Allgemeines zu Peru. Land, Leute und Wirtschaft


Facharbeit (Schule), 2001

22 Seiten


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Peru

1.Lagebeziehungen Perus

Die an der Westküste Südamerikas gelegene Republik Peru umfaßt 1,285 Mill. km² und ist nach Brasilien und Argentinien das drittgrößte Land dieses Subkontinentes. Peru grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik, an einer rund 2300 km langen Küste. Seine geographische Lage ist: 69º W - 81º W / 0º S - 18º S.

Kaum in einem anderen Land der Erde findet man drei geographische Zonen so dicht beisammen wie in Peru: Die Küste (la costa), das Gebirge (la sierra) und den Urwald (la selva). Die Unterschiede in Bezug auf Landschaftsform, Klima, Bevölkerung, Vegetation, Fauna, Wirtschaftsstruktur und Kultur zwischen dem langen wüstenhaften Küstenstreifen am Pazifik, dem parallel dazu verlaufenden Hochgebirge der Anden und den tiefen undurchdringlichen Urwäldern Amazoniens im Osten der Anden, sind enorm.

Peru gehört zur tropischen Zone, obwohl sein Klima durch den Humboldtstrom (auch Perustrom genannt) gemäßigt wird. Dieser für Peru so wichtige Strom ist eine kalte, an der südlichen Westküste Südamerikas nordwärts fließende Meeresströmung mit subarktischem Wasser. Die Temperatur des Pazifiks von Peru erreicht vielfach nur 14 °C. Infrastrukturell nennenswert ist der Pan American Highway der an Perus Küste verläuft.

Bündnisse:

Peru ist in folgenden Bündnissen Mitglied:

- APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit)

- CAN (Andengemeinschft),
- MERCOSUR ( Gemeinsamer Südamerikanischer Markt),
- ALAPI
- OAS (Organisation Amerikanischer Staaten)
- UN (Vereinigte Nationen)

2.Naturgeographische Grundlagen Perus

Landschaft und Klima:

Von Norden nach Süden durchzieht die gigantische Bergkette der Anden das Land und teilt 2 grundverschiedene Welten voneinander: im Westen die trockene Wüste und in Osten den feuchtwarmen Amazonas-Urwald. Dazwischen liegt die Sierra, das Gebirge mit fruchtbaren Tälern und Hochebenen. Infolge dieser landschaftlichen Gliederung verfügt Peru über eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren wie kaum ein anderes Land der Welt. Der Küstenstreifen, die costa, erstreckt sich von Norden nach Süden und besteht, geologisch gesehen, aus Meeresterrassen, angeschwemmten Ebenen sowie Ketten von Hügeln. Er kann eine Breite von 100 km und Höhen von 1500 m erreichen. Einige felsige Ausläufer der Anden reichen bis ans Meer. Mehr als 50 Flüsse, von denen jedoch nur etwa zehn das ganze Jahr hindurch Wasser führen, durchschneiden Halb- und Vollwüsten. Südlich von Pisco bilden sie tiefe, enge Täler und teilen damit das Küstenland in größere Ebenen, die panpas genannt werden. Die Flüsse sind die wichtigsten Wasserspender dieser Zone, in der es südlich des sechsten Breitengrades, an dem der Humboldtstrom Richtung Galápagos-Inseln von der Küste abbiegt, also im weitaus größten Teil der Küstenregion, so gut wie nie regnet (jährlich weniger als 50 mm Niederschlag).Vom Pazifik kommende Nebel, die gar ú as, schlagen sich an den Bergen in Höhen zwischen 200 und 700 m nieder und lassen in den sogenannten lomas, den Grünzonen der Küstenberge, zeitweise Pflanzenwuchs entstehen. Im südlichen Teil der costa können über den Sandflächen Wirbelwinde aufkommen, die riesige Wanderdünen vor sich hertreiben. Die Durchschnittstemperatur an der peruanische Küste beträgt bei hoher Luftfeuchtigkeit (im Jahresdurchschnitt von knapp 80 %) im Hochsommer (Januar/Februar) 24 °C und im Winter (Juli/August) 17 °C. Der Küstenstreifen nimmt ein Neuntel des gesamten Landes ein. Etwa die Hälfte der Bevölkerung (meist Mestizen) lebt im Lima.

Die sierra, das Andenhochland zwischen den Kordilleren, bedeckt ein Drittel von Peru. Man unterscheidet drei Gebirgsketten (die westliche, die östliche und subandine Kordillere), die in etwa parallel zur Küstenlinie verlaufen. In den fruchtbaren Hochtälern, die teilweise über 3500 m ü.d.M. liegen, sind etwa 40 % der peruanischen Bevölkerung, meist Indios, ansässig. Die peruanischen Anden mit mittleren Höhen zwischen 3800 und 4100 m ü.d.M. erreichen mit dem Huascarán 6768 m. In der Weißer Kordillere, aus der der Huascarán emporragt, befinden sich die größten Gletscher der Tropen. An den eis- und schneebedeckten Bergriesen entspringen die Quellflüsse des Amazonas; einige graben tiefe Talschluchten (über 3000 m tiefe Cañóns). Im Süden erstrecken sich weite Hochflächen mit dürftiger Vegetation, die durch starke Erosion entstandenen Puna-Hochflächen.

Das Klima des Hochlandes zeichnet sich durch große Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperatur aus. So können im 3.450 m hoch gelegenen Cuzco im Januar die Tagestemperaturen von 20°C nachts bis auf 7°C absinken. Im Juni/Juli, wenn es nachmittags bis 23°C warm wird, friert es nachts sogar (-9°C). Die relative Luftfeuchtigkeit der Sierra beträgt im Jahresdurchschnitt je nach Gegend 30 bis 40%. Die Regenzeit fällt in die Monate November bis März.

Peru gehört zu den erdbebenreichsten Gebieten der Welt. Die Beben werden - vereinfacht ausgedrückt - durch den gewaltigen Druck des Andenmassivs ausgelöst und verursachen in der Sierra und auch an der Küste nicht selten große Verheerungen. Hinsichtlich des Alters der peruanischen Anden haben radiometrische Bestimmungen an der Südküste (im roten Granit von Mejia) 450 Mill. Jahre ergeben. Messungen bei Arequipa zeigten, dass der dortige Quaderstein (Dazit-Tuff) ,,nur" gut drei Millionen Jahre alt ist.

Der am Ostabhang beginnende Urwald bedeckt über 60% des peruanischen Territoriums. Man unterscheidet den bergigen Urwald (montaña) in der subandinen Kodillere und den Überschwemmungsurwald (selva) im Amazonasbecken. Die Selva ist eine monotone Ebene mit leichten Erhebungen zwischen Flussläufen, von denen die meisten weder erforscht sind noch irgendwie genutzt werden. Montaña wie Selva besitzen üppige tropische Vegetation; die landwirtschaftliche Nutzung scheitert bisher an fehlenden Verkehrsverbindungen. Noch sind die Flüsse die wichtigsten Transportwege. Die stärksten Regenfälle werden von November bis April registriert. An insgesamt 222 Regentagen pro Jahr fallen durchschnittlich 2.959 mm Niederschlag. Es herrscht eine ziemlich gleichmäßige Hitze um 24 bis 28°C, sie kann jedoch zeitweise auf 32 bis 36°C steigen. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt im Jahresdurchschnitt bei 69%.

Meer:

Das Meer im Bereich des kalten Humboldtstroms, dessen Breite zwischen 40 und 210 Seemeilen schwankt, enthält viel Plankton, wodurch das Wasser grün erscheint. Vom Plankton lebt der Anschovis, dieser wiederum dient dem Bonito (Thunfischart) und den Guanovögeln als Nahrung. An der peruanischen Küste leben Seelöwen, Meerottern, Pottwale und sogar Pinguine. Weiter seewärts kommen Thunfische, fliegende Fische, Goldmakrelen und Haie vor, die sich dem wärmeren Norden der Küste nähern. Am Strand kann man gelegentlich Kondore sehen, die von den Anden herunter kommen und nach Aas suchen.

Küste:

Die Küste ist das vegetationsärmste Gebiet, größtenteils Wüste, da der kalte Humboldtstrom die Regenbildung verhindert. In den Flußtälern gibt es allerdings eine reiche, von Grundwasser gespeiste Vegetation. Durch den Humboldtstrom bildet sich zeitweise eine tiefliegende Wolkenschicht, die den Küstenstreifen bedeckt. Wo sie niedrige Küstenberge berührt, schlägt sich Nebel (garúa) nieder, der für ein halbes Jahr Blumen, Pflanzen und kleine Bäume gedeihen läßt. Der Westabgang der Anden ist ein Sommerregengebiet, dessen Untergrenze im Norden tiefer liegt als im Süden. Dieses Gebiet wird von Steppe mit vereinzelten Wäldern überzogen. Die Vegetation der Nebelwüsten, der Sommerregenzonen und der Flußtäler ist verschieden.

Die wichtigsten Pflanzen sind der Johannisbrotbaum (algarrobo), der Mollebaum und die Flußufergebüsche. An Tieren findet man kleine Wüstenfüchse, etwas Rotwild sowie kleine Nagetiere und zahlreiche Eidechsen. Dort, wo der Humboldtstrom weiter entfernt von derKüste verläuft, ändert sich Klima, Fauna und Flora. Es entstehen Regenhalbwüsten, Steppenund Savannen mit eigener Tier- und Pflanzenwelt. Markante Bäume dort sind der Flaschenbaum und die Mangrove, die auf hohen ineinander verflochtenen Wurzeln besonders in Flußmündungen wächst. In dieser Gegend kommen ebenfalls kleine Wüstenfüchse und darüber hinaus Triele (Wattvögel) vor.

Hochland:

Als Hochland bezeichnet man in Peru Gebiete über 3.500 m. Hier gibt es Punagraslandschaften (Ichu-Gras) und über 4.300 m dann Polsterpflanzenvegetation, der sich Hochgebirgswüsten anschließen. In der gesamten Sierra wächst ausgezeichnet der um 1860 aus Australien eingeführte Eukalyptusbaum. Weit verbreitet sind auch Kakteen. Das wichtigste Tier des Hochlandes ist das Lama, das Wappentier Perus. Im Hochland leben Andengänse, Enten, Flamingos, Hochandenhirsche (über 4.000 m), Kondore und große Andenfüchse. Auch der Puma kommt hier vor.

3.Geschichte Perus

Durch den Fund der Gebeine eines einem Nomadenstamm angehörenden Jäger und Sammlers in der Cueva de Lauricocha nahe des Río Marañón konnten peruanische Archäologen den Nachweis erbringen, daß es bereits vor mehr als 10.000 Jahren menschliche Zivilisationen in den peruanischen Anden gab.

Die ersten präinkaischen Kulturvölker lebten um 1200 vor Christus in verschiedenen Teilen des peruanischen Staatsgebietes; die Einflüsse der Chavín-Kultur, der ältesten Kultur Perus, reichten bis weit in das Hochland und bis zur Küste, vom heutigen Departamento Cajamarca im Norden des Landes bis hin zum Departamento Ica, das 350 km südlich von Lima liegt. Die Raubkatze wurde in der Chavín-Kultur als Tiergottheit verehrt. Außerdem entstanden in der Chavín-Epoche die ersten hochwertigen Keramikgefäße (huacos).

Die Paracas-Kultur, deren geographisches Zentrum auf der Paracas-Halbinsel, 250 km südöstlich von Lima lag, wird in die letzten Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung datiert. Ihre außerordentlich hochwertigen Webstoffe sind im Archäologischen Museum in Lima zu bewundern. Die bei der Herstellung der Textilien verwendeten Federn des Guacamayo, eines Vogels aus dem Amazonasgebiet, zeigen, daß es zwischen der Küste, dem Andenhochland und dem Urwaldgebiet Verbindungen gegeben haben muß. Die Mochica-Kultur erfuhr ihre Blüte vom 3. bis 8. Jh. nach Christus und zeichnete sich besonders durch ihre anschaulichen Töpferarbeiten aus. Die Tongefäße der Mochica geben Kunde vom Leben der Mochica und der erstaunlichen Perfektion ihrer Baukunst. Wie die Forschungen Hans Horkheimers beweisen, galten die Mochica als Meister der Bewässerung. Ihre beiden bedeutendsten Werke des Wasserbaus sind diejenigen entlang des Flußlaufes des Río Chicama: der große Staudamm von San José und das Aquädukt mit einer Länge von 110 km.

Das Zentrum der Nasca-Kultur, die vom 3. bis 8. Jh. n.Chr. Bestand hatte, lag zwischen den Quellen des Río Ica und des Río Nazca, 300 bis 500 km südlich von Lima, ein Wüstenstrich, in dem die Nasca jedoch dank ihres Erfindungsgeistes ein Bewässerungssystem mit unterirrdisch verlaufenden Kanälen errichteten, die von den Bergabhängen der Anden an die Grundwasserschichten heranreichten. Die Nazca-Tongefäße, einige in Form von Tieren, sind mit verschiedenen Farben abstrakt bemalt (polychrome Keramik).

Vom 9. bis zum 12. Jh. n.Chr. kam es auf peruanischem Staatsgebiet zur Verbreitung einer Kultur, deren geographisches Zentrum wahrscheinlich in den Zentralanden lag, und deren Hinterlassenschaften der Tiahuanaco-Kultur zuzuordnen sind. Das Dorf Tiahuanaco, nach dem die Kultur benannt ist, liegt im heutigen Bolivien. Charakteristisch für den Tiahuanaco- Stil sind Zeichnungen geometrischer Figuren und häufig vorkommende Mosaike. Ab dem 13. Jh. n.Chr. kam es zu einer Renaissance der lokalen Kulturen und Reiche. Sie erreichten jedoch nie den Glanz und die Perfektion der Mochica- und Nazca-Kultur. Im Norden des Landes enstand das Reich der Chimú, das Staatsgebilde, das der Eroberung durch die Inka im 15. Jh. den größten Widerstand leistete. Die Chimú machten die Stadt Chan-Chan der Mochica-Kultur zu ihrer Hauptstadt und schufen die größte, aus Lehmziegelbauten bestehende Stadt der Welt. Die Chancay-Kultur, deren Zentrum im Herzen Perus lag, war berühmt für ihre Webarbeiten. Die im Süden des Landes angesiedelte Ica-Kultur und das Königreich Chincha erreichten jedoch nie den Entwicklungsstand der Nazca-Kultur. Ab der Mitte des 15. Jh. bedrohte das Inca-Reich die Kulturen der Küstenregion, die verächtlich als "Nebelwäldler" bezeichnet wurden. Durch die Umsiedelung der Mitimaes, großen, von den Chimú abstammenden Bevölkerungsgruppen, nach Cusco, an den Titicacasee und Gebiete der Sierra gelang die Eingliederung einer höherentwickelten Kultur in den Herrschaftsbereich der Inka.

Der eigentliche Begründer des Riesenreiches war der neunte Inkaherrscher, Pachacútec Yupanqui. Die bedeutenden Gebietseroberungen begannen 1445 mit der Eroberung des Titicacasees, die übrigen Gebiete wurden erst nach 1460 in das Inkareich eingegliedert.

Bei ihrer Ankunft 1532/33 bewunderten die Spanier vor allem die Staatsform des Inkareiches und seine straffe Führung. Untersuchungen des Franzosen Louis Bauduin zufolge war ihr Staunen verständlich, angesichts der Städte, Tempel, Paläste, Wegesysteme, der mit Kostbarkeiten gefüllten Läden, die die Spanier vorfanden, und einer in einem straff organisierten Staatsgefüge lebenden Kultur. Einer Kultur jedoch, die weder das Rad, noch Eisen, noch Glas, noch die Mehrheit der Werkzeuge, die damals in Europa verwendet wurden, kannte.

Als die Spanier in Peru landeten, ging im Inkareich gerade ein Bürgerkrieg zu Ende. Zweifellos ermöglichte diese Schwäche den Spaniern, das Imperium der Inka zu erobern.

Trotz seiner straffen Organisation gab es einzelne Schwachpunkte im Inkareich: Ein elitärer Kreis, die Bewohner von Cusco, kontrollierten das riesige Gebiet vom Río Angasmayu in Kolumbien bis zum Río Maule, im Zentrum Chiles.

Nach dem Tod des Inka Huayna Cápac fiel das Imperium an seine beiden Söhne Huáscar und Atahualpa, die in einem langandauernden und blutigen Bruderkrieg um das Erbe stritten. Als der spanische Eroberer Francisco Pizarro im April 1532 in Tumbes an der Nordküste Perus landete, nutzte er die Gunst der Stunde und nahm Atahualpa, den aus dem Bruderkrieg siegreich hervorgegangenen Thronanwärter, gefangen.

Für seine Freilassung versprach Atahualpa den Spaniern eine Belohnung von großen Mengen an Gold und Silber. Auf Geheiß der Spanier ließ er den berühmten "Lösegeld-Raum" in Cajamarca einmal mit Gold und zweimal mit Silber füllen. Pizarro jedoch brach sein Wort und ließ Atahualpa einige Monate später hinrichten. Im November 1533 marschierte Pizarro in Cusco ein, und am 18. Januar 1535 gründete er Lima, die Stadt der Könige.

1555 kehrte nach zahlreichen Indio-Aufständen und Bruderkriegen zwischen den spanischen Konquistadoren Ruhe im einstigen Inka-Reich ein. Die spanische Krone entsandte Vizekönige, die das Gebiet befrieden und ein organisiertes Staatsgefüge schaffen sollten. Berichten José de la Riva Agueros zufolge gab es 16 Jahre nach der Konquista mehr als 8.000 Spanier in Peru, die weder in der Landwirtschaft noch als Handwerker arbeiten wollten. Es kamen zunehmend mehr Einwanderer nach Peru, vor allem aus Portugal und Italien. In der zweiten Hälfte des 16. und im 17. Jh. stieg das Vizekönigreich Peru zur wertvollsten Besitzung der spanischen Krone auf. Peru lieferte ca. zwei Drittel aller Edelmetalle, die die Macht des spanischen Imperiums stärkten.

Von 1550-1700 stand die Kunstfertigkeit der spanischen Besitzung Peru in voller Blüte, jedoch wurden auch noch im 18. Jh. einige Kunstwerke höchster Qualität geschaffen. Im 18. Jh., dem Jahrhundert, in dem der langsame Niedergang Perus begann, wurde Lima von einem schweren Erdbeben erschüttert, das 80% der Stadt zerstörte.

Am 28. Juli 1821 wurde die Unabhängigkeit der Republik Peru proklamiert.

Spanien erkannte erst 1871, nach einem Krieg mit Peru, die Unabhängigkeit an. 1879 führten Grenzstreitigkeiten zwischen Chile und Bolivien zum so genannten Salpeterkrieg, in dem Peru auf Seiten Boliviens in den Krieg eintrat. Als Folge dieses verheerenden Krieges musste Peru die rohstoffreichen Provinzen Tacna, Arica und Tarapacá an Chile abtreten. Die folgenden Jahrzehnte waren durch politische Instabilität und eine geringe wirtschaftliche Entwicklung gekennzeichnet. Präsident Fernando Belaúnde wurde 1968 vom links gerichteten General Juan Velasco abgesetzt, der außerdem Großgrundbesitzer und ausländische Konzerne enteignen ließ. Die folgende Militärjunta unter seiner Leitung übernahm für die folgenden zwölf Jahre die Regierung. 1980 erklärte sich das Militär einverstanden, die Macht an eine Zivilregierung zu übergeben, Belaónde wurde in den darauf folgenden Wahlen als Präsident wiedergewählt. Die wirtschaftliche Situation des Landes hatte sich durch die von Velasco betriebene Politik des "militärischen Sozialismus" stark verschlechtert. Dieser Prozess wurde unter Belaónde noch verstärkt. Nach dem Amtsantritt von Alán García Pérez 1985 folgte einer anfänglichen wirtschaftlichen Besserung das wirtschaftliche Chaos, in dem Auslandsverschuldung und Kriminalität in die Höhe schnellten - auch Pérez gelang es nicht, die wirtschaftlichen Probleme Perus zu lösen. Innenpolitisch wurde die Situation durch Terroraktionen der maoistischen Gruppe Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) verschärft. Dieser Gruppe fielen in den achtziger Jahren etwa 18 000 Menschen zum Opfer. Im Juni 1990 wurde Alberto Fujimori, Sohn japanischer Einwanderer, zum Nachfolger Garcías gewählt.

Wegen anhaltender innerer Spannungen setzte Fujimori 1992 die Verfassung außer Kraft und löste das Parlament auf. Im Oktober 1993 wurde in einem Referendum eine neue Verfassung angenommen, die im Dezember desselben Jahres in Kraft trat. Für April 1995 wurden Wahlen festgesetzt. Fujimori ging aus den Wahlen erneut als Präsident hervor und konnte auch im Parlament eine Stimmenmehrheit für seine Koalition gewinnen.

Am 17. Dezember 1996 stürmten links gerichtete Guerillatruppen der revolutionären Tupakamaru-Bewegung eine Veranstaltung im japanischen Botschaftsgebäude in Lima und nahmen Hunderte von Geiseln. Sie forderten für die Freilassung der Geiseln die Freilassung ihrer inhaftierten Gesinnungsgenossen aus den Gefängnissen. Bis Anfang April 1997 war es zwischen den Rebellen und der peruanischen Regierung zu keiner Einigung gekommen. Die Rebellen hielten noch immer 72 Geiseln in ihrer Gewalt. Das Geiseldrama wurde am 22. April 1997 von einem peruanischen Sonderkommando blutig beendet. Bei der Aktion kamen alle 14 Geiselnehmer, zwei Soldaten sowie eine der Geiseln ums Leben. Seit langem besteht zwischen Peru und Ecuador eine Grenzstreitigkeit um einen Teil des so genannten Oriente-Gebiets. Nach einer militärischen Auseinandersetzung besetzte Peru 1941 das grenznahe Gebiet. Auf der Konferenz von Rio de Janeiro wurde 1942 Peru ein Großteil des Ecuador Oriente zugesprochen, wobei Ecuador bis heute seine Ansprüche auf diese Regionen bekundet. Im Januar und Februar 1995 kam es erneut zu Kampfhandlungen ("Anden-Krieg"), da man in der Region Gold- und Erdölvorkommen vermutete. Zwar wurde im Februar 1995 ein Waffenstillstandsabkommen zwischen beiden Ländern unterzeichnet, aber ein weiteres Voranschreiten in der Lösung dieses Konflikts kam auch 1997 nicht zustande.

4.Religionen Perus

Laut Verfassung ist Peru ein katholischer Staat. Den Bürgern wird aber gleichzeitig Religionsfreiheit garantiert. Obwohl Peru zu 89 % katholisch und zu 3 % protestantisch ist (die restlichen 8 Prozent setzen sich aus den unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammen: Ashaninkas mit 51.000 Zugehörigen, dann Aguarunas mit 42.000 und Shipibos mit 16.000)., erklärt die katholische Kirche weite Teile des Landes zu Missionsgebieten. Viele religiöse Praktiken sind ein Gemisch aus Katholizismus und traditionellem Glauben. Die katholische Kirche möchte vor allem der ländlichen Bevölkerung durch die Ausbildung von Katecheten dienen. Diese sollen helfen, den päpstlichen Erlass umzusetzen, der ein verstärktes Lehren der Bibel fordert.

Es gibt verschiedene protestantische Denominationen im Land, die 7% der Bevölkerung ausmachen. Die pfingstlerische Bewegung wächst am stärksten, besonders auch in ländlichen Gebieten. Das Aufbrechen denominationaler Grenzen, die Einheit unter Christen, beständiges Wachstum und eine bodenständige theologische Ausbildung sind die anhaltenden Anliegen dieser Gruppen In den letzten Jahren wurde das Interesse der peruanischen Christen an der Weltmission immer deutlicher. Es entstanden verschiedene Ausbildungsstätten, unter ihnen auch eine interdenominationale Schule, die ihre Mitarbeiter für die Arbeit im eigenen Land (im Hochland oder im Urwald) vorbereitet, aber auch den Blick offen hält vor allem für moslemische Länder.

Die kirchlichen Festtage werden oft mit prunkvollen Prozessionen gefeiert. Ganz besonders beliebt sind die Feste der Schutzpatrone von Gebirgsorten. Die spanischen Missionare wählten den Schutzheiligen in den meisten Fällen so aus, daß sein Gedenktag mit dem größten traditionellen Fest des Ortes zusammenfiel, so konnten heidnische Festlichkeiten verhindert werden, und die Feierlichkeiten nahmen zumindest teilweise einen christlichen Charakter an. Noch heute gehören zu vielen Heiligenfesten große Jahrmärkte, lautes Feuerwerk und bunte Trachtentänze.

Eines der schönsten und farbenprächtigsten Feste ist z.B. das Marienfest von Puno (2.Februar).

In Lima werden gleich mehrere Heiligenfeste begangen, die hier aber nicht so exotisch und bunt wie in den Anden anmuten. Ein beliebtes Fest ist das der Schutzpatronin von Amerika, der heiligen Rosa von Lima (30.August)

Feiertage:

Feiertage sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Gründonnerstag bis Sonntag), Sankt Peter und Paul (El Día de San Pedro y San Pablo, 29. Juni), der Unabhängigkeitstag (28. Juli), der Nationalfeiertag (29. Juli), der Tag der heiligen Rosa von Lima (30. August), der Tag der Marine (8. Oktober), Allerheiligen (1. November), das Fest der unbefleckten Empfängnis (8. Dezember) und Weihnachten (25. Dezember). Darüber hinaus gibt es lokale Patronats- oder Erntedankfeste.

5.Bildungswesen:

Die beiden Amtssprachen sind Spanisch und die einheimische Sprache Quechua. Darüber hinaus wird auch Aymara, ebenfalls eine Sprache der Ureinwohner, gesprochen. Weniger als 30 Prozent der Einwohner spricht überhaupt kein Spanisch. Englisch spricht man hauptsächlich in wohlhabenden und gebildeten Kreisen.

Der Schulbesuch in Peru ist kostenfrei. Schulpflicht besteht für Kinder von acht bis vierzehn Jahren. Die starke Zentralisierung des Bildungswesens wurde seit 1963 aufgelockert. An die Kindergärten für Vier- bis Fünfjährige und Übergangsklassen für die Sechsjährigen schließen sich vier Typen der Primarschule an: zweijährige unvollständige Elementarschulen auf dem Lande, dreijährige Elementarschulen 1. Grades, vierjährige vollständige Elementarschulen auf dem Lande und fünfjährige vollständige Primarschulen. Von letzteren ist der Übergang in (staatliche und private) Sekundarschulen möglich. Diese sind fünfjährige Berufs- und Fachhochschulen sowie in einem zwei- und dreijährigen Zyklus gegliederte allgemeinbildende Sekundarschulen, die zur Hochschule führen.

Von den 33 z.T. privaten Universitäten ist die 1551 gegründete ,,Universidad Nacional Mayor de San Marcos de Lima" die älteste auf dem amerikanischen Festland. Weitere bedeutende Universitäten gibt es in Cuzco (gegründet 1597), Ayacucho (1677), Trujillo (1824) und Arequipa (1828). Schon seit Jahrzehnten erweisen sich die Studenten als die aktivste Gruppe des Bildungsbürgertums, wenn es darum geht, aktiv auf die politische Lage einzuwirken. Aber schon 1965 durchbrach die studentische Revolte die Mauern der Universität und griff auf die Schulen über. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes kam es zu Schulstreiks, und dies war auch der Beginn des Lehrerstreiks. Die soziale Ordnung wurde verändert. Währen der Zeit der Militärregierung wurden viele Professoren und Studenten wegen nicht konformer Ansichten gegenüber dem Militär ins Gefängnis gesteckt.

Bis 1968 betrug die Zahl der Studenten ungefähr zwei Millionen. Im Jahre 1979 lag die Zahl schon bei fünf Millionen mit steigender Tendenz. 1987 zählte man ungefähr sieben Millionen Studenten. Im Frühjahr 1988 registrierte allein die Universidad de San Marcos in Lima ca.7000 neue Studenten.

Trotz allgemeiner Schulpflicht ist die Analphabetenrate in Peru sehr hoch, etwa 21%, wobei vorwiegend die Indios davon betroffen sind.

6.Sozialstruktur:

Peru hat eine Gesamtbevölkerung von etwa 24,3Millionen; die mittlere Bevölkerungsdichte liegt bei 19 Einwohnern je Quadratkilometer. Etwa die Hälfte der Peruaner lebt im Küstentiefland, 40 Prozent in der Gebirgsregion und 10 Prozent im Osten des Landes. Etwa 45 Prozent der Einwohner Perus sind Indianer; einige Gruppen von ihnen sind Nachfahren der Inka, die im 15.Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Peru ein Großreich errichtet hatten.

37 Prozent der Einwohner gelten als Mestizen (Mischlinge zwischen Weißen - in erster Linie Spaniern - und Indianern), etwa 15 Prozent sind Weiße. Außerdem leben u.a. Schwarzafrikaner und Ostasiaten im Land. 71 Prozent der Bevölkerung wohnen in Städten. Die mittlere Lebenserwartung beträgt 64 Jahre. Viele der im Gebirgsland der Anden lebenden Indianer haben die Bräuche und Überlieferungen ihrer Vorfahren bewahrt. Die an der Küste und in den Städten des Hochlandes siedelnden Weißen, Mestizen und Schwarzen haben einen modernen westlichen Lebensstil.

1996 befanden sich über 50% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, knapp 20% davon unterhalb der absoluten Armut.

An den Großstädten ,wie z.B. Lima, bilden sich riesige Slums und Marginalsiedlungen durch eine unkontrollierte Zuwanderung aus den armen, ländlichen Regionen. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Perus ist regional extrem ungleich. Während Lima und die Küstenregion als Wachstumsregionen gelten, behindern ungünstige landwirtschaftliche Produktionbedingungen, der geringe Bildungsstand der Bevölkerung sowie die geringe infrastrukturelle Erschließung die Entwicklung im Hochland und in den Regenwaldgebieten.

Eine weitere Ursache der Armut ist die nach wie vor tiefe ethnische Spaltung, 80% der Indigenas gelten als arm und 55% gelten als extrem arm. Die Auswirkungen des zunehmenden Stadt-Landgefälles und die unzureichende soziale Infrastruktur auf dem Lande betreffen besonders ländliche Frauen: Die Analphabetenquote unter ländlichen Frauen liegt bei 42% gegenüber 17% der ländlichen Männer. Die Lebenserwartung für städtische Frauen ist um 7 Jahre höher, als die für ländliche Frauen, die Fertilitätsrate bei ländlichen Frauen liegt bei 6.2, für städtischen Frauen liegt diese bei 2.8.

Der am Ostabhang beginnende Urwald bedeckt über 60% des peruanischen Territoriums, beherbergt aber nur rund ein Zehntel der Bevölkerung, darunter 48 verschiedene Gruppen von Ureinwohnern, insgesamt rund 200.000 Menschen (größte ethnische Gruppen: Ashaninkas mit 51.000 Zugehörigen, dann Aguarunas mit 42.000 und Shipibos mit 16.000).

7.Demographische Struktur und Entwicklung:

Alles begann mit einem Staatsstreich: 1968 putschte sich eine Gruppe junger Militärs unter General Velasco Alvarado in Lima an die Macht. Anders als die winzige Oberschicht, die das Land seit der spanischen Eroberung beherrscht hatte, waren diese Offiziere "Cholos", wie die Mestizen in Peru genannt werden. Sie stammten aus ärmlichen Verhältnissen und hatten im Kampfeinsatz gegen frühe Guerillagruppen wie ELN und MIR die bitteren sozialen Realitäten noch einmal vor Augen geführt bekommen. Nun versuchten sie, die Nation von Grund auf umzustülpen: Agrarreform, Nationalisierungen in Bergbau und Industrie, Bildungsoffensive. Daraufhin brachen alle Dämme gleichzeitig. Die noch halbfeudalen Knechtschaftsverhältnisse auf dem Lande - Peru hatte als einziges Land Lateinamerikas nie eine liberale Revolution erlebt - waren kaum aufgehoben, als sich Millionen auf den Weg in die Städte machten, die diesem Ansturm nicht gewachsen sein konnten. Die alten sozialen Strukturen, die bislang die extremen Auswüchse der Armut abgefedert hatten, existierten nicht mehr, neue Strukturen waren noch nicht nachgewachsen. Die sozialen Probleme wuchsen ins Unermeßliche. Die gewaltigen Hoffnungen, die von den Militärs geweckt worden waren, schlugen daraufhin um in eine nicht minder große Frustration. Rebellengruppen wie der "Leuchtende Pfad" und die MRTA erhielten Zulauf; vor allem aus den neuen, nicht-weißen Mittelschichten, die mit ansehen mußten, wie die alte Elite nach und nach in ihre Machtstellungen zurückkehrte. 1990 schien es einen Augenblick lang, als ließe sich der Konflikt entschärfen. Der weltbekannte Romancier Mario Vargas Llosa unterlag im Kampf um das Präsidentenamt dem weithin unbekannten Agraringenieur Alberto Fujimori, dem vor allem seine Herkunft zum Sieg verhalf: Als Sohn japanischer Einwanderer schien er der indianischen und mestizischen Bevölkerungsmehrheit allemal akzeptabler als sein Gegner, der die weiße Oberschicht Limas repräsentierte.

Tatsächlich gelangten unter Fujimori auch Vertreter der unterprivilegierten Schichten in wichtige Ämter. Die grundlegenden Machtverhältnisse aber rührte der Präsident nicht an, er verfestigte sie eher noch. Die Spannungen zwischen "oben" und "unten" wurden so konserviert und heizen die ohnehin schwelenden Konflikte noch an.

8.Politisches System:

Peru (República del Perú) ist eine präsidiale Republik. Im April 1992 wurde die damalige Verfassung (von 1979), die seit 1821 elfte, sozusagen in einem Staatsstreich von oben mit der Begründung ,,saubere Verhältnisse schaffen zu wollen" von Präsident Fujimori aufgehoben und gleichzeitig das Parlament aufgelöst. Fujimori ließ eine neue Verfassung ausarbeiten, die Ende Oktober 1993 durch Volksabstimmung angenommen wurde - mit unerwartet knapper Mehrheit. Danach liegt, wie bei den vorhergehenden Verfassungen, die exekutive Gewalt in Händen eines zunächst für fünf Jahre gewählten Präsidenten (er ist Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und ernennt bzw. entläßt das Kabinett), der - und das ist neu - wiedergewählt werden darf. Des weiteren sind die Einführungen eines Einkammersystems (zuvor Senat mit 60 Sitzen und Abgeordnetenhaus mit 180 Sitzen, nun Einkammer-Kongreß mit 120 Mitgliedern) und die Todesstrafe für Terroristen neu. Zudem erhält der Präsident die Vollmacht, das Parlament aufzulösen, wenn es ,,die Arbeit der Regierung blockiert". Dazu sagen die Kritiker, daß Fujimori nun gewissermaßen unbeschränkte Macht erhalten habe. Die Rolle des Staates in der Wirtschaft aber wird durch die neue Verfassung stark eingeschränkt und die Privatinitiative gestärkt. Verfassungsmäßig verankert ist jetzt die Gleichbehandlung des Auslandskapitals. Auf der anderen Seite macht die neue Verfassung Ansätze einer Dezentralisierung zunichte.

Es besteht Wahlpflicht; der Wahlausweis ist Personaldokument. Frauen besitzen seit 1954 Wahlrecht, Geistliche seit 1962. Peruaner im Militär- und Polizeidienst dürfen nicht wählen. Seit 1979 sind auch Analphabeten wahlberechtigt. Damals wurde übrigens die Todesstrafe generell abgeschafft, die nun für Terroristen - trotz massiver Proteste, vor allem von Teilen der katholischen Kirche - wieder in Kraft getreten ist.

Die Regierungskoalition besteht aus:

- Neuen Mehrheit/Wechsel 90 (NM-C90)
- Amerikanischen Revolutionären Volksallianz (APRA)
- Demokratische Bewegung der Linken (MDI)
- Sozialistische Linke (IS)
- Demokratische Front (Fredemo)
- Volksaktion (AP)
- Christliche Volkspartei (PPC)
- Nationale Arbeiter- und Bauernfront (FRENATRACA)
- Unabhängige Front für Moral (FIM)
- Demokratischer Koordinator (CD)
- Unabhängige Agrarbewegung (MIA)
- FREPAP
- SODE (2)

Menschenrechte: (aus Fischer Weltalmanach)

Nach einem am 12.12.1998 in der spanischen Zeitung El Pais veröffentlichten Bericht ließ die Regierung in den vergangenden drei Jahren 250000 Frauen, vor allem in den ärmsten Landesteilen, oft gegen ihren Willen und zum Teil ohne deren Wissen sterilisieren. Auf Initiative von Präsident Fujimori beschließt das von seinen Anhängern dominierte Parlament am 7.7. 1999 mit 66 gegen 33 Stimmen, dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), dessen Urteile für Mitgliedsstaaten verbindlich sind, formell die Kompetenz über die peruanische Gerichtsbarkeit abzusprechen. Anlaß für diesen Schritt war die Anordnung des Gerichtshofs, das Verfahren gegen vier Chilenen, die 1994 in Peru vor einem Militärgericht wegen Vaterlandsverrats zu lebenslanger Haft verurteilt worden waren, wiederaufzunehmen. Rechtsordnung:

Perus bürgerliches Gesetzbuch entstand 1836 (später verschiedentlich überarbeitet), die Strafgesetzgebung, deren Vorbild das spanische Rechtswesen war, 1902. In Lima gibt es einen zweigeteilten Obersten Gerichtshof. Ihm unterstellt sind die Hauptstadt und in den Provinzen mehrere höhere Gerichte, denen sich Gerichte der ersten Instanz und diesen Friedensrichtern unterordnen. Die Todesstrafe, ausgenommen für Terroristen (seit 1993), ist abgeschafft. Drogenbesitz wird streng bestraft (mindestens 15 Jahre bis lebenslang); das trifft auch Ausländer, die dabei kaum auf Auslieferung in ihre Heimat hoffen dürfen.

9.Wirtschaft Perus

Perus Wirtschaft mußte seit 1968, mit Beginn einer zwölfjährigen Militärherrschaft, verschiedene Reformversuche über sich ergehen lassen, die, vor allem weil unprofessionell durchgeführt und von Korruption begleitet, zum allmählichen Ruin des Landes führten, zumal die Bevölkerungszunahme dem erwünschten Produktionsanstieg immer weit vorauseilte. Verstaatlichungen und Reprivatisierungen wechselten von Regierung zu Regierung, was die Wirtschaft stets erneut hemmte.

Wie in fast allen Entwicklungsländern war man in Peru in den letzten Jahren um eine Produktionserweiterung bemüht. Man konnte sich dabei auf drei eigenständige Wirtschaftszweige stützen, nämlich eine vielseitige Landwirtschaft, die Erz- und Ölförderung sowie die Fischerei. Eine großzügige Investitionspolitik unter der zweiten Regierung Belaúnde (1980-85) rief ausländische Kapitalgeber (im Bereich Abbau der Bodenschätze) auf den Plan, auch kamen gewaltige Entwicklungsvorhaben (Bewässerungsprojekte u.ä..) mit internationaler Hilfe zur Ausführung.

Die Hauptziele der Regierung García (1985-90) - Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion bei gerechtem Anteil der Indios (besonders im Hochland), Dezentralisierung der Wirtschaft, Revision der Arbeitsgesetzgebung, Kontrolle der Monopole sowie Steigerung der inländischen Industrieproduktion - konnten nur zum Teil verwirklicht werden. Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrisen erschütterten das Land. Die Inflationsrate erreichte Anfang 1990 fast 7000 %!. Drastische Kaufkraftverluste und rückläufige Aktivitäten der Industrie waren die Folge.

Präsident Fujimori (seit 199o) hat kurz nach seinem Amtsantritt begonnen, den Staat zu entrümpeln. Dazu gehörte die Freigabe der Preise, eine schmerzhafte, aber offensichtlich erfolgreiche Entscheidung, um die produktiven Kräfte der Wirtschaft zu wecken. Immerhin hat so radikal wie Peru zuvor kaum ein anderes Land den Markt geöffnet: Bis 1990 betrugen die Außenzölle für fast alle Güter 100 %, jetzt liegen sie im Durchschnitt bei 12 %. Selbst internationale Wirtschaftsexperten sprechen mittlerweile von einem peruanischen Wirtschaftswunder.

Nachdem vor Fujimoris Amtsantritt Perus Wirtschaftsleistung von Jahr zu Jahr gesunken war, kam es 1993 zu einem Anstieg des Bruttoinlandproduktes um 6,8 % und im darauffolgenden Jahr sogar um 12,7 %. Es betrug 1994 pro Kospf rund 1300 US-$ und erreichte in etwa wieder das Niveau von 1968. Peru war damit sowohl 1993 als auch 1994 das Land mit dem höchsten Wirtschaftswachstum in Lateinamerika. Diese wirtschaftliche Erholung wurde allerdings begünstigt von den klimatischen Verhältnissen, die vornehmlich die Landwirtschaft, die Fischerei und die Stromerzeugung positiv beeinflußten. Erfolge erzielte die Regierung Fujimori auch mit der Reprivatisierung unrentabler Staatsbetriebe. So konnten u.a. die Minengesellschaft Hierroperú und die Fluggesellschaft AeroPeruan ausländischen Investoren veräußert werden. Clou aber war 1994 der Verkauf der Companía Peruana de Teléfonos und EntelPerú, die für rund zwei Milliarden US-$ an die spanische Telefongesellschaft gingen. Noch zu haben ist u.a. der große Brocken staatliche Eisenbahnen. Landwirtschaft:

Die Landwirtschaft ist die Grundlage der peruanischen Volkswirtschaft, auch wenn sich ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren merklich verringert hat. Immerhin finden aber noch rund 33 % aller Erwerbspersonen im Agrarsektor, einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei, ihr Auskommen.

Die landwirtschaftliche Fläche Perus beträgt etwa ein Viertel der Landesfläche, aber nur 2,5 % davon sind Ackerland (rund 3,4 Mill. ha.).

Forstwirtschaft:

Nur im Amazonastiefland und am Ostabhang der Anden ist Forstwirtschaft möglich, da im übrigen Land Nutzhölzer selten vorkommen. Aber immerhin bedeckt der Wald mehr als die Hälfte der Gesamtfläche Perus. Der Baumbestand wird nicht gehegt, sondern wird abgeholzt. Fischerei:

Die Fischwirtschaft (Fischfang und -verarbeitung) zählt zu den wichtigsten Wirtschafts- und Exportzweigen Perus. Die Küste vor Peru (200-Seemeilen-Fischereischutzzone seit 1969) gehört zu den fischreichsten der Weltmeere. So hatte Peru 1970 mit einem Gesamtfang von rund 12 Mill. Tonnen zu mehr als 20 % an den Gesamtanlandungen der Welt an Seefischen beigetragen. Peru war damit Fischfangnation Nummer Eins. Der peruanische Fang bestand jedoch fast ausschließlich aus einer einzigen Fischart, nämlich Anchovis, einer Sardelle, die im Oberflächenwasser lebt.

Guano:

Das weiße Gold Perus nannte man den guano, den Mist von Kormoranen, Tölpeln, Pelikanen und anderen Seevögel, die auf kleinen Felseninseln nisten und sich von Fischen (vor allem von Anchovis) ernähren. Seit fast 200 Jahren ist dieser Dung begehrt. 1848 begann man, ihn nach Europa zu exportieren. Nach dem Rekordjahr 1947, in dem 330 000 t Guano gewonnen wurden, sank der Abbau auf etwa 25 000 t im Jahr 1971.

Die Guano-Gewinnung wird durch den verstärkten Fang der Anchovis bedroht und zudem stellt man diesen Dünger in zunehmendem Maße künstlich aus Seefischen und Fischabfall her.

Bodenschätze und Energie:

Seit mehr als zweitausend Jahren werden in Peru Gold, Silber und Kupfer abgebaut. In der Kolonialzeit standen Gold, Silber und Quecksilber im Vordergrund. Heute gehört Peru zu den wichtigsten Bergbaunationen der Welt. Die Ausfuhr von Erzen erbringt seit Jahren etwa die Hälfte der gesamten Exporterlöse.

Hauptausfuhrprodukte dieses Bereiches sind Kupfer, Gold, Zink, Silber, Blei und Eisenerz. Außer siebzehn verschiedenen Metallen werden noch Kohle, Erdöl und etwa ein Dutzend Nichtmetalle gefördert. Auf den nutzbaren Lagerstätten sind zu finden: Antimon, Chrom, Gold, Kadmium, Kobalt, Magnesium, Mangan, Molybdän, Nickel, Quecksilber, Selen, Tellur, Uran, Vanadium, Wismut, Wolfram sowie als wichtigste Nichtmetalle Bergkristall, Borax, Braunkohle, Dumorierita, Feldspat, Gips, Glimmer, Graphit, Nephelin, Phosphate, Salpeter, Schwefel, Schwerspat, Steinkohle und Steinsalz. Die Minerale werden z.T. im Tagebau abgebaut (bei Nazca ist die Fundstelle 20 km vom Meer entfernt), manche Minen liegen auf Höhen bis zu 5000 m.

Erdöl:

Perus Erdölförderung begann bereits 1881. Mittlerweile ist man besonders in der nördlichen Küstenzone (auch off-Shore) und im Amazonasbecken fündig geworden. Für den Abtransport des Amazonas-Erdöls wurde 1977 die fast 900 km lange Transanden-Pipeline in Betrieb genommen, die zum Hafen Bayóvar führt, wo man nicht nur verschifft, sondern auch verarbeitet (Petrochemie-Komplex). 1992 hat erstmals seit vier Jahren die Erdölausbeute wieder leicht zugenommen. Es wurden durchschnittlich 115 900 Tonnen Faß pro Tag gefördert. In den ersten zehn Monaten von 1994 belief sich die Erdölförderung auf 128800 Faß pro Tag, eine leichte Zunahme gegenüber der Vorperiode. Erdöl und Derivate werden in geringer Menge exportiert.

Energie:

Perus Energiewirtschaft basiert zunehmend auf der reichlich vorhandenen natürlichen Wasserkraft. Die diesbezüglichen Kapazitäten werden ausgebaut. 1986 betrug die Stromerzeugung 3575 MW, knapp 60 % davon lieferten die Wasserkraftwerke. Noch heute ist die Energieversorgung unzureichend. Fast 75 % der Bevölkerung verfügen nicht über elektrischen Strom.

Produzierendes Gewerbe:

Die peruanische Industrie konzentriert sich vor allem auf die Standorte Lima und Callao, denen Chimbote, Chiclayo und Trujillo folgen. Hauptindustriezweige sind Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung (darunter die Zuckerrohrverarbeitung), Fischmehlproduktion, Textilindustrie, Herstellung von Chemieprodukten auf Aufarbeitung von Erz. Im Landesinnern hat die handwerkliche Verarbeitung von Wolle, Baumwolle, Häuten und Fellen immer noch ihre Bedeutung. Das Textilgewerbe mit über 800 überwiegend klein- und mittelständischen Firmen sowie unzähligen gewerblich nicht erfaßten Familienbetrieben verarbeitet Wolle, Baumwolle, Jute und synthetische Fasern. Auf dem Nahrungsmittelsektor ist die Erzeugung von Getränken, Molkerei- und Müllereiprodukten, Pflanzenölen sowie Fleisch- und Fischkonserven wichtig. Stark ausgebaut werden konnte die chemische Industrie (Düngemittel, Kunstfasern, pharmazeutische Produkte und Fasern). In Peru arbeitet seit Ende der 60er Jahre die einzige Produktionsstätte für Dralon außerhalb Deutschlands und der einzige Acrylfaserproduzent im Andenraum. An diesem exportintensiven Betrieb der deutschen Bayer AG ist der peruanische Staat mit 30 % beteiligt. Tourismus:

Der Fremdenverkehr hatte sich in Peru zu einem beachtlichen und stabilen Wirtschaftsfaktor entwickelt, bis Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre - bedingt durch Terroranschläge, Hyperinflation und wirtschaftliches Chaos - die Anzahl der Besucher auf etwa ein Viertel schrumpfte. 1989 erbrachte der Tourismus noch Devisen im Gegenwert von mehr als 400 Mill. US-$. Und in demselben Jahr kamen insgesamt 333594 ausländische Urlauber nach Peru, allerdings schon 25 687 weniger als im Vorjahr. Die Bundesrepublik Deutschland nahm 1989 mit 20058 Besuchern unter den europäischen Nationen den ersten Platz ein. An der Spitze aller Länder standen die USA. 1993, nach vier Jahren Flaute, die rund 100 000 Beschäftigten in Fremdenverkehrsbetrieben den Arbeitsplatz kosteten, nahm der Touristenstrom wieder beträchtlich zu und ergab 325 000 Besucher und Deviseneinnahmen in Höhe von 375 Mill. US-$, etwa 50 % mehr als 1992.

10.Verkehrs- und Transportwesen

Die Verkehrsverbindungen stellen in dem großen, unwegsamen Peru immer noch ein Problem dar. Schon im vergangenen Jahrhundert wurden Eisenbahnlinien (Stichbahnen, die nicht miteinander verbunden sind) gebaut, die noch heute mit ihren Streckenführungen durch schroffe Hochgebirgslandschaften als technisches Wunderwerk gelten. Die Küste entlang zieht sich die carretera panamericana mit einer Lange von 2954 km. Sie ist durchgehend asphaltiert, befindet sich in relativ gutem Zustand und besitzt nahe Lima sogar Autobahn- Qualität. Von ihr zweigen Straßen in die Anden ab, u.a. die carretera central von Lima in die Kordillere. Durch die Hochtäler der Anden winden sich zahlreiche Schotterstraßen, die bis an den Urwald heranreichen. Zum Teil wurden diese Straßen auf ehemaligen Inkastraßen errichtet. Von einem ausgebauten Verkehrsnetz kann man jedoch noch nicht sprechen; das gesamte Straßennetz umfaßt zwar rd. 70 000 km, davon sind jedoch nur gut 10 % asphaltiert, und lediglich 1 000 km befanden sich 1993 in gutem Zustand. In jenem Jahr ist jedoch ein umfangreiches Ausbesserungsprogramm, u.a. mit einem Kredit der Interamerikanischen Entwicklungsbank, angelaufen, durch das allein bis Ende 1994 rund 1 200 km der Panamericana repariert wurden. Mit einer Anleihe der Weltbank soll darüber hinaus die Straße von Huáncuo über Tingo Maria nach Pucalla, also durch schwieriges Bergwaldgelände völlig erneuert und asphaltiert werden. Damit würde der Transport von Agrarprodukten zur Küste vereinfacht und verbilligt, wodurch die Bauern in der Mantana Anreiz erhielten, vom Kokaanbau auf die Produktion absetzbarer Nahrungsmittel umzusteigen. Immer noch fehlt eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung in der Sierra, die parallel zur 3 400 km langen Panamericana verläuft. Von der geplanten Urwaldsaumstraße, die von Kolumbien über Ecuador bis nach Bolivien den Westrand des Amazonasbeckens erschließen soll, sind seit Baubeginn im Jahre 1964 nur wenige 100 km fertiggestellt worden. Das umstrittene Projekt der Pazifik-Highway, einer etwa 2 000 km langen Straße von den brasilianischen Amazonasstädten Porto Velho und Río Branco zum südperuanischen Hafen Ilo (850 km auf peruanischem Gebiet), stagniert, obwohl auf brasilianischer Seite ein Großteil fertiggestellt ist. Brasilien nämlich erhofft sich von dem Zugang zum Pazifik, verbunden mit dem Näherrücken seiner asiatischen Handelspartner, große Vorteile. Für Peru entstünde gleichzeitig ein wichtiger Zugang zum Atlantik. Wegen notorischen Geldmangels befinden sich die meisten peruanischen Straßen seit Jahren in schlechtem Zustand. Während der Regenzeit ist mehr als die Hälfte des überwiegend einspurigen und unbefestigten Straßennetzes im Hochland und im Osten nicht befahrbar. Eine große Gefahr stellen die huaicos dar, jene sich bei anhaltendem Regen bildenden Schlamm- und Geröllawinen, die die Fahrbahnen für Stunden oder Tage blockieren.

Massengüter nehmen an der Küste und in der Sierra ihren Weg per Lastwagen. Die Küstenschiffahrt ist verkümmert, allerdings versorgen Tankschiffe der staatlichen Erdölgesellschaft PetroPerú die Küstenregionen. Die noch staatlichen Eisenbahnen (Einzelstrecken von zusammen rd. 2 200 km), deren Hauptkunden Minengesellschaften sind, werden immer unrentabler, befinden sich in schlechtem Zustand und fahren teilweise nur noch sporadisch. Erste internationale Kredite sind bereitgestellt, um den Gleisunterbau und andere Anlagen zu erneuern. Die Urwaldgebiete sind oft nur per Flugzeug mit dem übrigen Land verbunden. Im oberen Amazonasbecken spielt die Flußschiffahrt eine Rolle. Auf dem Titicacasee bestehen Schiffsverbindungen nach Bolivien.

Noch fehlt eine zentrale Stelle, die den Frachtversand in jede Richtung übernimmt. Man muß sich an die jeweilige Agentur, Eisenbahn- oder Fluggesellschaft wenden, die die gewünschte Route bedient. Terroristische Anschläge der Untergrundbewegungen, die vor allem die Versorgung der Küstenstädte beeinträchtigen, haben zur Ausdünnung der Frachttransporte auf der Straße geführt.

11.Entwicklungsstand

Die Republik Peru zählt zu den Entwicklungsländern, da heutzutage noch ca. 70 der Bevölkerung Perus ohne Stromversorgung leben. Des weiteren ist auch das Verkehrswesen völlig unzureichend ausgebaut, weil nur ca. 30% der Straßen befestigt sind und auch das Schienen- sowie die das Flugnetz nur schwach ausgereift ist. Peru befindet sich zum Einen auch durch die schlechte medizinische Versorgung, die sich 1992 mit einer Anzahl von 0,7 Ärzten pro 1.000 Einwohner auszeichnet, dem hohen Prozentsatz von 47,1 % an Unterbeschäftigten, sowie durch den dort auftretenden Analphabetismus, dessen Anteil bei den über 15jährigen 1995 11% betrug, und die regionalen Disparitäten zwischen Stadt und Land auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Vergleicht man aber beispielsweise den Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wirtschaft Perus mit dem anderer Entwicklungsländern, so ist dieser mit 12,3 Prozent eher gering. Der Anteil des Industriesektors betrug 1997 41,9% und der Dienstleistungen 44,9%.

49 % der Menschen lebten zwischen 1990 und 1996 an der Armutsgrenze und der Kindersterblichkeit war 1997 mit 5,6% nicht gerade niedrig.

Die Auslandsverschuldung Perus betrug 1997 30496 Mio. $ und die Inflation lag in den Jahren von 1990-1997 bei gut 40%.

Das durchschnittliche Bevölkerungswachstum liegt mit 1,7 % noch unter dem vieler anderer Entwicklungsländer. Aufgrund dieser Tatsachen kann man Peru eigentlich schon als ein Schwellenland bezeichnen.

Die Ursachen dieser Unterentwicklung dürften nach der Dependenztheorie hauptsächlich von der früheren Kolonialmacht Spanien, d. h. also durch Ursachen von Außen, hervorgerufen worden sein. Das bedeutet, die vorherrschende Unterentwicklung ist durch eine zu schwach vorangetriebene Entwicklung entstanden. In Peru wurde durch die Kolonialmacht Spanien die Entwicklungsdynamik regelrecht ,,blockiert", da sie von außen ,,fehlgeleitet" wurde. Durch diesen Kolonialismus wurde die Produktion für den Weltmarkt eingeschränkt, da die Herstellung von Gütern für die vorherrschenden Kolonisten im Vordergrund stand. Dies hatte dann zur Folge, daß keine Entwicklung der eigenen Wirtschaft möglich war. Um Peru von einem Entwicklungsland in ein Industrieland oder auch nur in ein richtiges Schwellenland hinzuentwickeln, muß die Diversifizierung weiterhin ausgebildet werden. Das bedeutete, die bereits stärker gefächerte Wirtschaft muß sich noch weiter von einer monostrukturellen Wirtschaft fortbewegen, die sich nicht nur auf einen Produktionszweig konzentriert, sondern eine vielfältigere Produktionspalette aufweist, damit die Krisenanfälligkeit reduziert werden kann.

Es muß auch weiterhin eine Stabilisierung der politischen Lage stattfinden, die bereits von Fujimori eingeführten Reformen müssen ausgeweitet und durchgeführt werden. Damit diese auch in Zukunft umgesetzt werden können, sollten die Industriestaaten dem Land auf der einen Seite weiterhin Kredite gewähren, auf der anderen Seite allerdings nur in geringem Maße, da sonst die Auslandsverschuldung noch weiter steigen würde. Aber nicht nur dem Land sollen Kredite gewährt werden, sondern auch Peru selbst sollte seiner Bevölkerung Kleinkredite zur Verfügung stellen, so daß Bauern ihre Betriebe modernisieren, vergrößern und ihre Erträge steigern können. Geld sollte auch für andere Teile der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, so daß diese durch Privatinitiativen und Selbsthilfeprojekte die Chance erhalten, kleinere Betriebe und Geschäfte aufzubauen, um somit ihren Lebensstandard zu verbessern.. Allerdings müssen zuvor der ganzen Bevölkerung die Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Wohnung, medizinische Versorgung und lebenswichtige öffentliche Einrichtungen (Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen, Schulen) gewährleistet sein, um überhaupt ihr Land auf dem Weg zu einem Industriestaat unterstützen zu können.

Zukunftsaussichten Perus

Die in den vergangenen Jahren in Peru bei der Inflationsbekämpfung, der Förderung des wirtschaftlichen Wachstums und der Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung erzielten Erfolge basieren hauptsächlich auf dem Friedensprozeß und der strikten Umsetzung des Wirtschaftsprogrammes, das auf strenger Geld- und Fiskalpolitik und einem Programm tiefgreifender Reformen zur Sicherung einer fundierten Marktwirtschaft beruht.

- Peru befindet sich in einem wirtschaftlichen Aufschwung.
- So konnte die Inflationsrate in den letzten Jahren ständig gesenkt werden.
- Die Zahl der Arbeitslosen ist rückläufig.
- Das BIP sowie das BSP stiegen in den letzten Jahren stetig an.
- Die Lebenserwartung des einzelnen Menschen steigt von Jahr zu Jahr.
- Die Säuglingssterblichkeit geht zurück.
- Die Kindersterblichkeit ist rückläufig.
- Die medizinische Versorgung wird immer besser.
- Die Analphabetenrate ist ebenfalls rückläufig.
- Die Einnahmen von Tourismus steigen von Jahr zu Jahr.

Peru ist also ein in praktisch allen Bereichen aufstrebendes Land. Ich denke das Wirtschaftswachstum wird auch in Zukunft noch weiter steigen. Auch wird weiterhin durch die Regierung versucht werden das Gesundheitswesen sowie das Bildungswesen zu verbessern. Aufgrund der billigen Arbeitsplätze, Steuervergünstigungen und geringen Umweltschutzauflagen wird Peru auch in Zukunft für Investoren attraktiv bleiben. Allerdings kommt es beim auftreten des El Nino - Phänomens, meist zu schweren infrastrukturellen Schäden und einer Ausbremsung des Wirtschaftswachstums. Auch gibt es durch die regionalen Disparitäten noch immer eine sehr große Anzahl von Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Dieses Problem wird nur sehr langsam behoben werden können.

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Allgemeines zu Peru. Land, Leute und Wirtschaft
Autor
Jahr
2001
Seiten
22
Katalognummer
V99531
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peru
Arbeit zitieren
Benjamin Koch (Autor), 2001, Allgemeines zu Peru. Land, Leute und Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99531

Kommentare

  • Gast am 9.2.2002

    Peru.

    Die umfangreiche Arbeit gefällt mir recht gut.
    Leider fehlen die Quellenangaben.

  • Gast am 9.5.2002

    Peru.

    naja gewisse teile erscheinen mir auch abgeschrieben, das habe ich schon auf verschiedenen webseiten gelesen, u.a. beim auswärtigen amt

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Titel: Allgemeines zu Peru. Land, Leute und Wirtschaft



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