Das Ziel meiner vorliegenden Arbeit ist, die Verbstellungen bei komplexen Sätzen in der deutschen Sprache vorzustellen. Diese werden anhand der Analyse des Basistexts „Der Vorsitzende Richter G. W. betonte bei der Urteilsverkündung, dass zahlreiche Anklagepunkte aus Mangel an Beweisen hätten fallen gelassen werden müssen.“ in verschiedener Hinsicht dargestellt. Der Hauptteil dieser Arbeit lässt sich hauptsächlich mit dem Grundprinzip der aufsteigenden Abfolge durchführen. Darüber hinaus werden auch weitere, mit dem Leitprinzip zusammenhängenden Prinzipien, im Verlauf meiner Arbeit analysiert. Zur Herangehensweise dieser Arbeit werden andere mehrgliedrige Beispiele wie Zwei-Satz-Cluster oder Drei-Satz-Cluster erklärt, auf die für die Verdeutlichung der fünfgliedrigen Sätze im Verbalkomplex zurückgegriffen wird. Bei der Wiedergabearbeit vom Basistext wird die historische Vorgehensweise zur Anwendung kommen, um die Vermittlung der verschiedenen Verbstellungen bei komplexen Sätzen in der deutschen Sprache voranzubringen.
Als Erstes stellt sich natürlich die Frage, was Serialisierung und Verbalkomplex überhaupt sind und wie sie zu der Thematisierung und der Entwicklung der deutschen Sprache beitragen. Infolge dieser Fragestellung werden die theoretischen Gesichtspunkte vor dem Eingehen auf die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen mehrgliedrigen Verbalkomplexen vorgestellt. (bzw. die Begriffsbestimmung der Serialisierung und Fachtermini im Bereich von Wortstellung). Diese Vorstellung besteht darin, sich mit dem theoretischen Bereich der Serialisierung intensiver zu beschäftigen und zum praktischen Hauptteil meiner Arbeit zu machen, um damit die Analyse zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Vorstellung der Theorien
2.1 Begriffsbestimmung der Serialisierung
2.2 Primäre Fachtermini im Bereich von Wortstellung
2.2.1. Entwicklung der Verbstellung
2.2.2. Topologische Analyse des Basistexts
3. Serialisierung im Verbalkomplex in der rechten Satzklammer
3.1 Historische Ansätze der mehrgliedrigen Sätze
3.1.1. Zwei-Verb-Cluster
3.1.2. Drei-Verb-Cluster
3.1.3. Mehr-Verb-Cluster
3.2 Analyse der Abfolge mehrgliedrigen Satzes anhand des Basistexts
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbstellungen in komplexen Sätzen der deutschen Sprache. Ziel ist es, anhand eines spezifischen Basistextes die Serialisierung innerhalb des Verbalkomplexes in der rechten Satzklammer unter Berücksichtigung topologischer Modelle und sprachgeschichtlicher Prinzipien zu analysieren.
- Grundlagen der Serialisierung und Definition zentraler Fachbegriffe.
- Analyse des topologischen Satzmodells und der Satzklammerstrukturen.
- Untersuchung historischer Ansätze zur Abfolge in Verb-Clustern.
- Praktische Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf den Basissatz.
Auszug aus dem Buch
3. Serialisierung im Verbalkomplex in der rechten Satzklammer
Mittels all der Einsichten im theoretischen Rahmen gehe ich auf den Hauptteil meiner Arbeit weiter ein. Wie schon obig dargelegt wurde, sollte mein Problembereich „hätten fallen gelassen werden müssen“ durchaus in der rechten Satzklammer abgegrenzt werden. Dieser Verbalkomplex stellt uns noch eine weitere Frage, welche Abfolge der Verben in dem Falle angenommen werden soll. Um diese Frage ansatzweise zu beantworten, werde ich noch die Erläuterung von Pafel (vgl. 2011: 67) anführen. Ihm zufolge wird der Verbalkomplex in „Unterfeld“ und „fakultatives Oberfeld“ unterteilt, wobei das Oberfeld dem Unterfeld voraufgeht. Bezüglich dessen lässt sich noch behandeln, welche Abfolge der Verben entweder im Oberfeld oder im Unterfeld betrieben werden, da diese Regel für mehrgliedrige Sätze in der rechten Satzklammer grundsätzlich in Kraft tritt. Zur Hilfe des besseren Verstehens wird eine Tabelle von Pittner (2010: 93) angeführt.
In dieser Abbildung wird anschaulicher gemacht, welche Abfolge auf den Feldern agieren. Es ist in der Tabelle in Betracht zu ziehen, dass das finite Verb im Oberfeld auftaucht. Im Gegensatz dazu treten die infiniten Verben im Unterfeld auf, die, im Grunde genommen, dem finiten Verb vom Oberfeld folgen. Daraus lässt sich ableiten, dass das Verb im Unterfeld auf ein anderes Verb folgt, von dem es statusregiert wird. (vgl. Pafel 2011: 67) Dieses Phänomen bezieht sich auch auf „das Nachstellungsprinzip“, was ich im kommenden Teil meiner Arbeit noch ausführlicher erörtern werde. Im Gegensatz zum Unterfeld wird die Verbstellung im Oberfeld umgekehrt betrieben. Beachtenswert ist noch, dass die Oberfelderöffnung nur möglich (bzw. unerlässlich) ist, wenn ein Ersatzinfinitiv wie bei Verben „Modalverben“, fakultativ „Wahrnehmungsverben“ und „lassen“ in Erscheinung tritt. Wenn diese Verben im Verbalkomplex stehen, werden sie mit ihrer Infinitivform nach hinten im Unterfeld serialisiert. Dies steht aber nur zur Verfügung, wie oben in der Tabelle bemerkbar ist, wenn der Verbalkomplex mehr als aus dreigliedrige Verben besteht. (vgl. Pittner 2010: 93)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Zielsetzung der Arbeit, Vorstellung des Basistextes und methodische Herangehensweise an die Analyse der Verbstellung.
2. Zur Vorstellung der Theorien: Definition der Serialisierung und Einführung in das topologische Feldermodell zur Beschreibung der deutschen Syntax.
3. Serialisierung im Verbalkomplex in der rechten Satzklammer: Detaillierte Untersuchung der Verbcluster-Strukturen (Ober- und Unterfeld) und Analyse der spezifischen Abfolge im Basistext.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der gewonnenen Erkenntnisse zur Verbserialisierung und Bestätigung der gewählten methodischen Ansätze.
Schlüsselwörter
Serialisierung, Verbalkomplex, Satzklammer, Wortstellung, Syntax, Topologie, Verb-Cluster, Nachstellungsprinzip, Oberfeld, Unterfeld, Ersatzinfinitiv, Sprachgeschichte, Basistext, Modale Verben, Syntaxanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Verbstellungsregeln in komplexen deutschen Sätzen, insbesondere innerhalb des Verbalkomplexes in der rechten Satzklammer.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Serialisierung, das topologische Feldermodell, die Unterscheidung von Ober- und Unterfeld sowie die historische Entwicklung dieser syntaktischen Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Verbstellungen in komplexen Sätzen theoretisch zu fundieren und die Serialisierung des Basissatzes „hätten fallen gelassen werden müssen“ präzise zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die topologische Analyse des deutschen Satzbaus, ergänzt um das Schlussfeldermodell und Erkenntnisse zur Ersatzinfinitivkonstruktion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse historischer Ansätze für Verb-Cluster und die angewandte topologische Untersuchung des gewählten Beispielsatzes.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Serialisierung, Verbalkomplex, Satzklammer, topologische Felder und Ersatzinfinitiv.
Wie spielt das Oberfeld eine Rolle bei der Satzstellung?
Das Oberfeld ist relevant für Sätze mit Ersatzinfinitivkonstruktionen, wobei das finite Hilfsverb an den Beginn des Clusters tritt, um die Konstruktion abzuschließen.
Warum wird im Basistext das Verb "müssen" als entscheidend für die Analyse angesehen?
Das Modalverb "müssen" fungiert hier als Faktor der Ersatzinfinitivkonstruktion, was die spezifische Anordnung der Verben im Unterfeld (V5-V4-V3-V2) begründet.
- Quote paper
- Jinhyun Kim (Author), 2019, Serialisierung im Verbalkomplex/Hierarchien in der rechten Satzklammer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989762