Serialisierung im Verbalkomplex/Hierarchien in der rechten Satzklammer

Erklärung der Wortstellungen des Verbalen im Nebensatz mittels des Basissatzes


Hausarbeit, 2019

21 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Vorstellung der Theorien
2.1 Begriffsbestimmung der Serialisierung
2.2 Primäre Fachtermini im Bereich von Wortstellung
2.2.1. Entwicklung der Verbstellung
2.2.2. Topologische Analyse des Basistexts

3. Serialisierung im Verbalkomplex in der rechten Satzklammer
3.1 Historische Ansätze der mehrgliedrigen Sätze
3.1.1. Zwei-Verb-Cluster
3.1.2. Drei-Verb-Cluster
3.1.3. Mehr-Verb-Cluster
3.2 Analyse der Abfolge mehrgliedrigen Satzes anhand des Basistexts

4. Fazit

5. Bibliografie

6. Anhang

1. Einleitung

Das Ziel meiner vorliegenden Arbeit ist, die Verbstellungen bei komplexen Sätzen in der deutschen Sprache vorzustellen. Diese werden anhand der Analyse des Basistexts „ Der Vorsitzende Richter G. W. betonte bei der Urteilsverkündung, dass zahlreiche Anklagepunkte aus Mangel an Beweisen hätten fallen gelassen werden müssen.“ (Tagesspiegel 2006) in verschiedener Hinsicht dargestellt. Der Hauptteil dieser Arbeit lässt sich hauptsächlich mit dem Grundprinzip der aufsteigenden Abfolge (Krasselt 2013: 129) durchführen. Darüber hinaus werden auch weitere, mit dem Leitprinzip zusammenhängenden Prinzipien, im Verlauf meiner Arbeit analysiert. Zur Herangehensweise dieser Arbeit werden andere mehrgliedrige Beispiele wie Zwei-Satz-Cluster oder Drei-Satz-Cluster erklärt, auf die für die Verdeutlichung der fünfgliedrigen Sätze im Verbalkomplex zurückgegriffen wird. Bei der Wiedergabearbeit vom Basistext wird die historische Vorgehensweise zur Anwendung kommen, um die Vermittlung der verschiedenen Verbstellungen bei komplexen Sätzen in der deutschen Sprache voranzubringen.

Als Erstes stellt sich natürlich die Frage, was Serialisierung und Verbalkomplex überhaupt sind und wie sie zu der Thematisierung und der Entwicklung der deutschen Sprache beitragen. Infolge dieser Fragestellung werden die theoretischen Gesichtspunkte vor dem Eingehen auf die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen mehrgliedrigen Verbalkomplexen vorgestellt. (bzw. die Begriffsbestimmung der Serialisierung und Fachtermini im Bereich von Wortstellung). Diese Vorstellung besteht darin, sich mit dem theoretischen Bereich der Serialisierung intensiver zu beschäftigen und zum praktischen Hauptteil meiner Arbeit zu machen, um damit die Analyse zu ermöglichen.

2. Zur Vorstellung der Theorien

In der Theorie von Serialisierung ist darauf hinzuweisen, dass das Verhältnis zwischen Wörter oder Wortgruppen in der deutschen Sprache nicht immer gleichrangig bestimmt werden kann. Da verschiedenen Ansätze des Themenbereiches „Wortstellung“ auftreten, sollte man die theoretische Vorstellung der Praxis vorziehen. Im Hinblick darauf ist es unabdingbar zu erläutern, welche Begriffsbestimmung der Wortstellung und dazugehörigen Fachtermini im Bereich von der Sprachwissenschaft beschrieben und begründet werden können. Außerdem werden die Ansätze diverser Prinzipien weiterentwickelt und beschrieben, zu welchen Zwecken sie bei der Serialisierung in der deutschen Sprache dienen. In dieser Hinsicht muss die Erklärung der fundamentalen Fachtermini im Bereich der Wortstellung konsequent im Vorfeld angeführt werden.

2.1. Begriffsbestimmung der Serialisierung

In der Regel wird die Serialisierung unter topologischen Ansätzen verstanden, die sich Struktur der Sätze in der deutschen Sprache beschäftigen. Laut Pafel (2011: 52) wurde die Topologie 1 an die Entwicklungen der modernen Syntax angeschlossen. Daraus ist abzuleiten, dass die Topologie hauptsächlich zu syntaktischen Analysen der Wortstellung im Satz dient. Auf andere Weise ausgedrückt ist die Wortstellung als ein topologisches Satzmodell aufzufassen. (vgl. Pittner 2010: 79) Bezüglich dessen lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass topologische Fachtermini für die Wortstellung unumgänglich zu behandeln sind, da sie als grundlegende Methode für die Analyse der gesamten Wörter oder Wortgruppen fungieren. Dennoch stellt sich die Frage, wie die Definition der Serialisierung herauskristallisiert werden kann. Dazu wird der Ansatz von „Wortstellung“ angeführt (Engel 2009: 165):

„Die Überschrift dieses Kapitels steht in Anführungszeichen, weil es streng genommen ja nicht um die Stellung der einzelnen Wörter, sondern irgendwie größerer Wortgruppen geht, die aber auch als „Satzglieder“ nicht völlig zutreffend benannt wären. Diese Überschrift soll trotzdem in dieser Form stehen bleiben, weil der flüchtige und selbst der gewissenhafte Leser auf Anhieb wissen dürften, was gemeint ist.“

Daraus geht noch hervor, dass der Fachbegriff „die Wortstellung“ in der Linguistik das Anordnen der verschiedenen Arten von Satzstrukturen impliziert. Hinsichtlich dessen ist die Serialisierung im Bereich der Linguistik eine Unterkategorie der Syntax zu begreifen, von der man aber noch ausführliche Auseinandersetzung vorbringt und mögliche Abweichungen beschreibt, begründet und rechtfertigt. (vgl. Engel 2009: 166) Zusammengefasst, kann man sagen, dass sich die Serialisierung mit der Stellung der Wörter und Wortgruppen (Satzglieder) im Satz beschäftigt.

2.2. Primäre Fachtermini im Bereich von Wortstellung

Im Folgenden lässt sich auseinandersetzen, welche erhebliche Grundbegriffe es im Bereich der Wortstellung gibt und wie sie für die Syntax des Deutschen fungieren. Weiterhin wird berichtet, wie sich dieser Forschungsbereich der Analyse meines Basistexts bedient, um damit die weitere praktische Analyse der diversen Verbstellungen im Verbalkomplex in Erfüllung zu bringen. Zum Einstieg ist mithilfe der Gliederung von Pittner (2010: 79) zu berichten:

- Satzklammer: linke und rechte Klammerelemente
- Topologische Felder: Vorfeld, Mittelfeld, Nachfeld
- Verbstellungstypen: Verberst-, Verbzweit-, Verbendstellung

Aus diesen Schwerpunkten ist deutlich wahrzunehmen, dass die Wortstellung grundsätzlich auf das topologische Satzmodell zurückführt. Um diese Phänomene besser zu verstehen, wird Schritt für Schritt erklärt, wie diese grundlegenden Begriffe einen Satz in der deutschen Sprache beschreiben und begründen. Laut Dürscheid (2010: 88): Was vor dem finiten Verb steht, nennt Drach 2 das „Vorfeld“, was dem finiten Verb folgt, ist das „Nachfeld“. Diese topologischen Felder hängen auch mit dem Satzklammer zusammen. Dazu erklärt Pittner (2010:79), dass die Teile des Verbalkomplexes als diskontinuierliche Konstituenten auftreten und einiges dazwischentreten kann. Das heißt, dass sich das Felder- und Klammermodell ineinander verkettet. Dies kann noch mit dem Ansatz von Fleischer (2011: 147) veranschaulicht werden.

„Das Satzklammermodell geht davon aus, dass für die Wortstellung des Deutschen die Stellung des Verbs bzw. der verbalen Teile zentral ist. Diese bilden sozusagen den Ausgangspunkt, um den herum sich die übrigen Teile des Satzes gruppieren. Man spricht bei den verbalen Teilen von der „Satzklammer“ (oder auch von der „verbalklammer“) und entsprechend vom „Satzklammermodell“. Die sich um die verbalen Elemente, d.h. die Satzklammer, gruppierenden Teile werden dagegen als „Felder“ bezeichnet. […] Die folgende Darstellung zeigt die verschiedenen Felder und Klammern, die im Modell angenommen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Topologischer Feldermodell (aus Fleischer 2011: 147, ergänzt durch den Autor dieser Hausarbeit.)

Aus dieser Erläuterung geht hervor, dass dieses topologische Modell die Entwicklung der Verbstellung zur Verfügung stellt, da die Verben in der deutschen Sprache eine syntaktisch zentrale Rolle spielen. Außerdem ist noch weiter zu veranschaulichen, wie die Verben vom topologischen Ansatz aus im Satz des Deutschen positioniert werden. Um diesen Aspekt fassbar zu machen, lässt sich unentbehrlich behandeln, welche Satzarten es in der deutschen Sprache gibt. Davon ausgehend wird greifbar, wie sich die Verbstellung in der Syntax des Deutschen entwickelt hat.

2.2.1. Entwicklung der Verbstellung

Nun möchte ich darüber berichten, welche Satzarten es in der deutschen Sprache gibt und welchen Einfluss sie auf die Verbstellung des Deutschen ausüben. Laut Pittner (2010: 81) werden die verschiedenen Satztypen unter Hauptsätze folgendermaßen gegliedert: Aussagesatz, Fragesatz, Imperativsatz, Exklamativsatz, Wunschsatz. Unter Fragesatz folgen noch Ergänzungsfragesatz (w-Fragesatz) und Entscheidungsfragesatz. Je nach den Satzarten werden die Verben Erststellung oder Zweitstellung im Satz angenommen. Fleischer (vgl. 2011: 151) weist darauf hin, dass vor einem finiten Verb eine Konstituente steht. Diese Regel folgt wie

„Maria saß zu Hause“ (Fleischer 2011: 152) im Aussagesatz mit Verberststellung. Daraus ist noch abzuleiten, dass Verbzweitstellung in einem anderen Satztyp wie Fragesatz in Erscheinung treten wird. (z.B. beim Fragesatz Saß Maria zu Hause?“ wird Verbzweitstellung angenommen.) Diese Regel tritt in jeder Position des Satzes in Kraft. Weitere Beispiele zu den anderen Satzarten werden aus meiner Einsicht ausgelassen, da sie für meine Arbeit sowohl schwierig integrierbar sind als auch Redundanz verursachen. Jedoch zeigt dieser Umstand, dass Verbstellungen immer mit verschiedenen Satztypen stark verknüpft sind und nur auf vom abhängigen Satzmodus agieren. In diesem Zusammenhang darf Verbendstellung nicht unerwähnt bleiben. Dieses Phänomen folgt wie Dürscheid (2010: 92):

„Was sich in der Verbendstellung findet, ist lediglich eine Anmerkung zu der Frage, wie der Nebensatz in das Feldermodell zu integrieren ist. Diese Frage drängt sich auf, denn in einem mit einer Konjunktion eingeleiteten Nebensatz treten die Verbalen Elemente nicht diskontinuierlich auf. Eine Verbalklammer wie Verberst- und Verbzweitstellung gibt es also nicht.“

Aus dieser Erläuterung lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass jeder Nebensatz eine eigene Felderstruktur, die eventuell von diesem Nebensatz abhängig ist, weitere Nebensätze auftreten können. Von daher werden die topologischen Analysen eines Nebensatzes durchaus getrennt von Gesamtsätzen zur Verfügung gestellt, da Nebensätze an sich selbst Konstituenten ihres übergeordneten Satzes sind. (vgl. Pittner 2010: 84) Solche Satzstrukturen nennt man in der Syntax Matrixsatz, was eben auf meinen Basistext strukturell zutrifft. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die rechte Satzklammer die Position des Prädikats (Abgesehen von den finiten Verbformen in Verberst- und Verbzweitstellung) im Satz annimmt. (vgl. Duden 2009: 867) Daraus lässt sich ableiten, dass die rechte Satzklammer meistens den Verbalkomplex eines Satzes erzeugt, da das Anordnen der Verben und eng dazugehörige Konstituenten, die Aussage über Subjekt bestimmen, ausnahmslos in der rechten Klammer vollzogen werden müssen. Im Vergleich zur rechten Satzklammer fungiert die linke Satzklammer nur als eine sekundäre Position vom Prädikat aus sowie die finiten Verbformen in Erst- und Zweitstellung. (s.o.: f.6) (vgl. Duden 2009: 876) Zusätzlich wird die Erläuterung des Verbalkomplexes von Pafel (2010: 90) angeführt: im Verbalkomplex steht – im Prinzip – beliebig viele Verben und die dazugehörigen Verbpartikel, er kann aber auch leer bleiben. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, wie der Verbalkomplex gefüllt wird.

2.2.2. Topologische Analyse des Basistexts

Im weiteren Verlaufe versuche ich den Basissatz „ Der Vorsitzende Richter G. W. betonte bei der Urteilsverkündung, dass zahlreiche Anklagepunkte aus Mangel an Beweisen hätten fallen gelassen werden müssen.“ (Tagesspiegel 2006) topologisch zu analysieren, da das Ergebnis besagte Analyse ein Einflussfaktor auf meine Arbeit ist.

Zuerst ist relevant wahrzunehmen, dass dieser Basissatz als ein mit einer Konjunktion eingeleiteter Nebensatz, also ein Matrixsatz (s.o.: f.6-7), angenommen wird. Unter dem Strich sollte der Basissatz syntaktisch mit der Regel der Topologie folgen wie:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Topologische Analyse eines mit Konjunktion eingeleiteten Nebensatzes vom Basistext, gestellt auf der Basis vom Gedanken des Autors dieser Hausarbeit.

Aus der Abbildung 2 lässt sich zeigen, dass ein mit Konjunktion eingeleiteter Nebensatz aufgrund der eigenen Felderstruktur (s.o.: f.6), anders als Feldermodelle, von Hauptsätzen separat behandelt werden. Diese werden im Folgenden mit von mir dargestellten Abbildungen repräsentiert. Erwähnenswert ist noch, dass alle verbalen Teile (finite wie infinite Verben) in der rechten Satzklammer stehen, weil die linke Satzklammer nicht von einem verbalen Teil besetzt wird. (Fleisch 2011: 149) D.h. wenn der Nebensatz ohne Konjunktion als ein Aussagesatz fungiert hätte, sollte das finite Verb „hätten“ im Text in der linken Satzklammer eingesetzt werden. Dies folgt wie:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Topologische Analyse eines Aussagesatzes vom Basistext, gestellt auf der Basis vom Gedanken des Autors dieser Hausarbeit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Topologische Analyse eines Aussagesatzes vom Basistext, gestellt auf der Basis vom Gedanken des Autors dieser Hausarbeit.

Aus diesen Ergebnissen geht der Unterschied zwischen Hauptsätzen und Nebensätzen im Feldermodell hervor. Außerdem lässt sich noch veranschaulichen, wie die rechte Satzklammer im deutschen Satz syntaktisch mithilfe der topologischen Analysen begründet wird und in der Felderstruktur angenommen wird. Zum Schluss werde ich einen noch interessanten Aspekt vorstellen. Laut Dürscheid (2010: 103) kann die rechte Satzklammer leer bleiben, wenn das Prädikat nicht komplex ist. Falls diese Regel den Basissatz in Kraft tritt, folgt wie:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Topologische Analyse eines mit Konjunktion eingeleiteten Nebensatzes vom Basistext mit Nachfeldbesetzung, zusammengestellt auf der Basis von Dürscheid (vgl. 2010: 103) und vom Autor dieser Hausarbeit.

Allerdings gehört der Fall dem Basissatz nur schwierig an, da diese Nachfeldbesetzung in allen diskutierten Fällen angenommen werden können. (Dürscheid 2010: 103) Jedoch bietet dieses Modell diverse Aspekte an, um damit die vielfältigen Untersuchungen der Syntax des Deutschen zu vollziehen. 3

3. Serialisierung im Verbalkomplex in der rechten Satzklammer

Mittels all der Einsichten im theoretischen Rahmen gehe ich auf den Hauptteil meiner Arbeit weiter ein. Wie schon obig dargelegt wurde, sollte mein Problembereich „hätten fallen gelassen werden müssen“ durchaus in der rechten Satzklammer abgegrenzt werden. Dieser Verbalkomplex stellt uns noch eine weitere Frage, welche Abfolge der Verben in dem Falle angenommen werden soll. Um diese Frage ansatzweise zu beantworten, werde ich noch die Erläuterung von Pafel (vgl. 2011: 67) anführen. Ihm zufolge wird der Verbalkomplex in „Unterfeld“ und „fakultatives Oberfeld“ unterteilt, wobei das Oberfeld dem Unterfeld voraufgeht. Bezüglich dessen lässt sich noch behandeln, welche Abfolge der Verben entweder im Oberfeld oder im Unterfeld betrieben werden, da diese Regel für mehrgliedrige Sätze in der rechten Satzklammer grundsätzlich in Kraft tritt. Zur Hilfe des besseren Verstehens wird eine Tabelle von Pittner (2010: 93) angeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Beispiele für rechte Satzklammern mit Oberfeld und Unterfeld, (aus Pittner 2010: 93, ergänzt durch den Autor dieser Hausarbeit.)

In dieser Abbildung wird anschaulicher gemacht, welche Abfolge auf den Feldern agieren. Es ist in der Tabelle in Betracht zu ziehen, dass das finite Verb im Oberfeld auftaucht. Im Gegensatz dazu treten die infiniten Verben im Unterfeld auf, die, im Grunde genommen, dem finiten Verb vom Oberfeld folgen. Daraus lässt sich ableiten, dass das Verb im Unterfeld auf ein anderes Verb folgt, von dem es statusregiert wird. (vgl. Pafel 2011: 67) Dieses Phänomen bezieht sich auch auf „das Nachstellungsprinzip“, was ich im kommenden Teil meiner Arbeit noch ausführlicher erörtern werde. Im Gegensatz zum Unterfeld wird die Verbstellung im Oberfeld umgekehrt betrieben. Beachtenswert ist noch, dass die Oberfelderöffnung nur möglich (bzw. unerlässlich) ist, wenn ein Ersatzinfinitiv wie bei Verben „Modalverben“, fakultativ „Wahrnehmungsverben“ und „lassen“ in Erscheinung tritt. Wenn diese Verben im Verbalkomplex stehen, werden sie mit ihrer Infinitivform nach hinten im Unterfeld serialisiert. Dies steht aber nur zur Verfügung, wie oben in der Tabelle bemerkbar ist, wenn der Verbalkomplex mehr als aus dreigliedrige Verben besteht. (vgl. Pittner 2010: 93) Um diese Oberfeldkonstruktionen besser zu erfassen, wird die Erklärung von Pafel (2011: 67) angemerkt:

„Nur unter besonderen Bedingungen sind verbalkomplexe mit Oberfeld. […] Das finite Verb kann im gegenwärtigen Deutsch nur „werden“ oder „haben“ sein und es muss mindestens zwei infinite Verben geben. Im Oberfeld ist es gerade umgekehrt wie im Unterfeld, hier folgt das selegierte Verb auf das Verb, von dem es selegiert wird.“

[...]


1 Topologie ist die Lehre von der linearen Struktur deutscher Sätze, die eine sehr lange Tradition hat. Die alles entscheidende Einsicht ist die Erkenntnis daran, sollte man sich an der Stellung der finiten und infiniten Verben orientieren, wenn man die Syntax des deutschen Satzes verstehen will. (vgl. Pafel 2011: 52)

2 Deutscher Sprachwissenschaftler, der seine Fachtermini „Nachfeld“ und „Vorfeld“ aus seinem Buch Grundgedanken der deutschen Satzlehre (1937, 1963) allererst eingeführt hat. (vgl. Dürscheid 2010: 87)

3 Deutscher Sprachwissenschaftler, der das Fachtermini „Schlussfeld“ und dessen unterliegenden Felder („Oberfeld“ und „Unterfeld“) zur Forschung des Verbalkomplexes eingeführt hat. (vgl. Pafel 2011: 67)

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Serialisierung im Verbalkomplex/Hierarchien in der rechten Satzklammer
Untertitel
Erklärung der Wortstellungen des Verbalen im Nebensatz mittels des Basissatzes
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1.0
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V989762
ISBN (eBook)
9783346349934
ISBN (Buch)
9783346349941
Sprache
Deutsch
Schlagworte
serialisierung, verbalkomplex/hierarchien, satzklammer, erklärung, wortstellungen, verbalen, nebensatz, basissatzes
Arbeit zitieren
Jinhyun Kim (Autor), 2019, Serialisierung im Verbalkomplex/Hierarchien in der rechten Satzklammer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989762

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