Welche Kosten werden in der Kalkulation der Kostenträgerrechnung untersucht, die für Produkte oder Dienstleistungen im Unternehmen anfallen? Diese Fragestellung soll Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Dazu sollen die grundlegenden Verfahren der Kostenträgerrechnung geschildert werden, insbesondere die Kostenträgerstückrechnung. Anhand eines praktischen Kalkulationsbeispiels wird das Verfahren der Zuschlagskalkulation eingehender beschrieben. Hier sollen praktische Anwendungsmöglichkeiten beleuchtet werden, die sich insbesondere den unterschiedlichen Verfahrensweisen von Theorie und Praxis widmen.
Die Kosten- und Leistungsrechnung ist ein unverzichtbares Teilgebiet der betrieblichen Unternehmensführung. Hierin findet sich die Quelle wertvoller kostenmäßiger Informationen, welche die Prozesse in Unternehmen darstellen und es ermöglichen diese zu steuern. Die Kostenträgerrechnung ist die dritte Stufe der Kostenrechnung, nachdem in einem ersten Schritt die Kosten erfasst (Kostenartenrechnung) und in einem zweiten Kosten-stellen zugeordnet wurden (Kostenstellenrechnung). Die Kostenträgerrechnung lässt sich in Kostenträgerzeit und Kostenträgerstückrechnung abgrenzen. Die Kostenträgerzeitrechnung (auch Betriebsergebniskalkulation ) ermittelt angefallene Kosten, beziehungsweise Leistungen in einem bestimmten Zeitraum, wie Quartale oder Monate. Ziel ist dabei die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit des Betriebsprozesses in diesem gewählten Zeitrahmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kostenträgerstückrechnung
2.1 Divisionskalkulation
2.2 Zuschlagskalkulation
2.3 Fazit
3 Anwendungsbeispiel Messeproduktion
3.1 Auswahl geeigneter Kalkulationsverfahren
3.2 Praktische Anwendung
3.3 Fazit
4 Schlussbetrachtung und Ausblick
5 Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendung der Kostenträgerstückrechnung in Unternehmen, um die Kosten von Produkten oder Dienstleistungen präzise zu ermitteln und deren Wirtschaftlichkeit zu steuern. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Kalkulationsverfahren und deren praktische Anwendung in einem Messebetrieb aufzuzeigen, wie unterschiedliche Kalkulationsmethoden zur fundierten Entscheidungsfindung beitragen können.
- Grundlagen der Kostenträgerstückrechnung und Kalkulationsstufen
- Differenzierung zwischen Divisions- und Zuschlagskalkulation
- Analyse von Kalkulationsanforderungen in einem heterogenen Produktumfeld
- Praktische Umsetzung der Zuschlagskalkulation am Beispiel der Messeproduktion
- Kritische Würdigung der Abweichungen zwischen Theorie und Praxis
- Überführung in Deckungsbeitragsrechnungen zur strategischen Steuerung
Auszug aus dem Buch
3.1 Auswahl geeigneter Kalkulationsverfahren
Es soll zunächst untersucht werden, welche Kalkulationsmethodik anhand der theoretischen Betrachtung aus Kapitel 2 empfehlenswert erscheint. Wie eingehend festgestellt handelt es sich bei dem Unternehmen, der Hauptstadtmesse, um eine Organisation die selbst oder durch Dritte Messen auf einem eigenen Gelände durchführt. Bei der Produktionsstätte handelt es sich um ein Messegelände mit Hallen. Das Produkt sind Messen, diese können nach Gast- und Eigenmessen differenziert werden. Es kann angenommen werden, dass es sich um ein homogenes Erzeugnis handelt, da ausschließlich dieses Produkt produziert wird im Unternehmen.
Messen unterliegen jedoch einem einmaligen Charakter, auch wenn sie in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Beispielsweise sind die anzutreffenden Branchen einer Messe zwar immer gleich, die einzelnen Aussteller und Besucher unterliegen jedoch Veränderungen von Veranstaltung zu Veranstaltung. Zudem sind Branchentreffen hoch spezialisiert, detailliert und werden langwierig geplant, was die Einmaligkeit nochmals deutlich unterstreicht. Folglich müssen Messen als heterogene Produktgruppe angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Kosten- und Leistungsrechnung als unverzichtbares Instrument der Unternehmenssteuerung und definiert die Zielsetzung der Untersuchung der Kostenträgerstückrechnung.
2 Kostenträgerstückrechnung: Dieses Kapitel beschreibt theoretische Grundlagen der Kostenträgerrechnung, insbesondere die Verfahren der Divisions- und Zuschlagskalkulation sowie deren Einsatzmöglichkeiten.
3 Anwendungsbeispiel Messeproduktion: Anhand des Beispiels der "Hauptstadtmesse GmbH" wird die praktische Anwendung von Kalkulationsverfahren in einem heterogenen Dienstleistungsumfeld beleuchtet und mit der Theorie abgeglichen.
4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Kalkulationsverfahren in der Praxis oft kombiniert werden und empfiehlt für strategische Entscheidungen den Übergang zur Deckungsbeitragsrechnung.
5 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die theoretischen und praktischen Ausführungen der Arbeit.
Schlüsselwörter
Kostenträgerstückrechnung, Controlling, Kalkulation, Zuschlagskalkulation, Divisionskalkulation, Messeproduktion, Selbstkosten, Gemeinkosten, Einzelkosten, Deckungsbeitragsrechnung, Betriebsergebnis, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Wirtschaftlichkeit, Kostenrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der betrieblichen Kostenrechnung, speziell der Kostenträgerstückrechnung, um die Kosten von Dienstleistungen oder Produkten transparent zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Kalkulationsverfahren (Divisions- und Zuschlagskalkulation) und deren praktische Anwendung in einem Messebetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Ermittlung von Stückkosten zur Preisbildung und Wirtschaftlichkeitskontrolle sowie der Abgleich dieser theoretischen Modelle mit der betrieblichen Praxis.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturrecherche zu Kalkulationsverfahren durchgeführt, gefolgt von einer angewandten Fallstudie eines Messeunternehmens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Kalkulationsmethoden, deren Auswahlkriterien und die detaillierte praktische Durchführung am Beispiel der "Hauptstadtmesse".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kostenträgerstückrechnung, Controlling, Zuschlagskalkulation, Deckungsbeitragsrechnung und Wirtschaftlichkeit.
Warum wird für Messen die Zuschlagskalkulation empfohlen?
Da Messen als heterogene Dienstleistungen mit unterschiedlichen Kostenverursachern gelten, bietet die Zuschlagskalkulation eine differenziertere Möglichkeit der Kostenumlage als einfache Durchschnittsverfahren.
Welchen Vorteil bietet die Deckungsbeitragsrechnung laut dem Autor?
Die Deckungsbeitragsrechnung vermeidet Probleme der Vollkostenrechnung, wie etwa die proportionale Verrechnung von Fixkosten, und bietet eine bessere Basis für kurzfristige Entscheidungen.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Hanschkatz (Autor:in), 2021, Anwendung von Kostenträgerstückrechnung. Was kostet ein Produkt oder eine Dienstleistung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992316