Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es, anhand der Formen des Mobbings aufzuzeigen, inwiefern Kinder mit Fluchterfahrung Mobbing erfahren und wo diese im alltäglichen Leben des Kindes auftauchen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein übergreifender Titel formuliert: „Wenn Kinder mit Fluchterfahrung zum Opfer von Mobbing werden“. Die Arbeit untersucht vorwiegend die Erscheinungsformen und die Gründe von Mobbing einerseits und Flucht andererseits und stellt anhand der Interviews einen praxisnahen Bezug her. Die Herausforderung der Bachelorarbeit besteht darin, tatsächliche Zusammenhänge zwischen Mobbing und den Kindern bzw. Jugendlichen mit Fluchterfahrung herzustellen und anhand der gewonnenen Erkenntnisse mögliche Handlungsempfehlungen für die Präventionsarbeit abzuleiten.
Diese Arbeit ist deshalb von großer Bedeutung, da in den Klassenräumen mehr auf Mobbing geachtet werden soll; nicht immer lässt sich eindeutig feststellen, wann es sich um Mobbing handelt, wann um Gewalt oder Aggression. Zudem geht es in dieser Arbeit nicht um den einen Flüchtling. Hierbei geht es um all jene, die ihre Heimat verlassen mussten, um ein neues Leben in Sicherheit beginnen zu können. Bezüglich der Interviewer lässt sich hinzufügen, dass diese aus Syrien geflohen sind. Jedoch handelt es sich hierbei um einen Zufall, denn der Fokus soll nicht auf die Flüchtlinge aus Syrien gelegt werden. Das jetzige Alter der Interviewpartner sei nicht zu beachten, da diese Mobbing in ihren jungen Jahren erlebten. Ausgehend von dem Titel „Wenn Kinder mit Fluchterfahrung zum Opfer von Mobbing werden“ sollen anhand der folgenden Subfragen weitere Themenbereiche untersucht werden, um die Thematik ganzheitlich beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
II Theoretischer Hintergrund
2 Was ist Mobbing?
2.1 Begriffsdefinition „Mobbing“
2.2 Formen von Mobbing
2.2.1 Psychisches Mobbing
2.2.2 Virtuelles Mobbing
2.2.3 Physisches Mobbing
2.2.4 Erscheinungs- und Interaktionsformen von Mobbing
2.3 Der Zusammenhang zwischen Gewalt und Mobbing
2.3.1 Gewalt in der Schule
2.3.2 Exkurs: Migrationshintergrund und Gewalt
3 Migration und Flucht
3.1 Begriffsdefinition „Flüchtling“
3.2 Formen der Migration
3.2.1 Arbeitsmigration
3.2.2 Fluchtmigration
3.2.3 Irreguläre Migration
3.3 Bildung und Schule
3.3.1 Kinder mit Fluchterfahrung in der Schule
3.3.2 Exkurs: Rassismus & Diskriminierung, Stereotype & Vorurteile
4 Zwischenfazit
III Empirischer Teil
5 Methodik und Vorgehen
5.1 Qualitative Forschung
5.2 Untersuchungsmethode
5.2.1 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
5.2.2 Auswahl der Interviewpartner
5.2.3 Eckdaten der Lebensgeschichten
5.3 Datenauswertung mittels der qualitativen Inhaltsanalyse
6 Auswertung der Interviews
6.1 Kategorie Flüchtling
6.1.1 Beschreibung
6.1.2 Interpretation
6.2 Kategorie Mobbingtäter
6.2.1 Beschreibung
6.2.2 Interpretation
6.3 Kategorie Mobbingbegünstigende Faktoren
6.3.1 Beschreibung
6.3.2 Interpretation
6.4 Kategorie Folgen von Mobbing
6.4.1 Beschreibung
6.4.2 Interpretation
V Schlussfolgerung
7 Conclusion und Auswertung aller Kategorien
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen Mobbing und Kindern bzw. Jugendlichen mit Fluchterfahrungen qualitativ-empirisch zu untersuchen, um auf Basis dieser Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für die präventive Schularbeit abzuleiten.
- Mobbing-Phänomenologie und Erscheinungsformen
- Zusammenhang zwischen Migration, Fluchterfahrung und schulischer Diskriminierung
- Die Rolle von Lehrkräften bei der Mobbing-Prävention
- Qualitative Auswertung von Erfahrungsberichten geflüchteter Jugendlicher
- Entstehung und Auswirkungen von Stereotypen und Vorurteilen im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
6.3.1 Beschreibung
Worauf stützt sich Fremdenhass? In einer Klasse befinden sich Schüler mit unterschiedlicher Herkunft und Kultur, mit unterschiedlichem Aussehen und unterschiedlicher Hautfarbe. Olweus (1995) erklärt, dass Spannungen zwischen diesen Personen schon fast automatisch folgen müssen bzw. vorprogrammiert sind. „[…], weil ich aus Syrien gekommen bin, hatte ich einen anderen Style und ich hatte das Gefühl, dass viele das nicht, ähm, für viele nicht okay war. Sie haben mich echt komisch angeschaut. […], weil ich hatte das Gefühl, jeder guckt mich blöd an […]“ (Dima 022). Dima listet die Bekleidung als einen Grund für das Mobbing auf. Hierzu zählen jedoch auch Hintergründe, wie der Akzent bzw. die Artikulation und mangelnde Sprachkenntnisse: „Die [Schüler] haben immer über meine deutsche Sprache gelacht, weil ich nicht richtig Deutsch kann oder die Grammatik nicht richtig sage“ (Broula 035). „[Ich] hatte […] immer das Gefühl, wenn ich was beantworte, die Schüler lachen mich aus und wenn ich was vorlesen muss, weil ich so langsam vorgelesen habe, dass die mich ausgelacht haben“ (Dima 022). Jedoch zählen auch ganz ‚einfache‘ Gründe zu den mobbingbegünstigenden Motiven, bspw. der Spaß am Malträtieren anderer und die pure Langeweile.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Mobbing bei Kindern mit Fluchterfahrung ein und erläutert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
II Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert Mobbing, differenziert zwischen verschiedenen Erscheinungsformen und beleuchtet den Zusammenhang mit Gewalt sowie Migration und Schulerfahrungen.
III Empirischer Teil: Der empirische Teil erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere das problemzentrierte Interview und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring.
Auswertung der Interviews: Hier werden die Forschungsergebnisse in den Kategorien „Flüchtling“, „Mobbingtäter“, „Mobbingbegünstigende Faktoren“ und „Folgen von Mobbing“ analysiert und interpretiert.
V Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung für die Schulpraxis und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Mobbing, Flucht, Migration, Schule, qualitative Forschung, Vorurteile, Stereotype, Rassismus, Diskriminierung, Schulerfolg, Gruppendynamik, Lehrerrolle, Integration, Jugendliche, Trauma
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Erfahrungen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen mit Mobbing im deutschen Schulalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Mobbing, die Auswirkungen von Flucht auf die Schulsituation sowie die Rolle von Stereotypen, Vorurteilen und Rassismus in der Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum Kinder mit Fluchterfahrung Mobbing erleben, und daraus Erkenntnisse für eine präventive Schularbeit zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemzentrierten Interviews mit zwei geflüchteten jungen Erwachsenen basiert, die mittels der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt über Mobbing und Migration sowie einen empirischen Abschnitt, in dem die Interviews ausgewertet und in Kategorien eingeordnet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Mobbing, Flucht, Integration, Schule, Vorurteile, Rassismus, qualitative Analyse und Schulerfahrung sind die zentralen Begriffe.
Welche Rolle spielen Lehrkräfte laut der Untersuchung?
Lehrkräfte fungieren oft als Vorbilder; wenn sie nicht einschreiten oder sich abfällig äußern, kann dies Mobbing unter Schülern unbeabsichtigt legitimieren oder verstärken.
Wie wirken sich Mobbing-Erfahrungen langfristig auf die Betroffenen aus?
Die Folgen können tiefgreifend sein, darunter psychosomatische Beschwerden, Angststörungen, sozialer Rückzug und negative Auswirkungen auf den Bildungserfolg bis hin zur Schulabbrecher-Quote.
- Quote paper
- Marlene Sagur (Author), 2020, Wenn geflüchtete Kinder zum Opfer von Mobbing werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984866