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Sexueller Missbrauch. Täterstrategien und Auswirkungen

Eine Prozessbeobachtung

Titel: Sexueller Missbrauch. Täterstrategien und Auswirkungen

Essay , 2019 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Celina Poetz (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sexueller Missbrauch, ein Thema, welches sehr emotionsgeladen ist und in der letzten Zeit zunehmend in den Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit getreten ist. Scharfe moralische Verurteilungen des Verhaltens und besonders tiefe Erschütterung über schwere und in den meisten Fällen lang andauernden Schädigungen des Opfers sind mit dem Thema verknüpft.

In den überwiegenden Fällen handelt es sich bei den Tätern um Bekannte oder Verwandte des Opfers. Doch wie gehen die Täter vor? Sind bestimmte Strategien erkennbar, die immer wieder zum Tragen kommen? Und was löst das Vorgehen der Täter und die konkreten Handlungen bei den Opfern, in diesen Fällen noch minderjährigen Kindern, aus? Fragen, denen ich mich in dem Essay annähern und zusätzlich auf die Beobachtung eines konkreten Prozesses beziehen möchte, bei welchem über den Tatvorwurf des sexuellen Missbrauches an zwei Mädchen verhandelt wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strategien von Tätern

2.1 Phasen des strategischen Vorgehens

3. Auswirkungen auf Kinder

4. Fallbeispiel: Prozessbeobachtung

5. Reflexion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die systematischen Täterstrategien im Kontext des sexuellen Kindesmissbrauchs zu identifizieren und deren Auswirkungen auf die betroffenen Kinder sowie den Verlauf eines gerichtlichen Prozesses kritisch zu analysieren.

  • Phasenmodell der Täterstrategien (Auswahl, Kontaktaufnahme, Vorbereitung, Sexualisierung, Aufrechterhaltung)
  • Mechanismen der Manipulation und psychischen Abhängigkeit
  • Langzeitfolgen für die psychische und soziale Entwicklung der Kinder
  • Analyse eines konkreten gerichtlichen Fallbeispiels
  • Professionelle Anforderungen an Intervention und Begleitung

Auszug aus dem Buch

Phasen des strategischen Vorgehens

Die erste Phase ist die Phase, in welcher der Täter ein „passendes“ Opfer auswählt. Oftmals haben Täter ein besonderes Gespür dafür entwickelt, Kinder zu identifizieren, die ein besonders ausgeprägtes Bedürfnis nach Wärme und Zuneigung besitzen (Vgl. ebd. S. 55). Die Suche nach Anerkennung, Wärme und Zuneigung wird dann von den Tätern genutzt um sie in ihrem Sinne zu funktionalisieren. Es ist ihnen also genauso möglich Kinder auszuschließen, die nicht für den sexuellen Missbrauch „geeignet“ sind oder die auf den Täter nicht reagieren.

Die zweite Phase des strategischen Vorgehens von Tätern besteht aus der Kontaktaufnahme des Täters zum Opfer. Die häufigste Kontaktaufnahme der Täter geschieht über das Internet, über das Aufhalten an bestimmten Plätzen an denen Kinder häufig sind, wie beispielsweise auf einem Spielplatz und eine gezielte Kontaktaufnahme in der eigenen oder in anderen Familien (Vgl. Ohlmes 2006, S. 59). Bei einem innerfamiliären Missbrauch entfällt für den Täter die Notwendigkeit, ein Kind kennenzulernen und die Planung wird somit für diesen vereinfacht. Weiterhin gelingt es dem Täter somit ein Abhängigkeitsverhältnis zu schaffen. Annäherung an eine Familie kann ebenfalls geschehen, indem sich der Täter als „Freund der Familie“ anbietet. Durch den engen Kontakt zu der Familie wird für den Täter eine gewisse Sicherheit geschaffen, da die Familie diesem das Begehen von sexuellem Missbrauch nicht zutraut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des sexuellen Missbrauchs ein, verdeutlicht die Relevanz des Themas und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die theoretische Basis.

2. Strategien von Tätern: Dieses Kapitel erläutert die bewusste und systematische Planung von Tätern, die darauf abzielt, das Opfer zu isolieren und dessen Wahrnehmung zu manipulieren.

2.1 Phasen des strategischen Vorgehens: Hier wird die Aufteilung des Täterverhaltens in fünf spezifische Phasen von der Opferauswahl bis zur Sicherung der Geheimhaltung detailliert dargelegt.

3. Auswirkungen auf Kinder: Das Kapitel befasst sich mit den psychischen und sozialen Folgen des Missbrauchs, wie posttraumatischen Belastungsstörungen und der Zerstörung von Vertrauensbindungen.

4. Fallbeispiel: Prozessbeobachtung: Hier erfolgt die Schilderung und kritische Analyse eines konkreten Gerichtsfalls, in dem die theoretisch erarbeiteten Täterstrategien in der Praxis beobachtet wurden.

5. Reflexion und Fazit: Die abschließende Reflexion bewertet die Prozessbeobachtung und diskutiert die Herausforderungen für die Soziale Arbeit bei der Unterstützung traumatisierter Kinder in langwierigen Verfahren.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Täterstrategien, Prozessbeobachtung, Kindeswohl, Manipulation, Traumatisierung, Abhängigkeitsverhältnis, Dissoziation, Opferauswahl, Sozialisation, Psychische Folgen, Intervention, Gerichtsprozess, Vertrauensbruch, Kinderschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Täterstrategien bei sexuellem Kindesmissbrauch und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Opfer im Rahmen von Gerichtsverfahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychologischen Manipulationsmechanismen der Täter, die Auswirkungen auf die kindliche Psyche und die Herausforderungen bei der juristischen Aufarbeitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das theoretische Wissen über Täterstrategien durch eine reale Prozessbeobachtung zu validieren und für die Soziale Arbeit nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturrecherche zur Theoriebildung und eine qualitative Prozessbeobachtung als empirische Grundlage für die Analyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der fünf Phasen des Tätervorgehens und eine praxisnahe Fallanalyse eines spezifischen Gerichtsprozesses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Täterstrategien, Traumatisierung, Kinderschutz und Prozessbeobachtung charakterisiert.

Warum spielt die Dissoziation eine wichtige Rolle im Kontext der Prozessbeobachtung?

Die Dissoziation führt dazu, dass Opfer Erinnerungen nur bruchstückhaft abrufen können, was im Gerichtsprozess oft zu einer Diskreditierung der Glaubwürdigkeit führt.

Welche Rolle spielt die emotionale Bindung zwischen Täter und Opfer?

Die Täter nutzen die Bindung aus, um Vertrauen zu erschleichen und das Opfer in eine emotionale Abhängigkeit zu bringen, die den Missbrauch über lange Zeit ermöglicht.

Wie bewertet die Autorin die Dauer des juristischen Verfahrens?

Die Autorin kritisiert die lange Dauer zwischen Tat und Prozessbeginn scharf, da sie die Kinder erneut belastet und die Erinnerungsfähigkeit erschwert.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexueller Missbrauch. Täterstrategien und Auswirkungen
Untertitel
Eine Prozessbeobachtung
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1,0
Autor
Celina Poetz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
9
Katalognummer
V992378
ISBN (eBook)
9783346354969
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexueller Missbrauch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Celina Poetz (Autor:in), 2019, Sexueller Missbrauch. Täterstrategien und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992378
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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