Roth, Joseph - Radetzkymarsch


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

9 Seiten, Note: Sehr Gut


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Joseph Roth: Biografie

Joseph Roth (1894-1939) wird in Brody (Galizien) als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er wächst unter schwierigen Familienverhältnissen auf: sein Vater verlässt die Familie und stirbt in geistiger Verwirrtheit. Daraufhin wächst Joseph Roth bei seinem ihn bevormundenden Onkel auf. Unter dieser Abhängigkeit leider er sehr. Das Verhältnis zu seiner Mutter ist ein ambivalentes: sie versucht ihn vor den Schwierigkeiten des Lebens zu bewahren. Auf diese Familiensituation reagiert Roth mit komplizierten Beziehungen zu Frauen, Depressionen und Alkoholismus. Nach Abschluss des Gymnasiums in Brody studiert er in Wien, bricht sein Studium jedoch 1916 ab und dient als Freiwilliger in der k. u. k. Armee. Der Tod Kaiser Franz Josephs hinterlässt bei Roth unauslöschliche Eindrücke, die er in Radetzkymarsch und Die Kapuzinergruft verarbeitet.

Ab 1919 ist er Journalist in Wien und Berlin. Ab nun ist Roth jahrelang als Korrespondent unterwegs. Politisch ist er links orientiert, setzt sich für das Proletariat ein und unterschreibt mit ,,roter Joseph".

1925 bricht Roth seine Tätigkeit beim Vorwärts aus Enttäuschung über die deutsche Sozialdemokratie ab und schreibt für die Frankfurter Zeitung unpolitische Beiträge.

Die Geisteskrankheit seiner Frau bereitet Roth finanzielle Schwierigkeiten, er vereinsamt zusehends und bigt sich dem Alkohol hin. Er wird Journalist bei der national gesinnten Münchner Zeitung an.

1933 emigriert Roth aus Hitler-Deutschland nach Paris. Er ist sich der Gefahr für die Juden bewusst und kämpft verstärkt als Journalist gegen den Nationalsozialismus. Inzwischen ist Roth ein menschliches Wrack, sucht Halt im Alkohol und im Katholizismus. Die Annexion ist für ihn ein schwerer Schlag, den er selbst nur ein Jahr lang überlebt. Als Roth von Ernst Tollers Selbstmord erfährt, bricht er zusammen und stirbt in einem Pariser Armenspital anno 1939.

Werke in Auswahl:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Radetzkymarsch: Inhaltsangabe

Dieser 1932 erschienene Roman stellt das Meisterwerk Joseph Roths und ist sein erfolgreichstes Werk. Darin beschreibt der Autor am wechselvollen Schicksal vierer Generationen einer Familie den allmählichen Zerfall des Habsburgerreiches im Zeitraum von 1859 (Schlacht bei Solferino) bis 1916 (1. Weltkrieg, Tod Kaiser Franz Josephs).

In der historischen Schlacht von Solferino rettet der fiktive Leutnant Trotta dem Kaiser das Leben, indem er ihn gerade noch rechtzeitig zu Boden wirft, als dieser sein Fernglas an das Auge hält und so den Feind auf sich aufmerksam macht; die dem Kaiser geltende Kugel verfehlt so sein Ziel und verwundet stattdessen dessen Retter. Als Dank wird Trotta zum Hauptmann befördert, mit dem Maria-Theresien Orden ausgezeichnet und geadelt. Somit beginnt eine neue Ära für das Geschlecht der Trottas, das zuvor nur einfache slowenische Bauern hervorgebracht hat. Die Entfremdung vom Vater, die der genannten Heldentat folgt ist das erste Anzeichen für den Bruch mit der Vergangenheit der Familie.

Nach Jahren entdeckt Hauptmann Trotta, der nicht so recht in seine neue Rolle hineinwachsen will, im Lesebuch seines Sohnes zufällig eine Geschichte, welche seine Tat verfälscht und verkitscht wiedergibt. Bei den zuständigen Behörden stößt Trotta mit seiner Beschwerde auf Unverständnis, einzig der Kaiser begreift ihn, handelt aber nicht. Daraufhin bittet Trotta verbittert um seine Entlassung aus der Armee und übersiedelt auf das Gut seines Schwiegervaters, um zur Lebensform seiner Vorfahren, die ihm viel eher behagt als das Leben eines geadelten Helden, zurückzufinden.

Mit den 5000 Gulden - ein Geschenk des Kaisers - finanziert Baron Trotta, Freiherr von Sipolje, nunmehr Gärtner aus Leidenschaft, das Jura-Studium seines Sohnes in Wien. Dieser wird später gegen seinen eigenen Willen und auf Wunsch seines Vaters, nicht Soldat, sondern Bezirkshauptmann in der Provinz. Das Muster von einem Beamten der k. u. k. Monarchie vertritt dort Franz Joseph, nicht nur dem Namen nach eine Kopie des Kaisers, seine Majestät. Er sieht sich als pflichtbewussten, treuen Diener des ,,allerhöchsten Kriegsherrn" und damit der gesamten Monarchie. Als überzeugter Patriot wahrt er kaiser- u. königliche Traditionen (z.B. allwöchentliches Konzert der Militärkapelle: Radetzkymarsch) und verkennt völlig die Hinfälligkeit der Monarchie.

Im krassen Gegensatz dazu steht sein Sohn, Carl Joseph, der bereits das bevorstehende Ende des Habsburgerreiches und seine eigene Rolle in dessen Untergang spürt: seiner Überzeugung nach wird er es seinem Großvater, dem Helden von Solferino, nie gleichtun können und tatsächlich ist von dessen Stärke beim weichen und feinfühligen Carl Joseph nichts übriggeblieben. Trotz dieser Schwäche und seines mäßigen militärischen Talents wird er nach der Kavalleriekadettenschule als Protektionskind des Kaisers zum Leutnant bei den Ulanen befördert. Schon zu dieser Zeit verbinden sich in ihm Todesahnung und Schuldgefühle: Als die Frau des befreundeten Wachtmeisters Slama, die ihn als fünfzehnjährigen Kadettenschüler verführte, an einer Geburt stirbt, schreibt er sich allzu bereitwillig die Schuld an ihrem Tod zu. Diese Schuldgefühle sollten sich noch verstärken ...

Carl Joseph fühlt sich nicht wohl bei den Ulanen; er wäre nicht nur lieber zu Fuß unterwegs - genau wie seine Vorfahren, deren Lebensweise er sich insgeheim zurückwünscht - sondern er gilt auch als sonderbarer Außenseiter. Dennoch findet Carl Joseph einen (einzigen) Freund in der Armee: den jüdischen Regimentsarzt Dr. Demant. Auch dieser würde am liebsten dem Militär den Rücken kehren. Mit der Zeit entwickelt sich ein freundschaftliches ,,Vater-Sohn- Verhältnis", das jedoch eines Tages jäh erschüttert wird: Trotta wird beobachtet, wie er nach einer Theateraufführung die leichtlebige Frau seines Freundes nach Hause begleitet, was ihm als Liebesaffäre ausgelegt wird. Als der Regimentsarzt dieses beleidigende Gerücht vom betrunkenen Leutnant Tattenbach erfährt, sieht er sich laut Ehrenkodex gezwungen, seine verlorene Ehre wieder herzustellen; beim darauffolgenden Duell werden beide - Dr. Demant sowie Leutnant Tattenbach - getötet. Der Verlust seines einzigen Freundes und seine Schuldgefühle, besonders aber das Bild des toten Helden von Solferino zehren an der Lebenskraft Carl Josephs: ,,Ich bin nicht stark genug für dieses Bild! Die Toten! Ich kann die Toten nicht vergessen!"

Nach dem Tot seines Freundes und aus anderen besagten sieht der junge, jedoch schon früh gealterte Leutnant, keine Veranlassung mehr, länger bei den Ulanen zu bleiben. Er lässt sich daher zum Missfallen seines Vaters an die nordöstiche Grenze zu Russland versetzen, wo er seinen Dienst als Leutnant des Jägerbataillons aufnimmt. Dort schließt Carl Joseph Freundschaft mit dem polnischen Grafen Chojnicki. Dieser ahnt bereits den Untergang der k. u. k. Monarchie. Er öffnet dem Vater des Leutnants, der nach dem Tod seines alten Dieners Jaques seinen Sohn in der Garnisonsstadt besucht , zum ersten Mal die Augen: ,,Die Zeit will uns nicht mehr! Diese Zeit will sich erst selbständige Nationalstaaten schaffen!" Die unerfreuliche Situation der Offiziere - ,,Ihre Sehnsucht muss der Krieg sein, jedoch wäre der Krieg das Ende der Monarchie" - macht diese zu Spielern und stürzt sie so noch tiefer ins Unglück. So auch Hauptmann Wagner, mit Carl Joseph befreundet, der angesichts seines angehäuften Schuldenberges keinen anderen Ausweg sieht als Selbstmord. Aufgrund dieses Schicksalsschlages und um sich von seinen Schuldgefühlen und Todesahnungen zu befreien wird der Enkel des Helden von Solferino vom Alkohol abhängig und verstrickt sich seinerseits in Schulden. Seine Schwermut wird nur selten von jäh aufkommender Euphorie unterbrochen, die er während seiner allwöchentlichen Besuche bei Frau von Taußig, seiner neuen Geliebten, verspürt. Sie ist es, die ihn erahnen lässt, um wie viel schöner doch ein Leben als Zivilist sein könnte.

Diese Ahnung ist jedoch nicht von langer Dauer, denn die immer häufiger auftretenden Unruhen im Kaiserreich machen sich nun auch schon in Trottas kleiner Garnisonsstadt bemerkbar: Carl Joseph wird beauftragt, einen bevorstehenden Aufstand der Borstenarbeiter gewaltsam niederzuschlagen. Tatsächlich lässt der Leutnant auf die Aufständischen schießen; es gibt Tote und Verwundete, darunter Carl Joseph selbst. Während der Leutnant seinen Schädelbruch im Krankenhaus kuriert, läuft eine Untersuchung der blutigen Vorgehensweise an, die jedoch vom Kaiser selbst - denn der Name ,,Trotta" war ihm noch immer ein Begriff - umgehend beendet wird.

Kurz nach dieser Affäre veranstalten die Jäger auf dem Anwesen Chojnickis ein großes Fest anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens. Geladen sind über 50 bedeutende Adelige. Mitten in die ausgelassene Stimmung platzt die Nachricht von der Ermordung des Thronfolgers in Sarajevo. Das Orchester stimmt den Trauermarsch zu Ehren des Prinzen an, doch verkommt dieser zu einem Freudentanz der überwiegend ungarischen Gäste. Vereinzelt hallt der Ruf ,,Das Schwein ist tot" durch den Festsaal - spätestens jetzt kommt Carl Joseph zur bitteren Erkenntnis, wie es um die Einheit seines Vaterlandes steht. Er nimmt diesen Vorfall zum Anlass, endgültig der Armee den Rücken zu kehren. Schweren Herzens akzeptiert sein Vater - noch immer überzeugter Patriot und ergebener Diener seines Kaisers - den Entschluss seines Sohnes, auch wenn dessen Austritt aus der Armee in derzeitiger Lage einer Desertion gleichkommt.

Endlich kann Carl Joseph seinem Instinkt folgen und in die Fußstapfen seiner Ahnen treten: wie noch sein Urgroßvater lebt er jetzt in Einklang mit der Natur, ,,bewaffnet" nicht mehr mit dem Säbel sondern mit blanken Händen und dem Pflug: er ist nun Landaufseher im Dienste seines Freundes Chojnicki, auf der Suche nach innerer Ruhe.

Doch die Idylle ist nicht von langer Dauer: Der große Krieg bricht aus und Carl Joseph kehrt zurück zur Armee, um für sein Vaterland zu sterben.

Seine Soldaten sind nach einem langen, beschwerlichen Marsch ohne frisches Trinkwasser - die Brunnen sind verseucht mit den Kadavern der ersten Opfer des Krieges - dem Verdursten nahe. Als sie dann doch eine frische Quelle entdecken, stürmen sofort einige dem kostbaren Nass entgegen - und kommen im Kugelhagel der feindlichen Kosaken um. Carl Joseph opfert sich für sein Regiment und möchte seine Soldaten mit Frischwasser versorgen. Als er fast aus der Schusslinie des Feindes entronnen ist, trifft ihn eine Kugel in den Kopf. Die vollen Wassereimer in Händen stürzt er blutüberströmt zu Boden. ,,So einfach und zur Behandlung in Lesebüchern ungeeignet war das Ende des Enkels des Helden von Solferino. Der Leutnant Trotta starb nicht mit der Waffe, sondern mit zwei Wassereimern in der Hand."

Der Epilog schildert die beiden letzten Lebensjahre des Bezirkshauptmanns, der am Tag der Beisetzung des Kaisers stirbt. Verbittert über den Tod seines geliebten Sohnes und seiner ebenfalls geliebten Majestät stirbt nach dem Enkel auch der Sohn des Helden von Solferino - und mit ihnen auch die kaiser- u. königliche Monarchie. Denn ,,sie konnten beide <der Kaiser und der Bezirkshauptmann> Österreich nicht überleben".

Interpretation

Motivation des Autors

Der Roman ,,Radetzkymarsch" von Joseph Roth ist Ausdruck einer nostalgischen Heimweh des Autors zur untergegangenen Doppelmonarchie. In diesem Werk sowie in seinen Romanen ,,Das falsche Gewicht", ,,Die Geschichte von der 1002. Nacht" und die ,,Kapuzinergruft" zeigt er aber auch unmissverständlich auf, warum die Habsburger Monarchie untergehen musste: Sie war zersetzt von Doppelmoral und Scheinheiligkeit. Er führt dem Leser vor Augen, wie ausgehöhlt und brüchig das religiöse Fundament der Gesellschaft längst war und lässt seine Helden, in ,,Radetzkymarsch" die Familie Trotta, folgerichtig untergehen wie die Monarchie selbst. Gleichzeitig lässt Roth die Donaumonarchie in seinen Romanen als Idealbild wieder auferstehen und zeigt das Habsburger-Reich auch von seiner glanzvollen, herrlichen Seite.

Tatsächlich hoffte Joseph Roth auf die Wiedereinführung der Monarchie unter Otto von Habsburg, musste jedoch verbittert die Annexion Österreichs an Hitler-Deutschland mitansehen.

,,Radetzkymarsch" - Die Geschichte eines Unterganges

Der Roman ist eine verklärende Darstellung des Kaiserreiches, in dem aber auch die Notwendigkeit des Endes sichtbar wird. Im Aufstieg und Untergang einer Familie spiegelt sich der letzte Glanz der Donaumonarchie wider.

Am wechselvollen Schicksal vierer Generationen der Familie Trotta beschreibt der Autor den allmählichen Zerfall des Habsburgerreiches.

Der Aufstieg der Trottas beginnt mit dem Helden von Solferino, Sohn eines einfachen Bauern im slowenischen Dorf Sipolje. Mit ihm bricht gleichsam ein neues Geschlecht an, das parallel zur Monarchie seinen Aufstieg und Untergang erlebt. Hauptmann Trotta, wie er sich nun nennen darf, ist der Inbegriff von persönlicher Kraft und Stärke: entschlossen riskiert er sein eigenes Leben, um das des Kaisers zu retten. Sein Abbild sollte die Familie Trotta stets mahnend an ihren Ahnherren erinnern, mitunter eine Last, der sein Neffe Carl Joseph nicht gewachsen scheinen sollte...

Zunächst aber übernimmt der Sohn das Erbe der Trottas. Zum Beamten bestimmt wird Baron Franz von Trotta Bezirkshauptmann in der Provinz, wo er, das Muster eines Beamten, die Macht der Habsburger vertritt. Er dient dort treu und ergeben dem Oberhaupt der Monarchie, Kaiser Franz Joseph. Als sich die Beiden bei einer Privataudienz gegenüberstehen, erkennen sie ihre Ähnlichkeit, wie zwei Brüder wirken sie, gleichsam ergraute und gealterte Symbole der Monarchie, die schon langsam ihrem Ende entgegentreibt. Sie sollten später gemeinsam mit Österreich-Ungarn untergehen, denn ,,sie konnten beide Österreich nicht überleben". Doch noch ahnt der Bezikshauptmann nichts, noch geht alles seinen gewohnten Gang: Jeden Sonntag wird vor seinem Haus der Radetzkymarsch, Leitmotiv des Romans, angestimmt. Er steht für die Idee der Einheit des Vielvölkerstaats, die in Wirklichkeit ihre Begründung verliert. Die ironische Formulierung ,,Einmal in der Woche war Österreich" bringt dies zum Ausdruck. Doch noch immer verkennt der Bezirkshauptmann die Hinfälligkeit der Monarchie und verharmlost eindeutige politische Strömungen. So zum Beispiel als er in seinen Akten den Ausdruck ,,revolutionärer Agitator" durch ,,verdächtiges Individuum" ersetzt. Die noch bestehende Einheit des Vielvölkerstaates versinnbildlicht sich sowohl in der Figur des Kaisers als auch in der des Barons von Trotta, doch letztendlich muss auch er erkennen: ,,Die Zeit will uns nicht mehr! Diese Zeit will sich erst selbständige Nationalstaaten schaffen!"

Den endgültigen Untergang des Habsburgerreiches und damit der Familie Trotta symbolisiert der kinderlose Neffe des Helden von Solferino. Er ist sich seiner eigenen Schwäche wohlbewusst. Ständig spürt er in seinem Nacken den bohrenden Blick seines Großvaters (den er nur von einem Gemälde kennt), dem er nicht gewachsen ist: ,,Ich bin nicht stark genug für dieses Bild!". Hatte jener den Kaiser selbst gerettet, so begnügt sich der Enkel, das Bild Franz Josephs aus einem Bordell zu ,,retten". Carl Joseph spürt schon sein eigenes Ende und das des Vaterlandes. Zuvor aber tut er es seinem Großvater gleich und versucht, wie er und dessen Ahnen, innere Ruhe als Bauer zu finden; der Kreislauf schließt sich also. Das Schicksal gönnt ihm diese Ruhe jedoch nicht, stattdessen fällt Carl Joseph als Leutnant scheinbar sinnlos beim Wasserholen. Hier kommt die ganze Ironie zum Ausdruck: ,,So einfach und zur Behandlung in Lesebüchern ungeeignet war das Ende des Enkels des Helden von Solferino." Den unwiderruflichen Untergang jedoch symbolisieren Kaiser und Bezirkshauptmann, gleichsam das personifizierte Habsburgerreich: mit ihnen wird auch Österreich-Ungarn zu Grabe getragen.

Persönliche Meinung

Alles in Allem hat mir ,,Radetzkymarsch" gut gefallen, obwohl ich mir unter diesem Titel mehr Nostalgie und das Wiederaufleben längst vergangener, glanzvoller Tage eines einst mächtigen Reiches - ÖsterReiches - erwartet habe. Diesen Glanz habe ich doch etwas vermisst, stattdessen zeichnet der Autor das melancholisches Bild eines Unterganges. Mich hätten auch die historischen Zusammenhänge der damaligen Zeit interessiert, doch Roth ging es anscheinend nicht um die exakte Dokumentation der Geschichte, sondern er versuchte die Stärken und Schwächen der Monarchie anhand von Einzelschicksälen aufzuzeigen. Das jedenfalls ist ihm sehr gut gelungen: Der Autor verstand es ausgezeichnet, sich in die jeweilige Lage seiner Figuren, mit denen ich mich während des Lesens sogar ,,angefreunden" konnte, einzufühlen.

So ist es Joseph Roth gelungen, seinem Roman eine etwas traurige, zwischen tragischer Ironie und Sentimentalität balancierte Stimmung zu vermitteln.

Den ganzen Roman hindurch verwendet Roth eine schmuckvolle, zarte Sprache. Trotz des hohen Niveaus bleibt sein Stil immer flüssig lesbar. Ein wirklich gelungener Roman, der nicht umsonst zum größten Erfolg des Autors wurde!

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Roth, Joseph - Radetzkymarsch
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V98247
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine ausführliche Rezension des bekannten Romans "Radetzkymarsch" von Joseph Roth, die sich auch als Referat eignet.
Schlagworte
Roth, Joseph, Radetzkymarsch
Arbeit zitieren
Stefan Schörghofer (Autor), 2000, Roth, Joseph - Radetzkymarsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98247

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