Eco, Umberto - Der Name der Rose


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

7 Seiten, Note: 1


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Der Name der Rose

Zum Autor:

Umberto Eco wurde am 5. Jänner 1932 in Alessandria, einer kleinen Stadt im Osten von Turin geboren. Da sein Großvater ein Findelkind war, bekam dieser den Namen "Eco", die Abkürzung von "Ex Caelis Oblatus", was in etwa "Der vom Himmel Gespendete" heißt. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, zog Umberto sich mit seiner Mutter in die Berge zurück. Später studierte er auf Wunsch seines Vaters Guilio, eines Buchhalters, an der Universität von Turin Rechtswissenschaften. Doch mangels Interesse brach er dieses Studium ab und widmete sich der mittelalterlichen Philosophie und Literatur, sodass er 1954 den Doktortitel der Philosophie bekam. Zuerst arbeitete er als Redakteur für Kultur beim italienischen Staatsfernsehen RAI, wo er sich langsam in der Welt des Journalismus einlebte; danach als Dozent in Mailand, als Kolumnist für verschiedene italienische Zeitungen, z.B. "La Republica", dann als Professor für visuelle Kommunikation in Florenz und schließlich als Professor für Semiotik an der Universität von Mailand. 1956 wurde sein erstes Werk veröffentlicht. 1980 erschien schließlich "Der Name der Rose", welches ihn weltweit bekanntmachte und zu beträchtlichem Ansehen verhalf. Weitere seiner Werke sind unter anderem "Das Focaultsche Pendel", "Die drei Kosmonauten" und "Kunst und Schönheit im Mittelalter". Alle seine Bücher sind ursprünglich auf Italienisch erschienen. Umberto Eco lebt heute zusammen mit seiner deutschen Frau Renate Ramge, seinem Sohn und seiner Tochter zeitweise in Mailand und Rimini, wo er eine Sommerresidenz besitzt. Zur Zeit (Daten von 1999) arbeitet er als Professor für Kommunikationswissenschaften und schreibt nebenbei wöchentlich Kolumnen für "L'Espresso". Für seine veröffentlichen Bücher und Schriften erhielt er bisher 18 Ehrendoktorate von verschiedensten Universitäten der ganzen Welt.

Er sagt, ursprünglich habe er das Buch nur geschrieben, "da er den Drang verspürte, einen Mönch zu vergiften".

Inhalt:

Obwohl der Roman beinahe 700 Seiten hat, beschränkt sich die gesamte Handlung auf sieben Tage im November 1327, also im Mittelalter. Der Schauplatz des Geschehens ist ein Bergkloster in Norditalien. William von Baskerville und ein Novize Adson von Melk sind auf dem Weg zu diesem Kloster, da dort ein Zusammentreffen zwischen Abgesandten des Papstes und dem Führer des Franziskanerordens stattfinden soll. Eigentlich ist dies die historisch wichtige Handlung des Romans, allerdings wird sie schon sehr bald von dem anderen Geschehen in der Abtei in den Hintergrund gedrängt.

Als die beiden beinahe in der Abtei angelangt sind, begegnen sie einigen Mönchen, die das entlaufene Pferd des Abts suchen. William beschreibt das entlaufene Pferd und wo es zu finden ist, ohne das Tier jemals gesehen zu haben.

Von dieser Scharfsinnigkeit beeindruckt beauftragt der Abt William damit, einen seltsamen Todesfall aufzuklären. Dazu darf er sich überall frei bewegen, nur nicht in der Bibliothek, da dort auch ketzerische Bücher verwahrt werden. Ein toter Mönch, ein geschätzter Miniaturenmaler, wurde unter einem Turm gefunden. Es scheint kein Selbstmord zu sein, da die Fenster dieses Turms nicht geöffnet werden können. Bald findet William heraus, daß es doch Selbstmord war, und der Leichnam durch die Neigung des Hangs unter das Fenster gerutscht war.

Das Motiv wird auch bald geklärt: der Tote hatte ein homosexuelles Verhältnis mit dem Bibliothekarsgehilfen, der ihm dafür versprochen hatte, ein Geheimnis zu verraten. Durch diese Erklärung sind alle beruhigt, bis am nächsten Tag ein zweiter Toter gefunden wird: ein Freund des zuvor Verstorbenen. Er hat auffällig schwarze Fingerkuppen. Die Untersuchung führt Adson und William schließlich in das Skriptorium, den Vorraum der Bibliothek. Hier findet eine scheinbar belanglose Diskussion über das Erlaubtsein des Lachens mit dem erblindeten alten Jorge statt. Jedoch werden sie durch die Anwesenheit des Bibliothekars an weiteren Untersuchungen gehindert. Also kommen sie in der Nacht wieder in das Skriptorium. Als sie ein interessantes Buch finden, wird es ihnen im Dunkel wieder von einem Unbekannten entrissen, und nur eine einzige Seite mit Geheimschrift bleibt ihnen.

Da die Nacht noch jung ist, dringen sie noch über einen durch Zufall entdeckten Geheimgang in die Bibliothek ein. Diese enthält zwar ein enormes Wissen, aber Adson und William finden nichts direkt interessantes heraus, außer das die Bibliothek ein Labyrinth ist, in dem sie sich auch verirren. Durch Zufall finden sie aber wieder hinaus.

Schließlich kommt Adson allein in die Küche, wo er auf ein Mädchen trifft, in das er sich sofort verliebt und die ihn schließlich verführt. Obwohl dies für Adson der wichtigste Punkt ist, spielt das Mädchen doch nur eine geringe Rolle, und er erfährt nicht einmal ihren Namen, bis sie schließlich als Hexe verbrannt wird.

Der Dieb des geheimnisvollen Buches wird am Tag darauf ertrunken aufgefunden - wieder mit schwarzen Fingerkuppen. William entschlüsselt bald die Geheimschrift, doch sind sie dadurch nicht viel klüger, da sie nur einen Hinweis auf ein geheimnisvolles "Finis Africae", welches sich in der Bibliothek befindet, enthält.

Das Buch bleibt verschwunden, bis es schließlich vom Botaniker der Abtei entdeckt wird. Bevor William es jedoch in die Hände bekommt, wird jener erschlagen, und das Buch ist erneut verschwunden.

Als kurz darauf der Bibliothekar auch noch stirbt - mit geschwärzten Fingern - glaubt William schließlich das Rätsel gelöst zu haben. Er geht zum Abt, doch dieser verbietet ihm, weiter zu ermitteln. Entgegen dieser Anordnung gehen er und Adson noch einmal in die Bibliothek, wo sie auch das "Finis Africae" finden und hineingelangen. Dort erwartet sie der Mörder - Jorge - mit dem geheimnisvollen Buch, der letzten Abschrift eines Buches von Aristoteles, das sich ausschließlich dem Lachen widmet. Jorge hält dieses Buch für gefährlich, da es das Lachen für gut und richtig erklärt. Er meint: "Das Lachen vertreibt dem Bauern für ein paar Momente die Angst. Doch das Gesetz verschafft sich Geltung mit Hilfe der Angst, deren wahrer Name Gottesfurcht ist".

Nun erfährt man wie alle ums Leben gekommen sind: Der Miniaturenmaler war dem Geheimnis zu nahe gekommen, und als er, wie es üblich war, dem Alten Jorge seine Sünden beichtete, machte dieser ihm so schwere Gewissensbisse, daß er sich in den Tod stürzte. Der Botaniker war vom Bibliothekar, dem Gehilfen Jorges, erschlagen worden. Die anderen waren beim Lesen des Buches ums Leben gekommen, da die Seiten vergiftet waren. Um zu verhindern, daß Adson und William das Buch bekommen, ißt Jorge es auf, und begeht damit Selbstmord. Während der Verfolgungsjagd, in der der Alte immer mehr von dem Buch verschlingt, wird eine Lampe umgestoßen, und die gesamte Abtei brennt völlig ab.

Interpretation:

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, und zwar aus der Sicht Adsons, der als Greis seine Erinnerungen niederschreibt. Trotz dieser Ich-Perspektive wäre das Buch sehr ähnlich, wenn es aus Williams Perspektive geschrieben wäre, da Adson eigentlich nur das "Anhängsel" ist. Er dient im Roman hauptsächlich dazu, dass William seine häufig phantasievollen Schlüsse erklären muß, da Adson zwar gebildet, aber begriffsstutzig ist. So wird auch dem Leser das "Wieso" erklärt, ohne dass man es als aufdringlich empfindet.

Die Sprache ist häufig recht altertümlich, vermutlich wegen der Liebe des Autors zum Mittelalter, und enthält lateinische Abschnitte, die allerdings im Anhang übersetzt werden. Vor allem am Anfang verfängt sich der Autor mit seiner Detailliebe in langen, nutzlosen Aufzählungen, zum Beispiel als er die Kapelle beschreibt, wo etwa 70 Wesen der Hölle aufgezählt werden, die ein bestimmtes Bild zieren. Außerdem weiß man bei etwa der Hälfte dieser Wesen nicht einmal worum es sich bei diesen handelt.

Nicht zuletzt deswegen, aber auch weil man sich zu Beginn kaum auskennt, sind die ersten 150 Seiten sehr mühsam zu lesen und langweilig, aber danach wird der Roman äußerst spannend und man will das Buch bis zum Ende kaum mehr weglegen.

Charaktere:

Da das Kloster in Italien liegt, sind klarerweise ein Großteil der Personen Italiener. Interessant ist jedoch, daß sämtliche Hauptcharaktere "Ausländer" sind. Adson kommt aus Österreich, William aus England und Jorge aus Spanien.

William von Baskerville:

William, die eigentliche Hauptperson, wird als äußerst scharfsinnig und gerecht beschrieben. So hatte er zum Beispiel, als er noch als Inquisitor arbeitete, immer nur Leute als Ketzer verurteilt wenn sie greifbare Verbrechen wie Mord begangen haben. Er ist auch sehr offen für Wissenschaften und Erfindungen von "heidnischen" Völker wie z.B. den Arabern, was damals schon an Ketzerei grenzte. Obwohl er sehr wißbegierig ist, ist für ihn nicht nur das Wissen an sich wichtig, sondern auch der richtige Umgang damit. Jeder Mensch soll sein Bestes geben, und mehr. Allerdings hat er eine etwas zu hohe Meinung von der Menschheit, und ist deswegen am Ende enttäuscht, ja beinahe gebrochen und, obwohl er tief religiös ist, ist er auch von Gott enttäuscht. Er sagt: "Und das Beste der Menschen ist zu wenig. Es fällt schwer den Gedanken zu akzeptieren, dass es in der Welt keine Ordnung geben kann, da sie den freien Willen Gottes und seine Allmacht einschränken würde. So gesehen ist die Freiheit Gottes unsere Verdammnis."

Adson von Melk: Obwohl das gesamte Buch aus seiner Sicht geschrieben ist, wird Adsons Charakter sehr vernachlässigt. Er hat nicht immer eine eigene Meinung, sondern orientiert sich an William, den er aus tiefster Seele bewundert. Er ist sehr scheu und normalerweise tapfer, doch im Gegensatz zu William hat er große Furcht vor dem Unbekannten.

Jorge von Burgos: Er ist der zweitälteste Mönch der Abtei, doch da der Älteste schon etwas senil ist, übernimmt Jorge dessen Funktion. Obwohl er schon seit etwa 40 Jahren blind ist, bildet er sich immer weiter, indem er sich von Novizen alles vorlesen läßt. Er ist extrem intelligent und merkt sich alles, was er je gehört hat. Dennoch ist er in seinen Ansichten etwas eingeschränkt. Er läßt nur zu, was er für richtig hält, was schließlich zu all den Morden führt. In gewissem Sinne kann man Jorge als wahnsinnig bezeichnen, obwohl er, teilweise wegen seiner Blindheit, durchaus überlegt handelt.

Der Titel:

Was dem Leser ohne zusätzliche Information bis zum Schluß nicht klar wird, ist wieso das Buch "Der Name der Rose" heißt. Ursprünglich (noch in Entstehung) hieß das Buch tatsächlich "Mord in der Abtei", doch Eco meinte, dies würde zuviel über den Inhalt verraten. Daher war der nächste Arbeitstitel "Adson von Melk", bis Eco schließlich durch eine mittelalterliche Schrift auf den Titel "Der Name der Rose" kam. Er sagt dazu "Das Symbol der Rose hat so viele Bedeutungen, dass keine von vorne herein ersichtlich ist". Aber man vermutet, dass die Rose für das Mädchen steht, in das sich Adson verliebt, von der er aber nie auch nur den Namen erfährt.

Der Film:

Da der Roman ein großer Erfolg war - statt der erwarteten 30.000 bis heute etwa 9 Millionen Exemplare - wurde er schon bald nach der Publikation von dem französischen Regisseur Jean- Jacques Annaud für das Kino verfilmt. Zur Besetzung zählten viele bekannte Schauspieler, unter anderem Sean Connery als William und Christian Slater als Adson. Nicht zuletzt deswegen wurde der Film ein großer Erfolg, allerdings spricht er ein komplett anderes Publikum an als der Roman. Eco selbst distanziert sich auch von dem Film, indem er sagt: "Ein Buch und ein Film sind verschiedene Werke von verschiedenen Autoren und es ist gut, dass jedes sein Eigenleben hat".

Die Handlung wurde für den Film sehr verändert, um dem Ganzen mehr Hollywood- Charakter zu verleihen. So wird zum Beispiel ein Inquisitor, der im Roman eine untergeordnete Rolle spielt, bei der Verfilmung sozusagen zum Gegenspieler von William gemacht, und Adsons Geliebte überlebt, auch wenn er sie nie wiedersieht.

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Eco, Umberto - Der Name der Rose
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
7
Katalognummer
V99516
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umberto, Name, Rose
Arbeit zitieren
Fronzel Neek (Autor), 1999, Eco, Umberto - Der Name der Rose, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99516

Kommentare

  • Gast am 28.11.2001

    Kommentar.

    Ich finde das Buch empfelenswert da ich denke das man noch etwas daraus lernen kann. Es ist im ersten Moment zwar schwer zu lesen aber wenn man sich an den Sprachgebrauch gewöhnt hat ist es ein super Lesespaß!

  • Gast am 18.3.2002

    DANKE.

    danke danke! jetz hob i glaub i eine stunde gesucht, bis i endli amoi a referat über den film gfunden hob! muas nämli morgen a zusammenfassung obgeben, und kenn mi goa net aus bei dem füm! ois dankedanke! host net schlecht gmocht, jetz foits ma glei leichter das i wos drüber schreib, wonst i jetz so hoibwegs weiß, um wos das geht!! gfoit ma aufn ersten blick!
    MFG evelyn

  • Gast am 29.3.2005

    Der Name der Rose.

    habs nur so kurz überflogen deine zusammenfassung, scheint aber gut zu sein. mich hat hauptsächlich der titel intressiert.
    doch mir is da was aufgefallen. als intrpretation schreibst du die analyse einzelner punkte, interpretation wäre aber was der autor uns mit diesem werk sagen will
    ...nur so ne kurze anmerkung

    bye bye

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