Ganzheitliches Informationsmanagement


Skript, 2000

29 Seiten


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GanzheitlichesInformationsmanagement

- Übungsaufgaben -

Kapitel 1

1.Kennzeichnen Sie den Begriff der Information aus der Sicht der Semiotik.

Unter Semiotik versteht man die Lehre von den Zeichensystemen, die Beziehungen der Zeichen untereinander, zu den bezeichneten Objekten der Realität und der Vorstellungs- welt des Menschen sowie zwischen dem Sender und dem Empfänger von Zeichen.

Nach dieser Herleitung sind Informationen Zeichenfolgen, die aus einem bestimmten Zei- chenvorrat nach bestimmten Regeln erzeugt werden (Syntax), die eine konkrete, abstrakte oder gegenständliche Bedeutung haben (Semantik) und die vom Sender bzw. Empfänger der Information in bestimmter Weise inhaltlich interpretiert werden (Pragmatik).

2.Worin unterscheidet sich die Datenbearbeitung von der Datenverarbeitung?

Unter Datenbearbeitung versteht man die tabellarische und nach unterschiedlichen Krite- rien sortierte oder anderweitige Aufbereitung von bereits einmal erhobenen Daten.

Datenverarbeitung bezeichnet die systematische Auswertung einer größeren Anzahl an Daten.

3.Warum kann es nie gelingen, das Informationsangebot in vollständiger Überein- stimmung (deckungsgleich) mit der Informationsnachfrage zu bringen?

Vollständige Deckungsgleichheit in diesem Sinne würde bedeuten, daß der gesamte, als wichtig erachtete subjektive Informationsbedarf durch das Informationsangebot, welches auch den objektiven Informationsbedarf teilweise abdeckt, befriedigt wird. Somit müßten sich sowohl der objektive als auch der subjektive Informationsbedarf entsprechen, und das Informationsangebot dürfte keine redundanten bzw. unwichtigen Informationen enthalten. Nicht alle Informationen sind jedoch verfügbar (Angebot) bzw. gewünscht (Nachfrage).

4. Warum kann es nie gelingen, das Informationsangebot in vollständiger Übereinstimmung (deckungsgleich) mit dem objektiven Informationsbedarf zu bringen?

Der objektive Informationsbedarf kennzeichnet alle tatsächlich benötigten Informationen. Wäre dieser deckungsgleich mit dem Angebot, so hieße das wiederum, daß alle tatsäch- lich benötigten Informationen auch befriedigt werden könnten, was jedoch unrealistisch erscheint.

5.Wie lassen sich Informationssysteme klassifizieren?

Ein betriebliches Informationssystem besteht aus der für die betriebliche Informationsver- sorgung benötigten Menge an Daten, den daraus resultierenden Informationen und den zu ihrer Verarbeitung erforderlichen Programmen. Handelt es sich bei den Programmen um solche, die vom Anwender für spezielle betriebliche Aufgaben angefordert oder gar für ihn direkt konzipiert und erstellt werden, so bezeichnet man diese Programme auch als Anwendungsprogramme. Sie werden durch die Systemprogramme ergänzt. Werden die er- forderlichen Anwendungsprogramme durch die zugehörigen, für diesen Zweck organi- sierten oder bereitgestellten Daten ergänzt, so erhält man das zugehörige Anwendungssy- stem.

6.Was versteht man unter einem ganzheitlichen Informationssystem? Ein betriebliches Informationssystem wird als ganzheitliches Informationssystem bezeich- net, wenn alle an das System gestellten Informationsbedarfe darüber erfüllt werden und wenn es klar nach einheitlichen Prinzipien gegliedert und aufgebaut ist.

7.Warum wird heute die Information als eigenständiger Produktionsfaktor aufgefaßt?

Unter Produktionsfaktoren versteht man die wirtschaftlichen Leistungselemente, die im Produktionsprozess verwendet werden (= Input). Informationen stellen wichtige Schlüs- selgrößen für unternehmerische Entscheidungen dar, weshalb sie als gleichwertige Res- source neben den anderen Produktionsfaktoren angesehen werden können.

8.Mit welchen Aufgaben beschäftigt sich das Management in einem Unternehmen?

Management oder Unternehmensführung ist das systematische,methodengestützte Planen, Steuern, Kontrollieren, Koordinieren und Führen der betrieblichen Informationsversor- gungsprozesse.

9.Was gehört zum Informationsmanagement in einem Unternehmen?

Unter Informationsmanagement (IM) in einem Betrieb versteht man die Beschäftigung mit der aufeinander abgestimmten Sammlung, Erfassung, Be- und Verarbeitung, Aufbewah- rung und Bereitstellung von Informationen sowie die hierfür erforderliche Organisation.

10. Was gehört zu einem ganzheitlichen Informationsmanagement in einem Unterneh- men?

Unter ganzheitlichem Informationsmanagement soll ein Informationsmanagement ver- standen werden, das die Informationsflüsse von der Sammlung, Erfassung bis zur Bereit- stellung sowie alle Be- und Verarbeitungsprozesse im Zusammenhang plant, steuert, ko- ordiniert, realisiert und kontrolliert.

Das Unternehmen wird zunächst mittels des Top-Down-Verfahrens in Elementareinheiten zerlegt. Bei der anschließenden Integration der Elementareinheiten mittels des Bottom- Up-Ansatzes wird geprüft, ob sich wieder ein Ganzes ergibt oder ob Informationen verlo- ren gehen.

11. Nennen Sie Gründe dafür, daß durch eine Branchensoftwarelösung i.d.R. nie ein ganzheitliches Informationssystem entstehen kann.

In der Regel entsteht eine Branchensoftware durch Integration bereits bestehender Teillö- sungen und durch Anpassung der Schnittstellen, und nicht durch den systematischen Wechsel von Zerlegungs- und Zusammensetzungsprozessen.

12. Durch welche Forderungen an Branchensoftwaresysteme kann deren Integration in ein ganzheitliches Informationssystem erfolgen?

1. Integrierbarkeit in eine im Unternehmen vorhandene Datenbasis,

2. Anpaßbarkeit der Funktionen entsprechend den verfolgten Zielen.

GanzheitlichesInformationsmanagement - Übungsaufgaben -

Kapitel 2

1. Welche Hauptaufgaben werden dem ganzheitlichen Informationsmanagement zuge- ordnet?

Die Hauptaufgabe des ganzheitlichen Informationsmanagaments ist die Konzeption und Realisation eines ganzheitlichen Informationssystems. Dabei kann zwische langfristigen strategischen und mittel- bis kurzfristigen administrativen/operativen Aufgaben unter- schieden werden.

2.Beschreiben Sie die strategischen Aufgaben beim Informationsmanagement.

- Auswahl und Festlegung einer Informations-Strategie
- Analyse und Festlegung der Informationsinfrastruktur
- Personal- und Personalentwicklungsplanung
- Datenmanagement
- Sicherheitsmanagement
- IS-Controlling
- Planung und Kontrolle
- Innovationsmanagement

3.Was ist eine Informatik-Strategie?

Darunter versteht man eine langfristig geplante Informationsverarbeitung.

4.Stellen Sie den Beziehungszusammenhang zwischen dem Informationsmanagement und der Unternehmensführung in Form eines zirkularen Prozesses dar.

Aus den Unternehmenszielen, deren Festlegung der Unternehmensführung obliegt, wer- den die Zielsetzungen für das Informationsmanagement abgeleitet. Deren Umsetzung wird durch organisatorische, personelle und technologische Maßnahmen bewirkt. Daraus ergibt sich eine Steigerung der Effizienz und Effektivität des Informationssystems, woraus wie- derum Potentiale für die Unternehmensführung entspringen. Durch die Anpassung der Unternehmensziele an das verbesserte Informationssystem beginnt der Kreislauf erneut.

5.Kann das Informationsmanagement zur Schaffung wettbewerbsstrategischer Poten- tiale genutzt werden? Begründen Sie Ihre Ansicht.

Jeder Austausch materieller Güter wird stets von einem Informationsstrom begleitet. Dementsprechend bietet ein effektives Informationsmanagement die Möglichkeit zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen, denn gegenüber der Konkurrenz, die dies nicht be- treibt, sind detailliertere Informationen vorhanden, die zum Aufbau von Kostenvorteilen und/oder Differenzierungspotentialen führen können.

6.Beschreiben Sie die strategischen Aufgaben des Informationsmanagements.

(wurde das nicht bereits unter 2. gefordert???)

7.Beschreiben Sie den Strategieentwicklungsprozess bei der Entwicklung einer Infor- mationsmanagementstrategie.

Das von C. VON TROTT vorgestellte Modell zeigt den Strategieentwicklungsprozess in sechs Schritten, die zyklisch zu betrachten sind und zwischen denen gewisse informelle Beziehungen bestehen:

1. Zielbildung für den Prozeß des strategischen IM
2. Analyse der Ausgangssituation
3. Analyse der Strategiealternativen
4. Auswahl der strategischen Stoßrichtung
5. Festlegung der Strategie
6. Umsetzung der Strategie

Eine andere, weniger komplexe Vorgehensweise schlägt L. J. HEINRICH vor:

1. Bestimmung der Wettbewerbsfaktoren
2. Erhebung der eigenen IST-Situation im Vergleich zur Konkurrenz
3. Analyse der IST-Situation
4. Festlegung des SOLL-Zustandes der (kritischen) Wettbewerbsfaktoren

8.Was versteht man unter der technischen Infrastruktur?

Die Informationsinfrastruktur läßt sich definieren als „Einrichtungen, Mittel und Maß- nahmen, welche die Voraussetzung für die Produktion von Information und Kommunika- tion in einer Organisation schaffen.“

9.Welche Bedeutung hat des Datenmanagement für das ganzheitliche Informationsma- nagement?

Das Datenmanagement bildet die Basis für alle zu bewältigenden Aufgaben der Informa- tionsversorgung:

- Definieren und Festlegen einer Strategie für das Datenmanagement
- Schaffen der datenmäßigen Voraussetzungen für geplante und genutzte integrierte In- formations- und Kommunikationssysteme
- Anpassung der datenmäßigen Voraussetzungen bei veränderten Anforderungen an obige Systeme.
- Festlegung der organisatorischen Verantwortung
- Beschreibung der Daten des Datensystems in einem dem Benutzer zugänglichen Da- tenkatalog
- Rationalisierung des Datensystems
- Planung, Überwachung und Steuerung der Nutzung externer Datenbanken

10. Welche Aufgaben gehören zum Sicherheitsmanagement?

Folgende drei Aufgaben sind vom Sicherheitsmanagement zu gewähren:

- Ausfallsicherheit
- Einhalten des Datenschutzes und sonstiger Verordnungen
- Zugriffsbeschränkungen

11. Warum ist beim Informationsmanagement ein Innovationsmanagement erforder- lich?

Der Bereich des Innovationsmanagements dient der permanenten Überprüfung des beste- henden, möglichst ganzheitlich konzipierten Informationssystems, um rechtzeitig Impulse für Aktualisierungen und Neukonzeptionen zu erhalten.

12. Kennzeichnen Sie die Begriffe:

- Reengineering

Untersuchung, Analyse und Veränderung eines Systems, um es in neuer Form und/oder Umgebung wieder zu implementieren.

- Reverse Engineering

Darstellung des Systems auf hoher Abstraktionsebene mit Identifikation und Be- schreibung seiner Komponenten zum Zwecke der graduellen Änderung und Anpas- sung von Daten- und Anwendungssystem.

- Restructuring

technische Optimierung und Neugestaltung auf derselben Abstraktionsebene.

- Redocumentation

Feststellung und Beschreibung von Komponenten und deren Beziehungen auf einer Abstraktionsebene; meist nur für die Implementierungsebene genutzt.

- Forward Engineering.

Gelingt es, für die frühen Phasen des Systementwicklungsprozesses einen strukturier- ten Systemzustand zu rekonstruieren, kann davon ausgehend die eigentliche Reorgani- sation des Programms beginnen, wobei das Phasenschema jetzt wie üblich vorwärts durchlaufen wird. (STAHLKNECHT/HASENKAMP)

13. Welche Aufgaben hat die individuelle Datenverarbeitung? Worin unterscheidet sie sich von zentralistisch organisierten Rechenzentren?

Im Gegensatz zu zentralistisch organisierten Rechenzentren, welche fertige oder maßge- schneiderte DV-Lösungen anbieten, bearbeiten die IDV-Nutzer ihre Aufgaben mit Hilfe von Stand-Alone-Geräten oder vernetzen Arbeitsplatzrechnern (Client-Server-Architek- tur). Ziel der IDV ist es, die für unterschiedliche Aufgaben benötigte Flexibilität bei der Datenverarbeitung voll auszuschöpfen. Damit die einzelnen Nutzer ihre Aufgaben moti- viert und selbständig bearbeiten können, müssen vom Kompetenzzentrum die Schulung und die Betreuung angeboten werden.

14. Klassifizieren Sie Informationssysteme nach:

- der Art der zu bewältigenden Aufgaben
- Administrationssysteme
- Dispositionssysteme
- Berichts- und Abfragesysteme
- Planungs- und Entscheidungssysteme
- Kontrollsysteme
- der Häufigkeit der Nutzung
- regelmäßig
- fallweise
- in besonderen (Not)Fällen
- dem Anwendungsumfeld.
- Industrie
- Handel
- Banken und Versicherungen
- öffentlicher Dienst
- Bauwirtschaft

15. Was sind Frühwarnsysteme und wie funktionieren diese?

Zunächst läßt sich zwischen kontrollorientierten und prognoseorientierten Frühwarnsy- stemen unterscheiden. Letztere können entweder operativ oder strategisch ausgerichtet sein.

Kontrollorientierte Frühwarnsysteme überprüfen ständig, ob sich die zu überprüfenden Indikatorwerte innerhalb eines bestimmten Wertebereichs bewegen. Tritt eine signifikante Änderung ein, so werden entsprechende Kontrollmaßnahmen eingeleitet.

Prognoseorientierte Frühwarnsysteme dienen der Abschätzung von in der Zukunft liegen- den Entwicklungen, um rechtzeitig entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

16. Wozu werden Indikatorvariablen bei Frühwarnsystemen benutzt?

Unter Indikatorvariablen versteht man wichtige Größen in der Unternehmensumwelt, wie z.B. der Auftragsbestand, der Angebotsbestand oder die Altersstruktur der Mitarbeiter. Sie werden als Meßgrößen benutzt, um bei kritischen Über- oder Unterschreitungen entspre- chende Maßnahmen zur Verhinderung negativer Auswirkungen auf die Unternehmung einzuleiten.

17. Beschreiben Sie die Vorgehensweise der ganzheitlichen Planung.

Die Informationen der Unternehmensumwelt (Gesellschaft, Staat, Betrieb, externe Märkte) müssen ganzheitlich gesammelt, aufbereitet und ausgewertet werden. Dies setzt eine integrierte Sichtweise voraus, in der alle Abteilungen und ihre Informationsbeziehun- gen berücksichtigt werden müssen. Relevanten und irrelevante Daten müssen sondiert werden.

18. Warum spielt die Wirtschaftlichkeit bei der Entwicklung ganzheitlicher Systeme eine so entscheidende Rolle?

50-90% des Gesamtaufwandes in der Informationsverarbeitung werden für die Wartung bestehender Systeme aufgebracht. Um diese Kosten gering zu halten, müssen die Pro- gramme anwendungsfreundlich, aufeinander abgestimmt und übersichtlich geplant und entwickelt werden. Insellösungen und „Quick And Dirty“ Lösungen entsprechen nicht den Voraussetzungen des ganzheitlichen Informationsmanagements und beinhalten Ineffizien- zen, da nicht alle Kosten- und Leistungsaspekte integriert betrachtet werden.

19. Aus welchen Komponenten besteht ein idealtypisches ganzheitliches Informations- system?

- Daten-/Textbank (inklusive Datenverwaltungssystem)
- Programmbibliothekssystem
- Methodenbibliothekssystem
- Tool-/Sprachsystem
- wissensbasierte Systeme
- Dictionary

20. Beschreiben Sie die einzelnen Schritte einer einfachen Datenbankanfrage (reiner Lesezugriff).

1. Anforderung von Daten durch ein Benutzerprogramm über das Dictionary an das DBMS.
2. Prüfung auf Zulässigkeit und Ermittlung des Zugriffspfades mit Hilfe der Datenbank- beschreibung durch das DBMS.
3. Auftragserteilung für den Datentransfer vom DBMS an das Betriebssystem.
4. Herstellung der Verbindung zur Datenbank durch das Betriebssystem.
5. Transfer der Daten in den Puffer des DBMS.
6. Auswahl der für den Benutzer relevanten Daten und Bereitstellung dieser Daten im Benutzerarbeitsbereich.
7. Das DBMS informiert das Benutzerprogramm, daß die Daten zur Bearbeitung bereit- stehen.
8. Bearbeitung der Daten.
9. Freigabe des Puffers des DBMS für die nächste Bearbeitung oder Anfrage.

21. Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Modularisierung?

Unter Modularisierung versteht man die Aufteilung eines komplexen Programms in klei- nere, nicht zu große Programmelemente oder Bausteine zum Zwecke der Komplexitätsre- duktion. Neben dem Erstellungs- kann auch der Änderungsaufwand relativ klein gehalten werden.

22. Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Datenunabhängigkeit?

Das Prinzip der Datenunabhängigkeit besagt, daß man eine strikte Trennung der Daten von dem Programm vornehmen sollte, d.h. man muß bereits bei der Aufgaben- und Da- tenanalyse festlegen, was zu den Programmen, also den Aufgaben, und was zu den Daten gehört. Ziel ist eine zentrale Datenhaltung zur Verminderung von Redundanzen und In- konsistenzen der Daten sowie eine effizientere Änderungsmöglichkeit.

23. Wozu wird ein Methodenbibliothekssystem verwendet?

In einem Methodenbibliothekssystem sind Programmbausteine gespeichert, mit und aus denen man in relativ kurzer Zeit Applikationen bzw. neue Anwendungsprogramme ge- stalten kann.

24. Nennen Sie Beispiele für Tools und deren Einsatzmöglichkeiten.

Unter Tools bzw. Utilities (Werkzeuge) versteht man im weitesten Sinne Dienstpro- gramme zur Entwicklung und Erstellung neuer Applikationen. Jedes Utility ist ein abge- schlossenes Programmsystem zur Unterstützung eines bestimmten Zieles.

Beispiele:

Programmgeneratoren, Listengeneratoren, Konvertierungsprogramme, TP-Monitore, CASE-Tools...

25. Beschreiben Sie die 5 Generationen von Programmiersprachen.

1. Generation: reine Maschinensprachen
2. Generation: maschinennahe Sprachen
3. Generation: problemorientierte Sprachen (COBOL, FORTRAN ...)
4. Generation: datenorientierte Sprachen (SQL ...)
5. Generation: wissensorientierte Sprachen (LISP, LOGO, PROLOG ...)

26. Erläutern Sie den Aufbau (die Komponenten) von wissensbasierten Systemen.

Wissensbasierte Systeme (WBS) dienen zur Lösung komplexer, schlecht strukturierter Probleme. Häufig wird auch der Begriff Expertensystem verwendet.

Die Wissensbasis oder Wissensbank enthält fachspezifisches Expertenwissen, fall- oder situationsbezogenes Wissen, welches vom Anwender während einer Konsultation einge- geben wurde, sowie Zwischen- und Endergebnisse einer Konsultation.

Die Problemlösungskomponente zieht aus vorhandenem Wissen Schlüsse, die entweder für eine spätere Weiterverwendung zwischengespeichert oder dem Anwender als Lösung für sein zu bearbeitendes Problem angeboten werden; zum anderen steuert die Inferenz- maschine den Ablauf des Schlußfolgerungsprozesses.

Über die Kommunikationskomponenten (Dialog-, Erklärungs- und Wissenserwerbskom- ponente) erfolgt die Ein- und Ausgabe des WBS.

27. Beschreiben Sie die Bedeutung von Metadaten und deren Verwaltung bei der Ent- wicklung ganzheitlicher Informationssysteme.

Metadaten oder Metainformationen sind ‚Informationen über Informationen‘ und werden im Dictionary gespeichert. Dazu gehören Informationen über die Daten des Datenbanksy- stems, über alle Anwendungsprogramme der Benutzer, die verfügbaren Module im Me- thodenbibliothekssystem, die Utilities, die verfügbaren wissensbasierten Anwendungen sowie Zuordnungen und Rechte der Benutzer bezüglich der genannten Elemente.

28. Was verbirgt sich hinter Datenmanagement?

Die Funktion des Datenmanagements ist es, das Datensystem eines Unternehmens in sei- nem Aufbau und seinen Daten zu planen, zu steuern, zu überwachen und zu sichern.

29. Was verbirgt sich hinter Entwicklungsmanagement?

Das Entwicklungsmanagement beschäftigt sich mit den Realisierungsmöglichkeiten der Informationsversorgungsfunktionen von ganzheitlichen Informationssystemen, d.h. der Planung und der Erstellung der Software.

30. Beschreiben Sie die Aufgaben beim Integrationsmanagement.

Im Hinblick auf ganzheitliche Informationssysteme läßt sich die Integration als das Ver- binden von Teilsystemen zu einem den Anforderungen nach Ganzheitlichkeit genügenden Informationssystem darstellen, wobei die Teilsysteme einerseits die gleichen Funktionen nicht mehrfach enthalten und andererseits gleiche Daten gemeinsam nutzen.

Die wesentlichen Funktionen des Integrationsmanagements lassen sich in die Kategorien

- Integrationsgegenstand (Daten-, Funktions-, Programm-, Methodenintegration)
- Integrationsrichtung (horizontal, vertikal)
- Integrationsreichweite (inner-, zwischenbetrieblich)
- Automationsgrad (voll-, teilautomatisch) und
- Integrationsbereich (Technik, Organisation) einteilen.

31. Was sind Tools, und wozu werden Sie im Rahmen der Softwareentwicklung einge- setzt?

Tools (Werkzeuge) sind Softwareprodukte zur Erreichung eines Ziels in der Softwareent- wicklung und -anwendung, die

- bestimmte Verfahren zur Problemlösung beinhalten
- vorgefertigt sind und
- routinemäßig anwendbar sind.

32. Womit beschäftigt man sich im Rahmen des Toolmanagements?

Aufgrund der Vielzahl der Tools müssen der Einsatz und die Nutzung besonders geplant, gesteuert und überwacht werden, was die Aufgabe des Toolmanagements ist.

GanzheitlichesInformationsmanagement - Übungsaufgaben -

Kapitel 3

1. Beschreiben Sie die Klassifikationsmöglichkeiten des Systemansatzes.

- Systemarten (abstrakt, konkret, sozial)
- Systementstehungsart (künstlich, natürlich)
- Systembeziehungen (einfach, komplex, offen, geschlossen)
- Systemverhalten (statisch. dynamisch)
- Systemantriebsverhalten (aktiv, passiv)
- Systemumweltverhalten (starr, adaptiv, lernend)
- Systemlenkverhalten (kontrollierbar, nicht kontrollierbar)
- Systemprognostizierbarkeit (deterministisch, stochastisch, unscharf (fuzzy))

2. Kennzeichnen Sie den Systemansatz.

a) Was versteht man unter einem System?

Ein System ist einerseits durch die Menge der Elemente und Subsysteme, andererseits durch die Menge der Beziehungen zwischen den Elementen oder Subsystemen cha- rakterisiert.

b) Welche Unterscheidungsmöglichkeiten für Systeme kennen Sie?

(siehe Frage 1)

c) Erläutern Sie die Begriffe Steuerung und Regelung.

- Steuerung:

Anweisung an die Systemelemente aufgrund eines Störeinflusses, ohne daß eine Rückmeldung über den Erfolg der Maßnahme erfolgt.

- Regelung:

Überwachungs- und Kontrollprozeß an einem System, bei dem Soll-Ist-Abweichungen der Regelgröße X eigenständig entsprechende Korrekturen an der Stellgröße Y im Regler oder Regelglied so lange Auslösen, bis der Erfolg der Korrekturmaßnahmen an der Zielgröße festgestellt wird (Rückkopplung).

d) Konstruieren Sie ein mehrstufiges Regelsystem für eine betriebliche Anwendung.

(s. S. 96, ‚Das Betriebliche Terminierungssystem‘)

e) Welche Bedeutung haben die Schnittstellen im System?

Schnittstellen stellen die Verbindungen zwischen interaktiven Systemen oder Sub- systemen her. Das Schnittstellenverhalten regelt alle Abläufe des Gesamtsystems, sofern sich diese an den Schnittstellen beobachten lassen. Systeme lassen sich austau schen, wenn die Schnittstellen äquivalent sind (Kompatibilität). Es ist zwischen physikalischen und logischen Schnittstellen zu unterscheiden.

f) Warum eignet sich der Systemansatz besonders für den Bereich der Wirt- schaftsinformatik?

- ganzheitliche Betrachtungsweise sowie problemadäquate, komplexitätsreduzie- rende Hierarchisierung
- problemadäquate Abstraktionsstufe
- Grundlage für die Anwendung quantitativer Methoden
- Systematisierung und Strukturierung

g) Stellen Sie das betriebliche Entscheidungssystem mit Hilfe des Systemansatzes

dar.

Der Entscheidungsprozeß läßt sich in ein Objektsystem und ein Subjektsystem unter- teilen, die miteinander in Interaktion stehen.

Das Objektsysteme umfaßt die Subsysteme

- Zielsystem
- Informationssystem
- Entscheidungslogiksystem.

Das Subjektsystem umfaßt die Subsysteme

- Ergebnissysten
- Umweltsystem
- Aktionssystem.

3. Charakterisieren Sie den Entscheidungsansatz.

a) Welche Rolle spielt der Entscheidungsansatz in der BWL?

„Wenn Wirtschaften Wählen heißt und wenn Wählen in enger Beziehung zu Entschei- den gesehen werden kann, dann hat sich die Betriebswirtschaftslehre schon immer mit Entscheidungen befaßt.“

„Ihre (der BWL, M.L.) Aufgabe besteht darin, die in betriebswirtschaftlichen Organi- sationen tätigen Menschen bei ihren Entscheidungen ... beratend zu unterstützen“.

Entscheidungsprobleme liegen immer dann vor, wenn ein Entscheidungsträger unter mehreren Alternativen auswählen muß. Unter dem Treffen einer Entscheidung ist da- mit ganz allgemein das Auswählen aus mehreren möglichen Handlungsalternativen zu verstehen.

Der Entscheidungsansatz versucht, die in einem Unternehmen entstehenden Hand- lungsalternativen nachzubilden und daraus die optimale als Entscheidung auszuwäh- len.

b) Welche Merkmale und Fragestellungen sind für das Operations Research ty- pisch?

- Merkmale:
- Optimalitätsstreben
- Modelldenken
- Quantifizierung des Entscheidungsproblems
- Vorbereitung von (guten Entscheidungen).
- Fragestellungen:
- Mischungsprobleme
- Kuppelproduktion
- Ablaufplanung
- Produktionsprogrammplanung.

c) Erläutern Sie die Besonderheiten des Entscheidungsansatzes.

- Das reale Entscheidungssubjekt steht im Mittelpunkt der Betrachtungen.
- Das Informationsproblem spielt eine zentrale Rolle.
- Entscheidungen haben Prozeßcharakter, d.h. man kann den Entscheidungsprozeß in Phasen aufteilen.

d) Wie lassen sich Entscheidungsmodelle gliedern?

- Zielsetzung
- Informationsbasis
- zeitliche Struktur
- zur numerischen Lösungsfindung erforderliche mathematische Methoden

e) Erläutern Sie das Grundmodell der Entscheidungstheorie.

Ausgangspunkt ist das unternehmerische Zielsystem, denn unter Zielen versteht man Aussagen über angestrebte Zustände, die vom Unternehmen durch geeignete Maß- nahmen erreicht werden sollen.

Die Kombination aller Alternativen und Umweltzustände im Entscheidungsfeld ergibt durch eine Zuordnungsrelation eine (multidimensionale) Ergebnismatrix. Durch die Anwendung einer Präferenzfunktion wird daraus eine (zweidimensionale) Entschei- dungsmatrix, auf welche nun unterschiedliche Entscheidungsregeln angewandt werden können, die dann zu unterschiedlichen ‚optimalen Entscheidungen‘ führen.

4. a) Stellen sie die klassischen Entscheidungsregeln formal dar.

- Minimax-Regel:

Aus den Alternativen wird jeweils das Minimum ausgewählt, woraus dann insge- samt das Maximum als Entscheidung gewählt wird (bestes Ergebnis unter schlechtesten Bedingungen).

- Maximax-Regel:

Aus den Alternativen wird jeweils das Maximum ausgewählt, woraus dann insge- samt wiederum das Maximum als Entscheidung gewählt wird (bestes Ergebnis unter besten Bedingungen).

- Hurwicz-Regel:

Es wird der gewogene Durchschnitt des besten und des schlechtesten Ergebnis ei- ner Aktionsalternative errechnet, wobei α als ‚Optimismusparameter‘ gewählt

- Laplace-Regel:

Alle Umweltzustände werden als gleich wahrscheinlich angesehen. Man ermittelt pro Alternative den durchschnittlichen Erfolg und wählt jene als Entscheidung, welche den höchsten Durchschnittsnutzen birgt.

- Niehans-Savage-Regel:

Für jede Alternative wird unter jedem Umweltzustand ein Maß des Bedauerns festgelegt. Es wird dann jene Alternative als Entscheidung gewählt, welche das ge- ringste Maß an maximalem Bedauern beinhaltet.

b) Erläutern Sie die klassischen Entscheidungsregeln an einem selbstgewählten Bei- spiel.

(s. nächste Aufgabe)

5. Übungsaufgabe zu Entscheidungsmodellen bei Unsicherheit

Für eine Urlaubsfahrt stehen 4 unterschiedliche Reisestrecken gleicher Länge zur Auswahl. In Abhängigkeit davon, ob auf den einzelnen Strecken freie Fahrt, zäh- fließender Verkehr oder Stau herrscht, ist mit folgenden durchschnittlichen Reisege- schwindigkeiten (km/h) zu rechnen:

Reisestrecke a: (120,40,10)

Reisestrecke b: (70,30,20)

Reisestrecke c: (80,60,40)

Reisestrecke d: (90,30,20)

a) Stellen Sie die Entscheidungsmatrix auf.

Die Nutzenfunktion wird in Abhängigkeit von der Durchschnittsgeschwindigkeit auf- gestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daraus ergibt sich folgende Entscheidungsmatrix:

frei zäh Stau Minimax Maximax Hurwicz Laplace Niehans-Savage

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(bei Hurwicz gilt α=0,5)

b) Für welche Reisestrecke würden Sie sich entscheiden nach der

- Minimax-Regel,

Reisestrecke 3

- Maximax-Regel, Reisestrecke 1
- Hurwicz-Regel, Reisestrecke 1
- Niehans-Savage-Regel, Reisestrecke 3
- Laplace-Regel? Reisestrecke 1 oder 3.

c) Wann finden die klassischen Entscheidungsregeln Anwendung? Nennen Sie Vor- und Nachteile dieser Regeln.

Im Falle der Unsicherheit (Ungewißheit, Risiko), in denen mehr als ein Umweltzustand auftreten kann, benötigt man die klassischen Entscheidungsregeln. Das Ent- scheidungsmodell ist in diesem Fall also nicht deterministisch und läßt mehrere mög liche Entscheidungen zu. Die klassischen Entscheidungsregeln geben nun eine Hilfestellung, zwischen den bestehende Alternativen eine optimale Entscheidung zu treffen. Dabei unterscheiden sich die Regeln hinsichtlich des Ausgangspunktes.

Die Minimaxregel (Maximaxregel) geht vom totalem Pessimismus (Optimismus) aus, welches in der Realität eher unwahrscheinlich ist, da die Natur weder besonders ‚bös- willig‘ noch besonders ‚gutwillig‘ ist. Außerdem werden Erfolgschancen anderer Al- ternativen nicht berücksichtigt. Die Hurwicz-Regel versucht, diese Nachteile durch den gewogenen Durchschnitt zu kompensieren. Die Laplace-Regel erscheint als un- realistisch, da alle Umweltzustände als gleich wahrscheinlich angesehen werden. Die Niehans-Savage-Regel ist nicht objektiv, Entscheidungen werden durch das ‚Maß des Bedauerns“ pseudopsychologisch begründet.

6. Die Qualität der Daten ist von herausragender Bedeutung für die Anwendung von

Entscheidungsmodellen. Welche Entscheidungsmodelle berücksichtigen, daß eine ‚scharfe‘ Datenabgrenzung nur in Ausnahmefällen möglich ist? Erläutern Sie diese Entscheidungsmodelle.

Unter ‚scharfen‘ Daten versteht man Daten, welche exakt zu bestimmen und meßbar sind. ‚Unscharfe‘ Daten jedoch sind entweder gar nicht bekannt oder nur ‚in gewissen Umge- bungen‘ ermittelbar.

Stochastische Entscheidungsmodelle ordnen den Daten gewisse Wahrscheinlichkeiten im Intervall [0,1] zu, wobei das Maß 0 für ‚mit Sicherheit ausgeschlossen‘ und das Maß 1 für ‚mit Sicherheit angenommen‘ steht. Diese Methoden versagen jedoch bei umgebungsab- hängigen Aussagen, deren Verteilung ebenfalls umgebungsabhänig ist. In diesem Fall be- dient man sich der sogenannten ‚Fuzzy-Logik‘, welche von L. A. ZADEH entwickelt wurde. Sie berücksichtigt subjektiv geprägte Entscheidungssituationen, bei denen der Ent- scheidungsträger lediglich eine gewisse Modellvorstellung hat und eignet sich besser als die Verwendung ‚subjektiver‘ Wahrscheinlichkeiten.

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Kapitel 4

1. Was versteht man unter Organisation?

Der Organisationsbegriff läßt sich institutional und instrumental definieren. Aus der hier interessierenden instrumentalen Sichtweise bedeutet dies „die Gesamtheit aller formalen und informalen, zeitlich unbefristeten Regelungen zur effizienteren Abwicklung be- stimmter, immer wiederkehrender Aufgaben in einem Unternehmen (System)“.

2. Wodurch unterscheidet sich die Organisation von der Improvisation und der Dispo- sition?

- Improvisation: vorläufige oder zeitlich befristete Regelungen.
- Disposition: Regelung von Einzelfällen.

3. Kennzeichnen Sie die Begriffe Outsourcing und Facilities Management.

- Outsourcing: teilweise oder komplette Auslagerung von betrieblichen Funktionsbereichen zum Zwecke der Fremderstellung an Dritte (z.B. Gebäudereinigung, Wach- und Schließ- dienst, Kantinenessen etc.).
- Facilities Management: wird oft als Synonym zum Outsourcing verwendet, bildet jedoch eigentlich einen Teilbereich bzw. eine Unterform, nämlich den Betrieb des Rechenzen- trums durch Dritte.

4. Welche Formen des Outsourcing kennen Sie?

- Zukauf von Standardsoftware
- Outsourcing von Hardware und Personal:
- eigenständig,
- allein durch den Outsourcer,
- mit Unterstützung des Outsourcers.

5. Welche Vorteile und Chancen und welche Nachteile und Risiken sehen Sie im

Outsourcing?

- Vorteile von Standardsoftware:
- Preisvorteil,
- geringe Lieferfristen,
- ausgetestete und erprobte Software,
- Möglichkeit des Imports betriebswirtschaftlichen Know-Hows,
- Vermeidung der Entwicklung unnötiger Parallelentwicklungen,
- höhere Qualität,
- erübrigt den Aufbau eines eigenen Entwicklungsteams mit Spezialkenntnissen,
- wird laufend weiterentwickelt.
- Nachteile von Standardsoftware:
- entspricht meist nicht voll den Anforderungen,
- bewirkt eine Abhängigkeit vom Hersteller,
- bei Hardware-Anbietern ist sie meist nicht portierbar,
- enthält höchstwahrscheinlich eine Vielzahl von Funktionen, die nicht benötigt werden,
- viele redundante Möglichkeiten wirken sich negativ auf die Benutzerfreundlichkeit aus.
- Vorteile und Chancen des Outsourcings von Hardware und Personal:
- Zugang zu Know-How, das selbst nur schwer und teuer aufzubauen oder zu halten ist,
- Freisetzung von Kapazitäten für strategisch wichtige Aufgaben,
- Reduktion von technischen und personellen Risiken,
- bessere Leistung zu evtl. niedrigeren Kosten,
- bessere Transparenz und Steuerbarkeit der Kosten, d.h. variable statt fixer Kosten,
- evtl. positive Auswirkungen auf den Jahresabschluß.
- Nachteile und Risiken des Outsourcings von Hardware und Personal: - u.U. schlechte Leistung des Outsourcers,
- langfristig Verlust von Know-How und Kompetenz,
- eine umfassende Outsourcing-Entscheidung ist extrem schwer rückgängig zu ma- chen,
- bei Daten mit hoher strategischer Bedeutung erscheint die Verarbeitung durch Dritte bedenklich.
- evtl. Motivationsprobleme bei den Mitarbeitern,
- personalpolitische und arbeitsrechtliche Probleme beim Übergang zum Fremdbe- zug,
- instabile Leistungen des Outsourcers mit gravierenden Folgen,
- Intransparenz und Unkontrollierbarkeit der Preise,
- dauerhafte Liquiditätsbelastung.

6. Beschreiben Sie die Vorgehensweise bei der Einführung von Outsourcing-Projekten.

- Erstellen eines Anforderungskataloges und Abstimmung mit der Unternehmens-IV- Strategie,
- Einholen und Vergleich von Angeboten verschiedener Outsourcer,
- Überprüfung der Referenzen (!)
- Information der Mitarbeiter,
- Erstellen eines Zeitplans,
- Schaffung der Rahmenbedingungen für den Outsourcing-Vertrag und dessen organi- sationale Abwicklung.

7. Was versteht man unter Standardsoftware?

- übernimmt eine genau beschriebene Problemlösung,
- ist generell bei unterschiedlichen Organisationsstrukturen hardware- und betriebssy- stemunabhängig einsetzbar,
- läßt sich hinsichtlich des Aufwandes für die organisatorische Anpassung genau ein- gruppieren,
- wird zu einem Festpreis angeboten.

8. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie im Einsatz von Standardsoftware?

(siehe oben)

9. Was kennzeichnen die Begriffe

- Downsizing:
- PC-Windows-Arbeistplatz,
- verteilte Anwendungen,
- zentrale Datenbank,
- proprietäre-heterogene Systeme
- Rightsizing:
- OSF/Motif-Arbeitsplatz,
- verteilte Anwendungen,
- zentrale Datenbank,
- offene Systeme.
- Smartsizing?
- PC-Windows-Arbeitsplatz,
- verteilte Anwendungen,
- zentrale Datenbank,
- offene-heterogene Systeme.

10. Welche Ziele verfolgt man mit dezentralen Organisationsformen?

1. Entsprechend ihrem berechtigten Bedarf an IV-Leistungen sollen alle organisatori- schen Einheiten auch damit versorgt werden.
2. Die Wirtschaftlichkeit der IV ist zu gewährleisten.
3. Spezielle Benutzer- und Abteilungsinteressen müssen befriedigt werden.
4. Die Integrationsfähigkeit von Hardware und Software sollte durch die Organisations- form nicht behindert werden.
5. Der spezielle Informationsbedarf der Unternehmensführung ist zu berücksichtigen.
6. Professionalität der Informationsverarbeitung.
7. Die Fachabteilungen müssen grundsätzlich selbständig festlegen können, wie sie ihre Abteilungsaufgaben durchführen und welche Anwendungslösungen sie dazu ein- setzen.
8. Die Autonomie der Abteilungen untereinander sollte sichergestellt werden.
9. Die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter muß unterstützt werden.

11. Was spricht für und was gegen eine Zentralisierung/Dezentralisierung von Informa- tionsverarbeitungsaufgaben?

- Pro Zentralisierung:
- bessere Informationsbereitstellung für die Unternehmensführung,
- es können kompatible Geräte und Softwareprodukte eingesetzt werden,
- adäquatere Betätigungsmöglichkeiten für DV-Fachleute,
- erleichtert die Budgetierung und Finanzkontrolle für die IV.
- Pro Dezentralisierung:
- erleichtert die Berücksichtigung spezieller Abteilungsbedürfnisse,
- unterstützt die Autonomie der einzelnen Fachabteilungen,
- Erweiterung der Verantwortung kann zur Mitarbeitermotivation beitragen,
- häüfig höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern.

ABER: keine generelle Aussage möglich, ob zentral oder dezentral besser!!!

12. Was versteht man unter Aufbauorganisation?

Lexikon der BWL:

„Hierarchische Ordnung von organisatorischen Aktionseinheiten. Ergebnis der Aufgaben- analyse und Aufgabensynthese sind strukturierte Aufgabenkomplexe (Stellen), die auf Personen zu verteilen sind (Stellenbeschreibung). Im Gegensatz zu Überlegungen über den sinnvollen Ablauf der Aufgabenerledigung (Ablauforganisation) entsteht durch die hierarchische Ordnung der einzelnen organisatorischen Einheiten (Stellen, Abteilungen, Kollegien und Stäbe) und die Herstellung von Verbindungslinien (Liniensysteme) die Aufbauorganisation. Diese kann graphisch als Organigramm dargestellt werden. Als grundlegende Arten von Aubauorganisationen können die funktionale Organisation, die divisionale Organisation und die Matrixorganisation unterschieden werden ...“.

13. Beschreiben Sie die traditionellen Eingliederungsformen der Informationsverarbei- tung im Unternehmen.

- IV als Teil einer Fachabteilung,
- IV als Stabsstelle,
- IV als Linienabteilung,
- IV als Funktionsbereich,
- IV als Zentralbereich der divisionalen Organisation.

14. Was ist ein Lenkungsausschuß? Welche Ziele und Aufgaben hat er?

Unter Lenkungsausschuß versteht man ein Gremium bestehend aus Mitgliedern der Un- ternehmensleitung, den Leitern der Fachabteilungen sowie dem Leiter der IV-Abteilung, dessen primäre Aufgabe die Beratung und Prioritätenfestlegung von IV-Aufgaben, z.B. bei Projekten der Beschaffung und Entwicklung von Anwendungssystemen, ist.

- Hauptziel: Koordination aller unternehmensrelevanten IV-Aktivitäten.
- Aufgaben:
- Zielfestlegung für das IM,
- Abstimmung des IM mit der Unternehmensstrategie,
- Festlegung von Auswahlkriterien für Projekte,
- Festlegung von Anforderungen für die Entwicklung neuer Anwendungen,
- Verteilung von monetären und personellen Ressourcen auf die Projekte.

15. Erläutern Sie ein selbstgewähltes Beispiel zur Aufbauorganisation einer Informati- onsverarbeitungsabteilung.

16. Welche Ziele und Aufgaben verfolgt man mit der Benutzerbetreuung?

- übergeordnetes Ziel: Betreuung von Endbenutzern
- Aufgaben:
- Richtlinienerstellung für Auswahl und Beschaffung,
- Beratung bei Hard- und Software-Investitionen,
- Demonstration von Hard- und Software,
- Installation und Betrieb der DV,
- Einweisung und Schulung bzgl. Hard- und Software,
- Hilfe bei Benutzerproblemen.

17. Wie läßt sich die Benutzerbetreuung organisatorisch umsetzen?

- als Teil eines zentralen IM,
- als Teil einzelner Fachabteilungen,
- Mischform.

18. Welche Aufgaben umfaßt das Personalmanagement?

- Personalwirtschaft:
- Personalbestandsanalyse,
- Personalbedarfsermittlung,
- Personalbeschaffung,
- Personaleinführung,
- Personalentwicklung,
- Personalfreisetzung.
- Personalführung.

19. Nennen Sie Beispiele für Berufsbilder innerhalb des Informationsmanagements.

- DV-Leiter,
- Informationsmanager,
- Systemanalytiker/-ingenieur/DV-Organisator,
- Programmierer,
- Datenbankadministrator,
- Systemprogrammierer,
- Rechenzentrumsleiter,
- Operator,
- Anwenderberater,
- DV-Ausbilder,
- Toolmanager,
- CIM-Organisator,
- Netzwerkmanager,
- Netzwerkorganisator, -spezialist,
- Wissensmanager,
- Expertensystem-Designer,
- Knowledge-Engineer,
- Knowledge-Base-Administrator,
- Multimediaexperte.

20. Kennzeichnen Sie das Berufsbild des Informationsmanagers.

Zusätzlich zu den traditionellen DV-Leiter-Aufgaben gehört die Festlegung sämtlicher In- formations- und Kommunikationsbeziehungen zum Aufgabenbereich des Informations- managers. Er ist verantwortlich für die Nutzung und die Weiterentwicklung des betriebli- chen IS. Dazu sind umfangreiche Kenntnisse in der Informatik und in den Anwendungs- gebieten erforderlich. Organisatorisch sollte der Informationsmanager auf höchster Hier- archieebene angesiedelt sein. Sein Aufgabengebiet ist durch folgende Charakteristika ge- kennzeichnet:

- Er hat Weisungsbefugnis für den gesamten IV- und Kommunikationsbereich.
- Er hat Entscheidungskompetenz in allen Hard- und Softwarefragen.
- Ihm obliegt die zentrale Ressourcenkoordination.
- Er ist verantwortlich für die gesamte Planung im Bereich IM.
- Er besitzt Richtlinienkompetenz für Standards und Dokumentationen.

GanzheitlichesInformationsmanagement

- Übungsaufgaben -

Kapitel 5

1. Ein Unternehmen plant, künftig Software selber zu entwickeln. Sie werden damit beauftragt, Konzepte für organisatorische Grundsatzfragen zu erarbeiten. Welche Konzepte kennen Sie?

---

2. Definieren Sie den Begriff Projekt. Welche Merkmale kennzeichnen ein Projekt?

Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen innerhalb eines vorgegebenen Zielsystems und ist gekennzeichnet durch die Einmaligkeit der folgenden Bedingungen:

- Zielvorgaben,
- zeitliche, finanzielle und personelle Begrenzungen,
- die Abgrenzung gegenüber anderen Projekten (Vorhaben),
- eine projektspezifische Organisation.

Weitere Merkmale:

- Einmaligkeit für das Unternehmen,
- Zusammensetzung aus Teilaufgaben,
- Beteiligung verschiedener Stellen des Unternehmens,
- Teamarbeit,
- Konkurrenz um Betriebsmittel mit anderen Projekten,
- definierter Anfang und definiertes Ende,
- Mindestdauer bzw. Mindestaufwand.

3. Nennen Sie die an einem Softwareentwicklungsprojekt beteiligten organisatorischen

Einheiten und Personen. Erläutern Sie die Aufgaben, die diese im Rahmen eines Pro- jektes zu bewältigen haben.

- Der Projektleiter:

Seine Befugnisse gegenüber den Mitarbeitern des Teams sind abhängig von der gewählten Form der Projektorganisation; sie reichen von einer reinen Beratungs- und Empfehlungs- befugnis bis hin zu vollen Weisungsbefugnissen.

- Die Projektteammitglieder:

können aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen kommen.

- Das Beratungsgremium:

besitzt i.d.R. keine Entscheidungsbefugnisse. Es soll vielmehr der Projektgruppe bei auf- tretenden Problemen fachliche Unterstützung bieten sowie die Akzeptanz des neuen IS bei den Betroffenen fördern.

- DasEntscheidungsgremium:

wird für ein konkretes Projekt gebildet. Ihm obliegt es, Entscheidungen im Projektverlauf zu fällen, die über die Kompetenz eines Projektleiters hinausgehen. Vertreten sind dabei:

- ggf. Mitglieder der Geschäftsleitung,
- die Verantwortlichen der betroffenen Bereiche und Fachabteilungen,
- der IV-Leiter.
- Das Bewilligungsgremium:

formell eingerichtetes Gremium zur Prüfung von Projektanträgen. Es hat dafür zu sorgen, daß nur Projekte

- mit hinreichendem betriebswirtschaftlichen Nutzen,
- solche, die sozial wünschenswert sind,
- oder solche, die aus rechtlichen bzw. sonstigen Gründen unabweisbar sind, durchgeführt werden.

4. In einer Zeitungsanzeige wird die Stelle eines DV-Projektleiters ausgeschrieben. Mit

welchen Aufgaben muß ein Bewerber vertraut sein, der sich um eine solche Stelle bewirbt?

„Der Projektleiter/-koordinator muß teilweise Diagnostiker, Stratege, Architekt, Kon- fliktmanager, Berater, Lehrer, change agent, Psychologe, Arzt, Revisor, Diplomat, Grup- penleiter und mehr sein.“

5. Nennen und erläutern Sie die idealtypischen Formen der Aufbauorganisation von

Projektteams. Diskutieren Sie insbesondere die Vor- und Nachteile der einzelnen

Formen.

- Die reine Projektorganisation:

Das Projektteam und der Projektleiter bilden eine eigenständige Organisationseinheit. Der Projektleiter ist Mitarbeitern gebenüber weisungsbefugt und trägt zudem die volle Verantwortung für das Projekt.

- Die Stabs- oder Einflußprojektorganisation:

Die Projektgruppe wird als reine Stabsstelle eingerichtet. Der Projektleiter hat be- grenzte Weisungsrechte, er nutzt die bestehende Primärorganisation zur Durchführung des Projektes, d.h. er berät die vorhandenen Instanzen hinsichtlich der Problemlösung, koordiniert die Aktivitäten und übt eine entscheidungsvorbereitende Funktion aus.

- Die Matrix-Projektorganisation:

Eine beliebige Unternehmensorganisation wird durch die Vergabe zusätzlicher pro- jektbezogener, zeitlich befristeter Weisungsrechte erweitert. Temporär werden Mitar- beiter der verschiedenen vom Projekt betroffenen Bereiche in das Projektteam dele- giert, die dem Projektleiter sodann fachlich unterstellt sind.

6. Nennen und erläutern Sie die Aufgaben des Projektmanagements. Welche organisa- torischen Einheiten bzw. Personen sollten an der Bewältigung dieser Aufgaben be- teiligt sein?

- Projektplanung,
- Projektsteuerung/-kontrolle,
- Projektrealisation,
- Projektdokumentation,
- Projektinformation.

Da es sich beim Projektmanagement um strategische Entscheidungen handelt, sollte auf jeden Fall die strategische Spitze bzw. die Geschäftsleitung an den Entscheidungen betei- ligt sein.

7. Was versteht man unter einem Chief-Programmer-Team?

Hierbei wird das Projektteam von einem DV-Spezialisten geleitet. Dieser realisiert die wichtigsten und kritischsten Teile selbst und wird dabei von einem Mitarbeiterstab unter- stützt. Zu diesem Mitarbeiterstab gehören mindestens ein ‚back up programmer‘ als Stell- vertreter und ein ‚librarian‘ für die Verwaltung und Dokumentation.

8. Welche Ziele werden mit der Anwendung von Phasenkonzepten zur Entwicklung von Informationssystemen verfolgt? Welche Voraussetzungen müssen für die An- wendung derartiger Phasenkonzepte erfüllt sein?

Durch die zeitliche Unterteilung des Gesamtprojektes in einzelne Phasen oder zeitliche Abschnitte wird der kontinuierliche Entwicklungsprozeß in überschaubare Zeitstufen un- terteilt und auf diese Weise die Gesamtkomplexität reduziert. Als weitere angestrebte Ziele sind eine bessere Transparenz des Software-Entwicklungsprozesses sowie das Errei- chen und Überprüfen von Termin-, Kosten-, Qualitäts- und Leistungszielen zu nennen.

Voraussetzung für die Anwendung des Phasenkonzeptes ist, daß die einzelnen Phasen ge- nau gegeneinander abgegrenzt werden können.

9. Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile sequentieller Phasenkonzepte.

- Vorteile:
- Überschaubarkeit des Gesamtprojektes,
- Komplexitätsreduzierung,
- strukturiertes Vorgehen.
- Nachteile:
- starrer Ablauf ist zu inflexibel bzgl. kurzfristiger Modifikationen,
- methodischer Bruch zwischen Analyse- und Designphase,
- weitgehend getrennte Modellierung von Daten und Funktionen (aber: Objektmo- dellierung!),
- zukünftige Benutzer werden kaum in den Lösungsprozeß einbezogen,
- sequentielle Phasenmodelle sind in hohem Maße abhängig von den Phasenergeb- nissen und von den Resultaten vorangegangener Phasen,
- sequentielle Phasenmodelle werden kaum beim Einsatz vorhandener und bei der Produktion neuer wiederverwendbarer Softwarekomponenten unterstützt.

10. Welche der unter 9. aufgeführten Nachteile sequentieller Phasenmodelle werden durch das Wasserfall-Phasenmodell abgeschwächt bzw. vermieden?

Durch die Validierung der Phasenergebnisse und die evtl. Rückverzweigung zu vorherge- henden Phasen wird die strenge Ablauf der Phasenmodelle aufgelockert. Es ist nun mög- lich, begangene Fehler durch Rückverzweigung zu analysieren und zu beheben. Dennoch verbleibt ein Großteil der unter 9. aufgeführten Nachteile auch bei dem Wasserfall-Pha- senmodell.

11. Charakterisieren Sie kurz weitere phasenorientierte Vogehensmodelle.

(V-Form-Phasenmodell und Sichten-Phasenmodell, s. S. 207f.)

12. Diskutieren Sie die Eignung verschiedener Prototyping-Ansätze für die Software- entwicklung.

- exploratives Prototyping:

starke Einbeziehung der Benutzer fördert die Festlegung der Mensch-Maschine- Schnittstelle und dadurch das spätere Akzeptanzverhalten der Benutzer.

- experimentelles Prototyping:

Die experimentell entwickelten Prototypen wirken sich entscheidend auf die Archi- tektur von IS aus. Sie erlauben, die Schnittstelle zwischen den Modulen aufeinander abzustimmen und zu erproben.

- evolutionäres Prototyping:

Nach und nach werden die verschiedenen Anforderungen in ein ablauffähiges Bei- spielsystem implementiert, so daß die Benutzer sehr früh an der Gestaltung des IS mitwirken können.

13. Nennen Sie Vor- und Nachteile von Prototyping-Ansätzen.

- Vorteile:
- Der Prototyping-Ansatz eignet sich dazu, die Suche nach Benutzeranforderungen zu unterstützen.
- Die späteren Benutzer können frühzeitig feststellen, ob ein so geplantes IS ihren Bedürfnissen entspricht.
- Es kann mit verschiedenen Alternativen experimentiert werden.
- Die Entwickler werden gezwungen, sich bereits am Anfang Gedanken über den gewünschten Output, den dazu erforderlichen Input und die Verarbeitungsfunktio- nen zu machen.
- Die Beurteilung, ob sich ein geplantes IS überhaupt realisieren läßt, wird verbes- sert.
- Prototypen können genutzt werden, um Verbesserungen bei den Wirtschaftlich- keitsanalysen, der Systemkonstruktion, der späteren Akzeptanz des Systems durch

die Benutzer sowie bei der Erhöhung der Zuverlässigkeit und Robustheit des zu entwickelnden Systems zu erzielen.

- Nachteile:
- Die Entwicklung von Prototypen erfordert ggf. vermehrt Ressourcen.
- Es können technische Realisierungsprobleme auftauchen.
- Es wird teilweise zusätzliche Software benötigt.
- Der Software-Entwicklungsprozeß wird hinsichtlich Planung und Kontrolle er- schwert.
- Prototyping ermöglicht die frühzeitige Mitwirkung der Benutzer bei der Gestaltung der eines IS. Die Dialogabläufe können so genau nach den Vorstellungen der

Benutzer entwickelt werden. Nicht alle Vorstellungen sind jedoch homogen, des weiteren kann es zu einer Überladung an Dialogen und Wünschen führen, die das System zu komplex und unübersichtlich machen.

- Die Gefahr ist zu groß, daß Prototypen „Quick And Dirty“ erstellt werden und diese dann später zur regelmäßigen Anwendung führen.

14. Erläutern Sie stichwortartig die Rahmenkonzeption für die Entwicklung eines ganz- heitlichen Informationssystems. Verdeutlichen Sie hierbei Unterschiede zu anderen

Vorgehensweisen der Softwareentwicklung.

Phase 1: Problemspezifikation:

a) Zielanalyse und strategische Ausrichtung,
b) Groberfassung,
c) Funktions- bzw. Aufgabenanalyse,
d) Inhaltliche Datenanalyse,
e) Qualitative Datenanalyse,
f) Schwachstellenanalyse.

Phase 2: Systemspezifikation

a) Datenbereitstellungsplanung,
b) Informationssystemdesign,
c) Kommunikationsnetzdesign (LAN, WAN, GAN).

Phase 3: Systemkonstruktion:

a) Gliederung/Teilung des Gesamt-IS in Teilsysteme,
b) Konstruktion der Module,
c) Festlegung des Bedarfs und Beschaffung von Hard- und Software,
d) Dokumentation.

Phase 4: Systemimplementierung und -tests

a) Realisierung/Programmierung der Module,
b) Modultest,
c) Zusammenfügen der Module zu Programmen,
d) Programmtest,
e) sukzessives Zusammenfügen aller Programme zum Gesamt-IS.

Phase 5: Systemverifikation

Phase 6: Systemeinführung und -übergabe Phase 7: Systemwartung.

GanzheitlichesInformationsmanagement

- Übungsaufgaben -

Kapitel 6

Zu Kapitel 6.1:

1. Welche globalen Unterscheidungsmöglichkeiten für Ziele kennen Sie?

- komplemetär, indifferent, konkurrierend Verträglichkeit,
- Ober-, Zwischen-, Unterziele Ziel-Mittel-Relation,
- Haupt- oder Nebenziele Priorität,
- Sach- und Formalziele Abstraktionsgrad,
- kurz-, mittel- und langfristig Zeitkriterium.

2. Beschreiben Sie die Anforderungen an ein Zielsystem.

- Vollständigkeit und Angemessenheit,
- sinnvolle Bewertung der Endziele,
- ausreichende Konkretisierung und Operationalisierung,
- Abstimmung der Ziele mit dem Auftraggeber,
- Ausschluß unerreichbarer Ziele,
- Unabhängigkeit der Einzelziele,
- schriftliche Fixierung sämtlicher Ziele,
- Ziele dürfen nicht Lösungen oder Ergebnisse darstellen,
- Vereinbarkeit der Einzelziele.

3. Erläutern Sie die Vorgehensweise zur Aufstellung eines Zielsystems.

1. Zielsuche und -formulierung,
2. Ordnen der Ziele zu einem Zielsystem,
3. Operationalisierung der Ziele,
4. Zielbewertung,
5. Revision des Zielsystems.
4. Wie untergliedern sich die Methoden der Zielfindung?

- Methoden zur Abschätzung von Stärken und Schwächen:
- Szenario-Technik,
- Wertkettenanalyse,
- Methoden zur Informationsbedarfsanalyse und zur Planung der strategischen Infor- mationsinfrastruktur:
- Methode der kritischen Erfolgsfaktoren,
- Business Systems Planning,
- Korrelationsanalyse,
- Portfolio-Technik.
- Methoden zur Hard- und Softwaredistribution:
- Entscheidungsmodell nach ROCKART,
- Kennzahlensysteme.

5. Erläutern Sie folgende Kreativitätstechniken:

- Brainstorming

( Ideenkonferenz) Der Teilnehmerkreis beträgt 5 bis 12 Personen plus Moderator. Ziel ist das Auffinden neuer Lösungsmöglichkeiten für ein Problem, indem jeder ein- zelne Teilnehmer möglichst frei und spontan seine Ideen vorschlägt, ohne dabei be- reits eine Bewertung vorzunehmen, d.h. ohne auf die Qualität der Idee zu achten. Der Phantasie keine Grenzen gesetzt, vielmehr ist Phantasieren erwünscht. Dabei sollen möglichst außergewöhnliche Ideen gefunden werden. Eine Brainstorming-Sitzung sollte ca. 30 Minuten dauern.

- Collective Notebook

CNB ist eine Abwandlung des Brainstorming. Von einem Moderator wird ein gemein- sames Notizbuch für die gesamte Gruppe angelegt und geführt, das die Lösungsvor- schläge der Gruppe beinhaltet. Jeder der Teilnehmer erhält ein Notizbuch, in dem das zu lösende Problem beschrieben ist und die Regeln der CNB-Methode erläutert werden. Diese Methode erfordert es daher nicht, alle Teilnehmer räumlich zusammenzubringen.

- Informationsmarkt

Der Informationsmarkt ist eine Gruppenveranstaltung, an der sehr viele Personen teil- nehmen können. Er soll die Wissens- und Motivationsbarrieren, die der Einführung und Durchsetzung organisatorischer Veränderungen entgegenstehen können, abbauen helfen. Auf dem Informationsmarkt werden mehrere Infomationsstände aufgebaut, die jeweils Informationen zu einem eingegrenzten Themenkreis des Gesamtprojektes anbieten. Ziel ist ein intensiver Informationsaustausch in kleineren, kommunikationsfördernden Gruppen von maximal 30 Personen.

6. Geben Sie Beispiele für Zielbeziehungen an.

- komplementär:

Ziel A unterstützt die Erreichung von Ziel B.

- indifferent:

Ziel B wird durch das Erreichen des Ziels A nicht beeinflußt.

- konkurrierend:

Ziel A führt zu einer negativen Beeinflussung der Erreichung von Ziel B.

7. Wozu eignet sich eine Ziel-Mittel-Hierarchie?

Das obere Management gibt oft nur Ziele mit globalem Charakter vor. Die Realisation dieser Globalziele erfolgt durch die Erfüllung mehrerer Teilziele, die ihrerseits ebenfalls weiter aufgeteilt werden können. Durch die fortschreitende hierarchische Aufteilung der Ziele erhält man, sofern dies über genügend viele Hierarchiestufen durchgeführt wird, auf der untersten Stufe die zur Zielerreichung notwendigen Mittel bzw. Aufgaben. Auf der untersten Ebene stellt sich daher die Frage, was getan werden muß, um ein bestimmtes Teilziel zu erreichen.

Kostenführerschaft oder die Differenzierung bzw. Qualitätsführerschaft. Bei ersterer wird

Zu Kapitel 6.2:

versucht, mögliche Kostensenkungspotentiale innerhalb der Wertkette aufzudecken und

8. Welche Bedeutung hat die strategische Planung für die Informationsverarbeitung?

Nachdem die Ziele der IV - welche stark an die Unternehmensziele angelehnt sein müssen

- festgelegt wurden, gilt es, über einen langfristigen Zeithorizont die Maßnahmen zur Zielerreichung zu gestalten. Die strategische Planung bezweckt hierbei eine zukunftsori- entierte Unterstützung der Unternehmensführung und soll einen globalen Weg - also die Rahmenbedingungen - zur Erreichung der vorgegebenen Ziele aufzeigen. Ihr kommt da- her eine sehr hohe Bedeutung zu, denn zu kurzsichtige Problemlösungen können dazu führen, daß die Ziele auf lange Sicht nicht erreicht oder gehalten werden können.

9. Erläutern Sie Vor- und Nachteile der Szenario-Technik.

- Vorteile:
- Die Szenario-Technik unterstützt die Auseinandersetzung mit der Unsicherheit der Zukunft.
- Qualitative Aussagen über die Entwicklung von Deskriptoren können einbezogen werden.
- Eine Integration von anderen Planungs- und Prognoseinstrumenten ist möglich.
- Die Motivation und Kommunikation der Beteiligten sowie ihr Verständnis für Sy- stemzusammenhänge und mögliche Entwicklungen wird verbessert.
- Nachteile:
- Die Qualität der Szenarien ist erheblich von der Kompetenz, der Informationsbasis und der Vorstellungskraft der Beteiligten abhängig.
- Die Szenario-Technik ist ein sehr zeit- und damit auch kostenintensives Progno- seinstrument.

10. Welchen Zweck verfolgt man mit einer Wertkettenanalyse?

Die Wertkettenanalyse ist ein Konzept zur systematischen Analyse des Unternehmens, das es ermöglicht, durch isolierte Betrachtung von Teilbereichen Möglichkeiten zur Ver- besserung der Wettberwerbssituation des analysierten Unternehmens zu finden. Zu diesem Zweck wird das Unternehmen in primäre - sich direkt mit der Herstellung befassende - und sekundäre - unterstützende - Aktivitäten untergliedert. Als Möglichkeiten der Verbes- serung der Wettbewerbsfähigkeit bei der Wertkettenanalyse ergeben sich entweder die auszuschöpfen. Ziel der Differenzierung ist eine Qualitätssteigerung entlang der Wert- kette.

11. Nennen und beschreiben Sie die Ihnen bekannten Erfolgskriterien der Methode der kritischen Erfolgsfaktoren.

Unter kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) versteht man Zielkriterien, denen ein signifikanter Einfluß auf den Unternehmenserfolg oder auf den Erfolg der Informationsinfrastruktur unterstellt werden kann. Im Informationsmanagement können folgende Bereiche genannt werden, welche wiederum in einzelne Erfolgskriterien unterteilt werden können:

- Service
- Datenschutz und -sicherung,
- Ausfallzeiten von Hard- und Software.
- Kommunikation
- Kommunikation zwischen den Mitarbeitern des Informationsmanagements,
- Schulungsangebote für Nutzer der Informationssysteme.
- Personal
- Qualifikation der Mitarbeiter des Informationsmanagements,
- Positionierung der Informations-Service-Funktion im Unternehmen
- Anwendungssysteme des Typs A (z.B. Berichtssystem) vorhanden,
- Anwendungssysteme des Typs B (z.B. datenbankbasierte Anwendungssysteme für den Vertrieb) vorhanden,
- Komplexität vorhandener Anwendungsprogramme.

12. Erläutern Sie die Vorgehensweise beim Business Systems Planning.

- Ziele:
- Unterstützung der Unternehmensziele durch die Gestaltung einer effektiven Infor- mationsinfrastruktur,
- Einbeziehen der Führungskräfte in den Gestaltungsprozeß der Studie und damit Verstärken des Vertrauens in zu entwickelnde Systeme,
- Verbesserung der Kommunikation zwischen IV und Anwendern,
- Sammeln von Erkenntnissen über bestehende Daten- und Anwendungssysteme,
- Erreichen einer Daten-Anwendungssystemunabhängigkeit.
- Vorgehensweise:

1. Vorbereitung der BSP-Anwendung
2. Vorbereitung des BSP-Projektes,
3. Projektstart,
4. Definition von Unternehmensprozessen
5. Definition von Datenklassen
6. Analyse der aktuellen DV-Unterstützung
7. Review mit den Führungskräften
8. Problemanalyse
9. Definition der Informationsarchitektur
10. Vorgabe von Prioritäten
11. Entwicklung eines Aktionsplanes
12. Abschlußpräsentation

13. Erläutern Sie den sollzustandsorientierten Ansatz der Korrelationsanalyse.

Die Korrelationsanalyse wird angewendet, um die Beziehungen zwischen den kritischen Wettbewerbsfaktoren der Unternehmung und den logischen und physischen Komponenten der eingesetzten bzw. einsetzbaren Informationsinfrastruktur (Technologie) zu bestim- men.

Beim istzusatndsorientierten Ansatz wird vom gegebenen Ansatz, also von der vorhande- nen Technologie und den bekannten kritischen Wettbewerbsfaktoren ausgegangen. Im er- sten Schritt wird die Korrelation zwischen den kritischen Wettbewerbsfaktoren und den vorhandenen Anwendungssystemen ermittelt und in einer Matrix dargestellt. An-

schließend wird in einer zweiten Matrix die Korrelation zwischen den Anwendungssyste- men und der Technologie der Informationsinfrastruktur in einer Matrix dargestellt. Durch Verknüpfung beider Matrizen erhält man die gesuchte Korrelation zwischen den kriti- schen Wettbewerbsfaktoren und der angewandten Technologie und kann Aussagen ma- chen, ob die eingesetzte Technologie in der Lage ist, die identifizierten kritischen Wett- bewerbsfaktoren sinnvoll zu unterstützen.

14. Für welche Zwecke werden Korrelations- und Portfolioanalysen eingesetzt?

In beiden Fällen werden zwei Faktoren - unternehmensabhängige und umwelt- bzw. marktabhängige Größen - gegenübergestellt und ihre gegenseitige Beziehung dargestellt. Durch diese Vorgehensweise wird eine Komplexitätsreduktion vielschichtiger Probleme angestrebt, auf dessen Basis die geeigneten Strategien erarbeitet werden.

15. Worin liegen die Vorteile von Kombinationsportfolios?

Beim Kombinationsportfolio werden, wie der Name schon vermuten läßt, zwei zweidi- mensionale Portfolios zu einem gemeinsamen Kombinationsportfolio verknüpft. Während sich bei einem Portfolio lediglich drei Normstrategien ableiten lassen, entstehen durch die Kombination wesentlich detailliertere Aussagemöglichkeiten in Form von neun Detail- strategien.

16. Erläutern Sie das Entscheidungsmodell zur Hard- und Softwaredistribution von ROCKART et al.

Ziel des Modells ist es, durch das Treffen von Zentralisierungs- bzw. Dezentralisierungs- entscheidungen im Rahmen einer Rechnerarchitektur die Informationsinfrastruktur opti- mal an die Unternehmensstruktur anzupassen.

1. Bestimmung der ‚Pole‘ der Distributionsentscheidung

2. Zerlegung des Entscheidungsfeldes in einzelne Entscheidungseinheiten (Aufgabenfel- der, Gruppen, organisatorische Teilsysteme)

3. Bestimmung der Zentralisierungs-/Dezentralisierungsneigung der Entscheidungsein- heiten mit Hilfe der Faktorentabelle

4. Zusammenfassung der Teilbereichsergebnisse

17. Wovon hängt die Qualität eines Kennzahlensystems ab?

Die Qualität eines Kennzahlensystems hängt im wesentlichen von der Qualität der darin enthaltenen Kennzahlen ab. Sie müssen aktuell, genau ermittelt und zweckmäßig sein. Außerdem darf der Aufwand, eine Kennzahl zu ermitteln, den Nutzen, der aus dieser Kennzahl letztlich gezogen werden kann, nicht übersteigen. Wichtig ist, mit einem pro- blemadäquaten, den Unternehmensbedingungen angepaßten System zu arbeiten, das die wichtigsten Informationen in konzentrierter Form zur Verfügung stellt.

Zu Kapitel 6.3:

18. In welchen Phasen des Softwarelebenszyklus kommen die Methoden zur Erhebung und Darstellung eines Systemzustandes zum Einsatz? In welchen Phasen liegt der

Schwerpunkt ihrer Anwendung?

Die Erhebungsmethoden finden ihren Einsatz verstärkt in den frühen Phasen des Soft- warelebenszyklus, jedoch ist ihre Anwendung auch in allen darauf folgenden Phasen er- forderlich. Insofern wird der Begriff der IST-Analyse hier nicht auf die Maßnahmen der IST-Analyse im traditionellen Phasen eingegrenzt, sondern allgemein als die Methoden zur Erhebung und Beschreibung eines beliebigen Systemzustandes verstanden.

19. Nach welchen Kriterien lassen sich Erhebungen unterscheiden? Erläutern Sie die verschiedenen Erhebungsmethoden stichwortartig.

- Vollständigkeit
- Vollerhebung,
- Teilerhebung.
- Direktheit
- direkt,
- indirekt.
- Erhebungsgrad
- primär,
- sekundär.

20. Erläutern Sie das Dokumentenstudium als Methode zur Erhebung eines Systems im IST-Zustand.

Das Dokumentenstudium findet in der Regel zu Beginn der Erhebung statt. Es soll eine Vorinformation geben und die Basis für die weitere Erhebung liefern. Als Unterlagen können Geschäftsberichte, Organisationsbeschreibungen, Formulare etc. Verwendung finden.

Von Vorteil ist der geringe zeitliche und finanzielle Aufwand im Vergleich zu Primärer- hebungen. Aufgrund fehlerhafter oder veralteter Dokumente, die bei dieser Erhebungs- form verwendet werden, können sich allerdings Abweichungen hinsichtlich des realisier- ten Systems ergeben.

21. Erläutern Sie die einzelnen Formen des Interviews. Worin unterscheiden sich die einzelnen Phasen?

- Formen:
- unstrukturiert,
- strukturiert,
- standardisiert.
- Phasen:
- Vorbereitung,
- Durchführung,
- Nachbereitung.

22. Nennen und erläutern Sie die Phasen, in die der Ablauf eines Interviews eingeteilt werden kann.

- Vorbereitung:

Festlegung des Untersuchungsgegenstandes, Beschaffung von Informationen über den Untersuchungsgegenstand, Auswahl eines geeigneten Gesprächspartners, Information des Gesprächspartners über Ziele und Bedeutung des Interviews und Klärung organi- satorischer Fragen.

- Durchführung:

Kontakt-, Erhebungs- und Schlußphase.

- Nachbereitung

23. Welche Prinzipien sind bei der Durchführung eines Interviews zu beachten?

- Der Interviewer soll sachbezogen die relevanten Informationen lediglich aufnehmen und nicht gleich bewerten.
- Das Gespräch soll vom Allgemeinen zum Besonderen geführt werden.
- Fragen sollen kurz und aus der Sicht des Befragten verständlich formuliert sein sowie

durch Beispiele verdeutlicht werden.

- Fragen sollen an konkrete Erfahrungen des Befragten anknüpfen.
- Emotionale Formulierungen und Suggestivfragen sind zu vermeiden.
- Gesprächsabschnitte sollen mit abschließenden Fragen beendet werden.
- Der Interviewer soll den Gesprächspartner zur Mitarbeit veranlassen.
- Ein Interview sollte die Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten.

24. Welche Regeln sollten bei der Zusammenstellung eines Fragebogens Beachtung fin- den? Welche Vor- und Nachteile bietet diese Methode?

- Regeln:
- Die Fragen sollten sich nicht auf bloßes Abfragen beschränken.
- Die Anordnung der Fragen ist zu strukturieren.
- Gliederung in Einleitungsfragen, Sachfragen, Kontrollfragen, Fragen zur Person.
- Kurze, präzise und verständliche Formulierung der Fragen.
- Geringe Anzahl von Fragen. 30 min. sollten nicht überschritten werden.

Ein Vorteil der Fragebogenmethode ist der geringe zeitliche und finanzielle Aufwand, um eine große Anzahl von Personen zu befragen. Von Nachteil ist, daß nur leicht verständli- che Fragen gestellt werden können, da lange Begleiterklärungen kaum beachtet werden. Außerdem ist eine Befragung, zu deren Beantwortung keine Verpflichtung besteht, häufig nicht repräsentativ, da die Rücklaufquote i.d.R. nur klein ist.

25. Erläutern Sie kurz weitere Methoden zur Erhebung eines IST-Zustandes.

- Mitarbeiterbesprechung und Konferenz,
- Beobachtung,
- Selbstaufschreibung,
- Schätzung.

26. Welche Anforderungen hat eine Dokumentation zu erfüllen?

- Personenunabhängigkeit,
- Verständlichkeit,
- Richtigkeit,
- Flexibilität bzgl. Änderungen.

27. Nennen und erläutern Sie die verschiedenen Formen der Darstellung eines IST-Zu- standes. Gehen Sie dabei ausführlicher auf Datenflußpläne und Struktogramme ein.

- Organisationsdarstellungen,
- Kapazitätsdiagramme,
- Formularverzeichnisse,
- Formular- oder Belegflußpläne,
- Ablaufpläne,
- Petri-Netze,
- Entwicklungsorientierte Darstellungstechniken,
- Kommunikationsdiagramme,
- Soziogramme,
- Datenflußpläne,
- Struktogramme.

Zu Kapitel 6.4:

28. Definieren Sie den Begriff Wirtschaftlichkeit.

Wirtschaftlichkeit ist eine in der BWL unterschiedlich interpretierte Ausprägung des for- malen Rationalprinzips. Sie wird allgemein als ein optimal angestrebtes Verhältnis von eingesetzten Mitteln und zugehörigem Ergebnis angesehen. Beispiele sind das Verhältnis von Ertrag und Aufwand bzw. Leistung und Kosten in quantitativer Hinsicht oder auch Nutzen und Kosten im qualitativen Sinne.

29. In welchen Fällen können zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von IV-Projekten die Methoden der klassischen Investitionsrechnung zur Anwendung kommen? In wel-

chen Fällen ist dagegen die Anwendung mehrdimensionaler Verfahren angebracht?

Die Methoden der klassischen Investitionsrechnung lassen sich anwenden, wenn man über alle Kosten- und Leistungsdaten verfügt. Ist diese Voraussetzung der quantitativen Daten nicht gegeben, so müssen im Gegensatz dazu die qualitativen Werte - in diesem Falle der Nutzen - ermittelt werden. Ist dies vollständig möglich, so eignen sich mehrdimensionale Verfahren.

30. Für welchen Zweck setzt man die Methoden und Verfahren zur Aufwandsschätzung an?

Schätzverfahren werden überall dort eingesetzt, wo weder konkrete Aussagen über quan- titative noch über qualitative Werte getroffen werden können, also unvollständige oder unscharfe Daten vorliegen. Mit Hilfe dieser Verfahren und Methoden wird versucht, auf- grund von groben oder detaillierten Schätzungen dennoch zu einer Bewertung der Investi- tion zu gelangen.

31. Erläutern Sie zwei statische Verfahren der klassischen Investitionsrechnung und diskutieren Sie deren Eignung für die Beurteilung von IV-Projekten. Gehen Sie ins- besondere auf die Prämissen der Verfahren ein.

- Gewinnvergleichsrechnung:

Es werden die durchschnittlichen Gewinne - Ergebnis der Differenz aus durchschnitt- lichen Erlösen und durchschnittlichen Kosten - mehrerer Investitionsobjekte vergli- chen. Absolut vorteilhaft ist ein Investitionsobjekt dann, wenn sein Gewinn größer als Null ist, relativ vorteilhaft dann, wenn sein Gewinn größer ist als der eines alternativen Investitionsobjektes.

Für gewöhnlich bereitet es Schwierigkeiten, die Gewinne einzelnen Investitionsob- jekten zuzurechnen. Insbesondere ist es schwierig, die durch die IV verursachten Er- löse nach dem Verursachungs- oder Identitätsprinzip zu ermitteln. Des weiteren wer- den Durchschnittswerte über eine kurze Periode verwendet, was jedoch ein allgemei- ner Nachteil statischer Methoden ist.

- Rentabilitätsvergleichsrechnung:

Die statische Rentabilitätsvergleichsrechnung ermittelt die zeitliche Durchschnittsver- zinsung des durchschnittlich gebundenen Kapitals:

R = (G+Zkalk)/Kd

Das Verfahren schließt die Annahme ein, daß Finanzmittel zu einem Zinssatz in Höhe der vom Entscheidungsträger vorgegebenen Mindestrendite unbegrenzt angelegt oder aufgenommen werden können. Ein Investitionsobjekt ist dann absolut vorteilhaft, wenn seine Rentabilität größer oder gleich der vorgegebenen Mindestrendite ist.

Auch die statische Rentabilitätsvergleichsrechnung weist die typischen Nachteile stati- scher Methoden auf. So wird ein für jede Planungsperiode gleichbleibender Gewinn angenommen, zukünftige wertmäßige Schwankungen werden nicht berücksichtigt, und zeitliche Unterschiede im Anfall der Gewinne bleicben unberücksichtigt.

(weitere Methoden: Kostenvergleichsrechnung, Amortisationsrechnung)

32. Erläutern Sie die Unterschiede zwischen den statischen und den dynamischen Ver- fahren der klassischen Investitionsrechnung.

Die wesentlichen Unterschiede der dynamischen im Gegensatz zu den statischen Verfah- ren sind die Bezugnahme auf erwartete Ein- und Auszahlungen und die explizite Berück- sichtigung mehrerer Perioden. Durch Auf- oder Abzinsung werden die einzelnen Kompo- nenten einer erwarteten Zahlungsreihe, welche die Grundlage für die Betrachtung bildet, vergleichbar gemacht. Man nimmt dabei i.d.R. an, daß die Wirkungen der Alternativen auf prognostizierte Ein- und Auszahlungen beschränkt sind. Diese lassen sich bestimmten diskreten und äquidistanten Zeitpunkten zurechnen.

33. Erläutern Sie die Kapitalwertmethode sowie die Interne Zinssatzmethode. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen beiden Methoden?

Der Kapitalwert einer Investition ist die Summe der Barwerte aller Zahlungen, also die Summe auf den Zeitpunkt der Betrachtung abgezinsten Zahlungsein- und -ausgänge plus den abgezinsten Liquidationserlös, der durch den Verkauf des Investitionsobjektes am Schluß der Nutzungsphase entsteht.

Der interne Zinssatz einer Investition ist jener Diskontierungssatz, bei dem sich ein Kapi- talwert von Null ergibt, die Investition also gerade keinen Verlust erwirtschaftet. Er gibt die Höhe der Verzinsung des gebundenen Kapitals an. Die interne Zinssatzmethode be- dient setzt zur Berechnung der Verzinsung also auf der Kapitalwertmethode auf.

34. Beurteilen Sie die dynamische Verfahren der Investitionsrechnung.

1. Es wird eine vollkommene Voraussicht bezüglich der zukünftigen Zahlungsreihen unterstellt.
2. Der Kalkulationszinssatz kann nicht exakt ermittelt werden.
3. Zahlungsreihen können oft nicht exakt bestimmt und den einzelnen Investitionsobjek- ten zugeordnet werden; dies ist bei der Ermittlung der Informationserträge besonders
problematisch.
4. Es wird unterstellt, daß zum Kalkulationszinssatz beliebige Beträge beschafft werden können.
5. Die Verfahren führen zu unterschiedlichen Entscheidungen in Abhängigkeit von den Zahlungsströmen und Nutzungsdauern der Investitionsobjekte.
6. Man kann kein optimales Investitionsbudget ermitteln.
7. Die Ermittlung der Daten bzgl. der Höhe und der zeitlichen Verteilung bereitet Schwierigkeiten.

35. Nennen und erläutern Sie die drei Nutzenkategorien, die NAGEL unterscheidet.

- Nutzenkategorie I:

Der durch ein neues IS erzielbare direkte Nutzen, bspw. Einsparungen bestehender Personal-, Maschinen-, Material- und Raumkosten, ist i.d.R. berechenbar, da die Ko- sten bereits vorliegen oder die entsprechenden Werte sich durch Hochrechnungen er- mitteln lassen.

- Nutzenkategorie II:

Zukünftige Kosteneinsparungen und Produktivitätsvorteile durch das IS z.B. eine bes- sere Mitteldisposition durch schnellere maschinelle Liquiditätsplanung oder eine ver- besserte Auskunftsbereitschaft fallen in die zweite Kategorie, den indirekten bzw. re- lativen Nutzen. Für die Bewertung kommen Schätzungen oder Vergleichswerte in Frage; der indirekte Nutzen ist somit kalkulierbar.

- Nutzenkategorie III:

Als Beispiele des ‚schwer faßbaren Nutzens‘ lassen sich die Erhöhung der Kundenzu- friedenheit durch verbesserte Auskunftsbereitschaft im Vertrieb, eine Verbesserung der Arbeitsmotivation, eine Verbesserung der Reaktionsfähigkeit des Unternehmens etc. nennen. Die Bewertung des dadurch erzielten Nutzens erfolgt bspw. mittels Präfe- renz-Skalierungen, Präferenz-Positionierungen oder Argumentationsgewinnen. Er er- gibt sich somit aus dem subjektiven Zufriedenheitsniveau über das Erreichen dieser qualitativen Ziele. Das Erreichen des schwer faßbaren Nutzens ist daher zumindest entscheidbar.

36. Nennen und erläutern Sie die (10) Schritte einer Nutzenanalyse.

1. Nutzenkriterien, d.h. Vorteile zusammentragen und festlegen.
2. Vorteile in die Nutzenkategorien I-III einordnen.
3. Nutzen bewerten.
4. Realisierungschance (gering, mittel, hoch) zuordnen.
5. Einordnen in eine aus neun Feldern bestehende Nutzenmatrix.
6. Ermitteln des Nutzens für jedes Nutzenfeld.
7. Feststellung der entsprechenden Kosten.
8. Graphische Darstellung des Kosten-Nutzen-Verlaufs.
9. Einfluß der Finanzierung und der Steuern prüfen.
10. Entscheidung herbeiführen.

37. Definieren Sie den Begriff Nutzwert. Erläutern Sie anschließend die einzelnen Schritte der Nutzwertanalyse am Beispiel des Problems der Auswahl eines Textsy-

stems für einen PC (unter MS-Windows).

Unter einem Nutzwert läßt sich ‚der subjektiv beeinflußte Wert einer Handlungsalterna- tive zur Befriedigung eines bestimmten Bedarfs‘ verstehen.

1. Zielkriterienbestimmung

- Mindestanforderungen (auch K.O.-Kriterien genannt),
- wünschenswerte Anfordrungen
- Anforderungen mit geringer Bedeutung.

2. Zielkriteriengewichtung

- direkte Intervallskalierung,
- indirekte Intervallskalierung,
- Verhältnisskalierung.

3. Teilnutzenbestimmung

- Punkteverfahren,
- Rangverfahren.

4. Nutzwertermittlung

5. Beurteilung der Vorteilhaftigkeit.

38. Kennzeichnen Sie die Nutzeffekte, die sich durch Informationssysteme erreichen lassen.

Direkter, indirekter bzw. relativer und schwer faßbarer Nutzen (s. Aufgabe 35).

39. Zu den heikelsten Aufgaben des Projektmanagements zählt die Aufwandsschätzung geplanter DV-Systeme.

a) Welche Kostenartengruppen lassen sich aus der Kostenrechnungssicht abgren- zen?

1. Personalkosten
2. Hardwarekosten
3. Softwarekosten
4. Materialkosten
5. Ausbildungskosten
6. Raumkosten
7. Energiekosten
8. Sonstige Kosten

b) Kennzeichnen Sie eine typische Kostenverteilung im Softwarelebenszyklus.

- Anforderungsanalyse und Spezifikation: 6 %
- Entwurf: 5 %
- Codierung: 7 %
- Modul- und Integrationstest: 15 %
- Wartung: 67 %

c) Welche Faktoren beeinflussen die Softwareentwicklungskosten?

1. Einflußfaktoren, die die Wirtschaftlichkeit der zu entwickelnden Software beein-

flussen:

- Leistungsumfang
- Komplexität
- Qualität

-

2. Einflußfaktoren, die den Entwicklungsprozeß beschreiben:

- Organisatorische Maßnahmen
- eingesetzte Software-Technologie

3. Einflußfaktoren, die die eingesetzten Ressourcen beschreiben:

- Qualität des eingesetzten Personals
- Programmiererfahrung,
- Kontinuität des Personals
- Arbeitsklima
- räumliche Voraussetzungen
- Ausbildungsstand

-

- Produktivität
- Hardwareverfügbarkeit
- Softwareverfügbarkeit

40. Erläutern Sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Analogie- und der Rela- tionsmethode.

Generell wird bei mit beiden Methoden eine Schätzung der Softwareentwicklungskosten anhand eines Vergleichs mit ähnlichen Projekten aus der Vergangenheit vorgenommen. Dabei stellt die Relationsmethode eine Verfeinerung der Analogiemethode dar. Im Gegen- satz zu der Analogiemethode, bei der die Bewertung der Abweichungen dem Schätzenden überlassen blieb, werden in der Relationsmethode den möglichen Markmalsausprägungen Werte (Indizes) zugewiesen, die den Aufwand ausdrücken. Die Indizes erlauben es, die Abweichung des aktuellen Projektes von abgeschlossenen, analogen Projekten zu quanti- fizieren.

41. Nennen und erläutern Sie stichwortartig weitere Methoden der Aufwandsschätzung für Softwareentwicklungsprojekte.

- Multiplikatormethode
- Gewichtsmethode
- Methode der parametrischenSchätzgleichungen
- Prozentsatzmethode
- Function-Point-Methode

42. Erläutern Sie die Schritte, die bei der Anwendung eines Function-Point-Verfahrens zu durchlaufen sind. Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile dieses Verfahrens.

1. Ermittlung des Funktionsumfanges eines geplanten IS

- Dateneingaben,
- Datenausgaben,
- Abfragen,
- Datenbestände,
- Referenzdaten.

2. Gewichtung der Funktionen und Ermittlung der Function-Points

3. Berücksichtigung von Einflußfaktoren

- Verflechtung mit anderen DV-Systemen
- Verwaltung oder Verarbeitung der Daten dezentral
- Das Antwortzeitverhalten erfordert spezielle Berücksichtigung bei Design,

Implementierung und Wartung.

- Komplexität der Verarbeitungslogik
- Rechenoperationen (0-10)
- Kontrollverfahren (0-5)
- Ausnahmeregelungen (0-10)
- Logik (0-5)
- Wiederverwendbarkeit in anderen Anwendungssystemen
- Maßnahmen zur Konvertierung von Datenbeständen
- Hilfen für die Benutzerbedienung

4. Ermittlung der bewerteten Function-Points und des Projektaufwandes

- Vorteile:
- klar durchstrukturiert,
- berücksichtigt neben In- und Outputs auch weitere Einflußfaktoren,
- auch Mitarbeiter ohne detaillierte DV-Kenntnisse können diese Methode anwen- den.

Zu Kapitel 6.5:

43. Was ist ein Ganttdiagramm?

Ein Gantt-Diagramm ist ein Balkendiagramm zur zeitlichen Abbildung verschiedener Objekte. Dabei wird auf der x-Achse die Zeit abgetragen. In den Zeilen und durch die Balken werden die zu untersuchenden Objekte dargestellt. Im Falle eines Maschinengantts wird pro Auftrag, der zu fertigen ist, eine Zeile verwendet. Die durch den Auftrag beleg- ten Maschinen werden entsprechend deren zeitlicher Beanspruchung durch Balken darge- stellt. Aus einem derartigen Diagramm läßt sich sehr leicht erkennen, welche Maschine für einen Auftrag wann in welcher Dauer erforderlich ist. Neben Maschinengannts gibt es auch Auftraägegannts und Projektgantts.

44. Wozu werden Ganttdiagramme eingesetzt?

(s. Aufgabe 43)

45. Stellen Sie ein Maschinengantt-Diagramm in einem Beispiel dar und erläutern Sie dieses kurz.

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46. Stellen Sie ein Auftragsgantt-Diagramm in einem Beispiel dar und erläutern Sie die- ses kurz.

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47. Beschreiben Sie die Kennzeichen der Netzplantechnik.

- Die Netzplantechnik ist eine Darstellungs- und Entwicklungstechnik, mit deren Hilfe

einzelne Tätigkeiten, die zur Durchführung eines Projektes erforderlich sind, in der richtigen logischen Reihenfolge abgebildet und die für das Projekt wichtigen Zeit- punkte berechnet werden.

- Die Analyse eines Projektes mit Hilfe der Netzplantechnik erfolgt allgemein in vier

Stufen:

1. Strukturanalyse
2. Zeitanalyse
3. Kostenanalyse
4. Kapazitätsanalyse

- Vorgänge sind zeitbeanspruchende Tätigkeiten, die zwischen einem Anfangs- und ei- nem Endzeitpunkt stattfinden. Ereignisse sind Zeitpunkte und haben mithin keine zeitliche Ausdehnung.

- Werden Vorgänge als Pfeile und Ereignisse als Knoten dargestellt, so handelt es sich

um eine Pfeildarstellung. Bildet ein Netzplan die Vorgänge als Knoten ab, liegt eine Knoten- oder Kreisdarstellung vor.

- Vorgangsorientierte Netzpläne dienen der Steuerung von Projekten. Ereignisorien- tierte Netzpläne beschreiben die einzelnen Ereignisse eines Projektes.

- Deterministische Netzpläne beinhalten die Annahme, daß sich der Zeitverbrauch jedes

Vorgangs exakt bestimmen läßt. Stochastische Netzpläne werden verwendet, um die Ungewißheit des zu prognostizierenden Zeitverbrauchs in die Berechnung mit ein- fließen zu lassen.

48. Erläutern Sie die Vorgehensweise der Netzplantechnik am Beispiel CPM.

1. Strukturanalyse

- Erstellen der Vorgangsliste
- Entwurf des Netzplans durch zeitliche Anordnung der Vorgänge
- Kontrolle des Netzplans anhand der Grundregeln 2. Zeitanalyse
- Bestimmung der Vorgangsdauer Di,j
- Ausgehend vom Anfangsereignis des Netzplans erfolgt mittels Vorwärtsrechnung die Bestimmung des
- frühesten Ereigniszeitpunktes des Ereignisses i (FZi)
- frühesten Anfangszeitpunktes der Aktivität i,j (FAi,j)
- frühesten Endzeitpunktes der Aktivität i,j (FEi,j)

3. Nach der Vorwärtsrechnung erfolgt - ausgehend vom Endereignis des Netzplans -

über Rückwärtsrechnung die Bestimmung des

- spätesten Ereigniszeitpunktes des Ereignisses i (SZi)
- spätesten Anfangszeitpunktes der Aktivität i,j (SAi,j)
- spätesten Endzeitpunktes der Aktivität i,j (SEi,j) 4. Berechnung der Zeitreserven
- gesamter Puffer: GPi,j = SZi - (FZi + Di,j)
- freier Puffer: FPi,j = FZj - (FZi + Di,j)
- unabhängiger Puffer: UPi,j = max (0, (FZj - (SZi + Di,j)) 5. Bestimmung des kritischen Pfades

Der kritische Pfad wird entlang jener Vorgänge festgestellt, deren Dauer gleich deren verfügbarer Zeit entspricht:

FZi - SZj = Di,j oder GPi,j = FPi,j = UPi,j = 0

49. Wo liegen die Grenzen von CPM?

- Alle Zeiten sind aufgrund des Projektcharakters geschätzt und damit ungewiß.
- Überlappungen von Vorgängen lassen sich nicht ohne weiteres darstellen.
- Es ist nicht möglich, zeitliche ‚Höchstabstände‘ zwischen den Vorgängen festzulegen.
- Durch die Verwendung von Scheinaktivitäten besteht die Gefahr, daß große Netzpläne sehr leicht unübersichtlich werden.

50. Beschreiben Sie PERT.

- PERT steht für ‚Program Evaluation and Research Technique’
- PERT-Netzpläne sind stochastische Ereignisknotennetze.

52. Gegeben sind die Vorgänge A,B, ... , H und die technischen Abhängigkeiten. Weiter- hin enthält die Tabelle die Dauer der Vorgänge.

Vorgang A B C D E F G H direkter

- - Vorgä nger

- Schwerpunkt liegt auf der Zeitplanung und Kontrolle eines Gesamtprojektes. Dauer

2 8 (Monate)

- A A,B,C C D,E E

3 3 6 3 5 2

- Die Grundannahme bei PERT ist, daß die Zeitdauer zwischen zwei Ereignissen, die i.d.R. durch eine Aktivität beschrieben wird, stochastischer Natur ist. Die Verteilung der Zufallsvariablen ‚Zeitdauer der Aktivität‘ kann durch eine Dichtefunktion (z.B. die BETA-Verteilung) repräsentiert werden, die jeder möglichen Ausprägung der Zufalls- variablen die zugehörige Wahrscheinlichkeit zuordnet.

- Die Aufgabe der Zeitanalyse bei PERT ist es, anhand der Werte Erwartungswert, Va- rianz und Standardabweichung den oder die kritischen Pfade zu bestimmen.

- Vorwärts- und Rückwärtsrechnung erfolgen analog zur CPM-Methode.

- Aufgrund der Annahme BETA-verteilter Vorgangszeitraumsdauern und normalver- teilter Ereigniszeiten können weitere Aussagen getroffen werden.

51. Nennen Sie Kritikpunkte zur PERT-Methode.

- Alle Werte sind geschätzt und damit unsicher.
- Die willkürliche Wahl der Verteilungsfunktion beeinflußt in erheblichem Maße das Ergebnis.
- Durch die starken Vereinfachungen der Berechnungsformeln des Erwartungswertes und der Varianz treten Fehler auf, die sich in großen Netzplänen bemerkbar machen können.
- Durch die bewußte dreifache Schätzung der Zeiten wird lediglich eine große Wahr- scheinlichkeit vorgetäuscht, die in der Wirklichkeit nicht erreicht wird.
- Voraussetzung für die Anwendung der Normalverteilung ist die Unabhängigkeit der Daten, welche für gewöhnlich nicht gegeben ist.
- Die Berechnung der Gesamtvarianz eines Netzplanes ist äußerst fragwürdig, weil nur die Varianz entlang des kritischen Pfades betrachtet wird.
- Überlappungen von Vorgängen sind nicht darstellbar. Gleiches gilt für ‚Höchstab- stände‘.

Kosten 80.000 16.000 30.000 60.000 18.000 90.000 30.000 70.000

a) Erstellen Sie einen CPM-Netzplan.
b) Ermitteln Sie den kritischen Pfad.
c) Ermitteln Sie den Kostenverlauf des Projektes, wenn die Vorgänge nach dem spätestzulässigen Termin realisiert werden.
d) Ermitteln Sie den Kostenverlauf des Projektes, wenn die Vorgänge nach dem frühestmöglichen Termin realisiert werden.
e) Stellen Sie die Kostenverlaufskurven in einem Diagramm dar.
f) Ermitteln Sie die Zinsersparniss bei spätestzulässiger Einplanung, wenn ein Jah- reszinssatz von 12% unterstellt wird. (Monatszins=1%)

53. Warum bemüht man sich nicht, die Netzplantechnik zu einer Optimierungsmethode auszubauen?

29 von 29 Seiten

Details

Titel
Ganzheitliches Informationsmanagement
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Autor
Jahr
2000
Seiten
29
Katalognummer
V98786
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ganzheitliches, Informationsmanagement
Arbeit zitieren
Marco Luthe (Autor), 2000, Ganzheitliches Informationsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98786

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