Die Veränderung des Konsumentenverhaltens durch Auktionen/Malls/Online-Shops


Seminararbeit, 2000

29 Seiten


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Inhalt

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 BEEINFLUSSUNG DES KONSUMENTENVERHALTENS

2 VERSCHIEDENEN AUSPRÄGUNGEN VON SHOPPINGSYSTEMEN
2.1 Einkauf rund um die Uhr - die Online-Shops
2.2 Ein gemeinsames Angebot mehrerer Händler - die Malls
2.3 Variable Preisgestaltungen - Auktionen im Internet

3 UNTERSCHIEDE IM EINKAUFSPROZESS (ORDER-TO-PAYMENT)
3.1 Ein ,,alter Bekannter" - der Ablauf im Einzelhandel
3.2 Besonderheiten eines Buchkaufs in einem Internetbuchladen
3.3 Einkauf im Mall
3.4 Ersteigern eines Buches

4 ZIELGRUPPE DES INTERNET-SHOPPING

5 EINFLUSSFAKTOREN AUF KUNDENVERHALTEN
5.1 Die richtigen Produkte
5.2 Am richtigen Ort
5.3 Zur richtigen Zeit
5.4 Im richtigen Zustand
5.5 Zu den richtigen Kosten
5.6 Besondere Kundenbedürfnisse

6 TRENDS UND PROBLEMSTELLUNGEN DES ONLINE-SHOPPING
6.1 Auktionen: Lassen sich Kunden von der rechtlichen Situation beeinflussen?
6.2 Ist die Sicherheit ein Hindernisgrund für den Einkauf im Netz?
6.3 Steuerzahlung im Internet
6.4 Mögliche Auswirkungen des Internetshoppings auf den Einzelhandel
6.5 Mögliche Veränderungen des Kundenverhaltens
6.6 Geschäftsformen im Vergleich: Wer macht das Rennen?

VERWENDETE LISTERATUR

GESICHTETE UND WEITERFÜHRENDE LITERATUR

INTERNETVERZEICHNIS

ANHANG: DARSTELLUNG DER DURCHGEFÜHRTEN BEFRAGUNG

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Der klassische Order-to-Payment Prozess

Abb.3 Electronic Shopping Mall

Abb.2 Der Order-to-Payment Prozess bei einer Auktion

Abb.4 Zusammensetzung der Umfrageteilnehmer

1 Beeinflussung des Konsumentenverhaltens

In den letzten Jahren hat sich die Nutzung des Internets immer weiter hin zur einer kommerziellen Nutzung entwickelt. Weltweit waren im Januar 2000 bereits ungefähr 163,5 Millionen Anwender an das Internet angeschlossen. Allein in Deutschland hatten zum gleichen Zeitpunkt ca. 7,5 Millionen Menschen Zugriff auf dieses ,,neue Medium". (Schwarz 2000)

Um das Internet als neuen Markt zu nutzen, haben sich verschiedene Geschäftsformen herausgebildet, die durch spezielle Formen des Shoppings versuchen, die Kunden zu einem Kauf über das Internet zu bewegen.

Im Rahmen dieser Arbeit wird erstens eine Gegenüberstellung des stationären, klassischen Handels mit unterschiedlichen Varianten des Shoppings im Internet, als spezielle Ausprägung des Distanzhandels, aus Sicht der Kunden erfolgen.

Zweitens werden potentielle Einflussfaktoren auf das Kundenverhalten dargestellt, und Begründungen hierfür werden diskutiert. Hierbei wird vom stationären Handel als Model der Vergangenheit ausgegangen, und dargestellt, welche veränderten Faktoren die Begründung für einen Einkauf im Netz darstellen können.

Zur Eröffnung neuer Perspektiven und inhaltlicher Unterstützung der Arbeit wurde eine Datenerhebung mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt.

2 Verschiedenen Ausprägungen von Shoppingsystemen

2.1 Einkauf rund um die Uhr - die Online-Shops

Die Meinungen darüber, welche Charakteristika einen Online-Shop definieren, gehen teilweise auseinander. Im Rahmen dieser Arbeit wird unter einem Online-Shop eine Internetpräsenz verstanden, bei dem die Auswahl der Produkte oder Dienstleistungen im Internet erfolgen kann, beispielsweise über einen elektronischen Produktkatalog. Außerdem muss sowohl die Bestellung als auch die Bezahlung direkt über das Internet möglich sein. Ein Beispiel mit einem relativ hohen Bekanntheitsgrad stellt der Buchladen Amazon (www.amazon.de) dar.

Dieser bietet neben einer umfangreichen Produktpalette, aus welcher der Kunde über eine Suchfunktion die für ihn interessanten Waren aussuchen kann, auch detaillierte Informationen zu den einzelnen Positionen an. Der Kunde kann selber Rezensionen zu Büchern verfassen, er hat aber auch die Möglichkeit, durch die Kritik anderer Leser mehr über die angebotenen Bücher zu erfahren.

Der Einkauf im Buchladen wird durch das One-Click Verfahren, für welches Amazon die Patentrechte besitzt, für den Kunden denkbar einfach gestaltet. Nach einer einmaligen Registrierung werden die Kundendaten bei jeder erneuten Auftragsvergabe auf Wunsch automatisch eingesetzt. Zusätzlich dazu verfügt Amazon über ein System, welches den Kunden regelmäßig per Email über den Stand seiner Bestellung auf dem laufenden hält. So wird der Kunde über den Bestellungseingang ebenso benachrichtigt, wie über deren Versand.

2.2 Ein gemeinsames Angebot mehrerer Händler - die Malls

Unter einem sogenannten Electronic Shopping Mall versteht man ein mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnik im Internet realisiertes Einkaufszentrum.

Prinzipiell sind Malls offen für alle interessierten privaten und geschäftlichen Kunden. (Picot 1996 S. 338)

Zu finden sind hier unter einer gemeinsamen Internetadresse verschiedene Shops, die rechtlich unabhängig von einander sind. Ausgenommen sind von dieser Geschäftsform im allgemeinen Angebote von Privatpersonen; sie stellt meist lediglich einen gemeinsamen Marktplatz für mehrere Händler dar.

Ein Vorteil für Kunden besteht darin, dass sie häufig, wie beispielsweise beim Boulevard24 (www.boulevard24.de), über alle Geschäfte hinweg eine Suchfunktion nutzen können. So kann sich ein Zeitvorteil bei der ansonsten aufwendigen Suche nach bestimmten Produkten ergeben.

Zusätzlich bieten einige Malls dem Kunden die Möglichkeit, mit einem virtuellen Einkaufswagen in verschiedenen Geschäften gleichzeitig einzukaufen. Dies ist aus zwei Gründen vorteilhaft. Zum einen hat der Kunde im gemeinsamen Warenkorb jederzeit einen Überblick über seine gesamten geplanten Einkäufe. Zum anderen können auf diesem Weg in einigen Fällen die Zusendungen an den Kunden gebündelt werden. Hierdurch werden Versandkosten gespart, und der Kunde muss im optimalen Fall nur ein Paket mit allen Einkäufen in Empfang nehmen.

2.3 Variable Preisgestaltungen - Auktionen im Internet

,,Bei Auktionen im Internet stehen sich die potentiellen Geschäftspartner nicht persönlich gegenüber, sondern kommunizieren elektronisch in einem so genannten elektronischen Markt. Unter einem elektronischen Markt wird ein Informations- und Kommunikationssystem verstanden, das Markttransaktionen zwischen Anbietern und Nachfragern unterstützt."(Mertens 1999)

Im Fall von Ricardo (www.ricardo.de) können registrierte Nutzer sowohl Produkte ver- als auch ersteigern. Die Bieter (Nachfrager) können innerhalb eines bestimmten Zeitraums ihre Gebote für das gewünschte Produkt abgeben. Nach Ablauf einer Auktion wird dem Käufer eine Email mit allen Daten zu seinem Kauf sowie der Kontaktadresse und Email des Verkäufers zugesandt.

Der Preis ist im Gegensatz zu den anderen Geschäftsformen nicht fest, sondern bildet sich durch Abstimmung heraus. Von einem Auktionator werden Angebot und Nachfrage zentral abgestimmt. (Picot 1996 S. 339)

Problematisch ist die rechtliche Situation für den Kunden: Der Verkäufer muss den Preis, zu dem der Zuschlag erteilt wurde, nicht akzeptieren.

Je nach Aufbau der Internetauktion kann als Verkäufer sowohl ein Einzelhändler, als auch eine Privatperson auftreten.

Auf den Seiten von Ricardo, die hier als Beispiel dienen sollen, finden sich verschiedene Angebote. Unter der Rubrik ,,Ricardo private" können Privatpersonen und Einzelhändler ihre eigene Auktion erstellen. Es werden sowohl Gebrauchtwaren als auch neue Waren angeboten, die Abwicklung des Auftrages, des Versands und des Geldflusses muss von den Anbietern selber organisiert werden. Ricardo stellt in diesem Fall lediglich die Plattform zur Verfügung, auf der sich Angebot und Nachfrage treffen können.

Im Gegensatz dazu steht der Bereich ,,Ricardo nonstop", in dem ausschließlich neue Waren direkt durch Ricardo angeboten werden. In diesem Bereich wird die gesamte Organisation des Order-to-Payment Flusses zentral von Ricardo übernommen.

Während in den genannten Rubriken die Auktionen meist über einen längeren Zeitraum verlaufen, werden unter ,,Ricardo live" in kurzen Zeitabständen (5-15 Minuten) moderierte Auktionen durchgeführt.

Ein zusätzliches Angebot von Ricardo stellt ein Informationsservice dar. In den Bereichen ,,Ricardo private" sowie ,,Ricardo nonstop" können die Kunden bei der Abgabe eines Gebots die Option einer Information per Email wählen, die automatisch für den Fall, dass sie überboten werden, erfolgt. Dies hat den Vorteil, dass die Kunden nicht laufend überprüfen müssen, ob ihr Gebot noch zuteilungsfähig ist.

3 Unterschiede im Einkaufsprozess (Order-to-Payment)

Um die unterschiedlichen Ausgestaltungen und Besonderheiten der einzelnen Einkaufsvarianten herauszustellen, wird im folgenden eine Gegenüberstellung der Unterschiede in den Supply Chains der Order-to-Payment Prozesse dargestellt.

Um die verschiedenen Geschäftsformen zu vergleichen, wird im folgenden davon ausgegangen, dass es sich in allen vier Fällen um Geschäfte handelt, die lediglich mit den angebotenen Produkten handeln und diese nicht produzieren.

Dieser Vergleich erfolgt beispielhaft anhand des Buchhandels, da dieser Bereich sich in der durchgeführten Befragung als besonders attraktiv zeigte. Über die Hälfte aller Befragten (54,8%) haben bereits Bücher online eingekauft und mehr als zwei Drittel (69%) planen dies in der Zukunft zu tun. Lediglich 9,5% der Kunden gaben an, nie Bücher über Onlineshops, Malls oder Auktionen im Internet kaufen zu wollen.

3.1 Ein ,,alter Bekannter" - der Ablauf im Einzelhandel

Um eine Vergleichsmöglichkeit zu schaffen, wird als erstes der klassische Order-to-Payment Ablauf als Referenzmodell dargestellt. Da in den meisten Varianten des Internethandels lediglich ein Verkauf, aber keine Produktion erfolgt, wird auch der Prozess im Einzelhandel ohne den Bereich der Produktion dargestellt. Der Vorgang wird begrenzt auf die Auftragsannahme, die zu einer Bearbeitung und einem Auslagerungs- bzw.

Auslieferungsauftrag führt, so dass das Produkt innerhalb einer kurzen Zeit zum Kunden gelangen kann. Wenn es sich um ein Bargeschäft handelt, verkürzt sich auch die GeldflussProzesskette erheblich. (Klaus 1998 S. 434-441)

Als Beispiel wird der Ablauf eines Buchkaufs auf Firmenrechnung in einer stationären Buchhandlung betrachtet (vergleiche Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Der klassische Order-to-Payment Prozess (eigene Darstellung)

Nachdem der Kunde dem Verkäufer den gesuchten Buchtitel genannt hat, bearbeitet der Händler den Auftrag. Er sucht gegebenenfalls mit Hilfe eines Computers den Titel heraus und stellt fest, dass dieser nicht im Laden vorhanden ist. Es wird eine Bestellung für das Buch aufgenommen. Auf Wunsch des Kunden wird vereinbart, das Buch an seine Anschrift zuzustellen. Nachdem das Buch bei der Buchhandlung eingegangen ist, wird es gemeinsam mit einer Rechnung an den Kunden verschickt. Dieser zahlt nach Erhalt die Rechnung. Für den Kunden kann sich der Vorteil bieten, dass das Buch bereits im Laden vorhanden ist und es ihm sofort zur Verfügung steht. Des Weiteren bleibt es dem Kunden frei überlassen, ob er Informationen zu seiner Person zur Verfügung stellen möchte. Auch die Bezahlung kann bar erfolgen, was zu einer Vereinfachung des Geldflusses führt.

3.2 Besonderheiten eines Buchkaufs in einem Internetbuchladen

Da der Einkauf eines Buches im Internet ähnlich verläuft wie im stationären Handel, wird im Folgenden lediglich auf die Unterschiede eingegangen. Für den Kunden bietet sich der Vorteil, dass er Bücher über das Internet rund um die Uhr bestellen kann, ohne das Haus zu verlassen. Er wird per Email darüber informiert, dass seine Bestellung eingegangen ist und wann das Buch versandt wurde.

Nachteilig ist, dass es keine Möglichkeit gibt, sich in das Buch vor dem Kauf einzulesen. Auch ist die Rückgabe im Vergleich zum Buchhandel erschwert.

Bei Zahlung mit der Kreditkarte erfolgt der Bezahlungsvorgang bereits parallel mit dem Auslieferungsauftrag.

Für den Händler im Internet ist es von Vorteil, dass der Kunde seine Daten selbst verwalten kann und dass eine Auswertung der Kundendaten leicht möglich ist. Es gibt daher vielfältige Möglichkeiten, auf die Kundenbedürfnisse gezielt einzugehen.

Ein Grund für Kunden im Online-Shop einzukaufen wurde in der durchgeführten Befragung wie folgt angegeben: ,, Shops bieten aufgrund der Spezialisierung Tiefe und k ö nnen in einem Segment alles bieten, oft zu einem günstigen Preis."

3.3 Einkauf im Mall

Wird lediglich ein Buchkauf bzw. der Kauf eines einzelnen Artikels in einem Mall betrachtet, so ergibt sich kein Unterschied zur Bestellung in einem einfachen Online-Shop bezüglich des Prozesses.

Erst wenn bei mehr als einem Shop im Mall gleichzeitig eingekauft wird, entsteht ein veränderter Prozess. In diesem Fall müssen die Order-to-Payment Abläufe mehrerer Shops koordiniert werden. Diese verlaufen einzeln gesehen gleich ab wie in einem normalen OnlineShop, werden aber von einer zentralen Stelle synchronisiert. Daher wird auf eine erneute Darstellung an dieser Stelle verzichtet.

Die Besonderheit des Einkaufs im Mall für den Kunden ist die Möglichkeit, ähnlich wie in einem realen Einkaufszentrum, ,,bummeln" zu gehen. Im Gegensatz zu einem Online-Shop, der meist genutzt wird, um ein bestimmtes Produkt zu kaufen, kann man im Mall die Möglichkeit des Event-Shopping nutzen. Der Kunde kann auf einer Seite zu einem Thema in verschiedenen Geschäften einkaufen oder sich über verschieden Produkte informieren. (vergleiche Abbildung 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3 Electronic Shopping Mall (Quelle: Mertens 1999)

Als negativer Aspekt wird von einigen Kunden, wie beispielsweise auch von drei Teilnehmern der Umfrage, bemerkt, dass durch das breit gefächertes Angebot die Malls schnell unübersichtlich werden.

3.4 Ersteigern eines Buches

Aufwendiger funktioniert ein Kauf eines Buches über eine Auktion.

Dem ersten Schritt des bekannten Prozesses wird der Abgleich von Angebot und Nachfrage vorgestellt. Hierauf erfolgt eine Zusage an den Kunden oder die Mitteilung, dass das Gebot nicht ausreichend ist.

Im Falle eines nicht ausreichenden Gebots muss sich der Kunde überlegen, ob er bereit ist, für die gewünschte Ware einen höheren Preis als vorher zu bezahlen. Dies ist mit zusätzlichem Zeitaufwand verbunden. Außerdem besteht für den Kunden weiterhin Ungewissheit, ob er zu einem erhöhten Preis den Zuschlag bekommt oder ob er gegebenenfalls erneut bieten muss. Im Falle einer Zusage kommt es zu einem Auftragseingang beim Verkäufer der Ware. Dieser überprüft den Auftrag und bearbeitet ihn weiter.

Nachdem der Auslieferungsauftrag erteilt wurde, wird die Ware an den Kunden versandt. Es folgt das Geldgeschäft und somit der Abschluss des Kaufvorgangs.

Dieser Ablauf wird in Abbildung 2 verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 Der Order-to-Payment Prozess bei einer Auktion (eigene Darstellung)

Ein Nachteil bei dieser Einkaufsform für den Kunden ist, dass er im Falle eines gebrauchten Gegenstandes nicht sicher sein kann, wie gut die Qualität des Produktes ist. Wird die Auktion über Ricardo direkt, d.h. in den Bereichen ,,nonstop" oder ,,live" durchgeführt, beginnt der Bezahlungsvorgang über eine Kreditkarte bereits in dem Moment, in dem der Käufer den Zuschlag erhält. Es kann folglich dazu führen, dass die Zahlung bereits erfolgt ist, der Käufer allerdings das Produkt noch nicht in den Händen hält.

Als Gründe für Kunden einen Einkauf in einer Auktion durchzuführen, und diesen nicht in einem herkömmlichen Geschäft oder einem Online-Shop vorzunehmen, können verschiedener Natur sein. Einerseits bietet sich in der Auktion die Möglichkeit, ein Schnäppchen zu machen und dadurch ein Produkt unter dem üblichen Marktpreis zu ersteigern. Dieses Kriterium wurde auch von zwei an der Umfrage teilnehmenden Personen genannt. Andererseits ist vielleicht auch das Verlangen anderen gegenüber einen Vorteil durch das beste Gebot zu bekommen, ein weiterer Grund für Kunden sein, ihren Einkauf über diese Geschäftsform abzuschließen.

4 Zielgruppe des Internet-Shopping

,,Die Zielgruppen für Internet-Shopping ergeben sich zum einen als Teilmenge der Gruppe der Computernutzer, und variieren aber zum anderen auch mit den zu verkaufenden Produkten. Obwohl hier die bekannten Charakteristika der Computernutzer zum Tragen kommen - diese sind in der Mehrzahl männlich, gut ausgebildet, zwischen 30 und 40 Jahre alt und von weißer Hautfarbe, ist das Potential weiter zu stecken. So werden immer mehr Frauen zu selbstverständlichen Nutzern moderner Informationssysteme, und auch ältere Leute haben sich beispielsweise schnell an e-mail-Systeme gewöhnt, die ihnen einen kostengünstigen Zugang zur Außenwelt ermöglichen." (Preißl 1999)

In einer Studie der Boston Consulting Group werden nun die Kunden bezüglich der Zeit, die sie bereits an das Internet angeschlossen sind, in Pioniere (die laut BCG-Definition bereits über drei Jahre das Internet nutzen), frühe Verfolger (Nutzung des Internets zwischen drei Jahren und 18 Monaten) und ,,erste der Masse" (kürzer als 18 Monate im Internet) unterteilt. Diese Gruppen zeigen spezielle Verhaltensweisen bezüglich der Nutzung des Internet. Eines allerdings ist bei allen Gruppen gleich: im Gegensatz zu den Händlern, die das Internet als ein Forum für die kommerzielle Nutzung sehen, steht für die Internetnutzer das World Wide Web als Kommunikationsmedium im Vordergrund. (The Boston Consulting Group 2000). In der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Befragung stellt sich die Struktur wie folgt dar:

Abb.4 Zusammensetzung der Umfrageteilnehmer (Stand: April 2000; Quelle: durchgeführte Befragung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Unter dem Gesichtspunkt, dass das Internet bereits seit den 80er Jahren existiert, mag es auf den ersten Blick komisch erscheinen, dass hier als Pionier jeder bezeichnet wird, der das Internet ausgehend vom Befragungszeitpunkt im April 2000 schon länger als drei Jahre nutzt. Da sich die durchgeführte Untersuchung allerdings speziell mit dem Konsumverhalten im Internet in Deutschland beschäftigt, und dieser sich erst in den letzten Jahre stärker entwickelt hat, wurde auf das Schema der BCG zurückgegriffen.

Auch in der Befragung zeichnete sich ein klares Bild der drei oben genannten Gruppen ab. Nur 7,6% der Pioniere haben bisher in keiner der angegebenen Kategorien im Internet eingekauft. Dem gegenüber stehen die frühen Verfolger mit 45,5% und die ersten der Masse mit 60%. Eine interessante Entwicklung kommt zutage, wenn man hingegen das geplante Konsumverhalten der drei Gruppierungen vergleicht. Ganze 11,5% der Pioniere planen in keiner der angegebenen Kategorien in der Zukunft einzukaufen. Die Verfolger sind weniger skeptisch. Dort wollen lediglich 9% keine Einkäufe über das Internet vornehmen.

5 Einflussfaktoren auf Kundenverhalten

Um die unterschiedlichen Gründe der Nutzung der vorgestellten Geschäftsformen herauszufiltern wurden in der durchgeführten Umfrage Gründe, die für bzw. gegen das Einkaufen im Internet sprechen, gesucht. Die Befragten hatten zum einen die Möglichkeit, vorgegebene Antworten zu wählen, konnten zusätzlich aber auch eigene Angaben machen. In diesem Kapitel werden die Antworten in Zusammenhang mit den klassischen fünf ,,rights" der Logistik nach Plowman gebracht. (Klaus 1998 S.379) Diese stellen die optimale Kaufsituation für einen Kunden dar. In dem Fall würden ihm die richtigen Produkte am richtigen Ort zur richtigen Zeit im richtigen Zustand und zu den richtigen Kosten zur Verfügung gestellt.

Im Folgenden soll nun geklärt werden, in Bezug auf welche dieser Kriterien die Nutzung des Internets komparative Vorteile und wo sie Nachteile gegenüber dem stationären Handel haben kann. Zusätzlich wird zu besonderen Kundenbedürfnissen Stellung genommen. Es stellte sich heraus, dass die Einflussfaktoren für die Geschäftsformen der Auktion, des Malls und des Onlineshops sich stark gleichen. Daher wird im Folgenden auf eine Differenzierung nach den drei Formen verzichtet.

5.1 Die richtigen Produkte

Für 35,7% der Befragten stellt eine größere Selektionsmöglichkeit bzw. Verfügbarkeit von Waren einen Grund für den Einkauf über das Internet dar. Der Kunde besitzt die Möglichkeit, leichter das für ihn richtige Produkt zu selektieren. Da im Internet nach bestimmten Kriterien gesucht werden kann, ist es für den Kunden einfacher, in mehreren Geschäften nach dem passenden Produkt zu suchen. Zusätzlich bietet das Internet einen großen Markt gerade auch für Anbieter von stark spezialisierten Produkten an.

Ein Problem sehen allerdings 40,5% in dem sehr umfangreichen Informationsangebot. Die gesuchten Daten sind unter Umständen nur schwer zu finden, und auch das Angebot wird als teilweise sehr unübersichtlich bewertet.

Ein weiterer Grund gegen den Einkauf im Netz, der von einem Befragten genannt wurde, ist die Lieferung falscher Ware.

5.2 Am richtigen Ort

Für beinahe die Hälfte der Befragten (40,5%) ist die Lieferung der Ware nach Hause ein weiterer Grund, den Einkauf im Internet vorzunehmen.

Man bekommt die Ware dort zur Verfügung gestellt, wo sie benötigt wird. Gerade bei Einkäufen sperriger Güter wird es als sehr positiv bewertet, wenn dem Kunden die Sorge über den Transport abgenommen wird.

Nachteilig ist für den Kunden lediglich, dass er zum Zeitpunkt der Lieferung zu Hause sein muss.

5.3 Zur richtigen Zeit

Gerade im Bezug auf die Zeit scheiden sich beim Thema Onlinekauf die Geister. Einerseits werden die Möglichkeit rund um die Uhr einkaufen zu können mit 78,6% und die mögliche Zeitersparnis mit 57,1% als klare Gründe für das Internet gesehen.

Andererseits sehen die Befragten die Lieferzeit der Waren (38,1%) und die langen Ladezeiten der Internetseiten (33,3%) als eindeutig negative Faktoren an.

Sollte es gelingen, die Lieferzeiten weiter zu verringern, könnte sich hier ein zusätzliches Wachstumspotential ergeben.

Auch die Ladezeiten der Internetseiten werden durch den technischen Fortschritt voraussichtlich mehr und mehr an Bedeutung verlieren.

5.4 Im richtigen Zustand

Hier wurden von einem Befragten Berichte genannt, wonach es teilweise Ärger mit Anbieter bei mangelhafter Ware geben würde. Eine andere Person drückte ihre Besorgnis aus, dass das Angebot im Web nichts über tatsächlichen Zustand und Verfügbarkeit der Ware aussagt. Im Allgemeinen sehen viele Nutzer einen Nachteil darin, dass es keine Möglichkeit gibt, die Waren vor dem Kauf anzufassen, zu riechen, oder in der Realität zu sehen. Daher ist es schwierig, den ,,richtigen" Zustand der Ware für den Kunden zu beurteilen. Eine Ware kann technisch gesehen genau im richtigen Zustand sein. Wenn der Kunde sich diesen Zustand allerdings anders vorgestellt hatte, erreicht ihn das Produkt in einem, in seinen Augen, falschem Zustand.

5.5 Zu den richtigen Kosten

Auch in diesem Bereich gehen die Meinungen über Vor- und Nachteile auseinander.

Einerseits stellen die Kosten des Internetzugangs für 16,7% ein Hemmnis dar. Dieses wird allerdings mit den immer stärker fallenden Kosten für die Nutzung des Internet wohl in der Zukunft als Hinderungsgrund immer weiter in den Hintergrund rücken werden.

Dem gegenüber wird die Möglichkeit des Preisvergleichs und somit das Potential zur Kostensenkung von immerhin 52,4% als Vorteil des Internets gesehen.

Allerdings ist hier zu beachten, dass dieser Vorteil nicht zwangsläufig auch zu einem Kauf im Internet führen muss. Im Rahmen einer Studie stellte beispielsweise die Boston Consulting Group (BCG) fest, dass 14% aller Einkäufe in physischen Läden, die von Internetnutzern durchgeführt wurden, durch eine Informationssammlung im Internet vorbereitet wurden.

5.6 Besondere Kundenbedürfnisse

Zwei weitere Gründe, die eine Zunahme des Onlineshoppings begründen können, sind eher in der Ausrichtung auf die speziellen Bedürfnisse des Kunden zu finden. Für jeweils 42,9% der Befragten spricht die Einfachheit des Kaufvorgangs und die Möglichkeit, den Einkaufsstress im Laden zu vermeiden, für die Nutzung des Internets.

Negativ fällt es hingegen vielen Kunden auf, dass die Sicherheit bei der Bezahlung nicht unbedingt gegeben ist. Hier spielt die Information der Kunden über bestehende Sicherheitsvorkehrungen und das Angebot von zusätzlichen, aus Kundensicht sichereren, Zahlungsmöglichkeiten eine bedeutende Rolle.

6 Trends und Problemstellungen des Online-Shopping

6.1 Auktionen: Lassen sich Kunden von der rechtlichen Situation beeinflussen?

Der Verkäufer muss rechtlich gesehen bei einer Auktion den Preis, zu dem der Käufer den Zuschlag erhalten hat, nicht akzeptieren. Somit steht der Kunde vor dem Problem, dass er zwar ein verbindliches Angebot machen muss, sich aber nicht darauf verlassen kann, dass der Verkäufer dieses auch annimmt. Für den Kunden gehen dadurch einige der Vorteile des Internet verloren. Zwar hat er unter Umständen eine Zeitersparnis bei der Suche nach einem Produkt. Wird allerdings sein Angebot nicht akzeptiert, so muss er sich erneut auf die Suche begeben, was einen zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Gerade bei Internetseiten, deren Geschäft vollkommen auf dem Prinzip der Auktion basiert, ist anzunehmen, dass von der rechtlichen Lage kein Gebrauch gemacht wird, da dieses eine negative Auswirkung auf das Kundenverhalten haben kann.

Fraglich ist, ob sich hinter diesem gesetzlichen Hintergrund Auktionen im Bereich des business-to-business (b2b) ergeben werden. Kann sich eine Firma auf den Zuschlag nicht verlassen, kann dies beispielsweise beim Einkauf von Rohmaterial zu Planungsschwierigkeiten führen. Daher bleibt abzuwarten, ob sich in Deutschland dieses Verkaufsprinzip im Bereich des b2b durchsetzen wird.

6.2 Ist die Sicherheit ein Hindernisgrund für den Einkauf im Netz?

Eines der kritischsten Argumente gegen den Einkaufs über das Internet ist und bleibt das Thema Sicherheit.

Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass es zwei Bereiche gibt, die kritisiert werden: zum einen besteht eine große Unsicherheit darüber, ob die Zahlungsmöglichkeiten beim Online- Shopping sicher sind; zum anderen wird es kritisch gesehen, dass es üblich ist, Informationen über die Kunden zu sammeln, auszuwerten, und teilweise weiterzuverkaufen. Dies wird auch als die Furcht vor dem ,,gläsernen Menschen" bezeichnet.

Die Ergebnisse der durchgeführten Befragung bringen einige interessante Daten zum Vorschein. Es sehen 59,5 % die Sicherheit als ein Kriterium, welches gegen den Einkauf über das Internet spricht. Allerdings haben 80% der Befragten, für die Sicherheit ein Thema ist, trotz dieser Angabe bereits in mindestens einer Kategorie im Internet eingekauft. Und lediglich 12% dieser Gruppe planen in der Zukunft in keiner der angegebenen Kategorien einen Einkauf im Netz.

Es wird deutlich, dass zwar für viele Nutzer das Thema Sicherheit durchaus von Bedeutung ist. Allerdings scheint es für die meisten Internetanwender kein Grund zu sein, vollkommen auf den Einkauf über das Netz zu verzichten.

Die Furcht vor dem gläsernen Menschen ist nicht unbegründet, da über das Internet vereinfacht Informationen über die Nutzer gesammelt werden können. Allerdings ist es interessant zu beobachten, wie viele Informationen Benutzer selber bereitwillig preisgeben, wenn sie einen persönlichen Zusatzgewinn für sich erhoffen. Als Beispiel kann an dieser Stelle die Benutzerumfrage eines Shopanbieters dienen, der unter den teilnehmenden Kunden einen Preis verlost. Hier geben Nutzer freiwillig Angaben zu ihrem Shoppingverhalten, ihrer Einschätzung des Internetauftritts und anderen Dingen, sogar in direkter Verbindung mit ihren persönlichen Daten.

6.3 Steuerzahlung im Internet

Einen Versuch, die steuerlichen Belastungen auch für Unternehmen im Internet einzuführen, stellt ein neuer Gesetzesentwurf auf europäischer Ebene dar. Demnach sollen in der Zukunft Einkäufe von Videos, Programmen und Musik, die auf die Festplatte heruntergeladen werden, mit Mehrwertsteuer belastet werden.

Problematisch an diesem Entwurf sind zwei Dinge: einerseits wird bei der Abrechnung der Steuer unterschieden, ob der Käufer Privatperson ist (in dem Fall muss er die MwSt in dem Land errichten, in dem das Internetunternehmen gemeldet ist) oder ob es sich um einen Geschäftskunden handelt, bei dem das Bestimmungslandprinzip anzuwenden ist. Die Haftung liegt in diesem Fall bei dem Handel treibenden Unternehmen.

Andererseits ergibt sich ein weiteres Problem dadurch, dass sich durch diese Regelung eine Abwanderung der Internetfirmen beispielsweise nach Luxemburg ergeben kann. Dies ist derzeit europaweit das Land mit dem geringsten Mehrwertsteuersatz.

6.4 Mögliche Auswirkungen des Internetshoppings auf den Einzelhandel

Für den Einzelhandel stellt die Ausbreitung des Internets eine klare Konkurrenz dar. Der Markt, der sich den Internetunternehmen bietet, besteht aus den gleichen Personen, die bisher Kunden des Einzelhandels waren.

Es werden durch den E-Commerce zunächst keine neuen Werte geschaffen; es ändern sich lediglich die Kommunikationswege. (Bauer 2000)

Fraglich ist, welche direkten Einflüsse das Internet auf das Geschäft im Einzelhandel haben wird.

Einerseits kann das Internet eine Chance für Einzelhandelsunternehmen sein, die selber eine zusätzliche Onlinepräsenz aufbauen. In dem Moment ergibt sich die Möglichkeit, ihren Markt stark zu vergrößern. Während bisher lediglich eine Zielgruppe in einem stark eingeschränkten geographischen Umfeld bestand, können Produkte über das Internet deutschland-, europaoder sogar weltweit vertrieben werden.

Für den Kunden bietet sich der Vorteil gegenüber einem reinen Internetunternehmen, dass er bei Bedarf auch eine physische Niederlassung zur Verfügung gestellt bekommt. Hierfür spricht auch, dass immerhin 16,6% der Befragten in ihren eigenen Antworten Unpersönlichkeit oder die fehlende Möglichkeit zur Sichtung der Waren als Gründe gegen den Kauf im Internet nannten.

Andererseits zeigt sich bereits heute eine negative Trendwende im Internethandel: eine Prognose von PricewaterhouseCoopers sagt beispielsweise voraus, dass sich innerhalb des nächsten halben Jahres jeder vierte britische Anbieter aufgrund eines Konkurses wieder vom Markt verabschieden muss. (Anb 2000)

Erst kürzlich beendete nach nur fünf Monaten Laufzeit C&A seinen Versuch, Mode über das Internet zu verkaufen mit der Bitte an die Kunden, doch in den bekannten Filialen vorbeizuschauen. Dies ist nach Boo.com bereits der zweite größere Anbieter von Kleidung im Internet der seinen Verkauf einstellt. (Wirtschaftsredaktion des Spiegel 2000)

6.5 Mögliche Veränderungen des Kundenverhaltens

Durch die neuen Wege des Einkaufs wird, und hat sich bereits, das Kundenverhalten beim Shopping verändern. Durch die im Internet angebotene Informationsmenge haben die Kunden heute die Möglichkeit, sich über jedes gewünschte Produkt ausgiebig zu informieren. Dies kann zu einer verstärkten Anforderung bezüglich der Qualifikation des Verkaufspersonals im Einzelhandel führen. Gleichzeitig kann von Anbietern im Internet erwartet werden, dass zusätzlich zum reinen Produktangebot eine ausführliche Information des Kunden erfolgt.

Eine weiterer Entwicklung die durch die Einführung des Internetshoppings in die Wege geleitet wurde, ist die abnehmende Relevanz der räumlichen Gegebenheiten. Da es durch die Lieferung ins Haus für den Kunden von keinerlei Bedeutung ist, wo der Anbieter seinen Geschäftsbetrieb unterhält, findet sich hier eine Ausweitung des bisherigen Einzugsfeldes des Käufers.

In wie weit der Anspruch der Kunden auf verlängerte Öffnungszeiten im stationären Handel deutlich werden wird, bleibt abzuwarten. Interessant ist hier, dass beispielsweise Walmart seine neuen Filialen bereits ab sieben Uhr morgens für die Kunden öffnet. Das derzeitige Ladenschlussgesetz lässt momentan noch keine verlängerte Öffnung in die Abendstunden oder gar rund um die Uhr zu. Dies könnte allerdings mit zunehmender Konkurrenz durch das Internet unter Umständen von den deutschen Einzelhändlern gefordert werden.

Abschließend ist zu sagen, dass durch die neuen Möglichkeiten die Ansprüche der Kunden sowohl gegenüber dem bisherigen stationären Handel, als auch gegenüber den Händlern im Internet im Vergleich zu früher steigen werden.#

6.6 Geschäftsformen im Vergleich: Wer macht das Rennen?

Bei der Zukunftsprognose der Absatzverteilung auf die drei betrachteten Geschäftsformen der Auktion, des Online-Shops und des Malls kann man interessantes entdecken. Haben bisher nur wenige der Umfrageteilnehmer in Malls und Auktionen eingekauft, so hat zumindest ein Teil vor, dies in der Zukunft zu ändern.

Allerdings ist zu erkennen, dass das Kaufverhalten hier stark vom Produkt abhängig ist. Einen Kauf bei einer Auktion können sich lediglich in den Kategorien Computerzubehör (9,5%) und technische Geräte (11,9%) mehr als fünf Prozent der Befragten vorstellen, während andere Produktgruppen wesentlich stärker in Online-Shops und Malls gefragt werden.

Es zeigt sich, dass zwar der Online-Shop als Stätte des Einkaufs in allen Kategorien sowohl in der Vergangenheit, als auch für zukünftige Käufe die erste Wahl darstellt. Allerdings sind 11,9% der Käufer gewillt, in der Zukunft die Bücher, Software und Computerzubehör alternativ auch im Mall zu bestellen. Und immerhin noch 9,5% würden diesen auch zum Kauf von CDs nutzen.

Es ist zu vermuten, dass die verschiedenen Geschäftsformen, nach einer Gewöhnungsphase an die neuen Geschäftsmodelle, diese in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Ob dies auf Dauer zu einem Verschwinden des ,,klassischen" Online-Shops führen wird, bleibt abzuwarten.

Verwendete Listeratur

- Anb. (2000) ,,Aktuelles Lexikon: E-Commerce". Süddeutsche Zeitung vom 19.5.2000: S. 2. · Bauer, Antonie. (2000) ,,Elektronischer Goldrausch - Die Themen der Woche". Süddeutsche Zeitung vom 26.2.2000: S. 25.
- Klaus, Peter. (1998) Gabler-Lexikon Logistik. Wiesbaden: Gabler Verlag S. 434 - 441 und 379.
- Mertens, Peter. (1999) ,,Einführung in die betriebliche Informationsverarbeitung". Vorlesungsskript. S. 36.
- Mertens, Peter. (1998) mit Bodendorf, F., König, W., Picot, A., Schumann, M. Grundzüge der Wirtschaftsinformatik. 5. Auflage Berlin u.a.: Gabler Verlag S.113.
- Niggemeier, Stefan. (2000) ,,Sie sind drin! Springers E-Commerce-Projekt ist eine DauerBaustelle". Süddeutsche Zeitung vom 11.2.2000: S. 21.
- Preißl, Brigitte (1999) mit Haas, Hansjörg. E-Commerce - Erfolgsfaktoren von Online- Shopping in den USA und in Deutschland. Berlin: Dunker & Humblot S. 22.
- Wirtschaftsredaktion des Spiegel. (2000) ,,Online-Handel C&A gibt auf". Der Spiegel Nr.23/2000: S. 76.
- o.V. (2.6.2000) ,,Die Steuer für Internet-Deals kommt". Wirtschaftswoche heute.
- Picot, Arnold. (1996) Die grenzenlose Unternehmung: Information, Organisation und Management. 2.aktualisierte Auflage Wiesbaden: Gabler: S. 338 - 339.
- Schwarz, A. (2000) Internet Workshop: Professionelle Recherchetechniken. Nackenheim: Herdt Verlag. S. 5.
- The Boston Consulting Group. (2000) ,,Winning the online consumers: insights into online consumer behavior". Studie. S. 7 - 9.

Gesichtete und weiterführende Literatur

- Alpar, Paul. (1999) Kommerzielle Nutzung des Internet: Unterstützung von Marketing, Produktion, Logistik und Querschnittsfunktionen durch Internet, Intranet und kommerzielle Online-Dienste. 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Berlin; Heidelberg: Springer.
- Harris Interactive. (2000) ,,ebates.com Dot-Studie". Studie.
- Illik, Johann Anton. (1999) Electronic commerce: Grundlagen und Technik für die Erschließung neuer Märkte. München; Wien: Oldenbourg.
- KPMG. (1999) ,,Electronic Commerce Status quo und Perspektiven". Studie.
- KPMG. (1998) ,,Europe gets wired - A survey of Internet use in Great Britain, France and Germany". Studie.
- Krause, Jörg. (1998) Electronic Commerce: Geschäftsfelder der Zukunft heute nutzen. München; Wien: Hanser.
- Mocker, Helmut. (1999) E-Commerce im betrieblichen Einsatz. Frechen-Königsdorf: Datakontext-Fachverlag.
- PricewaterhouseCoopers. (1999) ,,Online is the place to be". Ausschnitt aus der Studie: 1999 Consumer Technology Survey.
- Reinhardt, Wolf. Electronic Commerce von A-Z: neue Vertriebschancen im Internet. 1. Auflage Würzburg: Lexika-Verlag, Krick Fachmedien, 1999

Internetverzeichnis

http://www.amazon.de

http://www.boulevard24.de

http://www.ebates.com/PressExecutiveSummary.jsp

http://www.ecin.de

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/1456/1.html

http://www.ricardo.de

http://www.verkauf-aktuell.de

http://www.wiwo.de

Anhang: Darstellung der durchgeführten Befragung

Im Rahmen dieser Arbeit wurde an 77 Personen aus dem Bekanntenkreis per Email ein Fragebogen versendet, der das Konsumentenverhalten beim Einkaufen im Internet beleuchten soll.

Der ausgewählte Personenkreis ist fokussiert auf in Deutschland lebende Personen mit einem hohen Bildungsgrad. Es wurden Universitätsabsolventen, Studenten und Berufstätige ohne Universitätsabschluss befragt. Der Altersschwerpunkt lag im Bereich der 21 bis 40-jährigen. Die Befragung fand im Zeitraum vom 15.April bis zum 17.Mai 2000 statt. Im folgenden werden die Ergebnisse der Umfrage präsentiert, indem hinter jede Frage die absolute Anzahl (x) und der prozentuale Anteil (y) der Anworten gesetzt wurde (x; y). Die Fragestellungen, die eine Ausführung des Befragten voraussetzten, wurden die einzelnen Kommentare mit Spiegelstrichen gekennzeichnet.

Es wurden 42 Fragebögen beantwortet, die alle in die Auswertung eingingen.

Fragebogen zum Online-Shopping

Teil A - Allgemeine Angaben

1) Wie alt sind Sie?

- bis 20 Jahre (0; 0%)
- 21 bis 30 Jahre (33; 78,6%)
- 31 bis 40 Jahre (6; 14,3%)
- 41 bis 60 Jahre (3; 7,1%)
- 61 bis 80 Jahre (0; 0%)
- über 80 Jahre (0; 0%)

2) Ihr Geschlecht?

- Männlich (27; 64,3%)
- Weiblich (15; 35,7%)

3) Welche Ausbildung haben Sie?

A) Schulabschluss

- Hauptschule (0; 0%)
- Mittlere Reife (0; 0%)
- Fachhochschulreife (4; 9,5%)
- Hochschulreife (38; 90,5%)

B) Beruf

- abgeschlossene Berufsausbildung (16; 38,1%)
- abgeschlossenes Studium (16; 38,1%)
- Promotion (0; 0%)
- Habilitation (0; 0%)

4) Wie lange sind Sie bereits berufstätig?

- bis zu 1 Jahr (7; 16,7%)
- 2 bis 5 Jahre (9; 21,4%)
- 6 bis 10 Jahre (6; 14,3%)
- 11 bis 20 Jahre (3; 7,1%)
- über 20 Jahre (2; 4,8%)

5) Seit wann nutzen Sie das Internet?

- mehr als 3 Jahre (26; 61,9%)
- zwischen 18 Monaten und 3 Jahren (11; 26,2%)
- seit weniger als 18 Monaten (5; 11,9%)

6) Wann benutzen Sie das Internet meistens? (Mehrfachnennung möglich)

- beruflich (21; 50%)
- in der Ausbildung (10; 23,8%)
- privat (27; 64,3%)
- sonstiges (0; 0%)

Teil B - Online Shopping Gewohnheiten

1) Welche Waren haben Sie bisher online gekauft, und wo?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2) Welche Waren werden Sie in Zukunft eventuell online kaufen?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3) Welche Waren werden Sie voraussichtlich nicht online kaufen?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4) Wie oft besuchen Sie die Webseiten von Auktionen/Malls/Onlineshops?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5) Woher kennen Sie die Ihnen bekannten Anbieter?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6) Welche Gründe sprechen für Sie für den Kauf online?

- 24 h geöffnet (33; 78,6%)
- Einfachheit des Kaufvorgangs (18; 42,9%)
- Den Einkaufsstress im Laden vermeiden (18; 42,9%)
- Zeitersparnis (24; 57,1%)
- Lieferung der Ware (17; 40,5%)
- Preisvergleichsmöglichkeit (22; 52,4%)
- Größere Selektionsmöglichkeit/Verfügbarkeit von Waren (15; 35,7%)
- Weitere (eigene Antwort):
- Der transparente Markt - aus einer Hand!
- M ö glichkeit Anbieter einfach zu kontaktieren, trotz geographischer Entfernung
- Kreditkarte, Billiger

7) Welche Argumente sprechen gegen das Shopping im Netz?

- fehlende Sicherheit bei der Bezahlung etc. (25; 59,5%)
- Kosten des Internetzugangs (7; 16,7%)
- Informationen schwer zu finden, Unübersichtlichkeit des Angebots (17; 40,5%)
- Lange Ladezeiten (14; 33,3%)
- Lieferzeit (16; 38,1%)
- Weitere (eigene Antwort)
- Lieferung falscher Ware
- Waren k ö nnen nicht genau angeschaut/angefasst werden
- zu schwer zu verstehen, insbesondere die Sites mit Pa ß wort
- Es gibt keinen Grund, Dinge nicht im Internet zu kaufen, es ergibt sich oft nur nicht.
- Die pers ö nliche Beratung/Empfehlung von Verkäufern, besonders bei gr öß eren Anschaffungen. Dies gilt nicht für Kleinartikel (wie Bücher/CDs/etc.). Aber ich glaube nicht, da ß ich in naher Zukunft einen Kühlschrank/Kleinwagen per Internet bestellen werde.
- kein so breites Angebot leicht zu finden
- gar nichts
- ich schaue mir lieber die Ware im Original an bevor ich sie kaufe, ich bevorzuge einen Händler vor Ort für eventuell auftretende Probleme mit dem Produkt Berichte, wonach vielfachärger mit Anbieter, bei mangelhafter Ware Angebot im Web sagt nichtsüber tatsächlichen Zustand und Verfügbarkeit der Ware aus
- Rechtsunsicherheit (AGB werden geändert); kein direkter Zugriff auf Firma (m ö gl. - Firmensitz im Ausland)
- langwieriges "St ö bern"
- Waren k ö nnen nicht gesichtet werden
- Unpers ö nlichkeit

8) Gibt es für Sie besondere Gründe eine der folgenden Kaufvarianten zu bevorzugen: Auktionen, Malls, Online-Shops?

- Online-shop! Vertrauenswürdig!
- Malls sind Generalisten und man kann Scope dort finden, allerdings fehlende Beratung, Spezialisierung (Scale), sind aber oft bei Gro ß einkäufen billiger. Shops bieten aufgrund der Spezialisierung Tiefe und k ö nnen in einem Segment alles bieten, oft zu einem günstigen Preis.
- nein; bisher keine Erfahrung mit Malls und Auktionen
- Online-Shops: volle Transparenz der Angebote ( www.Flug.de ) und Vergleichsm ö glichkeiten
- Auktionen, weil man dort "Schnäppchen" machen kann; Shops, weil diese oft gut sortiert sind mit Neuware
- Die Bestellung von Büchernüber Online-Shops hat sich bewährt. Bei englischsprachigen Ausgaben gab es deutliche Preisvorteile.
- Online-Shops. Die, mit denen ich mich bisher vertraut gemacht habe, nutze ich, bei den anderen hatte ich noch keine Lust.
- Kenne nur Online-Shops wie z.B. Amazon. Auktionen und Malls habe ich noch nie besucht. K ö nnte mir vorstellen, dass es zu lange dauert.
- Auktionen: Schnäppchen, Preisersparnis Malls: viele Anbieter auf einer Seite,

9) Gibt es für Sie besondere Gründe eine der folgenden Kaufvarianten zu vermeiden: Auktionen, Malls, Online-Shops?

- Auktionen: Ich peile das System nicht so ganz... ; traue der Qualität der Waren nicht
- Auktionen sind bestimmt sehr zeitaufwendig
- Sowohl Malls als auch Auktionen: Begründung Malls: Sind in der Regel zu langweilig gemacht und haben im Vergleich zum Nutzen zu lange Ladezeiten, um mich länger als 30 sec zu halten. , Begründung Auktionen: die anfänglichen Schnäppchen erfordern durch das Einstellen von unendlich vielen langweiligen Normalpreisgütern mittlerweile unverhältnism äß ig viel Zeitaufwand zur Suche.
- a, Malls: Sind in der Regel zu langweilig gemacht und haben im Vergleich zum Nutzen zu lange Ladezeiten, um mich länger als 30 sec zu halten.
- Für Auktionen ist noch kein genereller Informationsdienst eingerichtet, z.B. ob der Zuschlag schon erfolgte, usw.
- Malls, weil sie unübersichtlich sind; Auktionen, weil man "eh nicht findet, was man sucht"
- Bin zu konservativ, was Online-Shopping angeht, was Produkte angeht, die ich oben nicht angekreuzt habe, dass ich sie im Internet gekauft habe.
- Auktionen: Angebote gewerblicher Anbieter sind nach jüngerem Gerichtsurteil nicht verbindlich (Startpreis für ein Auto DM 20,00)!
- Malls: Oft viel zu unübersichtlich Auktionen: laut neuestem Urteil mu ß der Verkäufer den vom Kunden ersteigerten Preis nicht akzeptieren.
- Auktionen sind meist ein gro ß er unsortierter Haufen
- Fehlender menschlicher Kontakt; fehlende Beratung; keine Qualitätskontrolle; keine visuelle Ansicht; keine Lesemuster, Geruchsproben; Tastsinn
- bisher keine Erfahrung mit Malls und Auktionen
- Bei Auktionen kann man sich nie sicher sein, ob die Qualität wirklich o.k. ist, ob die Ware geliefert wird, etc.
- Einkaufserlebnis geht verloren
- Auktionen, Preisübersicht und realer Wert!

29 von 29 Seiten

Details

Titel
Die Veränderung des Konsumentenverhaltens durch Auktionen/Malls/Online-Shops
Autor
Jahr
2000
Seiten
29
Katalognummer
V98554
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Veränderung, Konsumentenverhaltens, Auktionen/Malls/Online-Shops
Arbeit zitieren
Sandra Gillessen (Autor), 2000, Die Veränderung des Konsumentenverhaltens durch Auktionen/Malls/Online-Shops, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98554

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