Diese Arbeit wird sich mit verschiedenen Faktoren rund um die Zukunft des Euro beschäftigen. In einer kritischen Betrachtung soll insbesondere ein potenzieller Bruch der Währungsunion in Betracht gezogen werden. Der erste Faktor stellt die geschichtliche Entwicklung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) und präziser der Euro-Zone dar. Es wird ein kurzer historischer Abriss formuliert, der die wichtigsten Stationen des Euro bis heute darlegt.
Im Vordergrund dieser Arbeit steht nicht die Historie des Euro, sondern der Ausblick auf seine Zukunft. Um jedoch in diese Zukunft blicken zu können, ist es notwendig, die Vergangenheit, sowie die Gegenwart der Europäischen Union, welche naturgegeben eng mit dem Euro zusammenhängt, zu betrachten. Weiterhin wird der Ist-Zustand der Europäischen Union, spezieller der EWWU und insbesondere des Euro aufgegriffen. Darüber hinaus wird die bisherige Handhabung der EU mit Krisen thematisiert. Hier stehen die Eurokrise, sowie die sogenannte „Flüchtlingskrise“ im Vordergrund. Während politisch-gesellschaftliche Problematiken hierbei nebensächlich betrachtet werden, steht stattdessen die Bedeutung der jeweiligen Krise für die Gemeinschaftswährung im Vordergrund.
Eine anschließende theoretische Rahmung sowie die empirische Kontextualisierung der EWWU in ebendiese Rahmung bilden den Hauptteil der Arbeit. Es wird aufgezeigt, an welchen Stellen sich die Schwächen der EWWU offenbaren und welche Auswirkungen diese auf die Zukunftsaussichten der Eurozone, der EWWU und der EU im Allgemeinen haben könnten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kurzer historischer Abriss
Bisherige Handhabung von Krisen in der EU und die Bedeutung für den Euro
Eurokrise
„Flüchtlingskrise“
Derzeitiger Ausblick
Stand der wissenschaftlichen Forschung
Theoretischer Rahmen
Wirtschaftliche Integration und Supranationalismus
Theorie optimaler Währungsräume
Integrationskriterien
Kritik an der Theorie optimaler Währungsräume
Lokomotiv- und Krönungstheorie
Wechselkurssysteme
Praktischer Bezug zur Europäischen Union
Die EU im Kontext der Theorie optimaler Währungsräume
Europäische Arbeitskräftemobilität
Offenheitsgrad der Volkswirtschaften
Die EU im Kontext der Lokomotivtheorie und der Wechselkurssysteme
Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Zukunftsfähigkeit des Euro vor dem Hintergrund einer ungleichmäßigen europäischen Integration und wiederkehrender Krisen, mit dem Ziel, die These eines potenziellen Scheiterns der Währungsunion zu untermauern.
- Historische Entwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion
- Analyse der Krisenbewältigung in der EU (Eurokrise, Flüchtlingskrise)
- Theoretische Bewertung von Währungsräumen mittels OCA-Theorie
- Empirische Überprüfung von Integrationskriterien in den Mitgliedstaaten
Auszug aus dem Buch
Die EU im Kontext der Theorie optimaler Währungsräume
Um zunächst aufzuzeigen, welches Grundproblem für die EU und spezifischer für die EWWU im Kontext der Theorie optimaler Währungsraum besteht, sei folgendes festzuhalten:
Ob die EU ein optimaler Währungsraum ist, wurde von Altmann bereits im Jahre 1994 hinterfragt. Dieser kam, um dieses veraltete Ergebnis knapp zusammenzufassen, zu der Erkenntnis, dass es nach Betrachtung eines faktorbezogenen, sowie eines güterbezogenen Ansatzes noch unklar ist, wie schwer verschiedene Einflussfaktoren zu gewichten seien und dass die kritische Hinterfragung deshalb berechtigt sei (Altmann 1994: 315). Darüber hinaus sprach er bereits von der Gefahr des „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ (Altmann 1994: 315). Demnach würden sich Volkswirtschaften mit zueinander kompatiblen Entwicklungen mittelfristig in einem System fester Wechselkurse mit engen Bandbreiten zusammenfinden. Andere Länder würden sich den Voraussetzungen zur Integration für eine EWWU zunächst noch annähern müssen. Begründet wird dieses Szenario mit den negativen Erfahrungen, die aus der lediglich politisch, nicht jedoch ökonomisch fundierten Währungsunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den neuen Bundesländern entstanden sind (ebd.). Altmann präsentiert sich demnach als Vertreter der Krönungstheorie, die Einführung einer gemeinsamen Währung zum 01.01.1999 empfand er als äußert unrealistisch. Dennoch trat ebendieser Fall ein (ebd.).
Um nun aus heutiger Sicht zu bewerten, ob die Staaten der Euro-Zone und darüber hinaus der EU einen optimalen Währungsraum darstellen, kann mithilfe dreier zentraler Faktoren ein Urteil gefällt werden. Bei diesen drei Faktoren handelt es sich, wie im theoretischen Rahmen bereits erläutert, um die europäische Arbeitskräftemobilität, um den Offenheitsgrad der Volkswirtschaften, sowie um die Produktdiversifikation.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit thematisiert kritisch die Zukunft des Euro unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen sowie aktueller Krisen wie der Eurokrise und der Pandemie.
Kurzer historischer Abriss: Es wird die Entwicklung der europäischen Gemeinschaft von der Gründung 1951 bis zur Einführung des Euro und der darauf folgenden Krisen dargestellt.
Bisherige Handhabung von Krisen in der EU und die Bedeutung für den Euro: Das Kapitel analysiert die Krisenbewältigung in der EU, insbesondere der Euro- und Flüchtlingskrise, und deren Auswirkungen auf die Währungsstabilität.
Stand der wissenschaftlichen Forschung: Dieser Abschnitt beleuchtet den Forschungsdiskurs zur Zukunft des Euro sowie Herausforderungen für die EZB unter Einbeziehung ökonomischer Expertenmeinungen.
Theoretischer Rahmen: Es werden grundlegende Konzepte wie wirtschaftliche Integration, die Theorie optimaler Währungsräume (OCA), die Lokomotiv- und Krönungstheorie sowie Wechselkurssysteme definiert.
Praktischer Bezug zur Europäischen Union: Die theoretischen Ansätze werden empirisch auf die EU angewandt, wobei die Arbeitskräftemobilität und der Offenheitsgrad der Volkswirtschaften geprüft werden.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird prognostiziert, dass die frühzeitige Einführung der Gemeinschaftswährung ohne hinreichende politische Integration zum Scheitern und einer Zersplitterung der EU führen könnte.
Schlüsselwörter
Euro, Währungsunion, Europäische Union, EWWU, Eurokrise, Theorie optimaler Währungsräume, Lokomotivtheorie, Krönungstheorie, Wirtschaftsintegration, Währungsstabilität, Arbeitskräftemobilität, Außenhandelsquote, EZB, Fiskalpolitik, Geldpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit des Euro und argumentiert kritisch, warum die Währungsunion aus Sicht der Autorin zum Scheitern verurteilt ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Krisenanfälligkeit der EU, den theoretischen Integrationsmodellen und der empirischen Überprüfung der wirtschaftlichen Voraussetzungen der Mitgliedstaaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine kritische ("Contra"-Position) Analyse zu belegen, dass die europäische Währungsunion aufgrund mangelnder Integration und struktureller Probleme instabil ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Rahmenbildung, die mit empirischen Untersuchungen zu Wirtschaftsdaten (z.B. Außenhandelsquoten) und Arbeitskräftemobilität verknüpft wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Bewertung von Währungsunionen und deren praktische Anwendung auf die EU-Staaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Euro, Währungsunion, Integration, Eurokrise, OCA-Theorie, Lokomotivtheorie und Stabilitätspolitik.
Warum wird die Corona-Krise im Kontext des Euro thematisiert?
Die Pandemie dient als aktueller Indikator für die Krisenanfälligkeit der EU und verstärkt laut der Arbeit die Wahrscheinlichkeit für weitere Staatsschuldenkrisen.
Welche Rolle spielt die Krönungstheorie in dieser Untersuchung?
Die Krönungstheorie dient als Gegenmodell zur realisierten Lokomotivtheorie und untermauert die Argumentation, dass eine gemeinsame Währung erst am Ende eines Integrationsprozesses stehen sollte.
Was besagt die Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB)?
Die Arbeit kritisiert, dass die EZB ihre Mandatsgrenzen überschreite, indem sie versucht, die Währungsunion zwingend zu erhalten, anstatt ökonomische Realitäten zu akzeptieren.
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- Dario Salvatore Tarallo (Author), 2020, Die Entwicklung der Europäischen Währungsunion. Eine kritische Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994279