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Nachrichtentexte in Druckmedien als Fachtextsorte - Charakteristika und Anforderungen

Title: Nachrichtentexte in Druckmedien als Fachtextsorte - Charakteristika und Anforderungen

Term Paper , 1998 , 47 Pages , Grade: Leistungsnachweis erreicht

Autor:in: Frank Rosenbauer (Author)

German Studies - Linguistics
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Nachrichtentexte als Facette der Massenmediensprache tragen unverkennbare Züge einer Fachsprache, sagt Rolf Küffner in seinem hervorragenden Aufsatz "Nachrichtensprache - eine Fachsprache mehr". Küffner erkennt, daß in der Funktion der Nachrichtensprache ihre größte Schwierigkeit liegt: reine Information mitteilen. Doch dafür - und das macht die faszinierende Anforderung aus - ist die Sprache nicht geschaffen. Wolf Schneider, der oberste Stillehrer der deutschen Journalisten, stellt fest: "Daß Mitteilung weder der Ursprung noch eine der dominierenden Verwendungsarten der Sprache ist, merken wir ihr schmerzlich an." (NACH KÜFFNER, 75)

Um die Forderung zu erfüllen, komplexe Sachverhalte komprimiert und zugleich wertfrei darzustellen, bedient sich die Nachrichtensprache ähnlicher Elemente wie die Sprache der Wissenschaft. Jene jedoch ist bekanntlich kaum von der breiten Öffentlichkeit zu verstehen - aber genau das wird von der Nachrichtensprache verlangt. Dem Ideal kann sich somit nur angenähert werden, und das ist "eine Kunst, die nicht nur intuitives Können, sondern auch wissenschaftliches Kennen ihrer Gesetze verlangt." (KURZ, 138) Diese Gesetze sollen betrachtet werden, denn "die Nachricht ist das Einfache, das schwer zu machen ist." (KURZ, 138)

Die Empfehlungen für das Produzieren von Nachrichtentexten sind in der journalistischen Lehrbuch-Literatur weitaus umfangreicher als in der linguistischen Fachliteratur, wo oftmals nicht einmal der frappierende Unterschied zwischen "harten" und "weichen" Nachrichten berücksichtigt wird. Andererseits führt die Sprachwissenschaft auf Probleme, die von den Journalismus-Lehrbüchern kaum ansatzweise berücksichtigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 EINLEITUNG

1 DEFINITIONEN

1.1 FACHTEXTSORTE „NACHRICHTEN“

1.2 DARSTELLUNGSFORMEN

1.2.1 „HARTE“/„WEICHE“ NACHRICHTEN

1.2.2 BERICHT/MELDUNG

2 CHARAKTERISTIKA

2.1 KOMMUNIKATIVE MERKMALE

2.2 VOKABULAR

2.3 SYNTAX

2.4 STIL

2.5 AUFBAU

2.5.1 PYRAMIDENPRINZIP

2.5.2 VORSPANN

2.5.2.1 „W-Fragen“

2.5.2.2 Vorspann-Arten

2.5.2.3 Vorspann-Einstieg

2.5.2.4 Vorspann-Brücke

2.6 TEMPUS UND ANBINDUNG

3 ANFORDERUNGEN AN NACHRICHTENTEXTE

3.1 NACHRICHTENWERT

3.2 STIL

3.3 VERSTÄNDLICHKEIT

3.4 OBJEKTIVITÄT

3.4.1 QUELLEN

3.4.2 ZITATE

3.4.3 PERSONEN UND IDENTIFIZIERUNG

3.5 STICHWORT „MANIPULATION“

4 ZUSAMMENFASSUNG

5 STELLUNGNAHME

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Nachrichtentexte in Druckmedien unter dem Aspekt ihrer Funktion als Fachtextsorte. Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen und strukturellen Anforderungen an Nachrichten zu analysieren, um das Spannungsfeld zwischen der Forderung nach objektiver Informationsvermittlung und den praktischen Bedingungen der journalistischen Arbeit zu verdeutlichen.

  • Charakterisierung der Nachrichtensprache als eigene Fachtextsorte
  • Analyse stilistischer und syntaktischer Besonderheiten
  • Untersuchung des nachrichtentypischen Aufbaus (Vorspann, Pyramidenprinzip)
  • Bewertung von Qualitätskriterien wie Nachrichtenwert, Verständlichkeit und Objektivität
  • Diskussion des Manipulationspotenzials in der Nachrichtengebung

Auszug aus dem Buch

2.5.2.3 Vorspann-Einstieg

„Einstieg“ wird eine Information genannt, mit der ein Nachrichtentext begonnen („aufgemacht“) wird. Dies ist meist die Antwort auf die Fragen „Wer?“ und „Was?“: „Wer hat was getan (oder gesagt)?“ Beispiel: Boeing Co. Thursday won a $1.6 billion U.S. military contract to design and develop a revolutionary space-age system to defend the United States against ballistic missile attack. („REUTERS“, 1.5.98) Oder der Vorspann beantwortet die Frage „Was hat wer getan (oder gesagt)?“ Beispiel: Run down by one police officer and harassed by others for complaining about it, Miami-Dade Detective Michael Perez hobbled out of a federal courthouse Friday with a smile, a few tears and a one-page verdict: $5.7 million for damages against the county. („THE MIAMI HERALD“, 2.5.98)

Der „Wer?“/“Was?“-Einstieg tritt häufig auf, wenn die Person in der Nachricht für den Rezipient interessant ist, etwa als Prominenz; (Beispiel: Actor/rapper Will Smith may be Going To Miami, but he won't be setting up house in the $27.5 million Biscayne Bay estate owned by Sylvester Stallone. („THE MIAMI HERALD“, 2.5.98)) oder wenn Organisationen einer Aussage besondere Autorität verleihen (Beispiel: NATO will keep its stabilization force in the former Yugoslavia beyond the planned June expiry of the mandate and Canadian soldiers will remain as well. („WINNIPEG FREE PRESS“, 28.4.98)). Werden „Wer?“ und „Was?“ in einem Satz beantwortet, entstehen häufig sehr lange, schwer verständliche Sätze. Deshalb wird oft ein reiner „Was?“-Einstieg benutzt.

Zusammenfassung der Kapitel

0 EINLEITUNG: Hinführung zum Thema Nachrichtensprache als spezifische Facette der Massenmediensprache und Aufzeigen der wissenschaftlichen Relevanz.

1 DEFINITIONEN: Eingrenzung des Begriffs der Nachricht als Fachtextsorte und Differenzierung zwischen harten und weichen Nachrichten sowie Berichten und Meldungen.

2 CHARAKTERISTIKA: Analyse der kommunikativen Merkmale, des spezifischen Vokabulars, der Syntax sowie der stilistischen Prinzipien und des typischen Aufbaus von Nachrichtentexten.

3 ANFORDERUNGEN AN NACHRICHTENTEXTE: Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien wie Nachrichtenwert, Verständlichkeit, Objektivität und der Thematik der Manipulation.

4 ZUSAMMENFASSUNG: Komprimierte Wiederholung der zentralen Ergebnisse zur Struktur, Sprache und zu den Anforderungen an die Nachrichtenproduktion.

5 STELLUNGNAHME: Kritische Reflexion der utopischen Ansprüche an die Nachrichtengebung im Kontext der alltäglichen journalistischen Anforderungen.

Schlüsselwörter

Nachrichtensprache, Fachtextsorte, Nachrichtenwert, Journalismus, Sprachökonomie, Vorspann, Pyramidenprinzip, Objektivität, Verständlichkeit, Manipulation, Massenmedien, Textanalyse, Medienlinguistik, Informationsqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Nachrichtentexte in Druckmedien als eine spezielle Fachtextsorte mit eigenen Charakteristika, Regeln und Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Nachricht, den sprachlichen Eigenheiten (Stil, Syntax, Vokabular), den Regeln für den Aufbau (Vorspann, Pyramidenprinzip) sowie der Qualitätssicherung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen an die Nachrichtengebung zu identifizieren und das Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Produktion aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Textanalyse, die auf einschlägiger linguistischer und journalistischer Fachliteratur sowie der Untersuchung konkreter Beispiele aus der Presse basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Merkmale von Nachrichtentexten (Kommunikation, Sprache, Aufbau) und die detaillierte Analyse der Anforderungen an Informationsqualität, Objektivität und Verständlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nachrichtensprache, Nachrichtenwert, Objektivität, Verständlichkeit, Vorspann und Aussageökonomie.

Welche Rolle spielt das „Pyramidenprinzip“ beim Aufbau von Nachrichten?

Es dient der Wichtigkeitsabstufung, wobei der Informationskern an den Anfang gestellt wird, um dem Leser eine schnelle Erfassung der wichtigsten Fakten zu ermöglichen.

Warum wird in der Arbeit das Thema „Manipulation“ diskutiert?

Das Thema wird aufgegriffen, weil Nachrichtentexte aufgrund ihres Aufbaus und der Wortwahl zwangsläufig das Potenzial zur Beeinflussung (Verschleierungsfunktion) in sich tragen.

Was unterscheidet den „summarischen“ vom „anonymen“ Vorspann?

Beim summarischen Vorspann werden die wichtigsten Informationen komprimiert, während der anonyme Vorspann das Ereignis in den Vordergrund stellt und die Nennung der Person (das „Wer“) verzögert.

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Details

Title
Nachrichtentexte in Druckmedien als Fachtextsorte - Charakteristika und Anforderungen
College
University of Siegen
Grade
Leistungsnachweis erreicht
Author
Frank Rosenbauer (Author)
Publication Year
1998
Pages
47
Catalog Number
V9822
ISBN (eBook)
9783638164320
ISBN (Book)
9783638697842
Language
German
Tags
Nachrichtentexte Druckmedien Fachtextsorte Charakteristika Anforderungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Rosenbauer (Author), 1998, Nachrichtentexte in Druckmedien als Fachtextsorte - Charakteristika und Anforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9822
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