Über Adam Smith "Der Wohlstand der Nationen"


Hausarbeit, 2001

18 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Biographie

2. Einleitung

3. Die Arbeitsteilung als Motor des wirtschaftlichen Wachstums

4. Das Eigeninteresse in der Gesellschaft

5. Die Unsichtbare Hand

6. Politische Ökonomie

7. Drei Aufgaben des Staates

8. Die Finanzen des Staates

9. Fazit

10. Literarturliste

1. Biographie

Adam Smith wurde in der Ortschaft Kirkcaldy an der Küste der Grafschaft Fife geboren. Das genaue Datum seiner Geburt liegt im Ungewissen, nicht jedoch der Tag, an dem er getauft wurde: der 5. Juni 1723. Noch vor der Geburt des Kindes starb der Vater Adam Smith Senior, welcher als Jurist und Beamter sich einen Namen machte. Er war zweimal verheiratet und hatte aus jeder Ehe einen Sohn. Nachdem seine erste Frau Lilias Drummond 1717 starb, lernte er seine zweite Frau, die Mutter des berühmten Adam, Margeret Douglas kennen. Jedoch starb Smith Senior im Jahre 1720 vor der Geburt seines Sohnes Adam. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich zwischen Mutter und Sohn eine besonders innige Beziehung. Adam Smith heiratete nie, was manche Kritiker als die Folge seiner Mutterbindung sehen.[1]

Nach dem Besuch der Burgh-Schule in Kirkcaldy bezog Smith 1737 die Universität in Glasgow im Alter von 14 Jahren, etwas älter als es damals für Studienanfänger üblich war. Einer seiner Kommilitonen erinnerte sich, dass Smith` Lieblingsfächer in Glasgow Mathematik und Naturphilosophie waren. Seine guten Kenntnisse auf diesen Gebieten zeigen sich in seinem Essay über die Geschichte der Astronomie, dennoch lassen seine Arbeiten im Allgemeinen keine besonderen Neigungen in dieser Richtung erkennen. Den stärksten Einfluss auf Smith während seiner Studienjahre übte Francis Hutcheson (1694-1746) aus, Professor für Moralphilosophie, dessen Vorlesungen über Ethik, Jurisprudenz und Ökonomie die Fundamente für Smith` eigene Ideen auf diesen Gebieten legten.

Im Jahr 1740 wechselte Smith mit einem Stipendium ans Balliol College der Universität Oxford. Jedoch empfand Smith die dortigen Professoren als „faul und inkompetent“.[2] Im Wohlstand der Nationen lesen wir den Satz: „An der Universität Oxford haben es die meisten Professoren schon seit Jahren aufgegeben, auch nur den Schein zu wahren, dass sie ihren Lehrverpflichtungen nachkommen.“[3] Um sich dennoch fruchtbar weiterzuentwickeln, konzentrierte er sich zumeist selbstständig auf das Studium der Sprachen.

Unter anderem ist überliefert, dass er zum Missfallen seiner Lehrer David Humes (1711-1776) im Jahr 1739 erschienendes Werk „A Treatise of Human Nature“ durcharbeitete. Das Buch wurde konfisziert, es galt als atheistisch und die Moral zersetzend.

Im Jahre 1746 verließ Smith das konservative Oxford und kehrte zurück nach Kirkcaldy in das Haus seiner Mutter. Seinen Lebensunterhalt bestritt er durch Vorträge über Rhetorik und Schöne Literatur. Diese Vorträge machten großen Eindruck und als zum Jahresende 1750 der Lehrstuhl für Logik an der Universität Glasgow vakant geworden war, trat er die Stelle mit den Pflichtvorlesungen Logik und Metaphysik an. Kurze Zeit später übernahm er auch die Professur für Moralphilosophie, wo Smith auch Fragen der Jurisprudenz und Ökonomik ausführlich behandelte. Er befasste sich in seinen Vorlesungen mit „Gerechtigkeit“ in der Form einer Geschichte des Rechts und der Regierungsformen sowie um „Eigennutz“, dem Hauptthema von „Der Wohlstand der Nationen“. Jedoch sieht Smith zunächst die Ökonomie nicht als etwas Getrenntes von dem Recht und der Gesellschaft. Die Ökonomie ist ein wesentlicher Bestandteil im Mechanismus der Gesellschaft und Smith war überzeugt, dass Anzeichen für ihre Entwicklung häufig am ehesten an Veränderungen in der Geschichte des Rechts abgelesen werden konnten. Seine ökonomischen Theorien entwickelte Smith während seiner jährlichen Vorlesungen immer weiter, sodass das Interesse seiner Zuhörerschaft stetig wuchs.[4] Sein erstes Buch „Theorie der ethischen Gefühle“ erschien im Jahre 1759, welches sich rasch auch außerhalb Englands verbreitete und Smith in kurzer Zeit hohes Ansehen verschaffte. Die Anziehungskraft von Smith war so groß, dass sich mehrere Studenten aus dem Ausland, darunter einige aus Russland, nach Glasgow begaben, um ihn zu hören.

Im Januar jedoch verließ Adam Smith Glasgow, um seine neue Stelle als Reisebegleiter des Herzogs von Buccleuch anzutreten. Die beiden reisten im Februar nach Frankreich, hielten sich einige Tage in Paris auf und kamen schließlich in Toulouse an, wo sie die folgenden 18 Monate verbrachten. Nach einiger Zeit hatte Smith etliche Bekanntschaften gemacht und die französische Sprache gelernt.

Nachdem Smith seine Reise in einige Orte Südfrankreichs fortführte, lernte er in Genf Voltaire kennen, dem gegenüber er tiefen Respekt empfand.

Von Genf ging die Reise weiter nach Paris, wo Smith durch seinen besten Freund David Hume Aufnahme in der höchsten intellektuellen und literarischen Oberschicht fand. Er lernte die Philosophen d`Alembert, Holbach und Helvetius kennen sowie Vertreter der Physiokratischen Schule, allen voran Turgot und Quesney. Besonders zu letzterem hatte Smith eine hohe persönliche Meinung, teilte aber nicht die Ansicht, der überragenden Bedeutung der Landwirtschaft in der Gesellschaft, sondern Smith befürwortete den Freihandel.

Die „Wärme der Empfindungen“[5], die Smith für Quesney hegte, beruhte auf mehr als ihrem gemeinsamen Interesse der Ökonomie. Smith hatte ursprünglich die Absicht, ihm sein Buch „Der Wohlstand der Nationen“ zu widmen, doch als es dann erschien, lebte Quesney nicht mehr.

Im Frühjahr 1767 kehrte Smith nach Kirkcaldy zurück und in den folgenden sechs Jahren arbeitete er mit nur wenigen Unterbrechungen am Wohlstand der Nationen.

Seine Beobachtungen in Frankreich und seine Zusammenkunft in London mit weiteren bedeutenden Personen, wie Edmund Burke, Samuel Johnson oder auch Benjamin Franklin, der ihn ausführliche Informationen über die Vereinigten Staaten vermittelte, nutzte Smith für sein Werk „Der Wohlstand der Nationen“, welches er dann auch 1776 veröffentlichte. Die erste Auflage war innerhalb von wenigen Monaten vergriffen und das Werk wurde in den folgenden Jahren auch ins Deutsche und Französische sowie zahlreichen anderen Sprachen übersetzt.

In der Freude seines erfolgreichen Werkes trat der Tod seines besten Freundes David Hume ein, den Smith als den größten Philosophen seiner Zeit hielt, obwohl er in manchen Fragen der ethischen Theorie nicht Humes Meinung teilte.

Im Jahr 1777 wurde Smith auf seine Bewerbung hin zum Zollkontrolleur von Schottland in Edinburgh ernannt. Die Stelle verschaffte ihm jährliche Einkünfte von 600 Pfund und verbrachte so seine letzten Lebensjahre in Edinburgh als vergleichsweise reicher Mann. Aus früheren Aufzeichnungen ist überliefert, dass Smith seinen neuen Pflichten gewissenhaft nach kam.[6]

Die ihm verbleibende Zeit nutzte er vorzugsweise für seine schriftstellerischen Interessen. Sein Leben floss in ruhigen, gleichförmigen Bahnen. Des Sonntags pflegte er seine Freunde zum Dinner mit anschließender Diskussion einzuladen.

Nachdem seine Mutter, jener Mensch, dem er sich von allen am innigsten verbunden gefühlt hatte, 1784 verstarb, verschlechterte sich auch sein Gesundheitszustand. Smith entschloss sich 1787 zu einer Reise nach London, um einen Arzt zu konsultieren. Nach einer Operation verbesserte sich zwar seine Lage, aber seine Gesundheit und Kraft schwanden zusehends bis zu seinem Ableben.[7]

Gegen Ende seines Lebens verbrachte Smith viele Monate mit der Niederschrift einer erweiterten Fassung seines ersten Buches, „Theorie der ethischen Gefühle“.

Außerdem arbeitete er an zwei weiteren Büchern, die zum einen sich mit der Philosophiegeschichte und zum anderen mit der Theorie und Geschichte des Rechts und des Staates, befassten. Nach eigenen Angaben hatte Smith den größten Teil seiner Materialien angesammelt.[8] Diese Bücher wurden jedoch nie beendet und so beschloss er alle seine Manuskripte kurz vor seinem Tod zu verbrennen.

Adam Smith starb 1790 im Alter von 67 Jahren in Edinburgh. Er hinterließ eine große Bibliothek und ein kleines Vermögen, erstaunlich klein, angesichts seines hohen Einkommens. Dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass er beträchtliche Summen Geldes Armen und Hilfsbedürftigen zukommen ließ. Damit war auch eine Erklärung gefunden, weshalb beim Begräbnis Menschen zu sehen waren, die üblicherweise den letzten Weg eines Universitätsprofessors nicht begleiteten.

Adam Smith ging mit seinem Buch „Der Wohlstand der Nationen“ als „Vater der Nationalökonomie“[9] in die Geschichte ein und brachte es somit zu zeitlosen Ruhm.

[...]


[1] vgl. Kurz, 1990, „Adam Smith (1723-1790)“, S. 13

[2] vgl. Raphael, 1991, „Adam Smith“, S. 18

[3] vgl. Smith, 1789, „Wohlstand der Nationen“, (WN 647)

[4] vgl. Raphael, 1991, „Adam Smith“, S. 26

[5] vgl. Raphael, 1991, „Adam Smith“, S. 32

[6] vgl. Kurz, 1990, „Adam Smith (1723-1790)“, S. 19

[7] vgl. Kurz, 1990, „Adam Smith (1723-1790)“, S. 20

[8] vgl. Streminger, 1990, „Adam Smith”, S. 131

[9] vgl. Koesters, 1985, „Ökonomen verändern die Welt“, S. 15

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Über Adam Smith "Der Wohlstand der Nationen"
Hochschule
Universität Bremen  (FB Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die wirtschaftspolitische Philosophie der Neuzeit
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
18
Katalognummer
V9853
ISBN (eBook)
9783638164542
ISBN (Buch)
9783638841894
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zuzügl. Referatshandout. 444 KB
Schlagworte
Smith Wohlstand Neuzeit Wirtschaft Nachtwächterstaat
Arbeit zitieren
Patrick Kiesch (Autor), 2001, Über Adam Smith "Der Wohlstand der Nationen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9853

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