verbindung zu bringen sind. Möglicherweise deutet dieser Aspekt auf eine mögliche Krise im dritten Jahrhundert n. Chr. hin, da anscheinend massive äußere Bedrohungen durch die Sasaniden mehr oder weniger indirekt zu kaiserlichen dwreai führten.

3.) Wann wurden heilige Agone gestiftet?

Für die Zeit des Severus Alexander wurde im vorigen Abschnitt ein eindeutiger Konnex zwischen der Stiftung von Agonen bzw. Ehrentiteln und militärpolitischen wie logistischen Motiven für den Raum Kilikien nachgewiesen. Dieses Ergebnis korrespondiert eng mit dem Faktum, daß insbesondere ab 229 n. Chr. vermehrte Truppenverschiebungen durch kilikisches Territorium zu beobachten sind, welche anscheinend auf eine bevorstehende Auseinandersetzung mit den Persern hindeuten73. Durch die akut gewordene Bedrohung der Ostgrenze des Imperiums, kamen nun konkret die strategischen Aspekte74 zum Tragen, da der Kaiser nun direkt einen Feldzug gegen die Sasaniden vorbereitete, was auch Reparaturarbeiten an der wichtigsten Heeresstraße in Richtung Antiochia75 dokumentieren. Für den pamphylischen Raum sind zu dieser Zeit noch keine kaiserlichen Privilegierungen auf dem agonalen Sektor nachzuweisen76, da anscheinend weder Side noch Perge für diesen logistisch geplanten Feldzug eine signifikante Funktion bekleideten.

Unter Maximinus Thrax, dem ersten Soldatenkaiser, gelangte Anazarbos zu einem weiteren Fest77, das aufgrund numismatischer Funde in das Jahr 235/6 datiert wird. In eben diesen Zeitraum fällt angeblich der Überfall der Sasaniden auf Karrhai und Nisibis78, der den Augustus zu Truppenverschiebungen veranlaßt haben könnte. Somit könnte auch hier die These greifen, daß die Stiftung eines Festes direkt mit einer äußeren Bedrohung zusammenhing. Noch plausibler aber erscheint der Erklärungsansatz des Loyalitätsprinzips79, weil anscheinend nur diese Polis gefördert wurde, die Maximinus Thrax, im Gegensatz zu anderen Städten80 der Region, freundlich gesinnt war81. Diese Tatsache deutet aber folglich darauf hin, daß in dieser Phase einige innenpolitische Spannungen in den Ostgebieten bestanden.

In der Regierungszeit von Gordian III. beginnt der Aufstieg der Provinz Pamphylien und insbesondere von Side, die 243 n. Chr.82 mit den Isopythien das erste heilige Fest der gesamten Provinz83 feiern durfte. Diese Aussage scheint in engem Zusammenhang mit der „expeditio orientalis, die wegen verheerender Einfälle der Perser in Kleinasien notwendig geworden war“84, zu stehen, da die Hafenstadt Side für diesen Feldzug eine bedeutende logistische Rolle85 spielte. Gerade durch ihre gegenüber der Front zurückgelegene, und somit für den Gegner schwer zu erstürmende, Position86 zeichnete sich Side in Abgrenzung zu den ostkilikischen Hafenstädten (z.B. Aigeai) aus. Vielleicht läßt sich dadurch begründen, warum Gordian III. die Städte der kilikischen Ebene nicht durch Agonstiftungen privilegierte87, was zumindest vor den bisher erarbeiteten Ergebnissen logisch gewesen wäre, da der Heerzug definitiv auch durch diese Städte führte88 und diese ökonomisch belastete. Side scheint auch gegenüber der provinzialen Rivalin Perge bevorzugt worden zu sein, was darauf schließen läßt, daß insbesondere logistische Motive, wie Nachschub von Nahrungsmitteln und Soldaten89, eine große Rolle spielten, die von der Hafenstadt effizienter erfüllt werden konnten. Auf jeden Fall wird auch in dieser Phase des dritten Jahrhunderts n. Chr. die direkte Verbindung zwischen einer außenpolitischen Bedrohung und der Stiftung eines agwn ieroV sichtbar90, wobei man aber dennoch immer im Auge behalten sollte, daß möglicherweise auch andere Motive, wie zum Beispiel die Abstammung eines Kaisers91 aus einer entsprechenden östlichen Provinz, zu der Privilegierung geführt haben könnten. Während der Regierung der Kaiser Trebonianus Gallus und Volusian wurde das bis dahin römerfreundliche Armenien 252 n. Chr., nach einem Angriff der Perser, zu einer sasanidischen Provinz92 und wahrscheinlich konnte bereits im selben Jahr Sahpur Nisibis einnehmen93. Die Bedrohung der Ostprovinzen war somit akuter denn je, was sich in der Sicherung der Gebiete Kilikiens und Pamphyliens widerspiegelt, die in Anlehnung an schon bekannte Vorgehensweisen über die städtische Förderung durch die Stiftung von heiligen Spielen vorgenommen wurden. So konnte Anazarbos in demselben Jahr seinen sechsten großen Agon ausrichten94 und auch Tarsos konnte neue Wettkämpfe veranstalten, auch wenn diese nicht heilig95 waren. Wahrscheinlich sollten auch die wirtschaftlichen Vergünstigungen die Städte über die massiven Truppenverschiebungen hinwegtrösten, welche mit Sicherheit das Budget belasteten. Diese waren jedoch aufgrund der prekären außenpolitischen Lage dringend notwendig, da im weiteren Verlauf sogar ein römisches Heer geschlagen und mit der Plünderung der Vororte Antiochias96 durch die Perser begonnen wurde.

Diese kritische Lage veranlaßte die Kaiser anscheinend auch die Provinz Pamphylien zu stützen, so daß Perge, der Kohortenstandort, zu seinen ersten heiligen Spielen97 kam. Für Side ist allerdings keine neue Stiftung quellenmäßig zu belegen, was eventuell darauf hinweist, daß die Augusti insbesondere den Status von Perge als militärischen Stützpunkt und Sitz des Provinzstatthalters98 wieder aufwerten wollten, damit sie sich auch der Zuverlässigkeit dieser Polis bei den bevorstehenden Belastungen gewiß sein konnten. Denn Perge fühlte sich bis zu diesem Zeitpunkt einerseits im Prestigekampf mit der

Hafenstadt benachteiligt und hatte andererseits durch die bisher fehlende Agonstiftung noch keine finanzielle Entschädigung für die Belastungen, die die Stationierung des Militärs mit sich brachte, erhalten. Insofern bot sich wohl gerade dieser Zeitpunkt der konkreten äußeren Bedrohung für eine Privilegierung an.

Nach dem Tode von Trebonianus Gallus und Volusian waren die Sasaniden bis an die Grenzen Kleinasiens99 vorgestoßen, wodurch ein neuerlicher Höhepunkt der Perserinvasion erreicht war. Aufgrund dieser prekären Situation reiste der neue Kaiser Valerian direkt nach seinem Regierungsantritt in den Osten100, um militärische Maßnahmen gegen das aufstrebende Perserreich einzuleiten und durchzuführen. Vor diesem Kontext sind auch die zahlreichen agonistischen Stiftungen zu betrachten, die der Augustus den Städten Kilikiens und Pamphyliens zukommen ließ, um die Herrschaft in diesen Provinzen zu stabilisieren101. So verlieh er schon im Verlauf der beginnenden Gegenoffensive in dem Jahr 253/4 den Poleis Anazarbos102, Aigeai103 und Mopsuestia104 agwneV ieroi. Für Tarsos läßt sich jedoch nicht mit absoluter Sicherheit eine Stiftung nachweisen, die ebenfalls in dieses Jahr fällt105, zumindest aber läßt sich konstatieren, daß sie 255/6 n. Chr. ihren dritten Neokorietitel106, der mit der Ausführung augusteischer Aktia107 gekoppelt war, erhielt. Es fällt auf, daß zu dieser Zeit nicht nur eine Polis in Kilikien gefördert wurde, sondern eine ganze Reihe von Städten Spiele ausrichten durften und dieses teilweise sogar zum ersten Mal in ihrer Geschichte, was unter anderem auf die massive Bedrohung und die damit verbundenen belastenden Truppendurchzüge zurückzuführen ist.

Diese Signifikanz spiegelt sich auch in Pamphylien wider, da diese Region eine erste Blütezeit108 hinsichtlich der Verleihung von Ehrentitel und der Durchführung von Spielen erlebte. Nachweislich erhielten nicht nur die beiden wichtigsten Städte der Region, Side und Perge, unter Valerian agonistische Stiftungen, sondern auch die bis zu diesem Zeitpunkt unberücksichtigten Poleis Aspendos und Attaleia. So durfte Side nach einer erneuten Neokorieverleihung durch den Augustus zum ersten Mal olympische Spiele109 veranstalten, was ebenfalls auf die Rivalin Perge zutrifft, die ab Valerian augusteische Olympien110 ausrichtete. Die Stadt Aspendos, die den Ausgangspunkt einer wichtigen Küstenstraße in Richtung Tarsos111 bildete und sich unter diesem Kaiser als summacoV Rwmewn112 bezeichnete, durfte ab Valerian ebenfalls den Titel newkoros113 tragen, was mit der strategisch günstigen Lage hinsichtlich der Perserfeldzüge in Verbindung zu bringen war. Auch die Hafenstadt Attaleia, welche anscheinend auch eine immer wichtigere logistische Rolle im Krieg gegen die Sasaniden spielte114, konnte ab diesem Zeitpunkt einen heiligen Agon115 feiern. Anscheinend haben sich somit vor allem die militärischen Operationen gegen die Invasionen von außen direkt auf die städtischen Münzprägungen116 und auf das nun breiter gefächerte Agonwesen ausgewirkt.

Nach den verheerenden Einfällen in Ostkilikien, denen fast alle bisher besprochenen Städte extremen Tribut zollen mußten, stieg die Bedeutung der Provinz Pamphylien weiter an, da sie jetzt die Aufgaben der kilikischen Ebene mit übernehmen mußte. Dieses wird insbesondere auch verdeutlicht durch vermehrte Agonstiftungen unter Gallienus und die Tatsache, daß mit Perge eine pamphylische Stadt als letzte im ganzen Imperium Münzen prägte117.

Eine deutliche Signifikanz zwischen außenpolitischen Bedrohungen und der Priviligierung von Städten durch die Erweiterung des Festwesens ist somit sowohl für den kilikischen wie auch den pamphylischen Raum anscheinend offenkundig geworden. Jedoch ist davor zu warnen, nur diese Monokausalität für die Beantwortung der eingangs gestellten Frage ins Felde zu führen, da auch andere Motive, die nicht an den besprochenen Quellen zu erkennen sind, in den Stiftungsprozeß mithineingespielt haben könnten.

IV. Schluß

Im Sinne eines Fazits sollen nun die wichtigsten Ergebnisse der vorgelegten Untersuchung kurz und prägnant zusammengefaßt werden.

Hinsichtlich der Konsequenzen, die sich durch agonale Privilegierungen für die betroffenen Städte ergaben, ist zu konstatieren, daß diese einerseits durch einen Prestigeanstieg und andererseits durch die ökonomischen Vorteile eindeutig im positiven Bereich ansiedeln lassen. Vor diesem Hintergrund kann man folglich noch keinen Bezug zwischen einer Krise des dritten Jahrhunderts und dem Festwesen feststellen; ganz im Gegenteil scheint diese Folgerung sogar die These zu falsifizieren.

Die Ergebnisse der Fragestellung nach den Motiven kaiserlicher Stiftungen scheint in Ansätzen schon eher auf mögliche Krisen hinzudeuten, da zum Beispiel über das Loyalitätsprinzip ein ursächlicher Konnex zu innenpolitisch angespannteren Zeiten ausgemacht werden kann, in denen etwa um die Vorherrschaft im Imperium gekämpft wurde. Eine andere Dimension ergibt sich aus dem vollzogenen Prinzip der Stabilisierung bestimmter Provinzen, da hier nachgewiesen werden konnte, daß insbesondere Städte in die Gunst einer Förderung gelangten, die sich geopolitisch in Gebieten befanden, die auch von außen bedroht wurden. Dieser Aspekt konnte noch verstärkt werden durch die Resultate, welche die militärpolitische und logistische Motivation als Untersuchungsgegenstand hatten.

Daher verwundert es kaum, wenn bei der im Anschluß durchgeführten Bearbeitung der chronologisch angehauchten Fragestellung ein signifikanter Zusammenhang zwischen außenpolitischer, sprich persischer, Bedrohung, den durchgeführten militärischen Operationen und dem agonalen Stiftungswesen auftritt.

Alle diese Ergebnisse verleiten somit zu der absolut einseitigen Conclusio, daß ein möglicher Zusammenhang zwischen Krise und Erweiterung von Agonen in ostkilikischen und pamphylischen Gebieten auszumachen ist. Davor sollte aber mit allem Nachdruck gewarnt werden, da in der vorliegenden Untersuchung, aufgrund des begrenzten Raumes, nicht sämtliche Motive ausführlich zur Sprache gekommen sind, die das Gesamtbild hätten abrunden können. Gegen eine undifferenzierte Beantwortung der aufgeworfenen Frage spricht auch die allgemeine Tatsache, daß überhaupt eine Erweiterung des Festwesens stattgefunden hat. Denn somit ist zumindest für den kulturellen Sektor, der bei der Betrachtung einer krisenhaften Zeit nicht außer Acht gelassen werden sollte, eine Stagnation bzw. ein Rückgang eindeutig zu verneinen.

Das Ziel dieser Untersuchung konnte es daher nie sein, einen nicht abstreitbaren Bezug zwischen der angeblichen Krise des dritten Jahrhunderts und den agonalen Stiftungen in den ausgesuchten Ostgebieten herzustellen, sondern es sollte vielmehr an einem Paradigma die generelle Ambivalenz verdeutlicht werden, die für diese Zeit und auch für andere Regionen des Imperiums charakteristisch war.

V. Quellenverzeichnis

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2.) CORPUS INSCRIPTIONUM LATINARUM: III, 1; ed. MOMMSEN, THEODOR; Berlin 1873.

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4.) FRISCH, PETER (Hg.): Zehn agonistische Papyri; Opladen 1986 (Papyrologica

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5.) SASEL-KOS, MARIETTA: Inscriptiones latinae in Graecia repertae; Additamenta ad CIL III; Fratelli Lega/Faenza 1979 (Epigrafia e antichità 5).

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4.) BRANDT, HARTWIN: Gesellschaft und Wirtschaft Pamphyliens und Pisidiens im Altertum; Bonn 1992 (Asia Minor Studien 7).

5.) FRISCH, PETER, REZ. WÖRRLE, MICHAEL: Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien; Studien zu einer agonistischen Stiftung aus Oinoanda; München 1988 (Vestigia 39); Nikephoros 2 (1989); S.279-283.

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11.) KARL, HERBERT: Numismatische Beiträge zum Festwesen der Kleinasiatischen und Nordgriechischen Städte im 2./3. Jahrhundert; Diss. Saarbrücken 1975.

12.) KETTENHOFEN, ERICH: Die römisch-persischen Kriege des 3. Jahrhunderts nach Christus; Nach der Inschrift Sahpuhrs I. an der Ka´be-ye Zartost (SKZ); Wiesbaden 1982 (TAVO 55).

13.) MERKELBACH, REINHOLD: Der Rangstreit der Städte Asiens und die Rede des Aelius Aristides über die Eintracht; ZPE 32 (1978); S. 287-296.

14.) MITCHELL, STEPHEN: Festivals, games and civic life in Roman Asia Minor; JRS 80 (1990); S. 183-193.

15.) NOLLÉ, JOHANNES: Pamphylische Studien 6-10; Chiron 17 (1987); S. 235-276.

16.) PLEKET, HENRI W.: Games, Prizes, Athletes and Ideology; Some Aspects of the History of Sport in the Greco-Roman World; Stadion 1 (1975); S. 49-89.

17.) PLEKET, HENRI, W.: Sport und Leibesübungen in der griechischen Welt des hellenistisch-römischen Zeitalters; in: UEBERHORST, HORST (Hg.): Geschichte der Leibesübungen; Bd.2; Berlin u.a. 1978; S. 280-311.

18.) PLEKET, HENRI W.: Zur Soziologie des antiken Sports; MNIR 36 (1974); S. 57- 87.

19.) PRICE, SIMON R. F.: Rituals and power; The Roman imperial cult in Asia Minor; Cambridge u.a. UP 1984.

20.) ROUECHÉ, CHARLOTTE: Performers and partisans at Aphrodisias in the Roman and late Roman periods (with Appendix IV by N. de Chaisemartin); A study based on inscriptions from the current excavations at Aphrodisias in Caria; London 1993 (JRS monogr. 6).

21.) ROUECHÉ, CHARLOTTE: Rome, Asia and Aphrodisias in the third century; JRS 71 (1981); S. 101-120.

22.) WALLNER, CHRISTIAN: Soldatenkaiser und Sport; Frankfurt/M. u.a. 1997 (Grazer Altertumskundliche Studien 4).

23.) WEILER, INGOMAR: Der Sport bei den Völker der alten Welt; Eine Einführung; Mit dem Beitrag „Sport bei den Naturvölkern” von CHRISTOPH ULF; Darmstadt 1981.

24.) WEILER, INGOMAR: Zu „Krise” und „Niedergang” der Agonistik im dritten nachchristlichen Jahrhundert; in: WISSENSCHAFTSBEREICH GRIECHISCH-RÖMISCHES ALTERTUM DER SEKTION ORIENT- UND ALTERTUMSWISSENSCHAFTEN (Hg.): Krise - Krisenbewußtsein - Krisenbewältigung; Konferenzvorträge; Halle (Saale) 1986 erschienen 1988 (Wissenschaftliche Beiträge der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg 1986/62 40 ); S. 112-119.

25.) WEISS, PETER: Auxe Perge; Beobachtungen zu einem bemerkenswerten städtischen Dokument des späten 3.Jahrhunderts n. Chr.; Chiron 21 (1991); S. 353- 392.

26.) WEISS, PETER: Ein agonistisches Bema und die isopythischen Spiele von Side; Chiron 11 (1981); S. 315-346.

27.) WEISS, PETER: Ein Altar für Gordian III., die älteren Gordiane und die Severer aus Aigeai (Kilikien); Chiron 12 (1982); S. 191-205.

28.) WÖRRLE, MICHAEL: Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien; Studien zu einer agonistischen Stiftung aus Oinoanda; München 1988 (Vestigia 39).

29.) ZIEGLER, RUPRECHT: Kaiser, Heer und städtisches Geld; Untersuchungen zur Münzprägung von Anazarbos und anderer ostkilikischer Städte; Mit 39 Tabellen, Katalog, 36 Phototafeln und einer Karte; Wien 1993 (Österreichische Akademie der Wissenschaften; Philosophisch-Historische Klasse Denkschriften 234; Ergänzungsbände zu den Tituli Asiae Minoris 16).

30.) ZIEGLER, RUPRECHT: Münzen Kilikiens als Zeugnis kaiserlicher Getreidespenden; JNG 27 (1977); S. 29-67.

31.) ZIEGLER, RUPRECHT: Städtisches Prestige und kaiserliche Politik; Studien zum Festwesen in Ostkilikien im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr.; Düsseldorf 1985 (Kultur und Erkenntnis; Schriften der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf 2).

32.) ZIEGLER, RUPRECHT: Thessalonike in der Politik des Traianus Decius und der Tod des Phlippus Arabs; in: WISSEMANN, MICHAEL (Hg.): Roma renascens; Beiträge zur Spätantike und Rezeptionsgeschichte; Ilona Opelt von ihren Freunden und Schülern zum 9.7.1988 in Verehrung gewidmet; Frankfurt/M. u.a. 1988; S. 385-414.

VII. Bildnachweis Deckblatt

Internet-Seite: http://www-gewi-kfunigraz.ac.at/age/quellendoku/index.htm

[...]


1 Zit. nach WEILER, INGOMAR: Zu „Krise” und „Niedergang” der Agonistik im dritten nachchristlichen Jahrhundert; in: WISSENSCHAFTSBEREICH GRIECHISCH-RÖMISCHES ALTERTUM DER SEKTION ORIENT- UND ALTERTUMSWISSENSCHAFTEN (Hg.): Krise - Krisenbewußtsein - Krisenbewältigung; Konferenzvorträge; Halle (Saale) 1986 erschienen 1988 (Wissenschaftliche Beiträge der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg 1986/62 40); S. 112-119; S.117.

2 Eine Zusammenstellung bei FRISCH, PETER (Hg.): Zehn agonistische Papyri; Opladen 1986 (Papyrologica Coloniensia 13).

3 ZIEGLER, RUPRECHT: Städtisches Prestige und kaiserliche Politik; Studien zum Festwesen in Ostkilikien im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr.; Düsseldorf 1985 (Kultur und Erkenntnis; Schriften der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf 2). Dazu die treffende Rezension von GRASSL in Nikephoros 1 (1988); S. 292-294.

4 WALLNER, CHRISTIAN: Soldatenkaiser und Sport; Frankfurt/M. u.a. 1997 (Grazer Altertumskundliche Studien 4).

5 Zur Datierung und allgemeinen Einordnung der einzelnen Feste: WEILER, INGOMAR: Der Sport bei den Völker der alten Welt; Eine Einführung; Mit dem Beitrag „Sport bei den Naturvölkern” von CHRISTOPH ULF; Darmstadt 1981; S. 103-134.

6 PLEKET, HENRI, W.: Sport und Leibesübungen in der griechischen Welt des hellenistisch-römischen Zeitalters; in: UEBERHORST, HORST (Hg.): Geschichte der Leibesübungen; Bd.2; Berlin u.a. 1978; S. 280-311 erläutert auf Seite 292, daß die olympischen und pythischen Spiele alle fünf Jahre ausgetragen wurden, die isthmischen und nemeischen hingegen alle drei Jahre.

7 Zur Einteilung der Agone in Gruppen: ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 10 und MITCHELL, STEPHEN: Festivals, games and civic life in Roman Asia Minor; JRS 80 (1990); S. 183-193 auf Seite 189.

8 PLEKET, HENRI W.: Games, Prizes, Athletes and Ideology; Some Aspects of the History of Sport in the Greco-Roman World; Stadion 1 (1975); S. 49-89 verdeutlicht diesen Prozeß auf den Seiten 56-71.

9 Zur Skizzierung dieser Wettkämpfe: WALLNER, S. 30-32.

10 Folgende Literatur zu diesem Themenkomplex um Aphrodisias ist empfehlenswert: ROUECHÉ, CHARLOTTE: Performers and partisans at Aphrodisias in the Roman and late Roman periods (with Appendix IV by N. de Chaisemartin); A study based on inscriptions from the current excavations at Aphrodisias in Caria; London 1993 (JRS monogr. 6) bzw. auch ROUECHÉ, CHARLOTTE: Rome, Asia and Aphrodisias in the third century; JRS 71 (1981); S. 101-120.

11 WÖRRLE, MICHAEL: Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien; Studien zu einer agonistischen Stiftung aus Oinoanda; München 1988 (Vestigia 39). Dazu die Rezension von PETER FRISCH in Nikephoros 2 (1989); S. 279-283.

12 Sie wurden als Erinnerung an den Sieg von Augustus über Antonius und Cleopatra bei Actium im Jahre 31 v. Chr. alle vier Jahre gefeiert.

13 Zu diesem Erweiterungsprozeß: BACKHAUS, WILHELM: Öffentliche Spiele, Sport und Gesellschaft in der römischen Antike; in: UEBERHORST, HORST (Hg.): Geschichte der Leibesübungen; Bd.2; Berlin u.a. 1978; S. 200-249 auf den Seiten 225-227.

14 Zum Beispiel severische Olympien in Tarsos (aufgeführt bei ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 32).

15 Vgl WALLNER, S. 33. Vielfach ist auch der Begriff „DWREA” auf Münzen abgebildet, z.B. auf einer Münze aus dem pamphylischen Side aus der Zeit Gordians III. (WEISS, PETER: Ein agonistisches Bema und die isopythischen Spiele von Side; Chiron 11 (1981); S. 315-346 auf Seite 344 Nr. 1).

16 Diese Aussage wird unter der Fragestellung: Welche Kosequenzen ergaben sich für die privilegierten Städte? näher untersucht werden (s.u. Kapitel III 1.)).

17 Zum Beispiel auf einer Münze aus Anazarbos aus dem Jahre 198/99 n. Chr., die bei ZIEGLER, RUPRECHT: Kaiser, Heer und städtisches Geld; Untersuchungen zur Münzprägung von Anazarbos und anderer ostkilikischer Städte; Mit 39 Tabellen, Katalog, 36 Phototafeln und einer Karte; Wien 1993 (Österreichische Akademie der Wissenschaften; Philosophisch-Historische Klasse Denkschriften 234; Ergänzungsbände zu den Tituli Asiae Minoris 16) auf Seite 111aufgeführt und auf Tafel 10 als Nr. 281.1 abgebildet ist. Diese Münze stellt die erste Neokorieverleihung an Anazarbos durch Septimius Severus dar.

18 Als Beispiel die Verleihung der dritten Neokorie an Ephesos durch Caracalla, die in deutscher Übersetzung bei FREIS, HELMUT (Hg.): Historische Inschriften zur römischen Kaiserzeit; Darmstadt 1984 (Texte zur Forschung 49); S. 220-221 vorliegt. Das Original ist publiziert bei BÖRKER, CHRISTOPH/MERKELBACH, REINHOLD (Hgg.): Die Inschriften von Ephesos; Teil II Nr. 101-599 (Repertorium); Bonn 1979 (Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien 12; Die Inschriften von Ephesos 2); Nr. 212.

19 HARRIS, HARALD A.: Greek Athletes and Athletics; London 1964 (ND Westport/Conn. 1979) nennt in Karte 4 auf Seite 226 die Zahl 270, die aber von PLEKET, HENRI W.: Zur Soziologie des antiken Sports; MNIR 36 (1974); S. 57-87 auf Seite 84 in Anmerkung 133 hinsichtlich ihrer Vollständigkeit kritisiert wird. ZIEGLER führt sogar an, daß „eine schier unübersehbare Zahl von Spielen eingerichtet” (ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 9) worden ist.

20 Diesen Standpunkt vertritt zum Beispiel HARL, KENNETH W.: Civic coins and civic politics; In the roman east A.D. 180-275; Berkeley u.a. UP 1987 auf den Seiten 69 bzw. 181, wo er in Anmerkung 154 auch weiterführende Literatur angibt.

21 So auch ZIEGLER, RUPRECHT: Thessalonike in der Politik des Traianus Decius und der Tod des Phlippus Arabs; in: WISSEMANN, MICHAEL (Hg.): Roma renascens; Beiträge zur Spätantike und Rezeptionsgeschichte; Ilona Opelt von ihren Freunden und Schülern zum 9.7.1988 in Verehrung gewidmet; Frankfurt/M. u.a. 1988; S. 385-414 auf Seite 389.

22 PRICE, SIMON R. F.: Rituals and power; The Roman imperial cult in Asia Minor; Cambridge u.a. UP 1984; S. 62 bzw. 102-105.

23 So auch BRANDT, HARTWIN: Gesellschaft und Wirtschaft Pamphyliens und Pisidiens im Altertum; Bonn 1992 (Asia Minor Studien 7) S.146.

24 „Es trug sehr zum Ruhme einer Stadt bei, wenn sie in ihren Mauern Spiele nach olympischem oder pythischem Muster veranstalten durfte.” (ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 10).

25 Ein Beispiel, das für viele Münzen steht ist bei ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 25-26 erläutert und auf Tafel 2 als Nr. 16 (2,5fach vergrößert auf Tafel 3 Nr. 16a) abgebildet. Auf dieser Münze aus dem kilikischen Tarsos ist sehr schön der Name „OLUMPIA” zu entziffern.

26 ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 119, warnt aber davor diese Münzen ausschließlich als Propagandamittel zu betrachten, indem er auf die praktische Haupfunktion als Zahlungsmittel verweist.

27 Vgl. MERKELBACH, REINHOLD: Der Rangstreit der Städte Asiens und die Rede des Aelius Aristides über die Eintracht; ZPE 32 (1978); S. 287-296 auf Seite 295 und ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 65. Eine Ausnahme findet sich in der kilikischen Hafenstadt Aigeai, da obwohl die Stadt schon unter Severus Alexander den Neokorietitel verliehen bekommen hatte, der entsprechende Agon erst unter Valerian eingerichtet wurde (vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 51 bzw. 94). Die entsprechende Münze ist bei ZIEGLER, Städtisches Prestige auf Tafel 8 Nr. 67 abgebildet und enthält die Aufschrift „IEROC OIKUMENIKOC ACKLHPIOC”.

28 Als Beispiel kann hier eine Inschrift aus dem pamphylischen Perge dienen, in der es heißt: „auxe Pergh d´ newkoroV”, also Trägerin der vierfache Neokorie. Diese Inschrift ist publiziert bei WEISS, PETER: Auxe Perge; Beobachtungen zu einem bemerkenswerten städtischen Dokument des späten 3.Jahrhunderts n. Chr.; Chiron 21 (1991); S. 353-392.

29 Es sei hier nur verwiesen auf Rivalitäten in Kilikien zwischen Tarsos und Anazarbos bzw. in Pamphylien zwischen Side und Perge, wobei sich diese Liste beliebig für andere Provinzen weiterführen läßt.

30 Auch hier lassen sich vielfältige numismatische Belege ins Feld führen. Zum Beispiel eine Münze aus Anazarbos, die die Aufschrift „MHTROPOL” führt (ZIEGLER, Kaiser, Heer und städtisches Geld, Tafel

12 Nr.301.1).

31 Zu diesem Themenkomplex: ZIEGLER, Thessalonike, S. 389-390.

32 Neben den nun zu untersuchenden Motiven könnte man auch diese Begründungen anführen: Förderung des Kaiserkults, Förderung des lokalen Kults, Demonstration der Aufgeschlossenheit gegenüber der griechischen Kultur, Privilegierung von Städten aus dem Herkunftsgebiet des Kaisers usw..

33 Eine Restitution kam dann zu Stande, wenn aufgrund der damnatio memoriae die Feste eines Kaisers getilgt wurden und ein nachfolgender Augustus diesen Agon oder auch Ehrentitel wieder neu verlieh. Paradigmatisch läßt sich dies in Anazarbos zeigen, da diese Stadt unter Trebonianus Gallus zu einem sechsten Agon kam (numismatischer Beweis: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 7 Nr. 57 zeigt sechs Preiskronen in zwei Reihen). Dieser Agon muß aber der Damnierung zum Opfer gefallen sein (vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 50), so daß eine Münze aus dem Jahr 253/4, auf der ebenfalls wieder sechs Preiskronen abgebildet sind (ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 7 Nr. 60), die Erneuerung durch Valerian aufzeigt.

34 WALLNER, S.148.

35 ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 86 Anm. 130.

36 ZIEGLER, Kaiser, Heer und städtisches Geld S.23.

37 Dieser Titel ist auf einer Inschrift aus der Zeit des Severus Alexander zu lesen (publiziert bei GOUGH, MICHAEL: Anazarbus; AS 2 (1952); S. 85-150 auf Seite 143 Nr. 25 [der Titel steht in Zeile 6]). ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 87 stellt in Anmerkung 142 dar, daß diese Verleihung nur auf Elagabal zurück zu führen ist.

38 Der Beweis liegt in der Aufschrift der folgenden Münze: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 4 Nr. 28. Auf ihr steht höchst wahrscheinlich „PRWTA [...] [OLU]M[PI]A” und zusätzlich auch der oben dargelegte AMK-Titel.

39 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 36 zu dem Wort „EPINEIKIA” auf der Münze.

40 Anazarbos verfolgte dieses Konzept auch ca. 30 Jahre später, indem es sich früh auf die Seite des Traianus Decius stellte (vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 104, der glaubt, daß sich die Stadt „zum Spitzenreiter der decischen Sache in Kilikien, ja vielleicht sogar im ganzen Osten,” gemacht hat).

41 Vgl. ZIEGLER, Thessalonike S. 394. In diesem Aufsatz wird insbesondere die Stellungnahme von Thessalonike für Traianus Decius erörtert, die auch vor dem Hintergrund des Prestigekampfes mit Beroia geschah. Eindeutige Parallelen zu der Situation in Ostkilikien sind nicht von der Hand zu weisen.

42 WALLNER, S.125 stellt für Kaiser Decius zum Beispiel die Vermutung auf, „daß sich darin eine Vorliebe für die griechische Agonistik oder gar für Sport widerspiegelt”.

43 Vgl. Abschnitt a) Das Loyalitätsprinzip.

44 Dieses beweist die folgende tarsiche Münze, die Elagabal mit dem Demiurgenkranz zeigt: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 11 Nr. 104.

45 Agonistische Motive treten nach Caracalla in Tarsos erst wieder unter Gordian III. auf. Hinweise auf neue Spiele sogar erst unter der Herrschaft des Valerian (vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 24).

46 Numismatischer Beweis: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 4 Nr. 26. Auf dieser Münze aus dem Jahr 229/30 n. Chr., die auf der Vorderseite Severus Alexander zeigt, steht auf der Rückseite „OLUMP[I]A”.

47 ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 10 Nr. 93 zeigt den Demiurgenkranz, den die Inschrift „DHM (iourgia) ALEXANDROU TARCOU” umgibt. Zu den Vorteilen, die sich für Tarsos aus der Übernahme des Amtes ergaben: ZIEGLER, RUPRECHT: Münzen Kilikiens als Zeugnis kaiserlicher Getreidespenden; JNG 27 (1977); S. 29-67 auf den Seiten 39 bzw. 55.

48 ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 12 Nr. 110. Auf der Rückseite dieser Münze ist der Neokorietempel abgebildet, der vorher dem Asklepioskult geweiht war (vgl. WEISS, PETER: Ein Altar für Gordian III., die älteren Gordiane und die Severer aus Aigeai (Kilikien); Chiron 12 (1982); S. 191-205 auf Seite 202), mit der Aufschrift „AIGEWN NEWKOROU”.

49 Vgl. WEISS, Altar S. 202 Anm. 47. Dieser Titel zeigt sich auch auf folgender Münze: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 8 Nr. 74.

50 So auch WALLNER, S.167.

51 HAMACHER, BERNHARD: Der Heerzug Gordians III. durch Kleinasien 242; MNZ 13, 3 (1983); S. 19-

32 u. MNZ 13, 4 (1983); S. 39-50 auf Seite 43.

52 Zur besseren geographischen Verdeutlichung sei auf die Karten bei HAMACHER, S. 48 und ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 14 verwiesen.

53 Vgl Abschnitt b).

54 ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 18 stellt fest: „Fast zwangsläufig wurde Aigeai damit zur hochrangigen Etappenstation für Heer und Flotte.“

55 Warum dieser Agon, mit seinen wirtschaftlichen Vorteilen (vgl. Abschnitt 1.)) aber erst unter Valerian stattfand (vgl. Anm. 27) ist nicht eindeutig zu erklären.

56 Vgl. Anm. 46.

57 Zum Prestigegewinn für kilikische Städte vgl. Abschnitt 1.).

58 Vgl. Anm. 47.

59 ZIEGLER, Getreidespenden S. 36.

60 So auch ZIEGLER, Getreidespenden S. 40.

61 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 124.

62 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 13. Tarsos zum Beispiel war sogar ein Knotenpunkt, an dem zwei Straßen aufeinander stießen (siehe Karte bei ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 14).

63 Zu den Kriegen zwischen Rom und den Sasaniden: KETTENHOFEN, ERICH: Die römisch-persischen Kriege des 3. Jahrhunderts nach Christus; Nach der Inschrift Sahpuhrs I. an der Ka´be-ye Zartost (SKZ); Wiesbaden 1982 (TAVO 55).

64 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 15.

65 „Der Kaiser wollte sich im Durchgangsland Kilikien gerade jetzt, wo sich mit der neuen Dynastie der Sasaniden eine aggressive und expansive persische Außenpolitik abzeichnete, und Belastungen für die Städte wegen der Truppenbewegungen [...] nicht zu vermeiden waren, eine ihm gewogene Etappe verschaffen.“ So charakterisiert ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 92 äußerst treffend die Situation unter Severus Alexander.

66 Zu der Frage wann die Stiftungen erfolgten, sei mit Nachdruck auf das folgende Kapitel verwiesen.

67

Einige Münzen aus gordianischer Zeit tragen agonistische Motive

(Preiskronen oder

Wettkampftische) und vielfach die Aufschrift „DWREA“, z.B WEISS, Agonistisches Bema S. 344 Nr. 4. Diese Schenkung kann sich zwangsläufig nur auf den Begriff „isopuqiou“ aus der bei WEISS besprochenen Inschrift, dessen Aufstellung dieser auf 251 n. Chr. datiert (S. 330), beziehen, da vor Valerian nur ein einziger Agon bezeugt ist.

68 Vgl. NOLLÉ, JOHANNES: Pamphylische Studien 6-10; Chiron 17 (1987); S. 235-276 auf Seite 259 bzw HAMACHER, S.47.

69 Epigraphischer Beleg: BEAN, GEORGE E./MITFORD, TERENCE B.: Journeys in Rough Cilicia 1964- 1968; Mit 208 Abbildungen, 9 Textfiguren und 4 Karten; Wien 1970 (Österreichische Akademie der Wissenschaften; Philosophisch-Historische Klasse Denkschriften 102; Ergänzungsbände zu den Tituli Asiae Minoris 3) Inschrift 19 Zeile 6 „annwnaV“ (gut zu erkennen in Abb. 11) und Nr. 21 Zeile 10/11: „an [nwna]“ (Abb. 13).

70 Siehe die Münze: WEISS, Auxe Perge Tafel 6 Nr. 1, die die Aufschrift „newkoroV“ enthält.

71 WEISS, Auxe Perge S. 381.

72 So auch WALLNER, S. 152 bzw. HARL, S. 82.

73 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 92.

74 Vgl. Abschnitt c).

75 Zwei Inschriften auf Meilensteinen aus Mopsos (CIL III 1226) und Adana (CIL III Add. 2974), die an dieser Straße lagen, stützen diese Aussage. Insbesondere der Stein aus Adana fügt sich aufgrund seiner Datierung in das Jahr 231 n. Chr. optimal in die Argumentation ein.

76 Eine Münzaufschrift aus gallienischer Zeit bezeugt, daß die oben unter Abschnitt c) gestifteten isopythischen Spiele die ersten für Side wie auch für ganz Pamphylien waren: „IERA PUQIA PRWTA PAMFULWN“ (WEISS, Agonistisches Bema Tafel 27 Nr. 1).

77 Numismatischer Beweis: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 6 Nr. 50. wobei nicht eindeutig zu klären ist um welche Spiele es sich konkret handelt (zu diesem Problem ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 43-44).

78 Vgl. KETTENHOFEN, S. 132.

79 Siehe oben Abschnitt a).

80 Hier ist zum Beispiel Aigeai hervorzuheben, die schon vor dem Sturz des Maximinus für die älteren Gordiane Münzen prägte (HAMACHER, S. 43). In diesem Zusammenhang paßt auch gut der Altar, den WEISS, Altar S. 191-205 untersucht hat.

81 Zu dieser Aussage kann man durch die Tatsache gelangen, daß nach der damnatio memoriae des Kaisers, Anazarbos unter den Gordianen kaum mit Förderungen bedacht wurde.

82 Zur Datierung siehe WEISS, Agonistisches Bema S. 334.

83 S.o. Anm. 76.

84 WALLNER, S.79.

85 Vgl. Abschnitt c).

86 NOLLÉ, S.258.

87 Zwar konnte Anazarbos aufgrund seiner Parteinahme für Maximinus Thrax (s.o.) keine Förderung erwarten, doch zumindest Tarsos, als direkte Rivalin (ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 24 konstatiert, daß zwar agonistische Motive auf Münzen dieser Zeit zu finden sind, aber neue Spiele erst unter Valerian eingeführt werden), oder vor allem Aigeai, das sich früh für Gordian III. ausgesprochen hatte (s.o. Anm. 80), hätten sich eigentlich gute Chancen ausrechnen können.

88 Vgl. HAMACHER, S. 40-43.

89 Anscheinend ging diese eindeutige Bevorzugung von organisatorischen Motiven auf den praefectus praetorio Timesitheus zurück, der auf diesem Gebiet ein Fachmann gewesen sein soll (vgl. WEISS, Agonistisches Bema S. 340 Anm. 115).

90 So auch WALLNER, S.79.

91 Zu der möglichen Verbindung zwischen Abstammung und Förderung: WALLNER, S.91 Anm. 358.

92 Vgl. KETTENHOFEN, S. 40.

93 Vgl. KETTENHOFEN, S. 44.

94 Numismatischer Beleg: ZIEGLER, Kaiser, Heer und städtisches Geld, Tafel 34 Nr. 791.3. Diese Münze zeigt sechs Preiskronen.

95 Tarsos durfte Provinzialspiele (dazu generell ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 58-66) veranstalten, was folgende Münze beweist: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 2 Nr. 18, auf der zu sehen ist, daß die Stadttyche eine Preiskrone überreicht bekommt.

96 Vgl HARL, S. 431 wobei . KETTENHOFEN, S. 50 sogar von der Eroberung Antiochias ausgeht.

97 Als Beweis dafür dient die folgende Münze: WEISS, Auxe Perge Tafel 5 Nr. 5, die eine weibliche Gestalt mit zwei Preiszylindern und zwei Preiskronen zeigt, was eindeutig auf eine Aufwertung eines bestehenden Festes zu der Asylia Pythia hindeutet, die später unter Valerian oft erwähnt wird.

98 Vgl. WALLNER, S.126.

99 Vgl. KETTENHOFEN, S. 59.

100 Diese Aussage wird gestützt durch eine Münze aus dem ostkilikischen Augusta, die in die Zeit Herbst 253 n. Chr. bis Spätsommer 254 zu datieren ist und bildlich eine Adventusdarstellung zeigt (ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 13 Nr. 127).

101 So auch KARL, HERBERT: Numismatische Beiträge zum Festwesen der Kleinasiatischen und Nordgriechischen Städte im 2./3. Jahrhundert; Diss. Saarbrücken 1975, S. 27 und 106.

102 Numismatischer Beweis: ZIEGLER, Kaiser, Heer und städtisches Geld, Tafel 35 Nr. 835.10. Diese Münze zeigt sechs Preiskronen, obwohl man von der Tatsache ausgehen kann, daß die unter Gallus und Volusian gestifteten Spiele der damnatio memoriae zum Opfer gefallen sein dürften. Im Rückschluß muß daher Valerian der Stadt die Ausrichtung eines neuen Agons gestattet haben.

103 Eine Münze aus diesem Jahr (ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 8 Nr. 67) trägt auf der Rückseite die Aufschrift „IER (OC) OIKUMENIKOC ACKLHPIOC AIGA [I] WN“. Hiermit kann nur der Wettkampf gemeint sein, der mit dem Neokorietitel zusammenfällt, welcher auf folgender Münze aus dem gleichen Jahr aufgeführt ist: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 8 Nr. 68. Zu dem Problem Neokorieverleihung und Agonausrichtung vgl. Anm. 27.

104 Die Münze, die diese Tatsache beweist, stellt eine Preiskrone mit der Aufschrift „EU [CEB] IOC“ dar (ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 8 Nr. 70).

105 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S. 116.

106 Insbesondere spiegelt sich ab diesem Jahr eindeutig ein Wechsel der Stadttitulatur von GB (= diV newkoroV) zu GG (= triV newkoroV) auf Münzinschriften wieder (Beispiel: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 2 Nr. 15).

107 Dieses belegt die folgende Münze: ZIEGLER, Städtisches Prestige Tafel 2 Nr. 13 (bzw. zweifach vergrößert Nr. 13a), die drei Preiskronen darstellt, wobei eine die Aufschrift „AKTIA“ trägt.

108 So auch NOLLÉ, S. 256.

109 Diese Tatsache beweist eine Münze, die auf der Vorderseite Gallienus darstellt und auf der Rückseite die Aufschrift „Sidhtwn - newkoron“ (zitiert nach NOLLÉ, S.254, da die unter Anm. 111 angegebene Monographie, die eine Darstellung der betreffenden Münze enthielt, nicht eingesehen werden konnte) trägt. Desweiteren ist wohl auf der ebenfalls zu sehenden Preiskrone „Olumpeia“ zu lesen.

110 Numismatischer Beweis: WEISS, Auxe Perge Tafel 4 Nr. 5. Diese Münze trägt die Aufschrift „IEROC OLUMPIA AUGOUCTIA EIC AGWN“.

111 Vgl. ZIEGLER, Städtisches Prestige S.15.

112 Vgl. WEISS, Auxe Perge S. 376 Anm. 89.

113 Belegt bei PRICE, S. 271 Nr. 137.

114 Vgl. . WALLNER, S.155.

115 Eine Münze zeigt auf der Vorderseite Valerian und auf der Rückseite die Aufschrift „ATTALEWNIROC [OLUMP] IA“ (BAYDUR, NEZAHAT: Die Münzen von Attaleia in Pamphylien: Teil II; JNG 26 (1976); S. 37-78 auf Seite 54 Nr. 352); Nr. 355 zeigt noch deutlicher „[OLUM] PIA“.

116 Vgl. HARL, S. 82.

117 Vgl. WEISS, Agonistisches Bema S. 344.

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Details

Titel
Zusammenhänge zwischen der Stiftung von Agonen im ostkilikischen und pamphylischen Raum und einer möglichen Krise im 3. Jh. n. Chr.
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Hauptseminar Das Imperium Romanum in der Krise - Probleme des 3. Jhs. n. Chr.
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
26
Katalognummer
V97998
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zusammenhänge, Stiftung, Agonen, Raum, Krise, Hauptseminar, Imperium, Romanum, Probleme
Arbeit zitieren
Frank Blecher (Autor), 2000, Zusammenhänge zwischen der Stiftung von Agonen im ostkilikischen und pamphylischen Raum und einer möglichen Krise im 3. Jh. n. Chr., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97998

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