Hoffmann, E. T. A. - Das Fräulein von Scuderi


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten


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Das Fräulein von Scuderi von E.T.A. Hoffmann

Autor:

Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann wurde am 24. Januar 1776 als Sohn eines Juristen in

Königsberg(Ostpreußen) geboren. Um seiner Verehrung für Mozart Ausdruck zu geben legte er sich den Namen Amadeus zu. Nach dem Jurastudium war er Regierungsassessor in Berlin, Glogau und Posen. 1802 wurde er wegen seiner Karikatur nach Plozk strafversetzt. 1813 ging er nach Dresden und Leipzig zur Operntruppe Seconda. Drei Jahre später holte ihn sein Freund Theodor Gottlieb von Hippel wieder nach Berlin. Er wurde Richter am dortigen Kammergericht. Zusammen mit seinen Freunden, vor allem mit dem Schauspieler Ludwig Devrient, pflegte er im Weinkeller von Lutter und Wegener die berühmte Tafelrunde zu halten und sich vom Geist des Weines inspirieren zu lassen. E.T.A Hoffmann starb am 25.Juni 1822 in Berlin.

Ort: Paris

Zeit: Zur Zeit Kaiser Ludwigs XIV

Handlung:

Eines Nachts kommt ein Jüngling zu dem Haus des Fräulein von Scuderi, in der Absicht, ihr etwas zu überbringen. Doch die Martiniere hat Angst davor, den Mann zu der Scuderi zu lassen, da In dieser Zeit eine Bande es darauf angelegt hat, alle Juwelen, die es in Paris gibt, in ihren Besitz zu bringen. Als der Fremde hört, daß die Polizei im Anmarsch ist, gibt er der Dienerin ein Kästchen, sagt ihr, daß sie es der Scuderi so bald wie möglich geben müsse und flieht.

Die Martiniere übergibt am nächsten Morgen der Scuderi das geheimnisvolle Kästchen. Diese öffnet es und findet darin mit Juwelen besetzte Armbänder und Halsschmuck. Auf einem beigelegten Zettel findet sie den Vers, den sie dem König zur Antwort gab, als er sie wegen der von ihm geforderten besonderen Schutzmaßnahmen für die Kavaliere befragte: ,,Ein Liebender, der die Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht würdig." Die Scuderi ist entsetzt, da sie annimmt, daß der Schmuck von den Ermordeten stammt. Als sie die Juwelen der Marquise zeigt, entdeckt sie, daß alle Stücke von Rene Cardillac, dem geschicktesten Goldschmied in Paris angefertigt wurden. Das Fräulein von Scuderi händigt nun Cardillac diese Stücke aus, da sie ja aus seiner Werkstatt stammen, doch dieser will sie ihr schenken. Ungern nimmt sie dieses Geschenk an, will aber die Schmuckstücke niemals tragen.

Monate danach fährt die Scuderi in einer Kutsche, als ihr ein junger Mann einen Zettel zuwirft, in dem sie aufgefordert wird, die Juwelen an Cardillac zurückzugeben. Als sie am Morgen das Kästchen zu Cardillac bringen möchte, erfährt sie, daß dieser in der Nacht ermordet wurde und man seinen Gehilfen Oliver Brusson der Tat verdächtigt. Ebenso verdächtig ist Madelon Cardillac, die Tochter des Toten und Brussons Geliebte. Die Scuderi hat Mitleid mit dem Mädchen und nimmt es zu sich. Sie beginnt nun mit Nachforschungen und ist immer mehr von der Unschuld der beiden jungen Leute überzeugt. Dieses teilt sie auch dem König mit, doch dieser ist anderer Meinung. Brusson will unbedingt mit dem Fräulein sprechen, was ihm auch bewilligt wird. Er gibt sich ihr als Sohn ihrer Pflegetochter Anne zu erkennen, den sie, als er noch ein Kind war, geliebt hat wie ihren eigener Sohn. Er erzählt ihr, daß er Rene Cardillac eines Nachts dabei beobachtet habe, wie er einen reichen Mann überfallen und diesen ermordet habe. Oliver wußte nun, daß sein Herr der geheimnisvolle Mörder ist, blieb aber aus Liebe zu dessen Tochter bei ihm. Cardillac erzählte ihm, daß sein Haß auf die Menschen, für die er Schmuck anfertigt, auf ein Erlebnis im Mutterleib zurückzuführen sei. Seine Mutter hatte sich während der Schwangerschaft in den Brillantschmuck eines Offiziers, der in ihren Armen gestorben war, verliebt. Oliver erkannte nun, daß sein Herr wahnsinnig sei, und fürchtete um das Leben der Scuderi. Deswegen warf er ihr auch den Zettel in die Kutsche, da er wußte, daß Cardillac erst wieder ruhen würde, wenn die Juwelen wieder in seinem Besitz sein würden. Oliver verfolgte seinen Herrn in der Nacht, als sich dieser den Schmuck von der Scuderi holen wollte. Cardillac wurde aber bei einem Kampf mit dem Grafen Miossens tödlich verletzt. Oliver trug seinen Herrn nach Hause, wo dieser starb.

Die Scuderi veranlaßt nun, daß auch der König von dieser Geschichte erfährt und überzeugt ihn von der Wahrheit. Er läßt sich Madelon vorführen und ist von ihr sehr angetan. Oliver wird begnadigt. Madelon und Oliver heiraten und leben in Genf - auf Wunsch des Königs - und um die schrecklichen Dinge zu vergessen, die geschehen waren.

Ein Jahr danach wird dem Erzbischof von Paris von einem reuigen Sünder unter dem Sigel der Beichte ein Schatz übergeben. Alle, denen durch nächtlichen Überfall ein Schmuckstück geraubt worden war, wollen sich melden, das geraubt Schmuckstück beschreiben und es auch, wenn die Beschreibung stimmt zurückerhalten.

Personen:

Fräulein von Scuderi: Sie ist eine 73 jährige, geachtete Dichterin. Sie ist sehr wohlhabend, angesehen und redegewandt. Durch ihr gutes Verhältnis zu Ludwig hat sie sehr viel Einfluß. Sie ist sehr klug, ehrlich, zielstrebig, hilfsbereit und schlagfertig. Sie ist von der Unschuld Oliviers fest überzeugt.

Cardillac: Er ist der geschickteste Goldarbeiter in Paris und einer der kunstreichsten und sonderbarsten Menschen seiner Zeit. Sein kleiner aber muskulöser Körperbau läßt ihn trotz seiner fünfzig Jahren die Kraft eines Jünglings besitzen. Er hat krauses, dickes rötliches Haar und grün funkelnde Augen. Er besitzt eine gespaltene Persönlichkeit.

Am Tag ist er ein sehr ehrenwerter, hilfsbereiter, offener und uneigennütziger Mensch.

In der Nacht treiben Dämonische Mächte ihn dazu seine Kunstwerke zurück zu bekommen. Wenn diese Mächte in ihm sind, ist er hinterlistig, gierig, ergiebig und zweifelt an sich selbst. Olivier: Er ist der Gehilfe von Cardillac. Er ist ein junger großartiger Goldschmied und in die Tochter von Cardillac, Madelon, verliebt. Durch einen Zufall erfährt er, das sein Meister der verruchte Raubmörder ist.

Madelon: Sie ist die Tochter von Cardillac. Sie ist in Olivier verliebt und hält auch in schlechten Zeiten zu ihm. Sie ist von der Unschuld Oliviers überzeugt und leidet sehr unter der Verhaftung Oliviers. Ludwig XIV. : Er läßt sich nicht schnell beeinflussen und bildet sich seine eigene Meinung.

Interpretation:

Die eigentliche Hauptfigur ist nicht die alte Dame, sondern der furchtbare Goldschmied Cardillac. In diesem ist ein rätselhafter Gegensatz gezeichnet: den fleißigen, ehrlichen Arbeiter, den unvergleichlichen Künstler zwingt ein unwiderstehliches Verlangen, zum Mörder und Räuber zu werden. Wohl wird dies mit der Annahme des ,,Versehens" seiner Mutter realistisch begründet; eigentlich ist es aber doch symbolisch aufzufassen. Jeder Mensch, meint Hoffmann, führt eigentlich ein solches Doppelleben: grausige Leidenschaften, die ihn zu Verbrechen drängen. Er stellt Cardillac nicht als Bösewicht dar, sondern als einen schizophrenen Menschen, der für sein Schicksal nicht verantwortlich ist. Er versucht für Cardillac Verständnis zu zeigen.

Form und Stil:

Dieses Werk hat eine sehr kunstvolle Handlungsgestaltung. Das Werk zählt zur Romantik. Diese Dichtung ist in gehobener, klarere Prosasprache geschrieben.

Es gibt viel Beifügungen, Beschreibungen und indirekte Reden. In diesem Text werden lange Sätze und einige französische Ausdrücke verwendet.

Aufbau: Die Handlung ist chronologisch aufgebaut, hat aber Rückblenden. Im Hauptteil geht es um die Ermordung von Cardillac. Hoffmann erzeugt eine unheimliche Stimmung durch zahlreiche Metaphern und Motive. Durch diese Metaphern wird teilweise auf die menschlichen Eigenschaften hingewiesen.

Andere Werke:

Der goldene Topf

Die Elixiere des Teufels Der Sandmann

Nußknacker und Mäusekönig

Die Lebensansichten des Kater Murr

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Details

Titel
Hoffmann, E. T. A. - Das Fräulein von Scuderi
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V98383
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ETA Hoffman/Das Fräulein von Scuderi, Thema: Das Fräulein von Scuderi
Arbeit zitieren
Jerry Nierves (Autor:in), 2000, Hoffmann, E. T. A. - Das Fräulein von Scuderi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98383

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