Diese Hausarbeit untersuchten die Gedichte "An Lisette" von Hoffmannswaldau, "An Rosetten" von einem anonymen Autor und "An Luise" von Johann Christian Günther. Sie alle haben ihre Ausrichtung an Adressaten und die Intention des Überredens gemeinsam. Damit ist das Überzeugen des lyrischen Du's von den Avancen des lyrischen Ich gemeint. Die Untersuchung dieser beispielhaften Gedichte der spätbarocken, galanten Lyrik ist fokussiert auf den Inhalt und die Intention, sowie den bildlichen und stilistischen Ausdruck sowie die bedienten Motivfelder. Daraus wird folgende Fragestellung erarbeitet: Inwiefern finden sich Parallelen, beziehungsweise Differenzen zwischen den Gedichten?
In einem ersten Schritt wird die galante Lyrik eingeführt. Dabei sind die historische Einordnung sowie stilistische und inhaltliche Charakteristika von Bedeutung. Anschließend werden die exemplarisch ausgewählten Gedichte unter Punkt zwei inhaltlich sowie auf der Ebene der Binnenlogik und Metaphorik strophenwiese aufgearbeitet und analysiert. In Kapitel drei werden die erarbeiteten Aspekte zu den untersuchten Gedichten miteinander in Bezug gesetzt und verglichen um abschließend Parallelen und Differenzen herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Theorie: Galante Lyrik
2. Gedichtanalysen
2.1. An Lisette
2.2. An Rosetten
2.3. An Luise
3. Vergleich
Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die inhaltliche und stilistische Struktur galanter Gedichte des Spätbarocks, wobei der Fokus auf der Kunst des Überredens des lyrischen Ichs gegenüber dem lyrischen Du liegt.
- Analyse der rhetorischen Strategien und Argumentationsmuster in galanter Lyrik
- Untersuchung der metaphorischen Ausdrucksweise und der verwendeten Motivfelder
- Vergleichende Betrachtung ausgewählter Werke von Hoffmannswaldau und Günther
- Reflexion über die Darstellung von Geschlechterrollen und sexuellen Begehrens
Auszug aus dem Buch
2.1 An Lisette
Das Gedicht An Lisette stammt aus der Feder von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, welcher als Vorbild für viele Dichter der galanten Zeit gilt (vgl. MEID, 2008, S. 149ff.). Es hat sieben Strophen mit je 6 Versen, ist formal gleichbleibend und Silben- und Reimschema korrelieren.
Die erste Strophe beginnt mit der direkten Ansprache der Adressierten Lisette. Die gesamte Strophe ist eine rhetorische Frage, welche an das lyrische Du gestellt ist und dessen Entsagungen hinterfragt. Bereits im ersten und zweiten Vers wird die sexuelle Motivation des lyrischen Ich deutlich, indem der Begriff „Lust“ mit dem erotisch konnotierten Bildmotiv der weiblichen „schwanenweichen Brust“ in Verbindung tritt. Das Adjektiv „schwanenweich“ beschreibt die Brust dabei in doppelter Hinsicht, wobei „Schwan“ den weißen Farbwert repräsentiert und „weich“ die sensuelle Haptik. In dem letzten Vers der ersten Strophe wird mit dem Begriff des „Liebeshimmel“ sowohl über das religiöse, beziehungsweise sakrale Motivfeld als auch über den Liebes-Bezug argumentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung bettet die galante Lyrik in ihren historischen Kontext ein und definiert die zentrale Fragestellung der Untersuchung.
1. Theorie: Galante Lyrik: Dieses Kapitel erläutert die Merkmale und zentralen Motive der galanten Lyrik zwischen 1680 und 1720 sowie deren ästhetische Zielsetzung.
2. Gedichtanalysen: Hier werden drei ausgewählte Gedichte (An Lisette, An Rosetten, An Luise) detailliert hinsichtlich ihrer Metaphorik und Argumentationsstruktur analysiert.
2.1. An Lisette: Eine detaillierte Untersuchung des Gedichts von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau unter besonderer Berücksichtigung der rhetorischen Überredungskunst.
2.2. An Rosetten: Analyse dieses Werkes, wobei der Fokus auf den biblisch-religiösen Bildmotiven und dem geschlossenen Argumentationsrahmen liegt.
2.3. An Luise: Untersuchung des Gedichts von Johann Christian Günther, insbesondere im Hinblick auf die Verbindung von Erotik, Natur und Fruchtbarkeitssymbolik.
3. Vergleich: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Einzelanalysen synthetisiert, um Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Argumentation und Bildsprache aufzuzeigen.
Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die stilistischen Muster der galanten Lyrik und reflektiert deren Bedeutung für das Verständnis historischer Geschlechterrollen.
Schlüsselwörter
Galante Lyrik, Spätbarock, Hoffmann von Hoffmannswaldau, Johann Christian Günther, Erotik, Metaphorik, Rhetorik, Überredung, Liebeslyrik, Geschlechterrollen, Körpermetaphorik, Motivfelder, Barockdichtung, Sinnlichkeit, Memento mori
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der inhaltlichen und stilistischen Struktur galanter Gedichte des Spätbarocks und untersucht, wie diese Lyrik das Motiv der Verführung und des "Überredens" des lyrischen Gegenübers gestaltet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die erotische Liebe, die Verbindung von religiösen und sakralen Motiven mit sexueller Thematik, die rhetorische Argumentation des lyrischen Ichs sowie die Verwendung von Naturmetaphorik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern Parallelen oder Unterschiede in der Struktur, Intention und metaphorischen Bildsprache zwischen ausgewählten galanten Gedichten bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse der Gedichte, die sich auf die Untersuchung von formalen Strukturen (Reimschema, Silbenzahl), rhetorischen Figuren und die Interpretation metaphorischer Motivfelder stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur galanten Lyrik, detaillierte Einzelanalysen von drei repräsentativen Werken sowie einen abschließenden Vergleich dieser Analysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Galante Lyrik, Spätbarock, Metaphorik, erotische Kommunikation, Geschlechterrollen und die Kunst des Überredens charakterisiert.
Warum spielt die religiöse Sprache in der erotischen Lyrik dieser Zeit eine Rolle?
Die sakrale und biblische Bildsprache dient im galanten Kontext dazu, das sexuelle Begehren ästhetisch zu überhöhen und das lyrische Du durch geistreich-ironische Argumente rhetorisch vom Liebesgenuss zu überzeugen.
Welche Funktion hat die Naturmetaphorik (wie die "Rose" oder der "Garten")?
Die Naturmetaphorik fungiert als verschlüsselter Code für das weibliche Geschlecht und körperliche Reize; sie ermöglicht es, das eigentlich Private und Erotische durch ein etabliertes Bildinventar stilisiert und distanziert darzustellen.
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- Anna Kriens (Author), 2019, Galante Lyrik und die Kunst des Überredens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991368