Vergleich qualitativer und quantitativer Forschungsmethodik inklusive Praxisbezug


Seminararbeit, 2021

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise

2 Methodenvergleich
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Definition „quantitative Forschungsmethode“
2.1.2 Definition „qualitative Forschungsmethode“
2.2 Gegenüberstellung
2.3 Induktion und Deduktion
2.4 Stärken und Schwächen der qualitativen Forschungsmethode
2.5 Stärken und Schwächen der quantitativen Methode
2.6 Mixed-Methods als Methodenwahl

3 Praxisbezug

4 Fazit

Literaturverzeichnis

ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS

Abbildung 1: Induktion und Deduktion

Tabelle 1: Unterschiede

Einleitung

Eine in der Forschung ständige Diskussion ist der Vergleich zwischen qualitativer und quantitativer Forschungsmethodik. Es wird insbesondere nach dem „was ist Besser“ gesucht und dies wird durch Vor- und Nachteile beider Methoden untermauert.

Mit dieser Frage beschäftigt sich auch diese Arbeit - sie soll den allgemeinen Vergleich beider Strategien untersuchen, die wesentlichen Unterschiede detailliert herausarbeiten als auch die jeweiligen Vor- und Nachteile deutlich aufzeigen.

Die Leitfrage der vorliegenden Arbeit lautet daher: Was sind die Unterschiede zwischen der qualitativen und quantitativen Forschungsmethode? Was sind jeweils die Vor- und Nachteile?

Dieses Thema wurde aus persönlichem Interesse gewählt, da die Beherrschung der beiden Methoden zu den zentralen Ausbildungszielen im Studium gehört. Zudem kommt die Anwendung der Methoden nicht nur in der Berufspraxis, sondern auch in der Wissenschaft häufig zum Tragen.

1.1 Problemstellung

Um Gegenstände zu untersuchen und Befunde abzusichern, werden in einer Wissenschaft Methoden benötigt. Wissenschaftler versuchen ihre theoretischen Ergebnisse und die theoretischen Überlegungen mithilfe von Methoden zu begründen und zu überprüfen. Ohne die Kenntnis einer fachspezifischen Methode lassen sich erzielte Ergebnisse weder nachvollziehen noch selbst forschen (vgl. Brosius et al. 2016, S.5).

In einer wissenschaftlichen Arbeit erfordern Forschungsfragen zu ihrer Beantwortung bestimmte Methoden - diese sind entweder qualitativ oder quantitativ. In der Literatur besteht Uneinigkeit, ob die qualitative und quantitative Forschungsstrategien unabhängig vom Anwendungsbereich gute Ergebnisse liefern. Die Durchführung beider Methoden ist jedoch unterschiedlich und setzt auf unterschiedliche Prämissen, wodurch eine Gleichwertigkeit je nach Ausgestaltung der Argumentationen nur schwer zu untermauern ist. Bei der Anwendung in der Wissenschaft insbesondere bei der Beantwortung von Forschungsfragen muss ein Vorgehen bestimmt und durchgeführt werden, es bleibt nur fraglich, was in die Entscheidungsfindung einbezogen wird, die eine klare fundamentierte Entscheidung möglich macht.

Ob und inwieweit die beiden Kulturen im Verhältnis gleichwertig sind, wird seit vielen Jahren diskutiert. Heute noch ist diese Debatte aktuell (vgl. Kelle 2008, S.14).

1.2 Vorgehensweise

Mit der vorliegenden Arbeit wird versucht, die beiden Paradigmen und deren Bedeutung für das wissenschaftliche Arbeiten näher zu betrachten. Zu Beginn wird die Problemstellung erläutert. Danach erfolgt eine Definition der beiden Begriffe. Um das Verständnis für den Leser zu erhöhen, sind die typischen Erhebungstechniken der Forschungsmethoden kurz vorgestellt und einige Beispielstudien genannt. Im Hauptteil werden dann die beiden Forschungsmethoden auf bestimmte Merkmale untersucht, ihre Vorgehensweisen herausgearbeitet und in einer übersichtlichen Darstellung aufgezeigt. Der Hauptteil endet mit der Ausführung der Unterschiede - sie beinhaltet die Vor- und Nachteile. Es wird darauf eingegangen, ob jede Methode einzeln benutzt werden sollte oder ob sie auch kombiniert werden können.

Im nachfolgenden Kapitel findet der Praxisbezug Betrachtung. Daraufhin folgt das Fazit, in dem die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst werden. Dabei wird auf die Problemstellung und Leitfrage Bezug genommen. Den Abschluss bildet ein Ausblick, in dem Grenzen dieser Arbeit vorgestellt werden.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen kompakten Überblick über die beiden Strategien zu bieten, ein Grundverständnis für das wissenschaftliche Schreiben zu vermitteln sowie deren Unterschiede als auch Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Des Weiteren wird die Entwicklung eines Verständnisses für den Umgang mit diesen Methoden beabsichtigt.

Durch Recherche in Online-Bibliotheken, Datenbanken wie EBSCO Discovery Services oder Google Scholar konnte geeignetes Quellenmaterial und

Fachliteratur zum Thema quantitative bzw. qualitative Forschungsmethode identifiziert und im Verlauf dieser Arbeit argumentationsfähig eingebaut werden. Dabei wurden verschiedene Schlagwörter wie „wissenschaftliches Arbeiten“, „Forschungsprozess“, „Erhebungsstrategien“, „Auswertungsverfahren“ oder „qualitative und quantitative Forschung“ verwendet und verschiedenartig miteinander kombiniert.

2 Methodenvergleich

Zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit kann auf zwei verschiedene Forschungsansätze zurückgegriffen werden - den qualitativen oder quantitativen Ansatz. Es sind zwei gänzlich verschiedene Richtungen; jede verfügt über eigene Methoden und Techniken.

2.1 Begriffsbestimmungen

Zum Verständnis der Hauptproblematik ist es erheblich bestimmte Begriffe genau vorzustellen.

2.1.1 Definition „quantitative Forschungsmethode“

Bei einer quantitativen Forschung geht es um die mengenmäßige Fokussierung als Herangehensweise an die Forschungsleitfrage. Es sollen gezielt bereits bestehende Theorien und/ oder Hypothesen überprüft und ausgewertet, sodass deren Verifizierung oder Falsifikation abschließend durchgeführt werden kann. Die Darstellung von empirischen Sachverhalten befindet sich im Zentrum. Ein weiteres Ziel ist die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse, um eine Aussagekraft bezüglich einer Population zu erlangen.

Die Daten werden im Hinblick auf das Forschungsproblem im Rahmen dieser Methode statistisch ausgewertet. Genutzt wird ein deduktiver Erkenntnisgewinn (vgl. Döring/Bortz 2016, 32).

Beispiel:

Es soll festgestellt werden, wie viele Studenten bei einer digitalen Vorlesung tatsächlich anwesend sind und nicht durch andere Einflüsse abgelenkt werden. Dafür werden zwei Gruppen zusammengestellt; eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe. Dabei werden möglichst viele Studierende zur

Beantwortung einer anonymen Umfrage herangezogen. Durch die Menge der Studenten wird mithilfe eines Fragebogens (mit einer Bewertungsfolge - Bsp. Likert-Skala) eine Repräsentativität zur Darlegung der Studie geschaffen.

Der oben genannte Fragebogen ist eine typische Messmethode der quantitativen Strategie.

Weitere Beispiele für quantitative Studien sind:

- Auswirkungen der Arbeitsbedingungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter
- Umfrage von Passanten eines Einkaufszentrums
- Effekte des demographischen Wandels auf deutsche Pflegeeinrichtungen

Jede Forschungsmethode benötigt zur Anwendung bestimmte Gütekriterien. Denn erst wenn diese erfüllt sind, kann die Methode eine wissenschaftliche Gültigkeit bekommen und genügt sodann den wissenschaftlichen Anforderungen (vgl. Brosius et al. 2016, S.7).

Die Gütekriterien der quantitativen Methode sind:

- Validität
- Reliabilität
- Objektivität

2.1.2 Definition „qualitative Forschungsmethode“

Die qualitative Forschungsmethode ist die Interpretation von nicht-numerischen Daten. Darunter fallen verbale Äußerungen oder Ausdrücke (Text und Sprache). Da aus der Sicht der einzelnen Menschen ausgegangen wird, gelten die Ergebnisse der qualitativen Verfahren als subjektiv. Ferner sind qualitative Methoden dazu geeignet, Meinungen und Einstellungen von Personen in ihrer ganzen Komplexität abzubilden (vgl. Brosius et al. 2016, S.12).

Dadurch möchte sie zu einem besseren Verständnis sozialer Wirklichkeiten bei­tragen. Im Vordergrund befindet sich der Inhalt und nicht die Häufigkeit der Ergebnisse, denn die Methode zielt darauf ab, tiefere Einblicke zu gewinnen.

Wichtige Fragen beim Planen einer qualitativen Studie sind:

1. Wieso haben sich die Menschen genau für dieses Ergebnis entschieden?
2. Was hat sie im Detail dazu motiviert?

Qualitative Verfahren sind explorativ, d. h. sie versuchen einen Gegenstand zu erforschen und zu erkunden. Ein wichtiges Merkmal ist die Ausrichtung - sie er­folgt induktiv (vgl. Yin 2016, S.3).

Beispiel:

Es soll herausgefunden werden, inwieweit digitale Vorlesungen genügend Bezugspunkte liefern und einen Lerneffekt bei den Studierenden bringen. Um qualitative Ergebnisse zu erhalten, werden Experteninterviews mit den Studenten durchgeführt. In den Interviews werden spezifische und tiefgründige Fragen an die Studierenden gefragt. Dabei findet die Anwendung nach einem Leitfaden mit offenen Fragen statt. Auf diese Art und Weise werden qualitative Ergebnisse geliefert.

Neben dem Experteninterview sind qualitative Inhaltsanalysen, Fallstudien oder Gruppendiskussionen typische Messmethoden der qualitativen Strategie.

Weitere Beispiele für qualitativ Studien sind:

- Lebensgeschichten von Einwandererfamilien
- Erfahrung im Alltagsleben mit einer chronischen Krankheit
- Rolle von bestimmten Übungen als gesundheitsfördernde Gewohnheit
- Bedeutung eines Case Managements für ein Unternehmen
- Rekonstruktion der Krankheitsverläufe von Patienten mit Leukämie

Die Gütekriterien dieser Methode sind:

- T ransparenz
- Reichweite
- Intersubjektivität

2.2 Gegenüberstellung

Bei der Methodenwahl ist es für die Forschungsleitfrage wichtig die „richtige“ Methode zu wählen. Vor allem ist zu Beginn die Frage zu stellen, was für eine Art an Ergebnissen gesucht wird. Inwieweit eine Anwendung der beiden Methoden in der wissenschaftlichen Niederschrift von Abschlussarbeiten und anderen Schriften am sinnvollsten ist, hängt demnach primär von der Leitfrage ab. Auch ein gemischter Ansatz ist eine mögliche Variante - es wird dabei von dem Mixed-Methods-Ansatz gesprochen.

Die wesentlichen Unterscheide beider Methoden im Vergleich:

Tabelle 1: Unterschiede

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Vergleich qualitativer und quantitativer Forschungsmethodik inklusive Praxisbezug
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Veranstaltung
Wissenschaftliche Methoden (qualitativ)Wissenschaftliche Methoden (qualitativ)
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V988417
ISBN (eBook)
9783346331700
ISBN (Buch)
9783346331717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich, forschungsmethodik, praxisbezug
Arbeit zitieren
Alina Selinski (Autor), 2021, Vergleich qualitativer und quantitativer Forschungsmethodik inklusive Praxisbezug, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988417

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