Fallbeispiel einer NGO in Zimbabwe


Hausarbeit, 2000

13 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Politische Rahmenbedingungen in Zimbabwe

II NGOs in Zimbabwe

III Beispiel: LDS in Zimbabwe
III.1 Geschichte des LDS
III.2 Entwicklungsziele des LDS
III.3 Entwicklungsaktivitäten des LDS
III.3.A Dörfliches Wasserversorgungsprogramm
III.3.B Shobi - Viehfarm
III.3.C ELCZ Bildungsprogramm III.4 Führungsverhalten des LDS
III.5 LDS im sozio-politischen und wirtschaftlichen Gefüge Zimbabwes

Schluss

Bibliographie

I Politische Rahmenbedingungen in Zimbabwe

Zimbabwe ist ein Land, das wirtschaftlich ein Vorbild im südlichen Afrika war. Deshalb spielt die Arbeit der NGOs lange Jahre nur eine untergeordnete Rolle. 1965 erklärt sich Rhodesien unter der weißen Minderheitsregierung Ian Smith von der englischen Kolonialmacht als einseitig unabhängig. Die schwarze Bevölkerung Zimbabwes spaltet sich in zwei Gruppen: eine pro-westliche und eine sozialistische. Der sozialistischen Gruppe steht Robert Mugabe, der heutige Präsident und Staatschef, vor. In einem blutigen Befreiungskrieg zwischen 1966 und 1980 (ab 1975 mit Guerilla-Kämpfern)1 erreichen die Schwarzen ihr Ziel: 1980 erlangt das Land seine Unabhängigkeit und heißt nun Zimbabwe. R. Mugabe wird mit seiner Partei ZANU zum Präsidenten gewählt. Hinter ihm steht die Mehrheit der Bevölkerung, die Shona. Mugabe selbst gehört diesem Stamm an. Über die Jahre hinweg, nach einigen Stammesrivalitäten und einem Bürgerkrieg mit der ZAPU (Ndebele) unter Joshua Nkomo, bildet sich eine Einheitspartei, die ZANU-PF. Mugabe wird Präsident, Nkomo Vizepräsident. Obwohl Zimbabwe laut Verfassung eine demokratische Ordnung besitzt, gibt es nur eine einzige Partei. Wenn sich eine Gegenpartei zur ZANU-PF bildet, wird spätestens bei den Wahlen klar, dass keine Demokratie herrscht: es gibt Wahlkabinen in denen man seine Stimme geheim abgeben kann, aber jede Partei hat eine eigene Wahlurne.

Anfang dieses Jahres, am 02.03.20002, bildet sich eine Gegenpartei unter der Führung des ehemaligen Gewerkschaftsführers Morgan Tsvangirai, die "Bewegung für demokratischen Wandel" (MDC = Movement of Democratic Change)3. Diese neue Partei gewinnt sehr schnell extrem viele Anhänger.

Wie vor jeder Wahl stempelt Mugabe eine Gruppe zum Sündenbock und macht sie zum zentralen Thema in seines Wahlkampfs. Dieses Mal macht er die weißen Farmer für die wirtschaftliche Misere des Landes verantwortlich. Wenige tausend Weiße besitzen ca. 3/4 des landwirtschaftlich nutzbaren Landes. Mugabe greift das Thema Landverteilung: "Afrika den Schwarzen!" Die weißen Farmer sollen enteignet werden und das enteignete Land soll an die schwarze Bevölkerung verteilt werden. In der Vergangenheit hat Mugabe schon einige Enteignungen vornehmen lassen, aber das enteignete Land kommt meist komplett (als Farm) seinen Familienmitgliedern oder getreuen Parteifreunden zu Gute. Die weißen Farmer, die das Land - teilweise unter Mugabes Regierung - legal erworben haben, sollen nicht mal mehr eine Entschädigung erhalten. Die MDC begrüßt die Verteilung von weißem Farmland an die schwarze Bevölkerung. Diese Enteignung muss aber mit einer Entschädigung der Enteigneten einhergehen. Mugabe ignoriert die Vorstellungen der Opposition und mobilisiert die Organisation der Kriegsveteranen. Sie besetzen zahlreiche weiße Farmen und setzen die schwarzen Farmarbeiter unter Druck, ZANU-PF zu wählen. Dies geht mit Gewalt, Vergewaltigung und Verwüstung einher.

Am letzten Juni-Wochenende (24./25.06.2000) finden die Parlamentswahlen unter den Augen internationaler Wahlbeobachter statt. Das Wahlergebnis lautet: Opposition 49,2%, Regierung 50,7%4. Dabei besteht der Verdacht, dass ungültige Stimmen der Regierungspartei zugeschlagen werden Es kam der Verdacht auf, das ein Großteil der ungültigen Stimmen der ZANU-PF zugeschustert wurde5. Die ZANU- PF hat laut Wahlergebnis 61, die Opposition 58 Sitze erhalten. Zusätzlich kann Mugabe laut Verfassung 30 Sitze ex officio vergeben6. Dadurch verfügt die Regierungspartei über 91 Sitze im Parlament. Nach Meinung der Wahlbeobachter spiegelt das Ergebnis nicht den Willen des Volkes wider. Die Vorfälle im Vorfeld der Wahl haben die Wähler nachhaltig beeinflusst. Mugabe hat in den letzten Jahren das einst so hoffnungsvolle Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Die Inflationsrate beträgt heute 60%, die Arbeitslosenrate 50%7. Der Ruf nach NGOs, z.B. von Seiten kirchlicher Organisationen, wird aus dem Land selber immer lauter, jetzt haben NGOs die Chance und die Pflicht einzugreifen und nach Möglichkeit staatliche Mängel auszugleichen oder zu vermindern.

II NGOs in Zimbabwe

In Zimbabwe sind NGOs v.a. seit der Unabhängigkeit 1980 tätig. Seit arbeiten entweder mit

a) Basisorganisationen oder
b) mit einheimischen NGOs zusammen.

Einheimische NGOs bekommen ihre Unterstützung v.a. aus dem Norden, deshalb ist es fraglich, ob ihre Projekte vor Ort entstanden oder vorgegeben sind. Außerdem sind sie eher mildtätig als entwicklungsorientiert, sie stellen z.B. Leute an, die nicht über die Fähigkeit verfügen die Bevölkerung zu mobilisieren. Auch das Berichtswesen ist sehr streng und nicht auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut. Durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes und die Strategien des Weltwährungsfonds sowie der Weltbank, gibt es für NGOs genügend Spielraum für kreative Programme.

Die Arbeit der meisten NGOs in Zimbabwe versucht die Entwicklung von unten nach oben zu fördern, aber auch die Förderung der Menschenrechte ist ein wichtiger Punkt.

Kritikpunkte an NGOs in Zimbabwe:

- Zu sehr auf Durchführung der Programme fixiert, langfristige Planungen kommen zu kurz
- Zahlen sehr schlechte Gehälter à unterqualifiziertes Personal
- NGOs sagen den Geldgebern aus dem Norden oft nicht, dass es nicht nur Geld bedarf, sondern dass es auch um die Erfüllung menschlicher Werte geht. Ein Entwicklungsprozess braucht Zeit
- NGOs des Südens zu sehr von NGOs des Nordens abhängig, es gibt Entwicklungsaktivitäten, die mit den Auflagen (Wirtschaftswachstum und Exportorientierung) der Weltbank und des Weltwirtschaftsfonds übereinstimmen

- Entwicklungshelfer schreiben unendlich Berichte à Konflikt Entwicklungstheoretiker / Entwicklungspraktiker
- Entwicklungskonzepte der Nord-NGOs beschränken die Kreativität der Süd-NGOs

Seit einiger Zeit laufen Gespräche über Partnerschaften von Nord- und Süd-NGOs. Es gibt erste neue Gruppierungen, z.B. die NGOs Zimbabwes, die mit NOVIB (holländische Entwicklungsorganisation) zusammenarbeiten, sind eingebunden in eine südafrikanische Gruppe (SANDON - Südafrikanisches Netzwerk von Entwicklungsorganisationen, die mit NOVIB zusammenarbeiten). Sie wird von einem demokratisch gewählten Führungskomitee geleitet, in dem Mitglieder aus allen Ländern sitzen.

Hauptzweck: Forum für die Harmonisierung der Entwicklungskonzepte zwischen NOVIB und seinen südlichen NGO-Partner zu schaffen

Störfaktoren:

- Verantwortlichkeit
- Kulturelle Unterschiede, z.B. aufgrund von Geschichte

Wenn Zimbabwes NGOs in Zukunft erfolgreich arbeiten wollen, müssen sie einige Bedingungen erfüllen:

- Strategische Planung
- Forschung
- Investition in stabile Strukturen

"Die NGOs Zimbabwes setzen sich im patriotischen Sinn für die Entwicklung ihres Landes als Recht und Pflicht ein. In dieser Hinsicht ist die Zusammenarbeit mit Regierungsorganisationen wünschenswert, wenn auch in der Wirklichkeit manchmal schwierig." (Paul Nyathi, Leiter des Zimbabwe Projekt, Harare)

III Beispiel: LDS in Zimbabwe

1. Geschichte des LDS
2. Entwicklungsziele des LDS
3. Entwicklungsaktivitäten des LDS
4. Führungsverhalten des LDS
5. LDS im sozio-politischen und wirtschaftlichen Grundgerüst Zimbabwes

III.1 Geschichte des LDS

Heute: lokale Organisation, v.a. zugehörig zur lokalen Lutherischen Kirche

Entstanden aus dem Zusammenschluss einer internationalen NGO und einer lokalen kirchlichen Entwicklungsstelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Heute ca. 55 000 Mitglieder, v.a. in ländlichen Gegenden der südlichen Provinzen 1985/86 erstes Entwicklungsprojekt: Wasserprogramm

Geschichte des LWF/WS:

1980 Büro in Harare eröffnet auf Anfrage des ELCZ

Projekte:

- Rückführung von 100 000 Flüchtlingen, die nach dem Befreiungskrieg in die Heimat zurückkehren
- Hilfe bei Wiederaufbau von Schulen und Krankenhäusern
- Wasserprogramm

1984 - 1987 Ausdehnung der Projekte und Programme

- Mehrere Wasserprogramme
- Ländliche Entwicklungsprogramme
- Hilfe bei Dürreperioden

1987 Zusammenschluss mit ELCZ

LDS heute:

4 geographische Regionen: Westen, Süden, Osten und Zentralzimbawe

FOLIE; FIG. 5 und FIG. 6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III.2 Entwicklungsziele des LDS

allgemeine Ziele von LWF/WS:

- Allgemeine Hilfe (Entlastung)
- Entwicklungsbezogene Dienstleistungen
- Unterstützung lokaler kirchlicher Organisationen

Ein "Overall Goal":

ZITAT: The overall goal of Lutheran Development Service is to facilitate the betterment of human life, especially the poorest of the poor, the underprivileged and the dispossessed.

(Das über allem stehende Ziel des LDS ist die Verbesserung des menschlichen Lebens zu erleichtern, besonders das der Ärmsten der Armen, der Unterprivilegierten und der Enteigneten.)

Vorgehensweise:

- Zielgruppe identifizieren
- Sozialanalyse um die Lebenskonditionen herauszufinden
- Fragen: Ist Entwicklungspotential da?

Ist das Bewusstsein um die Notwendigkeit der Entwicklung da?

III.3 Entwicklungsaktivitäten des LDS

Ich stelle 3 Programme vor.

III.3.A Dörfliches Wasserversorgungsprogramm

1980 von Vashandiri (Frauenorganisation der ELCZ) initiiert Grund: Frauen verbringen extrem viel Zeit mit Waserholen Zielgruppe: Frauen in ländlichen Gegenden

Da keine Analyse durchgeführt wurde, kannte man auch nicht das vorhandene Potential. Sofort wurde Hilfe von außen erwartet: "But we realised that we did not have the power to dig, neither did we have the money to employ those who could do the digging for us." (Vorsitzende der Frauenorganisation)

1981 positive Antwort auf Hilfeantrag, aber:

Erwartungen an die Dorfbewohner:

- geeignete Stelle aussuchen
- Graben helfen
- Damm bauen
- Unterkunft stellen für LDS-Mitarbeiter
- Sand und Steine bereitstellen

Das Projekt wurde als sehr erfolgreich eingeschätzt, da es eine große Menge an Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt. Bis 1991 wurden 4000 Brunnen und über 150 Dämme gebaut.

Durchführung:

- Gemeinde wählt ein Wasser-Komitee und jemanden der sich um den Brunnen kümmert (LDS gibt Hilfestellungen)
- Von der District Development Fund (DDF) angestellte Pumpenaufseher beaufsichtigen die Brunnen und führen kleine Reparaturen aus

Es ist möglich, dass die von dem LDS bewusst gewählte Strategie sich auf die Regierung zu verlassen, unsinnig ist. Aber man nimmt an, dass die Entwicklungsarbeit gefestigter ist, wenn die Begünstigten Verantwortung übernehmen. Sie wollen aber nicht die Risiken und Kosten tragen, deshalb möchten sie das Programm nicht zu ihrem Eigentum machen. Wenn die Pumpe kaputt geht, wird erwartet, dass in diesem Fall der LDS für die Reparatur aufkommt.

III.3.B Shobi Viehfarm

Matabeleland Südprovinz: Viehhaltungsgegend

Grund: Anfang der 80er Jahre: langanhaltende Dürre führte zur starken Verminderung der Viehbestände (teilweise bis zu 50%).

Zielgruppe: Die Ärmsten der Armen

LDS begann 1984 mit der Wiederaufstockung der Herden in Dendele und Siyoka. Fast 700 Tiere wurden an Farmer verteilt. Dann wurde vom LDS beschlossen, dass es sinnvoller sei, eine eigene Ranch zu betreiben und dort das zu verteilende Vieh zu züchten: die Shobi Viehfarm (1986)

Initiiert von lokalen Farmern, ausgeführt vom LDS. Zwei Schwerpunkte auf der Shobi-Ranch:

- Ausbildung der Farmer in modernen Methoden der Viehbestandvermehrung
- Züchten von Vieh zur Verteilung

Wegen einiger Probleme konnte die Farm erst 1988 richtig zu arbeiten beginnen, 1991 gab es ca. 100 Tiere.

Auch hier wird in der Gemeinde ein Komitee gegründet, das auch die Begünstigten auswählt. Deshalb erhält nicht immer die ursprüngliche Zielgruppe die Zuwendungen. Repräsentation durch reichere und gebildetere Farmer, 3 Gründe:

- Arme Farmer meinen, dass sie zuwenig Bildung haben um ihre Interessen adäquat zu vertreten
- Sie sind der Ansicht, dass sie keine Sicherheiten bieten können, falls sie das Soll nicht erfüllen
- Arme Farmer wollen sich ihre Würde bewahren und nicht als besonders arm hervorgehoben werden.

Hier wird die LDS-Strategie "die reichen benutzen um die an die Armen zu verteilen" angewandt.

Im Moment ist die Shobi-Ranch auf Mittel von außen angewiesen, d.h. Geld um Vieh zu kaufen. Sobald eine Anzahl von 1000 Tieren erreicht ist, kann die Ranch ohne Hilfe von außen weitermachen.

III.3.C ELCZ Bildungsprogramm

NFE = non-formal education programme

1981 in Zusammenarbeit mit der Kirche von Schweden ins Leben gerufen, initiiert von der Lutheran Church.

Ziel:

a) Der Bevölkerung bei der Verbesserung ihrer Lebensumstände zu helfen, indem man ihnen zeigt, wie sie ihre Probleme erkennen und analysieren. Anschließend hilft man Projekte zu planen und auszuführen.
b) Den Menschen helfen ihre Geschichte und somit ihre kulturelle Identität zu finden

Zielgruppe: ländliche Bevölkerung

Seit 1982 werden Lerngruppen organisiert. Bis 1991 waren es 650 Gruppen mit insgesamt ca. 12 000 Mitgliedern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hier ist es schwierig zu sagen, ob das Projekt erfolgreich war, auf jeden Fall wurde die Zielgruppe angesprochen, v.a. Frauen. Lesen und Schreiben lernen rückte über die Jahre hinweg immer mehr in den Hintergrund. Mögliche gründe dafür sind:

- Lerngruppenteilnehmer bezeichnen sich selbst als gebildet à sie wollen nicht weiterlernen
- Zuwenig ausgebildete Lehrer, Mitglieder langweilen sich, wollen mehr konkrete Bezüge (wie z.B. bei der Hühnerzucht)
- Die Lerngruppenmitglieder haben die Fähigkeit lesen und schreiben zu können nie alls Hauptziel angesehen, sondern eher als ein Mittel Zugang zu den "einkommenerzeugeneden Aktivitäten" zu bekommen. Sobald diese etabliert sind, fällte das Interesse am Lesen und Schreiben weg Das erste Ziel wurde nicht erreicht. Die Entwicklungshelfer schlagen eine Reihe von Themen vor, aus denen sich die Lerngruppenmitglieder etwas aussuchen können. Somit erkennen sie ihre eigene Probleme nicht und können sie nicht langfristig lösen. Auch das zweite Ziel, Geschichte und kulturelle Identität zu finden, wurde nicht erreicht.

Probleme bei diesem Projekt waren u.a. die falschen Vorstellungen der Lerngruppenmitglieder. Sie planten z.B. Pumpen zu bauen ohne die anfallenden Bauund Wartungskosten zu berücksichtigen. Weil sie ihr Projekt nicht realisieren konnten, brachen sie die Mitarbeit in allen Gruppen ab. Zwischen 1982 und 1988 hörten 167 Gruppen auf.

III.4 Führungsverhalten der LDS

Hier werden Bereiche betrachtet wie z.B. die Übereinstimmung der Angestellten mit den Zielen des LDS, Autoritätsgefälle etc.

Oft herrscht nur ein geringes Maß an Übereinstimmung, z.B. sehen sich viele junge Angestellte als Spezialisten für einen bestimmten Bereich, die ihr Wissen zwar weitergeben, aber keine Entwicklungshilfe leisten. Sie vernachlässigen die Berücksichtigung äußerer Umstände, Planungen etc.

Die Frage der Autorität und Verantwortlichkeit zwischen den einzelnen Regionen/Gebieten und dem Büro in Harare ist auch oft nicht eindeutig klar. Da die einzelnen Gebiete ein hohes Maß an Autonomie genießen, wissen die Verantwortlichen in Harare oft gar nicht genau Bescheid, was draußen abläuft. Das interne Informationssystem trägt zu diesem Problem noch bei, da nahezu jede Region ihr eigenes System entwickelt hat.

III.5 LDS im sozio-politischen und wirtschaftlichen Gefüge Zimbabwes

An eine Lokale Organisation werden in Zimbabwe einige Herausforderungen gestellt: sie muss z.B. zwischen der führende Schicht und den Randgruppen der Gesellschaft vermitteln. Man braucht Befürworter politischen Wandels, der den Verlierern der Gesellschaft zugute kommt. In der praxis nehmen weder LDS noch ELCZ die politisch vermittelnde Position ein. Gründe dafür könnten sein:

- ELCZ und LDS beschäftigen sich hauptsächlich mit regionalen Entwicklungsproblemen, weniger mit nationalen.
- Die Leiter des LDS und der ELCZ gehören zur führenden Schicht, d.h. sie folgen einer bestimmten Entwicklungsideologie. Dabei wird bei der Stärkung der Gesellschaft v.a. Wert auf wirtschaftliche Unabhängigkeit gelegt und auf den materiellen Aufbau des Landes.
- Die konservative lutheranische Kirche sieht es nicht als Ihre Aufgabe an politische Entscheidungen anzusprechen

Eine weitere Herausforderung für eine Lokale Organisation ist das Ausgleichen des Mangels an sozialen Leistungen durch den Staat.

LDS und ELCZ haben sinnvolle Beiträge geleistet, um staatliche Programme zum wirtschaftlichen Wiederaufbau zu vervollständigen, z.B. Krankenhäuser führen im Namen der Regierung, d.h. Übernehmen der Kosten, Gehälter etc. oder sauberes Trinkwasser einem großen Teil der ländlichen Bevölkerung zugängig zu machen.

Eine weitere wichtige Aufgabe des LDS ist die Verbindung zwischen Sponsor und Empfänger bzw. Staat herzustellen. Große Geldsummen flossen durch die Hände des LDS.

Bibliographie:

Schmale, Matthias: The role of local organization in development Tanzania, Zimbabwe, Ethiopia; Avebury, Aldershot Avebury, 1993

Nyathi, Paul Themba (1990): Zwischen Caritas und Mobilisierung, Nichtregierungsorganisationen in Zimbabwe, In: epd-Entwicklungspolitik Nr. 15, S.19 - 21

Wilke, Uwe "Afrikas einstiges Musterland Zimbabwe vor dem Abgrund", in: Augsburger Allgemeine, 26.04.2000

Schwarz, Birgit "Mugabes letzter Trumpf", in: Spiegel Nr. 15/2000

Knemeyer, Thomas "Simbabwe: 'Gemeinsam gegen den Terror ' ", in: Die Welt, 28.06.2000

Kinder, Hermann; Hilgermann, Werner (Hrsg.) "dtv-Atlas Weltgeschichte", München, Deutscher Taschenbuchverlag, 2000

Von Baratta, Dr. Mario; "Der Fischer Weltalmanach 2000", S.726, Frankfurt, Fischer Taschenbuch Verlag, 1999

[...]


1 Kinder, Hermann; Hilgermann, Werner (Hrsg.) "dtv-Atlas Weltgeschichte", S.589, Deutscher Taschenbuchverlag, München, 2000

2 Von Baratta, Dr. Mario; "Der Fischer Weltalmanach 2000", S.726, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt, 1999

3 Schwarz, Birgit "Mugabes letzter Trumpf", in: Spiegel Nr. 15/2000

4 Knemeyer, Thomas "Simbabwe: 'Gemeinsam gegen den Terror' ", in: Die Welt, 28.06.2000

5 Knemeyer, Thomas "Simbabwe: 'Gemeinsam gegen den Terror' ", in: Die Welt, 28.06.2000

6 Knemeyer, Thomas "Simbabwe: 'Gemeinsam gegen den Terror' ", in: Die Welt, 28.06.2000

7 Wilke, Uwe "Afrikas einstiges Musterland Zimbabwe vor dem Abgrund", in: Augsburger Allgemeine, 26.04.2000

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Fallbeispiel einer NGO in Zimbabwe
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V99031
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fallbeispiel, Zimbabwe
Arbeit zitieren
Mareike Stephan (Autor), 2000, Fallbeispiel einer NGO in Zimbabwe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99031

Kommentare

  • Gast am 8.7.2001

    Aha!!!.

    ich arbeite zwar in einer sudanesischen NGO als Entw.helf. jedoch muss ich folgendes bemerken:
    - wir sind bemueht die berichte so kurz als moeglich zu halten, so lange die qualitaet nicht darunter leidet.
    - es mag zwar stimmen, dass die nord-ngos die kreativitaet einengen, aber mittels einer manchmal doch etwas strengeren zuwendungspolitik bzw. budget-regelung kann man dann die kreativitaet der anderweitigen geld-verwendung seitens der sued-ngo unter-
    binden, leider sind so die erfahrungen und man hat den geldgeber im nacken...
    andererseits entwicklungshilfe ist knallhartes geschaeft sowohl im sueden als ach im norden: habe geldgeber hinter zielgruppen hinterherrennen sehen
    schoene arbeit,
    schreib mal deine gedanken dazu

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