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Chinas Mittelschicht als Träger der Demokratisierung?

Eine Analyse des theoretischen Hintergrunds, des landesspezifischen Kontexts und neuer Perspektiven

Title: Chinas Mittelschicht als Träger der Demokratisierung?

Term Paper , 2020 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sirui Cheng (Author)

Orientalism / Sinology - Chinese / China
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Die rasante wirtschaftliche Entwicklung sowie die Veränderung der Lebens- und Konsumstile, die mit der Modernisierung der westlichen Industrieländer einhergingen, tragen zur Herausbildung und Expansion der Mittelschicht bei, die nicht nur als zunehmende Kaufkraft aus ökonomischer Sicht für das wirtschaftliche Wachstum und für die Verringerung sozialer Ungleichheiten von zentraler Bedeutung ist, sondern auch als Trägergruppe neuer Werte, Ideen und Lebensentwürfe für die Gesellschaft gilt und entsprechend politische Teilhabe und Demokratisierung anfordert.

In China entwickelt sich eine neue Mittelschicht in den letzten Jahrzehnten seit der marktwirtschaftlichen Reform in den 1970er Jahren durch tiefgehenden gesellschaftlichen Wandel und marktorientierten Wirtschaftszuwachs, die jedoch wesentlich von dem westlichen bürgerlichen Bild zu unterscheiden ist, vor allem in der Rolle bei der Demokratisierung des jeweiligen Landes, und deswegen in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen und politischen Diskursen rückt. In China gibt es bisher keinerlei Indikatoren dafür, dass die ausbreitende neue Mittelschicht eine demokratische Transition vorantreibt, was gegen die gängigen Theorien spricht.

Es stellen sich in diesem Kontext ferner die Fragen, inwiefern die westlichen politikwissenschaftlichen Überlegungen zum Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Mittelschicht und dem politisch-demokratischen Wandel, die von den westlichen Wohlfahrtsstaaten und Zivilgesellschaften ausgehen, sich auf China, ein industriell nachkommendes, nicht demokratisches Land, anwenden lassen; warum Chinas Mittelschicht nicht als Triebkraft des demokratischen Wandels angesehen werden kann; und nicht zuletzt, ob es neue Entwicklungen bezüglich der demokratischen Einstellungen unter der Mittelschicht gibt.

In der Arbeit erfolgt zuerst eine skizzenhafte Darstellung der theoretischen Ansätze zum Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Demokratisierung. Anschließend werden die Besonderheiten der Mittelschicht im chinesischen Kontext auseinandergesetzt, einschließlich der Entstehungsgründe, der Definition, des Bestandteils sowie der Merkmale. Im nächsten Kapital wird diskutiert, welche Befunde über die Einstellungen der chinesischen Mittelschicht zur Demokratie es gibt und woraus sie resultieren. Zum Schluss strebt diese Arbeit an, die Kritiken auf den bisherigen Studien und weitere Perspektiven für die Analyse zu veranschaulichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund: Wirtschaftswachstum und Demokratisierung

3. Die Mittelschicht im chinesischen Kontext

3.1 Entstehungshintergrund

3.2 Definition und Bestandteil

3.3 Merkmale

4. Chinas Mittelschicht als Träger der Demokratisierung?

4.1 Vorhandene Studien über die politische Rolle Chinas Mittelschicht:

4.2 Gründe für die politisch-demokratische Abwesenheit

4.3 Kritische Ansätze und Ambivalenz Chinas Mittelschicht

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die neu entstandene chinesische Mittelschicht als Triebkraft für einen demokratischen Wandel fungieren kann, und analysiert hierzu den theoretischen Hintergrund, den spezifischen soziopolitischen Kontext Chinas sowie aktuelle empirische Befunde.

  • Vergleich zwischen westlichen Demokratisierungstheorien und der chinesischen Realität
  • Analyse der Entstehung und Struktur der chinesischen Mittelschicht
  • Untersuchung der Abhängigkeit der Mittelschicht vom chinesischen Staatsapparat
  • Diskussion über die politische Ambivalenz der chinesischen Mittelschicht

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehungshintergrund

Die Reform-Ära seit 1978 ist im Gegensatz zur kommunistischen Ära (1949-1978) durch eine drastische soziale Differenzierung und Stratifizierung gekennzeichnet. Dieser tiefgehende Wandel der Sozialstruktur ist auf eine Reihe von politischen Initiativen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), allen voran die Privatisierung der Wirtschaft und die Mobilisierung der Arbeitskräfte, seit der Einführung der marktwirtschaftlichen Reform zurückzuführen.

Die Privatisierung der Wirtschaft Der Privatsektor wurde allmählich in der Reform-Ära von der Partei anerkannt und gefördert (Zheng 2004a). Die Entwicklung der Privatwirtschaft in China kann in drei Phasen geteilt werden (Chen 2013). Die erste Phase (1978-1983) ist durch den offiziellen Wiederaufbau des privaten Sektors charakterisiert, allerdings wurden nur „individuelle Unternehmen“ (Getihu) in dieser Phase anerkannt und der Spielraum für die Ausbreitung war relativ begrenzt. In der zweiten Phase (1984-1992) entwickelten sich die „privaten Firmen“ (Siying Qiye), die sich von den individuellen Unternehmen darin unterscheiden, dass die privaten Firmen mehr Mitarbeiter anstellen dürfen (ebd.). Die dritte Phase fing an, als Deng Xiaoping, der die faktische Staatsführung nach Tod von Mao Zedong, der Partei- und Staatsführer in der kommunistischen Zeit, übernahm, während seiner Reisen in Süden Chinas 1992 einen fortgesetzten Reformkurs und den zukünftigen Übergang zu einer Marktwirtschaft festlegte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausbildung der neuen chinesischen Mittelschicht und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob diese als Triebkraft einer demokratischen Transition in China angesehen werden kann.

2. Theoretischer Hintergrund: Wirtschaftswachstum und Demokratisierung: Dieses Kapitel erörtert klassische westliche Theorien, die einen positiven Zusammenhang zwischen ökonomischer Modernisierung, der Expansion einer Mittelschicht und demokratischer Stabilität postulieren.

3. Die Mittelschicht im chinesischen Kontext: Hier werden die spezifischen Entstehungsgründe, die kontroverse Definition sowie die besonderen Merkmale der chinesischen Mittelschicht im Vergleich zu westlichen Gesellschaften analysiert.

4. Chinas Mittelschicht als Träger der Demokratisierung?: Das Kapitel diskutiert, warum die chinesische Mittelschicht entgegen westlicher Erwartungen bisher keine demokratische Revolution forciert, und beleuchtet die strukturellen sowie soziokulturellen Gründe für diese Zurückhaltung.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die chinesische Mittelschicht derzeit kein Akteur für radikalen politischen Wandel ist und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung hinsichtlich ihrer künftigen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Chinesische Mittelschicht, Demokratisierung, Wirtschaftswachstum, Modernisierung, KPCh, Staatszentrierung, Hukou-System, Soziale Stratifizierung, Politische Stabilität, Zivilgesellschaft, Reform-Ära, Politische Ambivalenz, Institutionelle Inkorporation, Sozioökonomischer Wandel, Konfuzianismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die politische Rolle der chinesischen Mittelschicht und hinterfragt, ob sie, wie in westlichen Theorien vorhergesagt, als Träger einer demokratischen Transformation fungiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den soziopolitischen Rahmenbedingungen Chinas, der Entwicklung der Privatwirtschaft, kulturellen Faktoren wie dem Konfuzianismus und der staatsgeleiteten Strukturierung der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Chinas und dem Ausbleiben einer demokratischen Öffnung durch die Mittelschicht zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse politikwissenschaftlicher und soziologischer Fachliteratur sowie der Auswertung empirischer Studien zur politischen Einstellung der chinesischen Mittelschicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Kontextualisierung der chinesischen Mittelschicht und eine kritische Diskussion ihrer politischen Haltung gegenüber dem autoritären System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratisierung, Mittelschicht, chinesische Reformpolitik, Staatskorporatismus und soziopolitische Stabilität charakterisiert.

Warum lässt sich das westliche Demokratisierungskonzept nicht direkt auf China übertragen?

Aufgrund der spezifischen staatszentrierten Entwicklung Chinas und historischer Faktoren wie dem Konfuzianismus fehlen der Mittelschicht oft die notwendigen emanzipatorischen Impulse für eine demokratische Transition.

Welche Rolle spielt die KPCh bei der Entwicklung der Mittelschicht?

Die Kommunistische Partei Chinas steuert die Entstehung der Mittelschicht durch institutionelle Inkorporation und macht diese in hohem Maße vom Staat abhängig, was konservative politische Einstellungen fördert.

Ist die chinesische Mittelschicht eine homogene Gruppe?

Nein, die Forschung betont ein hohes Maß an interner Heterogenität, wobei sich die politische Haltung der Mitglieder je nach Humankapital und Anbindung an den Staatsapparat deutlich unterscheiden kann.

Was bedeutet die "Ambivalenz" der chinesischen Mittelschicht?

Sie drückt sich darin aus, dass Teile der Mittelschicht zwar einerseits eine moderne, liberale Lebensweise bevorzugen, andererseits aber aus Sorge vor Instabilität und dem Verlust materieller Privilegien das bestehende System stützen.

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Details

Title
Chinas Mittelschicht als Träger der Demokratisierung?
Subtitle
Eine Analyse des theoretischen Hintergrunds, des landesspezifischen Kontexts und neuer Perspektiven
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Sirui Cheng (Author)
Publication Year
2020
Pages
24
Catalog Number
V994226
ISBN (eBook)
9783346365552
ISBN (Book)
9783346365569
Language
German
Tags
Mittelschicht China Vielfalt der Moderne Modernisierung Demokratisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sirui Cheng (Author), 2020, Chinas Mittelschicht als Träger der Demokratisierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994226
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